DE2659147C2 - Verfahren zur Herstellung von Halogenbenzoesäureverbindungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HalogenbenzoesäureverbindungenInfo
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- C07C51/00—Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
- C07C51/347—Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides by reactions not involving formation of carboxyl groups
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Description
COOR3
1
( ^-NH2 (Π)
R1 R4
worin R1, R3 und R4 die vorgenannten Bedeutungen besitzen, mit aliphatischen, cycloaliphatischen oder
araliphatischen Alkoholen, Säure und Wasser, Nitrosierungsmittel zugibt und bei einer Temperatur von
40 bis 2000C umsetzt.
Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung von Halogenbenzoesäureverbindungen durch
Zugabe von Nitrosierungsmitteln zu einem Gemisch aus einer Halogenaminobenzoesäureverbindung mit
aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Alkoholen, Wasser und Säure und Umsetzung bei einer
Temperatur von 40 bis 2000C.
Es ist aus Houben-Weyl, Methoden der Organischen Chemie, Band 10/3, Seiten 116 ff bekannt, daß man
aromatische Diazoniumsalze in Alkoholen in der Hitze zu den entsprechenden aromatischen Kohlenwasserstoffen
umsetzen kann; es wird empfohlen, die Diazoniumsalzlösung möglichst konzentriert zu verwenden und
sie mit dem Alkohol in 5- bis lOfachem Volumen zu versetzen. Der Alkohol wird dabei in den entsprechenden
Aldehyd umgewandelt, der so steigende Gehalt an Aldehyd verhindert die Wiederverwendung des nicht umgesetzten
Anteils an Alkohol. Je nach Konstitution des Diazoniumsalzes muß wasserfrei gearbeitet werden oder
es kann auch eine 80gewichtsprozentige, wäßrige Äthanollösung verwendet werden. Ebenfalls lehrt Organic
Reactions, Band II, Seite 274 (Wiley, N. Y.), daß die Umsetzung zwar nicht unbedingt wasserfrei durchgeführt
werden muß, die Wassermenge aber doch auf etwa S bis 10% eingeschränkt werden sollte.
Neben den Kohlenwasserstoffen bilden sich als Nebenprodukte noch die dem verwendeten Alkohol entsprechenden
Phenoläther sowie mehr oder weniger große Mengen Harz (Houben-Weyl, loc. cit., Seiten 123
und 124), insbesondere in mit Wasser verdünntem Alkohol. Ausbeute und Reinheit der Endstoffe sind bei
diesen Verfahren, gerade auch im großtechnischen Maßstab, meist unbefriedigend. So werden z.B. für
2,4-Dichloranilin 46% und für Anthranilsäure als Ausgangsamin 53% Ausbeute an Endstoff angegeben
(Houben-Weyl, loc. cit, Seite 125). Eine Arbeit in der Angewandten Chemie, Band 70 (1958), Seite 211,
lehrt, daß man anstelle von Alkoholen Äther wie Dioxan verwenden muß, um die Bildung von Nebenstoffen
zu vermeiden und die Ausbeute an Endstoff zu verbessern. Ebenfalls kann man anstelle der wäßrigen Diazotierlösung
auch das Oiazoniumsalz selbst abtrennen und mit dem Alkohol umsetzen (Saunders, »The Aromatic
Diazocompounds« (E. Arnold & Co., London 1949), Seite 271). Alle diese Verfahren sind gerade im industriellen
Maßstab bezüglich Wirtschaftlichkeit und einfacher Betriebsweise bei gleichzeitig möglichst guter Ausbeute
an Endstoff unbefriedigend.
In einer Arbeit in Science, Band 117, Seiten 379 und 380 (1953), wird gezeigt, daß die Umsetzung des
Benzoldiazoniumsalzes mit einem Alkohol meist zu dem entsprechenden Phenylalkyläther und nicht oder
nur in geringerer Menge zu dem nach der Abspaltung der Diazoniumgruppe verbleibenden Benzolderivat
führt. Diese Lehre wird ebenfalls in H. Zollinger, Azo and Diazo Chemistry, Interscience Publishers New
York and London, 1961, Seite 141, gegeben. Auch Houben-Weyl weist daraufhin (loc. cit., Seite 124), daß
die / "rsetzung zahlreicher Diazoniumsalze durch Erwärmen in Äthanol unter Austausch der Diazoniumgruppe
gegen den Äthoxyrest verläuft. Ersatz der Diazoniumgruppe gegen Wasserstoff benötigt nach dieser
Lehre gewisse Reaktionsbedingungen wie Zinkzusatz oder Bestrahlen mit ultraviolettem Licht. Zur Erzielung
höherer Ausbeuten an Benzolen bei der Reduktion mit Alkoholen wird der Zusatz von Alkalien oder Kupferbzw.
Zinkverbindungen empfohlen (loc. cit., Seiten 119 und 127). Houben-Weyl weist daraufhin (loc. cit.,
Seite 128), daß mit steigender Temperatur sich das Verhältnis der beiden Reaktionsprodukte, Phenoläther und
Kohlenwasserstoff, zugunsten des ersteren verschiebt Da die Produktgemische oft schwierig aufzuarbeiten
sind, und die Ausbeute am gewünschten Kohlenwasserstoff schlecht ist, wird die Verwendung anderer
Reduktionsmittel empfohlen (Zollinger, loc. cit, Seite 168).
Es ist aus Journal of the American Chemical Society, Band 72, Seite 798 (1950) bekannt, daß man 2,6-Dichlor-4-nitroanilm,
Äthanol und Natriumnitrit in Abwesenheit von Wasser und in Gegenwart von konzentrierter
Schwefelsäure bei Kochtemperatur in einer Ausbeute von 84Yi zu 3^-Dichlornitrobenzol umsetzen kann.
Eine entsprechende Umsetzung zum 3,5-Dibromderivat liefert eine Ausbeute von 91%. Das Verfahren ist mit
Bezug auf Ausbeute und Reinheit des Endstoffs sowie einfachen, betriebssicheren und wirtschaftlichen Betrieb
gerade auch in großindustriellem Maßstab unbefriedigend.
In DE-OS 23 18 106 sind mehrstufige Verfahren beschrieben, wobei die 1. Stufe die, Diazotierung des
Ausgangsstoffes darstellt So beschreibt DE-OS 23 18 106 ein Verfahren, bei dem ein Diazoniumsalz mit
Alkoholen in Gegenwart von Wasser mit bestimmten Alkohol- und Wassermengen umgesetzt wird. Im Hinblick
auf das erfindungsgemäße Verfahren geht DE-OS 23 18 106 von unterschiedlichen Ausgangsstoffen
(Diazoniumsalze) aus, verwendet keine zusätzlichen Nitrosierungsmittel und setzt andererseits ggf. Zusatzmittel,
z. B. Kupfer-II-sulfat oder Kupferpulver, ein. Zuerst muß das Diazoniumsalz in 3 bis 4 Schritten hergestellt
werden. Wie alle Beispiele zeigen, wird bei der Diazoti;rung zunächst ein Gemisch von Ausgangsamin
und Wasser hergestellt, dann mit Natronlauge und Natriumnitrit versetzt, dieses Gemisch dann unter
Kühlung bei U bis 18°C langsam zu einem Salzsäure/Wassergemisch zugegeben und schließlich dieses
Diazotiergemisch 15 bis 70 Minuten bei 0 bis 18°C gehalten. Wie alle Beispiele zeigen, wird dann die restliche
Nitritmenge mit Harnstoff zerstört und nun erst diese Lösung in der 2. Stufe mit einem Gemisch von
Alkohol/Wasser/Zusatzmittel reduziert. Man fuhrt die Diazotierung ohne Alkohoizusatz durch und verwendet
Alkohol nicht zur Diazotierung, sondern als Reduktionsmittel in Stufe 2.
JP-PS 48 72 139 gibt keinen Hinweis auf das Verhalten von Halogenaminobenzosäuren, sondern nur von
Dichloronitroanilinen. Jedoch zeigt es ebenfalls ein Zweistufenverfahren, nämlich die Diazotierung des
Amins mit SO2(OH)(ONO) bei 25 bis 3O0C als 1. Stufe und als 2 Stufe die Reduktion mit Alkohol und Zusatzmittel
(CuSO4) bie 65 bis 95°C (4 h) und am Siedepunkt (2 h).
Es wurde nun gefunden, daß man Halogenbenzoesäureverbindungen der Formel
COOR3
worin R1 ein Chloratom oder ein Bromatom bedeutet, R4 ein Wasserstoffatom, ein Chloratom, Bromatom
oder eine Nitrogruppe bezeichnet, R3 für ein Wasserstoffatom, einen aliphatischen, cycloaliphatischen,
araliphatischen oder aromatischen Rest steht, durch Umsetzung von stickstoffhaltigen Halogenbenzoesäureverbindungen
mit Alkoholen bei erhöhter Temperatur in Gegenwart von Säure und Wasser vorteilhaft erhält,
wenn man einem Gemisch aus einer Halogenaminobenzoesäureverbindung der Formel
COOR3 NH2
30
40
45
worin R1, R3 und R4 die vorgenannten Bedeutungen besitzen, mit aliphatischen, cycloaliphatischen oder
araliphatischen Alkoholen, Säure und Wasser, Nitrosierungsmittel zugibt und bei einer Temperatur von 40 bis
2000C umsetzt.
Die Umsetzung kann für den Fall der Verwendung von Natriumnitrit, 3,5-Dichlor-4-aminobenzoesäure,
Schwefelsäure und Äthanol durch die folgenden Formeln wiedergegeben werden:
COOH
2 Γ I] + 2NaNO2 + H2SO4 + 2 CH3-CH2OH
-Na2SO4 Cl-L ,Jl-Cl
-4H2O ^'
-4H2O ^'
+ 2N2 + 2 CH3-CHO.
50
60
65
Im Hinblick auf den Stand der Technik liefert das Verfahren nach der Erfindung auf einfacherem und wirtschaftlicherem
Wege Halogenbenzoesäureverbindungen in besserer Ausbeute und Reinheit, gerade auch im
industriellen Maßstab. Ein Zusatz von Kupfersalzen oder anderen Katalysatoren bzw. hoher Mengen an
Alkohol ist nicht notwendig. Die Menge des gebildeten halogenierten Phenols ist trotz des hohen Wassers
gehaltes des Reaktionsgemisches !deiner als 0,06 Gewichtsprozent, bezogen auf das Reaktionsgemisch. Die
Bildung von harzartigen NebenstofTen ist nicht in wesentlichem Maße zu beobachten. Alle diese vorteilhaften
Ergebnisse sind gerade im Hinblick auf die Lehre vorgenannter Veröffentlichungen, zuerst in der Kälte in der
üblichen Verfahrensweise der Diazotierung das Diazoniumsalz herzustellen und dann in Abwesenheit von
Wasser oder in Gegenwart möglichst geringer Mengen an Wasser die Reduktion mit Alkohol unter Verwendung
von Hilfsmitteln wie Kupfersalzen durchzuführen, überraschend. Auch war im Hinblick auf Houben-WeyJ
nicht zu erwarten, daß ohne vorherige Herstellung des Diazoniumsalzes und in Gegenwart größerer
Mengen von Wasser bei erhöhter Temperatur der Endstoff in besserer Ausbeute und Reinheit erhalten werden
würde.
Im Gegensatz zu DE-OS 23 18 106 und JP-PS 48 72 139 ist das erfmdungsgemäße Verfahren kein 2stufiges
Verfahren, weder wird eine Diazotierung durchgeführt, noch ist die Reduktion ein separater Vorgang. Eine
wesentliche Diazotierung wird nicht beobachtet; es handelt sich um eine Reaktion des Nitrosierungsmittels,
das eine Nitrosierung des Gemisches, aber keine Diazotierung bewirkt. Ganz im Gegensatz zur Lehre von
DE-OS 23 18 106 und JP-PS 48 72 139 wird die erfmdungsgemäße Umsetzung überraschend von vornherein
bei höherer Temperatur durchgeführt und liefert hohe Ausbeuten an Endstoff. Man hätte im Hinblick auf
DE-OS 23 18 106 und JP-PS 48 72 139 eine rasche Zersetzung des Nitrosierungsmittels und die Bildung
heterogener Zersetzungsgemische erwartet, da ja von vornherein das Reduktionsmittel Alkohol im sauren
Medium bei höherer Temperatur vorliegt und demzufolge eine Diazotierung und nachfolgende Reduktion
verhindert. Solche Zersetzungsgemische hätte man gerade im Hinblick auf Beispiel 5 von DE-OS 23 18 106
erwartet, wo mit Äthanol als einzigem Reduktionsmittel bei 700C die Stickstoffabspaltung des Diazoniumsalzes
sofort eintritt.
Im Hinblick auf DE-OS 23 18 106 und JP-PS 48 72 139 ist es überraschend und vorteilhaft, daß die erfindungsgemäßen
Ausgangsstoffe weder Diazotierung noch gesonderte Reduktion, noch Zusatzmittel, noch
Harnstoff benötigen und darüber hinaus von vornherein mit Nitrosierungsmittel bei höherer Temperatur und
mit einer unterschiedlichen Reihenfolge der Komponenten, nämlich mit der Zugabe des Nitrosierungsmittels
an letzter Stelle, umgesetzt werden müssen. Daß die erfmdungsgemäße Umsetzung, die keine Diazotierung,
sondern eine Nitrosierung darstellt, überhaupt zu vorteilhaften Ergebnissen fuhrt, war unerwartet. Die im
Hinblick auf einfachen, wirtschaftlichen und sicheren Betrieb erheblich problematischere Aufheizung von
Diazoniumlösungen (z.B. 18 bis 7O0C) wird eingespart.
Bevorzugte Ausgangsstoffe II und dementsprechend bevorzugte Endstoffe I sind solche, in deren Formeln
R1 und R4 gleich oder verschieden sein können und jeweils ein Bromatom oder insbesondere ein Chloratom
bedeuten und R4 auch ein Wasserstoffatom oder eine Nitrogruppe bezeichnen kann, R3 für ein Wasserstoffatom,
einen Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, einen Cyclohexylrest, einen Cyclopentylrest, einen
Aralkylrest mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen oder einen Phenylrest steht. Die vorgenannten Reste können
noch durch unter den Reaktionsbedingungen inerte Gruppen, z.B. Alkylgruppen oder Alkoxygruppen mit
jeweils ι bis 3 Kohlenstoffatomen, substituiert sein. In den Halogenaminobenzoesäureverbindungenll
stehen die Carboxylgruppe und/oder die beiden Halogenatome bzw. Reste R1 und R4 in 2-, 4- oder 6-Stellung
zur Aminogruppe. Zum Beispiel sind folgende Ausgangsstoffe II geeignet: 3-Chlor-, 3-Brom-, 3,5-Dichlor-,
3,5-Dibroin -4-Amino-benzoesäure; in 3- oder 5-Stellung einfach oder in 3,5-Stellung zweifach durch Chlor
oder Brom substituierte 2-Aminobenzoesäuren; entsprechende, in den zwei vorgenannten Stellungen durch
zwei unterschiedliche Halogenatome oder durch die Nitrogruppe und ein Halogenatom substituierte 4-A minobenzoesäuren
und 2-Aminobenzoesäuren; homologe Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Isopropyl-, η-Butyl-, Isobutyl-,
sek.-Butyl-, tert.-Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Cyclohexyl-, Cyclopentyl-, Benzyl-, Phenyl-, Phenyläthyl-, o-Methylphenyl-,
m-Methylphenyl-, p-Methylphenyl-, o-Methoxyphenyl-, m-Methoxyphenyl-, p-Methoxyphenyl-ester
vorgenannter Aminobenzoesäuren. Bevorzugt sind: 3,5-Dichlor-2-amino-benzoesäure, SjS-Dichlor^-amino-
benzoesäureester des Methyl- oder Äthylalkohols, 3,5-Dichlor-4-amino-benzoesäure, 3,5-Dichlor-4-amino-
benzoesäureester des Methyl- oder Äthylalkohols, 3,5-Dibrom-2-amino-benzoesäure, 3,5-Dibrom-2-amino-
benzoesäureester des Methyl- oder Äthylalkohols, 3,5-Dibrom-4-amino-benzoesäure, 3,5-Dibrom-4-amino-
benzoesäureester des Methyl- oder Äthylalkohols.
Die Ausgangsstoffe II werden in stöchiometrischer Menge oder mit einem Überschuß εη Alkohol, vorzugsweise
in einer Menge von 3 bis ?0, insbesondere von 5 bis 15 Äquivalenten (Mol, dividiert durch Zahl
der Hydroxylgruppen im Molekül) Alkohol je Mol Ausgangsstoff II, umgesetzt. Die Alkohole können
aliphatische, cycloaliphatische oder araliphatische Mono- oder Polyalkohole sein. Bevorzugte Alkohole sind
solche der Formel
R9OH (III)
worin R9 einen Alkylrest mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen oder einen Cyclohexylrest oder einen Aralkylrest
mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen oder den Rest HO-R10-, in dem R10 einen aliphatischen Rest, insbesondere
einen Alkylenrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen bezeichnet, oder den Rest R5O-(R10O)n-R10-, worin
die einzelnen Reste R10 gleich oder verschieden sein können und für einen aliphatischen Rest, insbesondere
einen Alkylenrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen stehen, und R5 ein Wasserstoffatom oder einen aliphatischen
Rest, insbesondere einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, bezeichnet, und η für die Zahl 4,3,2 oder
insbesondere 1 steht, bedeutet. Die vorgenannten Reste können noch durch unter den Reaktionsbedingungen
inerte Gruppen, ζ. B. Alkylgruppen oder Alkoxygruppen mit jeweils 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, substituiert
sein.
Als Alkohole III kommen z.B. Methanol, Äthanol, n- und i-Propanol, n-Butanol, Butanol-2, Isobutanol, )
Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Methyläthylenglykol, Benzylalkohol, n-Pentanol, Phenyläthanol, Neopentylglykol,
p-Methyibenzylalkohol, p-Äthoxybenzylalkohol, 1,3-Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,2-Propylenglykol, 5 ,
Triäthylenglykol, Diäthylenglykol-mono-n-butyläther; oder entsprechende Gemische in Frage. Bevorzugt sind
Äthanol, Isopropanol, Methyläthylenglykol, n-Piopanol, Isobutanol.
Weiterhin verwendet man bei der Reaktion Nitrosierungsmittel, z. B. salpetrige Säure und Stoffe, die sich
unter den Reaktionsbedingungen in salpetrige Säure umwandeln, wie nitrose Gase; Salze, bevorzugt Alkalisalze
der salpetrigen Säure, insbesondere Kaliumnitrit und Natriumnitrit; Ester der salpetrigen Säure, zweckmäßig
Cycloalkyl-, Aralkylnitrile oder vorzugsweise Alkylnitrite. Im Falle der Verwendung von Alkylnitriten
kann auf einen Zusatz von Alkohol ganz oder zweckmäßig teilweise verzichtet werden, da unter den Reaktionsbedingungen solche Nitrite eine Kombination von salpetriger Säure und dem entsprechenden Alkohol ersetzen
können; in solchen Fällen ist ein Verhältnis von 1 bis 5 Äquivalenten Alkohol je Mol Ausgangsstoff II '
zweckmäßig. Vorzugsweise kommen bei den Estern Alkylnitrite mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, z.B. Äthyl-, 15 i
n-Propyi-, n-isopropyinitrit, η-Butyl-, Isobutyl-, sek.-Butyl-, iert.-Butyl-, Amyi-, Isoarnylnitrit, Ber.zyinitrit, i
Cyclohexylnitrit und insbesondere Methylnitrit in Betracht. Unter nitrosen Gasen werden hier die als Nitrosierungsmittel
bekannten Stickstoffoxide, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Stickstofftetroxid, Distickstofftrioxid
verstanden. Sie können einzeln oder zweckmäßig in einem entsprechenden Gemisch, vorteilhaft von
Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid, verwendet werden. Im allgemeinen kommen Mengen von 1,1 bis
5 Mol Alkylnitrit, Salpetrigsäureester und/oder nitrose Gase je Mol Ausgangsstoff II, zweckmäßig 1,1 bis 2,7,
insbesondere 1,1 bis 1,7 Mol Alkylnitrit bzw. Salpetrigsäureester oder 1,5 bis 5, insbesondere 2 bis 4 Mol
N2C>3 je Mol Ausgangsstoff II, in Betracht. Den genannten Stickstoffoxiden bzw. Gasgemischen können noch
unter den Reaktionsbedingungen inerte Gase, z. B. Stickstoff, zugemischt werden.
Ebenfalls kommen als Nitrosierungsmittel Glykolester der salpetrigen Säure in Frage. Diese Ester der
salpetrigen Säure können in beliebiger Weise, zweckmäßig nach dem in der DE-OS 21 44 420 beschriebenen
Verfahren, durch Umsetzung von Glykolen oder Glykolderivaten mit salpetriger Säure oder Stickoxiden, hergestellt
werden. Bevorzugte Ester von Glykolen und Glykolderivaten sind Mono- oder Diglykolester der
salpetrigen Säure der Formel
ONO — R6—X (IV) '
worin R6 den Rest —R7—O— oder den Rest
-(CH-CH2O)n-
bedeutet, R7 einen aliphatischen Rest und R8 ein Wasserstoffatom oder einen aliphatischen Rest bezeichnen,
η für die Zahl 1, 2, 3 oder 4 steht und X die Gruppe -NO. einen aliphatischen, araliphatischen, cycloaliphatisehen
oder aromatischen Rest bedeutet. Vorteilhaft bezeichnen R7 einen Alkylenrest mit 3 bis 12, insbesondere
4 bis 9 Kohlenstoffatomen, R8 ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
insbesondere die Methylgruppe, steht η für die Zahl 1, 2 oder 3 und bedeutet X die Gruppe -NO, einen
Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, einen Aralkylrest mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen, einen Cyclohexylrest,
einen Cyclopentylrest, einen Phenylrest, einen Alkylcarbonylrest mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen,
vorteilhaft die Acetylgruppe. Die genannten Alkylreste und Alkylenreste können geradkettig oder verzweigt
sein. Vorgenannte vorteilhafte Reste können noch durch unter den Reaktionsbedingungen inerte
Gruppen, z. B. Alkoxygruppen, Alkylgruppen mit jeweils 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, substituiert sein. Im allgemeinen
kommen Mengen von 1,1 bis 5 Mol Monoglykolester je Mol Ausgangsstoff II, zweckmäßig 1,1 bis 2,7,
insbesondere 1,1 bis 2,2 Mol Monoglykolester je Mol Ausgangsstoff Π, in Betracht. Entsprechend wählt man
Mengen von 0,55 bis 2,5, zweckmäßig 0,55 bis 1,35, insbesondere 0,55 bis 1,1 Mol Diglykolester je Mol Ausgangsstoff
Π. Geeignete Ester Fv sind beispielsweise Mono- bzw. Diester der saipetrigen Säure niii folgenden
Verbindungen:
3 CH3O-CH2CH2-OH I
CH3O—CH2-CH—OH
C2H5O-CH2CH2-OH
CH3
C3H7O—CH2CH2—OH I
CH3O-(CH-CH2O)2H
C4H9O—CH2CH2- OH
CH3 CH3 CH3
Il I
HO-(CH2CH2O)2H, Ho-CH-CH2OCH2-CH-OH, C2H5O-(CH-CH2O)2H
HO— (CH2Ch2O)3H
CH3O(CH2CH2O)2H
C2H5O(CH2CH2O)2H
C3H7O(CH2CH2O)2H
C4H9O(CH2CH2O)2H
CH3O(CH2CH2O)3H
C2H5O(CH2CH2O)3H,
C3H7O(CH2CH2O)3H,
H3C
CH3COOCH2Ch2OH
C6H5OCH2CH2OH
OCH2CH2OH, CH3O
CH2O(CH2CH2O)2H,
OCH2CH2OH
0(CH2CH2O)2H,
0(CH2CH2O)2H
CH9O(CH2CH2O)5H, C2H5O(CH2CHTO)4H;
Diglykolester, deren R6 den Rest —R7, —O—, X die Gruppe —NO und R7 die Alkylenreste
CH3
-(CH2J3-, -(CH2),- -(CH2)S- -(CH2),- -CH2-CH-CH2-,
CH3 C2Hc C2H5
CH3 C2Hc C2H5
I I I
-CH2-C-CH2-, -CH2-C-CH2-, -CH-CH-CH2-,
I I I
C H3 C2Hs C3H7
CH3
CH3
CH3 C2H5
I I Il
-CH-C-CH2-, -CH2-C—CH2- oder -C-CH2-CH-
/ \
I I
C3H7 CH3 C4Hf CH3
bedeuten.
Die Umsetzung wird unter Zusatz von Wasser, zweckmäßig in einer Menge von 0,2 bis 10 000, vorteilhaft
von 0,5 bis 1000, bevorzugt von 5 bis 100, insbesondere von 15 bis 50 Mol Wasser je Mol Ausgangsstoffll
durchgeführt; das Wasser kann getrennt und/oder in Gestalt wäßriger Lösungen der Reaktionspartner, z. B.
von wäßriger Säure, von wäßrigen Alkalinitritlösungen oder von Gemischen des Alkohols mit Wasser, zugesetzt
werden. Das bei der Reaktion selbst gebildete Wasser wird in diesem Zusammenhang nicht als zugesetztes
Wasser definiert und ist nicht in vorgenannten, vorteilhaften Wassermengen enthalten.
Die Umsetzung wird in Gegenwart von Säure, vorteilhaft in einer Menge von 1,5 bis 15, insbesondere
von 2,5 bis 10 Äquivalenten Säure, bezogen auf Ausgangsstoff Π, durchgefühlt. Es kommen im allgemeinen
anorganische Säuren in Betracht. Anstelle einbasischer Säuren können auch äquivalente Mengen mehrbasischer
Säuren zur Anwendung gelangen. Beispielsweise sind folgende Säuren geeignet: Chlorwasserstoff,
Bromwasserstoff; Jodwasserstoff. Perchlorsäure. Schwefelsäure, salpetrige Säure, Phosphorsäure, Salpetersäure;
Bor enthaltende Säuren wie Borsäure, Borfluorwasserstoffsäure; oder entsprechende Gemische. Die
Säuren können in konzentrierter Form, im Gemisch miteinander und/oder mit einem Lösungsmittel, insbesondere
Wasser, angewendet werden. Bevorzugt sind Schwefelsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure, Salzsäure,
Perchlorsäure.
Die Umsetzung wird bei einer Temperatur von 40 bis 200°C, vorzugsweise von 45 bis 1000C, drucklos
oder unter Druck, kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt. In der Regel dienen Komponenten des
Ausgangsgemisches, z.B. Wasser, Alkohol oder Säure, oder das gesamte Ausgangsgemisch als Lösungsmedium der Reaktion.
Die Reaktion kann wie folgt durchgeführt werden: Ein Gemisch von Ausgangsstoff Π, Alkohol, NitrosierungsmitteL
Säure und Wasser wird während 1,5 bis 15 Stunden bei der Reaktionstemperatur gehalten. Man
läßt das Nitrosierungsmittel, z.B. die wäßrige Natriumnitrit-Lösung oder den Salpetrigsäureester, zum Gemisch
der Reaktionspartner zulaufen. Der Zulauf kann in einem weiten Bereich beliebig schnell erfolgen.
Das Reaktionsende fällt meist mit dem Ende des Zulaufs des Nitrosierungsmittels zusammen. Aus dem
Reaktionsgemisch wird der Endstoff in üblicher Weise, z. B. durch Filtration, abgetrennt
Die nach dem Verfahren der Erfindung herstellbaren Verbindungen sind wertvolle Ausgangsstoffe für die
Herstellung von Pharmaceutics Farbstoffen und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Bezüglich der Verwendung
wird auf vorgenannte Veröffentlichungen und Ulimanns Encyklopädie der technischen Chemie, Band 4, Seiten
286 und 287, verwiesen.
Die in den Beispielen genannten Teile bedeuten Gewichtsteile.
Die in den Beispielen genannten Teile bedeuten Gewichtsteile.
Man trägt in 500 Teile 45gewichtsprozentiger Schwefelsäure und 40Ü Teile Isopropanol 206 Teile 3,5-Dichloranthranilsäure
ein. Bei 8O0C läßt man die Lösung von 100 Teilen Natriumnitrit in 140 Teilen Wasser im
Verlauf von 5 Stunden zulaufen; es entwickelt sich Stickstoff. Man kühlt ab, fügt 1000 Teile Wasser hinzu und
saugt ab. Man erhält 172 Teile (90% der Theorie) 3,5-Dichlorbenzoesäure vom Schmelzpunkt 175 bis 178°C.
Setzt man analog Beispiel 1 mit 125 Teilen Isopropylnitrit anstelle von NaNd um. dann erhält man 181 Teile
(95% der Theorie) 3,5-Dichlorbenzoesäure vom Schmelzpunkt 178 bis 1800C."
Man trägt in 200 Teile Isopropanol und 800 Teile 18gewichtsprozentiger Salzsäure 206 Teile 3,5-Dichloranthranilsäure
ein. Bei 800C läßt man die Lösung von 100 Teilen NaNO2 in 140 Teilen Wasser zulaufen, wobei
sich gleichmäßig Stickstoff entwickelt. Man kühlt das Gemisch ab, fügt 500 Teile Wasser hinzu und saugt
das Gemisch ab. Man erhält 182 Teile (95% der Theorie) 3,5-Dichlorbenzoesäure vom Schmelzpunkt 178 bis
1800C.
Man trägt in 400 Teile Äthanol 206 Teile 3,5-Dichloranthranilsäure ein und fügt dann 400 Teile 36gewichtsprozentige
Salzsäure hinzu. Bei 75°C läßt man die Lösung von 100 Teilen NaNO2 in 150 Teilen Wasser zulaufen,
wobei sich Stickstoff entwickelt. Man rührt das Gemisch eine Stunde bei 75°C, kühlt ab, fügt 1500 Teile Wasser
hinzu und saugt das Gemisch ab. Man erhält 183 Teile (89% der Theorie) 3,5-Dichlorbenzoesäure vom Schmelzpunkt
170 bis 175°C.
Man trägt in 550 Teile 45gewichtsprozentige Schwefelsäure und 600 Teile Isopropanol 172 Teile 5-Chloranthranilsäure
ein. Bei 800C läßt man die Lösung von 100 Teilen Natriumnitrit in 140 Teilen Wasser im Verlauf
von 6 Stunden zulaufen; es entwickelt sich Stickstoff. Man kühlt ab, fugt 1500 Teile Wasser hinzu und saugt ab.
Man erhält 140 Teile (89% der Theorie) 3-Chlorbenzoesäure vom Schmelzpunkt 151 bis 153°C.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Halogenbenzoesäureverbindungen der Formel
COOR3O)ίο ~' ~'worin R1 ein Chloratom oder ein Bromatom bedeutet, R4 ein Wasserstoffatom, ein Chloratom, Bromatom oder eine Nitrogruppe bezeichnet, R3 für ein Wasserstoffatom, einen aliphatischen, cycloaliphatische!!, araliphatischen oder aromatischen Rest steht, durch Umsetzung von stickstoffhaltigen Halogenbenzoe-IS Säureverbindungen mit Alkoholen bei erhöhter Temperatur in Gegenwart von Säure und Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß man einem Gemisch aus einer Halogenaminobenzoesäureverbindung der Formel
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762659147 DE2659147C2 (de) | 1976-12-28 | 1976-12-28 | Verfahren zur Herstellung von Halogenbenzoesäureverbindungen |
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