DE2746414A1 - Mittel zum dosieren von stoffen und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents

Mittel zum dosieren von stoffen und verfahren zu seiner herstellung

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Description

  • Mittel zum Dosieren von Stoffen und Verfahren zu seiner Herstellun
  • Die Erfindung betrifft ein Mittel zum Dosieren von Stoffen und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
  • Für die Abteilung beliebig wählbarer Gewichtsmengen von Stoffen ist es bekannt, Waagen oder Volumenmeßgeräte zu verwenden.
  • Volumenmeßgeräte können nur zur Abteilung von Stoffen mit homogener Dichte herangezogen werden. Deshalb löst man feste Stoffe in flüssigen Hilfsstoffen, wenn Gewichtsmengen mit Hilfe von Volumenmessungen exakt dosiert werden sollen. ;;t Volumenmeßgeräten wie z-B. Büretten, die einen konstanten Querschnitt haben, kann man innerhalb des Meßbereichs bei Verwendung von Lösungen konstanter Konzentration beliebiae Gewichtsmengen nach der Länye der Flüssigkeitssäule abteilen. Der auf das Gewicht des zu dosierenden Stoffes bezogene Meßbereich ist durch Konzentrationsänderung oder Abwandlung der Querschnittsform der Bürette variierbar.
  • Will man kleinere denen meßbar machen, ohne den Hilfsstoffanteil zu erhöhen, so müßte bei gleichbleibender Ldnje und Breite des Geräts der on sich runde Querschnitt abgeflacht werden. Die Methode ist aber bei Volumenmeßgeräten nicht praktikabel, weil die rnit der Vergrößerung der Oberflache des Lumens verstärkt zwischen Glas und Flüssigkeit auftretende Grenzflächenwechselwirkung das Meßergebnis verfälscht.
  • Alle anderen Methoden, Stoffe für eine einfache 'wosieruna ohne apparativen Aufwand bereitzustellen, haben aber wieder den NAchteil, daß die Dosierund nur in diskontinuierlichen Einheiten nach der Stückzahl erfolgen kann, die durch Formung von Gebilclen mit konstantem Volumen fest-elest wurden.
  • Vordosierte Zubereitungen können durch Umhüllen definierter Stoffmengen (z.B. Ampullen, Tüten, Kopseln) oder durch Formung stabiler Gebilde aus den zu dosierenden Stoffen und geeigneten Hilfsstoffen hergestellt werden (z.B. Tabletten, Dragees). Schon bei der Umhüllung bzw. Formung werden aus einem kontinuierlichen Materialfluß diskontinuierliche Einheiten abgeteilt, die dem vermuteten Bedarf ungefähr entsprechen, aber nicht mehr ohne Meßgeräte dem konkreten Bedarf angepaßt werden können.
  • Die bisher bekannten Stränge, von denen Einzeldosen wie z.B. Pillen abgeteilt werden, sind ür diesen Zweck nicht geeignet, weil sie nur im frischen Zustand mi entsprechendem Gerät genau zerteilbar sind und nach kurzer Zeit zu einer festen iasse verspröden.
  • Es ist bekannt, saugfähige Papiere mit flüssigen Wirkstoffen oder Lösunyen fester Wirkstoffe zu trinken. Für eine genaue Dosierung in eine vollständig gleiche Flüssigkeitsaufnahmefähigkeit der gesamten Papieroherfläche erforderlich. @ eben dem hohen Preis solcher Präzisionspapiere ist auch ihre Unlöslichkeit nachteilig. Mit diesem Wirkstoffpapieren lassen sich grundsätzlich keine feststofffreien Lösungen herstellen. Die inkorporierten Stoffe müssen aus dem unlöslichen Fasergeriist herausdiffundieren.
  • Deshalb ist die Wirkstofffreigabe gegenüber zerfallenden Zubereitungen stets verzögert und das Ende des degressiv verlaufenden Diffusionsprozesses nicht genau feststellbar. Der llirkstoff ist herstellungsgemäß sehr fein über die große Oberfläche des Faseriaterials verteilt und so in besonders hohem Maße der Oxidation durch den Luftsauerstoff ausgesetzt.
  • Die erfindungsgemäßen Zubereitungen schließen diese Nachteile aus und verbinden die Vorteile der oben genannten Einzeldosierformen, wie z.B. der Tablette, unter anderem mit dem Vorzug der kontinuierlichen Dosierbarkeit von Gewichtsmengen nach der Länge formbeständiger Stränge.
  • Aufgabe der vorliegende Erfindung ist es daher, ein mittel zu schaffen und ein erfahren zur Herstellung eines solchen Mittels vorzuschlagen, mit den es möglich ist, einen Stoff in einfacher Weise exakt zu dosieren.
  • Diese Aufhabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Mittel ein folienartiges Band ist, das aus dem zu dosierenden Stoff und aus Hilfsstoffen besteht, eine homogene Dichte sowie eine konstante Querschnittsform besitzt, wobei ein direkter Zusammenhang zwischen Länge und Gewichtsmenge des zu dosierenden Stoffes besteht.
  • Für dieses Mittel wird verfahrensgemäß der nach Gemisch zu dosierende Stoff mit geringen Menge cjeeirjneter Hilfstoffe so zu einem formbeständigen Strang konstanten Querschnitts verarbeitet, daß einerseits aufgrund der bekannten konstanten Korrelation von Gewicht der inkorporierten Stoffmenge und Länge des Stranges ohne -ewichts- und Volumenmeßgeräte nach der Länge der Zubereitung kontinuierlich wählbare Gewichtsmengen des zu dosierenden Stoffes einfach und exakt abgeteilt werden können und andererseits eine vollständige Freigabe des zu dosierenden stoffes durch Zerfall des abgeteilen Gebildes unter Einweirkung von Flüssigkeiten und/oder Wärme gewährleistet ist.
  • Die Hilfstoffmenge soll bei gleichzeitiger Erhaltung einer guten Bandhabbarkeit dadurch gering gehalten werden, daß für die Dosierung kleiner Mengen der Strang ein folienartiges Band darstell und große Menge sperrige Stoffe für Dosierzwecke durch Umhüllen mit einer Folie zu einem Strang geformt werden.
  • Es wurde gefunden, daß sich Folien für den angegebenen Zweck am besten eignen. Sie lassen sich mit gebräuchlichen, einfachen Maschinen großer Produktionsleistung preiswerter herstellen als andere Wirkstoffträger wie z.B. Tabletten.
  • Ihr wesentliches Charakteristikum, die Verhältnis zum Volumen sehr große Oberfläche, ist für die Herstellung, Verpackung und Anwendung besonders verteilhaft. Die erforderliche Füllstoffmenge wird bei gleichzeitiger Erhaltung einer gut handhabbaren Größe minimiert. Bei einem Folienstreifen (Dichte = !) von 1 cm Breite und einer Schichtdicke von 0,1 im beträgt das Verhältnis von Wirkstoff zur Füllstoff nur 1 : ?, wenn 1 cm des treifens einem Milligramm Wirkstoff ensprechen soll. Hinzu kommt der Vorteil einer wesentlich einfacheren Handhabung von Folien und die bessere Stabilität chemischer Stoffe in festes.
  • Zustand.
  • Die flache Form erlaubt eine raumsparende Verpackung.
  • Bei Tagsdosen von 1 mg Wirkstoff in Form der beschriebenen Folie bildet der Jahresbedarf bei zicharmonikoartiger Faltung einen Quader mit den Maßen 1 x 1 x 3,65 cm, und auf einem Kern von 1 cm Durchmesser aufgewickelt ergibt sich eine Rolle mit 2,33 cm Durchmesser. Eine Jahrespackung mit 13 Bägen, auf denen durch Sollbruchsiellen jeweils 7 x 4 Einzeldosen markiert sind, hat die Maße 7 x 4 x 0,13 cm.
  • rür die Anwendung ist die einfache Bedruckbarkeit der großen, ebenen Oberfläche wesentlich. Die Korrelation von Gewicht und Länge wird zweckmäßig aufgedruckt und durch Querstriche und/oder Sollbruchstellen markiert. Ferner ist der Aufdruck des Präparatnamens und wichtiger Informationen möglich.
  • Durch die Wohl entsprechender wasser- und lösungsmittellöslicher bzw. thermoplastischer Bindemittel wie z.B. Gelatine, Cellulosederivate verschiedenen Alyklierungs-, Hydroxlieungs-, Acylierung- oder CArboxyalkylierungsgrades und Zusatz von Vernetzungsmitteln wie z.B. Dialdehyden, Hydrophobierungsmitteln wie z.B Silikonölen, Sprengmitteln wie z.B. Stärke und Gemischen voll Natriumhydrocarbonat und Citronensäure oder Hydrophilierungsmitteln wie z.S. Na-Laurylsulfat konn die Zerfallbarkeit der Folie in Wasser, anderen Lösungsmitteln und/oder unter Wärmeeinwirkung beliebig eingestellt werden. Eine pH-abhängige Löslichkeit erzielt man z.B. mit kationischen oder anionischen Polymeren aus Methacrylsäure und Methacrylsäureestern als Bindemittel.
  • Die breiige, granulierte oder pulvrige Folienmasse wird mit dem in vorbestimmter Menge homogen einarbeiteten Wirkstoff zu einem kontinuierlichen Band konstanter Schichtdicke geformt. I,it einer Schichtdicke ist die Wirkstoffmenge pro Flächeninhalt festgelegt und bei konstanter Produktionsbreite auch die Stoffmenge pro Längeneinheit.
  • Die so erhaltene Bahn kann in schmalere Bänder mit zwec<-einen Stoffmengen pro Längeneinheit aufgeteilt werden. Weiterhin ist es unabhängig von dem Arbeitsoang der Folienformung möglich, die Einzeldosen durch Querschnitte festzulegen oder durch Anbringen von Sollbruchstellen vorzubestimmen.
  • Solche "Dosierfolien" lassen sich beschichten und durch übliche Kaschierverfahren mit anderen "Dosierfolien" oder wirkstofffreien Filmen zu Dosierlaminaten vereinigen. Die Methode eignet sich auch zur Kombination an sich inkompatibler Stoffe und zur Steuerung der Löslichkeit vorgefertigter Folien.
  • Andere Stoffe wie z.t3. mikroverkapselte Flüssigkeiten, Pasten, Pulver, Presslinge und Pflanzenteile können in diese Dosierfolien eingeschlossen oder auf diese aufgebracht werden, wenn bestimmte Wirkstoffmengen zusammen mit den anderen Stoffen in eine nach der Länge der dosierbaren Form gebracht werden sollen. Die genannten Stoffe können auch mit wirkstofffreien Folien vorzugsweise zylindrisch umhüllt werden, auf denen zweckmäßig die Gewichtsmenge der urihüllten Stoffen pro Längeneinheit durch eintsprechende Markierungen angebracht ist.

Claims (15)

  1. P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Mittel zur Dosierung von Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß es ein folienartiges rand ist, das aus dem zu dosierenden Stoff, Bindemittel und Hilfsstoffen besteht und eine homogene Dichte sowie konstante Querschnittsform besitzt und ein direkter Zusammenhang zwiscl,en Länge und Gewichtsmenge des zu dosierenden Stoffes besteht.
  2. 2. Verfahren zur Erstellung des -1.ittels nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zu dosierende Stoff in vorbestimmter llenge homogen mit Bindemitteln und anderen Hilfstoffen vermengt, zu einem folienartigen Band konstanter Schichtdicke und Breite geformt wird, so daß jeder Längeneinheit eine bekannte Menge des zu dosierenden Stoffes durch Abteilen entsprechend langer Stücke des Bandes erfolgt.
  3. t. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Gewichtseinheiten entsprechenden Abschnitte des Bandes markiert werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abteilung der bestimmten Cewichtsinengen entsprechenden Abschnitten durch Anbringen mechanischer Schwachstellen (Sollbruchstellen) vorbestimmt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bestimmten Gewichtsmengen entsprechende Abschnitte abgeteilt werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 2 bis 5, dadurch sekennzeichnet, daß die verwendeten Eindemittel in Wasser und/oder organischen Lösunysmitteln löslich sind.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendeten Bindemittel entweder in sauren oder in alkalischen Lösungen löslich sind.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendeten Bindemittel thermoplastisch sind.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch ó bis , dadurch ekennzeichnet, daß die Löslichkeit der Bindemittel durch chemische Vernetzungsreaktionen in der Folie herabgesetzt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Löslichkeit der Folie durch Zusatz hydrophiler Stoffe und/ oder an sich bekannter Tablettyensprengmittel gesteigert wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Löslichkeit der Folie durch Zusatz hydrophober (lyophober) Stoffe herabgesetzt wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere Dosierfolien zu einer mehrschichtigen Dosierfolie (Dosierlaminat) vereinigt werden.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosierfolie mit anderen Filmen der Folien beschichtet wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß andere Stoffe wie z.B. mikroverkapselte Flüssigkeiten, Pasten, Pulver, Presslinge und Pflanzenteile durch Umhüllung mit oder Auftragen auf Dosierrolien nach der Länge dosierbar gemacht werden.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 2 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß andere Stoffe wue z.B. mikroverkopselte Flüssigkeiten, Pasten, Pulver, Pressline und Pflanzenteile durch Umhüllung mit oder Auftragen auf wirkstofffreie Folien nacli der Länge dosierbar gemacht werden.
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