DE2362740C3 - Verfahren zum kontinuierlichen Erzielen von differenzierten Farbeffekten, Fließeffekten oder Schattenfärbungen auf textlien Flächengebilden - Google Patents
Verfahren zum kontinuierlichen Erzielen von differenzierten Farbeffekten, Fließeffekten oder Schattenfärbungen auf textlien FlächengebildenInfo
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Description
35
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Erzielen von differenzierter. Farbeffekten, Fließeffekten
oder Schattenfärbungen auf mit Farbstofflösungen und/oder -dispersionen geklotztem, bahnförmigem
Textilgut.
Auf dem Gebiet der Färberei und Druckerei ist bis zum heutigen Tag eine ganze Reihe von praktischen
Möglichkeiten zum Erzeugen von ein- oder mehrfarbigen Musterungseffekten auf textlien Flächengebilden
bekanntgeworden. Als die wichtigsten sollen besonders das Space-Dyeing-Verfahren, das Space-Treating-Färben
und die Multicolor-Effekte beim TAK-Verfahren unter vielen anderen Arbeitsweisen hervorgehoben
werden. Alle diese färberischen Effekte entstehen dadurch, daß eine fertige Farbstofflösung oder eine
mehr oder weniger viskose Farbstoffzubereitung wie auch eine entsprechend zubereitete Druckpaste durch
eine besondere apparative Vorrichtung auf das so zu färbende Gewebe gebracht wird.
Die erfii.dungsgemäße Aufgabe besteht nun darin, ein «,5
Verfahren anzugeben, mit dem sich im Rahmen eines normalen Färbeverfahrens mit einfachen Mitteln eine
ganze Reihe von verschiedenartigen farblichen Dessins wie differenzierte Farbeffekte, Fließeffekte oder Schattenfärbungen
auf mit Farbstofflösungen und/oder to -dispersionen geklotztem, bahnförmigem Textilgut
kontinuierlich erzielen läßt. Diese Aulgabe wird dadurch gelöst, daß die an beliebigen Stellen vorgesehenen
Veränderungen am einheitlichen Warenbild durch örtliches Verblasen der auf das Textilgut aufgebrachten,
noch feuchten Farbstoffzubereitungen mittels eines starken Luftstroms, der durch eine zwischen Luftstromquelle
und Textilgut befindliche Blende gerichtet, abgelenkt und in seiner Intensität beeinflußt wird,
während der Farbstoffixierungsoperation hervorgerufen werden. .
Die Behandlung der am ein Textilgut aufgebrachten,
noch feuchten Farbstoffzubereitung mit einem Luftstrom kann erfindungsgemäß auch mit Heißluft,
Heißdampf oder überhitztem Dampf von örtlich verschiedener Intensität vorgenommen werden.
Im Einklang mit der vorliegenden Erfindung erfolgt das Verblasen einer auf einem Gewebe aufgebrachten
und noch nicht getrockneten Farbstofflösung durch einen stellenweise stärker als üblich eingestellten
Luftstrom in der Hotflue bzw. im Spannrahmen. Diese Art von Mustergebung wird durch einen zwischen den
Luftaustrittsdüsen und dem Gewebe befindlichen flächenartigen, zumindest teilweise luftundurchlässigen
Gegenstand, wie eine Siebplatte oder Lochplatte oder mit Hilfe einer Schablonenplatte unterstützt, wobei eine
solche Blende gegebenenfalls direkt auf der Oberfläche des Textilguts aufliegen kann. Im Rahmen dieser
Maßnahme wird durch den Verblasungseffekt einerseits die Farbstofflösung stellenweise auf die andere Gewebeseite
gedrückt, während andererseits der unmittelbar hinter den luftundurchlässigen Stellen der Blende
liegende Teil der Ware dem Zutritt des Luftstroms entzogen wird, so daß Hell/Dunkel-Effekte auftreten.
Die entstehenden Farbmuster in Form von Schattenfärbungen richten sich genau nach den Konturen der
obenaufliegenden Blende, die den Luftstrom entsprechend lenkt bzw. in seiner Intensität mindert. Den
eingesetzten Luftstrom kann man gegebenenfalls auf Werte bis knapp unterhalb der Fixierungstemperatur
für die verwendeten Farbstoffe erwärmen. Bei einem stark strömenden Luftstrom werden Muster erhalten,
die ohne weiteres mit Ätzeffekten zu vergleichen sind. Eine besondere Variante dieser Arbeitsweise besteht
darin, daß die Bemusterung beim Transport über mustermäßig gestanzte Schablonen vorgenommen
wird.
Die schockartige oder schlagartig einsetzende Wirkung von Heißluft, Heißdampf oder überhitztem Dampf
ab einem bestimmten Teil oder Feld des Fixieraggregats ruft erfindungsgemäß Nuancenänderungen und Farbtonverschiebungen
hervor, wobei diese Änderungen abhängig vom jeweils verwendeten Farbstoff sind. Durch Applikation einer Mischung von verschiedenen,
auf Hitzeeinwirkung unterschiedlich reagierenden Farbstoffen können auch hier bestimmte Musterungseffekte
erzeugt werden. Arn bekanntesten dürfte der Einfluß einer Hitzebehandlung bei Grundierungen von
Kupplungskomponenten auf Basis von 2-Hydroxynaphthalin-3-carbönsäure-arylaniden
sein. Eine derartige Wärmeeinwirkung kann bis zur Zerstörung der gesamten Grundierung führen, während es andererseits
auch Grundierungen gibt, die bei weitem nicht so stark hitzeempfindlich sind. Ebenso ist es nach dem neuen
Verfahren möglich, was unter normalen Färbebedingungen unbedingt vermieden, wenn auch nicht vollständig
ausgeschaltet wird, an ein gen Stellen des jeweiligen Fixieraggregates Luft oder Dampf mit viel höherer
Temperatur auf die Ware strömen zu lassen als im übrigen Teil der Anlage. Dabei können bei einer
Grundierung mit Reaktiv- und Dispersionsfarbstoffen, sofern ein so zu färbendes Mischgewebe vorliegt, die
Reaktivfarbstoffe einheitlich, die Dispersionsfarbstoffe stellenweise, d. h. nur an denjenigen Stellen, an denen
Heißluft mit beispielsweise 1900C auf das Gewebe
auftrifft, fixiert werden
Die vorliegende Erfindung beruht auf den bei der Fixierung von Klotzfärbungen auf Stückwaren gewonnenen
Erfahrungen, wobei die bisher als Störfaktoren angesehenen Schwierigkeiten bewußt verstärkt und zur
Herstellung eines interessanten modischen Artikels genutzt werden. Die erzielbaren Effekte erscheinen als
lokale Aufhellungen bzw. Farbtiefenänderungen. Das Material hat dann den Charakter eines Druckmusters
oder das Aussehen einer stark beanspruchten, unechten Färbung unter Beibehaltung guter Gebrauchseigenschaften.
Gemäß dem beanspruchten Verfahren werden durch örtliche Behandlung unfixierter Klotzungen mit einem
Luftstrom, d.h. durch thermische oder mechanische
Einwirkung, Halbtoneffekte und Nuancenänderungen bewirkt. Mit solchen einfachen Mitteln gelingt es
überraschenderweise, dem Wunsch nach Artikeln im sogenannten »Gammellook« nachzukommen. Diese
Gewebe erwecken absichtlich den Eindruck, als wären sie schon viele Jahre getragen worden. Durch
geschickte Farbtonabstimmung der im Faserinneren verbleibenden Farbstoffe und den stark an die
Faseroberfläche migrierenden Farbstoffen wird erreicht, daß diese so erzeugten Artikel während der
Gebrauchszeit den Charakter weitgehend beibehalten.
Für die Durchführung des neuen Verfahrens kommen Flächengebilde aus praktisch allen Faserarten synthetischen
oder natürlichen Ursprungs sowie die entsprechenden Fasermischungen miteinander oder untereinander
in Betracht Im Zusammenhang damit kommen die für das betreffende Textilmaterial typischen
Farbstoffe von bekannter Art zum Einsatz. So werden neben den üblichen, wasserunlöslicher. Dispersionsfarbstoffen
folgende Farbstoffklassen verwendet:
Faserreaktive Farbstoffe, d. h. solche Farbstoffe, die mit der primären OH-Gruppe innerhalb des
Cellulosemoieküls reagieren können, Entwicklungsfarbstoffe, Küpenfarbstoffe, Leukoküpenesterfarbstoffe
und Schwefelfarbstoffe.
Farbstoffe der genannten Kategorien sind im Colour Index, 3. Auflage (1971) beschrieben.
Ein Mischgewebe aus Polyester- und BaumwoUfassrn
im Verhältnis von 66:34 wird bei Raumtemperatur sowie 70 Gew.-% Flottenaufnahme mit einer wäßrigen
Flotte geklotzt, die im Liter
15 g eines Dispersionsfarbstoffes, bestehend aus einem
Gemisch von verschieden bromierten Diamino-dihydroxy-anthrachinonen
mit weniger als 1 Mol Brom je Mol Farbstoff und
8 g des Dispersionsfarbstoffes der Formel
8 g des Dispersionsfarbstoffes der Formel
H2N O NH2
HO O OH
in vorschriftsmäßig dispergierter Form enthält. Nach
dem Klotzen durchläuft das Gewebe einen Vortrockner, den es mit 30% Restfeuchtigkeit -vieder verläßt.
Nunmeh; passiert dieses Gewebe am Eingang des Spannrahmens ein mit feinen Düsen bestücktes Rohr,
aus dem Heißluft von ca. 1500C mit großer Geschwindigkeit
austritt. Die Düsenöffnungen sind nur nach unten auf das Gewebe und schräg gegen die
Laufrichtung des Gewebes gerichtet Durch den scharfen Luftstrom wird der Farbstoff auf der
Gewebeoberfläche stellenweise verblasen und in diesem unregelmäßigen Applikationszustand in den
nachfolgenden Feldern des Spannrahmens fixiert. Im
Anschluß an die übliche Nachbehandlung des Materials resultiert auf der Ware eine satte, tiefe Blaufärbung, die
in Längsrichtung mit feinen hellen Linien durchzogen ist. Dieses Dessin ist nicht vollkommen gerade, da das
Gewebe während seiner Behandlung durch den scharfen Luftstrom bewegt wird und flattert Einen viel
stärkeren Musterungseffekt erhält man, wenn entsprechend der angegebenen Verfahrensweise, jedoch ohne
Vortrockner gearbeitet wird.
Claims (5)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Erzielen von differenzierten Farbeffekten, Fließeffekten oder
Schattenfärbungen auf mit Farbstofflösungen und/ oder -dispersionen geklotztem, bahnförmigem Textilgut,
dadurch gekennzeichnet, daß die an beliebigen Stellen vorgesehenen Veränderungen am
einheitlichen Warenbild durch örtliches Verblasen j ο der auf das Textilgut aufgebrachten, noch feuchten
Farbstoffzubereitung mittels eines starken Luftstroms, der durch eine zwischen Luftstromquelle und
Textilgut befindliche Blende gerichtet, abgelenkt und in seiner Intensität beeinflußt wird, während der
Farbstoffixierungsoperation hervorgerufen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom erhitzt ist
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom durch Dampf ersetzt
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Blende direkt auf
der Textilgutoberfläche aufliegt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bemusterung beim
Transport des Textilguts über mustermäßig gestanzte Schablonen vorgenommen wird.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732362740 DE2362740C3 (de) | 1973-12-17 | Verfahren zum kontinuierlichen Erzielen von differenzierten Farbeffekten, Fließeffekten oder Schattenfärbungen auf textlien Flächengebilden | |
| IT30572/74A IT1027695B (it) | 1973-12-17 | 1974-12-13 | Processo per l ottenimento di effetti cromatici differenziati effetti di scorrimento o tinture ombreggiate su oggetti piani tessili |
| JP49143576A JPS5094285A (de) | 1973-12-17 | 1974-12-16 | |
| BE151588A BE823452A (fr) | 1973-12-17 | 1974-12-17 | Procede de realisation de differents effets de couleurs ou de coulage ou de teintures ombrees sur des matieres textiles |
| ZA00747997A ZA747997B (en) | 1973-12-17 | 1974-12-17 | Process for producing differentiated colour effects, flow effects or shaded dyeings on textile materials |
| FR7441486A FR2254667A1 (en) | 1973-12-17 | 1974-12-17 | Fabric colour shading process - uses combination of reactive dyestuff and thermal surface treatment |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732362740 DE2362740C3 (de) | 1973-12-17 | Verfahren zum kontinuierlichen Erzielen von differenzierten Farbeffekten, Fließeffekten oder Schattenfärbungen auf textlien Flächengebilden |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2362740A1 DE2362740A1 (de) | 1975-06-26 |
| DE2362740B2 DE2362740B2 (de) | 1976-10-28 |
| DE2362740C3 true DE2362740C3 (de) | 1977-06-08 |
Family
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