DE29623410U1 - Mittel und Vorrichtung zum Entfernen von Schießpulverablagerungen - Google Patents

Mittel und Vorrichtung zum Entfernen von Schießpulverablagerungen

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Description

RudatGmbH 17.07.1998
Zollbergstraße 27 Aktenzeichen:
73734 Esslingen 296 23 410.9
Unser Zeichen: RU/KN G/DE06 Beschreibung
Mittel und Vorrichtung zum Entfernen von Schießpulverablagerungen
Die Erfindung betrifft ein Mittel und eine Vorrichtung zum Entfernen von Schießpulverablagerungen.
Für Schießstände besteht die Vorschrift, daß unverbrannte Schießpulverreste, die unvermeidlich etwa 5 bis 10 m vor dem Schützen niederfallen, nach dem Schießen entfernt werden, um die Explosions- und Brandgefahr durch größere Ansammlungen von Schießpulverablagerungen zu vermeiden. Die Schießpulverablagerungen können, je nach der beim Schießen verwendeten Munition, aus Schwarzpulver oder aus Nitrozellulosepulver bestehen. Das heutzutage übliche Verfahren zum Entfernen der Schießpulverablagerungen besteht im Absaugen mittels eines Staubsaugers. Hierfür dürfen jedoch wegen der Expolisionsgefahr keine gewöhnlichen Staubsauger verwendet werden, sondern es müssen spezielle, für unverbrannte Schießpulverreste ausgelegte, explosionsgeschützte Staubsauger verwendet werden, die sehr teuer sind.
Kleinere Schützenvereine, die sich diese teuren Staubsauger nicht leisten können, beseitigen die Schießpulverablagerungen daher gewöhnlich durch Zusammenkehren oder Naß wischen. Beim Zusammenkehren bleibt das Schießpulver trocken, so daß die Brand- oder Explosionsgefahr bestehen bleibt, insbesondere wenn größere Mengen des zusammengekehrten Schießpulvers abgelagert werden. Beim Naßwischen wird die Brand- oder Explosionsgefahr durch das Anfeuchten des Schießpulvers zunächst verringert, sie entsteht aber erneut, wenn die aufgenommenen Schießpulverreste wieder trocken werden. Insbesondere besteht die Gefahr, daß das Schießpulver in das Abwasser gelangt und sich im Abwasserrohr absetzt. Wenn dann das Abwasserrohr längere Zeit nicht benutzt wird und das abgesetzte Schießpulver trocken wird, wirkt es wie eine Zündschnur, die beispielsweise durch eine weggeworfene Zigarette in Brand gesteckt werden kann. Dadurch kann im Abwasserrohr eine Explosion ausgelöst werden. Diese Gefahr besteht besonders bei Nitrozellulosepulver, das selbst dann, wenn es mit Wasser angefeuchtet oder durchnäßt war, nach dem Trocknen wieder die volle Gefährlichkeit hat.
Zusätzlich zu diesen Problemen, die ttdftn Entfernen de'r Schießpufverablagerungen bestehen, verursacht auch die Entsorgung der aufgenommenen Schießpulvermengen erhebliche Probleme, wenn diese Entsorgung gefahrlos und umweltfreundlich erfolgen soll. Am vollkommensten wäre die Gefährlichkeit der Schießpulverreste beseitigt, wenn diese verbrannt würden; in diesem Fall könnten die beim Verbrennen entstehenden Rückstände problemlos als Hausmüll entsorgt werden. Das Verbrennen der Schießpulverreste, die nach einem der zuvor geschilderten Verfahren aufgenommenen und gegebenenfalls wieder getrocknet worden sind, ist jedoch mit einer erheblichen Gefahr verbunden.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Mittels und einer Vorrichtung, welche das Entfernen von Schießpulverablagerungen sowie eine gefahrlose und umweltfreundliche Entsorgung der aufgenommenen Schießpulvermengen auf eine einfache und kostengünstige Weise ermöglicht.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Schießpulverablagerungen mit einem Mittel aus saugfähigen, mit einer Flüssigkeit getränkten Partikeln bedeckt und zusammen mit dem Staubbindemittel aufgenommen und in einer Vorrichtung verbrannt werden. Das Mittel besteht vorzugsweise aus Staubbindemittel, dessen Partikel können beispielsweise Sägemehl sein, und die Flüssigkeit, mit der die Partikel getränkt sind, kann Seifenlauge, ein flüssiges Wachs oder ein Öl sein.
Die Wirkung des Mittels beruht darauf, daß die abgelagerten Schießpulverteilchen an den getränkten Partikeln des Staubbindemittels anhaften und durch die Flüssigkeit, mit der die Partikel getränkt sind, benetzt werden, so daß die Schießpulverteilchen sofort ihre Brand- und Explosionsgefährlichkeit verlieren. Die Partikel des Staubbindemittels mit den anhaftenden Schießpulverteilchen können daher gefahrlos zusammengekehrt oder mit einem nicht explosionsgeschützten herkömmlichen Staubsauger aufgesaugt werden. Die Beseitigung der Explosionsgefahr bleibt auch nach dem Trocknen des Gemenges bestehen; das Gemenge verbrennt nicht wie Schießpulver, sondern im wesentlichen wie Sägemehl. Das Gemenge kann daher gefahrlos verbrannt werden, und die Verbrennungsrückstände können einfach als Hausmüll entsorgt werden.
Das Verbrennen kann in einer Vorridtttftig· ähnlich* eirfem OfSn sehr einfacher Bauart erfolgen; eine bevorzugte Ausführungsform eines solchen Ofens besteht nach der Erfindung aus einem Blechgehäuse in Form eines an der Oberseite durch einen Deckel verschlossenen Kastens mit einer Abzugsöffnung in der Vorderwand des Kastens und einer Anzündöffnung in der Rückwand des Kastens.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Mittels sowie des Ofens sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung von Partikeln des bei dem erfindungsgemäßen Staubbindemittels mit anhaftenden Schießpulverteilchen,
Fig. 2 die Vorderansicht eines Ofens zum Verbrennen des Gemenges aus Staubbindemittel und Schießpulverteilchen,
Fig. 3 die Rückansicht des Ofens von Figur 2,
Fig. 4 eine geschnittene Seitenansicht des Ofens von Figur 2 und 3 bei geöffnetem Deckel und
Fig. 5 eine geschnittene Seitenansicht des Ofens während des Verbrennens des Gemenges.
Zur Beseitigung der Ablagerungen von unverbrannten Schießpulverresten, die sich auf Schießständen unvermeidlich in einer Entfernung von etwa 5 bis 10 m vor dem Schützen ansammeln, werden die Schießpulverablagerungen mit einem Pulver- oder granulatförmigen Mittel, vorzugsweise Staubbindemittel, bestreut, das aus saugfähigen Partikeln besteht, die mit einer Flüssigkeit getränkt sind. Als Material für die Partikel hat sich Sägemehl als besonders geeignet erwiesen. Die Flüssigkeit, mit der die Partikel des Staubbindemittels getränkt sind, ist beispielsweise:
-Seifenlauge (z.B. mit Wasser verdünnte Schmierseife);
-flüssiges Wachs;
- Öl (z.B. Maschinenöl oder ein pflanzliches Öl);
- eine Mischung aus den vorstehenden Stoffen.
Nach dem Bestreuen werden die Schießpulverablagerungen mit den darauf gestreuten Staubbindemitteln sofort zusammengekehrt. Dabei vermengen sich die Schießpulverteilchen mit den Partikeln des Staubbindemittels; sie werden durch die Flüssigkeit, mit der die Partikel getränkt sind, durchfeuchtet und haften an den Partikeln. Figur 1 der Zeichnung zeigt schematisch die Partikel 1 des Staubbindemittels mit den daran haftenden Schießpulverteilchen 2. Infolge der Durchfeuchtung werden die Schießpulverteilchen unbrennbar, so daß das Gemenge aus dem Staubbindemittel und den Schießpulverteilchen gefahrlos aufgenommen und transportiert werden kann.
Anstatt die Schießpulverablagerungen mit dem darauf gestreuten Staubbindemittel zusammenzukehren, können sie auch durch Staubsaugen entfernt werden. Hierzu kann ein herkömmlicher Staubsauger verwendet werden; die Verwendung eines speziellen explosionsgeschützten Staubsaugers ist nicht erforderlich.
Das durch Zusammenkehren oder Staubsaugen aufgenommene Gemenge kann dann gefahrlos und umweltfreundlich durch Verbrennen entsorgt werden. Dies kann in einem einfachen Ofen geschehen, der in den Figuren 2 bis 5 dargestellt ist.
Der Ofen 10 hat ein Blechgehäuse 11 in Form eines Kastens 12, der an der Oberseite durch einen Deckel 13 verschlossen ist. Der Kasten 12 hat einen Boden 14, eine Vorderwand 15, eine Rückwand 16 und Seitenwände 17, 18. Die Vorderwand 15 und die Rückwand 16 haben die gleiche Höhe; die Seitenwände 17 und 18 steigen von der Rückwand 16 zur Vorderwand 15 hin schräg an, so daß sie an ihren Vorderkanten über die Vorderwand 15 nach oben hinausragen.
Der Deckel 13 ist am Kasten 12 mittels Scharnierachsen 19 schwenkbar gelagert, die an den Seitenwänden 17 und 18 nahe der Rückwand 16 angebracht sind. Dadurch kann der Deckel zum Öffnen und Schließen des Gehäuses 11 verschwenkt werden. Im geschlossenen Zustand liegt der Deckel 13 auf den schräg ansteigenden Oberkanten der Seitenwände 17 und 18 auf. Dabei bleibt an der Vorderseite des Kastens 12 oberhalb der Vorderwand 15 eine Abzugsöffnung 2 0 frei. Der Deckel 13 ist so bemessen, daß sein vorderer Abschnitt 21 im geschlossenen Zustand über die Vorderwand 15 hinausragt. Ferner hat der Deckel 13 einen hinteren Abschnitt 22, der im geschlossenen Zustand nach hinten über die Rückwand 16 hinausragt und so bemessenv ist, daß er bei geöffnetem Deckel (Figur 4) die Rückwand 16 im wesentlichen vollständig bedeckt.
In der Rückwand 16 ist eine Anzündöffnung 2 3 angebracht, die durch eine Klappe 24 verschlossen ist, die um eine Schwenkachse 2 5 schwenkbar gelagert ist.
Die Verwendung des Ofens 10 zum Entsorgen des Gemenges aus Staubbindemittel und Schießpulverteilchen ist sehr einfach: der Ofen 10 wird im Freien aufgestellt, der Deckel 13 wird geöffnet und das zusammengekehrte oder mit einem Staubsauger aufgesaugte Gemenge wird von oben in den Kasten 12 eingefüllt. Der Deckel 13 wird dann geschlossen, und man läßt das Gemenge trocknen, bis es zündfähig ist. Dann wird die Anzündöffnung 2 3 durch Verschwenken der Klappe 24 geöffnet, und das Gemenge wird durch die Anzündöffnung angezündet. Infolge der Vermengung der Schießpulverteilchen mit den Partikeln des Staubbindemittels brennt das Gemenge nicht wie Schießpulver ab, sondern wie Sägemehl, und zwar unabhängig davon, ob das Schießpulver Schwarzpulver oder Nitrozellulosepulver ist. Es besteht also weder die Gefahr einer Stichflamme noch eine Explosionsgefahr. Der zur Abzugsöffnung 20 hin schräg ansteigende Deckel 13 ergibt in Verbindung mit dem nach vorn überstehenden Abschnitt 21 eine Kaminwirkung, die das Verbrennen begünstigt. Die Verbrennungsreste können als Hausmüll entsorgt werden.
Wenn der Deckel 13 zum Einfüllen hochgeklappt ist, überdeckt der überstehende hintere Abschnitt 22 die Anzündöffnung 23, wodurch ein Anzünden des Gemenges bei geöffnetem Deckel verhindert wird.

Claims (11)

Schutzansprüche
1. Mittel zum Entfernen von Schießpulverablagerungen, dadurch gekennzeichnet, daß dieses, vorzugsweise aus Staubbindemittel bestehend, aus saugfähigen, mit einer Flüssigkeit getränken Partikeln besteht und zusammen mit den Schießpulverablagerungen entfernt werden.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Partikel Sägemehl sind.
3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit Seifenlauge
4. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit ein flüssiges Wachs ist.
5. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit ein Öl ist.
6. Ofen für das Verbrennen des nach einem der Ansprüche 1 bis 5 erhaltenen Gemenges aus Staubbindemittel und Schießpulverteilchen, gekennzeichnet durch ein Blechgehäuse in Form eines an der Oberseite durch einen Deckel verschlossenen Kastens mit einer Abzugsöffnung in der Vorderwand des Kastens und einer Anzündöffhung in der Rückwand des Kastens.
7. Ofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel nahe der Rückwand des Kastens an dessen Seitenwänden zum Öffnen und Verschließen der Oberseite des Kastens schwenkbar gelagert ist.
8. Ofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel einen im geschlossenen Zustand über die Rückwand des Kastens hinausragenden Abschnitt aufweist, der so lang ist, daß er bei geöffnetem Deckel die Anzündöffnung bedeckt.
9. Ofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwände des Kastens von der Rückwand zur Vorderwand ansteigend ausgebildet sind und daß die Abzugsöffnung dadurch gebildet ist, daß die Vorderwand des Kastens niedriger als die anstoßenden Kanten der Seitenwände ist.
10.Ofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel einen im geschlossenen Zustand über die Vorderwand des Kastens hinausragenden Abschnitt aufweist.
11. Ofen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß an der Rückwand des Kastens eine Klappe zum Verschließen der Anzündöffhung angebracht ist.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP2386821A1 (de) 2010-05-12 2011-11-16 Bowas AG für Industrieplanung Verfahren und Vorrichtung zur Zerstörung von pyrotechnischen Verbindungen
FR2960056A1 (fr) * 2010-05-12 2011-11-18 Poudres & Explosifs Ste Nale Procede et dispositif de destruction de composes pyrotechniques

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