DE2827404A1 - Verfahren und vorrichtung zur herstellung riegel- oder stangenfoermiger suesswarenteile - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur herstellung riegel- oder stangenfoermiger suesswarenteileInfo
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Description
— 1S —
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung riegel- oder stangenförmiger Süßwarenteile und zeigt
gleichzeitig eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Bekanntlich werden derartige Riegel oder Stangen
aus den verschiedensten Süßwarenmassen, wie Karamel, Toffee, Fudge, Fondant, Gelee, Nougat od. dgl., durch
Zerschneiden entsprechend geformter Massestränge oder Massebahnen gebildet. Dazu wurden Extruder verwendet, aus
denen die Massestränge oder Bahnen ausgepreßt wurden. Der Mangel einer solchen Fertigung besteht darin, daß die
Masse dem Preßdruck des Extruders ausgesetzt ist, was die Massestruktur negativ beeinflußt. Außerdem sind bei
Extrudern für verschiedene Massen schwer zu verwirklichende Forderungen hinsichtlich der Zulauftemperatur der
Masse gegeben.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, um in kontinuierlicher Arbeitsweise
Formteile aus Süßwarenmasse herzustellen, ohne daß dabei die Massestruktur beeinträchtigt wird oder komplizierte
Fertigungsanlagen erforderlich sind. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß noch heiße und fließfähige
Süßwarenmasse, wie beispielsweise Karamel, Toffee, Fudge, Fondant, Gelee, Nougat od. dgl., nach ihrem
Austritt aus der Herstellungsmaschine drucklos zu einer Bahn ausgebreitet, auf eine umlaufende Kühlwalze aufgegeben
und auf dieser gekühlt, verfestigt und schließlich wieder auf ein Transportband abgestreift und einer
Weiterverarbeitungsstation zugeführt wird, in der der Masseteppich in Riegel od. dgl. unterteilt oder in
bekannter Weise weiterbehandelt wird. Hierdurch wird der gesamte Fertigungsgang vereinfacht und eine kontinuierliche
Arbeitsweise zwischen der Kocherei und der Formstation gewährleistet. Erfindungsgemäß erfolgt die
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Verfestigung der Massebahn durch Anwendung eines Kälteschocks, indem die Kühlwalze in eine Tiefkühlanlage
angeschlossen ist. Unter der plötzlichen Kälteeinwirkung erfolgt eine Hautbildung, die zugleich auch das Ablösen
der Massebahn von der Walze begünstigt.
Zweckmäßig wird die heiße Süßwarenmasse beim Aufgeben auf die Kühlwalze auf die gewünschte Bahnbreite bzw.
Walzenbreite und Schichtdicke kalibriert. Temperatur und Umlaufgeschwindigkeit der Kühlwalze werden in Abhängigkeit
von Massequalität und gewünschter Schichtdicke so aufeinander abgestimmt, daß die Verfestigung der Masse
bereits vor Ausführung einer vollständigen Kühlwalzenumdrehung beendet ist und das Ablösen der Massebahn vom
Walzenumfang erfolgen kann.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens kennzeichnet sich im wesentlichen durch eine umlaufende
Kühlwalze, mit einem dieser vorgeschalteten, sich über die ganze Walzenbreite erstreckenden Zuführtrichter für aus
der Herstellungsmaschine, z.B. dem Kocher, austretende heiße fließfähige Süßwarenmasse, wobei an der Übertrittsstelle
zwischen Zuführtrichter und Kühlwalze eine Kalibriereinrichtung zum Ausbreiten der Masse und zur
Einstellung der Schichtdicke vorgesehen ist und der Walze eine die Massebahn von deren Umfang abnehmende Abstreichvorrichtung
und ein zu einer Weiterverarbextungsstation führendes Förderband nachgeschaltet sind. Der Zuführtrichter
und/oder die Kalibrierorgane sind bedarfsweise beheizbar. Zweckmäßig ist der Zuführtrichter auf seinen
Innenflächen mit einem das Abfließen der Süßwarenmasse begünstigenden überzug versehen, beispielsweise mit einem
Teflon-Überzug.
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Die Kalibriereinrichtung ist auf die verschiedensten Schichtdicken, beispielsweise zwischen einem Millimeter
und zehn Millimetern, einstellbar. Ebenso ist die Kühlwalze in ihrer Arbeitstemperatur einstellbar, vorzugsweise
zwischen -20 C und +20° C stufenlos regelbar.
Ein weiterer Vorteil wird dadurch erreicht, daß der Zuführtrichter die Kühlwalze mit seinen Seitenwänden
umfaßt. Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen
Anordnung besteht jedoch darin, daß mehrere Kühlwalzen mit Zuführtrichter längs oberhalb eines gemeinsamen Transportbandes
derart hintereinander angeordnet sind, daß die von den einzelnen Kühlwalzen abgestrichenen Materialbahnen zur
Bildung von Schichtmaterial übereinandergelegt werden.
Der Erfindungsgedanke läßt die verschiedensten Ausführungsmöglichkeiten
zu. Eine davon ist in der anliegenden Zeichnung wiedergegeben und zwar zeigen:
Fig. 1 eine schematisehe Seitenansicht der
erfindungsgemäßen Vorrichtung und
Fig. 2 eine Vorderansicht von Fig. 1.
In dem Maschinengestell 1 lagert in Lagern 2 eine Kühlwalze 3, die über einen stufenlos regelbaren Antrieb 4 in
ihrer Umfangsgeschwindigkeit den jeweils erforderlichen Arbeitsbedingungen anzupassen ist. Die Walze 3 ist mit
einem Kühlmittelzulauf 5 und einem Kühlmittelrücklauf 6 versehen. Zweckmäßig ist sie damit in ein Tiefkühlsystem
eingeschaltet. Die Temperatur der Walze ist ebenfalls stufenlos regelbar und wird den jeweiligen Erfordernissen
angepaßt. Die Kühlwalze 3 kann mit ihrem Walzenumfang beispielsweise auf Temperaturen zwischen -20 C bis +20 C
eingestellt werden, je nach der Einregulierung der jeweiligen Kühlmitteltemperatur.
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Der Walze 3 ist ein Zuführtrichter 7 vorgeschaltet, der
die gleiche Breite hat wie die Walze 3 und zweckmäßig was nicht dargestellt ist - die Walze 3 mit seinen
seitlichen Behälterwangen umfaßt.
An der Übertrittsstelle vom Zuführtrichter 7 zum Walzenumfang
3 sind Kalibrierorgane 8 vorgesehen, deren Aufgabe es ist, die durch den Trichter 7 zufließende, noch heiße
gießfähige Süßwarenmasse über die Walze zu verteilen und in ihrer Schichtdicke einzustellen. Die Masse bildet auf
diese Weise eine auf dem äußeren Umfang der Kühlwalze 3 liegende, gleichmäßig dicke und gleichmäßig über die
Breite verteilte Massebahn 9 in Form eines Masseteppichs.
Dadurch, daß der Zuführtrichter 7 mit seinen Seitenwänden
die Kopfseiten der Walze 3 umfaßt, ist sichergestellt, daß der Masseteppich genau der Walzenbreite entspricht, wobei
durch die Kalibrierorgane 8 gewährleistet wird, daß der Masseteppich sowohl in der Breite als auch in der Länge
gesehen eine gleichmäßige Dicke aufweist.
Beim Auftreffen der noch heißen Masse auf die Kühlwalze 3 wird die Masse einem Kälteschock unterworfen, der bewirkt,
daß sich die Masse verfestigt und auf der dem Walzenumfang zugekehrten Seite eine Haut gebildet wird, die den
Masseteppich trägt und dessen Ablösen von der Walze begünstigt.
Unterhalb der Kühlwalze 3 ist ein in Pfeilrichtung förderndes Transportband 10 vorgesehen, auf welches der
Masseteppich 9 mit Hilfe einer Abziehvorrichtung 11 abgestrichen wird. Auf dem Transportband 10 läuft die beim
Umlauf der Kühlwalze 3 bis zu einem gewissen Grad abgekühlte und damit verfestigte Massebahn einer nicht
weiter dargestellten Weiterverarbeitungsstation zu, in der
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beispielsweise die nunmehr schneidfähige Massebahn in Riegel, Stränge oder sonstig geformte Materialstücke unterteilt werden
kann.
Mit besonderem Vorteil können dem Band 10 auch mehrere Kühlwalzen 3 und Zuführungstrichter 7 hintereinanderliegend
zugeordnet sein, so daß auf diese Weise mehrere, zweckmäßig verschiedenartige, Materialbahnen übereinandergelegt
werden können, um auf diese Weise Schichtmaterial, also aus mehreren verschiedenen Süßwarenmassen gebildete
Stangen oder Riegel, herzustellen. Es läßt sich beispielsweise mit einer solchen Anordnung auf eine weiße Nougatschicht
eine Karamelschicht und, falls erforderlich, auf diese eine weitere Schicht aus anderer Süßwarenmasse
aufbringen.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die danach arbeitende Vorrichtung erbringt viele in der Praxis vorteilhafte
Möglichkeiten, wie beispielsweise:
1. die Möglichkeit, die noch flüssige, heiße und pumpfähige Masse direkt von der Kocherei der Maschine
zuzuführen, was bei einem Extruder nicht möglich ist;
2. die drucklose und sehr schonende Ausformung eines genau kalibrierten Masseteppichs;
3. die Abkühlung des Masseteppichs bis nahezu auf die
gewünschte Schneidtemperatur;
4. äußerst sanitäre Konstruktion, d.h. die Maschine läßt sich sehr leicht reinigen;
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5. als weiterer Punkt mag erwähnt werden, daß die
Kühlwalze zwischen den seitlichen Behälter-Wangen des Einfülltrichters läuft (begrenzt wird), so daß die
Walzenbreite gleichzeitig die ausgeformte Teppichbreite ist. Hierdurch wird auch über die Breite
gesehen eine hundertprozentige Maßgenauigkeit gewährleistet.
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Claims (14)
-
IHR ZEICHEN IHR SCHREIBEN VOM UNSER ZEICHEN D-3400 QÖTTINQEN, YOUR REF. YOUR LETTER OUR REF. POTTERWEq 6 9967/br3 16. Juni 197 Sollich KG, Siemensstraße 4, Bad Salzuflen 1Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung riegel- oder
stangenförmiger SüßwarenteileP a t e η t a η s ρ r ü c h e;M) Verfahren zur Herstellung riegel- oder stangenförmiger Süßwarenteile, dadurch gekennzeichnet, daß noch heiße und fließfähige Süßwarenmasse, wie beispielsweise Karamel,
Toffee, Fudge, Fondant, Gelee od. dgl., nach ihrem Austritt aus der Herstellungsmaschine drucklos zu einer Bahn ausgebreitet auf eine umlaufende Kühlwalze aufgegeben und .auf dieser gekühlt, verfestigt und schließlich wieder auf ein Transportband abgestreift und einer Weiterbearbeitungsstation zugeführt wird, in der der Masseteppich in Riegel od. dgl. unterteilt und in bekannter Weise weiterbehandelt wird. - 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfestigung der Massebahn durch Anwendung eines
Kälteschocks bewirkt wird.909850/0503 - 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Massebahnen hintereinander gekühlt und verfestigt und zur Bildung einer mehrschichtigen Materialbahn aufeinandergelegt werden.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die heiße Süßwarenmasse beim Aufgeben auf die Kühlwalze auf die gewünschte Bahnbreite und Schichtdicke kalibriert wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Temperatur und Umlaufgeschwindigkeit der Kühlwalze in Abhängigkeit von Massequalität und gewünschter Schichtdicke so aufeinander abgestimmt werden, daß die Verfestigung der Masse vor Ausführung einer vollständigen Kühlwalzenumdrehung beendigt ist und das Ablösen der Massebahn vom Walzenumfang erfolgt.
- 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine umlaufende Kühlwalze (3) mit einem dieser vorgeschalteten, sich über die ganze Walzenbreite erstreckenden Zuführtrichter (7) für aus der Herstellungsmaschine austretende heiße fließfähige Süßwarenmasse, wobei an der Übertrittsstelle zwischen Zuführtrichter (7) und Kühlwalze (3) eine Kalibriereinrichtung (8) zum Ausbreiten der Masse und zur Einstellung der Schichtdicke vorgesehen ist und der Walze eine die Massebahn (9) von deren Umfang abnehmende Abstreichvorrichtung (11) und ein zu einer Weiterverarbeitungsstation führendes Förderband (10) nachgeschaltet sind.909850/05032827A04
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlwalze zwecks Erzielung eines Kälteschocks beim Auftreffen der Süßwarenmasse einer Tiefkühlanlage angeschlossen ist.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuführtrichter (7) und/oder die Kalibrierorgane (8) bedarfsweise beheizbar sind.
- 9. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuführtrichter (7) auf seinen Innenflächen mit einem das Abfließen der Süßwarenmasse begünstigenden Überzug versehen, beispielsweise teflonisiert ist.
- 10. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kalibriereinrichtung (8) auf verschiedene Schichtdicken einstellbar ist.
- 11. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlwalze (3) in ihrer Arbeitstemperatur einstellbar, vorzugswiregelbar ist.bar, vorzugsweise zwischen -20 C und +20 C, stufenlos
- 12. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlwalze (3) in ihrer Umlaufgeschwindigkeit mittels eines stufenlos regelbaren Antriebes (4) einstellbar ist.
- 13. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuführtrichter (7) mit seinen Seitenwänden die Kühlwalze (3) umfaßt.909850/0503
- 14. Vorrichtung nach Anspruch 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Kühlwalzen (3) mit Zuführtrichter (7) längs oberhalb eines gemeinsamen Transportbandes (10) derart hintereinander angeordnet sind, daß die von den einzelnen Kühlwalzen (3) abgestrichenen Materialbahnen zur Bildung von Schichtmaterial übereinandergelegt werden.909850/0503
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ID=6042464
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