DE2505210C2 - Verfahren zum Herstellen von Feinstblechen durch Kaltwalzen eines getemperten Stahlbandes - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Feinstblechen durch Kaltwalzen eines getemperten StahlbandesInfo
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Description
steuert wird, steigt der Verformungswiderstand des Stahlbandes während des Kaltwalzens an und die vom
Walzengerüst aufzunehmende Last wird erhöht, so daß eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit und ein ununterbrochener
Arbeitsablauf beeinträchtigt sind. Jedoch erfordert eine Feineinstellung der Stahlzu
während der Bearbeitung zur Ausbildung von Ziehrie- sammensetzung bei der Stahlherstellung aufgrund von
fen und zur Riffelbildung. Außerdem hat es einen gerin- Kleinaufträgen durch die Benutzer eine enge und gegen
Oberflächenglanz und ist nicht eben. Um diese Feh- 35 naue Planung. Überdies werden durch eine erhöhte Zuler
zu vermeiden und die Bearbeitbarkeit zu verbessern, gäbe von gewissen Komponenten Oberflächcnfchlcr
wird eine leichte Kaltverformung, nämlich ein Nachwal- am Stahlband verursacht,
zen durchgeführt Wie oben erläutert, kommt es zu einem beträchtli-
zen durchgeführt Wie oben erläutert, kommt es zu einem beträchtli-
Das Nachwalzen, insbesondere das Nachwalzen von chen Materialverlust und zu großtut Aufwand, wenn die
dünnen Stahlbändern, wie Ausgangsbleche für Weiß- 40 Beschränkung im Ändern der mechanischen Eigenblech
(hierunter werden hier und im folgenden Aus- schäften eines dünnen Stahlbandes durch ein Nachwalgangsbleche
für zinnfreie Stähle und Ausgangsmateria- zen im trockenen Zustand ohne Verwendung von
lien für Weißblech verstanden), welche trotz ihrer dün- Schmiermitteln zwischen dem Band und der Arbeitswalnen
Stärke einen hohen Härtegrad aufweisen sollen, ze durch verstärkte Zugabe gewisser Stahlkomponenwird
gewöhnlich auf einem Walzwerk mit einem tan- 45 ten, die Steuerung der Relativmengen der Stahlkompodemartig
auf ein Quartogerüst folgendes Duogerüst nenten und die Einstellung des Zeit-Temperatur-Verdurchgeführt,
wobei man ohne Verwendung eines Kühlmittels zum Kühlen der Walzen und eines Schmiermittels
zur Schmierung zwischen den Arbeitswalzen und
dem Stahlband walzt.
dem Stahlband walzt.
Daher ist zwischen der Arbeitswalze und dem Stahlband metallischer Kontakt vorhanden, der Reibungskoeffizient
zwischen ihnen wächst ungewöhnlich stark an
und das Reduktionsverhältnis beim Nachwalzen (Eintrittsdicke— Austrittsdicke/Austrittsdicke) ist auf etwa 55 gewickelt wird, wodurch ein Hochgeschwindiglceits-1,4% maximal begrenzt, beispielsweise, wenn ein dün- Walzbetrieb beeinträchtigt wird. Zur Lösung dieses nes Band, welche in einem kontinuierlichen Glühofen Problems ist eine Wickelwelle mit sehr hoher Präzision behandelt wird, unter Verwendung eines Walzgerüstes erforderlich.
und das Reduktionsverhältnis beim Nachwalzen (Eintrittsdicke— Austrittsdicke/Austrittsdicke) ist auf etwa 55 gewickelt wird, wodurch ein Hochgeschwindiglceits-1,4% maximal begrenzt, beispielsweise, wenn ein dün- Walzbetrieb beeinträchtigt wird. Zur Lösung dieses nes Band, welche in einem kontinuierlichen Glühofen Problems ist eine Wickelwelle mit sehr hoher Präzision behandelt wird, unter Verwendung eines Walzgerüstes erforderlich.
gewalzt wird, welches Arbeitswalzen von etwa 584 mm Zur Beseitigung der Schwierigkeiten, die beim NachDurchmesser
aufweist. Somit ist es sehr schwierig, die eo walzen im trockenen Zustand ohne Schmiermittel zwimechanischen
Eigenschaften eines dünnen Stahlbandes sehen den Arbeitswalzen und dem Stahlstreifen in der
beim Nachwalzschritt, und insbesondere Härte im Fall oben beschriebenen Weise auftreten, wurde bereits voreines
Ausgangsbleches für Weißblech zu steuern, geschlagen, beim Nachwalzen Walzöl zu verwenden,
Die US-PS 22 87 380 beschreibt ein zweigerüstiges wie aus »Tekko Binran« (Stahlhandbuch), Seite 920, 2.
Walzwerk zum trockenen Nachwalzen eines Stahlban- 65 Auflage (veröffentlicht am 5. Oktober 1962 in Japan)
des, wobei dieses Nachwalzen in zwei unterschiedlichen, entnommen werden kann. Auch die Zeitschrift »Steel in
aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen durchgeführt the USSR«, Oktober 1972, Seiten 805 bis 807 beschreibt
wird. Der Vorteil dieses Vorgehens liegt darin, daß die die Verwendung von Schmiermitteln beim Nachwalzen
hältnisses bei der Glühbehandlung nach dem Kaltwalzen kompensiert werden soll.
Ferner werden häufig als Charakteristikum beim Nachwalzen im trockenen Zustand feine Oberflächenfehler,
sogenannte Wickelverschiebungen (engl. »coil slips«) wegen der Schwingungen einer Wickelvorrichtung
und des Stahlbandes verursacht, wenn das Band nach dem Nachwalzen auf der Wickelvorrichtung auf-
zur Erzielung eines höheren Reduktionsgrades, niedrigerer Verformungskräfte und besserer Verformungseigenschaften,
wie sie zum Tiefziehen beim Verarbeiten erforderlich sind. Die beim nassen Nachwalzen auftretenden
Effekte sind ;n dieser Veröffentlichung jedoch nicht erschöpfend abgehandelt, und insbesondere werden
die Probleme nicht untersucht, die auftreten, wenn in einem zweigerüstigen Walzwerk in jedem Arbeitsgang
naß nachgewalzt wird. Es hat sich herausgestellt,
wie in den Fig.3 und 4 sowie den zugehörigen Beschreibungsteilen
der Anmeldung ausgeführt wird, daß besonders im Bereich niedriger Reduktionsgrade ein
unstetiges Verhalten auftritt Obwohl man grundsätzlich davon ausgehen kann, daß ein Steigern der Andruckkräfte
der Walzen eine Erhöhung des Reduktionsgrades bewirkt, wurde jedoch festgestellt, daß in bestimmten
Bereichen sprungartige Änderungen durch plötzliches Nachgeben des Kristallgefüges im Stahlband auftreten.
Diese Unstetigkeitsstellen können — in Abhängigkeit des verwendeten Materials — jeweils bestimmten Verformungsgraden
zugeordnet werden, die sich bei entsprechender Walzenlast einstellen sollten, sich jedoch
wegen des diskontinuierlichen Verhaltens nicht oder nur sprunghaft und zufällig einstellen. Dies bedeutet,
daß bei Verwendung eines Ausgangsmaterials bestimmte Blechdicken, die dem entsprechenden Verformungsgrad zuzuordnen sind, nicht oder nur höchst ungenau
herstellbar sind. Werden derartige Blechdicken gefordert, dann muß das gesamte Walzwerk auf ein anderes
Material umgerüstet werden, das von vornherein eine andere, im Nachwalzen noch zu verformende Blechstärke
liefert.
Weiterhin treten beim sogenannten nassen Nachwalzen,
bei welchem Walzöl zwischen der Arbeitswalze und dem Stahlband verwendet wird, die folgenden Probleme
auf:
Zunächst ist das Problem der Streckgrenzdehnung für die mechanischen Eigenschaften des Stahlbandes im
kaltgewalzten und geglühten Zustand (Stahlband vor dem Nachwalzen) vorhanden. Die Streckgrenze sinkt,
wie allgemein bekannt, wenn die Streckung während des Nachwalzens des Stahlbandes bis auf einen bestimmten
Wert innerhalb eines kleinen Streckbereichs zunimmt, und jenseits dieses bestimmten Wertes erhöht
sich die Streckgrenze mit größer werdender Streckung.
Das obige plastische Verhalten, welches für dünne Stahlbänder eigentümlich ist, ist insbesondere für dünne
Stahlbänder beachtlich, die einer kontinuierlichen Glühbehandlung unterworfen wurden. Insbesondere kann
die Streckgrenzdehnun,? beim trockenen Nachwalzen unter Verwendung von stumpfen Walzen als Arbeitswalzen di'rch eine etwa 0,4%ige Streckung für ein
Stahlband, welches durch Kastenglühen behandelt wurde (das Band wird in seinem statischen Wickelzustand
behandelt), oder durch eine etwa l°/oige Streckung für ein Stahlband beseitigt werden, welches im kontinuierlichen
Glühverfahren behandelt wurde. Jedoch verbleibt im Falle des nassen Nachwalzens mehr als 1% der
Streckgrenzdehnung, selbst wenn das Stahlband beim Nachwalzen im Falle, daß es kastengeglüht wurde und
als Afbeitswalzen blanke Walzen verwendet wurden, mehr als 5% gestreckt wird, wie aus Fig. 1 ersichtlich.
Hierdurch werden Riefen bei der Dosenherstellung hervorgerufen.
Wenn andererseits beim nassen Nachwalzen die stumpfe Walze als Arbeitswalze verwendet wird, kann
die Streckgrenzdehnuri3 bis auf weniger als 1% durch
eine Streckung von 1,3% verbessert werden, wie in Fig.2 ersichtlich. Jedoch verschwindet das Streckgrenz-Dehnungsphänomen
nicht, wenn der Streckgrad beim Nachwalzen nur gering ist.
Außerdem steigt für ein Stahlband, welches einer kontinuierlichen Glühbehandlung unterworfen wurde,
die Streckgrenze, die mit der Streckung absinkt, wieder auf den Wert vor der Verformung an, wenn ungefähr
1 % Streckung vorliegt, und nimmt dann einfach mit der
Streckung im Falle des trockenen Walzens zu. Jedoch
ίο kehrt beim nassen Walzen die Streckgrenze nicht auf
den ursprünglichen Wert zurück, bis nicht mehr als 5% Streckung vorgesehen wird.
Aus den obigen Gründen bleibt die Streckgrenzdehnung, wenn beispielsweise Ausgangsbleche für Weißbleche
naß nachgewalzt werden, während eine geeignete Härte des Produktes erhalten wird, so daß bei der
Formgebung durch Benutzer Probleme, wie die Entstehung von Ziehriefen und Einkerbungen, hervorgerufen
werden.
Wenn daher das Walzen auf einem Walzengerüst vom Quarto-Duo-Tandemgerüsi: <fyp durchgeführt
wird und das Walzöl zwischen die Aroeitswalzen und das Stahlband in beiden Gerüsten aufgebracht wird, ändert
sich die Streckung des Stahlbandes sprunghaft bis zu etwa 5% (hier als »Umspringen« bezeichnet) mit
geringer Änderung des Walzdruckes und der Bandspannung, wie in F i g. 3 und F ί g. 4 gezeigt, wegen dem oben
angeführten plastischen Doppelverhalten des Stahlbandes, was eine Dickenänderung für das Stahlband erfor-
dert Wenn die Umspringerscheinung einmal auftritt, ist die Einstellung der Streckung auf weniger als 5% unmöglich
und es ist daher unmöglich, kontinuierlich eine gewünschte Reduktionsrate zu erhalten.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das trokkene Nachwalzen von Stahlbändern ein Material liefert, das sich zwar einwandfrei verarbeiten läßt, das aber andererseits Oberflächenfehier aufweist Diese Oberflächenfehler können durch Naßwalzen beseitigt werden, wobei sich aber die vorstehend näher abgehandelten Streckdehnungsphänomene einstellen, welche die Bearbeitbarkeit des resultierenden Materials dahingehend beeinträchtigen, daß sich Tiefziehriefen, Faltungen und dergleichen einstellen können.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das trokkene Nachwalzen von Stahlbändern ein Material liefert, das sich zwar einwandfrei verarbeiten läßt, das aber andererseits Oberflächenfehier aufweist Diese Oberflächenfehler können durch Naßwalzen beseitigt werden, wobei sich aber die vorstehend näher abgehandelten Streckdehnungsphänomene einstellen, welche die Bearbeitbarkeit des resultierenden Materials dahingehend beeinträchtigen, daß sich Tiefziehriefen, Faltungen und dergleichen einstellen können.
Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, das bekannte Verfahren zum Nachwalzen eines Siahlbandes
dahingehend zu verbessern, daß unter Beibehaltung der guten Bearbeitbarkeit des Stahlbandes Oberflächenfehler
vermieden werden.
Diese Aufgabe wurde nun durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen von Feinstblechen durch Kaltwalzen eines getemperten Stahlbandes, insbesondere in einer zweigerüstigen Tandemstraße, bei dem im ersten Arbeitsgang trockenverformt wird und in einem 2.weiten Arbeitsgang fertiggewalzt wird, in der Weise gelöst, daß der zweite Arbeitsgang unter Verwertdung eines Schmiermittels durchgeführt wird
Diese Aufgabe wurde nun durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen von Feinstblechen durch Kaltwalzen eines getemperten Stahlbandes, insbesondere in einer zweigerüstigen Tandemstraße, bei dem im ersten Arbeitsgang trockenverformt wird und in einem 2.weiten Arbeitsgang fertiggewalzt wird, in der Weise gelöst, daß der zweite Arbeitsgang unter Verwertdung eines Schmiermittels durchgeführt wird
Die Erfindung wird unter Bezug auf die Zeichnungen erläutert. In der Zeichnung zeigt
F i g. 1 die Ergebnisse von Zugversuchen mit naß gewalzten Materialien unter Verwendung von blanken Walzen;
F i g. 1 die Ergebnisse von Zugversuchen mit naß gewalzten Materialien unter Verwendung von blanken Walzen;
F i g. 2 die Ergebnisse von Zugversuchen mit naß gewalzten
Materialien unter Verwendung von stumpfen Walzen;
F i g. 3 die Ergeb.thse für das nasse Nachwalzen auf
einem Quarto-Duo-Tandemgerüst, wobei sowohl im Gerüst Nr. 1 als auch im Gerüst Nr. 2 mit blanken Walzen
naßgewalzt wurde;
Fig.4 die Ergebnisse beim nassen Nachwalzen auf
einem Quarto-Duo-Tandemgerüst, wobei in beiden Gerüsten naßgewalzt wurde, und zwar im Gerüst Nr. 1 mit
stumpfen Walzen und im Gerüst Nr. 2 mit blanken Walzen;
F i g. 5 die Ergebnisse beim Nachwalzen des Stahlmaterials
anfänglich im trockenen Zustand und dann im nassen Zustand;
Fig.6 die Ergebnisse beim Kaltwalzen gemäß der
Erfindung in einem Quarto-Duo-Tandem-Walzgerüst;
F i g. 7 die Ergebnisse von Zugversuchen der gewalzten Materialien, welche im Verfahren und mit der Vorrichtung
gemäß F i g. 6 kaltgewalzt wurden; und
F i g. 8 die Wirkungen beim Walzen gemäß Erfindung.
Gemäß der Erfindung tritt, wie aus F i g. 8 ersichtlich, selbst dann keine Umspring-Erscheinung auf, wenn die
Reduktion im Gerüst Nr. 2 stufenweise geändert wird. Vielmehr ändert sich die Abweichung in der Banddicke
an der Austrittsseite in Übereinstimmung mit der Reduktion,
so daß ein gewünschter Streckbereich von 0 bis 10% kontinuierlich erreicht wird.
Das Verfahren gemäß der Erfindung wird im folgenden eingehender beschrieben.
Wie bereits angeführt, verschwindet das Streckgrenzdehn-Phänomen
und es wird die ursprüngliche Streckgrenze vor der Verformung wieder erhalten, so daß das
Umspring-Phänomen beim anschließenden Walzen vermieden werden kann, wenn die Streckung des Stahlbandes
beim Nachwalzen etwa 0,4 bis 1,0% beträgt oder das Stahlband durch eine Walzrichtbank im trockenen
Zustand oder um eine Ablenkwalze uncer Zug innerhalb
eines gewissen Bereiches so geführt wird, daß das Stahlband einer mechanischen Kaltverformung unterworfen
wird.
Ausgehend von den obigen Erkenntnissen ist es erforderlich, daß das Fertigwalzen ausschließlich nach mechanischer
Verformung durch trockenes Vorwalzen oder Richten durchgeführt wird.
Beispielsweise kann das trockene Walzen in einem Quarto-Duo-Tandem-Walzgerüst durchgeführt werden,
um die Streckgrenzdehnung vollständig zu beseitigen und die Streckgrenze auf den vor der Verformung
vorhandenen Wert, oder einen höheren Wert, zurückzuführen, wonach dann das Fertigwalzen in demselben
Walzengerüst unter Verwendung von Schmiermittel zwischen der Arbeitswalze und dem Stahlband durchgeführt
werden kann. Auch in diesem Fall tritt die Umspringerscheinung nicht auf, so daß das sonst beim nassen
Walzen vorliegende Problem des Umspringens vermieden wird. Das Verhältnis zwischen dem Walzdruck
und der Streckung des Stahlbandes im angeführten Beispiel ist aus F i g. 5 ersichtlich.
Überdies kann das Umspringproblem auch dadurch beseitigt werden, daß das Stahlband durch eine WaIzrichtbank
im trockenen Zustand in anderen Bandfertigungsstraßen hir.durchgeschickt wird oder daß auf das
Stahlband einiger Zug aufgebracht und das derartig gespannte Band durch solche Ablenkwalzen ausgebogen
wird.
Wie oben beschrieben, wird eine große Streckung für das Stahlband ermöglicht, wenn es im trockenen Zustand
mechanisch kaltverformt und dann das Fertigwalzen im nassen Zustand durchgeführt wird. Es ist daher
auch eine Änderung der mechanischen Eigenschaften des Stahlbandes in einem weiten Bereich ermöglicht, so
daß die enge und genaue Einstellung beispielsweise einer erhöhten Zugabe gewisser Stahlkomponenten und
die Überwachung von Relativmengen der Stahlkomponenten während der Stahlherstellung entfallen können.
Außerdem können durch den erfindungsgemäßen Vorschlag in der Glühbehandlung nach dem Kaltwalzen so
manche Wärmebehandlungsmuster (Temperatur-Zeit-Verhältnis), welche auf die endgültigen gewünschten
mechanischen Eigenschaften des Stahlbandes abgestimmt sein müssen, vereinheitlicht werden, so daß die
Produktionsausbeute merklich verbessert ist. Wenn jedoch das trockene Vorwalzen in dem Nachwalzgerüst
to durchgeführt wird und das nasse Walzen in demselben Gerüst stattfindet, ist die Produktionskapazität des
Nachwalzgerüstes auf die Hälfte reduziert.
Auch in dem Fall, wo das Stahlband in anderen Produktionslinien durch eine Richtbank geführt oder wo es
unter Zug abgebogen wird, ist es häufig erforderlich, daß der Behandlungsvorgang wegen der mechanischen
Vorverformung des Stahlbandes im trockenen Zustand aufwendiger wird.
Daher wnrHen weitere Untersuchungen durchgeführt
mit dem Erfolg, daß die obigen 2-Stufen-Behandlungen durch lediglich einen Walzvorgang durchgeführt werden
können, ohne das Stahlband zweimal durch das Nachwalzgerüst hindurchführen zu müssen oder das
Stahlband in anderen Verfahren für die mechanische Vorverformung im trockenen Zustand behandeln zu
müssen. Dieses Ergebnis basiert darauf, daß das Stahlband zuerst trockengewalzt wird, um die Streckgrenzdehnun/'.
zu beseitigen, und dann das Fertigwalzen durchgeführt wird, um die mechanischen Eigenschaften
des Stahlbandes auf Werte innerhalb eines großen Bereiches einzustellen. Im Falle eines Quarto-Duo-Tandem-Gerüstes
wird beispielsweise das trockene Walzen im Gerüst Nr. 1 ohne Schmiermittel zwischen der Arbeitswalze
und dem Stahlband durchgeführt, um die Streckgrenzdehnung zu beseitigen und die Streckgrenze
auf den Wert vor der Verformung zurückzuführen oder auf einen höheren Wert zu bringen, wonach dann
das Fertigwalzen im Gerüst Nr. 2 unter Verwendung von Schmiermittel zwischen der Arbeitswalze und dem
Stahlband durchgeführt wird, um das Band in gewünschtem Maße zur Einstellung der mechanischen Eigenschaften
innerhalb eines weiten Bereiches zu strekken. Auf diese Weise kann somit das trockene Walzen
im ersten Gerüst eines Nachwalzwerkes mit einer Mehrzahl von Walzengerüsten und das Fertigwalzen in
dem sich anschließenden Walzengerüsten durchgeführt werden.
Ergebnisse für das Walzen in einem vorhandenen Walzwerk (Quarto-Duo-Tandem-Gerüst) gemäß der
Erfindung sind in den F i g. 6,7 und 8 gezeigt.
Wie aus den Zeichnungen deutlich ersichtlich, wurde
während des Walzens kein Umspringen beobachtet und es konnte das Walzen für eine gewünschte Stre :kung
durch Einstellung des Reduktionsdruckes in weitem Bereich im Gerüst Nr. 2 durchgeführt werden.
Wie insbesondere aus F i g. 8 ersichtlich, tritt das Umspringen selbst dann nicht auf, wenn die Reduktion im
Gerüst Nr. 2 stufenweise geändert wird. Vielmehr ändert sich die Dickenänderung des Streifenbandes an der
Auslaßseite in Übereinstimmung mit der Reduktion, so daß eine gewünschte Streckung im Bereich von 0 bis
10% kontinuierlich erreicht wird.
In diesem Falle kann, selbst wenn die Streckgrenzdehnung nicht vollständig beseitigt werden kann und
weiterhin in geringem Maße vorliegt eine gewünschte Streckung erhalten werden, wobei Probleme wie Ziehriefen
und Verwerfungen insoweit nicht auftreten, als die verbleibende Streckgrenzdehnung derart ist, daß sie
innerhalb des Streckbereiches beseitigt werden kann, in welchem das Stahlband im Gerüst Nr. 2 behandelt wird.
Wie oben beschrieben, ist es gemäß der vorliegenden Erfindung möglich, die mechanischen Eigenschaften eines
Stahlbandes, insbesondere des Ausgangsbleches für Weißblech, in weitem Maße während des Nachwalzvorgangs
zu steuern, so daß es nicht erforderlich ist, in erhöhtem Maße gewisse Stahlkomponenten während
der Stahlerzeugung zuzugeben, so daß man die nachfolgend
aufgeführten Vorteile erzielt:
1. Die Zugabe von Härteelementen, wie N, ist nicht erforderlich, so daß der Herstellungsaufwand verringert
wird.
2. Eine enge und genaue Planung bei der Stahlherstellung ist nicht notwendig, so daß die Herstellungspianung
vereinfacht wird.
3. Die Austauschbarkeit zwischen angeforderten Stahlsorten mit unterschiedlicher Stahlgüte ist erhöht
und das Stahlgütemuster wird vereinfacht, so daß der Herstellungsaufwand erniedrigt wird.
4. Der Verformungswiderstand des Stahlmaterials beim Kaltwalzen kann abgesenkt werden, so daß die
Walzenbelastung reduziert ist und Schwierigkeiten bei der Erzielung eines ununterbrochenen Hochgeschwindigkeitsbetriebes
beseitigt sind.
Außerdem kann das Muster für das Temperatur-Zeit-Verhältnis bei der Glühbehandlung vereinheitlicht werden,
und insbesondere ist die Planung für ein diskontinuierliches Glühen vereinfacht, wodurch beträchtlich zur
Erhöhung der Glühkapazität beigetragen wird.
Weiterhin ist es möglich, alle Stahlgüten im Bereich der kockwell-Härte HRb 45 bis 84 für Ausgangsbleche
für Weißblech von demselben Stahlmaterial durch das Nachwalzen zu erhalten, so daß die Lagerhaltung für die
Stahlmaterialien und der Herstellungsablauf vereinfacht und Produktivität beträchtlich vergrößert wird.
Da es außerdem möglich ist, die beim trockenen Walzen
im Nachwaizgerüst auftretenden Trockenwickeischaden zu vermeiden, ist es nicht erforderlich, die
Walzgeschwindigkeit zur Beseitigung dieser Schaden zu verringern und es wird eine erneute Behandlung des
beschädigten Stahlbandes vermieden, so daß das Nachwalzen mit höherer Wirksamkeit und Stabilität durchgeführt
werden kann.
45
Hierzu 8 Blatt Zeichnungen
55
60
65
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Herstellen von Feinstblechen durch Kaltwalzen eines getemperten Stahlbandes, insbesondere in einer zweigerüstigen Tandemstraße, bei dem im ersten Arbeitsgang trockenverformt wird und in einem zweiten Arbeitsgang fertiggewalzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Arbeitsgang unter Verwendung eines Schmiermittels durchgeführt wird.im ersten Arbeitsgang entstehenden Oberflächenfehler des Stahlblechs durch einen zweiten Arbeitsgang in gewissem Maße ausgeglichen werden. Allerdings neigt das so erhaltene Stahlblech wegen latenter Fehler im Gefüge dazu, bei einem nachfolgenden Verformen etwa zum Herstellen von Blechbüchsen stellenweise Falten und sonstige Fehlerstellen zu bilden. Auch der Artikel in »Stahl und Eisen«, 75 (1975), Nr. 3, 10. Februar, Seiten 144 bis 162 mit dem Titel »Erfahrungen beim Walzenίο und Nachwalzen von Breitband auf mehrgerüstigen Kaltwalzanlagen« beschreibt ein derartiges Verfahren, wobei erwähnt ist, daß auch beim Kaltwalzen Reduktionsgrade von bis zu 10% erreichbar sind. Zur Erzielung gewünschter mechanischer Eigen--.5 schäften für dünne Stahlbänder war es ferner bisher üblich, während der Stahlherstellung die Stahlzusammensetzung sowie das Temperatur-Zeit-Verhältnis bei der Glühbehandlung einzustellen, so daß beim Nachwalzen ein gewisser begrenzter KaltverformungsgradDie Erfindung betrifft den im Anspruch gekennzeichneten Gegenstand.Stahlbänder, sowie dünne, kaltgewalzte Stahlbänderund Ausgangsmaterial für Weißblech, werden gewöhn- _ w o_lieh durch Beizen und Kaltwalzen eines warmgewalzten 20 aufrechterhalten wird. Insbesondere im Falle eines "har-Stahlbandes hergestellt, welches durch Wannwalzen ten Materials ist die Einstellung beispielsweise des Temvon Stahlblöcken oder Gußstahlbrammen erhalten wurde. Jedoch liegen in dem durch Kaltwalzen erhaltenen
Zustand die Körner in länglicher faseriger Struktur vor,die hart ist und schlecht bearbeitet werden kann. Des- 25 gesteuert, die Härte des Produktes zu erhöhen7Wenn halb wird das sogenannte Anlassen durch Erwärmen des jedoch die Stahlzusammensetzung entsprechend geStahls bis auf eine Temperatur vorgenommen, die nicht
niedriger als die Rekristallisationstemperatur ist, so daß
die Metallstruktur normalisiert wird und die Spannungen beseitigt werden.Andererseir iritt beim angelassenen Stahlband ein Streckgrenz-Dehnphänomen auf und es neigt daherperatur-Zeit-Verhältnisses bei der Glühbehandlung zur Erzielung gewünschter mechanischer Eigenschaften beschränkt Die Stahlzusammensetzung wird dahingehend
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2505210A Expired DE2505210C2 (de) | 1974-02-09 | 1975-02-07 | Verfahren zum Herstellen von Feinstblechen durch Kaltwalzen eines getemperten Stahlbandes |
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- 1975-02-06 US US05/547,745 patent/US3947294A/en not_active Expired - Lifetime
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- 1975-02-07 NL NLAANVRAGE7501475,A patent/NL171822C/xx not_active IP Right Cessation
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