DE2525396C3 - Zweiteilige Schutzkapsel aus Kunststoff für Flaschenstopfen sowie Verfahren zum Herstellen der Schutzkapsel - Google Patents
Zweiteilige Schutzkapsel aus Kunststoff für Flaschenstopfen sowie Verfahren zum Herstellen der SchutzkapselInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine zweiteilige Schutzkapsel aus Kunststoff für Flaschenstopfen, mit einem zylindrischen
Mantel und einer am Rand einer der Öffnungen dieses Mantels befestigten Scheibe, sowie ein Verfahren
zum Herstellen einer solchen Schutzkapsel.
Damit derartige Schutzkapseln ihre Aufgabe erfüllen,
d. h. in erster Linie die Flaschenstopfen gegen jegliche Verletzung schützen können, müssen sie im Flaschenhals
nichtwegnehmbar befestigt sein. Dies wird durch die Wahl einer Schutzkapsel aus einem elastischen
Werkstoff erreicht, dessen Zugfestigkeit ausreicht, um großen radialen Zugkräften widerstehen zu können.
Der Innendurchmesser des Mantels der Schutzkapsel ist vor deren Anbringung kleiner als der kleinste
Außendurchmess?r des Teiles des Flaschenhalses, den sie bedecken soll.
Zum Anbringen der Schutzkapsel wird eine Vorrichtung verwendet, die eine bestimmte Anzahl von Fingern
aufweist. Die Außenfläche der Finger ist gerundet. Die Finger sind jeweils an einem Halter verschieblich
aufgenommen, so daß sie in radialer Richtung voneinander weg bewegbar sind. Dadurch wird der
Kapselmantel ausreichend gedehnt, damit der Flaschenhals zwischen die Finger einfahren kann und sich die
Schutzkapsel bei fortgesetzter Bewegung der Flasche in der gleichen Richtung lösen kann. Die Schutzkapsel hat
automatisch das Bestreben, in ihre ursprüngliche Ausdehnung zurückzugehen, was dazu führt, daß sie sich
eng an die Außenfläche des Flaschenhalses anschmiegt. Da dieser im allgemeinen mit einem seine öffnung
umschließenden Ring endet, ist die Spannung des Kunststoffes in diesem Bereich am größten, und es wird
unmöglich, die Schutzkapsel abzunehmen, ohne sie zu zerreißen.
Diese Art des Schutzkapselvcrschlusses wurde
bereits bei kleineren Flaschenabfüllereien angewandt. Bei großen Hochleistungs-Flaschenabfüllanlagen tritt
jedoch eine Schwierigkeit auf, die bis heute noch nicht überwunden werden konnte und die sich daraus ergibt,
daß die Finger, die die Schutzkapsel aufweiten, eine beträchtliche Kraft ausüben. Die aufgebrachte Energie
wächst mit der ausgeführten Dehnung beträchtlich, wobei unbedingt darauf geachtet werden muß, daß die
Grenze der Eigenelastizität des Werkstoffes nicht überschritten wird. Die Kraft, die an den gerundeten
Flächen der Finger aufgebracht wird, deren Gesamtumfangsfläche nahezu gleich ist der innenumfangsfläche
des Kapselmantels, erzeugt eine auf den Kunststoff wirkende Reibungskraft, die ein Maximum erreicht,
wenn am Ende des Anbringungsvorganges die Finger sich von der Kapsel lösen.
Nach dem Stand der Technik müssen selbst bei mittleren Produktionsleistungen von weniger als 1800
Einheiten/h zum Anbringen von Schutzkapseln an Flaschen, deren Abschlußringe im Durchmesser zwischen
29 und 34 mm gestuft sind, drei Kapseltypen verschiedenen Durchmessers verwendet werden. Die
Mantel der derzeitigen Kapseln, die einen Nenndurchmesser von 27,5 mm aufweisen und für Abschlußringe
mit dem Durchmesser 29 mm geeignet sind, können nicht ohne Beschädigung innerhalb einiger Zehntelsekunden
bis auf einen Durchmesser von 42 mm gedehnt werden, der für das Anbringen der Schutzkapseln an
Abschlußringen mit einem Durchmesser von 34 mm erforderlich ist.
Selbst bei sorgfältiger Wahl des Oberflächenzustandes der aus Stahl hergestellten Finger einerseits und des
verwendeten Kunststoffes andererseits kann die theoretisch mögliche Kapselaufsetzleistung nicht erreicht
werden, ohne daß eine Erwärmung des Metalls auftritt, die schließlich die Kapseln zerstört.
Zur Erniedrigung des Reibungskoeffizienten zwischen der Kapsel und den Fingern kann dem Kunststoff
ein Zusatz zugesetzt werden. Dieses Verfahren verbietet sich jedoch dort, wo an der Außenseite der
Kapsel eine Beschriftung oder ein anderes Markenzeichen angebracht werden soll. Das Bedrucken mit
solchen Zeichen wird durch den Zusatz unmöglich gemacht. Für diese bei den Anwendern von Flaschenstopfen-Schutzkapseln
aus Kunststoff bekannte Schwierigkeit konnte bisher keine zufriedenstellende Lösung
gefunden werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, zur Überwindung dieser Nachteile eine Schutzkapsel zu schaffen, deren Innenfläche
einen guten Reibungskoeffizienten aufweist, deren Außenseite jedoch in einem Zustand gehalten ist, der
das Bedrucken oder Verzieren nach allen bekannten Verfahren, wie z. B. indirekter Hochdruck (Trockenoffset),
Siebdruck od. dgl., gestattet.
Diese Aufgabe wird durch eine Schutzkapsel der eingangs beschriebenen Gattung gelöst, bei der
erfindungsgemäß der Mantel aus zwei gleichzeitig ätranggepreßten Schichten von thermoplastischen
Kunststoffen derselben Familie besteht, deren innere Schicht einen ihren Reibungskoeffizienten herabsetzenden
Zusatz enthält.
Eine solche erfindungsgemäße Schutzkapsel weist eine in hohem Maße verbesserte Dehnbarkeit auf.
Mit Vorteil ist der Zusatz Glyzerinmonostearat.
Ebenfalls gut bewährt haben sich Schutzkapseln, bei denen der Zusatz ein Fettsäureamid ist.
Gemäß einem vorteilhaften Verfahren wird der Mantel der erfindungsgemäßen Schutzkapsel durch
Warmformen der beiden gleichzeitig stranggepreßten Schichten hergestellt.
Der Mantel kann aber auch unmittelbar durch gleichzeitiges Strangpressen der zwei Kunststoffe
derselben Familie hergestellt werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand schemati-
scher Zeichnungen mehrerer Ausführungsbeispiele mit weiteren Einzelheiten erläutert. F.? zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Schutzkapsel nach der Erfindung und
F i g. 2 einen Schnitt in vergrößertem Maßstab durch eine in Fig. 1 mit II bezeichnete Einzelheit der Wand
des Kapselrandes.
Die Schutzkapsel weist einen im wesentlichen zylindrischen Mantel 1 auf, der nur an seiner oberen
Kante 2 leicht nach innen gebogen ist, um mit einer den Kapselboden bildenden Scheibe 3 verbunden werden zu
können. Das Verbinden des Mantels 1 mit der Scheibe 3 kann nach einem beliebigen bekannten Verfahren
geschehen, beispielsweise durch Anformen. Die Scheibe 3 kann mit einer öffnung 4 versehen sein, damit beim
Aufseizen der Kapsel auf die Flasche Luft entweichen
kann.
Der Durchmesser d das Mantels 1 ist auf dessen ganzer Höhe h bis zur unteren Begrenzung ihrer oberen
Randes 2 kleiner als der kleinste Durchmesser des Flaschenhalses.
Wie deutlicher in Fig. 2 zu erkennen, ist die Wand des Mantels 1 von zwei Schichten oder Lagen 5 und 6
von im wesentlichen gleicher Dicke gebildet, die durch gleichzeitiges Strangpressen erhalten sind. Die Schicht 5
befindet sich an der Innenseite der Schicht 6. Die beiden Schichten 5 und 6 sind eng miteinander verbunden,
wobei ihre Berührungsflächen durch Ineinandergreifen der Moleküle ihrer Oberflächen praktisch aufgehoben
sind.
Diese Schichten 5 und 6, deren Gesamtdicke 0,5 mm beträgt, sind im wesentlichen gleich zusammengesetzt
und bestehen beispielsweise aus Hochdruck-Polyäthylen niedriger Dichte, Sorte 0,4.
Bei der innenliegenden Schicht 5 ist der Masse ein Gleitmittel zugesetzt, das den Reibungskoeffizienten
dieser Schicht 5 erniedrigt.
Bei einem ersten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei diesem Gleitmittel um Glyzerinmonostearat, das mit
einem Anteil von 0,25% zugeschlagen ist.
Bei einem zweiten Beispiel vurde als Zusatz ein Fettsäureamid verwendet, vorzugsweise in Form einer
in Verbindung mit Lebens- oder Genußmilteln unbedenklichen Vormischung (Master-Batch), d.h. ein
Gemisch von ungiftigen und durch die Berührung mit Lebensmitteln nicht veränderbaren Stoffen, die in eine
neutrale Masse eingebettet sind. Der An'eil des verwendeten Gemischs betrug 2,5%.
Die auf diese Weise hergestellten Schutzkapseln können mit einer sehr hohen Stückleistung von über
2400 Einheiten/h auf die Flaschen aufgesetzt werden. Dessen ungeachtet bereitet das Bedrucken der Außenseite
keine Schwierigkeiten mehr und kann in gleicher Weise wie bei den gewöhnlichen Kapseln durchgeführt
werden.
ίο Unter den Vorteilen der Erfindung sind weiterhin zu
nennen:
Die beiden Schichten 5 und 6 des Mantels 1 können in zwei verschiedenen Farben gewählt werden. Für die
Scheibe 3 kann ein dritter Farbton vorgesehen werden.
Durch die Verwendung eines Polyäthylens der Sorte 0,4 wird die Gefahr der Rißbildung in der Kapsel
während der Lagezeit nahezu völlig ausgeschlossen. Für nach dem Spritzverfahren hergestellte Kapseln müssen
dagegen unbedingt Werkstoffe der Sorte 3 und darüber verwendet werden.
Die der innenliegenden Schicht zugesetzten Mittel verteilen sich mit der Zeit in der Masse der beiden
Schichten. Dadurch wird der Reibungskoeffizient an der Innenfläche der Schutzkapsel erneut vergrößert und zu
einer besseren Haftung der Schutzkapsel am Flaschenhals beigetragen. Diese Veränderung läßt sich erst
einige Monate nach der Herstellung der Schutzkapsel feststellen, wenn die Schutzkapsel schon lange bedruckt
und aufgesetzt ist.
Durch das gleichzeitige Strangpressen der beiden Schichten 5 und 6 lassen sich Kapselrander mit stark
verbesserten mechanischen Eigenschaften erzielen. Gegenüber einer ähnlichen Schutzkapsel, die nach
einem herkömmlichen Verfahren extrudiert wurde, erhöht sich die Bruchdehnung bei einer erfindungsgemäßen
Schutzkapsel von 460% auf 588%, die Bruchlast von 1108 auf 1662 kp/cm2. Der Rand einer Schutzkapsel
mit dem Nenndurchmesser 27,5 mm läßt sich somit ohne Beschädigung innerhalb einiger Zehntelsekunden bis
auf einen Durchmesser von 42 mm dehnen. Mit einer solchen, erfindungsgemäß ausgebildeten Schutzkapsel
lassen sich alle Flaschen versehen, bei denen die Abschlußringe der Flaschenhälse einen Durchmesser im
Bereich zwischen 29 und 34 mm aufweisen. Dies ist auch bei hohen Stückleistungen von mehr als 2400 Einheiten/h
möglich.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Zweiteilige Schutzkapsel aus Kunststoff für
Flaschenstopfen, mit einem zylindrischen Mantel und einer am Rand einer der öffnungen dieses
Mantels befestigten Scheibe, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mantel (1) aus zwei gleichzeitig stranggepreßten Schichten von thermoplastischen
Kunststoffen derselben Familie besteht, deren innere Schicht (5) einen ihren Reibungskoeffizienten
herabsetzenden Zusatz enthält.
2. Schutzkapsel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz Glyzerinmonostearatist.
'5
3. Schutzkapsel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatz ein Fettsäureamid
ist.
4. Verfahren zum Herstellen einer Schutzkapsel nach einem der Ansprüche I bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Mantel durch Warmformen der beiden gleichzeitig stranggepreßten Schichten
hergestellt wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| LU70300 | 1974-06-12 | ||
| LU70300A LU70300A1 (de) | 1974-06-12 | 1974-06-12 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2525396A1 DE2525396A1 (de) | 1976-01-02 |
| DE2525396B2 DE2525396B2 (de) | 1977-02-24 |
| DE2525396C3 true DE2525396C3 (de) | 1977-11-03 |
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