DE288283C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und einen Ofen zur Gewinnung von metallischem
Kupfer aus kupferreichen Erzen, Hüttenprodukten, Gekrätzen, Industrieabfällen u. dgl., welche neben Kupfer insbesondere
Zink und Blei enthalten. Derartige Materialien wurden bisher für sich allein oder mit
Zuschlägen in öfen geschmolzen und dabei die größere Menge des Zinks und Bleis verflüchtigt
und mit den Ofengasen abgeführt. Im erschmolzenen Kupfer verblieb nichtsdestoweniger
ein so hoher Gehalt an Zink und Blei, daß vor der eigentlichen Raffination noch ein langwieriger Verblaseprozeß im Flamm-
!5 ofen (Vorraffination) erforderlich war, um das
Zink und Blei genügend zu entfernen.
Nach der vorliegenden Erfindung werden die zu verarbeitenden Stoffe in einem Schachtofen
niedergeschmolzen, und die geschmolzene Masse wird in feiner Verteilung durch einen
heißen oxydierenden Gasstrom hindurch in einen Flammofen übergeführt, in welchem die
Oxydation wenn nötig vervollständigt wird.
Es ist schon vorgeschlagen worden, gereinigtes Kupfer (z. B. Kathodenplatten) in einem
Schachtofen, vorzugsweise mit oxydierender Flamme, niederzuschmelzen und das geschmolzene
Metall durch eine Rinne in einen Flammofen laufen zu lassen, um es dort zu raffinieren.
Bei diesem Verfahren werden dem behandelten Material offenbar nur winzige Mengen
Sauerstoff zugeführt und dies lediglich zu dem Zweck, in dem Flammofen einen Überschuß
von Reduktionsmitteln zu verbrennen.
Bei dem vorliegenden Verfahren dagegen, das immer von sehr unreinem Kupfer ausgeht, sollen
durch reichliche Zufuhr von Sauerstoff fremde Metalle, insbesondere Blei und Zink, verbrannt
werden, und deshalb wird der Metallstrom auf dem Wege vom Schachtofen nach dem Flammofen in feiner Verteilung mit Sauerstoff
in Berührung gebracht.
In der Zeichnung ist ein zur Ausführung des neuen Verfahrens geeigneter Ofen dargestellt,
wobei Fig. 1 einen lotrechten Längsschnitt und Fig. 2 einen wagerechten Schnitt
nach Linie A -B-C-D zeigen.
α ist ein gewöhnlicher Gebläseschachtofen
mit Wassermantel, welchem die Gebläseluft in bekannter Weise durch Düsen c unter Druck
zugeführt wird. Der Gebläseschachtofen ist als Spurofen zugestellt und mit einem Flammofen
b verbunden. Die Aufgabe der zu verhüttenden Materialien erfolgt periodisch oder
fortgesetzt an der Gicht, wo auch die Ofengase in die zu den Flugstaubkammern, Sackhäusern
o. dgl. führende Rauchgasleitung abgezogen werden, was in der Zeichnung nicht dargestellt ist.
Der Flammofen h wird durch Brenner g geheizt. Die Feuerung kann direkt (Rostfeuerung)
sein, durch Gas oder, wie in der Zeichnung gezeigt, durch Öl erfolgen. Die oxydierende
Flamme streicht über das sich im Flammofen ansammelnde Gemenge flüssiger Massen und entweicht durch den Fuchs m in
die Rauchgasleitung des Schachtofens. Die aus den Brennern g tretenden Gasströme wer-
den hierbei benutzt, dem aus dem Schachtofen unten abfließenden Metall seinen noch
erheblichen Zink- und Bleigehalt zu nehmen, indem man dasselbe unmittelbar durch den
wagerechten oder schräg aus der Feuerung tretenden, oxydierenden Heizgasstrom in den
Flammofen tropfen läßt. Bei dem Durchgang durch den Tropfenregen i findet eine augenblickliche
und weitgehende Oxydation des Zinks
ίο und Bleis statt, welche mit dem Gasstrom als
Zinkoxyd und Bleioxyd durch den Fuchs m abziehen.
Das im Ofen sich ansammelnde Rohkupfer ist nahezu rein und kann nach einer kurzen
Behandlung im Flammofen sofort in Anoden und Blockform ausgegossen werden. In den
Seitenwänden des Flammofens sind in der üblichen Weise öffnungen angebracht, sowie
auch ein oder mehrere Schlackenstiche zum fortwährenden Abfluß der Schlacken angeordnet,
während das Metall absatzweise in größeren Mengen abgestochen wird.
Claims (2)
1. Verfahren zur Verarbeitung von blei-,
oder zinkhaltigen Kupfererzen, Hüttenprodukten, Gekrätzen, Industrieabfällen u. dgl.
auf Kupfer, dadurch gekennzeichnet, daß man die Stoffe in einem Gebläseschachtofen
in bekannter Weise niederschmilzt und in feiner Verteilung durch einen heißen oxydierenden
Gasstrom in einen Flammofen überführt.
2. Ofen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wege des in den Flammofen fallenden Metallstromes und des den Flammofen heizenden Gasstromes sich schneiden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE288283C true DE288283C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=543426
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT288283D Expired DE288283C (de) |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE288283C (de) |
-
0
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