DE263C - Kolorirmaschine - Google Patents

Kolorirmaschine

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DE263C
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Germany
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41FPRINTING MACHINES OR PRESSES
    • B41F17/00Printing apparatus or machines of special types or for particular purposes, not otherwise provided for
    • B41F17/003Special types of machines for printing textiles

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

1877.
Klasse 8.
PETER CORFITZ MÖLLER in LEIPZIG. Colorirmaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche vorn 25. August 1877 ab.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Colorirmaschine, welche
ι. auf Rollenpapier oder Zeug oder beliebigen anderen in Rollen aufgewickeltem Stoffe, Muster in beliebig viel Farben auf einmal und zwar ohne Punktirung und ohne Anlagen durch ebene, auf einem abgeflachten Cylinder befindliche Druckformen bei theilweiser rotirender Bewegung dieser Cylinder druckt,
2. ebenso gut mit Firnifs- wie mit Wasserfarben colorirt.
Diese Maschine besteht im wesentlichen aus einer Anzahl einzelner, mit einander verbundener Colorirapparate, deren Anzahl unbegrenzt und von denen jeder eine Farbe colorirt. ,
Durch diese einzelnen Druckapparate wird der zu. colorirende Stoff, Papier, Zeug etc. von einer Rolle aus, auf der er aufgewickelt ist, hindurch geführt und empfängt in jedem der einzelnen Colorirapparate die entsprechende Farbe nach dem entsprechenden Muster.
Das Durchführen des Stoffes durch die Apparate geschieht mit solcher Genauigkeit selbstthätig, dafs stets genau Muster auf Muster, Farbe auf Farbe pafst. Dies wird durch eine eigenthümliche Fortbewegungsvorrichtung und Sperrvorrichtung erreicht.
Diese Fortbewegungsvorrichtung besteht aus zwei Walzen mit prismatischer Stirnscheibe, an jedem Ende der Maschine eine. Beide Walzen, bezw. die prismatischen Stirnscheiben sind durch eine endlose Stahlkette verbunden, deren Glieder genau gleich dem Abstande sind, welchen der Stoff von einem Colorirapparat zum anderen vorrücken mufs. Dieses Vorrücken geschieht selbstthätig durch einen am Ende eines Hebels befindlichen Haken, welcher bei jedem Turnus in einem Stift am Stirnende der Fortbewegungswalze einhakt und dieselbe durch einen Excenter, der gegen den Hakenhebel drückt, um eine bestimmte Entfernung ein wenig mehr als den Abstand zweier Apparate von einander betragend, weiter bewegt.
Eine besondere Sperrvorrichtung bewirkt dann, dafs diese Fortbewegung ganz genau dem Abstande zweier Apparate gleich wird, und verhindert die schädliche Wirkung eines todten Ganges.
Das Colorirwerk selbst besteht aus einer theilweise abgeflachten, cylindrischen Walze, in deren Abflachung die Form eingesetzt wird, während der übrige cylindrische Theil der Walze zur Aufnahme der Farbe von der Vertheilungswälze und zum Verreiben der Farbe dient.
Diese Walze hat eine theils vertical oscillirende, theils circular oscillirende Bewegung, und wird in ihrer tiefsten Stellung mit dem abgeplatteten Theil (der Druckfläche) gegen den Drucktisch, bezw. den in diesem Momente unbeweglichen, auf dem Drucktisch befindlichen, zu colorirenden Stoff gedrückt.
Sie geht dann in die Höhe, verreibt die Farbe und oben angelangt, wird die Druckform unter der Vertheilungswälze hin- und hergeführt und erhält so neue Farbe, um dann wieder abwärts zu gehen und den unterdefs entsprechend weitergeführten Stoff wieder zu coloriren u. s. w.
Selbstverständlich ist die Anzahl der mit einander zu verbindenden Colorirapparate, also auch die Anzahl der Farben eine unbegrenzte.
In beiliegender Zeichnung ist Fig. 1 eine Seiten Ansicht einer solchen Colorirmaschine für fünf Farben. Fig. 2 ist ein verticaler Querschnitt durch einen einzelnen Apparat; Fig. 3 eine Vorderansicht desselben, und Fig. 4 eine Seitenansicht des ersten Apparates mit den Bewegungstheilen etc. in vergröfsertem Mafsstabe gezeichnet.
Gleiche Buchstaben bedeuten in allen Figuren auch gleiche Theile. Es bedeutet α das Fundament der Maschine, b die Seitenwände derselben; c den Druckcylinder; d das Druckfundament; e die Auftragwalze; / die Farbewalze; g die Hebewalze; h die Ausgleichwalze; i den Farbekasten mit Walze und verstellbarem Lineal; k den Lagerbock zur Aufnahme des Druckcylinders und Farbewerks; / die Treibräder mit Axe; m das Umtriebrad mit Axe und Riemscheibe; ferner η die Trommel für die Papierbeförderung; 0 die sechseckige Schlagscheibe für Bewegung der Trommel η; p die Kette zur gleichmäfsige Bewegung der Trommel o; q den Excenter und Kurbelscheibe; r die Kurbelscheiben; ί die Pleuelstangen; t das abgeflachte Rad auf der Cylinderaxe; u die Bügelschleife mit einseitiger Verzahnung; ν den Balancier mit Gewicht und Gestänge zum Heben des Druckcylinders; w den Hebel zur Bewegung der Schlagscheibe ο und ck; χ die Arretirungsvorrichtung der Trommelbewegung ; y die Papierrolle; ζ die Druckform; ch die Frictionsrollen mit Hebel und Gewichten

Claims (4)

  1. für die Papierführung; ck die Schlag- und Theilscheibe; / / die Führungsrolle für den Niedergang des Cylinders; ο ο die Einspannvorrichtung für den Ueberzug des Cylinders. . Der Gang der Colorirmaschine ist folgender:
    Zuerst werden die Farbekasten i mit Farbe gefüllt und nach Bedarf regulirt, worauf die .Druckformen ζ in den Druckcylinder c eingelegt und befestigt werden. Durch ein paar Umdrehungen der Maschine wird' dann von selbst die Farbevertheilung auf die Farbewalzen, Druckcylinder und Druckfläche stattfinden, wonach das Papier von der Papierrolle q unter die Frictionsrollen ch über die beiden Trommeln η geführt und straff angezogen wird. In diesem Zustand ist die Maschine dann arbeitsfähig und functionirt auf folgende Weise:
    Bei der niedrigsten Stellung der Kurbelscheibe q und r wird der Cylinder c gegen das Druckfundament d angeprefst; unterdessen stehen die Trommeln für Fortbewegung des Papiers still. Wenn der Druck dann beendigt ist, wird der Cylinder mittelst des Gewichtes, dessen Hebels und Gestänge ν in die Höhe' bis auf dessen Drehpunkt gehoben und dann mittelst des Zahnrades t und der entsprechend verzahnten Bügelschleife u soweit in rotirende Bewegung gesetzt, dafs die Druckfläche sich hin und zurück unter der Auftragwalze e bewegt und dabei Färbung für den folgenden Abdruck erlangt.
    Während diese letzte Bewegung stattfindet, wird zugleich durch die excentrische Kurbelscheibe q und den Hebel w die Führungstrommel η in Bewegung gesetzt und zwar derart, dafs sich jedesmal eine genaue Formatlänge abwickelt, woraufhin die gegenseitigen Cylinderentfernungen berechnet sind, so dafs beim ferneren Gange im Stillstand, Druck und Fortführung des Papiers stets die erst bedruckte Stelle stationsweise genau unter die zweite und folgende Druckstelle hin und weiter geführt wird.
    Diese Papierbewegung wird noch besonders mittelst der Sperrvorrichtung χ regulirt, welche letztere mittelst der Pleuelstange s am ersten Druckapparate ausgehoben wird, und sich dann von selber schliefst.
    Der Druckcylinder c, welcher in seiner Abflachung die Druckform ζ aufnimmt, dient zugleich mit einem Theil seiner übrigen Peripherie als Färbe- und Farbeverreibungsfläche, indem aus dem Farbekasten i bei jedesmaliger Hin- und Herbewegung die nöthige Farbeergänzung durch die Hebewalze g und Farbewalze/ bewerkstelligt wird.
    Die Kettenverbindung p ermöglicht eine gleichmäfsige Zufuhr und Abwickelung des Papiers . von der vorderen und hinteren Führungstrommel.
    Wenn die Maschine auch gleichzeitig einen Broncedruck liefern soll, so wird, nachdem der erste Druckcylinder mit Broncefirnifs versehen ist, zwischen der ersten und zweiten Druckstelle ein Broncirwerk eingeschaltet, welches die mit Firnifs bedruckten Stellen broncirt, bevor das Papier (oder Stoff) an der zweiten Druckstelle ankommt.
    Die Colorirmaschine kann ebenso gut mit Aquarell- als Firnifsfarben arbeiten.
    Bei der Arbeit mit Aquarellfarben wird die Peripherie des Druckcylinders mit einem Tuchüberzug versehen, für dessen Befestigung die nöthigen Spannvorrichtungen ο ο vorhanden sind. Es werden dann ebenfalls die sämmtlichen Farbewalzen des Cylinders mit Tuch überzogen.
    Bei Firnifsdruck wird die reine .Metallfläche des Cylinders, so wie gewöhnliche Leimwalzen, wie solche im allgemeinen in der Buchdruckerei verwendet werden, angewandt.
    Die Vortheile, welche diese Maschinenausführung der Industrie dem gewöhnlichen Farbedruck und Coloriren gegenüber gewährt, resultiren aus Folgendem:
    ι. Dadurch das eine, zwei oder nach Belieben mehr Farben auf einmal, ohne vorhergehende jedesmalige Punktirung oder Anlegung gedruckt werden können, wird eine grofse Ersparnifs an Zeit und Arbeit erzielt, indem die Maschine allein die Führung und Färbung des zu bedruckenden Materials durch einen einzelnen Arbeiter besorgt.
  2. 2. Durch die Eigenschaft der Maschine, sowohl mit Firnifs als mit Aquarellfarben arbeiten zu können, wird eine vielseitige Anwendung derselben ermöglicht.
    Patenτ-Ansprüche:
    1. Die Construction einer Colorirmaschine für beliebig viele Farben und auf jede Farbegattung anwendbar, bestehend aus einer unbeschränkten Anzahl Colorirapparate, für je eine Farbe einen, welche auf dem von einer Rolle sich abwickelnden Stoff, sei es nun Papier oder Zeug oder anderes, beliebiges Material, das zu erzeugende Muster ohne Punctirung und ohne Anlagen auf einmal erzeugen, so wie es oben beschrieben und in der beiliegenden Zeichnung dargestellt ist.
    2. Die Anordnung der theils vertical, theils circular rotirenden, abgeflachten Cylinder c, welche in ihrer Abflachung die Druckform aufnehmen und deren runder Mantel zur Aufnahme und Vertheilung der Farbe dient, so wie oben beschrieben und in der Zeichnung dargestellt.
  3. 3. Die Anordnung der Bewegungsvorrichtungen für den Cylinder c, nämlich auf der Scheibe q (bezw. r). Die Pleuelstange s mit der einseitig gezahnten Schleife u, dem Zahnrad / und den Hebeln υ mit dazu gehörigem Gewichte, so, wie oben erläutert und in der Zeichnung dargestellt ist.
  4. 4. Die Anordnung der beiden Endwalzen u mit prismatischen Stirnscheiben 0 0, Gliederkette/, sowie der durch die Scheibe q bewegten Hebel mit Haken w in Verbindung mit der Spannvorrichtung χ zum exacten Vorbewegen des zu colorirenden Stoffes, so und zu dem Zwecke, wie oben beschrieben und in der beiliegenden Zeichnung dargestellt ist.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE263DA 1877-08-24 1877-08-24 Kolorirmaschine Expired - Lifetime DE263C (de)

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