DE2505378C3 - Verfahren zum Herstellen von Abschmelzelektroden für die Rückgewinnung von Metallanteilen aus dem Schleifstaub hochwertiger Metalle und Legierungen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Abschmelzelektroden für die Rückgewinnung von Metallanteilen aus dem Schleifstaub hochwertiger Metalle und LegierungenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verehren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Durch die DE-OS 23 60 883, S 8, Abs. I und
Figur, ist es bekannt, Kleinteile auf. Metuli in eine F:orm mit zylindrischen, d. h. senkrechten Wanden
einzufüllen und zusammen mit der Porrn durch
Schlacke hindurch umziischmelzen. Um das Herausfallen
der Mctallpartikel. die im übrigen keinen Schleifslaub bilden, wahrend des Umschmelzen zu
verhindern, sind bestimmte Verfahrcnsbidingungen einzuhalten, die ein örtliches Zusammensintern der
Metdllp.irtikel verursachen. Das Zusammensintern der cvtrem inhomogenen Partikel von Schleifstaub
ist jedoch in der Praxis nicht zu erreichen.
Durch die GB-PS 12 52 660. S. I, Z. 7fi—82; S. 2,
'/.. IO—18 und Figur, isi es bekannt, einen Blechmantel
mit c<nr:r Pnlvtrfüllung aus metallischen und
nichtmetallischen Komponenten als Elektiode umzuschmelzen.
Die nichtmetallischen Komponenten sollen aus dem ursprünglichen Erz stammen, und ein
Herausricscln der Piilvorfüllung aus dem Rohr soll durch einen örtlichen Sinlcrvorgang verhindert werden.
Die Herstellung des MetallpulverameiJs durch Reduktion ist aufwendig. Die bekannten Maßnahmen
sind nicht :iuf die Verarbeitung von Schleifstaub übertragbar.
Durch die DE-OS 23 08 639, Ansprüche 1 und 2; S.4, letzter Absatz; Fig. 6, ist es bekannt, Elektrodenhüllen
mit anderen als zylindrischen Querschnitten zu verseilen, wobei die einzelnen Wände, jedoch
gleichfalls senkrecht verlaufen. Die Metailpulvcrfüllung
soll dabei hinsichtlich ihrer Zusammensetzung mit der Hülle und mit dem herzustellenden Metallgegenstand
übereinstimmen, wobei durch eine hohe Verdichtung und ein Agglomerieren ein metallischer
Festkörper hergestellt wird. Derartige Maßnahmen sind aufwendig und nicht für beliebige Pul Vermischungen,
insbesondere nicht für Schleifstanb brauchbar.
Durch die US-PS 28 67 895, Anspruch I und
Fig. 2, ist es bekannt. Elektroden, die aus einem Blechmantel mit in der Umschmelzposition senkrechten
Wänden und siner Schrotifüllung bestehen,
dadurch gegen ein Herausrutschen der gesamten Schrottfüllung zu sichern, daß man in regelmäßigen
Abstanden jeweils mehrere radiale Haltespikes in den Blechmantel und in die Schrottfüllung treibt. Abgesehen
davon, daß eine solche Maßnahme aufwendig ist, kann nicht verhindert werden, daß die jeweils
zwischen zwei Ebenen, in denen die Haltespikes angeordnet
sind, befindliche Schrottmenge aus der Metallhülle herausrutscht. Damit ist jedoch stets die
erhebliche Gefahr verbunden, daß Schrotteile unaufgeschmolzen
in einen Schmelzsee gelangen, wenn die bekannte Elektrode beispielsweise für ein Umschmelzverfahren verwendet wir·'!.
Durch die AT-PS ί 42 224, S. 2, Z. 24—37 und
Z. 56—59. ist es bekannt, Elektroden aus Metallpulvern
und Bindemitteln herzustellen, wobei jedoch die Gcsamlzusammensetzung der Elektrode der Fertiglegierung
entsprechen soll. Auch cif&es Verfahren ist
aufwendig und für die Verarbeitung von Schleifstaub nicht ohne weiteres geeignet.
Durch die US-PS 3 4 06 206, Anspruch ! und Figur,
ist es bekannt, Absehmelzelektroden aus einer
Folienhülle und einer Metallpulverfüllung zu bilden,
4S wobei die Folicnhüllc und das Metallpulver durch
einen Schweißvorgang örtlich so aufgeschmolzen werden, daß Zonen ausreichender elektrischer Leitfähigkeit
entstehen. Da die Wandungen der Folienhülle in Schmelzstellung senkrecht verlaufen, ist die Herstellung
elektrisch gut leitfähiger Bahnen allein nicht ausreichend, um die gesamte Pulverfüllung zuverlässig
in der Folienhülle zu halten. Vielmehr ist es erforderlich, die Pulverfüllung zusätzlich gut einzupressen.
Auch eine solche Maßnahme ist aufwendig und au(
die Verarbeitung von Schleifstaub nicht übertragbar.
Beim Schleifen \on Gegenständen aus hochwertigen Metallen und Legierungen wie Guß-, Schmiede-
und Walzstücken fällt in größeren Mengen Schleifstanb an, der einen hohen Prozentsatz der Metalle der
geschliffenen Gegenstände enthält. Unter dem Begriff Schieifstaub wird ein Gemisch aus beim Schleifen anfallenden
Metall-Spanlocken und Metallstaub sowie aus dem pulverförmigen Abrieb der Schleifscheiben
verstanden. Je nach den gewählten Bearbeitungsvcr-
fahren der Gegenstände liegt ein mehr oder weniger großer Anteil der Legierungskomponentcn in Oxidform
vor. In Abhängigkeit von der Art der verwendeten Schleifscheiben enthält der Schieifstaub ferner
nicht unbeträchtliche Anteile an Bindemitteln und Schlcifkörnern, aus denen sich die Schleifscheibe
zusammensetzt. Die Metalloxide und der Abrieb der Schleiischeiben haben sich bei der Aufbereitung des
Schlcifi taubes bzw. bei der Rückgewinnung der Metallanteile
als außerordentlich störend erwiesen. Die Rückgewinnung ist aber deswegen wünschenswert,
weil es sich bei einer Reihe von Legieruiigskomponenten
um hochwertige Metalle handelt, die im Falle einer Beseitigung des Schleifstaubes als Abfall eine
beträchtliche Verlustquelle darstellen. Zu diesen Metallen gehören insbesondere Nickel, Kobali, Wolfram,
Chrom, Titan, Niob und Molybdän.
Man hat zum Zweckt einer Rückgewinnung der Metallanteile bereits versucht, den Schleifstaub im offenen
und Vakuum-Induktionsofen auf- bzw. umzuschmelzen. Dieser Versuch führte jedoch nicht zu dem
gewünschten Erfolg: Die Schmelze wurde durch Oxide und Korund aus der Schleifscheibe verdorben.
Eine Rückgewinnung der Metallanteile auf chemischem, d.h. nassem Wege, ist außerordentlich aufwendig
und kostspielig.
Zur Vermeidung der vorstehend aufgezeigten Nachteile ist auch bereits vorgeschlagen worden, den
Schleifstaub zu kompakten Körpern zu verfestigen, die als Abschmelzelektroden eingesetzt und mittels
eines an sich bekannten Elektroschlacke-Umschmelzverfahrens
zu Blöcken umgeschmolzen werden. Der Vorgang der Verfestigung zu kompakten Körpern setzt entweder voraus, daß dem Schleifstaub
Bindemittel zugesetzt werden, deren flüchtiger Anteil nach Bildung des Elektrodenkörpers ausgetrieben
werden muß, oder daß der Schleifstaub unter Anwendung hohen Druckes verpreßt bzw. zusammengesintert
wird.
Das Austreiben der flüchtigen Anteile des Bindemittels ist zeitraubend und umständlich. Insbesondere
bei Elektroden mit einem Durchmesser von mehreren Dezimetern ist die Diffusionsweglänge für die flüchtigen
BinderHttelanteile sehr groß, so daß der Austritt an die Umgebung behindert wird. Eine restlose Entfernung
der flüchtigen Anteile ist auf Grund von Gleichgewichtsbedingungen selbst bei den üblichen
Behandlungstemperaturen von Sinterkorpern nicht möglich. Erst unter dem Einfluß der hohen Schmelztemperatur
beim Umschmelzen der Elektroden werden die flüchtigen Anteile, in der Regel Wasserdampf,
freigesetzt und stören durch eine Wasserstoffanreicherung im Ingot, durch Kondensation des Wasserdampfes
an AnlagentefJen den Umschmelzprozeß.
Das Verpressen, insbesondere das isostatischc Verpressen
trockenen Schleifctaubs setzt Preßformen und Pressen mit hohem Preßdruck und großen Abmessungen
voraus. Hierdurch wird die Elektrodenherstellung sehr verteuert; trotzdem kann nicht mit letzter Sicherheit
verhindert werden, daß die Elektrode während des Umschmelzens abreißt, so daß der Umschmelzprozeß
sofort unterbrochen wird.
Es ist auch bereits bekannt, eine aus Pulverpartikeln zusammengepreßte Abschmelzelektrode in einem
Folienbehälter aus Metall unterzubringen und auf der Folienoberfläche zum Zwecke des Verhinderns
eines Verzugs unter dein Einfluß der Schmelzwärme Versteifungsrippen aufzuschweißen (US-PS
34 00 206). Dieses bekannte Verfahren setzt nicht nur voraus, daß das Pulver zusammengepreßt wird, sondern
macht auch zusätzliche Schweißvorgänge erforderlich,
die kompliziert auszuführen sind und die Elektrode stark verteuern. Das Verpressen des Metallpulvers
ist vor allem deswegen erforderlich, weil ohne diese Maßnahme das Pulver aus dem Folienbehälter
herausfallen würde.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs beschriebenen Gattung
anzugeben, bei dem auf die Verwendung von Bindemitteln und/oder hohen Preßdrücken verzichtet werden
kann, und bei dem sich dennoch kein Schleifstaub vom Elektrodenkörper löst und unter dem Einfluß der
Schwerkraft ungeschmolzen und in unkontrollierbaren Mengen pro Zeiteinheit in die Schlacke bzw. in
den sich darunter bildenden Ingot gerät.
Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgi be; den· eingangs beschriebenen Verfahren durch Maßnahmen
nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1.
Das Einfüllen erfolgt durch Einschütten bzw. einen Rieselvorgang, der gegebenenfalls von einem Einstampfen
begleitet sein kann, um eine möglichst hohe Schüttdichte des trockenen Schleif?,"j.ubes zu erzielen.
Dieses Einstampfen ist nicht zu verwechseln mit einem
Verpressen, das zu einem Sinterkörper von hoher Festigkeit führt. Damit ist der Vorteil verbunden, daß
auf Pressen und Preßwerkzeuge vollständig verzichtet werden kann. Der sich nach unten verjüngende
Blechmantel ist auf sehr einfache Weise und aus billigem Material herstellbar, worauf weiter unten noch
näher eingegangen wird.
Es wurde überraschend festgestellt, daß trotz des Verzichts auf eine Verfestigung bzw. Kontaktierung
kein Schleifstaub vor oder während des Umschmelzprozesses aus dem sich nach unten verjüngenden
Blechmantel herausfällt, obwohl dieser an seinem unteren Ende eine öffnung aufweist, deren Durchmesser
mit abnehmender Länge der Abschmelzelektrode zunimmt. Das Festhalten des Schleifstaubes in dem
Blechmantel wird dabei offensichtlich durch die Konizität des Blechmantels bewirkt, durch die eine ständige
axiale Kraftkomponente auf den (losen) Schleifstaub ausgeübt wird, auch dann, wenn sich das
Vo'umen des Schleifstaubes während des Umschmelzens durch Temperatureinflüsse verringert, so daß der
Schleifstaub im Innern des Blechmantels um einen kurzen Weg nachrutschen kann. Hierbei stützt sich
+5 der Schleifstaub sofort wieder auf den konischen
Wänden ab und kommt zur Ruhe, bevor er unkontrolliert aus der unteren öffnung des Blechmantels austreten
kann. Diese Wirkung wird ganz offensichtlich durch einen Anteil an faserigem bzw. spanförmigcm
Metall begünstigt, der den Schleifstaub durchsetzt. Dieser Anteil liegt dabei in Form von Spiralen, Lokken
bzw. Metallwolle vor und ist auf den Schleifvcngang selbst zurückzuführen. Daraus ergibt sich, daß
der Schieifvorgang eine nicht unwesentliche Vot aussetzung
für die zuverlässige Herstellung der Eic künde
und für den ungestörten Umschmelzvorgang ist.
Es wurde ebenfalls überraschend festgestellt, daß der größte Teil der im Schleifstaub enthaltenen oxidischen
Bestandteile einschließlich der organischen
und/oder anorganischen Bindemittelanteile der Schleifscheibe beim Umschmelzen der Abschmelzelektroden
vollständig von der geschmolzenen Schlacke aufgenommen und in dieser festgehalten
wird. Der sich unterhalb der geschmolzenen Schlak-
keschicht durch Kii?tallisation aufbauende Block ist
in sehr hohem Maße frei von unerwünschten Bestandteilen, die eine Wiederverwendung des rückgewonnenen
Metalls erschweren würden. Dabei erfolet soear
cine Anreicherung derjenigen hochwertigen Metalle,
wegen welcher die Rückgewinnung überhaupt durchgeführt wird. Einzelheiten des Elektroschlacke-Umschmelzverfahrens
sind Stand der Technik, sie werden in der Spezialbeschreibung zum Zwecke eines besseren
Verständnisses des Vorganges dennoch erläutert. I£s ist dabei möglich, das Elektroschlaeke-Umschmelzverfahren
ausschließlich unter Verwendung der erfindungsgemäß hergestellten Abschmelzelektroden
durchzuführen. Es ist aber auch möglich, zusätzlich Permanentelektroden einzusetzen, mit denen
eine besondere Temperaturführung und - bei entsprechender Versorgung mit Gleich- oder Wechselstrom
-eine Beeinflussung metallurgischer Vorgänge ermöglicht wird. Außerdem können zusätzlich normale,
metallische Abschmelzelektroden bestimmter Legierungszusammensetzung eingesetzt sverden.
durch welche die Zusammensetzung des aus der
r„.,u.,..t„„ U ι,,,.ι...
kann. Insbesondere aber kann die Legierungszusammensetzung durch die Wahl des Werkstoffs und die
Wandstärke des Biechmantcls beeinflußt werden. Das Material des Blechmantels wird beim Umschmelzvorgang
ebenfalls wiedergewonnen.
Es ist mit besonderem Vorteil auch möglich, dem Schleifstaub Stoffe zur Beeinflussung der metallurgischen
Reaktion zuzusetzen. Beispielsweise kann dem Schleifstaub zwischen 1 und 10 Gewichtsprozent
sauerstoffaffines Metall, vorzugsweise Aluminium, in homogener Verteilung zugegeben werden. Hierdurch
wird der Sauerstoffgehalt im Ingot reduziert, während der Schwefelgehalt bereits durch die normale Schlakkenreaktion
verringert wird.
Eine Abschmelzelektrode für die Durchführung des Verfahrens ist gemäß der weiteren Erfindung gekennzeichnet
durch einen konischen Blechmantel mit einer Füllung aus Schleifstaub. Hierbei wird der Öffnungswinkel
des Kegelmantels vorteilhaft zwischen 1 und 10 Grad, vorzugsweise zwischen 2 und 4 Grad
gewählt. Bei Einhaltung dieser Maßnahme ist die Abschmelzelektrode ausreichend schlank, so daß sie mit
einer Länge von bis zu mehreren Metern hergestellt werden kann, ohne daß der untere Durchmesser zu
gering und der obere Durchmesser zu groß würde. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Elektrodenquerschnitt
in etwa auf den inneren Kokillenquerschnitt abgestimmt sein muß. Die Einhaltung eines
konstanten Querschnittsverhältnisses ist bei Verwendung eines sich verjüngenden Blechmantels naturgemäß
nicht möglich, jedoch sind bei der Wiedergewinnung von Abfällen an diese Bedingungen keine allzu
hohen Anforderungen zu stellen.
Ein Verfahren zur Herstellung der Abschmelzelektrode
ist gemäß der weiteren Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß eine rechteckige Blechtafel durch
einen Schrägschnitt in zwei kongruente, trapezförmige Einzelteile zerlegt wird, deren parallel verlaufende
Kanten den Umfangen der Abschmelzelektrode am unteren und am oberen Ende entsprechen und daß
aus den Einzelteilen der Blechmantel durch einen Rundwalzvorgang gebildet wird. Die erforderlichen
Abmessungen ergeben sich aus den Überlegungen bezüglich der Konizität der Abschmelzelektrode in
Verbindung mit dem gewünschten mittleren Durchmesser. Es ist dabei besonders zweckmäßig, den
Rundwalzvorgang nur so weit durchzuführen, daß sich die Stoßkanten des Blechmantels an der Längsnaht
mit einem geringen Abstand gegenüberstehen, der gerade so groß gewählt wird, daß kein Schleifstaub
austreten kann. Das Verschweißen der Längsnaht erfolgt dabei intermittierend, d.h. nach Art eines Heftvorganges
mit Abstünden, so daß an den dazwischenliegenden Stellen ein Luftspalt viii banden ist. Dieser
Luftspalt dient zum Austritt etwaiger in dem Schleifstaub enthaltener Gase oder Dämpfe. Beispielsweise
kann sieh das organische Bindemittel der Schleifscheibe unter dem Einfluß von Warme zersetzen. An ■
ίο ßerdem besitzt der Schleifstaub gelegentlich einen gewissen
Feuchtigkeitsanteil, der auf den Schleifvorgang selbst (Kühlling) zurückzuführen ist.
Die Wandstärke des Blechmantels kann dabei in
nerhalb gewisser Grenzen Schwankungen unterliegen, wobei die Wandstärke vornehmlich auf die Vcrarbci
tung (Rundwalzvorgang) abgestimmt wird. Eine zu große Wandstärke, beispielsweise in der GrößenorJ-nung
von 6 Millimetern, kann dazu führen, daß dei
Π jcir.krrtontol laniTcampr taHcs>l-irni!7t alc iif*r Qfhlf-ifstaub,
so daß sich am unteren Ende der Abschmelzelektrode ein Hohlraun' bildet, der einen unerwünschten
Abbrand zur Folge hat. Bei einer Wandstärke im Bereich von etwa zwei bis drei Millimetern
schmelzen Rohr und Schleifstaub etwa gleich
as schnell ab. Auf diese Weise wird eine hohe Ausbeute
erreicht. Die Wandstärke kann aber auch ohne weiti res bis auf etwa ein Millimeter verringert werden, webe
i nat·('gemäß auch der mittlere Durchmesser dei Abschmelzelektrode eine Rolle spielt.
Eine an sich bekannte Vorrichtung zum Umschmelzen einer erfindungsgem^ßen Abschmelzelektrode
sowie die Abschmelzelektrode selbst und wesentliche Vorgänge ihrer Herstellung seien nachfolgend
an Hand der Fig. 1 bis 3 näher beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer vollständigen Elektroschlacke-Umschmclzanlage
während des Umschmelzvorganges einer konischen Abschmelzelektrode.
Fig. 2 den Zuschnitt einer rechteckigen Blechtafel für die Bildung des Blechmantels, und
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Blechmantels, der aus einem der leile gemali hig. ζ hergestellt bi.
In Fig. 1 ist mit 1 eine Abschmelzelektrode tvzeichnet, von der von außen nui der Blechmanlel \a
zu sehen ist. Die Schleifstaubfüllung des Blechrnaniels ist mit lh bezeichnet (Fig. 3). Die Abschmelzelektrode
1 ist mittels einer Zugstange 2 an einem Ausleger 3 einer Elektrodenhaltevorrichtung befestigt. Der
Ausleger 3 ist längsverschieblich an einer senkrechten Führungssäule 4 befestigt und mittels einer C'twindespindel
5 in vertikaler Richtung bewegbar. Zu diesem Zweck befindet sich im Ausleger 3 eine Spindelmutter
6. Die Gewindespindel 5 wird an ihrem oberen Ende von einem Lager 7 aufgenommen, das mittels
einer Traverse 8 an der Ftihriingssäulc 4 belestigt ist.
Das untere Lager 9 der Gewindespindel befindet sich in einem Getriebekasten 10, in dem die Drehzahl des
Antriebsmotors 11 auf einen geeigneten Wert untersetzt wird. Die Teile t bis 11 stellen die sogenannte
Elektrodenantriebsvorrichtung dar.
Die Abschmelzelektrode 1 befindet sich zumindest mit einem Teil ihrer Länge innerhalb einer Kokille
12, die aus einer Kokillenwand 13 in Form eines zylin-
drischen Hohlmantels mit Anschlußstutzen 14 für Ein- und Austritt der Kühlflüssigkeit besteht. In der
Kokille 12 befindet sich während der Schmelzphase, in der die Vorrichtung dargestellt ist, eine flüssige
Schlackeschicht 16, in welche die Abschmelzelektrode 1 in geringem Maße eintaucht. Sie schmilzt
tropfenweise durch die Schlackeschicht 16 ab, sammelt sich darunter in einem Schmelzsee 17, der nachfolgend durch Wärmeentzug und Kristallisation zum
Schmelzblock 18 verfestigt wird. Der Wärmeentzug erfaßt anfänglich im wesentlichen durch den wassergekühlten Kokillenboden 19 und nachfolgend im wesentlichen durch die Kokillenwand 13. Zwischen Kokillcnwand und Kokillenboden befindet sich ein
hitzebeständiger Isolierstoffring 20. Die gesamte Anordnung ruht auf einer Basisplatte 21.
Die Schmelzstromzufuhr erfolgt einerseits mittels eines flexiblen Kabels 22 und einer Anschlußklemme
23 zur Zugstange 2 und von hier aus zur Elektrode 1, andererseits zu einer Anschlußklemme 24 eines elektrischen Umschalters 25, dessen Ausgangsklemme 26
iViii uciii Kukiuciiinjucii ±9 üuci cii'ic i^ciiüiig */ vci
bunden ist. Eine zweite Ausgangsklemme 28 führt
über die Leitung 29 zur Kokillenwand 13. Mittels des Umschalters 25 ist es möglich, wahlweise den Kokillenboden 19 oder die Kokillenwand 13 zum Gegenpol
für die Abschmelzelektrode 1 zu machen. Durch den Stromfluß innerhalb der Schlackeschicht 16 heizt sich
die Schlacke in bekannter Weise auf und liefert die erforderliche Schmelzwärme.
Die Regelung des Elektrodenvorschubs erfolgt über ein Regelgerät 30, welches mittels der Leitung
31 bzw. 32 mit der Abschmelzelektrode 1 einerseits
unc. mit der Kokillenwand 13 andererseits verbunden ist. Es kann natürlich auch ein Anschluß der Leitung
32 am Kokillenboden vorgesehen werden, wobei dann ein Umschalter analog Position 25 vorzusehen ist. Das
Regelgerät 30 erfaßt den Spannungsgradienten innerhalb der Schlackeschicht 16 einschließlich der ihm
überlagerten impulsförmigen Schwankungen. Durch eine entsprechende, vorzugsweise elektronische,
Auswertung der Meßwerte wird der Elektrodenantriebsmotor 11 über die Leitung 33 in der Weise mit
Strom beaufschlagt, daß die gewünschte und für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderliche relative Lage von Abschmelzelektrode 1
und Oberfläche der Schlackeschicht 16 eingestellt und beibehalten wird. Einzelheiten des Regelgerätes
sind nicht Gegenstand der Erfindung und sollen daher an dieser Stelle auch nicht näher erläutert werden.
Die Zugstange 2 besitzt an ihrem unteren Ende eine scheibenförmige Platte 34, deren Querschnitt
dem oberen Querschnitt des konischen Blechmantels la entspricht, und die - nach Füllung des Blechmantels mit dem Schleifstaub - in die öffnung des Blechmantels eingesetzt und darin durch einen Schweißvorgang befestigt wird. Auf diese Weise ist nicht nur eine
gute mechanische Verbindung gewährleistet, sondern auch eine ausreichende stromleitende Verbindung für
den Schmelzstrom.
In Fig. 2 ist mit 35 eine Blechtafel bezeichnet, die durch einen Schrägschnitt 36 in zwei kongruente, trapezförmige Einzelteile zerlegt worden ist. Deren parallel verlaufende Kanten 37 und 38 entsprechen dabei
hinsichtlich ihrer Länge den Umfangen der Abschmelzelektrode am oberen und am unteren Ende
der Elektrode. Der Umfang der Elektrode am oberen Ende ist mit V0 und der Umfang am unteren Ende
mit Uu bezeichnet. Die Abschmelzelektrode besitzt
die Gesamtlänge L.
wird nachfolgend durch einen Rundwalzvorgang zu dem konischen Blechmantel gemäß Fig. 3 verformt.
Es ist hierbei ersichtlich, daß die Kantenlänge am Schrägschnitt 36 größer ist als die Länge L der Elek
trode, die auch der einen Kantenlänge der Blechtafel
entspricht. Die Enden des rundgewalzten Blechmantels sind daher nicht völlig eben und entsprechen auch
nicht einem idealen Kreisquerschnitt, jedoch sind diese Abweichungen von den idealen geometrischen
ίο Verhältnissen völlig unbeachtlich und ohne jeden
Nachteil, zumal die Abweichungen auf Grund der großen Schlankheit des Blechmantels gering sind. Die
Lage des Schrägschniitts 36 in Fig. 2 ist der Anschaulichkeit halber übertrieben dargestellt.
1S Aus Fig. 3 ist ersichtlich, daß sich die beiden
Längskanten eines trapezförmigen Einzelteils nach dem Rundwalzvorgang in einem gewissen Abstand
einander gegenüberstehen, der einen Luftspalt 39 einschließt. Dieser Luftspalt ist in gewissen Abständen
*> teilweise durch Schweißnähte 40 geschlossen, so daß
zwischen den Schweißnähten 40 offene Luftspalte gebildet werden, die jedoch nur so groß sind, daß der
in den Blechmantel eingefüllte Schleifstaub Ib nicht herausrieseln kann. Zum Zwecke des Einfüllens wird
a5 der Blechmantel la entweder auf eine die untere öffnung 41 verschließende Unterlage gestellt oder am
unteren Ende zunächst mit einer Blechscheibe verschlossen. Danach wird der Schleifstaub kontinuierlich bzw. portionsweise in den Blechmantel la eindo-
siert, wobei während des Einfüllens eine fortlaufende mechanische Verdichtung erfolgt. Dies geschieht beispielsweise durch Vibrationen oder von Hand durch
Einstampfen, so daß eine größere Schüttdichte und Festigkeit erreicht wird, als dies beim reinen Einrie
sein der Fall wäre. Nach dem nahezu vollständigen
Füllen des Blechmanitels la wird die obere öffnung 42 durch die in F i g. 1 ebenfalls gezeigte Platte 34 verschlossen, die mit der Zugstange 2 in Verbindung
steht.
In einen gemäß den Fig. 1 und 3 hergestellten Blechmantel mit den Abmessungen t/„ = 530 Millimeter; U11 = 470 Millimeter und L = 2000 Millime-
ter wurden 100 Kilogramm Schleif staub unter fortwährendem Stampfen eingefüllt.
Die Wandstärke des Blechmantels betrug 2,0 Millimeter. Der Werkstoff war einfaches Stahlblech. Die
auf die angegebene Art hergestellte Abschmelzelek-
5" trode wurde in einer Vorrichtung gemäß Fig. 1 mit
einem inneren Kokillendurchmesser von 250 Millimetern unter einer Schicht von 10 Kilogramm
Schlacke der nachstehenden Zusammensetzung umgeschmolzen:
Die Schlackeschicht hatte dabei eine Höhe von etwa 100 Millimeter. Das Umschmelzen erfolgte bei
einer Badspannung von 37 Volt bei einer Stromstärke von 4 Kiloampere. Die damit erreichte Schmelzleistung lag bei etwa 150 Kilowatt. In einer Zeit von
38 Minuten wurde aus der Abschmelzelektrode ein Schmelzblock aufgebaut, der ein Gewicht von =114
Kilogramm besaß. Die Ausbeute betrug somit 99% der eingesetzten Schleifstaubmenge, wobei eine An-
reicherung der eigentlich wichtigen Metalle erfolgte. Das größere Oewicht des Schmelzblocks beruht auf
der zusätzlich eingebrachten Materialmenge in Form des Blechmantels la.
Es wurde festgestellt, daß der Schmelzblock 18 im wesentlichen frei von oxidischen Einschlüssen ist und
10
die hauptsächlich wiederzugewinnenden Metalle Nikkei und Kobalt angereichert enthält.
Das auf diese Weise zurückgewonnene Material kann z.B. für die Zulegierung von Metallchargen bei
der normalen Produktion verwendet werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Herstellen von Abschmelzelektroden
für die Rückgewinnung von Metallanteilen aus dem beim Schleifen hochwei tiger
!Metalle und Legierungen, insbesondere von Legierungen
mit Anteilen an Nickel, Kobalt, Wolfram, CIi mm. Titan. Niob und Oder Molybdän anfallenden
Schleifstaiib, die mittels eines an sich
bekannten Elektroschlacke-Umschmelzverfahrens zu Blocken umgeschmolzen werden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abschmeizelektroden
(I) aus einem sich nach unten verjüngen den Blechmantel (la) gebildet werden, der eines.
Öffnungswinkel zwischen ! und 10 Grad, vor
/L'ßsweise zwischen 2 und 4 Grad, besitzt und >n
den der Sclileilstaub (1 b) bei abgedeckter unterer
Öffnung unter mechanischer Verdichtung eingefüllt wird.
2. Verfahren zur Hcrstsll.ing der Abschmelzelektroden
nach Anspruch Ί, dadurch gekennzeichnet, daß eine rechteckige Blechtafel (35)
durch einen Schrägschnif. (36) in zwei kongruente, trapezförmige Einzelteile (35a und 35£>)
zerlegt wird, deren pm alle! verlaufende Kanten
(37 und 38) den Umfangen (U1, bzw. U11) di r Abschmelzelektrode
(1) am unteren und am oberen Ende entsprechen und daß aus den Einzelteilen der Blechmantel (la) durch einen Rundwalzvorgang
gebild^' wird.
1. Abschmelzelektrode nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsnaht des
B'echniantels nur stellenweise durch Schweißnähte
(40) geschlossen ist, und daß an den unverschweißten
Stellen ein merklicher Luftspalt (39) vorhanden ist.
4. Verfahren nach Anspruch I, dadu'ch gekennzeichnet, (JaU dem Schleifstaub /wischen
I und iO°.o siiiierstoffaffines Metall, vorzugsweise
Aluminium, in homogener Verteilung zugegeben
wird
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2505378A DE2505378C3 (de) | 1975-02-08 | 1975-02-08 | Verfahren zum Herstellen von Abschmelzelektroden für die Rückgewinnung von Metallanteilen aus dem Schleifstaub hochwertiger Metalle und Legierungen |
| JP1310776A JPS51105904A (de) | 1975-02-08 | 1976-02-09 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2505378A DE2505378C3 (de) | 1975-02-08 | 1975-02-08 | Verfahren zum Herstellen von Abschmelzelektroden für die Rückgewinnung von Metallanteilen aus dem Schleifstaub hochwertiger Metalle und Legierungen |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2505378A1 DE2505378A1 (de) | 1976-08-19 |
| DE2505378B2 DE2505378B2 (de) | 1977-01-27 |
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