DE219585C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE219585C DE219585C DE1908219585D DE219585DA DE219585C DE 219585 C DE219585 C DE 219585C DE 1908219585 D DE1908219585 D DE 1908219585D DE 219585D A DE219585D A DE 219585DA DE 219585 C DE219585 C DE 219585C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- pressure
- liquid
- metal
- pole
- power source
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B23—MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- B23K—SOLDERING OR UNSOLDERING; WELDING; CLADDING OR PLATING BY SOLDERING OR WELDING; CUTTING BY APPLYING HEAT LOCALLY, e.g. FLAME CUTTING; WORKING BY LASER BEAM
- B23K11/00—Resistance welding; Severing by resistance heating
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Resistance Heating (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JVl 219585-KLASSE 21 h. GRUPPE
OTTO SCHALLER in STEGLITZ-BERLIN.
auf elektrischem Wege.
Es ist bekannt, Metallkörper in der Weise zu schweißen oder zu formen, daß ein elektrischer
Strom von entsprechender Stärke durch die zu schweißenden oder zu formenden Körper
gesandt wird, während gleichzeitig auf diese Körper ein Druck ausgeübt wird. Ein Nachteil
dieses Verfahrens besteht, abgesehen von den bei größeren Stücken erforderlichen außerordentlich
hohen und daher schwierig zuzuführenden Stromstärken, darin, daß das ganze
zwischen den Elektroden liegende Metallstück der vollen Wirkung des Stromes ausgesetzt ist,
so daß sich das Verfahren nur für Körper ganz bestimmter Form, wie etwa Stäbe oder Röhren,
von durchgehend gleichem Querschnitt eignet. Bei vorliegendem Verfahren wird dieser Nachteil
dadurch vermieden, daß zur Erhitzung des Werkstückes das Verfahren von Lagrange und Hoho benutzt wird, indem man die zu
schweißenden oder zu formenden Metalle und Legierungen als negative Elektroden in eine
mit dem positiven Pol einer Elektrizitätsquelle verbundene stromleitende Flüssigkeit bringt
und diese Flüssigkeit unter Druck, der regelbar sein kann, stellt. Die dabei auftretenden
Stromstärken sind dabei verhältnismäßig niedrig. Die Stromzuleitung bietet keinerlei
Schwierigkeit.
Zunächst wird durch dieses Verfahren erreicht, daß das glühend gewordene Metallstück allseitig zusammengepreßt wird, wodurch es eine größere Dichte erhält. Man kann aber diesen Druck auch dazu benutzen, um zwei Metallstücke zusammenzuschweißen, indem man sie mit dicht aufeinandergepreßten Flächen in das Bad bringt.
Zunächst wird durch dieses Verfahren erreicht, daß das glühend gewordene Metallstück allseitig zusammengepreßt wird, wodurch es eine größere Dichte erhält. Man kann aber diesen Druck auch dazu benutzen, um zwei Metallstücke zusammenzuschweißen, indem man sie mit dicht aufeinandergepreßten Flächen in das Bad bringt.
Soll dabei ein Glühen der ganzen Metallmasse verhindert werden, so kann dies in der
Weise geschehen, daß man diejenigen Teile, welche nicht glühen sollen, elektrisch gegen
die Flüssigkeit isoliert, etwa durch einen Überzug von Gummi oder durch einen isolierenden
Anstrich.
Ist ein vorhergehendes Aneinanderpressen der zu vereinigenden Flächen etwa ihrer Form
wegen nicht angängig oder nur schwierig ausführbar, so hat man nur für einen zwischen
den zu vereinigenden Flächen liegenden flüssigkeitsdichten Hohlraum zu sorgen. Der Druck
der Flüssigkeit preßt die glühenden Metalle gegeneinander und verschweißt sie, wobei die
aus dem Hohlraum gedrückte Luft im allgemeinen das Eindringen von Flüssigkeit verhindern
wird.
Man kann aber auch den Hohlraum luftdicht machen und evakuieren, am besten, ehe
man die Metallstücke in die Flüssigkeit bringt. In diesem Falle kann die unter Atmosphärendruck
stehende Flüssigkeit bereits den zum Schweißen oder Formen erforderlichen Überdruck
besitzen, so daß eine weitere Drucksteigerung für die Flüssigkeit entbehrlich wird.
Die Art, wie dieser Hohlraum geschaffen werden kann, ist sehr mannigfaltig und wird
wesentlich durch die Form der zu schweißenden Stücke bedingt sein. Handelt es sich z. B.
um die Vereinigung zweier Bleche aus gleichem oder verschiedenem Metall, so kann man diese
etwa, wie die Fig. 1 und 2 zeigen, an ihren äußeren Rändern mechanisch durch Verlöten
oder Verkitten unter Freilassung einer Öffnung zum Entweichen oder Auspumpen der Luft
vereinigen. Die Bleche werden dann durch den Flüssigkeitsüberdruck an allen denjenigen Stellen
zusammengeschweißt werden, die man nicht etwa absichtlich durch Isolation gegen eine
Erhitzung und damit gegen ein Verschweißen geschützt hat. Man kann daher das Verschweißen
auf die Mitte, auf einzelne Punkte, auf einen Ring, auf den Rand oder sonstwie beschränken, und kann, wenn der Rand nicht
ίο verschweißen soll, das den Rand abdichtende
Mittel etwa in Form eines Gummiüberzuges gleichzeitig als elektrische Isolation zwischen
Metall und Flüssigkeit benutzen. Es ist klar, daß man auf diese Weise Verschweißungen erzielen
kann, wie sie kein bisher bekannt gewordenes Verfahren gestattet.
Handelt es sich nicht um die Vereinigung zweier Metallkörper, sondern um die Formgebung
für ein Metallstück, so ist ganz ähnlich zu verfahren, wobei jedoch das eine Metallstück
durch die Form zu ersetzen ist, in welche das zu formende Stück durch den Flüssigkeitsdruck
hineingepreßt werden soll, wobei die Form, falls sie aus Metall besteht, gegen die
Flüssigkeit zu isolieren sein wird.
Das Verfahren erinnert dann an das H u b e r sehe Verfahren, jedoch mit dem Unterschied,
daß gleichzeitig eine Erhitzung des zu formenden Metalles auf beliebig hohe Temperaturen
stattfindet, so daß nicht nur die Formgebung wesentlich erleichtert ist, sondern
auch Metalle oder Legierungen dem Formungsprozeß unterworfen werden können, die in kaltem Zustand nicht die erforderliche Biegsamkeit
und Dehnbarkeit besitzen würden. Auf diese Weise lassen sich auch diejenigen Metalle
formen, für welche auf anderem Wege die erforderlichen Temperaturen nicht erzielt werden
können, oder welche bei diesen Temperatüren oxydieren oder andere chemische Verbindungen
mit den Bestandteilen der Luft eingehen. Es eröffnen sich damit völlig neue Bahnen für die technische Verwertung spröder
oder schwer schmelzbarer, oder sonst nur schwierig zu bearbeitender Metalle.
Auch bei der Formgebung ist es möglich, die Erhitzung durch geeignete Isolierung auf
beliebige Teile des Preßstückes zu beschränken, so daß z. B. je nach Belieben von ein
und derselben Form nur bestimmte Teile durch das geformte Metall wiedergegeben werden
können, was bei Abbildung der Form in Mehrfarbendruck von Wert sein kann.
Den Druck in der Flüssigkeit selbst kann man in beliebiger bekannter Weise erzeugen.
. Man kann ihn aber auch durch die sich unter der elektrolytischen Wirkung des Stromes aus
der Flüssigkeit sich entwickelnden Gase erzeugen oder vermehren lassen, so daß man je
nach der beabsichtigten Dauer der Einwirkung mit verhältnismäßig niedrigen Drucken beginnen
oder mit verhältnismäßig einfachen Druckvorrichtungen auskommen kann. Die unter der Wärmewirkung verdunstenden Teile
der Flüssigkeit sind an dieser Drucksteigerung natürlich nicht beteiligt, wohl aber wird die
Wärmeentwicklung selbst drucksteigernd auf die über der Flüssigkeit befindlichen Gase wirken.
Da das Gefäß selbst zur Stromleitung benutzt werden kann, so genügt im allgemeinen
eine einzige Stopfbüchse für die Stromzuleitung zu dem zu erhitzenden Metall, das in diesem
Falle natürlich das Gefäß selbst nicht unmittelbar berühren darf. An dem Gefäß oder seinem
Deckel bringt man zweckmäßig Schaulöcher an.
Will man während des Prozesses gewisse chemische Wirkungen auf das Metall-ausüben,
so kann dies durch geeignete Wahl oder Zusammensetzung der Flüssigkeit geschehen. Bei
Benutzung von leitfähig gemachtem Wasser ist die reduzierende Wirkung des frei werdenden
Wasserstoffes auf das Metall bekannt. Man führt das Verfahren zweckmäßig so aus, daß
man das oder die entsprechend vorbereiteten Metallstücke bzw. Formen in das noch leere
Gefäß einbringt, das Gefäß bis auf einen Luftabzug verschließt, alsdann die Flüssigkeit einlaufen
läßt oder eindrückt, worauf auch der Luftabzugshahn verschlossen wird. Hierauf
wird die Flüssigkeit durch die sich' entwickelnden Gase oder durch besondere Druckvorrichtungen
unter Druck gestellt, wobei der Druck mittels des Abzughahnes oder sonstwie nach
einem Manometer geregelt werden kann. Vor der Berührung zwischen der Flüssigkeit und
dem Metall werden beide zweckmäßig mit den entsprechenden Polen der Stromquelle verbunden,
so daß bei der Berührung zwischen beiden bereits der erforderliche Spannungsunterschied
besteht, doch kann auch das Einschalten der Stromzuführung erst erfolgen, wenn
die Teile bereits ganz in die Flüssigkeit eingebettet sind, und zwar unter normalem Luftdruck
oder auch unter verringertem Druck, je nach den Arbeitsstücken und den Zwecken, die man damit erreichen will. Es ist zweckmäßig,
dafür zu sorgen, daß die Spannungsdifferenz je nach den Verhältnissen, insbesondere
auch je nach dem Druck, unter welchem die Flüssigkeit steht, geregelt bzw. erhöht wird,
wobei die Spannungsregelung in selbsttätige Abhängigkeit von diesem Druck gebracht werden
kann. Auch die Anwendung eines selbsttätigen Druckreglers mit oder ohne Verbindung
mit einem Spannungsregler ist natürlich nicht ausgeschlossen.
Überhaupt läßt die Ausführung des Verfahrens große Mannigfaltigkeiten zu, und hiervon
wird auch die Bauart der zu benutzenden Einrichtungen abhängen. So würde für das Gefäß eine einzige öffnung, etwa im Boden
oder in dessen Nahe genügen, um die Flüssigkeit in das Gefäß zu drücken. Der Inhalt
würde dann bei Berührung zwischen Metall und Flüssigkeit bereits unter dem Druck der eingeschlossenen
Luft stehen/ein Druck, der durch die sich entwickelnden Gase ständig erhöht wird. Daneben kann aber, wie erwähnt, noch
ein Luftabzugsrohr vorhanden sein, das auch zur Druckregelung oder zur Kompression der
ίο eingeschlossenen Luft dienen kann. Für diese
Kompression kann aber auch eine dritte Öffnung angebracht werden. Manometer, Sicherheitsventil,
Thermometer können selbstverständlich hinzugefügt werden. Alle diese Be-Sonderheiten
werden von den gegebenen Verhältnissen und den beabsichtigten Wirkungen
abhängen.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche: ■i. Verfahren zum Schweißen oder Formen von Metallen und Metallegierungen auf elektrischem Wege, bei welchem die mit einem Pol einer Stromquelle verbundenen Metallgegenstände in eine Flüssigkeit tauchen, welche den anderen Pol der Stromquelle bildet, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit dabei unter erhöhten, gegebenenfalls regelbaren Druck gestellt wird.
- 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck teilweise oder ganz durch die · sich bildenden, am Entweichen gehinderten Gase erzeugt wird.
- 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Druck eine Evakuierung des Raumes zwischen den zu vereinigenden Metallflächen oder zwischen dem zu formenden Metall und der Form vorausgeht.
- 4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdichtung des zu evakuierenden Hohlraumes gleichzeitig als Isolation der Dichtungsränder gegen Erhitzung benutzt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT45593D AT45593B (de) | 1908-06-02 | 1909-03-22 | Verfahren zum Schweißen oder Formen von Metallen und Metallegierungen auf elektrischem Wege. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE219585C true DE219585C (de) |
Family
ID=480707
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1908219585D Expired - Lifetime DE219585C (de) | 1908-06-02 | 1908-06-02 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE219585C (de) |
-
1908
- 1908-06-02 DE DE1908219585D patent/DE219585C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE1265033B (de) | Verfahren zum Graphitschweissen | |
| DE1667597A1 (de) | Wasserstoffdurchlaessiges Element zur Herstellung von hochreinem Wasserstoff | |
| DE219585C (de) | ||
| DE803771C (de) | Verbesserungen von und im Zusammenhang mit Elektrodentraegern fuer elektrolytische Zellen | |
| AT45593B (de) | Verfahren zum Schweißen oder Formen von Metallen und Metallegierungen auf elektrischem Wege. | |
| DE1671870B1 (de) | Verfahren und vorrichtung zur wiederverbindung von in einer gasdichten zelle eines akkumulators erzeugten wasserstoff und sauerstoffgasen | |
| DE375235C (de) | Elektrischer Ofen zum Erhitzen in ihn einzubringender Gegenstaende | |
| DE2038777A1 (de) | Kohlendioxidlaser | |
| DE609325C (de) | Vorrichtung zum Umwandeln von Schallwellen in elektrische Schwingungen | |
| DE240203C (de) | ||
| DE524904C (de) | OElschalter, bei welchem der beim Abschaltvorgang entstehende Druck zur Erzeugung einer gegen den Lichtbogen gerichteten OElstroemung zur Loeschung des Lichtbogens benutzt wird | |
| DE2740177A1 (de) | Vorrichtung zum heizen und andruecken einer siegelbacke | |
| DE329421C (de) | Vorrichtung zur Regelung des Haertegrades von Roentgenroehren | |
| US3416919A (en) | Method for forming electrodes | |
| DE407052C (de) | Elektromagnetischer Stromunterbrecher in einem abgeschlossenen, evakuierten oder mit indifferentem Gas gefuellten Gefaess | |
| DE2054491A1 (de) | ||
| DE1288199B (de) | Widerstandsschweissverfahren fuer Halbleiterbauelement-Gehaeuse | |
| DE341153C (de) | Elektrolytischer Wasserzersetzungsapparat | |
| DE902732C (de) | Verfahren zur Herstellung von fuer magnetische Zwecke geeigneten Ferriten | |
| DE728345C (de) | Anordnung zum elektrischen Doppelpunktschweissen, bei dem die Elektroden nur von einer Seite auf das eine der miteinander zu verschweissenden Bleche aufgesetzt werden | |
| DE439523C (de) | Verfahren zur Konservierung von Holz | |
| AT21978B (de) | Elektroden für elektrolytrische Apparate. | |
| DE585349C (de) | Isolierende, vakuumdichte Verbindung zwischen Kathodenbehaelter und Gehaeuse von Quecksilberdampfgleichrichtern | |
| DE276819C (de) | ||
| DE736125C (de) | Elektrischer Vakuumgluehofen zum Ausgluehen von Elektroden fuer Vakuumentladungsapparate, insbesondere von Anoden fuer Quecksilberdampfgleichrichter |