DE2831381C2 - Vorrichtung zum Drehen des Pflugrahmens eines Mehrscharpfluges - Google Patents
Vorrichtung zum Drehen des Pflugrahmens eines MehrscharpflugesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Drehen des Pflugrahmens eines Mehrscharpfluges um eine
Achse bzw. Wendewelle mittels mindestens zweier schwingbar an Gestellteilen des Pfluges gelagerter,
doppeltwirkender Kolbenzylindereinheiten, die den Pflugrahmen in zwei nacheinander in entgegengesetzten
Richtungen wirksam werdenden Druckphasen von der einen Arbeitsstellung über die Totpunktstellung in
die andere Arbeitsstellung drehen.
Bei bekannten, auf der Sima im Februar/März 1978 in
Paris ausgestellten und mit einer solchen Drehvorrichtung ausgerüsteten Mehrscharpflügen besteht die
Schwierigkeit, die Kolbenzylindereinheiten sicher über die Totpunktstellung zu bringen. Um dies zu erreichen
sind bereits an den Kolbenzylindereinheiten automatisch wirkende Umschaltgeräte für das Druckmittel
vorgesehen, die jedoch kompliziert und störanfällig sind. Die Kolbenzylindereinheiten greifen dabei an einen
Kurbelarm der Wendewelle des Pflugrahmens an.
Es wird die Forderung gestellt, daß der Pflug in der halbgedrehten Stellung bzw. in der annähernd halbgedrehten
Stellung gehalten werden soll, um in dieser Stellung auf dem Vorgewende in die neue Arbeitsstellung
gebracht zu werden. Dies hat den Vorteil, daf der Pflug auf den Schlepper kein oder nur ein geringes
Kippmoment ausübt. Das Anhalten des Pfluges in der halbgedrehten Stellung bzw. in der annähernd halbgedrehten
Stellung erfordert einen weiteren Schaltvoigang für den Bedienungsmann.
Aus d-r FR-PS 23 22 518 ist eine Vorrichtung bekannt, bei der der Angriffspunkt über eine Feder
lediglich in derr. Langloch in eine neue Stellung gezogen wird, um wieder einen Hebelarm zu haben. Eine
darartige Vorrichtung ist somit nicht geeignet, um den geschilderten Forderungen zu genügen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mehrscharpfiug mit der eingangs erwähnten Vorrichtung
zum Drehen des Pflugrahmens so auszubilden, daß der Pflugrahmen durch einen einzigen Schaltvorgang in
die halbgedrehte Stellung gebracht und automatisch dort gehalten wird und daß lediglich durch einen
zweiten Schaltvorgang der Pflug in die neue Arbeitsstellung gelangt.
Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Kolbenzylindereinheiten an je einem
Kurbelarm der Wendewelle angreifen und daß in der zweiten Druckphase der Angriffspunkt mindestens
einer Kolbenzylindereinheit an dem zugeordneten Kurbelarm gegenüber dem anderen Kurbelarm bzw.
den anderen Kurbelarmen freilaufend annähernd in die obere Totpunktstellung versetzbar ist.
Auf diese Weise wird mit einer derartigen Vorrichtung erreicht, daß die Kolbenzylindereinheit mit dem
freilaufend versetzbaren Angriffspunkt nach jeder Volldrehung des Pfluges annähernd ir, die obere
Totpunktstellung zurückgelangt. Beim neuerlichen Wendevorgang bringt sie die andere Kolbenzylindereinheit
bzw. die anderen Kolbenzylindereinheiten kraftschlüssig über die Totpunktstellung. Ferner wird
durch die erfindungsgemäße Maßnahme erreicht, daß die Kolbenzylindereinheiten sich nach der ersten
Druckphase in einer Blockierstellung befinden, die der annähernd halbged^ehten Stellung entspricht, und daß
der Bedienungsmann dip Drehung zu einem ihm günstig erscheinenden Zeitpunkt vollenden kann.
Nach einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann der Angriffspunkt der Kolbenzylindereinheit
freilaufend in die Totpunktstellung besonders günstig dadurch zurückversetzt werden, daß der eine Kurbelarm
einen Schlitz aufweist, in dem der Angriffspunkt einer Kolbenzylindereinheit freilaufend geführt ist. In
diesem Falle wird das Ende der Kolbenzylindereinheit bei Vollendung der Drehung zufolge der Umschaltung
des Druckmediums bis in die Totpunktstellung zurückgeführt, in der es wirkungslos bis zum Beginn des
nächsten Wendevorganges verbleibt.
Um sicher zu gehen, daß das Ende der freilaufend versetzbaren Kolbenzylindereinheit bei Beginn des
Wendevorganges in Drehrichtung über die Totpunktstellung gelangt, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß
die innere Begrenzungswand des Schlitzes an jedem Ende eine nach innen gerichtete Abschrägung aufweist.
Eine weitere Möglichkeit für die Versetzung des Angriffspunktes einer Kolbenzylindereinheit freilau-
fend in die Totpunktstellung besteht nach der Erfindung darin, daß für jede Drehrichtung an der Wendewelle ein
Anschlag für den schwenkbar auf der Wendewelle angeordneten Kurbelarm vorgesehen ist, der über die
Kolbenzyiindereinheit angetrieben ist, an der zur Überwindung der Totpunktstellung ein zu einer anderen
Kolbenzyiindereinheit geführtes Federelement vorgesehen ist. Bei dieser Ausbildung sorgt die Feder dafür,
daß der Angriffspunkt der Kolbenzyiindereinheit über die Totpunktstellung gelangt und dafür Sorge trägt, daß
die andere Kulbenzylindereinheit bzw. die anderen Kolbenzylindereinheiten zwangsläufig über die Totpunktstellung
gelangen.
Mit der Erfindung ist es darüber hinaus in vorteilhafter Weise möglich, den Winkel, um den der
Pflugrahmen über die Totpunktstellung gedreht und gehalten wird, zu verändern. Dies ist dadurch möglich,
daß die Gesamtlänge der freilaufend versetzbar geführten Kolbenzylindereinheit veränderbar ist.
Eine vorteilhafte Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die Zuleitungen des Druckmediums zu jeweils
gleichwirkenden Druckräumen der Kolbenzylindereinheiten untereinander verbunden sind. Auf diese Weise
wird die Schaltvorrichtung für das Druckmedium wie üblich vereinfacht.
Die Erfindung zeichnet sich durch eine hohe Schaltgenauigkeit und -sicherheit aus. Darüber hinaus
kann in vorteilhafter Weise der Bedienungsmann jeweils den Zeitpunkt der Drehung aus der halbgedrehten
Stellung bestimmen.
Die Erfindung ist in der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
F i g. 1, 2,3 die hintere Koppel einer Dreipunktanbauvorrichtung
von hinten gesehen mit zwei Kolbenzylindereinheiten in drei verschiedenen Stellungen und
Fig.4 eine andere Anordnung der Kolbenzylindereinheiten.
Bei den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 1,2 und
3 ist die hintere Koppel mit 1 bezeichnet, an der die Wendewelle 2 des nicht dargestellten P'flugrahmens
drehbar auf einer festen Achse la der hinteren Koppel 1 gelagert ist. Wit der Wendewelle 2 verbunden ist ein
Kurbelarm 3, an dem in Punkt 4 die Kolbenstange 5 angreift, die in dem Zylinder 6 gleitend gefüwrt ist. Der
Zylinder 6 ist in der hinteren Koppel 1 im Punkt 7 schwingbar gelagert.
Mit der Wendewelle 2 ist der eine Kurbelarm (Hebelarm fc) mit dem Schlitz 8' fest verbunden. In dem
Schlitz 8' ist das Ende der Kolbenstange 9 des Zylinders 10 gleitend und freilaufend geführt, der an der hinteren
Koppel 1 und 11 schwingbar gelagert ist. Das hydraulische oder pneumatische Druckmittel wird den
Zylindern 6 bzw. 10 an dem einen Zylinderende durch die Leitungen 12 bzw. 13 und an dem anderen
Zylinderende durch die Leitungen 14 bzw. 15 zugeführt. Die Leitungen 12 und 13 bzw. 14 und 15 werden zu einer
Leitung 16 bzw. 17 zusammengeführt, die abwechselnd von einem gemeinsamen, nicht dargestelltem Steuerventil
bei 18 bzw. 19 mit dem Druckmittel beaufschlagt werden. Für den Kurbelarm 3 ist an der hinteren Koppel f
1 für jede Drehrichtung ein Endanschlag 20 bzw. 21 vorgesehen.
Während der Arbeit liegt der Kurbelarm 3 in der Stellung nach Fig. 1 an dem Anschlag 20 an, und die
Kolbenzyiindereinheit 9, 10 befindet sich in der ' gestrichelt gezeichneten Lage, d. h. in der Totpunktsteli'.ng.
Wird nun mittels des Steuerventiles bei 18, ingedeutet durch das Pluszeichen, Druckmittel in die
Zylinder 6 bzw. 10 gebracht, was durch Punktierung angedeutet ist, dann beginnt der Angriffspunkt 4 der
Kolbenstange 5 an dem Kurbelarm 3 sich in Fallrichtung zu bewegen. Gleichzeitig drückt das Ende der
Kolbenstange 9 des Zylinders 10 gegen die innere Begrenzungswand des Schl'itzes 8'. Durch die Drehbewegung
des Kurbelarmes 3 und der damit verbundenen inneren Begrenzungswand des Hebelarmes 8 wird die
Kolbenzylindereinheit 9, 10 durch Reibungsschluß im Drehsinn über die Totpunktlage gebracht, wonach der
hydraulische Druck wirksam wird und das Ende der Kolbenstange 9 an die Endbegrenzung des Schlitzes 8'
gedrückt wird.
Während bei Beginn der Drehbewegung das Drehmoment der Kolbenzylindereinheit 9, 10 sehr klein ist,
ist das Drehmoment der Kolbenzylindereinheit 5, 6 am größten. Je weiter die Drehbewegung fortgeschritten
ist, desto kleiner wird das an dem Kurbelarm 3 ausgeübte Drehmoment bis es schließlich gleich null ist,
was dann eintritt, wenn der Kurbelarm 3 in die in F i g. 2 dargestellte Totpunktlage gelangt ist. Das von der
Kolbenzylindereinheit 9, 10 ausgeübte Drehmoment wird um so größer, je weiter der Drehvorgang
fortgeschritten ist. Das Drehmoment der Kolbenzyiindereinheit 9, 10 in der in F i g. 2 dargestellten Stellung
reicht aus, die Kolbenzylindereinheit 5, 6 über den Totpunkt zu bringen. Die beiden Kolbenzylindereinheiten
befinden sich dann in der Stellung nach F i g. 3, in welcher die Kolbenzylindereinheit 9, 10 sich in der
Endlage befindet, während das Drehmoment der Kolbenzylindereinheit 5, 6 bereits so grob ist, daß die
Drehbewegung vollendet werden kann. Dies ist jedoch nur möglich, wenn über das Steuerventil bei 19 die
zweite Druckphase eingeschaltet ist, was durch ein Pluszeichen angedeutet wird.
Bevor der Bedienungsmann die zweite Druckphase einschaltet, ist in der Stellung nach Fig.3 der
Drehvorgang blockiert, so daß der Bedienungsmann die auf dem Vorgewende erforderlichen Fahrbewegungen
ausführen kann. Sind diese beendet, dann wird der Drehvorgang durch Umschalten des Druckmittelstromes
vollendet, bis der Kurbelarm 3 an dem Anschlag 21 anliegt. Zu erwähnen ist noch, daß zur Unterstützung
der Bewegung der Kolbenzylindereinheit 9, 10 aus der Totpunktlage in die in ausgezogenen Linien dargestellte
Stellung nach F i g. 1 die innere Begrenz'.mgswand des
Hebelarmes 8 an jedem Ende eint nach innen gerichtete Abschrägung 8" aufweist.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig.4 sind die in
den F i g. 1 bis 3 benutzten Bezugszahlen für gleichartige Teile verwendet. Abweichend von dem vorher beschriebenen
Ausführungsb jispiel ist mit der den Kurbelarm 3 tragenden Wendewelle 2 ein Anschlagteil 22 verbunden,
der in Gegenüberstellung zwei Anschläge 23 und 24 aufwei. t. Ferner sitzt auf der Wendewelle 2 frei
schwenkbar ein Kurbelarm 25 an den die Kolbenstange
9 der Kolbenzyiindereinheit 9. 10 gelenkig angreift. Die
Zeichnung gibt die Arbeitsstellung der Vorrichtung wieder. Dabei befindet sich die Kolbenzyiindereinheit 9,
10 in der Totpunktstellung bzw. annähernd in der Totpunktstellung. Zwischen den beiden Zylindern 6 und
10 ist eine Druckfeder 26 eingeschaltet, die bestrebt ist, die Kolbenzyiindereinheit 9, 10 in die gestrichelt
gezeichnete Stellung gegen den Anschlag 23 zu bringen. Zum Einschalten des Wendevorganges wird das
Steuerventil bei 18 mit dem Druckmedium beaufschlagt, wobei die Kolbenzyiindereinheit 5,6 mit abnehmendem
Drehmoment und die KnlbpnyvlinHpreinhoit α in ™:,
zunehmendem Drehmoment auf die Wendewelle 2 einwirken. Wenn der Kurbelarm 3 in die Totpunktlage
gelangt ist, sorgt das von der Kolbenzylindereinheit 9, 10 ausgeübte Drehmoment dafür, den Kurbelarm 3 über
die Totpunktstellung zu bringen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Drehen des Pflugrahmens
eines Mehrscharpfluges um eine Achse bzw. Wendewelle mitteis mindestens zweier schwingbar
an Gestellteilen des Pfluges gelagerter, doppeltwirkender Kolbenzylindereinheiten, die den Pflugrahmen
in zwei nacheinander in entgegengesetzten Richtungen wirksam werdenden Druckphasen von
der einen Arbeitsstellung über die Totpunktstellung in die andere Arbeitsstellung drehen, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kolbenzylindereinheiten (5,6; 9,10) an je einem Kurbelarm (3,8; 3,25)
der Wendewelle (2) angreifen und daß in der zweiten ι ■">
Druckphase der Angriffspunkt mindestens einer Kolbenzylindereinheit (9, 10) an dem zugeordneten
Kurbelarm (8; 25) gegenüber dem anderen Kurbelarm (3; 32) bzw. den anderen Kurbelarmen
freilaufend anna.iernd in die obere Totpunktstellung
versetzbar isL
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Kurbelarm (8) einen Schlitz
(8') aufweist, in dem der Angriffspunkt einer Kolbenzylindereinheit (9, 10) freilaufend geführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß die innere Begrenzungswand des
Schlitzes (8') an jedem Ende eine nach innen gerichtete Abschrägung (8") aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn- jo zeichnet, daß f'";r jede Drehrichtung an der
Wendewelle (2) ein Anschlag 173, 24) für den schwenkbar auf der Wendewelle angeordneten
Kurbelarm (25) vorgesehen ist, Λ&τ über die
Kolbenzylindereinheit (9,10) angetrieben ist, an der i>
zur Überwindung der Totpunktstellung ein zu einer anderen Kolbenzylindereinheit (5, 6) geführtes
Federelement (26) vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtlänge der freilaufend
versetzbar geführten Kolbenzylindereinheit (9, 10) veränderbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitungen (12, 13; 14, 15)
für das Druckmedium zu jeweils gleichwirkenden Druckräumen der Kolbenzylindereinheiten (5, 6; 9,
10) untereinander verbunden sind.
Priority Applications (4)
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