DE240679C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C21B9/00—Stoves for heating the blast in blast furnaces
- C21B9/16—Cooling or drying the hot-blast
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht . sich auf ein neues Verfahren zum Trocknen der beim Hochofenbetrieb
erforderlichen Luft mit Hilfe von ab- - wechselnd regeneriertem Chlorcalcium. Bei
den bekannten Verfahren unter Benutzung von Chlorcalcium wurde das Chlorcalcium,
sofern dieses Salz in Stückenform benutzt wurde, aus dem Hydratisierungsapparat heraus
in besondere Dehydratisierapparate geschafft. Hierbei trennten sich von den Chlorcalciumstücken
mehr oder weniger feine Teilchen ab, welche bei der Hydratisierung zerfließen
und die Wiedergewinnung erschweren, außerdem besondere Apparate benötigen. Nach
der Erfindung wird das Chlorcalcium in Stückenform ohne jede Ortsveränderung abwechselnd
hydratisiert und dehydratisiert. Bei 200° verliert das Calciumchlorid 4 Moleküle
Wasser bzw. nimmt diese wieder auf, je nachdem es in einer freien, nicht gesättigten Atmosphäre
einer erhitzenden oder abkühlenden Wirkung ausgesetzt wird.
Unter diesen Bedingungen gestattet es das Verfahren in der ersten Phase, wenn die Luft
über das trockene Chlorid streicht, diese zu trocknen, indem ihr die Kalorien der Hydratisierung
des Chlorids wiedergegeben werden, während in der zweiten Phase, wo die heißen, nicht gesättigten Abgase über das hydratisierte
Chlorid streichen, die Regeneration unter Abkühlung der Gase vor sich geht.
Die zur Durchführung des neuen Verfahrens notwendige Vorrichtung ist höchst' einfach;
im allgemeinen wird man einen Behälter mit oder ohne Rost verwenden, in welchem sich
das Calciumchlorid innerhalb des zu trocknenden Luftstromes und der Abgase des Winderhitzers
befindet, wobei die periodischen Umkehrungen des Gasstromes mit Hilfe von entsprechend
angeordneten Schiebern sich bewerkstelligen lassen.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel eine Anlage schematisch dargestellt, wie sie
zur Ausführung des Verfahrens dienen kann.
Diese Anlage ist nach dem Prinzip gebaut, daß der Gebläsewind getrocknet wird, während
das hierfür verwendete Calciumchlorid gleichzeitig und selbsttätig regeneriert wird unter
Benutzung der Wärme und stets erhöhten Temperatur der Abgase des Winderhitzers, beispielsweise eines solchen nach Cowper
oder einem anderen System, wobei die Umkehrung des Ganges der Winderhitzer entsprechend
ausgenutzt wird.
Die Anlage besteht aus einem Behälter A zur Aufnahme des Calciumchlorids mit oder
ohne Scheidewände und mit oder ohne Rost'; dieser Behälter steht in Verbindung mit einer
Zuleitung B für die feuchte Luft vom Gebläse. Am unteren Ende des Behälters geht
eine Leitung C nach dem Schornstein.
Der Behälter A steht durch eine besondere Leitung D mit dem Winderhitzer E, System
Cowper oder ein anderes, in Verbindung,
der seinerseits mit dem Hochofen F durch die Leitung G in Verbindung gesetzt ist.
In die einzelnen Leitungen sind Absperrschieber α1, α1, α3, α4, α5 eingebaut. Am unteren
Teile des Winderhitzers sind Schieber H für die Einführung der Verbrennungsluft und /
zur Einführung des Gases angebracht.
Die Wirkungsweise dieser Einrichtung, entsprechend dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung, zerfällt in zwei Phasen.
Erste Phase: Trocknung der
Luft. Die Schieber «2, H und I sind geschlossen,
die anderen a1, as, α4, α5 sind ge-
ao öffnet. Die feuchte Luft kommt vom Gebläse
und tritt durch die Leitung B und den Schieber a1 in den Calciumchloridbehälter A
ein, gibt hier ihre Feuchtigkeit an das Chlorid ab, tritt in den Winderhitzer E, von wo sie
durch die Schieber «4 und α5 in der Leitung G
nach dem Hochofen gelangt, und zwar- als getrocknete heiße Luft.
Zweite Phase: Regeneration
des Calcium chlorid s. Bekanntlich sind stets mehrere Winderhitzer für jeden
Hochofen vorgesehen, die abwechselnd unter Umkehrung des Gasstromes benutzt werden.
Während der zweiten Phase sind die Schieber a1 und a4· geschlossen, während die Schieber
α2, α3-, α5 und H und 7 geöffnet sind.
Das Gas kommt aus dem Hochofen durch den Schieber / und die Verbrennungsluft durch
den Schieber H; das Gasgemisch verbrennt im Erhitzer E und gibt seine Wärme ab. Die
heißen, nicht gesättigten Gase treten durch den Schieber a3 aus, streichen durch den
Chlorcalciumbehälter A und geben dort in Berührung mit dem hydratisierten Chlorid ihre
Wärme ab,'indem sie dieses trocknen; endlich treten die Gase durch den Schieber a1 nach
der Leitung C und dem Schornstein.
Die aufeinander folgenden Umkehrungen spielen sich wie beim gewöhnlichen Hochofenbetrieb
ab.
In gewissen, bereits bestehenden Betrieben kann entsprechend der inneren Einrichtung der
Winderhitzer selbst das Chlorid einfach in diesen Apparat eingebracht werden, indem man
es auf das Ziegelsteingestell / auflegt, wobei man nur nötig hat, das Chlorid von Zeit zu
Zeit zu erneuern, wenn es durch die Asche der Gase zu sehr verunreinigt ist. In diesem Falle
kann der Behälter A in Wegfall kommen, während die aufeinander folgenden Phasen der
Trocknung der Luft und Regeneration des Chlorids sich in derselben Weise abspielen, wie
vorher beschrieben.
In besonderen Fällen, wo die Abgase verhältnismäßig kalt sind, so daß sie nur einen
Zuschuß bei der Regeneration abgeben können, wird dieser zwar auch benutzt, bei der Trocknung
des Chlorids aber muß man die erforderliche Wärme ergänzen durch eine unabhängige
Feuerung, die mit der Stelle, an welcher das Calciumchlorid aufgespeichert ist, in Verbindung
steht. Wenn in einigen Fällen die Gase bei der Regeneration des Chlorids zu sehr abgekühlt
werden, so daß der natürliche Zug des Schornsteins nicht mehr ausreicht, so würde
es nötig sein, einen Ventilator in den Weg der Gase einzubauen.
Es ist noch zu bemerken, daß die Erfindung sich nicht auf die besondere Anordnung der
Apparatur beschränkt, die selbstverständlich von Fall zu Fall eine andere sein kann, sondern
daß sie sich auf das Verfahren der Anwendung von Calciumchlorid zum Trocknen der beim
Hochofenbetrieb erforderlichen Luft bezieht, wobei zwei eng miteinander in Verbindung
stehende Phasen in Betracht kommen, von welchen die eine zum Trocknen der Luft und
die andere zur Regeneration des Chlorcalciums unter Nutzbarmachung der Abgase des Winderhitzers
dient.
Endlich ist noch zu bemerken, daß der Gebläsewind vor oder hinter dem Gebläse getrocknet
werden kann, je nach den örtlichen Verhältnissen; ebenso läßt sich das Verfahren
auch anwenden bei Sammelvorrichtungen für den Wind und die Abgase eines oder mehrerer
Hochöfen ebensogut wie bei einem einfachen Winderhitzer.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι. Verfahren zum Trocknen der beim Hochofenbetrieb erforderlichen Luft mit Hilfe von abwechselnd regeneriertem Chlorcalcium in Stückenform, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Hydratisierung als die Dehydratisierung des Chlorcalciums ohne Ortsveränderung erfolgt.
■ 2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, darin bestehend, daß das Chlorid auf dem Ziegelsteingestell des Winderhitzers untergebracht ist. i/ioHierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE240679C true DE240679C (de) |
Family
ID=500026
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT240679D Active DE240679C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE240679C (de) |
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