DE2252003B2 - Verfahren zur Aufteilung von verdünnten wässerigen Salzlösungen in eine konzentriertere Salzlösung und Wasser mittels lonenaustausches - Google Patents

Verfahren zur Aufteilung von verdünnten wässerigen Salzlösungen in eine konzentriertere Salzlösung und Wasser mittels lonenaustausches

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    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J49/00Regeneration or reactivation of ion-exchangers; Apparatus therefor
    • B01J49/05Regeneration or reactivation of ion-exchangers; Apparatus therefor of fixed beds
    • B01J49/08Regeneration or reactivation of ion-exchangers; Apparatus therefor of fixed beds containing cationic and anionic exchangers in separate beds

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Description

Verschiedene verdünnte Salzlösungen werden mittels Ionenaustausches bekannterweise in mehr oder weniger reines Wasser übergeführt, indem die Kationen durch einen mit Wasserstoffionen beladenen Kationenaustauscher und die Anionen durch einen mit Hydroxylionen beladenen oder als freies Amin vorliegenden Anionenaustauscher entfernt werden. Dabei können stark und/oder schwach dissoziierte Ionenaustauscher in beliebiger Reihenfolge angewendet werden. Bei Benutzung der stark dissoziierten Ionenaustauscher werden alle Ionen aus der Lösung entfernt, doch müssen sie nach Erschöpfen durch starke Säuren bzw. Basen regeneriert werden. Werden schwach dissoziierte Ionenaustauscher benutzt, so können sie zwar auch mit schwachen Säuren und Basen regeneriert werden, sie vermögen aber nicht die schwach dissoziierten Ionen der Lösung zu binden.
Bei der Regenerierung der erschöpften Ionenaustauscher muß man die Regenerierchemikalien in mindestens stöchiometrischen Mengen anwenden, bezogen auf die gebundenen Ionen. In der Praxis wird jedoch ein mehr oder weniger großer Über-
schuß an den Chemikalien genommen, um eine Austauschkapazität von wirtschaftlich tragbarer Größe nutzbar zu machen. Die gebrauchte Regenerierlösung enthält demzufolge in der Praxis an Salzen immer mehr als das Doppelte der stöchiometrischen Menge der in der zu entsalzenden Lösung enthaltenen Salze und wird meistens weggelassen.
Ein weiterer Nachteil besteht aus der Notwendigkeit, die benutzten Austauscherbetten nach der Regenerierung von den letzten Resten der Regeneriermittel zu befreien, damit das erzeugte reine Wasser nicht verunreinigt wird. Deshalb müssen die Betten gründlich ausgewaschen werden. Die erhaltene Lösung wird mit der vorhin erwähnten vereinigt. Das Abwasser stellt also eine stark verdünnte Lösung dar. Dies soll an Hand eines Beispiels illustriert werden.
Für lange Zeit war in der Praxis als lonenaustauschverfahren das einfache Gleichstromverfahren benutzt. In diesem Fall beträgt die nutzbare Kapazität der stark sauren Kationenaustauscher und der schwach basischen Anionenaustauscher je etwa 1,5 Grammäquivalent (gäqu) pro 1 Bettvolumen (BV). Zum Regenerieren werden 1,51 2 n-Säure und 1 1 2 η-Base benutzt. Zum Auswaschen sind in beiden Fällen 5 BV Wasser anzuwenden, und vor der gebrauchten Regenerierlösung fließen je 0,5 BV Wasser weg. Die Gesamtmenge des Abwassers macht also 13,5BV aus, das 4 gäqu Salze, zum Teil als überschüssige Säure, enthält. Pro gäqu entferntes Salz entstehen also 9 BV Abwasser, das eine Lösung von 0,3 η darstellt.
Die Menge des Abwassers ist mit dem Bettvolumen und dieses mit der Anzahl der Grammäquivalente des zu entfernenden Salzes proportional. Je konzentrierter die Lösung, um so größerer Anteil des Wassergehaltes wird als Abwasser verloren. Bei der Entsalzung von Lösungen höherer Konzentration, wie z. B. Brackwasser, Wasser der nördlichen Seen, oder der Lösungen der Lebensmittelindustrie, wie z. B. von Zucker-, Stärke- und Dextroselösung und anderes mehr, muß man also mit großen Abwassermengen rechnen. Man ist meistens gezwungen, durch Anwendung von speziellen Ionenaustauschverfahren diese Mengen zu vermindern.
Zu den Nachteilen der bekannten Ionenaustauschverfahren gehören auch die Anschaffungskosten der Regenerierchemikalien. Diese machen vor allem die Entsalzung von höher konzentrierten Lösungen in den meisten Fällen schon allein unwirtschaftlich.
Die erwähnten Nachteile wurden durch Einführung der bekannten Gegenstrom-Ionenaustauschverfahren stark vermindert, da sie eine bessere Ausnutzung der Regenerierchemikalien ermöglichen. Man benötigt etwa 130%> der stöchiometrischen Menge der zu entfernenden Salze an Regenerierchemikalien. Auch vermindert sich die Menge des Waschwassers auf etwa 2 bis 3 BV. Andererseits kann mit diesem Verfahren nur eine um 30% niedrigere Austauschkapazität ausgenutzt werden. Letzten Endes sind also Menge und Konzentration des Waschwassers prakt'sch dieselben wie beim Gleichstromverfahren.
Vorteilhafter sind die bekannten sogenannten stationären Ionenaustauschverfahren. In diese Gruppe gehören folgende Verfahren: Das Vielbettverfahren, in dem in den einzelnen Phasen des Austauschzyklus die Austauscherbetten schrittweise gleichzeitig weitereeschaltet werden; das Ringbettverfahren, in dem in den einzelnen Phasen die Flüssigkeitsanschlüsse schrittweise und gleichzeitig weitergeschaltet werden; die Verfahren mit schrittweise weitergeschobener festgepackter Austauscherfüllung·, die Verfahren mit schrittweise oder kontinuierlich bewegter fluidisierter Austauscherfüllung; schließlich das Fraktionen- oder Schichtenlagerungsverfahren, in dem die aus dem Austauscherbett fließende Lösung zum Teil in Form von in Gruppen geteilten Fraktionen oder übereinanderliegenden Schichten eingelagert und wiederverwendet wird. Je nach der technischen Verwirklichung ist es möglich, in diesen Verfahren den Bedarf an Regenerierchemikalien bis auf etwa 115% der stöchiometrischen Menge, zu der Menge des Waschwassers auf etwa 2 BV zu vermindern und die Konzentration der benutzten Regenerierlösungen auf etwa 3 bis 4 η zu erhöhen; man arbeitet in diesen Verfahren mit einer etwa gleichen nutzbaren Kapazität wie in den Gleichstromverfahren. Die Konzentration der Abfallösungen kann bis zu 2,5 bis 3,5 η steigen, d. h. rund auf das Zehnfache der Konzentration in den weiter oben erwähnten Verfahren; der Salzgehalt des Abwassers kann bis zu 2,15 gäqu pro gäqu entferntes Salz sinken.
»5 Auch bei Anwendung des heute bekannten besten Verfahrens gelangt also in das Abwasser eines Ionenaustauschverfahrens doppelt soviel Grammäquivalent Salz als die zu entsalzende Lösung enthält. Diese Salze stellen ein Gemisch aus dem entfernten Salz mit dem aus den Regeneriermitteln gebildeten dar. Bei dem meistens niedrigen Wert dieser Salze lohnt sich nur in seltenen Fällen, Trennverfahren anzuwenden, um die Salze zu verwerten. Eine Weiterverarbeitung von Abwässern erfolgt also heute nur dann, wenn man daraus wertvolle Substanzen, wie Chrom- oder Silberverbindungen, zurückgewinnen kann.
Infolge dieses Standes der Technik ist die Aufteilung von verdünnten wässerigen Lösungen mit Hilfe des Ionenaustausches in praktisch reines Wasser und in eine konzentriertere Salzlösung zwar technisch möglich, doch infolge von relativ großen Mengen von Abwasser und Absalzen nicht wirtschaftlich, vor allem dann, wenn die Konzentration der aufzuteilenden Lösung über 20 gäqu/m3 liegt.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden diese Nachteile weitgehend vermindert, zum Teil auch ganz behoben. Zur Aufteilung der verdünnten Salzlösungen in Wasser und in eine konzentriertere Salzlösung mittels Ionenaustausches, wobei ein Kationen- und ein Anionenaustauscher in beliebiger Reihenfolge mit dementsprechender Dissoziation benutzt, nach Erschöpfung regeneriert, ausgewaschen und wieder zur Aufteilung benutzt werden, verfährt man nach der Erfindung auf die Weise, daß einer der erschöpften Ionenaustauscher vor seiner Regenerierung so lange mit der gebrauchten Regenerierlösung des anderen Ionenaustauschers vorbehandelt wird, bis die aus der aufgeteilten Lösung entfernten Ionen am ersten Ionenaustauscher durch die gleichnamigen Ionen der Vorbehandlungslösung weitgehend bis vollständig ersetzt werden, wobei eine Lösung der in der aufzuteilenden Lösung enthaltenen Salze mit höherer Konzentration als eingeführt war entsteht und in denselben Ionenaustauscher nachfolgend mit der entsprechenden Regenerierlösung reaktiviert, wobei eine Lösung des aus den Regeneriermitteln gebildeten Salzes erhalten wird.
Ein wesentliches Ergebnis des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die mit der verdünnten Lösung eingeführten Salze weitgehend getrennt von dem aus den Regeneriermitteln entstandenen Salz erhalten werden. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile.
Es ist erstens vorteilhaft, wenn man zur Regenerierung solche Säuren und Basen nimmt, die miteinander ein wertvolles Salz bilden. So nutzt man diesen Vorteil aus, wenn man einerseits Schwefel-, Salpeteroder Salzsäure, andererseits Ammonium-, Kaliumoder Natriumhydroxyd oder Carbonate der zwei letzten verwendet. Der Wert der aus diesen entstandenen Salze deckt ihre Anschaffungskosten meistens weitgehend, so daß die Kosten der Regenerierung erheblich vermindert werden.
Der zweite Vorteil besteht darin, daß die aus der verdünnten Lösung entfernten Salze bei Anwendung der Erfindung in einer höheren Konzentration erhalten werden als die tu entsalzende I ösung hatte und ohne Anwendung eines Trennverfahrens direkt anwendbar sind. In vielen Fällen kann diese Lösung eine Verwendung finden.
Bei^e Vorteil? führen zur Erniedrigung der Entsalzungskosten und ermöglichen die Gewinnung von reinem Wasser auf wirtschaftlichem Weg von Lösungen, bei denen dies bisher nicht möglich war. Die Vorteile werden noch erhöht, wenn man beide Salze, die man nach der Erfindung gewinnt, verwerten kann. In diesem Fall entsteht überhaupt kein oder nur sehr wenig Abwasser. Die Entsalzungskosten werden also in diesem Fall durch die Abschaffungskosten des Abwassers nicht erhöht.
Die Vorbehandlung laut der Erfindung kann sowohl beim Kationen- als auch beim Anionenaustauscher stattfinden, je nach der Art der Austauschersorten, der aufzuteilenden verdünnten Lösungen und der aus den Regeneriermitteln erhaltenen Salze.
Zur Entsalzung kann man zwei stark dissoziierte Ionenaustauscher oder einen stark und einen schwach dissoziierten benutzen. Bei Anwendung einiger bekannter Spezialverfahren ist es auch möglich, zwei schwach dissoziierte Ionenaustauscher zu verwenden. Schließlich ist es ebenfalls bekannt, den Kationen- und/oder den Anionenaustauscher in stark und in schwach dissoziierter Art gleichzeitig zu gebrauchen. Im letzten Fall ist die Reihenfolge der gleichnamigen Austauscher bei der Beladung bekanntlich umgekehrt als bei der Regenerierung. Die Erfindung sieht für diesen Fall vor, die Vorbehandlung in derselben Reihenfolge durchzuführen wie die Beladung.
Besondere Vorteile entstehen, wenn die aus der verdünnten, zu entsalzenden Lösung stammenden Ione zum vorzubehandelnden Ionenaustauscher eine niedrigere Affinität haben als die gleichnamigen Ionen der zur Vorbehandlung benutzten Lösung.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl im Gleich- oder im Gegenstrom-Ionenaustauschverfahren benutzt werden, wobei das letztere die bekannten Vorteile mit sich bringt. Das Gegenstromverfahren wird bekanntlich bei Anwendung eines Austauscherbettes erreicht, wenn man die aufzuteilende Lösung in umgekehrter Richtung durchleitet wie die Regenerierlösung. Man kann bei Anwendung von mehreren Austauscherbetten üuch so verfahren, daß man die Reihenfolge der Betten in den beiden Austauschreaktionen vertauscht. Die Erfindung sieht vor, daß die Lösung der Vorbehandlung durch das Austauscherbett bzw. durch die AustauscherbetteE in derselben Richtung bzw. in derselben Reihenfolge durchgeleitet wird wie die Beladungslösung.
Die Vorteile der Erfindung werden weiter erhöht, wenn man zur Entsalzung und/oder zur Vorbehandlung und/oder zur Regenerierung ein stationäres Ionenaustauschverfahren anwendet. Hierdurch kann erreicht werden, daß beide Salze in einer konzentrierten Lösung erhalten werden. Dies erleichtert die Verwertung dieser Salze. So kann eine an und für sich wertlose Kochsalzlösung in konzentrierter Form, z. B. zur Regenerierung von zur Enthärtung von Wasser benutzten Ionenaustauscher, verwendet werden.
Weitere Vorteile entstehen, wenn man die stationären Verfahren als Gegenstromverfahren anwendet. Diese bekannten Verfahren ermöglichen die Erniedrigung des Restgehaltes an Salz im entsalzten Wasser
so und des Bedarfes an Regeneriermitteln.
Die Regenerierlösungen werden im Sinne der Erfindung in einer höheren Konzentration als 2 n, vorteilhaft über 4 n, angewandt, insbesondere in einer solchen, daß die Konzentration aller während des Austauschzyklus entstehenden Lösungen knapp unterhalb ihrer Sättigungsgrenze liegt.
Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, die Entsalzung und/oder die Vorbehandlung und/oder die Regenerierung bei einer Temperatur über 20° C, vorteilhaft über 40° C, durchzuführen. Dabei wird die Löslichkeit der meisten Salze und die Austauschgeschwindigkeit erhöht.
Zu weiteren Vorteilen führt die Erfindung, wenn man die Regeneriermittel so wählt, daß im daraus entstandenen Salz das eine Ion ausgefällt werden kann, so daß die zurückbleibende Lösung des anderen Ions wieder zur Regenerierung benutzt werden kann. Zur Fällung wird vorteilhaft eine Substanz benutzt, deren Preis niedrig liegt. Dieses Prinzip soll an Hand einiger Beispiele näher erläutert werden.
Bei Anwendung eines stark sauren Kationen- und eines schwach basischen Anionenaustauschers wird zur Regenerierung H2SO4 und NH4OH benutzt. Diese ergeben zusammen (NHJ2SO4, zu dessen Lö-
sung CaO oder Ca(OH)2 gegeben wird, wobei NH4OH frei wird. Es ist bekannt, Lösungen von Ammoniumsalzen, die bei der Regenerierung von Anionenaustauschern entstehen, mit den genannten Calciumverbindungen zu versetzen, das entstandene NH4OH mit Dampf auszutreiben und nach Kondensation wieder zu verwenden. Dieses bekannte Verfahren erfordert eine erhebliche Investition, einen nicht unerheblichen Dampfverbrauch und führt zu Verlusten an Ammoniak, so daß es sich in der Praxis nicht einführen konnte. Im vorliegenden Fall wird das entstandene CaSO4 einfach abgetrennt und die verbleibende Lösung von NH4OH zur wiederholten Regenerierung verwendet; dabei stört der Rest an CaSO4 in der Lösung nicht. Das abgetrennte Gips ist weitgehend rein, so daß es verwertet werden kann. Seine Lagerung auf Halden verursacht auch keine Probleme.
In einem anderen Ausführungsbeispiel für diese Verbesserung wird bei denselben Ionenaustauschern H3PO4 und NH4OH zur Regenerierung benutzt. Aus diesen bildet sich im erfindungsgemäßen Verfahren NH4HoPO4. Durch Zusatz von CaO oder Ca(OH)2 wird das Salz in NH4OH und CaHPO4 übergeführt;
letzteres kann bekanntlich für verschiedene Zwecke verwendet werden. Hier entsteht also im verbesserten Verfahren überhaupt kein Abfall.
Die Verbesserung kann auch im bekannten speziellen Entsalzungsverfahren angewendet werden, in S dem zwei schwach dissoziierte Ionenaustauscher benutzt werden. Aus den vorhin erwähnten Regeneriermitteln enthält man hier (NH4)?HPO4, das nach Zusatz von CaO oder Ca(OH)2 in dieselben Endprodukte übergeführt wird, doch kann man hier dieselbe Kapazität wie vorhin mit der halben Menge an H8PO4 nutzbar machen.
Im letzten Anwendungsbeispiel wird ein stark basischer Anionenaustauscher und ein schwach saurer Kationenaustauscher verwendet. Zur Regenerierung des ersteren wird H8PO4 und des zweiten NaOH oder KOH genommen. Dabei wird NaH2PO4 oder KH2PO4 erhalten. Nach Zusatz von CaO oder Ca(OH)2 erhält man das entsprechende Hydroxyd des Alkalis zurück und verwendet es erneut zur ao Regenerierung.
In allen erwähnten Fällen wird der größte Teil des alkalischen Regeneriermittels zurückgewonnen, so daß man nur einen geringfügigen Verlust jeweils ersetzen muß. a5
Enthält die aufzuteilende Lösung größere Mengen von solchen Kationen, die bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Fällung ergeben würden, so ist es vorteilhaft, diese vor der Aufteilung der Lösung zu entfernen. Man hat z. B. solche Brackwasser, die weitgehend aus Calciumsalzen bestehen. Man entfernt in diesem Fall die Calciumionen nach einer weiteren Verbesserung der Erfindung durch einen vorgeschalteten Kationenaustauscher, mit Hilfe dessen die Calciumionen durch Natriumionen ersetzt werden. Dieses bekannte Verfahren wird im vorliegenden Fall so angewandt, daß das nach Aufteilung der verdünnten Lösung der Natriumsalze und Regenerierung der benutzten Ionenaustauscher erhaltene Natriumsalz, das sich in einer konzentrierten Lösung befindet, zur Regenerierung des zur Entfernung der Calciumionen benutzten Ionenaustauschers verwendet wird. Die Natriumionen werden also in diesem Fail stets im Kreis geführt, so daß praktisch nur geringe zusätzliche Chemikalienmengen als Ersatz der Verluste einzuführen sind.
Die Erfindung ermöglicht infolge ihrer Vorteile die wirtschaftliche Aufteilung der anfangs erwähnten verdünnten Lösungen, wie unter anderem Brackwasser, Wasser der Nordseen, der Salzseen usw., in Gebrauchswasser und konzentrierte Salzlösung. Die zu diesem Zweck bisher benutzten bekannten Verfahren, wie Destillation, Ausfrieren, Elektrodialyse, umgekehrte Osmose und andere mehr, haben nicht nur den Nachteil ihrer geringeren Wirtschaftlichkeit, sondern ergeben eine Abfallösung mit niedriger Konzentration, an deren Verwertung man nicht denken kann und deren Abschaffung Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Der auf bekannte Art durchgeführte Ionenaustausch ergibt zwar in Spezialfällen auch konzentrierte Salzlösungen, doch bestehen diese aus dem Gemisch aus den bei der Aufteilung entfernten Salze mit dem aus den Regeneriermitteln entstandenem Salz; dieses Gemisch ist wertlos. Die Anwendung der Erfindung auf diese natürlichen Wasser ermöglicht ihre Entsalzung zwecks der Produktion von Gebrauchswasser in erheblich gesteigertem Maß und ergibt für diese Fälle damit besondere Vorteile.
Man kann auch das Abwasser, vor allem aus Industrieanlagen oder -gebieten, mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens unter erheblich günstigeren Bedingungen wie bisher in Wasser und in eine konzentrierte Lösung der Absalze überführen. Dabei treten verschiedene Vorteile auf. Erstens erhält man aus dem Abwasser, je nach der Anwendung der verschiedenen Arten von Ionenaustauschern, ein reines Wasser, das viel weniger Gelöstes enthält als das übliche Rohwasser. Man kann es einfacher und mit geringeren Aufbereitungskosten als das Rohwasser in Gebrauchswasser überführen, sei es Kesselspeisewasser oder Verfahrenswasser. Zweitens erhält man die Salze des Abwassers in einer konzentrierten Lösung, dessen Abschaffung keine untragbaren Koster verursacht.
509582/
1993

Claims (18)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Aufteilung von verdünnten wässerigen Lösungen in Wasser und in eine konzentriertere Salzlösung mittels Ionenaustausches, wobei ein Kationen- und ein Anionenaustauscher in beliebiger Reihenfolge und mit dementsprechender Dissoziation benutzt, nach Erschöpfung regeneriert, ausgewaschen und wieder benutzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß einer der erschöpften Ionenaustauscher vor seiner Regenerierung so lange mit der verbrauchten Regenerierlösung des anderen Ionenaustauschers vorbehandelt wird, bis die aus der aufgeteilten Lösung entfernten Ionen am ersten Ionenaustauscher durch die gleichnamigen Ionen der Vorbehandlungslösung weitgehend bis vollständig ersetzt werden, wobei eine Lösung der in der aufgeteilten Lösung enthaltenen Salze mit höherer Konzentration als eingeführt war entsteht und so denselben Ionenaustauscher nachfolgend mit der entsprechenden Regenerierlösung reaktiviert, wobei eine Lösung des aus den Regeneriermitteln gebildeten Salzes erhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Regeneriermittel solche Säuren und Basen genommen werden, die miteinander ein wertvolles Salz bilden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Regeneriersäure Schwefel-., Salpeter- oder Salzsäure genommen werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Regenerierbase Ammonium-, Kalium- oder Natriumhydroxyd genommen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kationenaustauscher vorbehandelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anionenaustauscher vorbehandelt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der benutzte Kationen- und/ oder Anionenaustauscher je aus einer stark und einer schwach dissoziierten Sorte bestehen, deren Reihenfolge in bekannter Weise während der Aufteilung schwach—stark dissoziiert und während der Regenerierung stark—schwach dissoziiert ist, wobei die Vorbehandlung vorteilhaft in derselben Reihenfolge erfolgt wie die Auf- so teilung der verdünnten Lösung.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die entsprechenden Ionen der aufzuteilenden Lösung zum vorzubehandelnden Ionenaustauscher eine geringere Affinität be·· sitzen, als die gleichnamigen Ionen der zur Vorbehandlung benutzten Lösung.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein bekanntes Gegenstrom-Ionenaustauschverfahren benutzt wird, wobei die Vorbehandlungslösung vorteilhaft in derselben Richtung durch das Austauscherbeti: bzw. in derselben Reihenfolge durch die Austauscherbetten geleitet wird wie die aufzuteilende. Lösung.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufteilung der verdünnten Lösung und/oder zur Vorbehandlung und/oder zur Regenerierung ein stationäres Ioneaaustauschve«fahren benutzt wird.
11. Verfahren nach den Ansprüchen 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß ein stationäres Gegenstiom-Ionenaustauschverfahren benutzt wird.
12. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der benutzten Regenerierlösungen über 2 n, vorteilhaft über 4 n, liegt, vorzugsweise in einer Höhe, daß die Konzentration aller während des Austauschzyklus entstehenden Lösungen knapp unterhalb ihrer Sättigungsgrenze liegt.
13. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufteilung der verdünnten Lösung und/oder die Vorbehandlung und/oder die Regenerierung bei einer höheren Temperatur als 200C, vorteilhaft über 4O0C, durchgeführt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Ion des aus den Regeneriermitteln entstandenen Salzes aus der Lösung ausgefällt und die nach Entfernung des Niederschlags verbleibende Lösung erneut zur Regenerierung benutzt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diejenigen Kationen der aufzuteilenden Lösung, die während der Durchführung des Verfahrens eine Fällung erzeugen würden, vor der Aufteilung durch solche Kationen ersetzt werden, die keine Fällung verursachen.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der zur Bindung der eine Fällung verursachenden Kationen benutzte Kationenaustauscher durch die Lösung der bei der Aufteilung der verdünnten Lösung erhaltenen Salze regeneriert wird.
17. Anwendung der Verfahren 1 bis 16 auf die Entsalzung von natürlichen Wässern mit einem Salzgehalt über 20 gäqu/m3.
18. Anwendung der Verfahren 1 bis 16 auf die Entsalzung von Abwässern, insbesondere aus industriellen Betrieben.
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