DE2606640C2 - Im Aufprallbereich der Knie von Fahrer und Beifahrer angeordnetes Deformationsglied - Google Patents
Im Aufprallbereich der Knie von Fahrer und Beifahrer angeordnetes DeformationsgliedInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein im Aufprallbereich der Knie von Fahrer und Beifahrer eines Kraftfahrzeuges,
insbesondere eines Personenkraftwagens angeordnetes, sich in Fahrzeugquerrichtung erstreckendes, als Hohlkörper
ausgebildetes Deformationsglied, das zumindest auf der dem Fahrzeugfußraum zugekehrten Seite ein
gerundetes Querschnittsprofil aufweist.
Ein derartiges Deformationsglied, das zusammen mit bekannten Rückhaltesystemen im Aufprallfall ein Untertauchen
des Insassen in den Fußraum verhindert, ist aus der DE-OS 21 51 599 bekannt Durch entsprechende
Formgebung und Dimensionierung des Blcchhohlkörpers ist es möglich, die zur Verformung notwendigen
Kräfte innerhalb bestimmter, Verletzungen ausschließender Grenzen zu halten. Nachteilig bei derartigen
Blechhohlkörpern ist ihr relativ hohes Gewicht, da zum Auffangen und Abbremsen der Knie in der Rege' nur
eine geringe Tiefenerstreckung gegeben ist, was zwangsläufig zu verhältnismäßig großen Materialstärü.en
des Deformationsgliedes und geringem Energieabsorptionsvermögen führt Da derartig dimensionierte
Bleche eine ziemlich harte Oberfläche aufweisen, kann im Aufprallfall nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden,
daß zumindest zu Beginn der Verformungsphase die maximal zulässige Belastung des Kniebereiches
kurzzeitig überschritten wird.
Eine weitere Knieaufprallschutzvorrichtung ist durch die DE-OS 21 46 258 bekannt Diese Aufprallschutzvorrichtung
besteht aus einem flexiblen Material, sie ist normalerweise verstaut und wird erst im Gefahrenfall
aufgeblasen, so daß ihre Funktionsbereitschaft nicht ohne weiteres überprüfbar ist Auße.dem erfordert eine
derartige Vorrichtung einen Sensor, der die Auslösung im Gefahrenfali bewirkt
Es ist Aufgabe de; Erfindung, einen Weg aufzuzeigen,
durch den Verletzungen der Knie eines Insassen in jeder Phase des Aufpralles bei gleichzeitig hoher Energieabsorption
und ein seitliches Abrutschen der Knie vermieden werden, so daß der Unterkörper des zu schützenden
Insassen bei einem Frontalaufprall sicher aufgefangen bzw. abgestützt wird, ohne daß er über ein zulässiges
Maß hinaus beansprucht wird.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst Unter Ausnutzung
des zur Verfügung stehenden hohen Absorptionsvermögens wird dabei durch die örtliche Einbeulung ein
seitliches Abrutschen der Knie verhindert.
Eine Verringerung der Materialstärkc der Hohlkörperwandung
wird dadurch ermöglicht, daß durch Anbringen seitlich angeordneter Deckel ein an sich bekannter,
insgesamt gasdicht abgeschlossener Hohlraum geschaffen wird. Beim Eintauchen der Knie in das Deformationsglied
erhöht sich dessen Innendruck, wodurch sich eine erhöhte Tragkraft einstellt.
Von Vorteil ist es weiterhin, wenn der Hohlraum in an sich bekannter Weise mit einem unter Atmosphärenüberdruck
stehenden Gas gefüllt ist. Dadurch erhöht sich der durch den Innendruck aufgebrachte Tragkraftanteil,
was unter bestimmten Voraussetzungen zu einer besseren Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Deformationsweges
führt
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird der Überdruck in an sich bekannter Weise
erst beim Auslösen eines auf bestimmte Kriterien ansprechenden Sensors aufgebaut. Wird dabei die Auslöseschwelle
des Sensors entsprechend festgelegt, so kann man den Hohlkörper relativ weich ausbilden und erreicht
bei niedrigen Aufprallgeschwindigkeiten ein besonders weiches Eintauchen der Knie. Erst bei höheren
Aufprallgeschwindigkeiten und ausgelöstem Sensor erhöht sich der Innendruck durch das einströmende Gas
und dadurch die Tragkraft des Hohlkörpers. Durch diese Maßnahmen erhält man eine selbsttätige Anpassung
des Knicschutzes an die Unfallschwere.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, die Gase in an sich bekannter Weise durch einen
außerhalb der Stoßangriffsfläche liegenden Kanal zuzuführen, der mit zum Hohlraum gerichteten und z. B.
durch eine Rückschlagklappe aus flexiblem Material verschließbaren öffnungen versehen ist
Dabei kann es vorteilhaft sein, den (Canal in an sich bekannter Weise durch eine innerhalb des Hohlraumes
verlaufende Schüttwand zu bilden, oder den Kanal auf das Deformationsglied aufzusetzen.
Schließlich ist es insbesondere auf der Beifahrerseite
auch möglich, den Kana) in an sich bekannter Weise auch mit zum Kopfraum des Fahrzeuges hin gerichteten
öffnungen zu versehen, durch die das Gas im Bedarfsfall in einen aufblasbaren, dem Auffangen des Oberkörpers eines Insassen dienenden Sack übertritt
Dsmit der Innendruck nicht unkontrolliert anwachsen kann, ist es vorteilhaft, diesen in an sich bekannter
Weise nach Erreichen eines vorbestimmten Wertes durch mindestens eine Abströmöffnung gezielt abzubauen. Diese Abströmöffnung könnte z. B. im normalen
Fahrbetrieb durch eine Platzmembran verschlossen sein.
Der Gegenstand der Erfindung soll nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigt
F i g. 1 einen Schnitt quer zur Achsrichtung eines erfindungsgemäßen, als Wellrohr ausgebildeten Deformationsgliedes.
F i g. 2 eine vereinfachte Draufsicht auf das Deformationsglied nach F i g. 1 vor dem Eintritt einer Deformation.
F i g. 3 das Deformationsglied gemäß F i g. 1 während eines Knieaufpralls,
F i g. 4 eine Gesamtanordnung eines mit einem integrierten Gasführungskanai ausgestatteten Dciorniationsgliedes in einem Kraftwagen, und
F i g. 5 eine Anordnung gemäß F i g.4 mit einem auf das Deformationsglied aufgesetzten Kanal.
Das in den F i g. I bis 3 dargestellte Deformationsglied 1 hat einen wellrohrartigen Aufbau und ist durch
seitlich angeordnete Deckel 2 (F i g. 1) nach außen hin gasdicht abgeschlossen. Eine Stoßangriffsfläche 3 — in
F i g. 2 angedeutet —, die einen Teil des Deformationsglicdcs 1 darstellt, liegt den Knien 4 eines nicht dargestellten Insassen gegenüber. Im Aufprallfali tauchen die
Knie 4 nach Fig.3 in den Deformationskörper 1 ein,
der sich dabei örtlich unter Energieabsorption eindrückt, wobei sich die wellrohrartige Struktur einebnet so
Die Anordnung eines erfindungsgemäßen Deformationsgliedcs 1 in einem nicht näher dargestellten Personenkraftwagen ist in F i g. 4 wiedergegeben. Das im
Aufprallbereich der Knie 4 im unteren Abschnitt der Armaturentafel 7 mittels einer Konsole 8 an einem nicht
gezeigten festen Fahrzeugteil festgelegte Deformationsglied 1 weist innerhalb seines Hohlraumes 9 eine
Schottwand 10 auf, durch die ein Kanal 11 geschaffen wird. In diesen können im Gefahrenfall, z. B. ausgelöst
durch einen Sensor, Treibgase von einer Druckmittelquelle aus eingeleitet werden, wobei die Treibgase
durch öffnungen 12 in den Hohlraum 9 übertreten.
Die Gase können dabei gleichzeitig zur Entfaltung eines Sackes 13 auf der Beifahrerseite herangezogen
werden, der sich in Richtung des Kopfraumes hin aufbläht und den Brust- u.id Kopfbercich des Insassen auffängt, wenn die Außenhaut des Deformationskörpers 1
entsprechend angeordnete öffnungen 14 aufweist. Da
der Druck im Sack 13 gezielt abgebaut, der Druck im
Hohlraum 9 jedoch in der Regel nicht reduziert werden soll, ist eine Rückschlagklappe 15 vorgesehen, die nach
dem Druckaufbau selbsttätig die öffnungen 12 verschließt
Das Ausführungsbeispiel nach F i g. 5 entspricht weitgehend dem nach F i g. 4, so daß für artgleiche Teile
auch gleiche Positionsnummern verwendet werden. Im Gegensatz zu dem integrierten Kanal 11 in F i g. 4 ist
nach F i g. 5 der Kanal 11 auf das Deformationsglied 1 aufgesetzt
Claims (9)
1. Im Aufprallbereich der Knie von Fahrer und Beifahrer eines Kraftfahrzeuges, insbesondere eines
Personenkraftwagens, angeordnetes, in dauernder Wirkstellung sich in Fahrzeugquerrichtung erstrekkendes,
als Hohlkörper ausgebildetes Deformationsglied, das zumindest auf der dem Fahrzeugfußraum
zugekehrten Seite ein gerundetes Querschnittsprr>f:l
aufweist, dadurch gekennzeichr.et, daß
das Deformationsglied (1) als etwa senkrecht zur Längsachse beaufschlagbares Wellrohr ausgebildet
ist, dessen Wülste in der Aufprallzone bei einem Knieaufschlag unter Energieabsorption örtlich eingeebnet
werden.
2. Deformationsglied nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch Anbringen seitlich angeordneter
Deckel (2) ein an sich bekannter, insgesamt gasdicht abgeschlossener Hohlraum (9) geschaffen
wird.
3. Deformationsglied nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum (9) in an sich
bekannter Weise mit einem unter Atmosphären-Überdruck stehenden Gas gefüllt ist
4. Deformationsglied nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Überdruck in an sich bekannter
Weise erst beim Auslösen eines auf bestimmte Kriterien ansprechenden Sensors aufgebaut
wird.
5. DeforrTiutionsglied nach einem oder mehreren
der vorangegangenen AnsprS-Jie, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gase <n an sich bekannter Weise durch einen außerhalb der Stoß'ngriffsfläche (3) liegenden
Kanal (11) zugeführt werden, der mit zum Hohlraum (3) gerichteten und z. 8. durch eine Rückschlagklappe
(15) aus flexiblem Material abschließbaren Öffnungen (12) versehen ist
6. Deformationsglied nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (11) in an sich bekannter
Weise durch eine innerhalb des Hohlraumes (9) verlaufende Schottwand (10) gebildet wird.
7. Deformationsglied nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (11) auf das Deformationsglied
(1) aufgesetzt ist.
8. Deformationsglied nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kanal (11) in an sich bekannter Weise auch mit zum Kopfraum des Kraftfahrzeuges
hin gerichteten öffnungen (14) versehen ist, durch die das Gas im Bedarfsfall in einen aufblasbaren,
dem Auffangen des Oberkörpers eines Insassen dienenden Sack (13) übertritt.
9. Deformationsglied nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Innendruck in an sich bekannter Weise nach Erreichen eines vorbestimmten Wertes durch Entweichen
aus mindestens einer Abströmöffnung gezielt abgebaut wird.
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