DE2122491A1 - Verfahren zur Herstellung von DL-Methionin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von DL-Methionin

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DE2122491A1 DE19712122491 DE2122491A DE2122491A1 DE 2122491 A1 DE2122491 A1 DE 2122491A1 DE 19712122491 DE19712122491 DE 19712122491 DE 2122491 A DE2122491 A DE 2122491A DE 2122491 A1 DE2122491 A1 DE 2122491A1
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    • C07D233/54Heterocyclic compounds containing 1,3-diazole or hydrogenated 1,3-diazole rings, not condensed with other rings having two double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D233/66Heterocyclic compounds containing 1,3-diazole or hydrogenated 1,3-diazole rings, not condensed with other rings having two double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
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Description

DA-4294
Beschreibung • · zu der Patentanmeldung
der Firma
ASAHI KASEI KOGYO KABUSHIKI KAISHA No. 25-1, 1-chome, Dojima-hama-dori, Kita-ku, Osaka City, Japan
betreffend
Verfahren zur Herstellung von DL-Methionin
Priorität: 8. Mai 1970, Japan, Nr. 45-38629
Die Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes Herstellungsverfahren für DL-Methionin und insbesondere auf ein Verfahren zur Herstellung von DL-Methionin, wobei man Acroleincyanhydrin mit Methylmercaptan, einer Ammoniak oder einer ammoniumergebenden Substanz in Gegenwart eines organischen oder wässrigen organischen Lösungsmittels umsetzt. Hierbei findet eine Additionsreaktion des Methylmercaptans an die Doppelbindung des Acroleincyanhydrins unter gleichzeitiger Bildung, eines Hydantoinrings statt, worauf sich die Hydrolyse des resultierenden Produkts anschliesst.
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Zur Herstellung von DL-Methionin über eine Hydantoin-Ringschlussreaktion, sind verschiedene Wege bekannt, die sich durch die folgenden Gleichungen wiedergeben lassen:
CH3SCH2CH2CHO
(MA)
Hydrolyse CH5SCH2CH2CH-CO >DL-Methionin
Aus den U.S.A.Patentschriften 2 527-366 und 2 557 913 sowie der britischen Patentschrift 63O 139 ist der Weg (a) bekannt» Danach kann DL-Methionin durch Umsetzen von ß-Methylthiopropionaldehyd (im folgenden als MA bezeichnet) mit einem Cyanid» Ammoniak und einer Karbonsäure erhalten werden-, wobei eine Hydantoin-Ringbildung stattfindet und anschliessend die resultierenden Hydantoin-Derivate, z.B. 5-(ß-Methylthioäthyl)-hydantoin (im folgenden MH genannt) hydrolysiert wircL Als VerfahrensVariante des Verfahrens (a) kann die britische Patentschrift 653SOJ5 die japanische Patentveröffentlichung
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14688/1964 und Journal of the American Chemical Society 70, 1450 (1948) angesehen werden, entsprechend dem Weg (b). Danach lässt sich DL-Methionin herstellen, indem man MA einer Additionsreaktion mit-Cyanwasserstoffsäure unterwirft, wobei man α-Hydroxy-Y-methyl-mercaptobutyronitril (im folgenden MC genannt) erhält, worauf sich die Hydantoin-Ringbildungsreaktion des MC anschliesst und man schliesslich hydrolysiert.
Im Zusammenhang mit einem Verfahren zur Herstellung von MA, das als Ausgangsmaterial für die oben erwähnten bekannten Verfahren verwendet v/erden kann, ist z.B. aus den U-S.A. Patentschriften 2 485 236 und 2 527 366 und der japanischen Patentanmeldung 19090/1960 bekanntgeworden, dass man Acrolein einer Additionsreaktion mit Methylmercaptan in Gegenwart eines Katalysators unterwerfen kann.
Den bekannten, oben erwähnten Verfahren haften jedoch einige Nachteile an. So wird z.B. bei der Herstellung von MA durch Addition von Methylmercaptan an Acrolein eine sehr grosse Menge Methylmercaptan benötigt und ausserdem ist die Ausbeute des MA nicht hoch genug. Der oben erv/ähnte Weg (b) muss notwendigerweise in zwei Stufen begangen werden, nämlich in der Herstellung von MC durch Addition von Cyanwasserstoffsäure an MA und in der Hydantoin-Ringbildungsreaktion des MC; es handelt sich also um eine verhältnismässig komplizierte Reaktion. Hinzukommt, dass man bei Beschreiten des Wegs (b)
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für die Additionsreaktion der Cyanwasserstoffsäure normalerweise einen Katalysator benötigt.
Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von DL-Methionin anzugeben, das sich leicht und wirtschaftlich durchführen lässt.
) . Es ist eine andere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren anzugeben, wonach sehr reines DL-Methionin in hoher Ausbeute erhalten werden kann.
Bei den Bemühungen der Erfinder, ein verbessertes Verfahren für die Synthese von DL-Methionin unter Verwendung von Acrolein" als Ausgangsmaterial,anzugeben, hat sich gezeigt, dass man als Ausgangsmaterial Acroleincyanhydrin (im folgenden AC genannt) verwenden kannj es ist leicht durch Reaktion von . · Acrolein mit Cyanwasserstoffsäure oder Alkalicyanid mit geringen Kosten zugänglich.
Das Verfahren der Erfindung zur Herstellung von DL-Methionin besteht in der Umsetzung von Acroleincyanhydrin (AC) mit Methylmercaptan, einer Ammoniak oder ammonium-ergebenden Substanz und einer Karbonsäure oder einer ein Karbonat bildenden Substanz, in Gegenwart eines organischen oder wässrigen organischen Lösungsmittels, wobei eine Additionsreaktion des Methylmercaptans an die Doppelbindung des Acroleincyanhydrins
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(AC) stattfindet, unter gleichzeitiger Bildung des Hydantoinrings, worauf das Reaktionsgemisch hydrolysiert wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann durch die folgende Reaktionsgleichung wiedergegeben werden:
CH2=CH-CH-CN+CH3SH+NH4 ++C02^
OH HN NH
Hydrolyse (MH) : >. DL-Methionin
Ein wesentlicher Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung besteht in der Addition von Methylmercaptan an die Doppelbindung von AC, wobei die Hydantoin-Ringbildung gleichzeitig in einer Stufe stattfindet und das resultierende Hydantoin-Derivat-Zwischenprodukt zu sehr reinem DL-Methionln in hoher Ausbeute hydrolysiert wird. Bemerkenswert ist, dass das erfindungsgemässe Verfahren keinen Katalysator erfordert und leicht durchgeführt v/erden kann und auf diese V/eise eine wirtschaftliche Herstellung von DL-Methionin ermöglicht.
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Andererseits hat einer der Erfinder in der japanischen Patentveröffentlichung 63241/1966 die Synthese von MC als Zwischenprodukt auf den Weg (b) beschrieben. Danach wird AC mit Methylmercaptan unter den im folgenden angegebenen speziellen Bedingungen umgesetzt. Das Verfahren für diese Synthese von MC besteht in der Umsetzung von AC mit Methylmercaptan in einem organischen Lösungsmittel in Gegenwart von 0,05 bis 0,0001 Äquivalenten eines alkalischen Katalysators, wobei die Reaktion untersolchen Bedingungen durchgeführt wird, dass der Wassergehalt des Reaktionsgemisches bei 1 % oder weniger gehalten wird. Bei der praktischen Durchführung dieses Verfahrens ist es jedoch für gute Ergebnisse notwendig, die Menge des Katalysators zu verringern und den Wassergehalt so gering wie möglich zu halten.
Im Gegensatz hierzu kann erfindungsgemäss die Reaktion von AC mit Methylmercaptan mit der für die Hydantoin-Ringbildung verantwortlichen Substanz leicht und ohne spezielle Begrenzung des Wassergehalts im Reaktionsgemisch durchgeführt werden. Ferner ist zu beachten, dass bei dem vorliegenden Verfahren die für die Hydantoin-Ringbildung verantwortliche Substanz, z.B. Ammoniumkarbonat auch als Katalysator für die Additionsreaktion von Methylmercaptan mit AC dienen kann.
Wie bereits erwähnt 9- kann das erfindungsgemässe Verehren vorteilhaft,ohne Beeinträchtigung durch die Gegenwart
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von Wasser in dem Reaktionsgemisch durchgeführt werden. Die folgenden Ausführungen werden anhand der beigefügten Zeichnung gemacht, in der ein Diagramm dargestellt ist, v/elches das Verhältnis zwischen dem Wassergehalt als Lösungsmittel von Methanol und der Ausbeute von Methionin darstellt. Wie man aus der Fig. ersieht, -wird die Ausbeute an Methionin nur unwesentlich verringert, selbst wenn der Viassergehalt im Methanol 50 Gewichtsprozent beträgt, bezogen auf das Gesamtgewicht.des wässrigen Methanollosungsmittels. Man kann aus dieser Tatsache den Schluss ziehen, dass das erfindungsgemässe Verfahren sich grundsätzlich von der Synthese von MC unterscheidet, die in der oben erwähnten japanischen Patentveröffentlichung 63241/1966 beschrieben ist.
Im allgemeinen ist das für das erfindungsgemässe Verfahren als Ausgangsmaterial zu verwendende AC unter alkalischen Bedingungen instabil. Wenn eine Base in dem System vorhanden ist, so ergeben sich mit dem AC Nebenreaktionen wie Zersetzung und Polymerisation, sodass schliesslich der grösste Teil hiervon in harzartige Substanzen umgewandelt wird. Bei dem erfindungsgemässen Verfahren wird AC mit Methylmercaptan und einer, einen Hydantoinring bildenden Substanz umgesetzt. Die Hydantoinring bildende Substanz ist ein basisches Material, das einen schädlichen Einfluss auf AC hätte und dessen Stabilität verringern würde. Wegen der Koexistenz von Methylmercaptan kann jedoch die gewünschte Reaktion erfindungsgemäss glatt ablaufen, ohne dass sich harzartige Substanzen bilden, obwohl
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das Reaktionssystem basisch ist. Um den mit dem erfindungsgemässen Verfahren erzielten Effekt zu verdeutlichen, v/urde folgender Vergleichsversuch durchgeführt: AG wurde mit Ammoniumkarbonat in Abwesenheit von Methylmercaptan umgesetzt. Entgegen den Erwartungen, dass sich 5-Viny!hydantoin bilden würde, erhielt man eine harzartige Substanz unbekannter Struktur. Es muss also als überraschend angesehen werden, dass erfindungsgemäss die Addition von Methylmercaptan an AC und die Hydantoin-Ringbildung unter Verwendung einer Ammoniak oder ammonium-ergebenden Substanz und einer Karbonsäure oder einer ein Karbonat bildenden Substanz einstufig, ohne schädliche Nebenreaktionen wie Zersetzung und Polymerisation von AC,, durchgeführt werden kann.
Das als Ausgangsmaterial dienende AC kann nach Reinigung durch Destillation oder inform einer Lösung in einem geeigneten Lösungsmittel eingesetzt werden. AC ist eine Verbindung, die ausserordentlich stabil ist, wenn sie unter sauren Bedingungen und bei niederen Temperaturen aufbewahrt wird. Da die Cyanwasserstoffsäure, die bekanntlich ausserordentlich giftig ist, in ihrer kombinierten Form mit Acrolein verwendet wird, ist ihre Handhabung und ihr Transport leicht zu bewerkstelligen und erfordert keine so strengen Sicherheitsbestimmungen am Herstellungsort. Somit ist das erfindungsgemässe Verfahren auch unter dem Gesichtspunkt von AC als Ausgangsmaterial sehr vorteilhaft.
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Bei der Durchführung der ersten Stufe, d.h. der Hydantoin-Ringbildungsreaktion gleichzeitig mit der Addition in dem erfindungsgemässen Verfahren, kann die Reaktion in Ge-^ genwart eines organischen Lösungsmittels oder eines wässrigen organischen Lösungsmittels durchgeführt werden. Als organische Lösungsmittel können alle organischen Lösungsmittel Anwendung finden, die während der Reaktion sich nicht zersetzen und unter den Reaktionsbedingungen inert sind. Beispiele hierfür sind übliche Lösungsmittel wie Alkohole, Alkoholäther, Nitrile, Nitroalkane, Amide, Amine, Äther, Kohlenwasserstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Ketone, Aldehyde, organische Karbonsäuren, Ester und dergleichen. Bevorzugt werden niedere aliphatisehe Alkohole, niedere aliphatische Nitrile, Nitroalkane, Alkoholäther, Dialkylsulfoxyde, Dialkyiformamide, Dialkylacetamide, Hexaalkylphosphoramide, cyclische Amine und dergleichen, weil sie günstige Ergebnisse liefern. Beispiele für bevorzugte Lösungsmittel sind Methanol, Äthanol, Isopropanol, n-Propanol, t-Butanol, n-Butanol, Äthylenglykol, Acetonitril, Propionitril, Malonitril, Bernsteinsäurenitril, Äthylenglykol-monomethyläther, Nitromethan, Nitroäthan, Dimethylformamid, Dimethylacetamid, N-Methylpyrrolidon, Dimethylsulfoxid, Hexamethylphosphoramid, Pyridin und dergleichen. Das organische Lösungsmittel kann Wasser enthalten. Der Wassergehalt beträgt vorzugsweise nicht mehr als 50 Gev/ichtsprozent.
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- ίο -
Die Reaktion dieser Stufe wird bei einer Temperatur von etwa 30 bis etwa 200° C und vorzugsweise bei etwa 50 bis 150° C wegen der Reaktionsgeschwindigkeit der Selektivität der Reaktion und anderer Faktoren durchgeführt.
Die Reaktionsdauer ist nicht ausschlaggebend, jedoch ist die Reaktion gewöhnlich in etwa 0,5 bis 3 Stunden vollständig.
Das bei dieser Stufe zu verwendende Methylmercaptan kann in gasförmigem oder flüssigem Zustand vorliegen. Die Menge an Methylmercaptan beträgt theoretisch ein Äquivalent zu AC, wird jedoch vorzugsweise in einem geringen Überschuss angewandt.
Beispiele für Ammoniak4 oder ammonium-ergebende Substanzen sind gasförmiges Ammoniak, flüssiges Ammoniak, Ammoniumkarbonat, Ammoniumbromid, Ammoniumsulfat, Ammoniumacetat, Ammoniumcyanid, Ammoniumcarbamat, Ammoniumhydrogenkarbonat und dergleichen. Beispiele für Karbonsäuren oder Karbonate ergebende Substanzen sind gasförmiges Kohlendioxyd, festes Kohlendioxyd, Ammoniumkarbonat, Ammoniumcarbamat, Ammoniumhydrogenkarbonat, Natriumkarbonat und dergleichen. Wie man sieht, kann die Ammoniak oder ammonium-ergebende Substanz die gleiche sein, wie die Karbonsäure oder die das Karbonat bildende Substanz. Die zu verwendende Menge ist nicht ausschlaggebend, jedoch werden diese Substanzen geiröhnlich für die Hydantoinbilduiigsreaktion in
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einer Menge von 1 bis 4 Moläquivalenten, vorzugsweise von 1,5 bis 3 Moläquivalenten auf AC verwendet.
Die Reaktion kann unter Atmosphärendruck durchgeführt v/erden, während man gasförmiges Methylmercaptan in das Reaktionssystem einbläst oder unter Überdruck während man Methylmercaptan in flüssigem Zustand hält.
Nach Beendigung der Reaktinn in der oben erwähnten ersten Stufe wird das Reaktionsgemisch als solches,.oder falls notwendig, nach der Abdestillation von Lösungsmittel der zweiten Stufe, als Konzentrat verwendet. Bei der Durchführung dieser zweiten Stufe, d.h. bei der Hydrolyse kann diese Reaktion in geeigneter Weise durchgeführt werden, indem das Reaktionsgemisch oder das Konzentrat der ersten Stufe hydrolysiert. Die Hydrolyse kann auch so durchgeführt werden, wie dies für die Hydrolyse von Hydantoin bekannt ist. Hierzu gehört das Erhitzen in Gegenwart einer geeigneten Base oder Säure. Geeignete Substanzen hierfür sind Alkalihydroxyde, z.B. Natriumoder Kaliumhydroxyd, Erdalkalihydroxyde, z.B.'Kalzium- oder Bariumhydroxyd, Alkalikarbonate, z.B. Natrium- oder Kaliumkarbonat und dergleichen. Geeignete Beispiele für Säuren sind anorganische Säuren, z.B. Salz- oder Schwefelsäure, ferner organische Säuren wie Essig- oder Propionsäure.
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Nach Beendigung der zweiten Stufe kann das gewünschte Produkt, DL-Methionin leicht als reine Kristalle aus dem Reaktionsgemisch isoliert werden, indem man diese Substanz auf übliche Weise isoliert und reinigt, z.B. durch Behandlung mit einem geeigneten Ionenaustauscherharz oder durch Neutralisieren.
Einige der mit dem erfindungsgemässen Verfahren erzielten Vorteile gegenüber den bekannten Methoden zur Herstellung von DL-Methionin sind folgende: besonders hohe Ausbeute bezogen auf Acroleincyanhydrin; hohe Reinheit des Endprodukts, Titer von DL-Methionin = 99 bis 99,5 %.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert, die jedoch keine Beschränkung darstellen sollen.
Beispiel 1
In einen Autoklaven mit einem Fassungsvermögen von 2 1 wurden 83 g Acroleincyanhydrin, 240 g Ammoniumbikarbonat und 58 g Methylmercaptan zusammen mit 1.000 ml Methanol gegeben. Das Gemisch wurde unter Rühren 1,5 Stunden auf 80° C erhitzt. Nach Beendigung der Reaktion wurde das Reaktionsgemisch unter vermindertem Druck konzentriert und dann wurden zu der resul tierenden braunen Paste 600ml 3-n NaOH gegeben. Dieses Gemisch wurde 1,5 Stunden auf 16O° C erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde
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durch Amberlite 200 (Handelsbezeichnung eines Ionenaustauscherharzes) hindurchgeleitet, das dann mit 5 %-igem wässrigem Ammoniak eluiert wurde. Das Eluat wurde mit Aktivkohle behandelt und ergab nach dem Konzentrieren.120 g DL-Methionin inform von Kristallen.
Beispiel 2
Eine Reihe von Versuchen wurde mit verschiedenen Lösungsmitteln wie folgt ausgeführt:
In einem Druckreaktor aus rostfreiem Stahl mit einem Fassungsvermögen von 100 ml wurden 3,32 g Acroleincyanhydrin und 9,5 g Ammoniumbikarbonat zusammen mit 40.-ml des unten angegebenen organischen Lösungsmittels gegeben. Das Reaktionsgefäss wurde von aussen mit Trockeneis-Methanol auf -30° C gekühlt. Gesondert wurden 2,0 g von kaltem,flüssigem Methy!mercaptan aus einer Bombe entnommen und in das Reaktionsgefäss eingeleitet. Der Reaktor wurde dann verschlossen und in einem Ölbad bei 80° C 1,5-Stunden lang geschüttelt. Danach wurde das Lösungsmittel aus dem Reaktionsgemisch entfernt und zu dem Rückstand wurden 40 ml 2-n NaOH gegeben; das ganze wurde dann mit Wasser verdünnt, um insgesamt 50 ml zu ergeben. Das Gemisch wurde 1,5-Stunden auf 16O° C erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde in der gleichen V/eise wie bei Beispiel 1 aufgearbeitet, wobei man DL-Methionin in den im folgenden angegebenen Ausbeuten erhielt.
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Organisches Lösungsmittel Ausbeute an DL-Methionin {%)
Methanol 87.9
Äthanol 84.0 ■
Isopropanol 82.0
t-Butanol 80.0
Äthylenglyc öl 83.5
Acetonitril 85.2
Nitromethan 76.5
Dimethylacetamid 83.3
Dimethylformamid 83.0
Tetrahydrofuran 72.1
Pyridin 84.5
Dimehtylsulfoxid 80.5
Aceton 74.2
Chloroform 72.2
Benzol 70; 5
Äthylenglycol-
menomethyläther
75.5
Beispiel g
Eine Versuchsreihe wurde, ähnlich wie bei Beispiel 2 durchgeführt, jedoch mit der Abweichung, dass anstelle der oben angegebenen organischen Lösungsmittel solche mit einem Waaserge-
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halt verwendet wurden. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
wässriges organisches Lösungsmittel
organisches
Lösungsmittel
Menge des org.
Lösungsmittels
(ml.)
Wassermenge
(ml.)
It Ausbeute an
DL-Methioniri
(%)
Methanol 40 3.5 85.0
I! Il 9.0 83.3
I! Il 15.0 81.5
Äthanol Il 3.5 81.5
It Il 9.0 79.5
Il Il 15.0 81.2
Acetonitril Il 3.5 85.2
Isopropanol Il It 82.9
Dimethylformamid Il Il ' 81.0
Tetrahydrofuran Il Il 72.5
Aceton Il 74.0
Beispiel 4
In einen Druckreaktor mit einem Fassungsvermögen von 100 ml wurden 3,32 g Acroleincyanhydrin, 2,0 g Methylmercaptan und die im folgenden angegebene Menge eines Hydantoinring bilden-
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den Mittels, zusammen mit 3 Moläquivalenten Methanol gegeben. Dann wurde die Reaktion, wie bei Beispiel 2, durchgeführt. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
Hydantoin-ringbildende . Ausbeute an DL-Methionin Substanz
Ammoniumcarbonat 85.9
Ammoniumbicarbonat 87.8
flüssiges Ammoniak )
f 83.6 festes Kohlendioxid J
Ammoniumcarbaraat 80.5
Beispiel 5
3,32 g Acroleincyanhydrin und 9,5 g Ammoniumbikarbonat wurden in .40 ml Methanol gelöst und dann'in einen Druckreaktor aus rostfreiem Stahl mit einem Fassungsvermögen von 100 ml gegeben. Das Reaktionsgefüss wurde von aussen mit Trocken eis-Methanol auf -30° C gekühlt. Gesondert wurden 2,0 g kaltes flüssiges Methylraercaptari aus einer Bombe entnommen und in das RcaktionsgefäsG eingeleitet, das darin verschlossen wurde. Die Hydaiitoin-riiißbildeiide Reaktionen wurden bei verschiedenen, im
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folgenden angegebenen Temperaturen durchgeführt. Danach wurde das Lösungsmittel aus dem Reaktonsgemisch entfernt und der Rückstand mit 40 ml 2-n NaOH versetzt. Dieses Gemisch wurde dann, mit Wasser verdünnt, wobei insgesamt 50 ml erhalten wurden. Das resultierende Gemisch wurde 1,5 Stunden auf 160 C zur Reaktion erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde wie bei Beispiel 1 aufgearbeitet, wobei man DL-Methionin in d.en im folgenden angegebenen Ausbeuten erhielt.
Hydantoinringbxldung für die
Reaktionstemperatur (0C)
40 60 100 150
Reaktionsdauer / Std. 3 2 1 0.5
Ausbeute an DL-Methionin, % 65 78 87 - 69
Patentansprüche
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Claims (8)

  1. Patentansprüche
    1L
    Addition einer Acroleinverbindung an Methylmercaptan, dadurch gekennzeichnet , daß man Acroleincyanhydrin mit Methylmercaptan, einer Ammoniak oder ammoniumergebenden Substanz und einer Carbonsäure oder einer Carbonsäure bildenden Substanz in Gegenwart eines organischen, gegebenenfalls Wasser enthaltenden Lösungsmittels unter Addition von Methylmercaptan an die Doppelbindung von Acroleincyanhydrin und gleichzeitiger Hydantoin-Ringbildung, vorzugsweise bei 30 bis 200°C umsetzt, worauf man das resultierende Produkt hydrolysiert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ammoniak oder ammonium-ergebende Substanz die gleiche Substanz verwendet, die als Carbonsäure oder ein Carbonat bildende Substanz dient.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß man als Ammoniak oder' ammonium-liefernde Substanz gasförmiges oder flüssiges Ammoniak, Ammoniumcarbonat, Ammoniumbromid, Ammoniumsulfat, Ammoniumacetat, Amraoniumcyanid, Ammoniumcarbamat und/oder Ammoniumhydrogencarbonat verwendet.
    109848/1891
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Carbonsäure oder Carbonat ergebende Substanz gasförmiges oder festes Kohlendioxyd, Ammoniumcarbonat, Ammoniumhydrogencarbonat, Ammoniumcarbamat und/ oder Natriumcarbonat verwendet.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel niedere aliphatische Alkohole, niedere aliphatisch^ Nitrile, Nitroalkane, Alkoholäther, Dialkylsufolxide, Dialkylformamide, Dialkylacetamide, Hexaalkylphosphoramide und/oder cyclische Amine insbesondere Methanol, Äthanol, Isopropanol, n-Propanol, t-Butanol, n-Butanol, Äthylenglykol, Acetonitril, Propiönitril, Malonsäurenitril, Bernsteinsäurenitril, Äthylenglykol-Monomethyläther, Nitromethan, Nitroäthan, Dimethylformamid, Dimethylacetamid, N-Methylpyrrolidon, Dimethylsulfoxyd, Hexamethy!phosphoramid und/oder Pyridin verwendet.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß man das HethyImercaptan in einem Überschuß zu dem Acroleincyanhydrin verwendet.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Ammoniak oder ammoniumliefernde Substanz und/oder die Carbonsäure bzvr. Carbonat liefernde Substenz in einer Menge von wenigstens einem Moläquivalent, bezogen auf Acroleincyanhydrin, verwendet.
    1 098Λ8 /1RQ1
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch g e k e η η zeichnet , daß man ein organisches Lösungsmittel verwendet, dessen Wassergehalt nicht mehr als 50 Gew.-% beträgt.
    109848/1891
DE19712122491 1970-05-08 1971-05-06 Verfahren zur Herstellung von D1L-Methionin Expired DE2122491C3 (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
JP45038629A JPS49817B1 (de) 1970-05-08 1970-05-08
JP3862970 1970-05-08

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE2122491A1 true DE2122491A1 (de) 1971-11-25
DE2122491B2 DE2122491B2 (de) 1976-06-10
DE2122491C3 DE2122491C3 (de) 1977-01-20

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ID=

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0780370A2 (de) 1995-12-18 1997-06-25 Degussa Aktiengesellschaft Verfahren zur Herstellung von D,L-Methionin oder dessen Salzen
FR2772026A1 (fr) * 1997-12-05 1999-06-11 Rhone Poulenc Nutrition Animal Procede de preparation de la methionine ou de l'hydroxyanalogue
EP4410767A1 (de) 2023-02-03 2024-08-07 Röhm GmbH Nachhaltiges c3 verfahren mit integrierter erzeugung von rohstoffen

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Also Published As

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DE2122491B2 (de) 1976-06-10
FR2109585A5 (de) 1972-05-26
JPS49817B1 (de) 1974-01-10
GB1352781A (en) 1974-05-08
BE801603Q (fr) 1973-10-15
US3917683A (en) 1975-11-04

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