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Die Erfindung betrifft eine Kapsel-Sortiervorrichtung mit einer horizontal angeordneten, mit Öffnungen versehenen Aufnahmeplatte, wie sie im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschrieben ist.
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Herkömmlicherweise werden beim mechanischen Füllen von Kapseln solche Vorgänge wie das Ausrichten der Kapseln in eine bestimmte Richtung, um sie jeweils mit derselben Richtung einer bestimmten Anordnung zuzuführen, das vorübergehende Entfernen der Deckel der Kapseln, um die Kapseln zu öffnen, das Füllen der Kapseln mit Chemikalien und das erneute Verschließen der Kapseln mechanisch und automatisch ausgeführt. Somit ist eine entsprechende Kapselfüllmaschine verhältnismäßig kompliziert, und wenn eine defekte Kapsel wie eine deformierte Kapsel während der oben beschriebenen Vorgänge unter normalen Kapseln gemischt wird, wird ein bestimmter Durchgang verstopft, da unter Umständen nur eine einzige defekte Kapsel vorhanden ist. Auf diese Weise wird der Wirkungsgrad der Maschine vermindert. Es ist sehr schwierig, aufgestaute Kapseln zu entfernen, um die Maschine wieder zufriedenstellend arbeiten zu lassen, weil die aufgestauten Kapseln sich im oberen Teil der Maschine befinden. Meistens sind derartige Teile schwer zugänglich. Es besteht deshalb die Tendenz, ein derartiges Fehlverhalten zu ignorieren. Dadurch wird der Wirkungsgrad der Maschine vermindert, was erfahrungsgemäß bei herkömmlichen Maschinen ein großer Nachteil ist.
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Es ist bereits versucht worden, solche Nachteile dadurch zu überwinden, daß eine Maschine mit einer Einrichtung versehen wird, welche dazu dient, defekte Kapseln auszusortieren. Eine solche Maschine ist jedoch außerordentlich kompliziert und ist wegen ihrer unzureichenden Betriebssicherheit zur Überwindung dieses Problems nicht geeignet.
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Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist aus der US-PS 27 71 191 bekannt. Die Kapseln gelangen aus dem Vorratsbehälter über ein Fallrohr auf eine Förderkette, deren Kettenglieder zur Aufnahme jeweils einer Kapsel fortlaufend Kammern bilden. Die Kapseln werden in ihren Kammern über eine mit Sortierlöchern versehene Platte bewegt. Die Breite einer ersten Öffnung ist so bemessen, daß einzelne Kapseldeckel und einzelne Kapselkörper aus ihrer Kammer nach unten herausfallen und ausgeschieden werden können. Mit Hilfe von Fühlern wird die Ausrichtung der Kapseln abgetastet und ein Auswerfer in der Weise gesteuert, daß die Kapseln mit dem Kapseldeckel voraus in die Auswurföffnung fallen. Nicht ordnungsgemäß zusammengesetzte Kapseln werden ausgesondert.
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Diese Vorrichtung hat den Nachteil, daß defekte, unvollständig oder falsch zusammengesetzte Kapseln in die Ausrichtanlage gelangen, und dort in einem aufwendigen Sortiervorgang von den einwandfreien Kapseln getrennt werden müssen. Des weiteren ist nachteilig, daß defekte oder deformierte Kapseln das Fallrohr blockieren und dadurch die gesamte Sortieranlage außer Betrieb setzen können. Es besteht auch die Gefahr, daß durch eine deformierte Kapsel die Kammern der Förderkette oder die erste Auswurföffnung verstopft werden, so daß eine weitere Aussortierung und und Ausrichtung der Kapseln verhindert wird. Zum Bereinigen dieser Störung muß die gesamte Vorrichtung angehalten werden. Dies führt zwangsläufig zu einer unerwünschten Reduzierung des Kapseldurchsatzes.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kapsel-Sortiervorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit welcher der Durchsatz erhöht wird.
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Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 niedergelegten Merkmalen gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Durch das Aussortieren von defekten oder deformierten Kapseln wird ein störungsfreier Betrieb einer nachgeordneten Kapselfüllmaschine gewährleistet.
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Weiterhin wird die Kapselfüllmaschine stark vereinfacht, da sie keine Einrichtung zum Sortieren und Aussortieren von Kapseln aufweisen muß.
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Weiterhin wird auch der Wirkungsgrad der Kapselfüllmaschine gesteigert.
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Eine mit einer erfindungsgemäßen Kapsel-Sortiervorrichtung ausgestattete Kapselfüllmaschine läuft besonders glatt und gleichförmig.
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Wenn eine separate Einrichtung dazu verwendet wird, defekte oder deformierte Kapseln auszuwählen und zu entfernen, bevor sie einer Füllmaschine zugeführt werden, wird nicht nur die Füllmaschine stark vereinfacht, sondern es wird auch sichergestellt, daß nur ordnungsgemäße Kapseln der Füllmaschine zugeführt werden, so daß der Füllvorgang ungehindert und zügig mit einem besonders guten Wirkungsgrad durchgeführt werden kann.
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Mit der erfindungsgemäßen Kapsel-Sortiervorrichtung werden sämtliche Kapseln aussortiert, die zur Verarbeitung in der Füllmaschine nicht geeignet sind, beispielsweise ovale Kapseln oder in anderer Weise deformierte Kapseln. Weiterhin wird auch verhindert, daß es einen Kapselstau geben kann, so daß eine gleichförmige Arbeitsweise der mit einer erfindungsgemäßen Kapsel- Sortiervorrichtung ausgestatteten Füllmaschine gewährleistet ist.
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Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben; in dieser zeigt
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Fig. 1 einen Längsschnitt durch die gesamte Anordnung einer sich drehenden Aufnahmeplatte,
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Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie X-X in der Fig. 1 und
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Fig. 3 einen Längsschnitt durch das Vibrationselement der Aufnahmeplatte.
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Gemäß der Darstellung in der Zeichnung ist ein Zuführungstrichter 1 stationär im oberen Bereich der Anordnung angebracht und enthält leere, mit einem Verschluß versehene Kapseln in statischer Verteilung. Ein Ausgang 2 ist im unteren mittleren Bereich des Zuführungstrichters 1 vorgesehen. Ein Umfangselement ist zur Mitte hin nach unten geneigt. Eine äußere Abdekkung 4 umgibt den Ausgang 2 des Zuführungstrichters 1 und hat eine zylindrische Form, und diese äußere Abdeckung wird von einem Haltearm 7 getragen.
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Eine Schraube 5 und eine Mutter 6 ermöglichen dem Haltearm 7, sich frei aufwärts und abwärts zu bewegen. Mit dem Bezugszeichen 8 ist eine freie Lagerung für den Zuführungstrichter 1 bezeichnet. Die Schraube 5 ist an einem Maschinenrahmen stationär angebracht. Eine Mutter 10 ist auf die Schraube 5 derart aufgeschraubt, daß sie aufwärts und abwärts bewegt werden kann. Der untere Teil einer Schiene 11 ist direkt oder indirekt an der Mutter 10 angebracht, und zwar an einer Stelle, die mit 11&min; bezeichnet ist. Mit 9 ist ein Staueinstellstück bezeichnet. Das andere Ende der Schiene 11 ist mit einem Innengewinde 9 a ausgestattet, und am oberen Teil des Staueinstellstückes 9 ist ein Außengewinde 9 b vorgesehen. Das Außengewinde 9 b ist in das Innengewinde 9 a derart eingeschraubt, daß das Staueinstellstück 9 gehalten wird. Wenn das Staueinstellstück durch entsprechende Drehung verschoben wird, ist es so eingestellt, daß es aufwärts und abwärts zu bewegen ist.
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Wenn auf einer sich drehenden Aufnahmeplatte 12 Kapseln angeordnet sind, wandern die Kapseln weiter, während sie von den Staueinstellelementen 9 berührt werden, welche jeweils in ihrem Bewegungsweg liegen. Ein dabei entstehender Druck versetzt den angeschlossenen Teil 11&min; des Arms 11 in Drehung und läßt dadurch den unteren Teil des Staueinstellelementes 9 eine Pendelbewegung ausführen. Durch diese Vorgänge wird der Stau von Kapseln abgebaut. Auf diese Weise werden die Kapseln gleichförmig in die Öffnung 18 eines langgestreckten Rohres 17 geführt.
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Um einen entsprechenden Stau von Kapseln einzustellen, ist es möglich, das langgestreckte Rohr 17 eine Aufwärts- und eine Abwärts-Bewegung ausführen zu lassen. Eine entsprechende Anordnung ist jedoch verhältnismäßig kompliziert, und ihre Herstellung ist mit Schwierigkeiten verbunden. Um anstatt einer solchen komplizierten Anordnung die Konstruktion zu vereinfachen, wird ein Staueinstellstück 9 verwendet, welches sehr einfach ist und dazu in der Lage ist, gemäß der obigen Beschreibung eine Pendelbewegung auszuführen. Wenn ein derartiges Stück in dem Weg der Kapseln angeordnet wird, läßt sich der angestrebte Zweck in vorteilhafter Weise erreichen.
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Da das Staueinstellstück 9 aufwärts und abwärts in beliebiger Weise bewegt werden kann, läßt es sich genau auf die Größe der verwendeten Kapseln einstellen. Außerdem ist der Arm 11 mit einer Mutter 10 verbunden, welche dazu in der Lage ist, beliebig aufwärts und abwärts verstellt zu werden. Wenn es daher erwünscht ist, verschiedene Staueinstellstücke 9 gleichzeitig einzustellen, so läßt die Aufwärts- und die Abwärts-Bewegung der Mutter 10 eine derartige gleichzeitige Einstellung zu.
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Die drehbare Aufnahmeplatte 12 wird über eine Welle 14 angetrieben, welche mit einem Motor 13 mit veränderlicher Geschwindigkeit gekuppelt ist. Der zentrale Bereich der Aufnahmeplatte 12 ist erhöht. Die Aufnahmeplatte 12 ist derart ausgebildet, daß ihre Oberfläche 15 unterhalb des Ausgangs 2 des Zuführungstrichters 1 ist. Auf der Oberseite 15 des Außenumfangs der Aufnahmeplatte 12 sind viele Öffnungen 18 für langgestreckte Rohre 17 angeordnet, von denen jedes eine runde rohrförmige Öffnung hat, die etwas größer ist als der Durchmesser des Deckels einer Kapsel. Mit 19 ist ein äußerer Rahmen bezeichnet, welcher derart ausgebildet ist, daß er den Außenumfang der Aufnahmeplatte 12 umgibt. Eine geneigte Führungsplatte 20 ist in einer Richtung unterhalb des langgestreckten Rohres 17 geneigt angebracht. Der abfallende untere Rand 21 der ebenfalls abfallenden Führungsplatte 20 führt über eine entsprechende Vertiefung 22 zu einer Kapselzuführungseinrichtung. Ein Schutzelement 23 umgibt den Außenumfang der geneigten Führungsplatte 20 und bewirkt, daß die nach unten bewegten Kapseln aus der Maschine herausfallen. Mit 25 ist ein Abstandsstück für Lager bezeichnet, welches durch den mittleren Teil der geneigten Führungsplatte 20 hindurchgeführt ist. Anstatt der oben beschriebenen drehbaren Aufnahmeplatte 12 kann auch eine Anordnung vorgesehen sein, bei welcher die Kapseln durch eine Vibration der Aufnahmeplatte bewegt werden, indem ein Vibrator 24 angeschlossen wird.
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Leere, mit einem Deckel versehene Kapseln, die in einer zufälligen Anordnung in den Zuführungstrichter 1 angeordnet sind, werden von dem Ausgang 2 durch die Schwerkraft auf die Oberseite 15 der Aufnahmeplatte 12 geführt. Dann bewegen sie sich entlang dem Außenumfang der Aufnahmeplatte 12. Die Bewegung wird glatter und gleichmäßiger ausgeführt, wenn eine Drehung oder eine Vibration erfolgt. Während die Kapseln sich in einer entsprechenden Reihe wohlgeordnet bewegen, haben sie die Tendenz, sich ohne Stau weiter zu bewegen. Somit kann eine beliebige Größe von Kapseln in einer entsprechenden gleichmäßigen, geordneten Bewegung geführt werden, indem der Abstand zwischen dem Boden der äußeren Abdeckung oder des äußeren Mantels 4 und der Oberseite 15 der Aufnahmeplatte 12 der Größe der Kapseln angepaßt wird, indem der äußere Mantel 4 als Funktion der Größe der Kapseln angehoben oder abgesenkt wird. Die Kapseln haben dann die Tendenz, in einem Bereich zwischen der Öffnung 18 und dem äußeren Rahmen 19 aufgestaut zu werden. Um diesen Nachteil zu überwinden, sind Staueinstellstücke vorgesehen, welche in der Bewegungsbahn der Kapseln in vertikaler Richtung verschiebbar sind, so daß die Kapseln sich ohne jegliche Stauung gleichförmig weiterbewegen. Somit laufen leere, mit einem Deckel versehene Kapseln, die aus der Öffnung 18 austreten, einzeln weiter. Diese Kapseln gehen dann das langgestreckte Rohr 17 hinunter und werden durch die geneigte Führungsplatte 20 und die Führungsvertiefung 22 weitergeleitet, um anschließend einer Kapselfüllmaschine zugeführt zu werden. Wenn ein Deckel ohne Kapsel vorhanden ist, so kann dieser Deckel deswegen, weil seine Höhe größer ist als sein Durchmesser, nicht durch das langgestreckte Rohr 17 hindurchgehen und wird an der Öffnung 18 aufgehalten. Weiterhin kann auch eine Kapsel, welche eine ovale Form aufweist oder deformiert ist, nicht durch das langgestreckte Rohr 17 hindurchgehen und wird ebenfalls an der Öffnung 18 aufgehalten. Dadurch wird ein Stau an Kapseln hervorgerufen. Somit können derartige defekte Kapseln von Hand von Zeit zu Zeit herausgenommen werden, um wieder einen normalen Betrieb herbeizuführen.
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Auf diese Weise wird der Vorteil erreicht, daß nur ordnungsgemäße Kapseln einer Kapselfüllmaschine zugeführt werden. Auf diese Weise ermöglicht die Erfindung, die Konstruktion einer Kapselfüllmaschine zu vereinfachen. Während die maximale Füllkapazität herkömmlicher Hochleistungsfüllmaschinen 2300 Kapseln pro Minute beträgt, wohingegen die Kapazität von Füllmaschinen gemäß der Erfindung trotz geringerer Größe bei 2500 bis 3000 Kapseln pro Minute liegt. Somit wird gemäß der Erfindung ein wesentlicher technischer Fortschritt erreicht.