DE245197C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Läutern und Gießen von
Metallen durch Zusatz einer Borverbindung und ist besonders anwendbar zum Gießen
von Kupfer und Silber.
Es besteht seit Jahren ein Bedürfnis nach blasenfreien Kupfergüssen von hoher elektrischer
Leitfähigkeit. Kupfer hat die Eigenschaft, in geschmolzenem Zustand Sauerstoff,
Stickstoff, Kohlenoxyd und andere Gase zu lösen; beim Abkühlen werden diese Gase
frei und erzeugen dadurch Blasen in dem Guß. Dadurch wird die mechanische Festigkeit
und die elektrische Leitfähigkeit von gegossenem Kupfer sowie auch Silber wesentlich
beeinträchtigt. Weiter fließt das geschmolzene Kupfer, wenn es gelöste Gase enthält,
nicht gut in die Form ein und gibt dadurch keine scharfen Abgüsse. Es ist bereits versucht
worden, durch Zusätze von Aluminium, Magnesium, von phosphorhaltigen Stoffen u. dgl.
zu dem geschmolzenen Kupfer die-Gase durch chemische Verbindung zu entfernen. Es haben
aber alle diese Stoffe den Fehler, daß sie sich leicht mit Kupfer legieren und geringe .Spuren
von ihnen im Kupfer die elektrische Leitfähigkeit desselben beträchtlich verringern.
Es ist auch1 bereits vorgeschlagen, Bortrioxyd
zum Raffinieren von Metallen zu verwenden; es ist auch weiter bekannt, daß
reines Bor eine hohe Verwandtschaft zu Sauerstoff, Stickstoff und verschiedenen anderen
Gasen besitzt und sich leichter mit Metallo-1 iden als mit Metallen vereinigt. Diese Eigenschaften
sowie die Fähigkeit, eine leicht schmelz- ,35 bare Schlacke von Borsäureanhydrid zu bilden,"
lassen Bor zur Herstellung von gesunden Kupfergüssen mit hoher Leitfähigkeit sehr
geeignet erscheinen. Man kann blasenfreien / ' Kupferguß erhalten, wenn man zu gesclimolzenem
Kupfer von gewöhnlicher chemischer' Reinheit eine geringe Menge Bor von etwa
1Z30 bis 1Z1n Prozent zusetzt bzw. eine Borverbindung,
die eine entsprechende Menge Bor in reduziertem Zustand, also im Zustand
geringerer Oxydation als B2 O3 enthält. Das
gegossene Kupfer hat dabei eine elektrische Leitfähigkeit von 93 bis 96,5 Prozent nach
V. D. E. Die Gußstücße geben alle Einzelheiten der Form genau wieder.
Die Verwendung von reinem Bor ist jedoch wegen des hohen Preises dieses Materials praktisch
kaum brauchbar. . Andererseits ist Borsäureanhydrid, das billiger wäre, infolge seines
hohen Sauerstoffgehalts ein weniger starkes Reduktionsmittel, also, zur Ausführung des
Verfahrens weniger geeignet.
Nach der Erfindung wird nun ein Gemisch
von Borsäureanhydrid und Magnesium verwendet. Bei der Reaktion dieser beiden Stoffe
ergibt sich ein Stoff von hohem Borgehalt, der außerdem je nach den Verhältnissen der Reaktion
Magnesium oder Sauerstoff enthält. Dieser Stoff ist zur Ausführung des Verfahrens vollkommen
geeignet. Wenn die Reaktion zwischen Borsäureanhydrid und Magnesium mit
einem Überschuß von Borsäureanhydrid und bei einer Temperatur von 13000C. oder mehr
ausgeführt wird, so ist das Produkt wesentlieh frei von Magnesium. Es ist ein Stoff
von etwas schwankender Zusammensetzung, der sich der Formel B10 nähert; er kann
als Suboxyd von Bor bezeichnet werden. Dieser , Stoff ist infolge seiner niedrigen Oxydationsstufe
ein Reduktionsmittel und wird ebenso wie reines Bor in die Form von Borsäureanhydrid
23? O3 verwandelt. Dasselbe gilt
auch, wenn das Bor Magnesium enthält, was der Fall ist, wenn die oben genannte Reaktion
ohne überschüssiges Borsäureanhydrid oder wenn sie bei einer verhältnismäßig niedrigeren
Temperatur ausgeführt wird. Infolge der geringen Menge von Bor, die nach dem Verfahren
zu dem Kupfer zugesetzt wird, ist die in das Kupfer eingeführte Menge von Magnesium
vernachlässigbar klein und kann die Leitfähigkeit nicht herabsetzen. Auch die
beim Schmelzen von Borsäureanhydrid und Magnesium unter Umständen entstehenden Stoffe, nämlich das Magnesiumborat und überschüssiges
Borsäureanhydrid sind für den Kupferguß unschädlich.
Als zweckmäßige Art, das Bor in das Kupfer einzuführen, wird das Bor oder die Borverbindung
bzw. das Gemisch in eine Kupferkapsel eingeschlossen, die dann in dem Schmelzgut herumgerührt wird, so daß die Reaktion
zwischen Borsäureanhydrid und - Magnesium im Schmelzgut vor sich geht, ohne einen
besonderen Vorbereitungsprozeß zu bilden.
Durch einen Zusatz von überschüssigem Bor wird das Kupfer nicht verschlechtert, da dieses
sich mit dem Kupfer nicht verbindet. Entweder verbrennt das überschüssige Bor und
sammelt sich als Schlacke an der Oberfläche des Kupfers an oder es bleibt in Spuren als.
mechanische Beimischung in dem Kupfer, ohne seine Eigenschaften zu beeinträchtigen.
Nach" dem Verfahren lassen sich Kupfergüsse von kompliziertester Form herstellen, wie
beispielsweise die Joche von elektrischen Registrierinstrumenten. Solche wurden entweder
in Sandformen oder in vorgewärmten eisernen Formen gegossen und waren in letzterem
Falle so genau in allen Einzelheiten, daß nur wenig oder gar keine Nacharbeit vor ihrem
Einbau in die Instrumente nötig war. Käfig- * anker für die Rotoren von Induktionsmotoren
können sehr leicht in der Weise hergestellt werden, daß die Ringe und die Querstäbe
mit einem einzigen Guß unmittelbar auf dem Ankerkern der Maschine gegossen werden.
Auch Kupferverbindungen, ζ. Β. Kanonenmetall oder Bronze, werden ebenfalls durch
Zusatz geringer Mengen von Bor vor dem Gießen verbessert. Im allgemeinen ist die Be- ;
handlung nach der Erfindung für alle geschmolzenen Metalle vorteilhaft, die Gase, wie Sauerstoff, Stickstoff u. dgl., in Verbindung oder
in freiem Zustand enthalten, jedoch in solcher Verbindung, daß das Bor sich nicht mit dem
geschmolzenen Metall zu einem Borid verbindet. ,
Das Verfahren nach der Erfindung kann auch das jetzt gebräuchliche Verfahren des Polens
ersetzen, ist leichter auszuführen als dieses und gibt gleichmäßigere und bessere Resultate.
Claims (1)
- PateNt-AnsPRUCH :Verfahren zur Herstellung von blasenfreiem Metallguß, besonders Kupferguß, durch Zusatz einer Borverbindung, dadurch gekennzeichnet, daß eine sauerstoffarme ';.' Borverbindung, ζ. B. Borsuboxyd, dem Gußmaterial zugesetzt wird, die entweder■.;■:',■■ schon vorher oder im Bade selbst aus !sauerstoffreichen Borverbindungen, ζ. Β...·'". Borsäureanhydrid, und Reduktionsmitteln,z. B. Magnesium, gewonnen wird. . .
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE245197C true DE245197C (de) |
Family
ID=504174
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT245197D Active DE245197C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE245197C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE897923C (de) * | 1942-01-29 | 1953-11-26 | Metallgesellschaft Ag | Verfahren zum Veredeln von Aluminium-Silizium-Legierungen |
| DE1031528B (de) * | 1952-10-09 | 1958-06-04 | Deutsche Edelstahlwerke Ag | Verfahren zur Erzeugung von Metall- oder Metallegierungspulvern |
| DE1081237B (de) * | 1954-09-28 | 1960-05-05 | Plansee Metallwerk | Verfahren zum weitgehenden Entfernen von Sauerstoff aus sauerstoffhaltigem Titan oder Zirkonium |
| EP0007062A1 (de) * | 1978-07-17 | 1980-01-23 | Allied Corporation | Verfahren zum Herstellen Phosphor enthaltender amorpher Legierungen |
-
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- DE DENDAT245197D patent/DE245197C/de active Active
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE897923C (de) * | 1942-01-29 | 1953-11-26 | Metallgesellschaft Ag | Verfahren zum Veredeln von Aluminium-Silizium-Legierungen |
| DE1031528B (de) * | 1952-10-09 | 1958-06-04 | Deutsche Edelstahlwerke Ag | Verfahren zur Erzeugung von Metall- oder Metallegierungspulvern |
| DE1081237B (de) * | 1954-09-28 | 1960-05-05 | Plansee Metallwerk | Verfahren zum weitgehenden Entfernen von Sauerstoff aus sauerstoffhaltigem Titan oder Zirkonium |
| EP0007062A1 (de) * | 1978-07-17 | 1980-01-23 | Allied Corporation | Verfahren zum Herstellen Phosphor enthaltender amorpher Legierungen |
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