DE2157751C3 - Bypassregelung für ein Gasturbinenbläsertriebwerk - Google Patents
Bypassregelung für ein GasturbinenbläsertriebwerkInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine ßypaßregelung für ein Gasturbinenbläserti iebwerk gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1. Eine derartige Bypaßregelung ist aus der Zeitschrift »Luftfahrttechnik-Raumfahrttechnik«
15, Nr. 8/9 (August/September) 1969 bekannt.
Bei Bläsertriebweiken ist es oft erwünscht, das Verdichtungsverhältnis des Hochdruckverdichter dadurch
zu erhöhen, daß eine oder mehrere Verdiehterstufen an einem unabhängig drehbaren Laufer hinzugefügt
werden. Wenn diese zusätzlichen oder »Booster«-Stufen im Strömungskanal des Hochdruckverdichters
angeordnet sind, kann es notwendig werden, ei.ien Ventilmechanismus vorzusehen, um einen Teil der von
ϊ diesen Booster-Stufen verdichteten Luft umzuleiten und dadurch Wirkungsgradverluste oder einen Strömungsabriß
zu vermeiden, welcher durch einen Rückstau oder Rückdruck auf die Booster-Stufen dadurch erzeugt
wird, daß der Hochdruckverdichter nicht in der Lage ist,
ίο die gesamte von den Booster-Stufen geförderte Luft
aufzunehmen.
Es ist beispielsweise üblich, solche Zweiwellen-Verdichter
für einen angepaßten Betrieb an einem Arbeitspunkt oder in einem relativ schmalen Betriebs-ϊ
bereich des Triebwerkes auszulegen, beispielsweise für den Reiseflug in großer Höhe. Außerhalb dieses
Arbeitspunktes oder schmalen Betriebsbereiches kann es dann sehr leicht zu den genannten Anpassungsproblemen
kommen.
Es ist zwar aus der eingangs genannten Zeitschrift »Luftfahrttechnik-Raumfahrttechnik« bekannt, daß mit
einem regelbaren Ventilsystem zum Ausblasen von Luft aus dem Mitteldruckverdichter in den Bläserstrom
flexiblere und Strömungsabrißfreie Betriebscharakteristika über ein breiteres Geschwindigkeitsspektrum
ermöglicht werden. Die Regelung kann gemäß der US-PS 28 73 576 in Abhängigkeit vom Eintrittsdruck in
den Hochdruckverdichter oder gemäß der US-PS 30 91080 in Abhängigkeit von der Drehzahl des
ω Hochdruckverdichters erfolgen. Hierbei ist nachteilig,
daß diese Regelung in allen Betriebsbereichen langsam arbeitet. Verstärkt wird dieser Nachteil noch dadurch,
daß die Niederdruck- und Hochdruckverdichterläufer üblicherweise ein unterschiedliches Verhältnis von
Trägheitsmoment zu verfügbarem Drehmoment aufweisen, so daß insbesondere bei einer schnellen
Schubleistungsänderung ein Läufer schneller beschleunigt oder abbremst als der andere und die dabei
auftretenden Fehlanpassungen ohne weiteres gar nicht erfaßt werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Bypaßregelung der eingangs genannten Art zu schaffen, die insbesondere
bei schnellen Drehzahländerungen einen Strömungsabriß verhindert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteran.prüchen gekennzeichnet.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß der Funktionsgeber in Verbindung
mit dem stufenlos verstellbaren Ventil für eine schnelle und genaue Anpassung der Abblasung sorgt.
Insbesondere bei schnellen oder abrupten Schubleistungsänderungen sorgt die Übersteuerung des Ausgangssignales
des Funktionsgebers für eine erhöhte Sicherheit zur Vermeidung eines Strömungsabrisses im
Triebwerk. Da hierbei die gleichen Betriebskenngrößen verwendet werden können, die auch zur Steuerung des
Brennstoffes oder der Verdichterschaufeln ermittelt
f>o werden, ist mit der Bypaßregelung gemäß der Erfindung
kein wesentlicher Mehraufwand verbunden.
Die Erfindung wird nun anhand der Beschreibung und Zeichnung von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
F i g. 1 zeigt einen Schnitt eines Gasturbinenbläser-
F i g. 1 zeigt einen Schnitt eines Gasturbinenbläser-
b5 triebwerkes mit einer Bypaßregelung in Form eines
Thematischen Blockschaltbildes.
i:ig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Bypaßregelung
gemäß Fi g. 1.
Fig. 3 zeigt in einem Kurvenbild ein Beispiel eines Programms des Bypass-Durchflußquerschnittes über
rler korrigierten Hochdruckverdichterdrehzahl.
F i g. 1 zeigt ein Gasturbinenbläsertriebwerk 10 mit einem Kerntriebwerk 12 und einem Gehaust 14, das in ">
das stromabwärtige Ende eines Bläsergehäuses 16 hineinragt, wobei in radialer Richtung zwischen den
beiden Gehäusen 14 und 16 ein Bläserkanal 18 gebildet ist.
Das Kerntriebwerk 12 umfaßt einen Hochdiuckverdichter
20, einen Brenner 22 und eine Hochdruckturbine 24, die in einem Ringkanal 26 mit einem Einlaß 28
hintereinander angeordnet sind. Der Hochdruckverdichter 20 und die Hochdruckturbine 24 sind durch
Wellenteile 30 bzw. 32 miteinander verbunden und bilden zusammen den Hochdruckläufer 34.
Ein Niederdruckläufer 36, der unabhängig von dem Kerntriebwerk 34 umläuft, umfaßt eine Bläserwelle 38
und eine Welle 40 einer Niederdruckturbine 42. Die Bläserschaufeln 44 sind strömungsaufwärts von dem
Einlaß 28 des Ringkanals 26 angeordnet. Innerhalb des Ringkanals 26 sind mehrere Boosterstufen 46 zur
Verdichtung der Luft vor dem Hochdruckverdichter 20 angeordnet.
Zwischen den Booster-Stufen 46 und dem Niederdruckverdichter 20 sind in den Bläserstrom führende
Abblaskanäle 50 angeordnet. Innerhalb jedes Abblaskanals 50 befindet sich ein stufenlos verstellbares Ventil 52
mit einer Stelleinrichtung 54, die die Ventile 52 über ein Gestänge 56 einstellt. Es ist zwar eine fluidische
Stelleinrichtung 54 gezeigt, es kann aber auch ein Motor oder ein anderer Antrieb verwendet werden.
F i g. 1 zeigt die Bypaßregelung gemäß dem beschriebenen Ausführungsbeispiel und die Steuerung der
Ventile 52 in Form eines Blockdiagramms 58 mit « folgenden Elementen: einem Drehzahlmeßfühler 60 zur
Erzeugung eines Signales in Abhängigkeit von der Hochdruckverdichterdrehzahl Λ/2, einem Temperaturmeßfühler
62 zur Erzeugung eines Signals in Abhängigkeit von der Temperatur Γ2 am Eintritt des Hochdruck- ^o
Verdichters 20 und einem vorprogrammierbaren Funktionsgeber 64, der in Abhängigkeit von Betriebskenngrößen
des Hochdruckverdichters 20 die Abblasventile 52 ansteuert. Außerdem enthält es einen Bremsungsmeßfühler 66 zur Erzeugung eines Übersteuerungssi- ■*'
gnals bei einer vorgegebenen Änderungsgeschwindigkeit der Hochdruckverdichterdrehzahl, die beispielsweise
durch die Änderungsgeschwindigkeit eines Steuerhebels 68 für das Triebwerk abgetastet werden kann. In
einer ersten Summiereinrichtung 70 werden das Übersteuerungssignal von dem Bremsungsmeßfühler 66
und ein die Stellung des Ventils 52 angebendes Rückführsignal addiert. In einer zweiten Summiereinrichtung
72 werden das Ausgangssignal der ersten Summiereinrichtung 70 und das Ausgangssignal des
Funktionsgebers 64 verglichen. Weiterhin dient ein Servomechanismus 74 zur Steuerung der Stelleinrichtung
54 und damit der Stellung der Ventile 52 in Abhängigkeit von dem Ausgangssignal der Summiereinrichtung
72.
Im Betrieb errechnet der Funktionsgeber 64 die korrigierte Hochdruckverdichterdrehzahl unter Verwendung
der Eingangssignale von den Meßfühlern 60 und 62 und erzeugt ein Ausgangssignal, das proportional
ist zu einem vorgegebenen Programm der Soll-Stellung h5
der Abblasventile 52 als Funktion der korrigierten Hochdruckverdichterdrehzahl. Der Servomechanismus
74 wird durch das Aaisgangssignal der zweiten
Summierstelle 72 betätigt und erzeugt ein geeignetes Signal in Form eines Druckes oder eines elektrischen
Signales oder eines mechanischen Signais zum Betätigen der Stelleinrichtung 54.
Wenn das Triebwerk 10 abgebremst wird, verringert sich die Drehzahl des Hochdruckverdichters infolge
seines geringeren Trägheitsmomentes schneller als die des Niederdruckverdichters. Während dieser Betriebszustände
kann sich die Differenz zwischen dem Aüsgangsstrom der Boosterstufen 46 und dem Luftstrombedarf
des Hochdruckverdichters 20 schnell erhöhen. Um während solcher Betriebszustände eine
ausreichende Sicherheit gegen ein Überschreiten der Abreißgrenze an den Booster-Stufen zu gewährleisten
und gleichzeitig eine Steuerung der Abblasventile 52 als Funktion leicht verfügbarer Betriebskenngrößen des
Hochdruckverdichters zu ermöglichen, ermittelt der Bremsungsmeßfühler 66 die Änderungsgeschwindigkeit
der Hochdruckverdichterdrehzahl und erzeugt ein Übersteuerungssignal, das fest oder variabel sein kann,
entsprechend der Änderungsgeschwindigkeit der Hochdruckverdichterdrehzahl. Das Übersteuerungssignal
wird dann als ein Regelabweichungssignal über die Summiereinrichtungen 70 und 72 an den Servomechanismus
74 weitergegeben.
Obwohl der Bremsungsmeßfühler 66 einfach die Drehzahl- und Temperatursignale der Meßfühler 60 und
62 verwenden kann, können auch andere leicht verfügbare Betriebskenngrößen benutzt werden, beispielsweise
die Änderungsgeschwindigkeit des Steuerhebels 68 für das Triebwerk, welche eine Fehlanpassung
des Luftstroms zwischen dem Niederdruck- und Hochdruckverdichter anzeigen.
F i g. 2 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel der Ventilsteuerung in dem Blockdiagramm 58 mit einer
verschiebbaren und drehbaren Welle 76. Der Temperaturmeßfühler 62 ist in Form einer Balgeneinrichtung
dargestellt, welche entsprechend der Temperatur Ti der
Luft am Einlaß zum Hochdruckverdichter 20 die Welle 76 verschiebt. Der Drehzahlmeßfühler 60 ist in Form
eines Fliehkraftreglers gezeigt, welcher die Welle 76 über eine Zahnradübersetzung 78 entsprechend der
Drehzahl des Hochdruckverdichters dreht. Der Funktionsgeber 64 ist dargestellt in Form einer dreidimensionalen
Nocke 65, deren Oberfläche in geeigneter Weise gestaltet ist, um die Soll-Stellung der Abblasventile 52
entsprechend einer vorgegebenen Funktion der korrigierten Hochdruckverdichterdrehzahl herbeizuführen
und außerdem ein Steuersignal über einen Nockenfolger 80 an den Servomechanismus 74 abzugeben,
welcher in Form eines Pilotventils gezeigt ist. Das Pilotventil weist Einlasse 82, denen ein Druckmittel
zuführbar ist, und eine Rückleitung 84 auf; es entspricht dem an sich bekannten Typ eines solchen Ventils und
liefert Strömungsmittel-Drucksignale an die Kammern 86 und 88 der Stelleinrichtung 54 über den Leitungen 90
und 92 entsprechend der Stellung des Nockenfolgers 80 und eines zugehörigen Verbindungsgestänges 94. Die
Summiereinrichtung 70 ist gezeigt als ein Gestänge 96, das an seinem Ende 98 schwenkbar mit einer Stange 100
eines Übersteuerungsbetätigungsmechanismus 102 verbunden ist. Dieser enthält weiterhin eine Vorspanneinrichtung
101, um den Kolben 103 des Stellmechanismus und die Stange 100 in die Lage zu drücken, welche einer
NichtüDersteuemng entspricht. Das Summiergestänge 96 ist außerdem zwischen den beiden Enden mit der
Kolbenstange 104 der Stelleinrichtung 54 schwenkbar verbunden, um ein Rückführungssignal zu liefern, das
der Ist-Stellung der Abblasventile 52 entspricht. Das
Ruckführungssignal wird dann über die Gestängeteile 106, 108 und 94 an den Servomechanismus 74
weitergeleitet.
Die Welle 76 kann mit einer zweiten Nocke 110 oder,
alternativ, mit einer Nocke 112 versehen sein, die mit dem Steuerhebe 68 des Triebwerks verbunden ist und
ein Nockenfolgergestänge 114 betätigt und dem Bremsungsmeßfühler 66 ein Eingangssignal zuführt,
welches die Änderungsgeschwindigkeit der Drehzahl des Hochdruckverdichters anzeigt.
Das eine Ende des Übersteuerungsbetätigungsmechanismus
102 steht über eine Leitung 116 und eine Strömungsverengung 118 in gewünschter Größe mit
einer Druckquelle in Verbindung. Die Leitung 116 wird durch eine öffnung 120 entlüftet. Ein Ventütci! 122
öffnet und schließt die Entlüftungsöffnung 120 und spannt oder entspannt dadurch den Mechanismus 102.
Wenn das Ventilteil 122 in einer solchen Position ist, daß die Belüftungsöffnung 120 geöffnet ist, dann werden
der Kolben 103 und die Kolbenstange 100 des Betätigungsmechanismus 102 durch die Vorspanneinrichtung
101 in der Lage entsprechend der NichtÜbersteuerung gehalten (s. F i g. 2). Dann befindet sich auch
das Gestängeende 98 zwischen der Kolbenstange 100 und dem Summiergestänge 96 in einer Stellung, in der
die Abblasventile allein in Abhängigkeit von der Nocke 65 und dem Stellungs-Rückführungssignal gesteuert
werden.
Wenn das Ventilteil 122 sich in eine Lage verschiebt, in der die Belüftungsöffnung 120 geschlossen ist, wird
Druckmittel in den Betätigungsmechanismus 102 geleitet, und der Kolben 103 bewegt sich entgegen der
Vorspanneinrichtung 101 nach unten (bei den in Fig. 2 gezeigten Relationen), und dadurch wird das Gestängeende
98 in eine zweite Stellung gebracht, in der ein Übersteuerungssignal erzeugt wird, das mit dem
Rückführungssignal zusammengefaßt und dem Servomechanismus 74 über die Gestängeteile 106,108 und 94
zugeführt wird. In der Ausführungsform nach Fig. 2 reagiert der Servomechanismus 74 auf ein solches
ÜbersteueruRgssignal in der Weise, daß er sein
Druckausgangssignal zur Stelleinrichtung 54 so neu einstellt, daß die Kolbenstange 104 nach unten
geschoben wird und dadurch die Abblasventile 52 geöffnet werden bzw. der Strömungsquerschnitt der
Abblaskanäle um einen vorgegebenen Betrag erhöht wird.
Für den Fall entsprechend Fig. 1 wird jetzt die Einrichtung zur Ermittlung der Änderungsgeschwindigkeit
der Drehzahl des Hochdruckverdichters oder der Änderungsgeschwindigkeit der Stellung des Steuerhebels
68 des Triebwerks beschrieben. Dabei sei das Verhältnis von Trägheitsmoment zu verfügbarem
Drehmoment für den Niederdruckverdichter größer als für den Hochdruckverdichter angenommen. Die Nocke
110 oder 112 ist so gestaltet, daß sich der Nockenfolger
114 infolge einer Verringerung der korrigierten Hochdruckverdichterdrehzahl in der durch den Pfeil 124
angegebenen Richtung bewegt Das Ventilteil 122 ist, wie bei 125 gezeigt mit dem Gestänge für den
Nockenfolger über eine Stange 126 schwenkbar verbunden. Die Stange 126 trägt einen Steuerschieber
128. der in einem Zylinder 130 verschiebbar ist und den StrömLngsquerschnitt einer öffnung oder Düse 132
verändert. Im Innern des Zylinders 130 wird durch den Steuerschieber 128 und einen im Abstand angebrachten
Ausgleichskolben 136 eine Kammer 134 gebildet. Die öffnung 132 verbindet die Kammer 134 mit einer
Druckmittelquelle über einen Kanal 138 und eine Strömungsverengung 140 und ist über eine Auslaßleitung
142 und eine entsprechende Strömungsverengung 144 entlüftet. Das Gestänge 114 des Nockenfolgers ist,
wie bei 146 gezeigt, schwenkbar mit einer Stange 148 eines Kolbens 150 verbunden, der in einem Zylinder 152
gleitend angebracht ist und zusammen mit dem Zylinder eine Kammer 154 am stangenseitigen Ende und eine
Kammer 156 bildet. Die Kammer 154 ist über einen Kanal 158 mit der Druckmittelquelle verbunden,
während die Kammer 156 mit der Druckmittelquelle über die Strömungsverengung 140 und den Kanal 158 in
Verbindung steht.
Bei einer Abbremsung des Triebwerkes im Betrieb schwenkt der Nockenfolger 114 um die momentan
festgelegte Verbindung 146 in der mit dem Pfeil 124 bezeichneten Richtung und verschiebt über die Verbindung
125 den Stab 126 in der Schließrichtung der Entlüftungsöffnung 120. Gleichzeitig bewegt sich der
Steuerschieber 128 so, daß der Strömungsquerschnitt der öffnung 132 vergrößert wird.
Die Nocke 110 oder 112 ist derart gestaltet, daß bei
einer vorgegebenen Änderungsgeschwindigkeit der Hochdruckverdichterdrehzahl die Stange 126 ausreichend
verschoben wird, um die Entlüftungsöffnung 120 zu schließen. Daraufhin wird der Betätigungsmechanismus
102 unter Druck gesetzt, und der Servomechanismus 74 öffnet die Abblasventile 52 weiter.
Wenn die öffnung 132 geöffnet ist, wird der Strömungsmitteldruck in dem Kanal 134 und damit der
auf die Fläche 159 des Kolbens 150 wirkende Druck verringert und bewirkt, daß sich der Kolben 150 und die
Schwenkverbindung 146 in Richtung des Pfeiles 160 bewegen. Wenn bei einer solchen Bewegung nicht
gleichzeitig eine weitere Abbremsung des Hochdruckverdichters ausreichender Größe erfolgt, wird diese
Bewegung die Belüftungsöffnung 120 öffnen und den Steuerschieber 128 in eine Stellung zurückführen, in
welcher der Druck in dem Kanal 134 ausreicht, um den Kolben 150 im Gleichgewicht zu halten.
Während der Beschleunigungsperioden des Hochdruckverdichters wird die Stange 126 in einer Richtung
verschoben, welche einer Verkleinerung der Querschnittsfläche der öffnung 132 und einer Druckerhöhung
134 entspricht. Daraufhin bewegt sich der Kolben 150 entgegengesetzt zur angegebenen Richtung des
Pfeils 160, bis die öffnung 132 in eine Gleichgewichtsstellung mit dem Kolben 150 gebracht ist. Die
gemeinsame Bewegung des Nockenfolgers 114, der sich entgegengesetzt zur Richtung des Pfeils 124 bewegt,
und der Stange 148, die sich entgegengesetzt zur Richtung des Pfeils 160 bewegt führt zu einer
Bewegung der Stange 126 in einer Richtung, welche die Belüftungsöffnung 120 offenhält. Somit wird deutlich,
daß in dem Ausführungsbeispiel nach Fig.2 der Bremsungsmeßfühler 66 nur während der Abbremsungsperioden
des Hochdruckverdichters wirksam ist. Wenn dagegen das Verhältnis des Trägheitsmomentes
zum verfügbaren Drehmoment des Niederdruckverdichters kleiner ist als dasjenige des Hochdruckverdichters,
wie beispielsweise bei einem Zweiwellen-Turbostrahltriebwerk, dann kann die Nocke 110 oder 112 so
geformt sein, daß sie während der Beschleunigungsperioden des Triebwerks eine Bewegung des Nockenfolgers
114 in der Richtung des Pfeils 124 bewirkt
F i g. 3 zeigt als Beispiel ein Programm für den Bypaß-Durchflußquerschnitt in Abhängigkeit von der
korrigierten Hochdruckverdichterdrehzahl, und zwar mit und ohne Übersteuerung. Vorzugsweise weist bei
einem Gasturbinenbläsertriebwerk nach F i g. 1 der programmierte Bypaß-Querschnitt ein Maximum bei
niedrigen korrigierten Hochdruckverdichterdrehzahlen auf und fällt dann mit wachsenden korrigierten
Drehzahlen ab, wie es in F i g. 3 gezeigt ist.
Gleichzeitig wird der minimale Durchflußquerschnitt vorzugsweise so bemessen, daß er eine umgekehrte
Strömung ausreichender Größe von dem Bläserkanal 18 zum Hochdruckverdichter 20 gestattet, um ein zufriedenstellendes
Anfahren des Triebwerkes zu ermöglichen, wenn der Niederdruckläufer 36 durch Luftströ-
mung in umgekehrter Richtung frei läuft (Windmühlen-Effekt),
wie es beispielsweise bei einem ausreichenden Rückenwind bei Flugzeugen geschehen kann.
Durch den Bremsungsmeßfühler 66 berücksichtigt die Bypaßregelung gemäß dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
das langsamere oder schnellere Ansprechen des Niederdruckläufers 36 relativ zum Hochdruckläufer
34 und sorgt für einen vergrößerten Bypaß-Durchflußquerschnitt im Abblasventil, um einer Vergrößerung
der Booster-Strömung Rechnung zu tragen und dadurch einen Rückdruck und einen Strömungsabriß an
den Booster-Stufen zu verhindern.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Bypaßregelung für ein Gasturbinenbläsertriebwerk mit folgenden Merkmalen:
a) zwei hintereinander geschaltete, unabhängig voneinander von je einer Turbine angetriebene
Verdichter, und zwar ein Niederdruck- und ein Hochdruckverdichter, sind vorgesehen;
b) das Verhältnis von Trägheitsmoment eines Läufers zum verfügbaren Drehmoment seiner
Turbine ist für einen Läufer größer als für den anderen;
c) zwischen den Verdichtern ist ein Abblaskanal mit einem in Abhängigkeit von Betriebskenngrößen
regelbaren Ventil zur Ableitung von dem Niederdruckverdichter geförderter Luft in
den Bläserstrom angeordnet;
gekennzeichnetdurch folgende Merkmale:
d) das Ventil (52) ist stufenlos verstellbar und durch einen vorprogrammierbaren, auf Betriebskenngrößen
(N2, T2) des Hochdruckverdichters
(20) ansprechenden Funktionsgeber (64) ansteuerbar;
e) das Ausgangssignal des Funktionsgebers (64) ist durch ein in Abhängigkeit von der Änderungsgeschwindigkeit der Hochdruckverdichterdrehzahl
(N2) abhängiges Signal übersteuerbar.
2. Bypaßregelung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Funktionsgeber (64) auf die
Temperatur (T2) am Eintritt des Hochdruckverdichters
(20) und auf dessen Drehzahl (N2) anspricht.
3. Bypaßregelung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ermittlung der
Änderungsgeschwindigkeit der Hochdruckverdichterdrehzahl durch Abtastung der Änderungsgeschwindigkeit
eines Steuerhebels (68) zur Vorgabe des Triebwerkschubs erfolgt.
4. Bypaßregelung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein die Stellung des
Ventils (52) angebendes Rückführsignal und das von der Änderungsgeschwindigkeit der Hochdruckverdichterdrehzahl
abhängige Signal eine erste Summiereinrichtung (70) beeinflussen, deren Ausgangssignal
das Ausgangssignal des Funktionsgebers (64) übersteuert.
5. Bypaßregelung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine zweite Summiereinrichtung (72) zum
Vergleich der Ausgangssignale des Funktionsgebers (64) und der ersten Summiereinrichtung (70) zur
Erzeugung eines das Ventil (52) ansteuernden Fehlersignales.
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