DE223360C - - Google Patents
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-
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- C02F—TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JV* 223360 -KLASSE
85 b. GRUPPE
MAX GOLLMERT in CHARLOTTENBURG.
Vorrichtung zur Herstellung gesättigten, geklärten Kalkwassers
für Wasserreinigungszwecke.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung gesättigten und geklärten Kalkwassers
für Wasserreinigungszwecke. Bekanntlich ist es. wichtig, bei Vorrichtungen dieser Art
dafür zu sorgen, daß das durch die Kalkschicht hindurchströmende Wasser dabei vollständig
gesättigt wird und zu diesem Zwecke alle Teile des Wassers in innige -Berührung mit dem Kalk
kommen. Schüttet oder gießt man den gelöschten Kalk oder die Kalkmilch unmittelbar
in das konische untere Ende des zurzeit allgemein verwendeten hohen Sättigungsbehälters
und läßt dann das zu sättigende Wasser in diese Kalkschicht einströmen, so läßt sich bekanntlich
eine derartige vollkommene Sättigung nicht erreichen, weil sich durch das strömende
Wasser in ihr Kanäle bilden, durch die es ungesättigt hindurchströmen kann. Um diesen Übelstand zu vermeiden, hat man bereits
vorgeschlagen, in den oberen Teil des ■ hohen Sättigungs- und Klärbehälters einen besonderen
Behälter einzubauen und in diesen ein eimerartiges Gefäß mit durchlöchertem Boden einzusetzen, das zur Aufnahme des
Kalkes dient und von unten nach oben von dem zu sättigenden Wasser durchströmt wird,
welches alsdann von hier in den unteren Teil des hohen Sättigungs- und Klärbehälters übergeleitet
wird.
Vorliegende Erfindung besteht nun darin, eine flüssigkeitsdurchlässige Unterlage, ein Filter
o. dgl. für den gesättigten Kalk unmittelbar in den hohen Sättigungs- und Klärbeliälter,
und zwar zweckmäßigerweise nahe seinem unteren Ende einzusetzen. Diese Unterlage füllt
die ganze lichte Weite des Behälters an der betreffenden Stelle vollständig aus, und das unterhalb
der Unterlage in den Sättiger einströmende Rohwasser, welches langsam durch sie
und den auf ihr ruhenden gelöschten Kalk hindurchtritt, steigt dann in dem Behälter allmählich
in die Höhe, um ihn an seinem oberen Ende als geklärtes Kalkwasser zu verlassen.
Da bei dieser Einrichtung das ruhige Aufsteigen des Wassers in dem sich zweckmäßigerweise
nach oben erweiternden Klärbehälter nicht durch den Einbau anderer Behälter gestört
wird, vielmehr der ganze Querschnitt des Sättigungsbehälters der aufsteigenden Flüssigkeit
zur Verfügung steht, so wird ein gründliches und vollständiges Absetzen der etwa mit
in die Höhe gerissenen Kalkteilchen vor" dem Austritt des Wassers gesichert. Dadurch, daß
die, flüssigkeitsdurchlässige Unterlage für den : '_
Kalk nahe dem unteren Ende des hohen Klärbehälters angeordnet ist, wird ferner der Vorteil
erreicht, daß das durch die Unterlage hindurchtretende Roh wasser auch von oben her
unter dem Druck einer großen Flüssigkeitssäule steht, was für die vollständige Sättigung des
Wassers mit dem Kalk von Bedeutung ist. Außerdem bietet die Einrichtung gemäß der
Erfindung den Vorteil, daß sie sich leicht anbestehenden Kalksättigungsbehältern anbringen läßt, die hierzu keines besonderen Um-
baues bedürfen.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht,
und zwar zeigt Fig. ι den Kalksättiger im Längsschnitt, Fig. 2 in größerem Maßstabe
einen Schnitt nach der Linie X-X der Fig. 1.
In das konische Sättigungsgefäß 1 mündet
das Kalkmilchzuführungsrohr 2 in der üblichen Weise. Das Rohwasserzuführungsrohr 3 ist
außen am Sättigungsgefäß entlang und bei 15 in* den unteren Teil des Konus eingeführt. Im
Innern des Sättigungsgefäßes ist das Rohr 3
ίο nach unten umgebogen, so daß eine direkte
Strömung des aus der Mündung 5 austretenden Wassers nach oben vermieden wird.
Etwas oberhalb der Mündung 5 des Rohres 3 ist die flüssigkeitsdurchlässige Unterlage für den
Kalkschlamm angeordnet. Diese besteht aus zwei mit Abstand übereinander angeordneten
weitmaschigen Drahtnetzen 6, 7, deren Zwischenraum durch eine Schicht 14 geeigneten
Materials, wie Holzwolle, 7 bis 10 cm starken Wacholderreisern, grobkörnigem Koks o. dgl.,
ausgefüllt ist. Die Unterlage ist derart eingerichtet, daß sie sich dicht an die Innenwandung
des Sättigungsgefäßes 1 anschmiegt; es kann zu diesem Zwecke ein entsprechend
konisch gestalteter Ring 18 eventuell mit Gummidichtung vorgesehen werden. An die
Unterlage sind zwei Stangen 10 angelenkt, welche sich durch den Kalksättiger hindurch
nach oben erstrecken und hier mit Hilfe von Riegeln 11 gehalten werden. Hierdurch wird
die Unterlage an ihrem Platz festgehalten.
„ Das Kalkmilchzuführungsrohr 2 ist in seinem unteren Teil 16 ringförmig gebogen und in diesem ringförmigen Teil mit einer Anzahl von nach unten gerichteten Öffnungen 17 versehen, aus denen die Kalkmilch austreten kann. Auf diese Weise wird eine besonders gleichmäßige Verteilung des Kalkschlammes auf der Unterlage erzielt. . . '
„ Das Kalkmilchzuführungsrohr 2 ist in seinem unteren Teil 16 ringförmig gebogen und in diesem ringförmigen Teil mit einer Anzahl von nach unten gerichteten Öffnungen 17 versehen, aus denen die Kalkmilch austreten kann. Auf diese Weise wird eine besonders gleichmäßige Verteilung des Kalkschlammes auf der Unterlage erzielt. . . '
Das in der üblichen Weise am oberen Ende des Gefäßes 1 angebrachte Abflußrohr ist mit 12,
der Ablaßhahn für den Kalkschlamm am unteren Ende des Konus mit 13 bezeichnet.
Bei der Benutzung der Vorrichtung wird die Kalkmilch durch das Rohr 2 auf die Unterlage
aufgebracht und alsdann das Rohwasser durch das Rohr 3 unter der Kalkschicht eingeführt,
so daß es sich in dem Raum unter dem Drahtnetz 6 frei ausbreiten kann. Es steigt infolgedessen langsam und ruhig durch
die Drahtnetze und das Filtermaterial hindurch in die Kalkschicht hinein, die es in ihrer vollen
Breite und Höhe durchsickert, um alsdann in ruhigem Strom nach dem oberen Ende des
Gefäßes hin aufzusteigen, so daß das Absitzen unbehindert erfolgen kann und die gesättigte
Lösung klar durch das Rohr 12 zum Abfluß kommt.
Die Reinigung des Filters kann in einfacher Weise erfolgen. Es werden zu diesem Zweck j
die Stangen 10 aus ihren Riegeln gelöst, dann j wird die Unterlage durch Heben der einen und
Senken der anderen Stange schräg gestellt, im Wasser auf und ab geschwenkt, so daß der
Kalkschlamm abgespült wird und in das untere Ende des Konus fällt. Hierauf wird die Unterlage
wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht und von neuem mit Kalk beschickt, während
der nach unten gefallene Kalkschlamm durch das Rohr 13 abgelassen wird.
Es sind naturgemäß mannigfache Änderungen der beschriebenen Ausführungsform möglich.
So kann die Form des Sättigungsgefäßes auch eine andere sein, beispielsweise eine zylindrische
oder eine halb konisch und halb zylindrische, wobei entweder der über oder aber
auch der unter der Unterlage befindliche Teil des. Gefäßes zylindrisch bzw. konisch gestaltet
sein kann. Durch Anordnung einer Einschnürung, eines Anschlages o. dgl. an der betreffenden
Stelle des Sättigungsgefäßes kann dabei das erforderliche Lager für die Unterlage geschaffen
werden, so daß diese sich (flüssigkeits-) dicht an die Wandung des Gefäßes anschmiegen
kann. Auch kann das Gefäß, falls dies zweckmäßig erscheint, in dem unter der Unterlage
gelegenen Teil erweitert sein, um eine besonders ruhige Ausbreitung des aus dem Rohr 3
in das Gefäß eintretenden Wassers zu erzielen. Wesentlich aber ist immer, daß dafür Sorge getragen
wird, daß das Wasser frei in den Apparat unter der Kalkschicht eintreten kann, und daß
es gezwungen wird, diese in breiter Fläche und großer Ausdehnung ruhig zu durchströmen, so
daß Wirbelbildungen verhindert werden. Das Rohwasserzuführungsrohr kann auch von oben
durch die Unterlage hindurch in den darunterliegenden Teil des Sättigungsgefäßes geführt
werden. Zum Festhalten und Schwenken des Podestes kann auch ein durch die Seitenwandung
des Gefäßes nach außen geführter drehbarer Riegel, Schlüssel 0. dgl. dienen.
Statt mit Kalk kann der Sättiger natürlich auch mit einer beliebigen anderen chemischen,
mehr oder weniger schwer löslichen Substanz je nach dem erstrebten Zweck beschickt werden,
und es kann auch an Stelle von Wasser eine andere Sättigungsflüssigkeit Verwendung
finden.
Claims (1)
110 Patent-Ansprüche:
i. Vorrichtung zur Herstellung gesättigten, geklärten Kalkwassers für Wasserreinigungszwecke
mit flüssigkeitsdurchlässiger Unterlage für den Kalk, dadurch gekennzeichnet,
daß unmittelbar in einem hohen Sättigungs- und Klärbehälter nahe seinem unteren Ende eine die ganze lichte
Weite dieses Behälters vollständig ausfüllende, flüssigkeitsdurchlässige Unterlage
für den Kalk eingesetzt ist, durch die das
unterhalb durch ein Rohr zugeführte Rohwasser Irindurchströmen muß.
Vorrichtung nach Anspruch i, da-
durch gekennzeichnet, daß die flüssigkeitsdurchlässige
Unterlage schwenkbar in dem Sättigungsgefäß angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohwasserzuführungsrohr
von außen in das untere Ende des Sättigungsgefäßes eingeführt und hier unter der Unterlage nach unten umgebogen
ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE223360C true DE223360C (de) |
Family
ID=484186
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT223360D Active DE223360C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE223360C (de) |
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0
- DE DENDAT223360D patent/DE223360C/de active Active
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