DE2748845C2 - Methylsilacyclopentenylderivate und deren Verwendung - Google Patents
Methylsilacyclopentenylderivate und deren VerwendungInfo
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Description
—N
2. Verwendung der Methylsilacyclopentenylderivate nach Anspruch 1 zum Sllylleren vog aktive Wasserstoffatome enthaltenden Verbindungen.
Die Erfindung betrifft Methylsilacyclopentenylderivate und deren Verwendung zum Sllylleren von aktive
Wasserstoffatome aufweisenden Verbindungen.
Die Sllyllerung von aktive Wasserstoffatome enthaltenden organischen Verbindungen zum Zwecke von chromatographischen Analysen, organischen Synthesen und zur Einführung von Blockierungsgruppen und/oder
Schutzgruppen ist eine gut bekannte und nOtllche Methode. Alan E. Pierce (»Silylatlon of Organic Compounds«,
Pierce Chemical Company, Rockford, Illinois [ 19681) gibt einen Überblick Ober eine große Vielzahl von
Trimethylsilylgruppen enthaltenden Sllyllerungsmltteln und Silylierungsmethoden.
Üblicherweise werden für Sicherungen Steuerungsmittel verwendet, die die Trimeihyisiiyigruppe einführen,
da diese Mittel im Handel erhältlich sind und da die gebildete trimethylsllyllerte organische Verbindung vorteilhafte Eigenschaften besitzt, wie eine höhere Flüchtigkeit Im Vergleich der mit der nicht-sllyllerten Verbindung.
Weiterhin sind bei der Auswahl eines Sllyllerungsmlttels auch andere Faktoren, wie das Sllyllerungsvermögen
und die Art der bei der Silylierung gebildeten Nebenprodukte, von Bedeutung.
Von den bekannten Sllyllerungsmltteln Ist Bls-trimethylsllylacetamid gut zuganglich und besitzt auch ein starkes Sllyllerungsvermögen. Bls-trlmethylsllylacetamld enthalt jedoch zwei Trimethylsilylgruppen, von denen die
erste für das Sllyllerungsvermögen der Verbindung verantwortlich Ist. Die zweite Trlmethylsllylgruppe des BIstrlmethylsilylacetamlds, die nach der Reaktion der ersten Trlmethylsilylgruppe zurückbleibt, 1st jedoch weniger
r aktiv als die erste Trlmethylsllylgruppe. Demzufolge ist es üblich, ein Mol Bls-trlmethylsllylacetamld pro Mol
der zu sllyllerenden aktiven Wasserstoffatome bei der Slly'lerungsreaktlon einzusetzen, wobei das als Nebenprodukt anfallende Trlmethylsilylacetamld bei der Reaktion nicht verwendet wird. Somit wird lediglich die Hälfte
der vorhandenen Trimethylsilylgruppen ausgenutzt. Daher 1st ein wirksameres Silyllerungsmlttel mit einem
starken Sllyllerungsvermögen erwünscht.
so Es hat sich nunmehr gezeigt, daß Silyllerungsmlttel, die eine Methylsllacyclopentenylgruppe aufweisen, die an
eine Amldgruppe oder eine Lactamgruppe gebunden sind, kraftige und wirksame Silyllerungsmlttel darstellen.
Aus der US-PS 35 09 191 sind methylsllacyclopentenyl-gruppenhaltlge Verbindungen bekannt, die ein an ein
Slliciumatom gebundenes Halogenatom oder eine an ein SHlclumatom gebundene Alkoxy gruppe aufweisen.
Aus der US-PS 40 12 375 (vom 15. März 1977) sind Silacyclopentenyl-bls-f-caprolactam und dessen Verwendung als Kettenverlängerungsmittel für hydroxylgruppenhaltlge Verbindungen, Insbesondere endständige
Hydroxylgruppen aufweisende Polydlmethylslloxane, für die das Material ein sehr schnelles Kettenverlängerungsmittel darstellt, beschrieben. Die Kettenverlängerung Ist jedoch ein Polymerisationsverfahren, durch das
das Molekulargewicht In starkem Maße erhöht und die Flüchtigkeit des Polydlmethyislloxans vermindert wird.
Dieses Ergebnis Ist bei einem Sllyllerungsverfahren nicht erwünscht.
Wi Aus der US-PS 37 76 933 ist ein Verfahren zur Herstellung von Amldosllanen der allgernejnen Formel
R/'Si[N(R)C(=O)R']4;r
In der
R" eine einwertige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen und
χ eine Zahl mit einem Wert von 1 bis 3
bedeuten, offenbart. In dieser Druckschrift Ist angegeben, daß die Amldosllane Vernetzungsmittel für Silikonkautschuk, hydrolyslerbare Silane zur Herstellung von Silikonharzen, Kettenverlängerer für Silikonkautschuke,
die Endgruppen absättigende Mittel für Silikonfluide und Steuerungsmittel darstellen. Es ist jedoch aus diesem
Stand der Technik in keiner Weise zu entnehmen, daß Methylsilacyclopentenylamide hergestellt werden oder
als Sicherungsmittel geeignet sein können.
Aus den US-PS 28 76 209 und 28 76 234 sind an Siliclumatome gebundene Lactame bekannt. In diesen Druck-.
Schriften sind lactamgruppenhaltige Silane beschrieben, die der folgenden allgemeinen Formel
\
C=O)x .
C=O)x .
entsprechen. In der
R° eine Cyclohexylgruppe, eine Arylgruppe, eine Alkenylgruppe oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen,
Y eine Alkylengruppe mit 3 bis 18 Kohlenstoffatomen mit einer Kette von mindestens 3 und nicht mehr als 5
Kohlenstoffatomen zwischen dem Stickstoffatom und der Carbonylgruppe und
χ eine ganze Zahl mit einem Wert von 1 bis 4 bedeuten.
Aus DE-OS ί.426 109 ist die Verbindung BiS-(I-methyl-l-silacyclopent-S-enyDamin bekannt, das sich jedoch
nicht als Siiyilerungsmitiei eignet, da diese Organosiiyiaminc sogar gegenüber wäßrigen AlkaHISsungen verhältnismäßig
stabil sind. Das ebenfalls aus dieser Veröffentlichung bekannte Methylsilacyclopentenylchlorid reagiert
nur langsam mit den aktive WasserstofTatome aufweisenden Verbindungen und liefert darüber hinaus zusätzlich
unverwünschten Chlorwasserstoff.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, neue Methylsilacyclopentenylverbindungen anzugeben, die
kräftige U1Id wirksame Silylierungsmittel darstellen.
Diese Aufgabe wird durch die Methylsilacyctopentenylderivate gemäß Patenanspruch I gelöst.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen umfassen somit eine der in Anspruch 1 angegebenen Amidogruppen
oder Lactamogruppen, an die eine Methylsilacyclopentenylgruppe gebunden ist.
Der Ausdruck »Methylsilacyclopentenylgruppe« steht für eine Gruppe der folgenden Isomerenformeln
Si Si
wobei die nicht abgesättigte Slliclumblndung an eine andere Gruppe, wie eine Amldogruppe, gebunden ist.
Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung dieser Methylsllacyclopentenylderivate r-iti Silylieren
von aktive Wasserstoffatome enthaltenden Verbindungen. Hierbei wird das aktive Wasserstoffatom durch
eine Methylsilacyclopentenylgruppe ersetzt, und zwar mit einer Geschwindigkeit, die in unerwartetem Maße
schneller Ist als die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der das entsprechende Amid oder Lactam reagiert, das eine
Trlorganosilylgruppe trägt.
Zur Herstellung von Methylsilacyclopentenylchlorid erhitzt man nach dem Verfahren der US-PS 35 09 191
1,4-Butadlen mit (CHj)3Sl2Cl1 auf 550° C und erhält eine Mischung aus Isomeren Chlorsilanen der Formeln
Si Si
Cl CH3 CH3 Cl
Diese Isomeren sind, einzeln oder In Form eines Gemisches eingesetzt, bevorzugte Zwischenprodukte zur
Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen. Demzufolge umfassen die crfindungsgcmillicn Derivate
sowohl die Verbindungen der allgemeinen Formeln >■>
| Si | \ | CHj | und | / | Z | Si | CHj |
als auch deren Gemische.
Gemäß einem bevorzugten Verfahren zur Herstellung von Sllylamlden und Sllyllactamen vermischt man
Methylsllacyclopenlenylchlorld mit einem geeigneten Amid oder Lactam, das mindestens ein an das Stickstoffatom
gebundenes Wasserstoffatom aufweist, wobei man in Gegenwart eines wasserfreien Lösungsmittels und
mindestens einer ausreichenden Menge eines geeigneten HCl-Akzeptors, wie eines tertiären Amins, wie
Triethylamin, das mit Irgendwelchem als Nebenprodukt gebildetem Chlorwasserstoff reagiert, arbeitet. Ein
weiteres Verfahren zur Herstellung von Silylamlden, das für die Herstellung der erfindungsgemäßen Methylsllacyclopentenylamide
geeignet ist, ist in der US-PS 37 76 933 beschrieben. Ein weiteres Verfahren zur Herstellung
von Silyllactamen, das für die Herstellung der erfindungsgemäßen Methylsllacyclopentenyllactame angewandt
werden kann, ist aus der US-PS 28 76 234 bekannt.
Es ist festzuhalten, daß die zur Bezeichung der erfindungsgemäßen Verbindungen verwendeten Formeln und
chemischen Definitionen derart zu verstehen sind, daß sie auch jene Methlysliacyclopentenylamlde und Methylsilacyclopentenyllactaine
umfassen, die, je nachdem, eine Slliclum-Stickstoff-Blndung oder eine Silicium-Sauerstoff-Bindung
oder eine dazwischenliegende Blndungsform aufweisen, wie sie sich In dem tautomeren Gleichgewicht
zwischen der Sl-N-Bindung und der Sl-O-Blndung manifestiert, oder Irgendeine andere Art von Bindung
ο aufweisen, wie es dem Fachmann als mit dem chemischen und physikalischen Verhalten der erfindungsgemäßen
Verbindungen in Einklang stehend ersichtlich Ist. Bezüglich einer Diskussion der Si-O- und Si-N-Bindung
bei Silylamlden und der verschiedenen Faktoren, die die Art der Bindung bei Irgendeinem besonderen Sllylamld
beeinflussen, darf auf das Kapitel 4 des oben zitierten Buches von Alan E. Pierce verwiesen werden.
Beispielsweise steht Methylsilacyclopentenyl-N-methylacetamid, bei dem es sich um eine bevorzugte erfln-
Beispielsweise steht Methylsilacyclopentenyl-N-methylacetamid, bei dem es sich um eine bevorzugte erfln-
dungsgemäße Verbindung handelt, für Irgendeine der folgenden Strukturen oder deren Äquivalente, die eine
Methylsilacyclopentenylgruppe aufweisen, die an eine N-Methylacetamidogruppe gebunden sind.
O O
Si O Si O
/ \ Il / \ Il
CH3 N-C-CH3 CH* N-C-CH3
CH3 CH3
Si NCH3 Si NCH3
/ \ Il / \ Il
CH3 O—C-CH3 CH3 0-C-CH3
In ähnlicher Weise steht das erfindungsgemäß ebenfalls bevorzugte Methylsllacyciopentenyl-e-caprolactam für
irgendeine der im folgenden angegebenen Strukturen oder deren Äquivalente, die eine an eine ε-Caprolactamogruppe
gebundene Methylsilacyclopentenylgruppe aufweisen.
Si O Si
/ \ Il / \ Il
Il Il
Si' Si'
so CH3 0-C-CH2-CH2 CH3 Q-C-CH2-CH2
/CH2
N-CH2-CH2' __ N-CH2-CH2
Die erfindungsgemäßen Verbindungen besitzen ein unerwartetes Sllylierungsvermögen. Die Ausdrücke »Silylieren«
und »Sllyllerung« stehen für ein Verfahren, bei dem ein aktives Wasserstoff atom, das heißt ein Wasserstoffatom,
das an ein Sauerstoffatom, ein Schwefelatom oder ein Stickstoffatom gebunden Ist, einer Verbindung
durch eine mit einem Kohlenwasserstoffrest substituierte Silylgruppe ersetzt wird. Die mit dem erflndungsgemä-
w) ßen Verfahren bewirkte Silylierung verläuft schnell und In vielen Fällen Im wesentlichen quantitativ, wobei ein
aktives Wasserstoffatom durch eine Methylsilacyclopentenylgruppe ersetzt wird. Der Ausdruck »Sllyllsrungsvermögen«
steht für die Fähigkeit eines Sllylierungsmlttels, Isopropylalkohol zu silylleren, und Ist als die Halbwertzeit
des Sllylierungsmlttels In überschüssigem Isopropylalkohol bei 35° C zu verstehen, welche Halbwertszeit mit
Hilfe der Im folgenden angegebenen Standardmethoden zur Bestlmmunf, von chemischen Kinetiken gemessen
f>> wird. Das Sllylierungsvermögen Ist der Halbwertszeit umgekehrt proportional.
Aktive Wasse.'-'.toffatome aufweisende Verbindungen, die mit Hilfe der erflndungsgemäßen Methylsllacyclopentenylderlvate
sllyllert werden können, schließen Irgendwelche chemischen Verbindungen der folgenden
alleemeinen Formeln QOH, QSH, Q2NH und QNH2 ein, worin Q für eine einwertige Gruppe steht, die gegebe-
nenfalls weitere aktive Wasserstoffatome aufweisen und Irgendein chemischer Rest sein kann, wie ein Wassersloffatom, eine kohlenstoffhaltige Gruppe, eine slcllcumhaltlge Gruppe oder eine kohlenstofffreie Gruppe.
Wenn 0 für ein Wasserstol'futom steht, kann die Sllyllcrung mit dem Mcthylsllacydopcnicnyldcrlval der in
Anspruch I angegebenen allgemeinen Formel einmal pro Molekül erfolgen und führt zu dem entsprechenden
Methylsilacyclopentenylhydroxld, -mercaptan oder -amln, das heißt dem entsprechenden Sllanol, Sllanthiol oder >
Sllylamin, oder die Sllyllerung kann mehr als einmal In unterschiedlichem Ausmaß pro Molekül ablaufen und
führt zu variierenden Mengen des entsprechenden Dlslloxans, Disllthlans, Disilazans oder Trlsllylamlns.
Kohlenstofffreie Gruppen Q umfassen die Gruppen der folgenden Formeln -OH, -SONH2, -NH2, -SH und
ergeben anorganische Verbindungen der Formeln H2O2, NH2OH, HSO2NH2, NH2NH2 und NH2SH. Die SiIyIIerung dieser anorganischen Verbindungen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann gegebenenfalls mehr als
einmal pro Molekül erfolgen.
Die erflndungsgemäßen Verbindungen sind von besonderem Wert für das Silylieren von Verbindungen, bei
denen Q für eine kohlenstoffhaltige Gruppe, eine slllclumhaltlge Gruppe oder eine slliciumorganische Gruppe,
die Kohlenstoffatome und Sillclumatome enthalt, steht.
Insbesondere kann man Irgendeine organische Verbindung, die mindestens ein an ein Sauestoffatom, ein is
Schwefelatom oder ein Stickstoffatom gebundenes Wasserstoffatom aufweist, mit Hilfe der erflndungsgemäßen
Verbindungen silylieren. Beispiele für solche organische Verbindungen sind Alkohole, Phenole, Enolc,
Hydroperoxide, Peroxysiluren, Carbonsäuren, Thiocarbonsäuren, Mercaptane, Sulfonsäuren, Sulfinsäuren, .Sulfonamide, Sulfatester, Phosphatester. Phosphonsäuren, phoshponlge Sauren, phosphinige Säuren, Amine, Hydroxylamine, Aminosäuren, Amide, Imide, Amidine, Harnstoffe, Oxime, Kohlenhydrate, Steroide, Alkaloide und
andere Naturstoffe. Diese organischen Verbindungen können gegebenenfalls weitere Gruppen aufweisen, wie
eine oder mehrere Estergruppen, Nltrllgruppen, Nitrogruppen, Carbonylgruppen, Äthergruppen, Sulfidgruppen,
Acetalgruppen, Ketalgruppen, Kohlenstoff-Kohlerstoff-Doppelblndungen, Kohlenstoff-Kohlenstoff-Drelfachblndungen, aromatische Gruppen, allphatische G'uppen, cycloaliphatische Gruppen, heterocyclische Gruppen und
Halogenatome.
Die erflndunjsgemäßen Methylsilacyclopentenylderivate sind auch zum Silylieren von Verbindungen
verwendbar, bei denen die Gruppe Q Slllclumatome oder Sillclumatome und Kohlenstoffatome enthält, wobei In
beiden Fällen eine Silicium enthaltende Verbindung gebildet wird.
Kohlenstofffreie Slllclumatome enthaltende Verbindungen sind, ohne daß diese Aufzählung abschließend sein
soll, kieselsäurehaltige Materialien, wie Siliciumdioxid, Sand, vermahlener Quarz und Polykleselsäure, wobei in JO
diesem Fall das aktive Wasserstoffatom an ein Sauerstoffatom gebunden Ist, das seinerseits an ein Slliclumatom
gebunden ist.
Slllciumhaltlge Verbindungen, die sowohl Kohlenstoffatome als auch Siliciumatome enthalten, und die unter
Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen silyllert werden können, schließen slliciumorganische
Verbindungen, wie Silane, Silanole, Silthiole und Sllylamine, und Polyslllciumverbindungen, wie Siloxane, J5
Silthiane und Silazane ein. Von besonderem Interesse sind die hydroxylgruppenhaltigen Polyorganosiloxane, die
in Form von Flüssigkeiten, gummiartigen Produkten und Harzen vorliegen und bei denen die organischen
Guppen einwertige KohlenwasserstofTgruppen sind, wie Methylgruppen, Ethylgruppcn, Vinylgrupcn, Phcnylgruppcn und 3.3,3-Trlfluorpropylgruppen. welche Gruppen über dnc Slllclum-KohlcnslolT-Blndung an das Sillciumatom gebunden sind, während die Hydroxylgruppen direkt über eine Silicium-Sauerstoff-Bindung an ein Sill- 4n
ciumatom gebunden sind.
Es versteht sich, daß die unter Verwendung erfindungsgemäßer Verbindungen zu silyllerende Verbindung ein
oder mehrere aktive WasserstofTatome enthalten kann, wobei diese aktiven Wasserstoffatome an gleichartige
oder verschiedene Heteroatome gebunden sein können. Weiterhin kann die zu sllylierende Verbindung eine
einzige Verbindung oder eine Mischung von Verbindungen sein, von denen mindestens eine mindestens ein M
aktives Wasserstoffatom aufweist, das direkt an ein Sauerstoffatom, ein Schwefelatom oder ein Stickstoffatom
gebunden ist.
Es versteht sich ferner, daß man auch eine Mischung aus mehr als einem der erfindungsgemäßen Silylierungsmittel verwenden kann.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind besonders nützlich zur Bildung von Derivaten von organische' so
Verbinungen, wie von Naturstoffen, die einen hohen Siedepunkt aufweisen, thermisch empfindlich oder reaktiv sind. Die Sllyllerung hat eine Stabilisierungswirkung zur Folge, so daB die sich anschließenden Maßnahmen,
wie die Destillatfon, die gaschromatographische Analyse und/oder ausgewählte chemische Reaktionen an der
süyüerier. organischer! Verbindung dsjrchgcfshrt «ciden können. Die erfindungsgcrnäScs Verbindungen sind
ferner zum Silylieren von aktive WasserstofTatome enthaltenden Polymeren geeignet, wodurch die Endgruppen
des Polymeren abgesättigt werden, die Oberflächeneigenschaften von natürlichen polymeren Fasern modifiziert
werden und die ungesättigte Silacyclopentenylgruppe in ein aktive WasserstofTatome aufweisendes Polymeres
eingeführt wird.
Das T.U! Durchführung der Silylierung bewirkte Vermischen kann in irgendeiner geeigneten Weise erfolgen,
beispielsweise durch Vermischen, Vermählen, Verrühren oder Verrühren unter Einwirkung von Scherwirkung, «>
wobei man in irgendeinem geeigneten Medium, wie einer Lösung oder einer Suspension, oder in Abwesenheit
irgendeines Lösungsmittels oder eines Dispersionsmittels arbeitet. Während der Silylierung muß man unter
wasserfreien Bedingungen arbeiten.
Die Silylierung erfolgt spontan beim Vermischen der Reaktionsteilnehmer bei irgendeiner geeigneten Temperatur. In vielen Fällen erfolgt eine schnelle und im wesentlichen quantitative Siiyiierung innerhalb weniger
Minuten bei Raumtemperatur. In gewissen Fällen mag es erwünscht sein, die Silylierung bei erhöhten Temperaturen, beispielsweise bei einer Temperatur von bis zu 10O0C, oder bei der Rückflußtemperatur Irgendeines
Lösungsmittels oder Dispersionsmittels durchzuführen, um die quantitative Silylierung in einer geeigneten Zeit
zu erreichen/Es !legt ferner Im Rahmen der Erfindung, bei der Durchführung des Verfahrens Irgendwelche gut
bekannten Katalysatoren und Promotor-Losungsmittel anzuwenden.
a'.ome In der zu sllyllerenden Verbindung. Somit führt, bei Anwendung dieser Stöchlometrie, das Vermischen >.'
äquivalenter Mengen der aktive Wasserstoffatome enthaltenden Verbindung und des Methylsllacyclopentenyldc- '■·■
rivates der In Anspruch 1 angegebenen allgemeinen Formel zu einer Im wesentlichen vollständigen Silylierung ■
lenten Menge einsetzt, eine teilweise Silylierung der Verbindung erreicht. Gewünschtenfalls kann man auch eine ..'j
geringere als äquivalente Menge der Verbindung verwenden. Jedoch stellen Mischungen, die das Methylsllacyc- ':
lopentenylderivat In einer Menge enthalten, die größer Ist als die für die oben angegebenen stöchlometrlschen j
rungsvermögen der analogen Triorganosiiyiverbindungen. Beispielsweise ist das Siiylicrüiigsvcrrncgcri vor. ^,
Methylsllacyclopentenyl-N-methylacetamld größer als das von Trlmethylsilyl-N-methylacetamld, von Dimethyl- -\
2n vlnylsllyl-N-methylacetamld, von Dimethylphenylsllyl-N-methylacetamld und von Dlmethyl-3,3,3-trlfluor-
propylsllyl-N-methylacetamld. . ■;'
sie mit dem bekannten Steuerungsmittel Blstrimethylsllylacetamld verglichen werden. !
« 3
Beispiel 1 ';j
ί-Caprolactam In 750 ml Toluol Im Verlaufe von 30 Minuten 1 Mol Methylsllacyclopentenylchlorld. Man rührt \.ί
w die Mischung während 1 Stunde, filtriert dann zur Entfernung des gebildeten Trläthylamln-hydrochlorlds und ;
führt eine fraktionierte Destillation des Flltrats durch, wobei man Methylsllacyclopentenyl-ecaprolactam mit .ί|
mittlerer Ausbeute erhält. Die Verbindung siedet bei einem Druck von etwa 0;5 kPa bei 120 bis 1400C. Das i!
prolaciamorest dieses Silyllactams mehr als 90% eine Slllclum-Stlckstoff-Blndung 1st. I^
■" %
Beispiel 2 |
schwiiidlgkeit, daß die Temperatur der Reaktionsmischung unterhalb 60°C bleibt. Nachdem die Zugabe des 'f.
Chlorids beendet ist, rührt man die Reaktionsmischung während 2 Stunden bei Raumtemperatur, filtriert das
gebildete Natriumchlorid ab und führt eine fraktionierte Destillation des Flltrats durch, wobei man Methylsllacyclopentenyl-N-methylaeetamid mit mittlerer Ausbeute erhält. Das Material siedet bei einem Druck von etwa
0,1 kPa bei 76 bis 87° C. Das Infrarotspektrum läßt erkennen, daß die Bindung zwischen der Methylsllacy
clopentenylgruppe und dem N-Methylacetamidorest dieses Sllylamlds zu mehr als 90* eine Slllclum-Stlckstoff-
Blndung Ist.
5'> Man beschickt Standard-Röhrchen, wie sie für die Aufzeichnung von kernmagnetischen Resonanzspektren
benutzt werden, die einen Außendurchmesser von 5 mm und eine Länge von 205 mm aufweisen, zunächst mit
0,1 ml der In der folgenden Tabelle angegebenen Silylierdngsmlttel und dann mit 0,5 ml wasserfreiem Isopropylaikohöl, wobei man in einer Troekenbüx arbeitet, um wasserfreie Bedingungen aunechtraerhalten. Unmittelbar
nach der Zugabe des Isopropylalkohls verschließt man die Röhrchen, stellt sie mindestens einmal auf den Kopf,
um die Reaktionsteilnehmer zu vermischen, entnimmt sie aus der Trockenbox und bringt sie Innerhalb von 30
Sekunden nach der Zugabe des Isopropylalkohols bei 35° C In ein NMR-Spektrometer (Varlan A-60 1H) ein. Das
NMR-Speklromcter wird zuvor derart eingestellt, daß es das Signal der WasserstofTatome der an das Slllclumatom gebundenen Methylgruppe aufzeichnet. Bei wiederholenden Untsrsuchungen wird das NMR-Spektrometer
derart eingestellt, daß die Signale der Wasserstoffatome der Methylgruppen der N-Methylacetamidgruppe oder
&» des an das Stickstoffatom gebundenen Wasserstoffatoms der e-Caprolactamgruppe aufzeichnet. Wenn möglich
wird die Reaktion verfolgt, indem man Im Verlaufe der Zeit mehrere Ablesungen der Intensität des NMR-Signals aufzeichnet. Zeichnet man die hierbei erhaltenen Zahlenwerte gegen die Zelt auf, so kann man die Zeit
ermitteln, die dazu erforderlich Ist, die Konzentration irgendeines besonderen Silylierungsmittels auf die Hälfte
seiner ursprünglichen Konzentration zu bringen, welche Zelt der Halbwertszelt des Sllyiieningsmlttels
entspricht.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen besitzen eine Halbwertszelt, die zu kurz ist, um mit Hilfe dieser
Technik gemessen zu werden, da sie bereits vollständig reagiert haben, bevor die Reaktionsmischung in das
NMR-Spektrometer eingebracht worden ist.
überschüssigem Propanol (Minuten)
C1I2=CHSi(CH3)J
CHjNCOCH3 C6H5Si(CHj)1
CH3NCOCH3 CF3CHjCH2Si(CH3)J
CHjNCOCH3
Si
CH3 NCOCH3
CH3
Si
CH3 NCOCHj—CHj
240
weniger als 30 Sekunden
weniger als 30 Sekunden
CHj CHj CHj
Claims (1)
- Patentansprüche: 1. Methylsilacyclopentenylderiyate der allgemeinen FormelnO O
Si CH3 oder / Z Si CH Z worin Z einen Formamido-, einen Acetamido-, einen N-Methylformamido-, einen N-Methylacetamido-, einen N-Ethylacetamldo-, einen N-tert.-Butylacetamido-, einen N-Vinylacetamldo-, einen N-Tolylacetamido-, einen N-Phenylacetamldo-, einen Propionamido-, einen N-Methylpropionamido-, einen Benzamldo- oder einen N-Methylbenzamidorest oder einen Lactamorest der folgenden allgemeinen tautorneren Formeln
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|---|---|---|---|
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