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Titel: Aufbohrwerkzeug.
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Die Erfindung betrifft ein Aufbohrwerkzeug mit einem Schaft und mindestens
einem in einer zylindrischen Sackbohrung des Schaftes eingesetzten, mittels einer
Halteschraube befestigten Träger, der einen hinteren, zylindrischen Teil mit einem
in die Sackbohrung passenden Kreisquerschnitt und daran anschließend einen vorderen,
etwa halbzylindrischen Teil mit einem im wesentlichen halbkreisförmigen Querschnitt
gleichen Durchmessers aufweist, wobei in dem vorderen, halbzylindrischen Teil fiir
die Aufnahme einer von einer Klemmschraube durchsetzten Wendeschneidplatte eine
Ausnehmung, die eine zu der in etwa auf einem Durchmesser verlaufenden Trägeroberseite
parallele Auflagefläche und Anlageflächen fiir die Wendeschneidplatte aufweist 9
und ein senkrecht zu der Auflagefläche angeordnetes Gewinde fiir die Klemmschraube
vorgesehen sind Bei einem derartigen bekannten Aufbohrwerkzeug (val. DE-OS 26 09
617) weist der zylindrische Teil des Trägers in dem die Wendeschneidplatte iiberragenden
Bereich eine sich parallel zur Achse des Trägers erstreckende Bohrung auf.
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In diese Bohrung greift eine Halteschraube ein, die in eine im Boden
der Sackbohrung vorgesehene Gewindebohrung eingeschraubt ist. Auf diese Weise ist
der Träger fest und starr mit dem Aufbohrwerkzeug, beispielsweise auch einer Bohrstange,
verbunden. Ein Hauptvorteil dieses bekannten Aufbohrwerkzeuges besteht darin, daß
in dem Schaft nur eine verhältnismäßig einfach herzustellende Sackbohrung für die
Aufnahme des Trägers erforderlich ist. Um auch hier noch die Anforderungen an die
Genauigkeit zu senken, ist es
wiinschenswert, daß der Träger nachträglich
radial verstellbar ist. Eine derartige radiale Einstellbarkeit ist auch wichtig,
wenn das Aufbohrwerkzeug an NC-Maschinen verwendet werden soll, wobei die radiale
Verstellbarkeit nur wenige hotel Millimeter zu betragen braucht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Aufbohrwerkzeug der
eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei dem der die Wendeschneidplatte tragende
Träger nachträglich gegeniiber der Schaftachse in wichtung der Achse der Sackbohrung
mit einfachen Mitteln verstellbar und trotzdem sicher in der Sackbohrung gehalten
ist.
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Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß der Träer ein parallel
zu dem für die Klemmschraube vorgesehenen ersten Gewinde verlaufendes zweites Gewinde
fiir die durch ein Langloch des Schaftes von unten in den Trager eingeschraubte
Halteschraube aufweist und daß im Boden der Sackbohrung parallel und mit Abstand
von der Achse der Sackbohrung eine Stellschraube vorgesehen ist, die mit einem zylindrischen
Zentrierbund in eine Paßbohrung des Schaftes und mit einem angrenzend an den Zentrierbund
an ihrem vorderen Ende vorgesehenen zylindrischen Zapfen, der im Durchmesser kleiner
ist als der Zentrierbund, in eine Paßausnehmung des zylindrischen Teiles des Trägers
eingreift1 wobei das hintere Ende und/oder das vordere Ende der Stellschraube eine
Vertiefung zum Eingriff eines Stellwerkzeuges aufweisen.
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Bei dem neuen Aufbohrwerkzeug kann in einfacher Weise eine die genaue
Verstellung # ungdesWendeschneidplatte tragenden Trägers radial zum Schaft vorgenommen
werden. Zu diesem Zweck braucht lediglich die tialteschraul)e etwas gelöst zu werden
und man kann dann durch Drehen der Stellschrfulbe mittels eines Stellwerkzeuges,
beispielsweise eines Sechskant-',tiftschliifiseis
die genaue Einstellung
vornehmen. Der Zentrierbund stiitze sich hierbei an dem hin#teren Ende des Trägers
ab.
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Tat die gewünschte Einstellung erreicht, so braucht nur noch die Halteschraube
festgezogen zu werden. Diese Halteschraube zieht den halbzylinderförmigen Teil des
Trägers fest gegen die Wandung der Sackbohrung, womit der Träger sicher mit dem
Schaft verbunden ist. Die bei der Bearbeitung auftretenden Kräfte werden aber auch
noch durch die Stellschraube auf zweierlei Art sicher auf den Schaft übertragen
Zunächst stützt die Stellschraube den Träger gegenüber Verschiebung in Achsrichtung
der Sackbohrung ab. Weiterhin nimmt aber auch die Stellschraube Kräfte auf, die
in Umfangsrichtung der Sackbohrung wirken. Es handelt sich hierbei um die auf die
Wendeschneidplatte wirkenden Hauptschnittkräfte. Diese werden nicht nur durch die
erwähnte ilalteschraube auf den Schaft u.#bertragen1- sondern zusätzlich noch durch
die Stellschraube, die einerseits genau passend mit ihrem Zapfen in den zylindrischen
Teil des Trägers eingreift und andererseits mit ihrem Zentrierbund in die Paßbohrung
des Schaftes. Hierdurch werden sämtliche Schnittkräfte einwandfrei auf den Schaft
jibertragen und es ist eine besonders große Sicherheit gegen Abscheren der Halteschraube
gegeben. Gleichzeitig weist das erfindungsgemäße Aufbohrwerkzeug den Vorteil auf,
daß der Träger in dem Schaft, beispielsweise einer Bohrstange, nur sehr einfach
herzustellende Bohrungen verlangt. Infolgedessen kann sich der Benutzer derartiger
Aufbohrwerkzeuge diese auch selbst herstellen. Lediglich der Träger und die Stellschraube
werden mittels geeigneter Spezialmaschinen in einem hierfür eingerichteten Betrieb
hergestellt. Da dies jedoch unabhängig von dem Aussehen und dem Aufbau des späteren
Aufbohrwerkzeuges in großen Stückzahlen erfolgen kann, werden insgesamt die Herstellungskosten
für derartige kufbohrwerkzeuge gesenkt. Auch erfordert der Träger wegen seiner geringen
Abmessungen nur wenig Platz zu seiner Unterbringung. Es ist beispielsweise möglich,
den Träger in einer Bohrstange mit einem
Durchmesser von nur 15
mm einzubauen, sodaß man bereits Bohrungen ab 6 mm Durchmesser damit bearbeiten
kann.
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Wegen seiner geringen Abmessungen tritt bei dem Aufbohrwerkzeug,beispielsweise
einer Bohrstange,auch nur eine geringe Schwächung des Querschnittes durch die fijr
die Aufnahme des Trägers erforderliche Sackbohrung ein.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
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Die Erfindung ist in folgendem, anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungabeispieles näher erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt durch das erfindungsgemäße Aufbohrwerkzeug
nach der Linie I-I der Fig. 2 Fig. 2 eine Ansicht in Richtung II der Figur 1 Fig.
3 eine Draufsicht auf den Träger mit Wendeschneidplatte in Richtung III der Figur
1.
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In der Zeichnung ist mit 1 der zylindrische Schaft des Aufbohrwerkzeuges
bezeichnet, wobei dieses Aufbohrwerkzeug beispielsweise eine Bohrstange sein kann.
Der Schaft 1 weist eine sich senkrecht zu seiner Achse A erstreckende Sackbohrung
2 zur Aufnahme eines Trägers 3 auf. Dieser Träger 3 besitzt einen hinteren, zylindrischen
Teil 3a mit einem in die Sackbohrung passenden Kreisquerschnitt und daran anschließend
einen vorderen, etwa halbzylindrischen Teil 3b mit einem im wesentlichen halbkreisförmigen
Querschnitt gleichen Durchmessers. In dem halbzylindrischen Teil 3b ist eine Ausnehmung
für eine Wendeschneidplatte 4 vorgesehen. Die Ausnehmung besitzt eine
Auflagefläche
5 die parallel zu der Oberseite 3c des Trägerteiles 3b verläuft. Ferner besitzt
die Ausnehmung auch Anlage flächen 6 fiir die Seitenflächen der Wendeschneidplatte
rc 4 Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine dreieckförmige Wendeschneidplatte
dargestellt. Es kann jedoch auch Jede beliebige andere mehreckförmige Wendeschneidplatte
eingesetzt werden1 beispielsweise eine viereckförmige oder auch eine sechseckförmige,
wobei dann die Anlageflächen 6 entsprechend angepaßt sind In dem Trägerteil 3b ist
ferner ein sich senkrecht zur Auflagefläche 5 erstreckendes Gewinde 7 für eine die
Wendeschneidplatte 4 durchsetzende Klemmschraube 8 vorgesehen.
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Zur Halterung des Trägers 3 in der Sackbohrung 2 des Schaftes - weist
der Träger ein sich parallel zu dem ersten Gewinde 7 erstreckendes zweites Gewinde
9 auf In dieses zweite Gewinde 9 ist eine Halteschraube 10 eingeschraubt, die sich
durch ein Langloch 11 im Schaft 1 hindurch erstreckt. Die Längsrichtung des Langloches
11 erstreckt sich in Richtung der Achse der Sackbohrung 2.
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Im Boden 2a der Sackbohrung 2 ist ferner parallel und mit abstand
von der Achse der Sackbohrung eine Stellschraube 2 vorgesehen. Diese Stellschraube
12 greift in ein im Schaft vorgesehenes Gewinde 43 ein. Die Stelischraube 12 weist
ferner einen zylindrischen Zentrierbund 44 und daran anschließend an ihrem vorderen
Ende einen zylindrischen Zapfen 5 auf. Der Zentrierbund 14 greift in eine Paßbohrung
6 des Schaftes ein. Der Zapfen 45 greift in eine 1>aßausnehmung 17 in dem #ylindrischen
Teil 3a des Trägers 5 ein.
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Diese Paßausnehmung ist zweckmäßig in dem den zylindrischen Teil zb
überragenden Bereich des zylindrischen Teiles 3a angeordnet. Die Paßausnehmung ist
zweckmäßig ebenfalls al ein sich mit seiner l,rngsrichtung senkrecht zu der Achse
der Snckbohrung erstreckendes Langloch ausgebildet,
wobei die Breite
b dieses Langloches, wie aus Figur 2 ersichtlich ist, dem Durchmesser des Zapfens
15 entspricht.
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Soll der Träger 3 mit der Wendeschneidplatte 4 in radialer Richtung
R verstellt werden, so muß hierzu die Halteschraube 10 etwas gelockert werden. In
eine der Sechskant-Vertiefungen 18 oder 19 kann ein geeignetes Stellwerkzeug eingesetzt
werden und mit diesem kann man dann die Stellschraube #2 drehen. Da der Zentrierbund
4 sich an der Rückseite 3d des Trägers 3 abstützt, wird dieser bei Drehung der Stellschraube
in Richtung R verschoben. Es geniigt, wenn der Verschiebeweg zwischen 0,2 und 0,5
mm beträgt.
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Sobald die Schneidspitze 4a der Wendeschneidplatte 4 die gewünschte
Position erreicht hat, wird die Halteschraube 10 wieder angezogen. Hierbei wird
der Träger an die Seitenwandung der Sackbohrung 2 angepreßt. Nach hinten ist er
durch den Zentrierbund <4 der Stellschraube 12 abgestützt.
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Außerdem werden durch die Stellschraube gleichzeitig auch zusammen
mit der Halteschraube 10 die Hauptschnittkräfte auf den Schaft übertragen. Die Kraftübertragung
erfolgt von dem zylindrischen Teil 3a über den passend in der Paßausnehmung 17 eingreifenden
Zapfen auf die Stellschraube 12. Ihr Zentrierbund 14 überträgt dann über die Paßbohrung
16 die Kräfte auf den Schaft 1, Es wird damit eine hohe Abscher-Sicherheit erreicht.
Da die Stellschraube 12 an beiden Enden Sechskant-Vertiefungen aufweist, kann ihre
Verstellung entweder von vorne oder von hinten erfolgen.
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Zweckmäßig ist das Gewinde 9 für die Halteschraube Ao in der Nähe
des zylindrischen Teiles 3a vorgesehen, wie es insbesondere aus den Figuren 1 und
3 ersichtlich ist.
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Damit sich die Benützer derartiger Aufbohrwerkzeuge diese auch selbst
herstellen können, ist daran gedacht, den Träger 3 auch ohne Wendeschneidplatte
als eine "Bohrlehre" zu liefern. In diesem Fall ist dann die Paßausnehmung 17
lediglich
als zylindrische Bohrung ausgebildet. Man kann dann diese zylindrische Bohrung als
Bohrlehre für die Herstellung der Kernbohrung für das Gewinde 13 benutzen. Diese
erleichtert dann auch die genaue Anbringung der Paßbohrung 16.
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L e e r s e i t e