DE26434C - Verfahren zur Herstellung von Hopfenextrakt - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Hopfenextrakt

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L. BOULE in Paris
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    • C12C3/04Conserving; Storing; Packing
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Bekanntlich nimmt der Hopfen nach einiger Zeit des Liegens einen eigenthümlichen käsigen Geruch an, der sich nach und nach bis zum Geruch der Valeriansäure steigert.
Grund hierfür ist die rasche Zersetzung des Hopfenbitters (Lupulins), welches in der Hopfenblüthe über eine grofse Fläche vertheilt und durch die in der Blüthe circulirende und wohl auch eingeschlossene Luft einer energischen Oxydation unterworfen ist.
Man hat zur Bekämpfung dieses Uebels schon verschiedene Mittel angewendet, man hat den Hopfen geschwefelt, comprimirt und ihn in geschlossene, luftleer gemachte Behälter gepackt, allein ohne Erfolg. Später hat man versucht, die ExtractionsstofFe des Hopfens durch Auslaugen oder durch Destillation zu gewinnen, allein ebenfalls umsonst, da namentlich das ' Destilliren für das Aroma des Hopfens von den nachtheiligsten Folgen ist.
Ebensowenig hat das Ausziehen des in dem Hopfen enthaltenen ätherischen Oeles durch Aether oder Schwefelkohlenstoff irgend welche nennenswerthe Resultate ergeben.
Das vorliegende Verfahren besteht nun darin, die Extractivstoffe des Hopfens in fester Form zu' gewinnen und dieselben alsdann mit dem im Hopfen enthaltenen Lupulin zu mischen.
Der relativ beträchtliche Raum, welchen die Hopfenblüthe einnimmt, ist das Hindernifs für eine Conservirung der so leicht oxydirenden aromatischen Bestandteile des Hopfens.
Das Lupulin nimmt im Verhältnifs zu der Hopfenblüthe selbst einen nur kleinen Raum ein; wird dasselbe aber gesammelt und in Masse zusammengepackt, so erhitzt es sich schnell und verliert rasch seine Eigenschaften. Dagegen hat Erfinder beobachtet, dafs es sich leichter conserviren läfst, wenn man es mit einem indifferenten Stoffe mengt, und er hat als einen solchen Stoff die durch Auslaugen gewonnenen und zu Pulver eingedampften Extractivstoffe der Hopfenblättchen gewählt.
Das Verfahren besteht demnach einerseits in der mechanischen Ausscheidung des Lupulins aus der Hopfenblüthe, andereritheils in der Gewinnung der in den Hopfenblättchen enthaltenen Extractivstoffe in Pulverform und endlich in der Vermischung des Lupulins mit dem Pulver.
Man verfährt wie folgt:
Der frisch gepflückte Hopfen wird in trockener Luft bei einer Temperatur von 200C. getrocknet. Nach dem Trocknen wurde dem Hopfen bisher wieder etwas Feuchtigkeit gegeben, um eineni Brechen der Hopfenblättchen vorzubeugen.
Dieses Anfeuchten fällt hier weg; der getrocknete Hopfen wird, wie er aus der Darre kommt, auf Siebe gebracht und auf diesen gesiebt. Bei dem Sieben fällt das Lupulin und mit ihm kleine Bruchstückchen von Hopfenblättchen durch das Sieb.
Das abgesiebte Lupulin wird gesammelt und mit den Bruchstücken der Blättchen zur Seite gebracht, wobei diese Bruchstücke ihm einstweilen als Isolationsmittel dienen.
Die auf diese Weise entbitterte Hopfenblüthe wird alsdann mit Wasser ausgelaugt und die gewonnene Flüssigkeit im Vacuum zu Pulver eingedampft.
Man siebt alsdann von dem vorher gewonnenen Lupulin die Blättchenbruchstücke möglichst ab

Claims (1)

  1. und vermengt die in Pulverform gewonnenen Extractivstoffe mit dem Lupulin.
    Das Ganze wird alsdann in Büchsen hermetisch verschlossen.
    Die Conserve kommt unter dem Namen »Normalhopfen« in den Handel. Dieser Name soll andeuten, dafs die hergestellte Conserve die harzigen, gerbsäureartigen und aromatischen Bestandtheile des Hopfens in demselben Verhältnifs wie dieser enthält.
    Der sogenannte »Normalhopfen« wird der , kochenden Würze ungefähr 5 Minuten, bevor diese in das Kühlschiff kommt, zugesetzt.
    Den Hopfen langer mit der Würze zu kochen, ist nicht rathsam, doch bleibt das Lupulin während der ganzen Gährzeit in der Würze, und das Gähren bewirkt in gleicher Weise wie das Kochen die vollständige Extraction des Hopfenbitters.
    Der »Normalhopfen« nimmt beträchtlich weniger Raum ein wie die Hopfenblüthen; er hält sich unbeschränkte Zeit und gestattet eine stets gleiche Dosirung.
    Patεnt-AnSpruch:
    Die Herstellnng einer Hopfenconserve durch Vermischen des mechanisch aus der Hopfenblüthe ausgeschiedenen Lupulins mit den ausgelaugten und zu Pulver eingedampften Extractivstoffen der entbitterten Hopfenblüthe.
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