DE2509109C2 - Verbundgleitlager - Google Patents
VerbundgleitlagerInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verbundgleitlager mit einer Lagermetallschicht aus einer Kupfer- oder
Leichtmetallegierung, einer Metall-Zwischenschicht und einer darauf aufgebrachten Blci-Zinn-Kupfer-Laufschicht.
Moderne Hochleistungsgleitlager weisen im allgemeinen eine Stahlstützschale auf, die dem Lager die für
eine feste Einspannung und einen guten Sitz notwendige Festigkeit verleiht In dieser Stahlstützschale befindet
sich dann die Lagermetallschicht, die aus einer Legierung auf Kupfer- oder Leichtmetallbasis besteht Die
Stahlstützschale kann auch entfallen, wenn die Lagermetallschicht selbst eine entsprechende Festigkeit aufweist.
Bei der Laufschicht handelt es sich um eine in der Regel galvanisch aufgetragene Schicht aus einer Blei-Zinn-Kupfer-Legierung.
Bei solchen Lagern würde nun, falls als Lagermetallschicht eine Legierung auf Kupferbasis gewählt wird,
bei höheren Betriebstemperaturen aus der Laufschicht Zinn in die Lagermetallschicht eindiffundieren, was einerseits
zu einer verminderten Korrosionsfestigkeit der Laufschicht und andererseits unter erschwerten Betriebsbedingungen
zum Ablösen der Laufschicht durch Bildung spröder Kupfer-Zinn-Phasen in der Übergangszone führt
Es ist bereits bekannt (GB-PS 6 24 401, ant-produktmarkt
74, S. 115), die Lagermetallschicht vor dem Aufbringen
der Laufschicht mit einer Zwischenschicht aus einem Metall insbesondere der Eisengruppe zu überziehen.
Es hat sich aber gezeigt, daß derartige Zwischenschichten gegebenenfalls die Bildung von spröden, störenden
Phasen in der Übergangszonc weitgehend verhindern, daß sie aber nicht imstande sind, die Abwanderung
des Zinns aus der Laufschicht zu blockieren. Es wird lediglich eine Verzögerung der Zinnabwanderung
erreicht, wobei sich in der Laufschicht gegen die anschließende Zwischenschicht hin eine je nach Höhe und
Dauer der Temperatureinwirkung mehr oder weniger dicke Zone mit einer Zinnanreicherung bildet die zufolge
des mit der Temperatur und der Dauer der Temperatureinwirkung ansteigenden Anteils an Eutektikur,:
(Schmelzpunkt 183° C) eine nur geringe Warmhärte aufweist
Unter extremen Betriebebedingungen kann der eutektische Schmelzpunkt örtlich oder in größeren Bereichen
der Lauffläche überschritten werden, was durch ίο ein Anschmelzen der zinnreichen Zone durch Laufschichtzerstörung
und zu schweren Lagerschäden führt Dieser Nachteil zeigt sich in gleicher Weise bei Verbundgleitlagern,
deren Lagermetallschicht aus einer Leichtmetallegierung besteht Die Zwischenschicht ist
ii zwar bei solchen Lagern vor allem als Deckschicht erforderlich,
die die L-eiciitmetallegierung während des
Auftragens der Laufschicht vor dem Angriff der Laufschichtelektrolyten
schützt doch ergibt sich letztlich die gleiche Problematik hinsichtlich der Zinnanreicherung
zufolge der nicht völlig diffusionsneutralen Zwischenschicht
Es ist ferner bekannt (DE-AS 10 77 026). die Zinnabwanderung
dadurch verhindern zu wollen, daß man die Laufschicht mit erhöhtem Kupfergehalt ausführt, um so
das Zinn in der Laufschicht zurückzuhalten. Auch wenn man dabei eine Laufschicht wählt deren Kupferanteil
sich stetig über die Laufschichtdicke verändert, wird — da die vorstehend beschriebene Zwischenschicht fehlt
— der gewünschte Effekt der Verhinderung einer Zinnanreicherung bzw. der Verhinderung der Bildung der
spröden Kupfer-Zinn-Phasen nicht erreicht Die feine und gleichmäßige Verteilung des Kupfers in der Laufschicht
trägt zur Vermeidung der Zinnabwanderung offensichtlich ebensowenig wie die stetige Veränderung
des Kupfergehaltes über die Laufschichtdicke bei.
Demnach liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und ein Verbundgleitlager
der eingangs geschilderten Art zu schaffen, bei dem störende Zinnanreicherungen in der Laufschicht bzw. an
der Grenze zur Zwischenschicht auch bei extremen Betriebsbedingungen vermieden werden.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß die Laufschicht aus mindestens drei übereinanderliegenden
Zonen mit gegeneinander sprunghaft geändertem Kupfergehalt besteht.
Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, daß die Zinnanreicherung nicht grundsätzlich verhindert werden
muß, sondern daß es vielmehr darauf ankommt, die Dicke und den Zinngehalt der Diffusionszone so zu vermindern,
daß keine störenden Auswirkungen mehr auftreten. Durch die erfindungsgemäße Unterteilung der
Laufschicht in wenigstens drei Zonen mit sprunghaft geändertem Kupfergehalt wird die Anzahl der die Diffusion
auslösenden Grenzen zwischen Zonen verschiedenen Kupfergehalts vervielfacht und dementsprechend
die jeweilige Zinnanreicherung an den einzelnen Grenzen auf ein ungefährliches Maß herabgesetzt
Es ist zwar bereits bekannt (GB-PS 7 06 672), die Zwischenschicht zwischen der Laufschicht und der Lagermetallschicht
aus Kupfer oder einer Kupferlegierung herzustellen, doch kann damit weder die Abwanderung
des Zinns aus der Laufschicht noch das Entstehen einer spröden Zinn-Kupfcr-Phase größeren Ausmaßes an der
Grenze zwischen der Laufschicht und der Zwischcnbr>
schicht verhindert werden, so daß ein solcher Stand der
Technik keine Lehre für die Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe geben kanu.
Um eine Vielzahl von ausgeprägten Grenzen zu er-
Um eine Vielzahl von ausgeprägten Grenzen zu er-
reichen, können in der Laufschicht Zonen höheren Kupfergehaltes mit Zonen niedrigeren Kupfergehaltes abwechseln.
Außerdem kann die Dicke der einzelnen Laufschichtzonen verschieden sein, wobei es zweckmäßig
ist, wenn die Laufschichtzonen höheren Kupfergehaltes
jeweils dünner als jene mit niedrigerem Kupfergehalt ausgebildet sind. Durch die unterschiedliche Dikke
der Laufschichtzonen läßt sich die Durchschnittshärte der Gesamtlaufschicht variieren, wobei durch die jeweils
dünneren Schichten höheren Kupfergehaltes eine zu große Aufhärtung des Lagers vermieden wird.
Die Erfindung gibt auch die Möglichkeit, den Kupfergehalt
der Laufschichtzonen höheren Kupfergehaltes von Zone zu Zone und/oder jener der Laufschichtzonen
niedrigeren Kupfergehaltes von Zone zu Zone zu andem,
um auf diese Weise verschiedene Lagereigenschaften, beispielsweise eine härtere Laufschichtoberfläch^
verbunden mit weicherem Untergrund, zu erreichen.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise
und rein schematisch dargestellt, und zwar zeigt
F i g. 1 den Schichtaufbau eines Verbundgleitlagers und
F i g. 2 den Verlauf des Kupfergehalts über die Laufschichtdicke.
Auf einer ,.Cagermetallschicht 1 aus einer Kupferoder
Leichtmetallegierung ist eine Zwischenschicht 2 aufgebracht, die aus einem Metall der Eisengruppe bzw.
einer Legierung aus solchen Metallen oder aus Messing bestehen kann. Über der Zwischenschicht befindet sich
eine Blei-Zinn-Kupfer-Laufschicht i. Diese Laufschicht besteht ihrerseits aus vier Zonen 4 mit geringem Kupfergehalt
und drei Zonen 5 höheren Kupfergehalts, wie sich dies aus dem Vergleich der F i g. 1 und 2 klar ergibt,
wobei in F i g. 2 auf der Abszisse der Kupfergehalt und auf der Ordinate die Laufschichtdicke aufgetragen sind.
Durch die Unterteilung der Laufschicht 3 in insgesamt sieben verschiedene Zonen ergeben sich auch sieben
hinsichtlich einer Zinnanreicherung maßgebliche Grenzen, zwischen diesen Zonen verschiedenen Kupfergehalts,
was aurch Punkte in F i g. 1 angedeutet ist. Die Vielzahl der Grenzen hat zur Foige, daß die Dicke
der Diffusionszonen an den Grenzen und die Höhe ihres Zinngehalts jeweils so gering sind, daß auch bei extremen
Lagerbelastungen keine störenden Auswirkungen auftreten können. Das Aufbringen der in die Zonen 4,5
unterteilten Laufschicht 3 auf die Zwischenschicht 2 bereitet keine Schwierigkeiten, da während des elektrolytischen
Abscheidungsprozesses lediglich die Abscheidungsbedingungen, insbesondere die Stromdichte, verändert
zu werden brauchen.
Es überschreitet nicht den Rahmen der Erfindung, wenn der Kupfergehalt der Laufschichtzonen 5 von der
Zwischenschicht 2 an zur Laufschichtoberfläche hin geändert wird (in F i g. 2 strichpunktiert angedeutet). Auch
der Kupfergehalt der Laufschichtzonen 4 könnte variiert werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen «>
Claims (5)
1. Verbundgleitlager mit einer Lagermetallschicht aus einer Kupfer- oder Leichtmetallegierung, einer
Metall-Zwischenschicht und einer darauf aufgebrachten Blei-Zinn-Kupfer-Laufschicht, dadurch
gekennzeichnet, daß die Laufschicht (3) aus mindestens drei übereinanderliegenden Zonen (4,5)
mit gegeneinander sprunghaft geändertem Kupfergehalt besteht
2. Verdundgleitlager nach Anspruch 1. dadurch
gekennzeichnet, daß in der Laufschicht (3) Zonen (5) höheren Kupfergehalts mit Zonen (4) niedrigeren
Kupfergehalts abwechseln.
3. Verbur.dgleitlager nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der einzelnen
Laufschichizonen (4,5) verschieden ist.
4. Verbundgleitlager nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufschichtzonen
(5) höheren Kupfergehalts jeweils dünner als jene (4) mit niedrigerem Kupfergehalt ausgebildet sind.
5. Verbundgleitlager nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Kupfergehalt
der Laufschichtzonen (5) höheren Kupfergehalts von Zone zu Zone und/oder jener der Laufschichtzonen
(4) niedrigeren Kupfergehalts von Zone zu Zone ändert.
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Publications (2)
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| DE2509109C2 true DE2509109C2 (de) | 1984-08-23 |
Family
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Family Applications (1)
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| GB706672A (en) * | 1952-03-05 | 1954-03-31 | Glacier Co Ltd | Improvements in or relating to plain bearings |
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1975
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Legal Events
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