DE2907671A1 - Verfahren zur gewinnung eines kristallisierten basischen aluminiumchlorids oder -bromids - Google Patents

Verfahren zur gewinnung eines kristallisierten basischen aluminiumchlorids oder -bromids

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten basischen
  • Aluminiumchlorids oder -bromide Basische Aluminiumhalogenide, worunter die Chloride und Bromide zu verstehen sind, gewinnen in zunehmendem Maße in der kosmeeischen und pharmazeutischen Industrie an Bedeutung, basische Aluminiumchloride werden aber auch in der Textilindustrie und auf anderen Gebieten, wie z. 8. für die Herstellung von Aluminiumoxid-Katalysator-Trägern, anorganischen Fasern und als Flockungsmittel bei der Abwasseraufbereitung eingesetzt.
  • Wäßrige Lösungen basischer Aluminiumchloride bzw. -bromide erhält man nach verschiedenen Verfahren. So wird z. B. nach der DE-PS 1 174 751 metallisches Aluminium auf elektrochemischem Wege in Salzsäure bzw. Bromwasserstoffsäure gelöst. Geht man von aus Oxiden ernältlichen Aluminiumverbindungen aus, so beruhen die Verfahren auf der doppelten Umsetzung anderer basischer Aluminiumsalze, z. 8. des allerdings nur über mehrere Stufen zugänglichen basischen Aluminiumsulfits. Ein anderer Weg zu basischen Aluminiunchioriden führt über die Methode des Ionenaustausches. Man verarbeitet auch wasserfreies Aluminiunchlorid durch partielle Hydrolyse zu basischen Aluminiumchloriden (z. B. DE-OS 1 567 470).
  • Es ist ferner schon vorgeschlagen worden, in Mineralsäuren schwerlösliche Aluminiumhydroxide bzw. Aluminiumoxidhydrate bzw. Aluminiumoxide durch Aufschluß, Umfällung etc., was großen verfahrenstechnischen aufwand erfordert, in reaktionsfähige Aluminiumhydroxide umzuwandeln und din.se sodann mit Salzsäure bzw. Bromwasserstoffsäure zur Reaktion zu bringen. Aus der DE-OS 2 309 610 st schlimülieh ein Verfahren bekannt, bei dem man eine alCl3/6H20- bzw. AlBr3/6H2O-Suspension mit Aluminiumhydroxid oder Aluniniueoxid so lange reagieren läßt, bis die verlangte stöchiometrische Zusammensetzung vorliegt.
  • Bei sämtlichen Verfahren fallen die basischen Aluminiumhalogenide als wäßrige Lösungen an. Will man aus diesen Lösungen die basischen Salze in fester Form isolieren, so ist dies relativ einfach, wenn es sich um hochbasische Aluminiumhalogenide, d. h. solche mit einem Aluminium-/Halogenid-Atomverhältnis = 1,8 : 1, handelt, da diese Produkte einmal sehr stabil und zum anderen wenig korrosiv sind, und daher durch Verfahrenstechniken wie Sprühtrocknung oder Verschuppung auf Walzentrocknern verhältnismäßig leicht gewonnen werden können.
  • Demgegenüber sind feste niedrigbasische Aluminiumhalogenide mit abnehmendem Aluminium-/Halogenid-Atomverhältnis, d. h. '1,8 : 1, immer schwieriger herzustellen. Bei der Aufarbeitung der wäßrigen Lösungen bereitet nämlich zum einen deren Korrosivität die größten Schwierigkeiten, zum anderen kommt noch die Instabilität der niedrigbasischen Aluminiumhalogenide, d h. deren Hydrolyseempfindlichkeit bei thermischer Belastung, so daß z. 8. das Eindampfen auf Walzentrocknern ausscheidet und die Sprühtrocknung nur mit großem Aufwand an Verfahrenstechnik durchführbar ist (DE-OS 2 263 333). Somit verbleibt, um derartige niedrigbasische Aluminiumhalogenide aus ihren wäßrigen Lösungen zu erhalten, das in der DE-PS 2 408 751 beschriebene Verfahren des Ausfällen mit z. a. Aceton, welches allerdings mit großem apparativen und Lösungsmittelaufwand verbunden ist, sowie die 9öglichkeit, wäßrige Lösungen ganz besonders vorsichtig einzudampfen, wobei man jedoch glasartige Nassen erhält, deren Zerkleinerung sehr umständlich ist, so daß die Durchführung einer solchen Methode im Produktionsmaßstab ausgeschlossen werden muß.
  • Der vorliegenden Erfindunq lag snmit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, das es gestattet, ein kristallisiertes Aluminiumchlorid bzw. -bromid niederer Basizität direkt aus wäßrigen Lösungen zu gewinnen, ohne daß die obengenannten Nachteile in Kauf genommen werden müssen.
  • Es wurde gefunden, daß dies überraschenderweise möglich ist, wenn man von Lösungen ausgeht, die basische Aluminiumhalogenide enthalten, welche niedriger basisch als die gewünschten sind, und diese unter Einhaltung bestimmter Konzentrationen und Temperaturen einem Kristallisationsverfahren unterwirft.
  • Die Erfindung betrifft demnach ein Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten basischen Aluminiumchlorids bzw. -bromids mit dem Atomverhältnis Al : Hal = 0,9 : 1 aus den wäßrigen Lösungen niedriger basischer Aluminiumchloride bzw. -bromide vom Atomverhältnis Al : Hal wie 0,48 : 1 bis 0,75 : 1, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man eine auf einen Aluminiumgehalt von 8 bis 13 bzw. 5 bis 10 Gew.-% eingestellte 40 bis 60 ! warme Lösung des niedrigbasischen Aluminiumchlorids bzw. -bromids, die durch Verdünnen einer höher konzentrierten Lösung mit Wasser oder durch Einengen einer niedriger konzentrierten Lösung im Vakuum bei 40 bis 60 oc erhalten worden war,unter Rühren auf ca.
  • 20 s abkühlt und bei dieser Temperatur kristallisieren läßt, worauf das ausgeschiedene Chlorid bzw. Bromid abfiltriert wird.
  • Es war überrasschend und nicht zu erwarten, daß nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zum einen überhaupt aus wäßrigen Lösungen basische Aluminiumhalogenide in kristallisierter Form direkt, d. h. ohne Fällungsmittel, erhalten werden können und zum anderen aus den stark sauren Lösungen mit einem pH-Wert von ca. 0,45 ein basischeres Aluminiumchlorid bzw. -bromid kristallisiert, wobei ja die Azidität der flüssigen Phase gleichzeitig ansteigt.
  • Die für das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzten wäßrigen Lösungen basischer Aluminiumhalogenid, in welochen das Verhältnis Aluminium : Halogen im Bereich von 0,48 : 1 bis 0,75 : 1 liegen soll, werden nach brkanntpn Verfahren gewonnen, z. 8. aus Aluminiumhydroxid und Chlor- oder Bromwasserstoffsäure (DE-PS 2 309 610). Die Einstellurn des Aluminium-/Halogen-Atomverhältnisses n den Ausgangslösungen kann aber auch durch Zusatz von Chlorwasserstoff bzw. Bromwasserstoff oder Bromwasserstoffsäure oder aluminiunhalogeniChexahydrat zu hochbasischen Aluminiumhalogenidlösungen erfolgen.
  • Man verwednet vorzugsweise wäßrige Lösungen mit einem Atonverhältnis Aluminium : Halogenid gleich 0,48 : 1 bis 0,60 : 1. Ausgangslösungen mit Atomverhältnissen Al / Cl bzw. Al : Br <0,48 scheiden, wenn sie erfindungsgemäß hehandelt werden, nur AlCl3#6H2O aus. Ausgangslösungen mit Atomverhältnissen Al : Halogen >0,75 : 1 liefern schleimine, schwer filtrierbare Produkte.
  • Zur Herstellung der nusgangslösungen kann zweckmäßigerweise nach der DE-PS 2 309 610 gearbeitet werden. Das Einengen erfolgt sodann nach bekannten Verfahren, vorzugsweise durch Abdestillieren von Wasser im Vakuum bei 40 bis 60 °C, wobei dieser Temperaturbereich streng einzuhalten ist, da sich bei höheren Temperaturen Zersetzungsprndukte bilden werden. Beim Einengen wird soviel Wasser abgetrennt, bis die Al-Konzentration von 8 bis 13 Gew.-% bei Chlorid und von 5 bis 10 Gew.- bei Bromid erreicht ist.
  • Falls höher konzentrierte Lösungen zur Verfügung stehen, verdünnt man mit Wasser auf den benötigten Al-Gehalt. Die auf die eine oder andere Weise eingestellte Lösung läßt man unter gutem Rührn auf ca. 20 S abkühlen, wobei sich das gewünschte basische Aluminiumhalogenid in gut filtrierbarer Form abscheidet. Die flüssige Phase enthält ein niedriger basisches Aluminiumhalogenid.
  • Nach Abtrennung des kristallisierten basischen Aluminiumhalogenids kann aus dem Filtrat durch Umsetzen mit Aluminiumhydroxid wieder eine Ausgangslösung für das erfindungsgemäße Verfahren gewonnen werden.
  • Den nach dem beanspruchten Verfahren hergestellten basischen Aluminiumhalogeniden ist die allgemeine Formel Al2(OH)3,8Cl2,2 X H20 bzw. Al2(0H)3,88r2,2 X H20 zuzuordnen, wobei zu bemerken ist, daß es sich um eine Bruttoformel handelt, die weder ObPr die Struktur noch über den Polymerisationsgrad noch über den Gehalt an Romplex- oder/und nicht Komplexgebundenem Wasser etwas aussagt.
  • Die farb- und geruchlosen Salze lösen sich rasch und rückstandsfrei in Wasser und sind auch nach langen Lagerzeiten von unveränderter Qualität.
  • Das erfindungsgaeäß, direkt aus wäßrigen Lösungen erhältliche basische Aluminiumhalogenid der Zusammensetzung Al2(OH)3,8Cl2,2 bzw. Al2(0H)3 8Br2,2 2 wird bevorzugt zur Herstellung von Trockenabmischungen mit den leicht zugänglichen hochbasischen Al-Halngeniden verwendet. Man hat es damit in der Hand, in einfachster Weise alle gewünschten Einstellungen im Atomverhältnisbereich Al : Cl bzw. Al : Br = 0,33 : 1 bis 2,0 : 1 herzustellen. Solche Mischungen werden für kosmetische Rezepturen in Antitranspiranszubereitungen eingesetzt. Diese Abmischungen sind auch in niedrigen Alkoholen, insbesondere Ethanol, löslich, d. h. es können die in der Kosmetik vorzugsweise verwendeten alkoholischen Lösungen von basischen Al-Halogeniden jeder gewünschten Basizität hergestellt werden. Das nach dem beanspruchten Verfahren herstellbare +) oder mit Aluminiumhaiogenid-Hexahydrat basische Aluminiumhalogenid bringt schließlich Vorteile hinsichtlich des Transportes und vor allem der Lagerung, da die wäßrigen Lösungen niedrig basischer Aluminiumhalogenide zur Zersetzung neigen, wobei schwerlösliche hochbasische Aluminiumhalogenide ausgeschieden werden.
  • Ein weiterer Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß als Ausgangsmaterial für die Herstellung des kristallisierten basischen Aluminiumhalogenide Lösungen der relativ leicht zugänglichen niedriger basischen Aluminiumhalogenide eingesetzt werden.
  • Beispiel 1 In einem Rotatinsverdampfer werden 1 000 g einer wäßrigen Lösung eines niedrinbasischen Aluminiumchlorids, die 8,4 Gew.- Aluminium und 22,5 Cew.- Chlorid enthält (Atomverhältnis Aluminium : Chlor = 0,49 : 1) im Vakuum bei 40 bis 50 °C so weit eingeengt, bis ein Aluminiumgehalt von 9,2 Gew.-Ó erreicht ist. Anschließend kühlt man die Lösung langsam auf Raumtemperatur ab. Das sich hierbei ausscheidende basische Aluminiumchlorid wird scharf abzentrifugiert und unter Verzicht auf eine Waschung bei 50 t getrocknet. Man gewinnt auf diese Weise 143 g weißes kristallisiertes Produkt, das 17,4 Gew.-% Aluminium und 28,3 Gew.-% Chlorid enthält. Dies entspricht einem Atomverhältnis Al : Cl = 0,81 : 1 und der Zusammensetzung Al2(OH)3,53Cl2,47 # X H2O.
  • Das Zentrifugat wiegt 691 g und enthält 7,8 Gew.-% Aluminium sowie 24,4 Gew.-% Chlorid, dies entspricht einem basischen Aluminiumchlorid mit einem Atomverhältnis Al : Cl = 0,42 : 1 und der Zusammensetzung Al2(OH)1,24Cl4,76 2 H20.
  • Zur Herstellung des Reinproduktes werden 10 g des zentrifugenfeuchten kristallisierten basischen Aluminiumchlorids mit ca.
  • 40 g eiskaltem absoluten Ethanol (99,9 sig) rasch gewaschen. Man filtriert und trocknet den Rückstand bei 50 t. Das Produkt enthält 18,1 Gew.-% Aluminium und 26,5 Gew.- Chlorid, entsprechend einem Atomverhältnis Aluminium : Chlor = 0,90 : 1 und einer Zusammensetzung Al2(OH)3,8Cl2,2 # X H2O.
  • Beispiel 2 1 000 g einer wäßrigen Lösung eines niederbasischen Aluminiumchloride, die 9,6 Gew.-% Aluminium und 21,4 Gew.-% Chlorid enthält, entsprechend einem Atomverhältnis Aluminium : Chlor = 0, o : 1 wird in einem Rotationsverdampfer im Vakuum bei 40 bis 5n °C auf einen Aluminiumgehalt von 1f1,8 Gew.-% eingestellt. Anschließend wird so verfahren, wiP im m Beispiel 1 beschrieben.
  • Es werden 259 g eines rohen kristallisierten basischen Aluminiumchlorids erhalten, das oin Atomverhältnis Al : Cl = 0,80 : 1 und die Zusammensetzung Al2(OH)3,5Cl4,25 # X H2O aufweist.
  • Das wie in Beispiel 1 gereinigte Produkt ist mit dem Reinprodukt nach Beispiel 1 identisch.
  • Beispiele 3 bis 5 Beispiel 3 zeigt, daß bei erfindungsgemäßer Arbeitsweise, auch wenn ein relativ hochbasisches Ausgangsmaterial zum Einsatz kommt, din gewünschte Verbindung abgeschieden wird, die Beispiele 4 und 5, daß bei einem Ausgangsmaterial mit einem Al : Halogen-Verhältnis, das außerhalb des für das Verfahren vorgeschriebenen liegt, einmal kein Produkt isolierbar ist (Beispiel 4), während bei Beispiel 5 nur Aluminiumchlorid-Hexahydrat ausfällt.
    Beispiel
    Nr. Gew.-% Al Gew.-% Cl Atomverh. eingeengt auf Gew.-% Al Gew.-% Cl Atomverh.
    Al : Cl Gew.-% Al Al : Cl
    3 10,0 18,9 0,70 : 1 12,4 18,1 26,5 0,9 : 1
    4 10,4 17,3 0,79 : 1 13,1 nicht isolierbar
    5 7,2 23,6 0,40 : 1 8,1 11,4 43,4 0,35 : 1
    Beispiel 6 1 000 g einer Lösung von niedrigbasischen Aluminiumbromid in Wasser mit einem Gehalt von 5,6 Gew.-7 Aluminium und 27,7 Gew.-% Bromid, entsprechend einem Atomverhältnis Al : 8r = 0,60 : 1 wird im Rotationsverdampfer im Vakuum bei 40 bis 60 Dc auf eine Aluminiumkonzentration von 7 Gew.-% eingestellt. Anschließend wird, wie in Beispiel 1 beschrieben, verfahren.
  • Man erhält 25 g eines basischen Aluminiumhromids mit 12,2 Gew.-Pluminium und 48,6 Gew.-% Bromid, dies entspricht einem Atomverhältnis Al : Br = 0,75 : 1 und der Zusammensetzung Al2(OH)3,33-Br2,67 # X H2O 2 0,99 Nach der Waschung mit eiskaltem Ethaol verbelibt das Reinprodukt der Formel Al2(OH)3,8Br2,2 # X H2O.

Claims (1)

  1. Patentabnspruch 1. Verfahren zur Gewinnung eines kristallisierten basischen Aluminiumchlorids bz. -bromids mit dem Atomverhältnis Al : Hal = û,9 : 1 aus den wäßrigen Lösungen niedriger hasischer Aluminiumchloride bzw. -bromide vom Atomverhältnis Al : Hel wie 0m,48 : 1 bis 0,75 : 1, dadurch gekennzeichnet, daß man eine auf einen Aluminiumgehalt nn 8 bis 13 bzi.
    5 bis 10 Gew.-% eingestellte 40 bis 60 °C warme Lösung des niedrigbassischen Aluminiumchloride bzw. -bromide, die durch Verdünnen einer höher konzentrierten Lösung mit Wasser oder durch Einengen einer niedriger konzentrierten Lösung im Vakuum bei 40 bis 6u °C erhalten worden war, unter Rühren auf ca. 20 °C abkühlt und bei dieser Temperatur kristallisieren läßt, worauf das ausgeschiedene Chlorid bzw. Bromid abfiltriert wird.
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NICHTS-ERMITTELT *

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