DE280089C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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- C01D3/00—Halides of sodium, potassium or alkali metals in general
- C01D3/14—Purification
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Inorganic Chemistry (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 280089 -KLASSE 12/. GRUPPE
Dr. HÄBERLEIN in BERLIN-GRUNEWALD.
grobkörniger Kristalle.
Man hat die künstliche Kühlung zur Kristallisation heißer Kalilösungen bisher z. B. in der
Weise angewandt, daß man die heiße Lauge in einem durch Scheide'wände unterteilten
und mit Förderschnecke ausgestatteten Tragapparat am einen Ende ein- und am anderen
Ende wieder austreten läßt, während die Zu- und Abführung der Kühlflüssigkeit zu den in
den einzelnen Abteilungen aufgehängten Kühlzellen in umgekehrter Richtung erfolgt. Die
für alle hintereinander geschalteten Unterabteilungen gemeinsame Förderschnecke bringt
das auskristallisierte Salz dann aus dem Apparat heraus.
Bei derartigen Stufenkristallisatoren ist eine Reihe von unerläßlichen Bedingungen zu erfüllen,
wenn die Lauge weit genug heruntergekühlt und dabei grobkörniges Salz erzielt werden soll.
Zunächst muß zwischen den Scheidewänden und der Förderschnecke ein zuverlässiger Salzabschluß
gesichert werden, damit die Lauge nicht unter den Scheidewänden zirkulieren kann.
Man hat daher an der Unterkante jeder Scheidewand einen sich über mehrere Schneckengänge
erstreckenden Rohransatz angebracht, in dem sich die Schnecke bewegt, wobei das ausgeschiedene Salz einen Abschluß gegen die darüberstehende
Lauge bildet. Trotzdem aber versagt der Salzabschluß noch oft, weshalb man — um
stets genügendes Salz zum Abdichten zu haben— die Förderschnecke in jeder Stunde sogar 40 Minuten
lang stillsetzt. Aber auch da versagt der Salzabschluß noch, wenn z. B. bei schwankender
Laugenzufuhr Störungen im Temperaturgefälle auftreten, die naturgemäß schlammiges Kristallgut zur Folge haben.
Ferner ist eine so große Zahl von Scheidewänden oder Unterabteilungen erforderlich, daß
das Temperaturgefälle von Abteilung zu Abteilung 50 nicht überschreitet. Die während
des Kühlprozesses wechselnden Einflüsse der Außentemperatur und der Kristallbildungswärme
führen aber leicht zu noch geringeren * Temperaturgefällen.
Wegen des für die Gewinnung grobkörniger Kristalle unbedingt erforderlichen geringen Temperaturgefälles
muß der Stufenkristallisator selbst bei gutem Salzabschluß der einzelnen Abteilungen schon eine sehr große Länge haben,
und das bedingt naturgemäß auch eine entsprechend lange Kühldauer. Das alles hängt
mit den inneren Vorgängen während des Verlaufs der Abkühlung unmittelbar ' zusammen.
Bei den hohen Temperaturgraden erfolgt die Abkühlung natürlich leicht, während sie bei
50° schon erheblich und von etwa 35 ° ab sehr viel schwieriger wird. Neben dem Einfluß der
Außentemperatur ist das eine Folge der bei der Kristallisation frei werdenden großen Warmemengen,
welche der Abkühlung naturgemäß entgegenwirken.
Schickt man daher der zu kühlenden Lauge das Kühlwasser seiner Menge nach unverändert
entgegen, so werden — weil man ja doch auch am heißen Ende ein gewisses Temperaturgefälle
und eine gewisse Temperaturdifferenz zwischen Kühlwasser und Lauge nicht überschreiten darf
— die Temperaturgefälle schon im zweiten, besonders aber im letzten Drittel des Apparats
so gering, daß der Apparat eine ganz außerordentliche Länge erhalten muß.
Die Länge des Stufenkristallisators läßt sich im Sinne der Patentschrift 271102 ganz erheblich herabdrücken, wenn man die Menge des den Unterabteilungen zugeführten Kühlwassers stufenweise verringert. Dabei kann man das Temperaturgefälle den inneren Vorgängen während des Kühlprozesses genau anpassen, indem der schwieriger werdenden Abkühlung entsprechend mehr Kühlwasser aufgewendet, dieses also während des Kühlprozesses selbst nach dem Ende der Abkühlung hin gesteigert wird. Dabei wird das Kühlwasser naturgemäß auch immer kälter. Die von der Außentemperatur und der Kristallisationswärme herrührenden Schwierigkeiten werden dadurch überwunden, daß bei Beginn des Kühlprozesses nur wenig und dann stufenweise immer mehr Kühlwasser durch die Kühlkästen hindurchgeschickt wird.
Die Länge des Stufenkristallisators läßt sich im Sinne der Patentschrift 271102 ganz erheblich herabdrücken, wenn man die Menge des den Unterabteilungen zugeführten Kühlwassers stufenweise verringert. Dabei kann man das Temperaturgefälle den inneren Vorgängen während des Kühlprozesses genau anpassen, indem der schwieriger werdenden Abkühlung entsprechend mehr Kühlwasser aufgewendet, dieses also während des Kühlprozesses selbst nach dem Ende der Abkühlung hin gesteigert wird. Dabei wird das Kühlwasser naturgemäß auch immer kälter. Die von der Außentemperatur und der Kristallisationswärme herrührenden Schwierigkeiten werden dadurch überwunden, daß bei Beginn des Kühlprozesses nur wenig und dann stufenweise immer mehr Kühlwasser durch die Kühlkästen hindurchgeschickt wird.
Bei dem durch Scheidewände unterteilten Stufenkristallisator treten nun aber zahlreiche
Mißstände auf, z. B. in Gestalt von schädlicher Wärmeübertragung und der oben näher erörterten
Schwierigkeiten in der Abdichtung der einzelnen Abteilungen gegeneinander. Zudem
aber kann der bei den einzelnen Abteilungen auftretende Temperaturabfall nur sprungweise
erfolgen. Das erfordert eine verhältnismäßig große Anzahl von Unterabteilungen und den
Übertritt der Lauge immer von einer Abteilung zur anderen. Es muß also stets wärmere Lauge
in kältere eintreten und sich mit dieser vermischen. Jede Unregelmäßigkeit im Temperaturgefälle,
wie sie z. B. schon mit jeder Schwankung in der Laugenzufuhr eintritt, wird also den Kristallisationsprozeß stören und
schlammiges Produkt ergeben. Wollte man dem aber mit einer Regelung des Kühlwassers begegnen,
so würde ein fortgesetztes Regeln die Folge sein; denn wenn die eingeleitete Regelung
ihre Wirkung äußern kann, sind schon wieder andere Verhältnisse vorhanden.
Alle diese Mißstände werden nach vorliegender Erfindung dadurch vermieden, daß man
. die Kühlung der Lauge in einem und demselben Troge von Anfang bis zu Ende durchführt,
also die Lauge während der ganzen Kühlung in demselben Behälter stehen läßt und mit der
Temperatur der Kühlflüssigkeit allmählich heruntergeht.
Dabei erzielt man grundsätzlich die Vorzüge des Stufenkristallisators im Sinne der Patentschrift
271102, vermeidet aber dessen Nachteile. Zu Beginn der Abkühlung verwendet
man verhältnismäßig sehr wenig heißes Wasser.
Während des Kühlprozesses wird immer mehr und immer kälteres Kühlwasser zugeführt, bis
gegen Ende der Abkühlung verhältnismäßig sehr viel kaltes Kühlwasser benutzt wird. Auf
diese Weise wird der Einfluß der Außentemperatur wie insbesondere der immer größer
werdenden Kristallbildungswärme in vorteilhaftester Weise überwunden und dabei auch
noch jeder Sprung im Temperaturabfall ganz und gar vermieden.
Man füllt einen mit Kühlkasten und Förderschnecke ausgestatteten Längstrog mit Lauge
und leitet zunächst in die Kühlkasten eine Kühlflüssigkeit, deren Temperatur nur wenig (bis
zu etwa 10°) geringer ist als die Temperatur der Lauge. Dann führt man allmählich kältere
Kühlflüssigkeit zu, während wärmere abfließt. Das wiederholt sich so lange, bis die Lauge
ganz heruntergekühlt ist.
Dadurch, daß man die Kühlflüssigkeit allmählich schneller und schneller durch die
Kühlkästen hindurchschickt, wird die den Kühlkästen zugeführte Kühlflüssigkeit während des
Verlaufs der Abkühlung an Menge vergrößert. Nach dem Austritt der Kühlflüssigkeit aus den
Kühlkästen läßt sich diese vorteilhaft zur Kühlung der Trogwände benutzen, indem man
letztere mit dem abfließenden Kühlwasser berieseln läßt oder dieses durch den Hohlraum
des doppelwandig auszubildenden Troges hindurch abführt. Damit erzielt man eine stets
gleichmäßige Temperatur im Troge und wird von der Außentemperatur unabhängig.
Bei mehreren gleichzeitig nebeneinander arbeitenden Kühlapparaten kann man immer das
wärmere Kühlwasser des einen Apparats für einen anderen verwenden. Überhaupt kann
man dabei die Kühlflüssigkeit systematisch regeln und ganz nach Bedarf an die einzelnen
Apparate verteilen. Man spart so erheblich an Frischwasser, welches ja nur für den letzten
Teil der Abkühlung erforderlich ist. Bei der stufenweise erfolgenden Verwendung kälteren
Kühlwassers würde man theoretisch betrachtet, von einer Steigerung der Kühlwassermenge
zeitweise absehen können, praktisch aber wachsen die Schwierigkeiten der Abkühlung
stets in solchem Maße, daß ein Nichtsteigern der Kühlwassermenge do'ch nur auf Kosten der
Kühldauer geschehen könnte. Insbesondere aber muß die Kühlwassermenge gegen Ende
der Abkühlung doch sehr stark gesteigert werden.
Die beschriebene Abkühlung der Lauge in den periodisch zu füllenden Einzeltrögen ist
von außerordentlich weittragender Bedeutung. Jede sprungweise erfolgende Änderung des
Temperaturabfalls ist von vornherein ausgeschlossen. Trotz denkbar schnellster Abkühlung
geht die Temperatur der Lauge. immer doch nur allmählich herunter. Niemals tritt wärmere
Lauge in kältere ein. Die beim Stufenkristallisator so bedeutsame Durchmischung wärmerer
und kälterer Lauge fällt einfach fort. Durch einfache Regelung des Kristallwassers hat man
es vollständig in der Hand, das Temperaturgefälle wie die Temperaturdifferenz in' den
erforderlichen und auch ausreichenden Grenzen zu halten. Störungen in der Laugenzufuhr und
jede Beeinflussung des Temperaturgefälles durch mangelhaften Salzabschluß sind ausgeschlossen.
Dabei kann man den Kühlbetrieb jederzeit
ίο dem Lösehausbetriebe genau anpassen. Eine
Unterbrechung des Lösehausbetriebes, welche den kontinuierlichen Kühlbetrieb im Stufenkristallisator
sofort beeinträchtigen würde, kann den periodischen Kühlbetrieb in Einzeltrögen niemals beeinflussen. Dazu kommt noch die
außerordentlich günstige Ausnutzung des Kühlwassers und die Ersparnis an Frischwasser,
welches hier nur zeitweise für den letzten Teil der Abkühlung erforderlich ist, während es
beim Stufenkristallisator selbstverständlich dauernd benutzt werden muß. Schließlich bietet
das neue Verfahren auch noch den schätzbaren Vorteil^ daß man die verschiedenartigen Salze
zu verschiedenen Betriebszeiten erhält, also auch gesondert verwenden kann, während das
Kristallgut beim Stufenkristallisator durch die gemeinsame Transportschnecke stets gemischt
herausbefördert wird.
Claims (1)
- Pa tent-Anspruch:Verfahren zur künstlichen Abkühlung heißer Kalisalzlösungen zwecks Erzielung grobkörniger Kristalle in einem mit schmalen Kühlkasten ausgestatteten Troge, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kühlkästen anfangs mit Kühlwasser von etwas geringerer als der Laugentemperatur füllt und dann das Kühlwasser den Betriebsbedingungen entsprechend allmählich kalter und kalter werden läßt, indem man die Menge des zugeführten Kühlwassers steigert, bis die Lauge ganz heruntergekühlt ist.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE280089C true DE280089C (de) |
Family
ID=535955
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT280089D Active DE280089C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE280089C (de) |
-
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- DE DENDAT280089D patent/DE280089C/de active Active
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