DE250265C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
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Description
DEUTSCHES REiCH
REICH S PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
■ — JÖ 250265 —
KLASSE 32«. GRUPPE
Die Verarbeitung geschmolzenen Quarzes macht bekanntlich um deswillen sehr viele
Schwierigkeiten, weil der Quarz, nachdem er z. B. im elektrischen Widerstandsofen durch
Schmelzung in teigartig plastischen Zustand übergeführt ist, bei weiterer Erhitzung örtlich
ziemlich plötzlich in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht, so daß eine für das Verarbeiten wünschenswerte Leichtflüssigkeit,
wie sie beim Glas ohne Schwierigkeiten entsteht, überhaupt nicht zu erzielen ist, die Verarbeitung vielmehr in dem zähen,
widerstandsfähigen, - teigartigen Zustande so schnell als eben möglich geschehen muß, damit
die schnell einsetzende Erstarrung eine weitere Formgebung nicht unmöglich macht.
. Man hat, um diesen Verhältnissen Rechnung zu tragen, vorgeschlagen, die Verarbeitung
des Quarzes unmittelbar im Anschluß an seine Niederschmelzung im Ofen außerhalb oder innerhalb des Ofens selbst vorzunehmen
und zur Herstellung von Quarzhohikörpern gespannte Gase oder Dämpfe ins
Innere des Ofens bzw. der Quarzmasse derart eingeführt, daß dieselben auf den Quarzkörper
auftreibend einwirken konnten.
Hierzu sind besondere, Raum, Wartung, Bedienung, Reparaturen und Unterhaltungskosten
erfordernde Kompressor- oder Kesselanlagen nötig.; die in das Ofeninnere führenden
Teile der Anlage sind infolge der großen Hitzeeinwirkung der Zerstörung ausgesetzt,
die Austrittsdüsen können sich verstopfen oder zuschmelzen und sind nicht leicht gegen
die Quarzmasse abzudichten, und die Handhabung der Ein- und Auslaßventile geschieht
nicht schnell genug.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet nun ein Formgebung^- oder Verarbeitungsverfahren
für in teigartigen Schmelzzustand übergeführten Quarz, welches dadurch, daß es mit großer Schnelligkeit durchgeführt werden kann, eine Verarbeitung desselben
außerhalb des Schmelzofens in weit vollkommenerem Maße als nach den bisherigen
Vorschlägen gestattet.
Dasselbe kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, daß, nachdem man den Quarzsand
oder eine andere Form der Kieselsäure durch Schmelzung beispielsweise innerhalb eines
elektrischen Widerstandsofens in eine zum Aufblasen geeignete, vorläufige Gestak gebracht
hat, der Formling außerhalb des Schmelzofens sogleich in. Berührung mit einem in der Hitze Gase oder Dämpfe erzeugenden
Stoffe gebracht und aufgeblasen wird, indem man das Entweichen der Gase oder
Dämpfe durch geeignete Umschließung des verdampfenden Stoffes verhindert, so daß sie
sich gegen die Quarzmasse hin ausdehnen und diese auftreiben.
Nun sind ja allerdings auch schon Vorschläge nicht mehr neu, die dahin · gehen,
flüssiges Glas durch Berührung mit gas- oder dampferzeugenden Fremdkörpern unter Ab-Schluß
der Gase oder Dämpfe nach außen hin aufzublasen und so zu verformen. Dieses
Verfahren unterscheidet sich aber wesentlich von dem vorliegenden dadurch, daß bei dem
letzteren der ganze aus. dem Rohstoff ge-
wonnene Formling, der schon durch die Art seiner Niederschmelzung in eine für das sich
unmittelbar daran anschließende Blasverfahren geeignete Form gelangt, der Einwirkung des
gas- oder dampferzeugenden Fremdkörpers unterworfen wird, während bei der Verformung
von Glas mittels gas- oder dampferzeugender Fremdkörper immer nur ein Teil
der Schmelzmasse aus dem Schmelzgefäß entnommen, dann außerhalb desselben in eine
geeignete Gestalt übergeführt und nun erst unter Luftabschluß in Berührung mit dem ■
gas- oder dampferzeugenden Fremdkörper gebracht ' wird. Letzteres Verfahren eignet
sich für die Abarbeitung von Quarz um deswillen
nicht, weil jede \7orformung des Schmelzkörpers außerhalb des Schmelzofens
den Formling, so weit abkühlt, daß derselbe
; zur weiteren Verarbeitung ungeeignet wäre.
Dieser Umstand verbietet es z. B. auch, den Formling, -wie es für Glas vorgeschlagen
worden ist, in eine Presse zu bringen und den gas- oder dampferzeugenden Fremdkörper
gleichzeitig mit dem Vorstoßen eines Stempels in die Quarzmasse zur Formarbeit verwerten
zu können.
Die Art der zur Anwendung kommenden Fremdkörper kann eine höchst mannigfaltige
sein. Sie können z. B. bestehen aus einer Hülle, Kapsel oder Pille aus mehr oder minder
leicht verbrennbarem Stoffe, wie Papier, Pappe, Leder Stanniol, Asbest usw., die eine
eingeführte vergasende Flüssigkeit, wie Wasser oder Eis, Kohlensäure, Kohlen-Wasserstoffe,
öle usw. enthalten, oder aber der Fremdkörper besteht aus in der Hitze
zerfallenden Salzen, wie Chlornatrium, Salmiak usw., oder die Flüssigkeit ist in gebundener Form in ihm enthalten, wie bei Erd-
fruchten, Rüben, Kartoffeln u. dgl.
Bringt man derartige Mittel mit Hilfe geeigneter
Mittel, z. B. eines Holzstäbchens, rasch in, auf oder unter den Verarbeitungskörper, so entwickeln sich infolge der hohen
Temperatur des letzteren sehr schnell gespannte Gase aus dem Fremdkörper, dehnen
die sie umgebende Quarzmasse aus und treiben sie, sofern man die Gase durch luftdichten
Abschluß nach außen hin zwingt, nur gegen die Quarzmasse hin sich ausdehnen zu können, fest und mit allseitig gleichmäßigem
Drucke auseinander, beispielsweise auch gegen die Wandungen einer Form usw.
Ist z. B. der Formling ein zylindrischer oder wulstförmiger, mit einer Innenhöhlung
versehener Quarzkörper, so wird in die Höhlung desselben ein auf die Spitze eines Holzstäbchens
gespießtes Kartoffelstückchen eingeführt, was mit der Hand blitzschnell geschehen
kann, Ein Zurückziehen des Holz-Stäbchens ist dabei nicht mehr erforderlich,
da dasselbe schon im Augenblick der Berührung mit der Quarzmasse zu Asche verbrennt.
Die in die Höhlung des Quarzkörpers eingeführte, gaserzeugende Pille entsendet nun im
Augenblick ihrer Vergasung den Dampf nach allen Seiten hin, so daß der Quarzkörper,
wenn seine offenen Enden beispielsweise durch, eine Zange zugedrückt werden, gleichmäßig
aufgeblasen wird.
Claims (1)
- Patent-An SPRU ch:Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus geschmolzenem Quarz, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Quarzsand oder einer anderen Form der Kieselsäure durch Schmelzen eine zum Aufblasen geeignete, vorläufige Gestalt gibt, den Formling alsdann sogleich in Berührung mit einem in der Hitze Gase oder Dämpfe erzeugenden Stoffe bringt und ihn aufbläst durch Abschließen der Gase oder Dämpfe nach außen hin.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE250265C true DE250265C (de) |
Family
ID=508808
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT250265D Active DE250265C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE250265C (de) |
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- DE DENDAT250265D patent/DE250265C/de active Active
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