DE2333708B2 - Verfahren zum selektiven entfernen von schwefelwasserstoff aus kohlenwasserstoffhaltigen gasen - Google Patents
Verfahren zum selektiven entfernen von schwefelwasserstoff aus kohlenwasserstoffhaltigen gasenInfo
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Description
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum selektiven Entfernen von Schwefelwasserstoff aus
kohlenwasserstoffhaltigen Gasen, insbesondere Erdgas, welche außerdem Kohlendioxid enthalten, durch
Absorption in organischen Lösungsmitteln und Regenerieren der Absorptionslösung.
Es ist bekannt, den Schwefelwasserstoff mit Alkanolaminen,
Kaliumcarbonat-Lösungen und anderen Reaktionsmitteln zu entfernen (sogenannte »chemische
Wäschen«). Hierbei wird aber mit dem H2S auch das
CO2 mehr oder weniger vollständig entfernt. Dies
erschwert aber die anschließende Umformung des ausgewaschenen H2S in elementaren Schwefel.
Es ist ferner bekannt, den Schwefelwasserstoff mit organischen Lösungsmitteln, wie Methanol, N-Methylpyrrolidon
(NMP), Tributyl-phosphat (TBP) oder Dimethyl-polyäthylenglykoläther
(DMPEGE) zu entfernen (sogenannte »physikalische Wäschen«). Diese besitzen zwar eine große Selektivität bezüglich der
Entfernung von CO2, jedoch besitzen sie auch eine
große Löslichkeit für Methan und andere paraffinische'
Kohlenwasserstoffe, die im Erdgas enthalten sind. Das Entfernen der Kohlenwasserstoffe führt zu einem be
trächtlichen Verlust an Heizwert Zum anderen er- geben sich wiederum Schwierigkeiten bei der nachfolgenden Umwandlung des H2S in elementaren
Schwefel.
Es ist ferner bekannt. Wasserdampf aus Erdgasen und anderen technischen Gasen mit kleinen Mengen
von Glykolen, nämlich 20 bis 30 g/Nm , insbesondere Triäthylenglykol (TEG), zu entfernen.
Es ist ferner ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art bekannt (DT-AS 12 37 723), bei dim als
Absorptionsmittel ein tetrasubstituierter Harnstoff oder Thioharnstoff dient. Durch Wasserzusätze kann die
Selektivität der Auswaschung gegenüber Kohlenwasserstoffen erhöht werden. Auf die Selektivität der
Auswaschung gegenüber CO2 hat der Wasserzusatz keinen Einfluß. Die Löslichkeit höherer Kohlenwasserstoffe
hängt vom Wassergehalt des Lösungsmittels stärker ab als die Löslichkeit niederer Kohlenwasserstoffe.
Statt des Wassers kann auch Glykol verwendet werden. Hierdurch wird ein dem Wasser
ähnlicher Einfluß genommen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum selektiven Entfernen von Schwefelwasserstoff
aus kohlenwasserstoffhaltigen Gasen, welche außerdem Kohlensäure enthalten, anzugeben,
bei dem der Gehalt an Methan und höheren Kohlenwasserstoffen praktisch überhaupt nicht reduziert wird
und vor allem auch der Gehalt an Kohlensäure weitgehend im Gas verbleibt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß als Absorptionsmittel Glykole in einer Menge
von mindestens 500 g/Nm3 eingesetzt werden.
Vorzugsweise wird als Absorptionsmittel Triäthylenglykol
in einer Menge von 700-800 g/Nm3 eingesetzt.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, daß Glykole, wenn sie in der angegebenen Menge verwendet
werden, ein ausgezeichnetes Mittel zum Entfernen von Schwefelwasserstoff darstellen. Es bereitet
keine Schwierigkeiten, die häufig geforderte Grenze von 5 mg H2S/Nm3 zu unterschreiten. Dies geschieht unter
äußerst geringer Mitnahme von Kohlenwasserstoffen und nur kleinen Mengen von Kohlensäure, wie
spater noch näher erläutert wird. Die Glykole besitzen daher bessere selektive Eigenschaften als alle bisher
bekannten Lösungsmittel.
Weitere Vorteile des TEG sind seine thermische Stabilität - es kann ohne weiteres auf 215 C erhitzt
werden - und sein niedriger Dampfdruck. Damit verbunden ist ein niedriger Dampfverlust an das zu
reinigende Gas. Als weiterer Vorteil .ist der niedrige Preis des TEG hervorzuheben. Durch diese Punkte
ergibt sich eine außerordentlich gute Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Da das TEG auch Wasserdampf aus dem Rohgas zu entfernen gestattet, ist eine üblicherweise der Entschwefelungsanlage
nachgeschaltete Trocknungsanlage überflüssig. Da die Glykole nur äußerst geringe
Mengen an Methan absorbieren, erübrigt sich in der Regel auch die sonst notwendige Zwischenentgasung
mit Rückfiihrung des Entspannungsgases vor die Absorptionsstufe. Durch den Fortfall der Zwischenentgasung
und der Rekompression wird die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens weiterhin erhöht
Mit besonderem Vorteil wird der Wassergehalt des
Absorptionsmittels vor der Absorption zwischen 1 und 5 Gewichtsprozent gehalten. In diesem Bereich ist
einerseits eine ausreichend kleine Zähigkeit des Absorptionsmittel» sichergestellt, um einen einwandfreien
Pumpenbetrieb zu ermöglichen und um eine hohe Stoffübergangszahl sowie Wärmeübergangszahl
zu erhalten; andererseits ist das Absorptionsmittel
33
in der Lage. Wasserdampf aus dem Rohgas zu entfernen.
Die Einstellung des Wassergehalts kann beispielsweise durch einen Wasserzusatz nach de η Regenerieren
erfolgen. Sehr günstig ist es aber, wenn die beim -s Regenerieren am Kopf der Regenerationsstufe anfallenden
Gase so weit abgekühlt werden, daß sich durch Rückkondensaiion ein Wassergehalt des Absorptionsmittels
von 1 bis 5 Gewichtsprozent einstellt.
Insbesondere kann die Abkühlung der beim Regenerieren
anfallenden Gase gerade so weit erfolgen, daß der aus dem P.ohgas absorbierte Wasserdampf
mit diesen Gasen dampfförmig mit fortgeführt wird. Dann bleibt der einmal eingestellte Wassergehalt des '5
Absorptionsmittel nach jedem Kreislauf erhalten. Da der Wasserdampf dampfförmig fortgeführt wird, entstehen
auch keine flüssigen Abwasser, die H2S, CO2
und CH4 enthalten wurden.
Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, daß ein Teil des im Kreislauf geführten Absorptionsmittels nur teilweise
regeneriert und erneut im Unterteil des Absorbers mit dem zu behandelnden Gas in Kontakt
gebracht wird. Auf diese Weise kann ein größerer Anteil des CO2 ausgewaschen und damit die für eine
Verbrennung günstigste Wobbezahl des behandelten Gases erhalten werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert, in der ein Schaltplan zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens veranschaulicht ist.
Das Rohgas wird über eine Leitung 1 einer Kontaktstufe oder einem Absorber 2 zugeführt und in gereinigter
Form über eine Leitung 3 abgeführt.
Das beladene Absorptionsmittel wird an einer Drossei
4 entspannt und über eine Leitung 5 sowie einen Wärmeaustauscher 6 in eine Regenerationsstufe 7 eingeleitet.
Die Regenerationsstufe besitzt im Unterteil eine Heizvorrichtung 8 und im Kopf eine Kühlvorrichtung
9. Das durch Beheizung regenerierte Absorptionsmittel gelangt über eine Leitung 10 mit einer
Pumpe 11 und den Wärmeaustauscher 6 in den Oberteil der Kontaktstufe 2. Durch die Beheizung in der
Regenerationsstufe 7 werden die vom Absorptionsmittel in der Kontaktstufe 2 ausgenommenen Gase,
also H2S, CO2, CH4 und H2O ausgetrieben. Die Kühlvorrichtung
9 sorgt für eine solche Abkühlung, daß ein Teil des Wasserdampfes rückkondensiert, um den
Wassergehalt des im Kreislauf umlaufenden Absorptionsmittels zwischen 1 und 5 Gewichtsprozent zu haiten.
Der Rest das Wasserdampfes wird zusammen
mit den übrigen ausgetriebenen Gasen dampfförmig zur weiteren Aufarbeitung über die Leitung 12
abgeführt. Der rückkondensierende Wasserdampf wird im Oberteil der Regenerationsstufe 7, dem sogenannten
Rektifikationsteil, dazu benutzt, um eventuell vorhandene Glykoldämpfe zu kondensieren.
In der Kontaktstufe 2 kann beispielsweise ein Druck von 20 bis 100 atü herrschen. Wenn das beladene
Absorptionsmittel an der Drossel 4 auf etwa 5 bis *°
10 atü entspannt wird, kann man einen gestrichelt gezeichneten Zwischenentgasungsbehälter 13 in die
Leitung 5 schalten. Aus diesem Behälter kann über die gestrichelte Leitung 14 mit einem Verdichter 15
Gas in die Eintrittsleitung 1 zurückgeführt werden, wenn die Zusammensetzung des zu behandelnden
Rohgases geändert werden soll, beispielsweise wenn das Verhältnis von H2S zu CO2 im Rohgas zu ungünstig
ist oder wenn neben CH... auch höhere paraffinische Kohlenwasserstoffe enthalten sind.
Aus dem Zwischenentgasungsbehälter können auch über die strichpunktiert gezeichnete Leitung 16 Gase
direkt in die Abgasleitung 12 geführt werden. Ein Teil des so teilweise regenerierten Absorptionsmittels kann
dann über eine Pumpe 17 und eine Leitung 18 in den Unterteil de» Kontaktstufe 2 gegeben werden. Dies
kann zweckmäßig sein, wenn aus Gründen der Einhaltung einer bestimmten Wobbezahl im Reingas mehr
CO2 ausgewaschen werden soll.
Zur Beurteilung der Selektivität dient der Bunsensche
Absorptionskoeffizienl, der die Löslichkeit der verschiedenen
Gaskomponenten in Volumeneinheit absorbiertes Gas pro Volumeneinheit Lösungsmittel
darstellt. In Tabelle 1 sind die Bunsen-Koeffizienten
für verschiedene bekannte Lösungsmittel und für das erfindungsgemäße TEG bei vergleichbaren Temperaturen
einander gegenübergestellt. In Tabelle 2 sind die Werte der Tabelle 1 derart umgerechnet, daß die
Bunsen-Koeffizienten für H2S und CO2 ins Verhältnis
gesetzt werden zum Bunsen-Koeffizienlen für CH4.
Hieraus ist ersichtlich, daß die Selektivität des TEG etwa doppeit so hoch ist wie die des günstigsten
bisher bekannten Lösungsmittels NMP.
Bunsen-Koeffizient Nm3/m3 at
| H2S | CO2 | CH4 | |
| NMP, 20 C | 40 | 4 | 0,3 |
| TBP, 25 C | 13 | 2,6 | 0,5 |
| DMPEGE, 20 C | 22,5 | 3,8 | 0,23 |
| TEG, 20 C | 19 | 1,6 | 0,07 |
| Tabelle 2 | |||
| Selektivität zu CH4 | |||
| H2S | CO2 | CH4 | |
| NMP | 133 | 13,3 | 1 |
| TBP | 26 | 5,2 | 1 |
| DMPEGE | 97 | 16,5 | 1 |
| TEG | 272 | 23 | 1 |
Berücksichtigt man ferner, daß der Dampfdruck des TEG kleiner als 0,001 mm Hg gegenüber 0,01 mm Hg
bei NMP und der Dampfverlust des TEG 0,001 kg/ 1000 Nm3 Gas gegenüber 0,1 kg/1000 Nm3 Gas bei
NMP ist, dann zeigt sich die Überlegenheit des Glykols
mit aller Deutlichkeit.
In der beschriebenen Anlage werden 100000 NmVh Erdgas bei 70 atü und 20 C mit TEG gereinigt. Das
Rohgas enthält 5 Vol.-% H2S, 10 VoL-% CO2, 85 Vol.-%
CH4 und 0,4 g/Nm3 H2O.
Das gereinigte Gas enthält weniger als 5 mg/Nm3
33 708
H2S, 9,8 Vol.-% CO2 und 90,2 Vol.-% CH4. Der Wasser- der Regenerationsstufe austretende Gasgemisch ent-
dampf ist bis auf 0,06 g/Nm3 H2O entfernt (was einem hält also 81,5 Vol.-% H2S, 13,5 Vol.-% CO2 und 5 Vol.-%
Taupunkt von ca. -10 C entspricht). CH4.
Aus dem Rohgas wurden entfernt: 5OOONm3/h H2S, Bei den herkömmlichen Verfahren würden mehr als
nur 840Nm3Zh CO2 und nur 310Nm3/h CH4. Das aus 5 1000 NmVh CO2 und 650NmVh CH4 ausgewaschen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verfahren zum selektiven Entfernen von Schwefelwasserstoff aus kohlenwasserstoffhaltigen
Gasen, insbesondere Erdgas, welche außerdem Kohlendioxid enthalten durch Absorption in organischen
Lösungsmitteln und Regenerieren der Absorptionslösung, dadurch gekennzeichnet, daß als Absorptionsmittel Glykole in einer
Menge von mindestens 500g/Nm3 eingesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,
daß als Absorptionsmittel Triäthylen: glykol in einer Menge von 700 bis 800 g/Nm5
eingesetzt wird. ι >
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wassergehalt des Absorptionsmittels
vor der Absorption zwischen 1 und 5 Gewichtsprozent gehalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die beim Regenerieren am Kopf der Regenerationsstufe anfallenden Gase so weit abgekühlt
werden, daß sich durch Rückkondensation ein Wassergehalt des Absorptionsmittels von 1 bis
5 Gewichtsprozent einstellt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung der beim Regenerieren
anfallenden Gase gerade so weit erfolgt, daß der aus dem Rohgas absorbierte Wasserdampf
mit diesen Gasen dampfförmig mit fortgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des im Kreislauf
geführten Absorptionsmittels nur teilweise regeneriert und erneut im Unterteil des Absorbers
mit dem zu behandelnden Gas in Kontakt gebracht wird. ·*
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|---|---|---|---|
| DE19732333708 DE2333708B2 (de) | 1973-07-03 | 1973-07-03 | Verfahren zum selektiven entfernen von schwefelwasserstoff aus kohlenwasserstoffhaltigen gasen |
| FR7423178A FR2235731A1 (en) | 1973-07-03 | 1974-07-03 | Hydrogen sulphide removed from natural gas - with small redn. in carbon dioxide content and methane content unchanged |
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| DE19732333708 DE2333708B2 (de) | 1973-07-03 | 1973-07-03 | Verfahren zum selektiven entfernen von schwefelwasserstoff aus kohlenwasserstoffhaltigen gasen |
Publications (2)
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| DE2333708B2 true DE2333708B2 (de) | 1977-09-15 |
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ID=5885766
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19732333708 Withdrawn DE2333708B2 (de) | 1973-07-03 | 1973-07-03 | Verfahren zum selektiven entfernen von schwefelwasserstoff aus kohlenwasserstoffhaltigen gasen |
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| FR (1) | FR2235731A1 (de) |
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- 1973-07-03 DE DE19732333708 patent/DE2333708B2/de not_active Withdrawn
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