DE27804C - Verfahren zur Herstellung von künstlichen Saugegebissen aus Doubleblechen von Nickel, Nickelkomposition oder Neusilber und Gold oder Platin mit Kautshucküberzug - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von künstlichen Saugegebissen aus Doubleblechen von Nickel, Nickelkomposition oder Neusilber und Gold oder Platin mit KautshucküberzugInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Dr. ROB. TELSCHOW in BERLIN.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. October 1883 ab.
Es ist eine bekannte Thatsache, dafs der zu Gebifsplatten verarbeitete Kautschuk trotz einiger
guten Eigenschaften als plastisches Material doch eine Anzahl grofser Mängel besitzt, insofern,
dafs das von ihm bedeckte Zahnfleisch bald mehr oder weniger entzündliche Erscheinungen
zeigt und er ferner beim Beifsen bezw. Kauen nicht genügenden Widerstand leistet, so dafs
häufig die Platten brechen.
Man verwendet aus dem Grunde schon braunen oder schwarzen Kautschuk zu Gaumenplatten,
welcher elastischer als der zahnfleischfarbene. Kautschuk ist; es ist dies jedoch unangenehm
für den Patienten, weil beim Oeffhen des Mundes, beim Singen, Lachen etc. der
unnatürlich aussehende Gaumen zum Verräther der künstlichen Zähne wird.
Die hier beschriebene neue Erfindung macht es möglich, eine neue Art Gebisse herzustellen,
bei welchen alle diese Mängel beseitigt sind. Sie vereinigen gröfste Haltbarkeit mit natürlichem
Aussehen, so dafs sie allen Ansprüchen genügen.
Das Verfahren zur Herstellung solcher Gebisse besteht in folgendem: ..
Nachdem ein gelungenes Modell des Mundes genommen, wird in bekannter Weise durch
Pressen oder Stampfen eine Gaumenplatte aus gewalztem Doublöblech, aus Gold- oder Platinablech
und Nickelblech bestehend, angefertigt, in welche eine verhältnifsmäfsig sehr grofse Cavität
von ι bis 2 mm Höhe, wie sie für Saugegebisse nöthig, eingeprefst wird.
Diese aus combinirten Metallblechen (Doubldblech)
bestehenden Platten sind bedeutend leichter und widerstandsfähiger als die bisher
angewendeten, allein aus edlen Metallen gefertigten Gaumenplatten.
Beiliegende Zeichnung stellt die Gaumenseite des Saugegebisses dar.
In Fig. ι bezeichnet l· das Doubldblech, und
zwar die Gold- oder Platinseite; die Gröfse der in dieselbe eingeprefsten Cavität α wird durch
die äufsere punktirte Linie angedeutet.
Die Nickelseite des Metalles ist der Zunge, die Gold- oder Platinaseite dem Gaumen zugekehrt.
Erstere wird später mit Kautschuk überzogen, welcher, wie bekannt, am Nickelmetall
dauernd haftet und dasselbe nicht angreift. Die' Gaumenseite mufs deswegen aus Gold oder Platin bestehen, weil Nickel von
den Mundsecreten angegriffen wird, was bei Gold oder Platin nicht der Fall ist. Doch
braucht die Dicke des Gold- oder Platinbleches nur gering zu sein, da keine Reibung stattfindet.
Nachdem nun die mit der Cavität α versehene ■ Platte in den Mund eingepafst ist und die
nöthigen Aenderungen vorgenommen worden sind, werden an den Rändern der Cavität a
Oeffnungen χ in die Metallplatte geschnitten. Es wird dann die ganze Cavität α mit Abdruckmasse
gefüllt und die Platte fest an den Gaumen des Patienten gedrückt. Die überflüssige Abdruckmasse
entweicht aus den Einschnitten x, wodurch ein ganz genauer Abdruck des Gaumens
hergestellt wird.
Claims (2)
- Nachdem nun in hergebrachter Weise ein Modell gegossen, die Metallplatte abgenommen und die Abdruckmasse aus der Cavität α entfernt ist, wird die Peripherie der Platte durchlöchert und werden an geeigneten Stellen an der Nickelseite der Platte unter sich gehende Drähte angelöthet.So vorbereitet, ist die Platte zum Aufmodelliren der Zähne fertiggestellt, und nachdem dies geschehen, wird das Gebifs in den Mund eingepafst und darauf in bekannter Weise in die Cuvette eingebettet. Nach Entfernung des Modellwachses wird der entstandene Hohlraum zwischen Platte und Modell von den Löchern χ der Cavität α aus mit weichbleibendem Kautschuk ausgefüllt. Der durch diese Löcher χ getretene weiche Kautschuk füllt dann aber nicht die ganze Cavität α aus, sondern bildet, wie Fig. 3 zeigt, nur einen Ring g, welcher innerhalb der grofsen Cavität α eine zweite kleinere Cavität d herstellt. Auch aus Fig. 2 ist dies ersichtlich, welche einen Schnitt durch die Metallplatte b mit dem in α befindlichen weichen Kautschuk g, aber ohne den unteren Ueberzug von hartem Kautschuk darstellt.Die weitere Herstellung des Gebisses geschieht dann in gewöhnlicher Weise, wobei die Metallplatte, wie oben erwähnt, einen dünnen Ueberzug aus hartem, zahnfleischfarbenem Kautschuk erhält.Der weichbleibende Kautschuk g innerhalb a an der Gaumenseite der Platte bezweckt ein besseres Ansaugen der Zahnpiece, da sich bekanntlich Metallplatten ihrer Glätte wegen zum Ansaugen nicht immer eignen.Gleichzeitig bewirkt das Durchtreten des Kautschuks durch die Löcher χ ein inniges Zusammenhalten von Metall und Kautschuk, welches durch die an dem äufseren Rande der Platte angebrachten Löcher und durch die aufgelötheten Drähte noch erhöht wird. Nur hierdurch ist man im Stande, den zahnfleischfarbigen rosa Kautschuk, der bekanntlich äufserst spröde ist, zur Bedeckung des Gaumens anzuwenden, da die zähe Nickelplatte in Verbindung mit der Gold- oder Platinplatte genügend Widerstand leistet, so dafs ein Durchbrechen der Gaumenplatte verhindert wird. Aufserdem behält nunmehr auch der Gaumen sein natürliches Aussehen und kann der Patient ungenirt den Mund öffnen. Auch wirkt die Metallplatte, wie bekannt, kühlend auf den Gaumen ein.Patenτ-Ansprüche:ι. Für die Herstellung künstlicher Saugegebisse die Anwendung von Doubleblechen aus Nickel, Nickelcomposition oder Neusilber und Gold oder Platin, derart, dafs die Gold- oder Platinseite am Gaumen anliegt, während die Nickelseite mit Kautschuk überzogen ist, und wobei der Kautschuk durch in die Cavität a, Fig. 1, eingeschnittene Löcher χ hindurchtritt.
- 2. An Saugegebissen das Einschneiden von Löchern χ am Rande innerhalb der Cavität a der Metallplatte b, Fig. 1, zur Erlangung des Abdruckes vom Gaumen und zum Durchstopfen von weichbleibendem Kautschuk behufs Erreichung besserer Saugfähigkeit.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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