DE27320C - Verfahren und Apparate zur mechanischen Entgasung von Flufseisen - Google Patents
Verfahren und Apparate zur mechanischen Entgasung von FlufseisenInfo
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21C—PROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
- C21C1/00—Refining of pig-iron; Cast iron
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Diese Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes Verfahren zur Entfernung der in Gufsstücken
von Stahl oder anderem Metall enthaltenen Gase, deren Vorhandensein im Gufs eine gröfsere oder geringere Porosität desselben
bedingt. Die Erfindung besteht darin, dafs diese Gase durch Benutzung der Centrifugalkraft
unter Ausschlufs der Luft und mittelst der weiter unten beschriebenen Apparate von dem
geschmolzenen Metall getrennt werden. Hierbei findet nicht nur eine feinere Zertheilung des
geschmolzenen Metalles statt, was zur Entfernung der eingeschlossenen Gase sehr vortheilhaft
ist, sondern bei einer Modification des Apparates wird gleichzeitig durch die Centrifugalkraft
ein Vacuum erzeugt, welches sehr zur Erreichung des gewünschten Zweckes beiträgt.
Die beiliegenden Zeichnungen stellen den zur Verwendung kommenden Apparat in zwei Modificationen
dar.
In'den Fig. 1 und 2 ist A eine aus Schmiedeisen
in cylindrischer Form hergestellte Pfanne, welche unten durch einen Boden abgeschlossen
und oben offen ist. Die Höhe beträgt etwa 45 cm und der Durchmesser ungefähr 90 cm.
Am oberen Ende befindet sich ein um etwa 45 cm nach aufsen vorstehender Rand B, welcher,
wie die Pfanne selbst, mit feuerfestem Material (Ganister oder basischem Material) bekleidet ist. Der Boden von A ist in der Mitte
bei C mit einer etwa 90 cm langen, schmiedeisernen Welle D verbunden, welche durch das
Halslager J geführt ist und mit ihrem unteren konischen Ende in einem auf einer starken
Platte aus Stahl oder Eisen angebrachten Stützlager F läuft. Der Antrieb erfolgt mittelst der
Riemscheibe T. Um die Dauerhaftigkeit des eisernen Cylinders A zu erhöhen, kann die
Wandung aus zwei Mänteln bestehen, so dafs in den zwischen beiden bleibenden Hohlraum
kaltes Wasser durch die mit einer Längsdurchbohrung versehene Welle continuirlich eingeführt
werden kann, während das heifs gewordene Wasser durch eine oder mehrere im äufseren
Mantel sowohl wie im umgebenden Mauerwerk H angebrachte Oeffhungen abfliefst. Zwischen H
und A läfst man einen Spielraum von etwa 2,5 cm, um ein Anstofsen des rotirenden Theiles A
mit Sicherheit zu verhindern. Das Mauerwerk hat ferner noch Oeffhungen zur Durchführung
eines Riemens nach der Scheibe T oder einer Welle beim Betriebe durch konische Räder.
Der ringsum laufende Kanal K besteht aus feuerfestem Material und hat drei Oeffhungen
OPR. Das Ganze ist durch einen schmiedeisernen
Deckel L abgeschlossen, welcher ebenfalls, sowie der in der Mitte befindliche Einfülltrichter
M mit feuerfestem Material bekleidet ist. Letzterer reicht mit seinem unteren Ende N
etwas in den Theil A hinein. Die Oeffnung O
steht in Verbindung mit einem Exhaustor, welcher die atmosphärische Luft (beim Beginn der
Operation) sowie die von dem flüssigen Metall getrennten Gase absaugt. Statt dessen kann
aber auch mittelst eines Gebläses durch die Oeffnung P ein neutrales Gas eingeführt werden,
welches durch eine Auslafsöffnung im Deckel entweicht.
Das Verfahren zur Ausführung des Processes ist nun folgendes:
Zuerst wird die Innenseite des Apparates auf eine hohe Temperatur gebracht mittelst eines
Gebläses, wodurch Gas und Luft durch den Kanal P eingeführt wird.
Gleichzeitig wird der Exhaustor in Thätigkeit gesetzt, welcher die Verbrennungsproducte entfernt;
dann wird das Gebläse abgestellt, die Oeffnung P geschlossen und die Centrifuge in
rasche Rotation versetzt, worauf das geschmolzene Metall continuirlich in den Trichter M eingeführt
wird, und zwar so, dafs das Metall stets die Oeffnung N vollständig ausfüllt und also
keine Luft eintreten kann. Sobald das geschmolzene Metall den Boden der rotirenden
Pfanne A berührt, wird es durch die Centrifugalkraft mit grofser Gewalt gegen die Peripherie
geschleudert, wo es in einer dünnen Schicht aufsteigt und über den Rand B in den
Kanal K gelangt, aus welchem es durch die Oeffnung R behufs directer Verwendung abgelassen
wird. Der Zuflufs des Metalles ist abhängig von dem Abflufs, und beide werden
regulirt durch die Rotationsgeschwindigkeit der Centrifuge. Bei continuirlich em Betriebe braucht
der Apparat nur sehr mäfsige Dimensionen zu haben.
Eine Modification des beschriebenen Apparates ist in den Fig. 3 und 4 dargestellt, wobei die
Wirkung der Centrifugalkraft unterstützt wird durch ein gleichzeitig erzeugtes Vacuum.
Die verticale Welle D trägt an ihrem oberen Ende eine mit feuerfestem Material gut bekleidete
Scheibe C1 in deren Mitte ein Prisma S befestigt ist, welches mit einer oder mehreren
radialen Oeffnungen U versehen ist und leicht ausgewechselt werden kann. Der Querschnitt
der Auslafsöffnung des Trichters M, welche mit den radialen Durchbohrungen U des Prismas >S
in Verbindung steht, ist etwas kleiner als die Durchbohrungen des Prismas zusammengenommen.
Beim Eingiefsen des Metalles ist darauf zu achten, dafs der Trichter M immer bis zu
einer bestimmten Höhe gefüllt ist, damit keine atmosphärische Luft eintreten kann. Bei der
Rotation der Scheibe 5 entsteht an den äufseren Oeffnungen V der radialen Durchbohrungen U
eine saugende Wirkung, so dafs in der Mitte X ein Vacuum entsteht. Beim Austreten des Metalles
aus den Oeffnungen U entweichen die darin enthaltenen Gase in Form von kleinen
Blasen, was durch das Zerspritzen des Metalles an den Wänden des Kanals K noch gefördert
wird.
Der ganze Apparat kann beweglich gemacht und direct aus dem Converter oder der gebräuchlichen
Giefspfanne gefüllt werden. Das Prisma kann auf eine hohe Temperatur gebracht werden durch ein Gebläse, welches Luft
und Gas durch den Trichter M und von den Seiten des ringförmigen Kanals bei P einführt.
Luft und Gas können durch die Oeffnung O wieder entweichen.
Claims (3)
1. Die mechanische Entgasung von Flufseisen vor seinem Eintritt in eine Gufsform mit
Hülfe der Centrifugalkraft in einem rotirenden Apparat.
2. Zur Ausführung des unter !.angegebenen
Verfahrens der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Apparat, bestehend aus der Combination
einer rotirenden Pfanne A mit einem dieselbe umgebenden Kanal K und eine!m
am Abschlufsdeckel L angebrachten, in die Pfanne hineinreichenden Einfülltrichter N
und den über dem Kanal K angebrachten Oeffnungen O zum Absaugen der Gase.
3. Die in den Fig. 3 und 4 dargestellte Modification des unter 2. genannten Apparates,
bestehend in der Combination der mit einem Einfülltrichter M versehenen rotirenden
Scheibe 61 mit dem dieselbe umgebenden Kanal K, welcher nach der Ausflufsöffhung
hin geneigt und mit einer in dem ringförmigen Abschlufsdeckel L angebrachten Oeffnung
O zum Absaugen der Gase versehen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE27320C true DE27320C (de) |
Family
ID=303640
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT27320D Active DE27320C (de) | Verfahren und Apparate zur mechanischen Entgasung von Flufseisen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE27320C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1170590B (de) * | 1956-05-14 | 1964-05-21 | Arthur E Blake | Vorrichtung zum Behandeln von geschmolzenen Metallen oder Metallegierungen |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1170590B (de) * | 1956-05-14 | 1964-05-21 | Arthur E Blake | Vorrichtung zum Behandeln von geschmolzenen Metallen oder Metallegierungen |
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