DE2219778B2 - Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen und Anordnung zur Durchführung des VerfahrensInfo
- Publication number
- DE2219778B2 DE2219778B2 DE19722219778 DE2219778A DE2219778B2 DE 2219778 B2 DE2219778 B2 DE 2219778B2 DE 19722219778 DE19722219778 DE 19722219778 DE 2219778 A DE2219778 A DE 2219778A DE 2219778 B2 DE2219778 B2 DE 2219778B2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- liquid
- measuring
- blood cells
- opening
- suspension
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
- 210000000601 blood cell Anatomy 0.000 title claims description 26
- 230000001766 physiological effect Effects 0.000 title claims description 6
- 238000004458 analytical method Methods 0.000 title abstract description 4
- 239000007788 liquid Substances 0.000 claims abstract description 17
- 239000002245 particle Substances 0.000 claims description 31
- 238000000034 method Methods 0.000 claims description 27
- 239000003792 electrolyte Substances 0.000 claims description 23
- 239000000725 suspension Substances 0.000 claims description 9
- 238000012360 testing method Methods 0.000 claims description 6
- 238000011156 evaluation Methods 0.000 claims description 3
- 230000005684 electric field Effects 0.000 claims description 2
- 238000011144 upstream manufacturing Methods 0.000 claims 1
- 239000006285 cell suspension Substances 0.000 abstract 1
- 238000005259 measurement Methods 0.000 description 12
- 210000004027 cell Anatomy 0.000 description 11
- 210000003743 erythrocyte Anatomy 0.000 description 5
- 239000012530 fluid Substances 0.000 description 4
- 210000004369 blood Anatomy 0.000 description 3
- 239000008280 blood Substances 0.000 description 3
- 239000004816 latex Substances 0.000 description 3
- 229920000126 latex Polymers 0.000 description 3
- 210000000170 cell membrane Anatomy 0.000 description 2
- 238000012937 correction Methods 0.000 description 2
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 2
- 238000009652 hydrodynamic focusing Methods 0.000 description 2
- 230000001419 dependent effect Effects 0.000 description 1
- 239000003814 drug Substances 0.000 description 1
- 229940079593 drug Drugs 0.000 description 1
- 238000010438 heat treatment Methods 0.000 description 1
- 238000005534 hematocrit Methods 0.000 description 1
- 238000002955 isolation Methods 0.000 description 1
- 230000007935 neutral effect Effects 0.000 description 1
- 230000032258 transport Effects 0.000 description 1
Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01N—INVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
- G01N15/00—Investigating characteristics of particles; Investigating permeability, pore-volume or surface-area of porous materials
- G01N15/10—Investigating individual particles
- G01N15/1031—Investigating individual particles by measuring electrical or magnetic effects
- G01N15/12—Investigating individual particles by measuring electrical or magnetic effects by observing changes in resistance or impedance across apertures when traversed by individual particles, e.g. by using the Coulter principle
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Dispersion Chemistry (AREA)
- Physics & Mathematics (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Analytical Chemistry (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- General Physics & Mathematics (AREA)
- Immunology (AREA)
- Pathology (AREA)
- Investigating Or Analysing Biological Materials (AREA)
- Investigating Or Analyzing Materials By The Use Of Electric Means (AREA)
Description
50
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen, die in einem Elektrolyten suspendiert sind.
Unter dem Namen seines Erfinders — Coulter — ist ein elektronisch arbeitendes Meßverfahren zur Bestimmung der Volumengrößen von in einer elektrolytischen
Untersuchungsflüssigkeit suspendierten Partikeln bekannt geworden, das mit Hilfe von zwei Gefäßen
arbeitet, die durch eine kleine Meßöffnung miteinander verbunden sind. Die Untersuchungsflüssigkeiit fließt so
durch diese Meßöffnung von dem einen Gefäß in das andere. In die Untersuchungsflüssigkeit tauchen zu
beiden Seiten der Meßöffnung Elektroden unterschiedlichen Potentials ein, die an einen elektrischen Meßkreis
angeschlossen sind. Die Leitfähigkeit der Untersu- « chungsflüssigkeit zwischen den Elektroden ändert sich
beim Durchtritt eines Partikels durch die Meßöffnung DroDortional mit dem Volumen des Partikels. womit
eine Volumenbestimmung der in der Untersuchungsflüssigkeit suspendierten Partikel möglich ist
Die von Coulter angegebene Vorrichtung wurde inzwischen weiterentwickelt So ist 7. B. aus der DE-AS
18 06 512 eine nach dem Coulter Verfahren arbeitende Vorrichtung bekannt, bei der die Partikel nicht der
Elektrolytflüssigkeit in dem Gefäß vor der Meßöffnung beigemengt sind, sondern der Meßöffnung durch eine
eigens dafür vorgesehene Zuführungseinrichtung zugeleitet werden, die eine Austrittsöffnung in sehr geringem
Abstand vor der Meßöffnung hat, so daß der in die Meßöffnung einfließende Elektrolyt Probensuspension
aus der Austrittsöffnung der Zuführungseinrichtung heraussaugt Es Findet dann ein hydrodynamischer
Fokussiervorgang statt wodurch bewirkt wird, daß alle zu zählenden Partikel nahezu im Zentrum der
Meßöffnung durch diese hindurch wandern. Durch eine derartige Anordnung wird eine erhebliche Steigerung
der Meßgenauigkeit erreicht
Bei der Bestimmung des mittleren Zellvolumens lebender Zellen ergaben sich insbesondere bei der
Bestimmung von Säugetiererythrozyten Diskrepanzen zwischen der elektronischen Volumenbestimmung nach
dem Coiiltei-Verfahren und der physikalischen Bestimmung über Hämatokrit und Zellzahl. Es wurde eine
Unterbewertung der Zellvolumina bei der Messung mit dem Coulter-Verfahren festgestellt. Man hat dies
zunächst allem auf die Form und Verformbarkeit der zu untersuchenden Zellen zurückgeführt und entsprechende Korrekturen in den Meßergebnissen vorgesehen,
denn der Einfluß von Form und Verformbarkeit der Zellen ist zweifellos gegeben. Dennoch wurden nach
dieser Korrektur bei der Messung nativer Zellen noch immer Diskrepanzen der genannten Art festgestellt, die
bei der Messung fixierter Zellen jedoch nicht auftraten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges Verfahren zur Ermittlung
physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen anzugeben, die in einem Elektrolyten suspendiert sind.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der spezifische elektrische Widerstand der
Suspension als Funktion der elektrischen Feldstärke gemessen wird und jene diskreten Feldstärken bestimmt
werden, bei denen sprunghafte Änderungen des spezifischen elektrischen Widerstandes der Suspension
auftreten.
Es wurde eingangs schon erwähnt, daß man bei der Partikelvolumenanalyse nach dem Coulter-Verfahren in
dem bei einer Coulter-Anordnung verwendeten elektrischen Meßkreis volumenproportionale oder nahezu
volumenproportionale Stromänderungen beim Durchtritt eines Partikels durch die Meßöffnung erhält. In der
Praxis geht man dabei so vor, daß man eine bestimmte Potentialdifferenz zwischen den beiden Elektroden, die
zu beiden Seiten der Meßöffnung in der Elektrolytflüssigkeit angeordnet sind, einstellt, wodurch sich ein
bestimmter Strom, der durch die Elektrolytflüssigkeit von der einen Elektrode zur anderen durch die
Meßöffnung hindurchfließt, ergibt. Bei konstanter Potentialdifferenz zwischen den beiden Elektroden
ändert sich diese Stromstärke beim Durchtritt eines Partikels durch die Meßöffnung, sofern die Leitfähigkeit
des Partikels eine andere ist als die Leitfähigkeit des das Partikel umgebenden Elektrolyten. Man mißt also im
Grunde einen bestimmten elektrischen Widerstand zwischen den beiden Elektroden, der sich verändert,
wenn ein Partikel sich in der Meßöffnung befindet. Dieser Widerstand ist selbstverständlich von der Art des
verwendeten Elektrolyten und von der Konzentration der in diesem suspendierten Partikel abhängig.
Vergrößert man z. B. die Potentialdifferenz zwischen
den beiden Elektroden, so vergrößert sich linear hiermit auch der Strom durch den Elektrolyten, sofern nicht
dessen Leitfähigkeit durch eine durch höheren Strom bewirkte Erwärmung verändert wird.
Entsprechend der Stromvergrößerung im Elektrolyten vergrößern sich auch die Stromunterschiede im
Meßkreis beim Durchtritt eines Partikels durch die Meßöffnung. ,Mat man dem Elektrolyten z. B. Latexpartikel beigemischt, so stellt man fest, daß die Stromänderungen linear mit dem Strom im MeSkreis anwachsen.
Bewertet man nur das Verhältnis von Stromänderungen zu Strom im Meßkreis, so geht der absolute spezifische
Widerstand des Meßkreises, d. h. der Elektrolytenstrekke im Meßkreis, nicht mehr in die Messung ein. Einflüsse
durch Temperaturerhöhungen des Elektrolyten sind hiennit ausgeschaltet. Es findet damit eine Bewertung
der relativen Änderung des spezifischen Widerstandes der Elektrolytstrecke in der Meßöffnung statt Damit ist
eine nach dem Coulter-Verfahren arbeitende Anordnung in hervorragender Weise geeignet, zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Ermittlung
von physiologischen Eigenschaften nativer Blutzellen herangezogen zu werden. Führt man nämlich die soeben
am Beispiel von Latexpartikeln erläuterte Messung mit nativen Blutzellen durch, so stellt man fest, da 3 das
Verhältnis von Stromänderung zu Stromstärke für eine gegebene Partikelart, z. B. Erythrozyten nicht unabhängig von der eingestellten Stromstärke ist Das bedeutet,
daß die Leitfähigkeit oder der spezifische Widerstand des sich in der Meßöffnung befindenden Untersuchungsflüssigkeits-Volumens, in dem ein Partikel enthalten ist, nicht unabhängig von der Stromstärke ist.
Hiermit erklärt sich auch die eingangs erwähnte, zwischen nativen und fixierten Zeilen auftretende
Diskrepanz.
Die genannten Stromänderungen werden beim Coulter-Verfahren als Impulse erfaßt Man braucht also
nur die Impulshöhen über der Stromstärke aufzutragen, um festzustellen, in welcher Weise die Impulshöhen von
der eingestellten Stromstärke abhängig sind. Dabei stellt man fest, daß von der Stromstärke Null beginnend
die Impulse zunächst linear mit der Stromstärke anwachsen. Ab einer bestimmten Stromstärke wachsen
die Impulse jedoch nicht in gleichem Maße wie die Stromstärke an, sondern langsamer. Trägt man die
Funktion in einer Graphik auf, so stellt man fest, daß für jede Art von untersuchten Blutzellen ein ausgeprägter so
Knick im Kurvenverlauf vorhanden ist. Die Lage dieses Knickpunktes läßt für die einzelne Blutzellart Rückschlüsse auf deren Zustand zu. So wurde festgestellt, daß
die Knickpunkte bei verschiedenen Personen bei verschiedenen Stromstärken liegen. Es konnte auch
festgestellt werden, daß die Knickpunkte für die verschiedenen Blutzellarten ebenfalls bei verschiedenen
Stromstärken liegen.
Diese Phänomene, die bei fixierten Blutzellen nicht auftreten, können nur dadurch bedingt sein, daß bei
höheren Stromstärken, das bedeutet bei einer höheren Feldstärke, der die einzelne Blutzelle ausgesetzt ist, eine
Änderung im Isolationsverhalten der Blutzellen eintritt. Es wird vermutet, daß ein lonendurchbruch durch die
Zellmembran stattfindet, und daß dadurch die Leitfähig- b5
keit der untersuchten Blutzelle erhöht wird.
Der genannte Effekt der gemäß der Erfindung für die Bestimmung physiologischer Eigenschaften nativer
Blutzellen herangezogen werden soil, wurde bislang
noch nicht beobachtet Dies mag seine Ursache darin haben, daß bei den bislang verwendeten Methoden der
Leitfähigkeitsuntersuchung von Blut die hohen Feldstärken, die zu dem vermuteten lonendurchbruch durch
die Zellmembran führen, nicht auftreten. Bei Messungen
mit einer nach dem Coulter-Verfahren arbeitenden Anordnung werden jedoch bereits bei verhältnismäßig
niedrigen Spannungen, z. B. bei einer Potei.tialdifferenz
zwischen den beiden Elektroden von 20 Volt aufgrund der geringen Abmessungen der Meßöffnung in dieser
Feldstärken von etwa 2 kV/cm hervorgerufen. Die Ströme, die dabei fließen, liegen in der Größenordnung
von etwa 1 mA. Die in Wärme umgesetzte Energie in der Meßöffnung ist daher denkbar gering. Eine nach
dem Coulter-Verfahren arbeitende Anordnung ist daher besonders geeignet das Verfahren nach der Erfindung
zu vollziehen. Besonders vorteilhaft eignet sich hierzu eine nach dem Coulter-Verfahren arbeitende Anordnung, bei der die Partikel durch eine eigens dafür
vorgesehene Zuruhrungseinrichtung der MeQöffnung
zugeleitet werden. Der Elektrolyt in dem Gefäß vor der Meßöffnung ist dabei partikelfrei. Die Zuführungseinrichtung weist eine öffnung auf, die der Meßöffnung
zugekehrt ist Die Partikel, die aus dieser Zuführungseinrichtung austreten, werden durch den in die
Meßöffnung einfließenden Elektrolyten hydrodynamisch in das Zentrum der Meßöffnung hineinfokussiert.
Dabei kann gemäß der Lehre der DE-AS 18 06 512 der Abstand der Austrittsöffnung der Zuführungseinrichtung zur Meßöffnung derart klein gemacht werden, daß
der in die Meßöffnung einfließende Elektrolyt die Probensuspension aus der öffnung der Zuruhrungseinrichtung heraussaugt wodurch die Fokussierung in das
Zentrum der Meßöffnung besonders gut wird. Die durch die hydrodynamische Fokussierung erreichten Meßgenauigkeitssteigerungen sind erheblich.
Eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht daher aus einer der
bekannten nach dem Coulter-Verfahren arbeitenden Vorrichtungen mit oder ohne getrennte Partikelzuführung und einer Einrichtung, mit der der genannte
Potentialunterschied zwischen den Elektroden, die bei diesen Anordnungen vorgesehen sind, veränderbar ist
Vorzugsweise ist im elektrischen Meßkreis eine Auswerteeinrichtung vorzusehen, mit deren Hilfe die
Impulsamplituden, d. h. die Stromänderungen entsprechend der verschiedenen in der Probensuspension
vorhandenen Blutzellpopulationen getrennt erfaßbar sind und mit der eine Zuordnung der Impulsamplituden
zu dem jeweils herrschenden Potentialunterschied zwischen den Elektroden durchführbar ist Mit einer
solchen Anordnung wäre das Meßverfahren weitgehend automatisierbar.
Wie bereits erwähnt, findet die Änderung im Leitfähigkeitsverhalten der Blutzellen sehr plötzlich
statt. In den Kurven, die man aufnehmen kann, äußert sich das in einem Knick. Dieser Knick liegt für eine
bestimmte Blutzellsorte für verschiedene Personen bei verschiedenen Feldstärken. Ebenso liegen die Knickpunkte der verschiedenen Blutzellsorten ebenfalls bei
verschiedenen Feldstärken. Hierauf wurde bereits hingewiesen. Die Lage der Knickpunkte gibt daher
Aufscnlüsse über die Art und den Zustand der verschiedenen Blutzellen. Man hat damit ein Mittel in
der Hand, wie man z. B. den Medikamenteneinfluß auf die Blutzellen kontrollieren kann.
vorteilhafte Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens seien anhand der Zeichnungen
noch einmal kurz erläutert.
F i g. 1 zeigt den Widerstandsverlauf einer mit Blutzellen versetzten Elektrolytflüssigkeit, wenn man
ihn unter gegebenen Bedingungen bei verschiedenen Stromstärken aufnimmt. Dabei zeigt sich, daß bei
verschiedenen Stromstärken, die in der Fi g. 1 mit l\ und /2 bezeichnet sind, eine sprunghafte Änderung des
Widerstandes auftritt. Die Ursache hierin wird — wie bereits erwähnt — darin gesehen, daß die Leitfähigkeit
der Blutzellen erhöht und damit der Widerstand der gesamten Untersuchungsflüssigkeit herabgesetzt wird.
Die F i g. 2 zeigt eine nach dem Coulter-Verfahren
arbeitende Anordnung mit getrennter Partikeizuiuhrung.
Von einem Gefäßraum 1 fließt Elektrolytflüssigkeit 2 durch eine kleine Meßöffnung 3 in einen
Gefäßraum 4. In geringem Abstand vor der Meßöffnung 3 ist die Austrittsöffnung einer Zuführungseinrichtung 5
vorgesehen, in der eine Blutprobe enthalten ist. Die in die Meßöffnung 3 einfließende Elektrolytflüssigkeit 2
saugt beim Vorbeifließen an der Austrittsöffnung der Zuführungseinrichtung 5 die Blutprobe aus dieser
Zuführungseinrichtung heraus und transportiert sie im Zentrum der Meßöffnung 3 durch diese hindurch. In die
Elektrolytflüssigkeit zu beiden Seiten der Meßöffnung tauchen Elektroden 6 und 7 ein, die gegeneinander
unterschiedliches Potential aufweisen und an einen elektrischen Meßkreis angeschlossen sind. Eine solche
Anordnung ist z. B. in der DE-AS 18 06 512 beschrieben.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist jedoch in der elektrischen Einrichtung 8, mit Hilfe
deren die Messungen durchgeführt werden, eine Einrichtung vorgesehen, mit Hilfe der die Potentialdifferenz
zwischen den Elektroden 6 und 7 verändert werden kann. Weiterhin sind in der Einrichtung 8 Mittel
vorgesehen, mit deren Hilfe die durch das Hindurchtreten von Partikeln durch die Meßöffnung 3 hervorgerufenen
Stromänderungen bei jeder eingestellten Potentialdifferenz festgehalten werden können, um sie den
verschiedenen Blutzellarten zuordnen zu können. Weiterhin sind in der Einrichtung 8 Mittel vorgesehen,
die als Funktion der Potentialdifferenz zwischen den Elektroden 6 und 7 die absoluten oder relativen
Stromänderungen für die einzelnen Blutzellarten aufnehmen und diejenigen Potentiale festhalten, bei
denen für die einzelnen Zellarten eine sprunghafte Änderung im Verhalten der Stromänderungen bezüglich
der Potentialdifferenz festgestellt wird. Auf diese einzelnen Mittel braucht hier nicht eingegangen zu
werden, da sie für einen Fachmann, der mit derartigen
ίο elektronischen Meßproblemen vertraut ist, nichts
Ungewöhnliches darstellen.
In der Fig.3 ist für verschiedene Partikel, die mit
einer solchen Vorrichtung untersucht wurden, der jeweils zugehörige Verlauf der sich ergebenden
Strcrnändcrungsaniplituder· A über der Stromstärke .'
aufgezeichnet. In dieser Darstellung bedeutet die gestrichelte Linie den Kurvenverlauf für native
Erythrozyten, wie man ihn normalerweise erwartet. Dieser Kurvenverlauf ist mit 9 bezeichnet. Dabei stellt
man fest, daß ab einer bestimmten Stromstärke /* dieser Verlauf nicht mehr den Erwartungen folgt. Vielmehr
werden die Stromänderungsamplituden A nicht mehr in gleichem Umfange größer wie die Stromstärke. Im
Kurvenverlauf bildet sich ein ausgesprochener Knick heraus, der in der Darstellung durch einen Pfeil
hervorgehoben ist. Der zugehörige Kurvenverlauf ist mit 10 bezeichnet. Der strichpunktierte Verlauf 11 gibt
denjenigen an, den man bei der Messung fixierter Erythrozyten erhält. Bei diesen Zellen läßt sich der
jo erwähnte Effekt nicht feststellen, die Stromänderungsamplituden
beim Durchtritt der Partikel durch die Meßöffnung wachsen linear mit der eingestellten
Stromstärke. Die punktierte Linie 12 schließlich ist eine solche, wie sie bei der Messung von Latexpartikeln
J5 gewonnen wird. Diese Partikel sind völlig neutral, daher
zeigt die Kurve einen völlig linearen Verlauf. Bei nativen Erythrozyten läßt — wie bereits erwähnt — die
Lage des Knickpunktes Rückschlüsse auf die untersuchte Zelle zu. Weiterhin ist in der Größe der Steigung nach
dem Knickpunkt im Kurvenverlauf eine weitere Beurteilungsmöglichkeit für die untersuchte Blutzellarl
gegeben.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen, die in einem
Elektrolyten suspendiert sind, dadurch ge- s kennzeichnet, daß der spezifische elektrische
Widerstand der Suspension als Funktion der elektrischen Feldstärke gemessen wird und jene
diskreten Feldstärken bestimmt werden, bei denen sprunghafte Änderungen des spezifischen elektrisehen Widerstandes der Suspension auftreten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anwendung des sogenannten Coulter-Verfahrens in der Weise, daß die Impulsamplituden
bei verschiedenen Feldstärken bestimmt werden. ι s
3. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine
nach dem sogenannten Coulter-Verfahren arbeitende Vorrichtung zum Zählen und Klassieren von in
einer elektrolytischen Untersuchungsflüssigkeit suspendierten Partikeln vorgesehen ist, bestehend aus
zwei Gefäßen zur Aufnahme der Untersuchungsflüssigkeit, die durch eine kleine Meßöffnung miteinander in Verbindung stehen, und einer Einrichtung zum
Erzeugen einer Druckdifferenz zwischen den Gefäßen und zwei in die Untersuchungsflüssigkeit in den
Gefäßen eintauchenden Elektroden unterschiedlichen Potentials, die an einen elektrischen Meßkreis
angeschlossen sind, und daß Mittel vorgesehen sind, mit denen der genannte Potentialunterschied veränderbar ist
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrolytflüssigkeit in dem Gefäß
größeren Druckes partikelfrei ist und daß eine Zuführungseinrichtung für partikelhaltige Suspension vorgesehen ist, die eine Austrittsöffnung
stromaufwärts vor der Meßöffnung aufweist
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet daß int elektrischen Meßkreis eine Auswerteeinrichtung vorgesehen ist mit
deren Hilfe die Impulsamplituden entsprechend der verschiedenen in der Probensuspension vorhandenen Blutzellpopulationen getrennt erfaßbar sind und
eine Zuordnung der Impulsamplituden zu dem jeweils herrschenden Potentialunterschied zwischen «5
den Elektroden durchführbar ist
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19722219778 DE2219778C3 (de) | 1972-04-22 | 1972-04-22 | Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens |
| GB1899973A GB1423532A (en) | 1972-04-22 | 1973-04-19 | Method of apparatus for investigating physiological properties of native blood cells |
| FR7314430A FR2182479A5 (de) | 1972-04-22 | 1973-04-19 | |
| US00353768A US3831087A (en) | 1972-04-22 | 1973-04-23 | Biological cell analysis |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19722219778 DE2219778C3 (de) | 1972-04-22 | 1972-04-22 | Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2219778A1 DE2219778A1 (de) | 1973-10-31 |
| DE2219778B2 true DE2219778B2 (de) | 1980-11-13 |
| DE2219778C3 DE2219778C3 (de) | 1981-10-29 |
Family
ID=5842921
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19722219778 Expired DE2219778C3 (de) | 1972-04-22 | 1972-04-22 | Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2219778C3 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2828232C2 (de) * | 1978-06-28 | 1986-04-17 | Kernforschungsanlage Jülich GmbH, 5170 Jülich | Vorrichtung zur Bestimmung des dielektrischen Durchbruches und der Größe von als Umhüllung eine Membran aufweisenden Partikeln |
Family Cites Families (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2656508A (en) * | 1949-08-27 | 1953-10-20 | Wallace H Coulter | Means for counting particles suspended in a fluid |
| DE1806512B2 (de) * | 1968-11-02 | 1971-08-12 | Vorrichtung zum klassieren von in einer untersuchungs fluessigkeit suspendierten partikeln | |
| DE2042474A1 (de) * | 1970-08-27 | 1972-03-02 | Telefunken Patent | Vorrichtung zum Klassieren von m einer Untersuchungsflussigkeit suspen dierten Partikeln |
-
1972
- 1972-04-22 DE DE19722219778 patent/DE2219778C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2219778A1 (de) | 1973-10-31 |
| DE2219778C3 (de) | 1981-10-29 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE964810C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Zaehlung und/oder Ermittlung der physikalischen Eigenschaften von in einer Fluessigkeit suspendierten Teilchen | |
| DE2716095C2 (de) | Verfahren zur Steuerung der Bewegungsbahn von in einem Elektrolyten suspendierten Teilchen und Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens | |
| DE3215719C2 (de) | Meßeinrichtung zur Messung des Verformungsvermögens von roten Blutkörperchen | |
| DE2656654C3 (de) | Vorrichtung zur Messung des Volumens und bestimmter optischer Eigenschaften von Partikeln | |
| DE202016100390U1 (de) | Ein tragbares Gerät zur schnellen Detektion der Ionen von Schwermetallen | |
| DE2824831C3 (de) | Vorrichtung zur Untersuchung von in einer Flüssigkeit suspendierten Teilchen | |
| DE2844879A1 (de) | Verfahren zum nachweisen einer antigen/antikoerper-reaktion | |
| DE3688048T2 (de) | Verfahren und vorrichtung zur aufbereitung von durch partikel erzeugten elektrischen impulsen. | |
| DE2610992A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum bestimmen des prozentualen gesamtvolumens von partikeln in einer fluessigen probe | |
| DE3103792C2 (de) | ||
| DE2429204A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum ausschluss eines fehlerhaft arbeitenden impulskanales | |
| DE2543679B2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Messung einer physikalischen Eigenschaft eines Strömungsmittels | |
| DE69318933T2 (de) | Verfahren zur Feststellung von wesentlichen Bestandteilen in andere mitniedersetzende Bestandteile enthaltenden Plattierungsbädern | |
| DE2219778C3 (de) | Verfahren zur Ermittlung physiologischer Eigenschaften nativer Blutzellen und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens | |
| EP0022503B1 (de) | Vorrichtung zur Anzeige der metallspezifischen Beladung von Ionenaustauschern | |
| DE2145531C2 (de) | Vorrichtung zum Zählen und Klassieren von in einer elektrisch leitenden Flüssigkeit suspendierten Teilchen | |
| DE2421265A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zur amplitudenmodifikation bei der teilchenmessung | |
| DE2201894A1 (de) | Verfahren zum zaehlen und klassieren von in einer untersuchungsfluessigkeit suspendierten partikeln | |
| DE2024008C3 (de) | Durchfluß-Oetektorzelle für coulometrische Analyse | |
| DE2742838C2 (de) | ||
| DE2319247A1 (de) | Verfahren zur ermittlung physiologischer eigenschaften nativer blutzellen und anordnungen zur durchfuehrung des verfahrens | |
| DE1806512A1 (de) | Anordnung zur Gewinnung von Groessen,die den Mengen von in einer Untersuchungsfluessigkeit enthaltenen Teilchen verschiedenen Volumens entsprechen | |
| DE2712360C2 (de) | ||
| DE112018004857B4 (de) | Mikrofluidisches system für krebszellen-separation, -erfassung und -medikamentscreening-analysen | |
| DE135185C (de) |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OD | Request for examination | ||
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |