DE2209115B2 - Verfahren zur Vorbearbeitung eines Metalldrahtes mit dem Ziel, das Biegen in der Nähe einer Verbindungsstelle zwischen dem Metalldraht und einem zerbrechlichen Isoliermaterial, insbesondere bei einer Metalldrahtdurchführung durch Glas, zu erleichtern - Google Patents
Verfahren zur Vorbearbeitung eines Metalldrahtes mit dem Ziel, das Biegen in der Nähe einer Verbindungsstelle zwischen dem Metalldraht und einem zerbrechlichen Isoliermaterial, insbesondere bei einer Metalldrahtdurchführung durch Glas, zu erleichternInfo
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Description
Die Erfindung betrifft für die Herstellung von Metalldrahtdurchführungen
durch zerbrechliche Isoliermaterialien, insbesondere durch Glas, verwendbare Metalldrähte, die in unmittelbarer Nähe des Isoliermaterials
gebogen werden müssen, wobei die starren Metalldrähte in einem einzelnen manuellen oder
automatischen Arbeitsgang bis zu einem 90°-Winkel gebogen werden können, ohne daß hierzu in Nähe
des Biegebereichs eine starke mechanische Kraft auszuüben ist.
Eine Glas-Metall-Verbindung darf nämlich nicht mechanischen Spannungen ausgesetzt werden, die
einen bestimmten Wert überschreiten, weil sonst im Glas Einrisse entstehen, die zum Splittern des Glases
führen können, wodurch die Festigkeit des Elements und die Dichtigkeit der Anglasung beeinträchtigt
würde. Deshalb müssen für das Biegen von Durchführungen in unmittelbarer Nähe einer Glas-Metall-Verbindung
besondere Maßnahmen ergriffen werden. Ähnliche Bedingungen bestehen bei anderen zerbrechlichen Isoliermaterialien, wie Keramik,
Email usw.
Es sind bereits allgemein gebräuchliche Verfahren bekannt, mit denen dies erreicht werden kann. Beispielsweise
wird ein zusätzliches Klemmwerkzeug benutzt, das zwischen der Anglasung und dem gewünschten
Biegebereich angebracht wird und den der Anglasung entsprechenden Teil der Metalldurchführung
starr hält und dadurch jede Verformung dieses Teils und das Auftreten jeglicher Spannungen im
Innern der Anglasung verhindert.
Diese Verfahrensweise eignet sich jedoch nicht für die Herstellung großer Serien von Glas-Metall-Elementen,
wie sie insbesondere bei der Montage von elektrischen Relais verwendet werden, die aus einem
Schutzrohrkontakt (auch Herkonkontakt oder Schutzgaskontakt genannt) bestehen. Ein derartiger
Kontakt besitzt mindestens zwei zusammenarbeitende magnetische Zungen, die in einem hermetisch
abgeschlossenen, gewöhnlich aus Glas bestehenden
ίο Gehäuse angeordnet sind. Diese Zungen werden
durch einen elektrischen Kreis gesteuert, der aus einer zu diesem Kontakt koaxial angeordneten Spule
besteht.
Derartige Relais sind an sich bekannt. Die aus
is Schutzrohrkontakt und Spule bestehende Einheit ist
auf einer einen Sockel bildenden Platte aus isolierendem Material angeordnet, durch welche metallische
Anschlußstifte hindurchgeführt sind, die mit den Ausgängen des Kontakts bzw. den beiden Enden der
λο Spulenwicklung verbunden sind. Diese Einheit ist mit
einer Kappe aus gepreßtem oder gezogenem Metall bedeckt. In den Raum zwischen dem Sockel und der
Kappe wird ein flüssiges Harz eingefüllt, das nach Vernetzung eine isolierende und kohärente Füllung
der Einheit bildet, welche die einzelnen Bestandteile des Relais an ihrem Platz hält.
Die Stifte, die die Anschlüsse des Schutzrohrkontakts bilden, müssen also auf beliebige Weise mit den
beiden Ausgängen der beiden Zungen des Kontakts verbunden werden. Die Nähe der Glas-Metall-Verbindungen
schließt es jedoch aus, daß diese Verbindung durch elektrisches Punktschweißen hergestellt
wird, da hierbei Makrobewegungen auftreten können. Eine Zinnverbindung andererseits kann bezüglieh
der Stellung des Schweißtropfens nicht reproduzierbar durchgeführt werden. Dadurch ergeben sich
unterschiedliche Störspaltbreiten, die zu Streuungen der Charakteristiken des Magnetkreises, der von dem
Schutzrohrkontakt und den Stiften gebildet wird, sofern diese aus magnetischem Metall bestehen, und
damit zu Streuungen der Charakteristiken des Relais führen.
Wenn dagegen die Verlängerungen der Zungen des Schutzrohrkontakts selbst als Ausgangsstifte dieser
Zungen benutzt und durch die den Sockel des Relais bildende Platte aus isolierendem Material hindurchgeführt
werden, müssen die beiden diese Ausgänge bildenden Drähte um 90° zueinander parallel in
dem vorgesehenen Achsabstand der Stifte auf dem Plättchen gebogen werden. Diese Biegung muß zum
Erreichen einer größtmöglichen Einschränkung der Längenabmessung des Relais möglichst nahe an den
Enden der Spule und damit möglichst nahe an den Anglasungen des Schutzrohrkontakts selbst vorgenommen
werden. Da diese Biegung mindestens auf einer Seite erst nach Einführung des Schutzrohrkontakts
in die Spule hergestellt werden kann und da es ferner bei Arbeitsgängen in großen Serien zweckmäßig
ist, die beiden Biegungen gleichzeitig, d. h. also nach Einführung des Schutzrohrkontakts in die Steuerspule,
herzustellen, müssen die beiden Ausgangsdrähte des Schutzrohrkontaktes ohne Kraftaufwand
gebogen werden können, wobei die beiden Drähte jedoch eine so große mechanische Festigkeit beibehalten
müssen, daß sie bei dem Biegen nicht brechen. Ferner muß der Abstand zwischen den Biegungen
genau bestimmt sein, da durch ihn der Abstand der beiden dadurch zueinander parallel gebogenen
Drähte bedingt wird, die nunmehr außerhalb der das Relais tragenden Platte die Anschlußstifte des in dieses
Relais eingebauten Schutzrohrkontakts bilden.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Vorbearbeitung von Metalldrähten,
das es ermöglicht, die Metalldrähte nachträglich in unmittelbarer Nähe der Verbindungsstellen ohne Anwendung
zusätzlicher Werkzeuge mit geringem Kraftabstand an genau bestimmten Stellen zu biegen,
ohne daß die Gefahr eines Springens des Isoliermaterials besteht.
Nach der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß der Draht außerhalb der Verbindungsstelle so
geprägt wird, daß ein Drahtabschnitt entsteht, dessen Dicke in der Ebene, in der die Biegekraft wirkt, bis
zu einer genau definierten Stelle progressiv abnimmt.
Mit anderen Worten: Es wird eine keilförmige Prägung vorgenommen, wodurch man auf dem betreffenden
Drahtabschnitt eine Verjüngung mit einer sich progressiv bis zu einem Kleinstwert verändernden
Abmessung erhält, so daß bei Ausübung einer Kraft auf den Draht in der Richtung dieser Abmessung
der Draht zwangläufig an dieser Stelle gebogen wird.
Das Biegen kann infolge der Verjüngung mit geringem Kraftaufwand erfolgen, und es wird praktisch
keine Kraft auf die Verbindungsstelle übertragen, die eine Beschädigung des Isoliermaterials oder eine Beeinträchtigung
der Güte der Verbindung zur Folge haben könnte.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß der Draht so geprägt wird, daß die
Dicke des Drahtabschnitts in der Biegeebene von dem ursprünglichen Maß des Drahtquerschnitts an
dem der Verbindungsstelle abgewandten Ende bis zu einem vorgestimmten Kleinstwert an dem der Verbindungsstelle
zugewandten Ende abnimmt. Dadurch ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß das Metall
des Drahtabschnitts beim Prägen von der Verbindungsstelle weggedrückt wird, da die zur Bildung
einer derartigen Prägung erforderliche, sich ausweitende Form der Stempel des Werkzeugs das Fließen
des Metalls in dieser Richtung begünstigt. Dadurch wird die Verbindungsstelle auch beim Prägen gegen
jegliche mechanische Spannung geschützt, die ihre Qualität beeinträchtigen könnte.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen,
wobei auf die Zeichnung Bezug genommen wird. In dieser Zeichnung zeigen
F i g. 1 a und 1 b eine Seitenansicht bzw. eine Draufsicht eines erfindungsgemäß in Nähe einer
Glas-Metall-Verbindung geprägten Drahts,
Fig. 2 a und 2b eine Seitenansicht bzw. eine Draufsicht eines ebenfalls erfindungsgemäß in Nähe
einer Glas-Metall-Verbindung geprägten Drahts,
F i g. 3 und 4 einen senkrechten bzw. einen waagerechten Längsschnitt durch einen Schutzrohrkontakt,
dessen Durchführungen in Nähe ihrer Anglasung erfindungsgemäß vorgeprägt wurden,
F i g. 5 einen senkrechten Längsschnitt durch ein mit einem auf obige Weise vorbehandelten Schutzrohrkontakt
ausgerüstetes Relais, und
F i g. 6 eine Stirnansicht einer Einzelheit eines derartigen Relais, wobei eine andere Montageart dargestellt
ist.
Wie F i g. 1 a zeigt, ist die Durchführung 3 — von der Glas-Metall-Verbindung 10 ausgehend — von
der Stelle 30 an zu einem Profil geprägt, das linear von einer Stärke e an dieser Stelle, die kleiner als der
Durchmesser d der Durchführung ist, bis zu diesem Durchmesser d an der Stelle 40 übergeht. Dies bringt
in Draufsicht (F i g. 1 b) an der Stelle 30 eine Verbreiterung / mit sich, die größer als d ist.
In F i g. 2 a ändert sich das Profil der an der Durchführung 3 vorgesehenen Prägung — von der
Glas-Metall-Verbindung 10 ausgehend — linear von
ίο einem Wert et an der Stelle 50, der kleiner als der
Durchmesser d ist, bis zu einem Wert e.2 an der Stelle
60, der größer als et ist. In Draufsicht (F i g. 2 b)
bringt dies eine Verbreiterung Z1 bei 50 und eine Verbreiterung
I2 bei 60 mit sich, wobei Z1 größer als I2
ist.
In beiden Fällen wird durch die Arbeit der Prägestempel (schematisch mit P1 und P2 in F i g. 1 a und
mit P3 und P4 in Fig.2a dargestellt) infolge ihrer
Keilform ein Fließen des Metalls der Durchführung
ao bewirkt, das zwangläufig auf die offeneren Enden dieser Stempel zu, d. h. also auf die der Glas-Metall-Verbindung
entgegengesetzte Seite zu, vor sich geht. Dadurch wird vermieden, daß sich zum Zeitpunkt
der Prägung mechanische Spannungen auf die Anglasung zu ausbreiten.
Dadurch, daß an der Stelle 30 (F i g. 1 a und 1 b) bzw. an der Stelle 50 (F i g. 2 a und 2 b) der Durchführung
eine minimale Stärke vorgesehen ist, wird sich diese Durchführung 3 bei Einwirken einer Kraft
in Querrichtung (Pfeil / in F i g. 1 a und 2 a) vorzugsweise an diesen Stellen mit der geringsten Stärke und
damit der geringsten mechanischen Festigkeit biegen. Durch eine an den Durchführungen eines Schutzrohrkontakts
(F i g. 3 und 4) hergestellte Prägung, beispielsweise in der in F i g. 2 a und 2 b dargestellten
Art, um eine 90°-Biegung dieser Durchführungen zu erreichen, können somit an diesen mit Genauigkeit
die Stellen geringster Stärke bestimmt werden, an welchen die Biegung vorgenommen wird. Nach dem
Biegen entspricht der Achsabstand der beiden nunmehr zueinander parallelen Teile der Durchführungen
auf Grund der ursprünglichen mechanischen Eigenschaften des Metalls und der durch die Prägung
bewirkten Verformung dem Abstand der Stellen mit der geringsten Stärke. Somit kann ein auf diese
Weise vorbehandelter Schutzrohrkontakt bequem, beispielsweise auf einer Sockelplatte, montiert werden,
die Bohrungen mit demselben Achsabstand aufweist.
Ein derartiger Schutzrohrkontakt 1 besteht auf bekannte Weise aus einem von einem zylindrischen
Glasrohr 2 gebildeten Gehäuse, an dessen Enden zwei Durchführungen 3 und 4 angeglast sind. Diese
bestehen jeweils aus einem zylindrischen Draht, dessen im Inneren des Gehäuses 2 befindliche Abschnitte
zu Zungen 5 und 6 abgeflacht sind, die zueinander parallel so angeordnet sind, daß ihre einander
gegenüberstehenden Enden miteinander in Berührung kommen können. Erfindungsgemäß werden
die außerhalb des Gehäuses 2 befindlichen Teile bei 7 und 8 in Nähe der beiden Anglasungen so geprägt,
daß sie sich progressiv ändernde Querschnittsverringerungen in der in den F i g. 2 a und 2 b dargestellten
Form erhalten.
Bekanntlich bestehen derartige Durchführungen von Schutzrohrkontakten aus einer Eisen-Nickel-Legierung,
deren mechanische Eigenschaften genau bestimmt sind. Experimentell wurde festgestellt, daß
beispielsweise bei einem Draht mit einem Durchmesser von etwa 0,6 mm eine Verjüngung mit einer
Stärke von 0,11 bis 0,15 mm für die obengenannten Bedingungen voll ausreicht. An Stichproben wird
nachgeprüft, ob der Bruch des auf diese Weise gepreßten Drahts vor einer gewissen Anzahl Biegungen
auftreten kann, die nacheinander in beiden Richtungen jeweils bis zu 90° durchgeführt werden. Es
wurde experimentell bestimmt, daß, sobald der Bruch nicht nach drei aufeinanderfolgenden Biegungen
auftritt, die Sicherheit des Biegevorgangs für die Vorbereitungs- und Montagearbeitsgänge des mit
einem auf diese Weise behandelten Schutzrohrkontakt bestückten Relais praktisch gewährleistet ist.
Wie die F i g. 3 und 4 zeigen, bewirkt eine auf die oben beschriebene Weise hergestellte Verjüngung
eine seitliche Ausweitung des abgeflachten Teils, so daß der Querschnitt der Durchführung mit einer sehr
geringfügigen Abweichung praktisch gleich bleibt. Infolgedessen bleibt der elektrische Stromdurchfluß
gleich; und die elektrischen Eigenschaften des Schutzrohrkontakts und damit des Relais selbst werden
nicht gestört. Durch die Konstanz der Verjüngung wird ferner eine konstante Änderung der magnetischen
Empfindlichkeit des Schutzrohrkontakts erreicht, so daß eine nachträgliche Wärmebehandlung
des Metalls nicht erforderlich ist.
F i g. 5 zeigt ein derartiges Relais 11 mit einem Schutzrohrkontakt 1, dessen Durchführungen 3 und 4
nach Einsetzen des Kontakts in die zu seiner elektrischen Steuerung dienende Spule 12 um 90° an den
verjüngten Stellen 7 und 8 gebogen wurden. Die die Sockelplatte 15 in hierzu vorgesehenen Bohrungen
durchquerenden Durchführungen 3 und 4 bilden nun die Stifte 13 und 14 zur Speisung des Kontakts, während
die Stifte 16 und 17 zur Speisung der Spule dienen und beispielsweise durch einen Zinnlottropfen
mit den Enden 18 und 19 der Spulenwicklung verbunden sind. Diese Einheit ist mit einer Kappe 20
abgedeckt. Der Raum 21 zwischen dieser Kappe und der Sockelplatte 15 wird auf geeignete Weise mit
einem flüssigen Harz gefüllt, das nach Vernetzung die einzelnen Bestandteile (Schutzrohrkontakt, Steuerspule,
Stifte, Verbindungsdrähte) des Relais 11 festsetzt und isoliert.
F i g. 6, die ein Relais bei abgenommener Kappe zeigt, veranschaulicht, auf welche Weise das Vorhandensein
der erfindungsgemäß an den Durchführungen des Schutzrohrkontakts in Nähe der Anglasungen
hergestellten Verjüngungen die Verwendung von elektrischen Punktschweißungen zur Verbindung der
Durchführungen mit Anschlußstiften zuläßt, die ursprünglich von diesen getrennt waren. F i g. 6 zeigt
eine der Durchführungen, beispielsweise die Durchführung 13, die auf die oben beschriebene Weise
bei 7 verjüngt wurde und ebenfalls im 90°-Winkel, und zwar nicht senkrecht, sondern waagerecht, gebogen
wurde, so daß sie bei 22 an den entsprechenden unabhängigen Anschlußstift 13 a, der die Sockelplatte 15 durchquert, elektrisch angeschweißt werden
kann. Da die Durchführung und der Anschlußstift sich praktisch rechtwinklig kreuzen, genügt im allgemeinen
ein einfacher Elektroschweißpunkt zur Verbindung der beiden Teile. Dank der Verjüngung 7
wird hierbei jede Übertragung von mechanischen Spannungen auf die Anglasungen oder Durchführungen
des Schutzrohrkontakts vermieden, die die Zuverlässigkeit des Kontakts beeinträchtigen könnten.
Derselbe Aufbau des Relais kann auch mit anderen als den in F i g. 2 dargestellten Anordnungen erreicht
werden.
Eine derartige Verfahrensweise ist insofern zweckmäßig, als sie nicht mehr die Verwendung und damit
die Herstellung von Schutzrohrkontakten erfordert, die Durchführungen großer Länge besitzen müssen.
Diese bestehen nämlich aus einer teuren Eisen-Nikkel-Legierung und sind somit wesentlich kostspieliger
ίο als die die Stifte 13 a bildenden Teile, die aus einer
wesentlich billigeren Legierung bzw. einem billigeren Metall bestehen können. Dadurch können die Herstellungskosten
derartiger Relais trotz der erforderlichen zusätzlichen Punktschweißung gesenkt werden.
Neben der oben beschriebenen besonderen Anwendung auf ein elektrisches Relais kann das erfindungsgemäße
Verfahren überall dort angewendet werden, wo Metalldurchführungen in Nähe einer Glaswand, durch die sie hindurchgeführt sind und an
der sie angeglast sind, ohne Gefahr der Rißbildung umgebogen werden müssen. Voraussetzung hierzu
ist, daß das Metall bzw. die Legierung der Durchführungen so nachgiebig ist, daß es bzw. sie geprägt und
auf eine Stärke gebracht werden kann, die gering ge-
»5 nug ist, um an der Stelle dieser Verjüngung eine bequeme
Biegung ohne Kraftaufwand zu erlauben, durch den Spannungen in der benachbarten Glas-Metall-Verbindung
entstehen könnten.
Die mechanischen Vorrichtungen, mit denen an einem Schutzrohrkontakt erfindungsgemäße Verjüngungen
hergestellt werden können, müssen so ausgebildet sein, daß sie einen Teil des Drahts einer
Durchführung zu dieser symmetrisch auf die gewünschte Mindeststärke zusammendrücken.
Diese Arbeit muß auf die folgende Weise in zwei Arbeitstakten erst an der einen Durchführung und
dann an der anderen vorgenommen werden: Der Schutzrohrkontakt wird auf eine symmetrische Vorrichtung
mit automatischer Bestückung gesetzt, die zwei zu beiden Seiten des Kontakts wirkende Sätze
von Backen aufweist. Der erste Satz spannt die Durchführungen 3 und 4 in Nähe der Anglasungen
fest, und der zweite Satz P1, P2 oder P3, P4 (F i g. 1
bzw. 2) dient zum Prägen des Drahts der Durchfüh-
♦5 rungen bezüglich der Anglasungen hinter den beiden
ersten Backen, so daß man die gewünschte Verjüngung mit der Mindeststärke erhält. Zu diesem Zweck
sind die Backen durch Ansatzstücke entsprechender Abmessungen verstärkt, die eine höhere Härte aufweisen
und beispielsweise aus Wolframkarbid bestehen. Nach dem Festspannen des Drahts auf der einen
Seite und dem Prägen dieses Drahts auf derselben Seite wird der erste Satz Backen vollständig gelöst;
auf der entgegengesetzten Seite werden dann dieselben Arbeitsgänge mit Hilfe des zweiten Satzes Bakken
durchgeführt, der darauf ebenfalls vollständig gelöst wird. Dies wird nacheinander an den in die
Vorrichtung eingeführten erfindungsgemäß vorzubehandelnden Schutzrohrkontakten wiederholt.
Dieses Verfahren in zwei Arbeitstakten für jeden Schutzrohrkontakt hat sich experimentell als notwendig
herausgestellt, da bei gleichzeitigem Prägen der beiden Durchführungen das dadurch auftretende
Fließen des Metalls an jedem in unmittelbarer Nähe der Anglasungen befindlichen Durchführungsteil die
Gefahr der Entstehung von mechanischen Spannungen in den Anglasungen mit sich bringen würde,
welche die Qualität stark beeinträchtigen könnten.
Durch dieses Verfahren, durch welches die Ausgänge des Schutzrohrkontakts zu dessen Anschlußstiften
bei seiner Montage auf der Sockelplatte ausgebildet werden, ohne daß hierzu eine Zwischenverbindung
erforderlich ist, wird die Zuverlässigkeit des Relais sowie der magnetische Wirkungsgrad der Vorrichtung
beträchtlich erhöht und wird gleichzeitig eine Streuung der Charakteristiken infolge unterschiedlicher
Störspaltbreiten ausgeschlossen, welche bisher durch die erforderliche Verbindung zwischen
den Ausgängen und den Stiften auftraten, so wenig diese auch selbst tatsächlich magnetisch sind.
Wie bereits eingangs erwähnt wurde, ist die Erfindung für die Behandlung von allen metallischen
Durchführungen beliebiger Glas-Metall-Elemente anwendbar, wenn eine derartige Durchführung in unmittelbarer
Nähe des Glases ohne Gefahr der Entstehung von Spannungen im Glas gebogen werden soll,
sofern der Wirkstoff der Durchführung ausreichend nachgiebig ist, um auf die oben beschriebene Weise
örtlich bearbeitet werden zu können.
Die Erfindung eignet sich auch für andere zerbrechliche Materialien, wie Keramik, Email, in die
ίο ein Metalldraht eingeschmolzen oder an die ein solcher
Draht angeschweißt oder angeklebt werden soll.
Ein typisches Beispiel für eine derartige Anwendung liegt insbesondere auf dem Gebiet der Verbindungen
für Halbleiterelemente.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 520/237
Claims (3)
1. Verfahren zur Vorbearbeitung eines Metalldrahtes mit dem Ziel, das Biegen in der Nähe
einer Verbindungsstelle zwischen dem Metalldraht und einem zerbrechlichen Isoliermaterial,
insbesondere bei einer Metalldrahtdurchführung durch Glas zu erleichtern, dadurch gekennzeichnet,
daß der Draht (3,4; 13, 14) außerhalb der Verbindungsstelle (10) so geprägt wird, daß ein Drahtabschnitt (7, 8) entsteht, dessen
Dicke in der Ebene, in der die Biegekraft wirkt, bis zu einer genau definierten Stelle (30,
50) progressiv abnimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (3,4; 13, 14) so geprägt
wird, daß die Dicke des Drahtabschnitts (7, 8) in der Biegeebene von dem ursprünglichen
Maß (d) des Drahtquerschnitts an dem der Verbindungsstelle (10) abgewandten Ende bis zu
einem vorbestimmten Kleinstwert (e, et) an dem der Verbindungsstelle (10) zugewandten Ende
abnimmt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 zur Anwendung bei einer in das Isoliermaterial eingekapselten
Vorrichtung mit an entgegengesetzten Seiten herausgeführten Metalldrähten, dadurch
gekennzeichnet, daß die beiden Drähte (3,4; 13, 14) nacheinander so geprägt werden, daß ein vorbestimmter
Abstand zwischen den die Biegestellen bestimmenden Drahtabschnitten (7,8) verringerter
Dicke erhalten wird.
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Publications (3)
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| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8381 | Inventor (new situation) |
Free format text: NICOLAS, MICHEL, BIEVRES, FR |
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