DE2840863C2 - Vorrichtung zum Positionieren von unrunden Kolbenringen - Google Patents
Vorrichtung zum Positionieren von unrunden KolbenringenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Positionieren von unrunden Kolbenringen, die an einer Stelle
ihres Innenumfanges eine von der normalen Unrundkontur abweichende, radial nach innen gerichtete
Fläche aufweisen, bestehend aus zwei wesentlich kleinere Durchmesser als die Kolbenringe aufweisende
Rollen oder Walzen, die in Drehrichtung der Kolbenringe hintereinander angeordnet sind, und von denen
wenigstens eine antreibbar ist, wobei die Kolbenringe auf den Rollen oder Walzen aufliegen.
Für das maschinelle Bearbeiten von Kolbenringrohlingen sind diese mit Zentriervorrichtungen versehen,
die das Ausrichten der Kolbenringe in Umfangsrichtung ermöglichen. Nach beispielsweise dem Buch »Kolbenringe«
von Carl Englisch, Wien, Springer Verlag 1958, Seite 285, Abb. 266, haben die Kolbenringrohlinge dafür
an ihrem Innenumfang eine Zentrierkerbe, die im Bereich der späteren Stoßöffnung des fertiggestellten
Kolbenringes liegt und im Laufe des Bearbeitungsprozesses ausgeschnitten wird. Eine Welle von etwa 4 mm
Durchmesser läuft mit etwa 120 min.-' um und versetzt die Ringe in Rotation, wobei sie mit ihren Kerben auf
der Welle hängenbleiben. Dieses Sortierverfahren benötigt eine relativ lange Zeit, bis alle Rohlinge
ausgerichtet sind. Dabei kommt es vor, daß einzelne Ringe an benachbarten, bereits stillstehenden Ringen
hängenbleiben und somit ihre Endlage nicht erreichen. Dies bedingt einen zusätzlichen optischen Kontrollaufwand
uurch das Bedienungspersonal der Maschine. Außerdem wirkt sich die Kerbe im Ringrohling beim
Zerspannungsvorgang nachteilig aus. Insbesondere führt die kurze, abrupte Unterbrechung des Zerspannungsvo-ganges
zu Resonanzschwingungen, die sich als Rattermarken am Ring niederschlagen und die Werkzeugstandzeit
erheblich reduzieren. Außerdem bleibt durch die Kerbe die Drehzahl und somit die
Leistungsgrenze der Maschine begrenzt.
Durch die DE-PS 7 45 686 ist eine Meßanordnung bekannt, die zur gleichzeitigen Durchmesserprüfung
mehrerer Stellen einer Welle benutzt wird. In dieser Vorrichtung liegt die Welle in einer starren Reiterauflage
und wird von einem Meßfühler, welcher in der Winkelhalbierenden der Reiterauflage angeordnet ist,
an verschiedenen Stellen auf Durchmesserabweichungen abgetastet. Zu diesem Zweck wird die Welle in
Umfangsrichtung von Hand in der Auflage gedreht. Weiterhin ist durch den VDI-Beiicht Nr. 230 aus dem
Jahre 1975, Seite 70, Abb. 16, eine Meßvorrichtung zum Prüfen des Außendurchmessers, der Konizität, der
Geradlinigkeit der Mantellinie und der Unrundheit von Kolbenbolzen bekannt, bei der die Kolbenbolzen
automatisch zugeführt und dann mit einer Andruckvorrichtung gegen zwei gleichsinnig rotierende Rollen
gedrückt werden. Während mehrerer Umdrehungen der Kolbenbolzen werden die einzelnen Messungen
vorgenommen, anschließend werden die Kolbenbolzen ausgestoßen.
Die vorab beschriebenen Vorrichtungen dienen ausschließlich zum Messen und können in der
vorliegenden Form nicht zum Positionieren von unrunden Werkstücken herangezogen werden.
Des weiteren ist durch die DE-OS 28 00 813 ein Kolbenringrohling bekannt, der mit einer Zentriereinrichtung,
in Form einer radialen Materialverdickung, versehen ist. Sollen mehrere Kolbenrohlinge der
gleichen Art ausgerichtet werden, können sie auf zwei rotierende Walzen aufgebracht und durch eine am
Außenumfang als Anschlag für die Materialverdickung dienende Einrichtung gestoppt werden. Auf diese Weise
sollen dann im Endzustand alle Kolbenringrohlinge in ausgerichteter Lage an der rotierenden Walze hängen
und paketweise entnommen werden können. Nachteilig
ist hier zu sehen, daß zum einen, bedingt durch die Zentriereinrichtung, komplizierte Formen für das
Gießen der Rohlinge erforderlich sind und zum anderen die Zentriereinrichtung den nachfolgenden Zerspannungsvorgang
erheblich beeinträchtigt.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung, wie sie im Oberbegriff des Anspruches 1
beschrieben ist, derart zu verbessern, daß unrunde Kolbenringe ohne Zentriereinrichtungen, wie Erhebungen,
Kerben oder dergleichen, die den späteren spanenden Bearbeitungsvorgang nachteilig beeinflussen,
derart -jueinander ausgerichtet werden können, daß sie anschließend die gleiche Lage im Paket zueinander
einnehmen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein Bremsschuh zwischen den beiden Rollen oder
Walzen angeordnet ist, dessen den Kolbenringen zugewandte Stirnfläche eine definierte Höhe im
Verhältnis zu den Rollen- oder Walzenumfangsflächen hat, so daß die Kolbenringe im Bereich der von der
normalen Unrundkontur abweichenden Fläche abbrems- und positionierbar sind.
Durch diese Vorrichtung wird es möglich, unrunde Kolbenringe ohne Kerben am Innenumfang an einer
Stelle ihres Umfanges, vorzugsweise an ihrer Stoßstelle,
zu positionieren. Die Stoßstelle wird deshalb bevorzugt, weil gerade in diesem Bereich des unrunden Kolbenringes
sein Radius gegen Unendlich geht, d. h. daß in diesem Bereich eine Gerade vorliegt, die als Bezugspunkt
hervorragend geeignet ist. Dadurch, daß nun auf die Kerbe verzichtet werden kann, ergibt sich eine
Erhöhung der Schnittgeschwindigkeit bei der spanabhebenden Bearbeitung und eine Verbesserung der
Kolbenringqualität.
Einem weiteren Gedanken der Erfindung gemäß ist der Achsabstand der Rollen oder Walzen verstellbar.
Damit ist der Vorteil verbunden, daß nicht nur Ringe mit bestimmten Durchmessern positioniert werden können,
sondern daß ein breites Spektrum mit einer einzigen Vorrichtung abgedeckt werden kann. Vorzugsweise
werden die Rollen oder Walzen durch bekannte Servo- oder Schrittmotoren angetrieben.
Das Prinzip der Vorrichtung basiert auf dem mathematischen Grundsatz, daß eine Kurve durch drei
Punkte hinreichend bestimmt ist. Die beiden Rollen oder Walzen bilden die ersten beiden Auflagepunkte
und der Bremsschuh den dritten. Die Vorrichtung ist so konzipiert, daß die Ringe über den größten Teil ihres
Umfanges frei über die Rollen oder Walzen laufen und nur im Bereich ihres Stoßes durch den feststehenden
Bremsschuh abgebremst und positioniert werden. Beim Absetzen der Ringe auf dem Bremsschuh entsteht ein
Spalt zwischen der Rollen- oder Walzenoberfläche und der korrespondierenden Innenumfangsfläche der Ringe,
so daß die Rollen oder Walzen frei rotieren, sobald sich der Ring auf dem Bremsschuh abgesetzt hat.
Vorzugsweise besteht der Bremsschuh aus einem zylindrischen Stift oder aus einer Leiste. Die zweite
Version kommt dann zum Tragen, wenn eine Vielzahl unrunder Kolbenringe gleichzeitig positioniert werden
soll. An der Stirnfläche, die dem Werkstück zugewandt ist, weist der Ring zwei Auflagestellen auf, ao daß der
Gefahr des Weiterrutschens, wie sie bei einer Auflagestelle gegeben ist, entgegengewirkt wird. Diese
Auflagestellen können je nach Ringdurchmesser scharfkantig oder abgerundet sein.
Erfindungsgemäß ist der Bremsschuh im Verhältnis zu den Rollen- oder Walzenumfangsflächen höhenverstellbar,
so daß beim Verstellen des Achsabstandes der Rollen oder Walzen sich der Bremsschuh ebenfalls in
seiner Höhe verstellt
Weiterhin besteht die Möglichkeit den Bremsschuh aus zwei einzelnen Bremsbacken herzustellen, die
achsparallel zu den Rollen- oder Walzenachsen angeordnet sind. Vorzugsweise ist der Mittenabstand
der Bremsbacken verstellbar. Einem weiteren Gedanken der Erfindung gemäß besteht der Bremsschuh aus
ίο zwei Bremsbacken, die in ihrer dem Werkstock
abgewandten Seite in einem Scharnier gelagert und zueinander unter dem Winkel « angeordnet sind, der
ebenfalls verstellbar ist
Der Bremsschuh kann ebenfalls Teil eines elektrisehen
Schaltsystemes zum Ein- und Aussschalten der Servo- oder Schrittmotoren sein, wobei der Bremsschuh
die Rollen oder Walzen beim Aufsetzen der Werkstücke über den Motor stillsetzt
Die Erfindung ist naturgemäß nicht nur in dieser Form anwendbar, sondern es besteht die Möglichkeit,
den mechanischen Bremsschuh stillzusetzen und eine fotoelektrische Steuerung zu verwenden, die an einer
bestimmten Stelle des Werkstückes die Rollen oder Walzen über den Motor stillsetzt
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen veranschaulicht und
wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 Prinzipskizze eines zu positionierenden Kolbenringes,
Fig.2 Prinzipskizze eines positionierten Kolbenringes,
Fig. 3a—c Ausführungsbeispiele des Bremsschuhes.
Die Fig. 1 und 2 zeigen die Prinzipskizze einer
Vorrichtung 1, auf der Kolbenringe 2 so positioniert
werden können, daß sie beim Paketieren alle die gleiche Lage zueinander aufweisen. Die Vorrichtung 1 besieht
im wesentlichen aus zwei Rollen 3, 4, die jeweils durch einen Servomotor 5, 6 anireibbar sind. Die beiden
Rollen 3, 4 sind je nach Durchmesser des zu positionierenden Kolbenringes 2 verstellbar, und zwar
in der Art, daß sich ihre Mittenabstände vergrößern oder verkleinern. Zwischen den beiden Rollen 3,4 ist ein
als zylindrischer Stift ausgebildeter Bremsschuh 7 angeordnet, der im Verhältnis zu den Rollenumfangsflächen
27, 28 höhenverstellbar ist Für einen bestimmten Ringdurchmesser haben die beiden Rollen 3, 4 einen
genau definierten Achsabstand, und der Stift 7 weist eine genau definierte Höhe zwischen den beiden Rollen
3,4 auf. Der Stift 7 ist an seiner Berührungsfläche 8 mit der Innenumfangsfläche 9 des Kolbenringes 2 konkav
ausgebildet, so daß zwei scharfkantige Auflagestellen 29, 30 entstehen. Der Kolbenring 2 liegt mit seinem
Eigengewicht auf den Rollen 3, 4 auf, die sich, durch Servomotoren 5, 6 angetrieben, gleichsinnig drehen.
Der Kolbenring 2 läuft so lange auf den Rollen 3,4, bis
er im Bereich der von der normalen Unrundkontur abweichenden Fläche 10 der Stoßstelle, durch den
Bremsschuh 7 abgebremst wird und sich auf den Auflagestellen 29, 30 absetzt (F i g. 2). Die Rollen 3, 4
rotieren frei weiter, ohne die Innenumfangsfläche 9 des Kolbenringes 2 zu berühren.
In den Fig. 3a—c sind unterschiedliche Ausführungsbeispiele des Bremsschuhes dargestellt. F i g. 3a zeigt
einen zylindrischen Stift 11, der an seinem einen Ende 12
konkav 13 ausgebildet ist, wobei die Auflagestellen 31, 32 abgerundet sind. Dieser Stift 11 ist in seiner
Achsrichtung höhenverstellbar 14, 15. Fig.3b zeigt einen Bremsschuh, der aus zwei Bremsbacken 16, 17
besteht, die an ihrem einen Ende 18,19 halbkugelförmig
20, 21 ausgebildet sind. Diese beiden Bremsbacken 16, 17 sind je nach Durchmesser des zu positionierenden
Ringes einstellbar, d. h. ihr Absland zueinander kann verkleinert oder vergrößert werden, !n Fig.3c ist ein
Bremsschuh abgebildet, der ebenfalls aus zwei Bremsbacken 22, 23 besteht, die einen bestimmten Winkel α
zueinander bilden und an ihrem einen Ende 24, 25 in einem Scharnier 26 gelagert sind. Durch das Scharnier
26 wird gewährleistet, daß der Winkel α je nach Durchmesser des zu positionierenden Ringes verstellbar
ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Positionieren von unrunden Kolbenringen, die an einer Stelle ihres Innenumfanges
eine von der normalen Unrundkontur abweichende, radial nach innen gerichtete Fläche aufweisen,
bestehend aus zwei wesentlich kleinere Durchmesser als die Kolbenringe aufweisende
Rollen oder Walzen, die in Drehrichtung der Kolbenringe hintereinander angeordnet sind, und
von denen wenigstens eine antreibbar ist, wobei die Kolbenringe auf den Rollen oder Walzen aufliegen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Bremsschuh (7) zwischen den beiden Rollen oder Walzen
(3, 4) angeordnet ist, dessen den Kolbenringen (2) zugewandte Stirnfläche eine definierte Höhe im
Verhältnis zu den Rollen — oder Wal?enumfangsflächen (27, 28) hat, so daß die Kolbenringe (2) im
Bereich der von der normalen Unrundkontur abweichenden Fläche (10) abbrems- und positionierbar
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Achsabstand der Rollen oder
Walzen (3,4) verstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen oder Walzen (3, 4)
durch einen Servo- oder Schrittmotor (5, 6) antreibhar sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7) ein
zylindrischer Stift ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7) aus
einer Leiste besteht.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7) an
seiner den Kolbenringen (2) zugewandten Stirnfläche zwei Auflagestellen (29,30) aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7) im
Verhältnis zu den Rollen- oder Walzenumfangsflächen (27,28) höhenverstellbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7) aus
zwei achsparallel zu den Rollen- oder Walzenachsen angeordneten Bremsbacken (16,17) besteht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mittenabstand der
beiden Bremsbacken (16,17) verstellbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7) aus
zwei Bremsbacken (22, 23) besteht, die zueinander unter einem Winkel λ angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel λ
verstellbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (7)
Teil eines elektrischen Schaltsystemes zum Ein- und Ausschalten der Servo- oder Schrittmotoren ist
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