DE206332C - - Google Patents
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Classifications
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- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01B—CABLES; CONDUCTORS; INSULATORS; SELECTION OF MATERIALS FOR THEIR CONDUCTIVE, INSULATING OR DIELECTRIC PROPERTIES
- H01B17/00—Insulators or insulating bodies characterised by their form
- H01B17/20—Pin insulators
Landscapes
- Insulators (AREA)
Description
bet
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
206332 KLASSE 21 c. GRUPPE
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Isolator für Hochspannungsanlagen, bei dem
in besonderer Weise die beim Eintreten von Regengüssen leicht auftretenden Randentladüngen,
d. h. durch abtropfendes Wasser verursachten Entladungen vom Draht um den Isolator herum nach der Stütze, erschwert
werden.
Die Aufgabe. wird in der Weise gelöst, daß
ίο der Regen infolge einer besonderen Anordnung
des Isolators an Stellen zum Abtropfen kommt, wo ein starkes elektrisches Feld herrscht, das
die Tropfen in einer von den Stützen abgewandten Richtung zum Abfliegen bringt. Man
versieht zu diesem Zwecke den Isolator mit einem verhältnismäßig weit ausladenden Regendach,
welches so flach wie möglich ausgebildet ist. Dieses Regendach wird aus Metall hergestellt und nimmt die elektrische Ladung
des Drahtes an, wenn eine leitende Verbindung zwischen Draht und Dach besteht. Das
vom Rande des Daches abtropfende Wasser ist alsdann von dem Drahte oder dem Dache
mit demselben Potential geladen und wird durch die Wirkung des vom metallischen Dache erzeugten elektrischen Feldes abgestoßen,
und zwar -in einer dem Neigungswinkel des Daches an der Kante entsprechenden
Richtung.
Für die Formgebung des Metalldaches ist
der Gesichtspunkt maßgebend, daß es zwar einerseits das auffallende Wasser abführen
soll, also nicht vollkommen eben sein darf, andererseits aber eine flache Wölbung besitzen
muß, damit die Regentropfen in möglichst flachem Bogen abgeschleudert werden.
Ein entsprechend der Verwendung als Hochspannungsisolator mit hohen Spannungen vorgenommener
Versuch zeigt die beschriebene elektrostatische Wirkungsweise des flachen Regenschutzdaches in auffallender Weise. Läßt
man den Isolator berieseln, so sieht man deutlich, wie die Regentropfen vom Rande des
Metalldaches aus nicht senkrecht nach unten fallen, sondern im flachen Bogen in der Kraftlinienrichtung
des elektrischen Feldes an der Abstoßkante des Schirmes abgeschleudert werden, und zwar in einem Winkel, bei dem
sie die beim Überlaufen über das Dach im Augenblick des Abtropfens eingehaltene Riehtung
zu verfolgen suchen. Die bei der elektrostatischen Abstoßung am Rande erhaltene kinetische Energie ist hierbei kräftig genug,
um auf der weiteren Flugbahn gegebenenfalls die von der Stütze ausgehende Anziehungskraft
zu überwinden und die Wassertropfen sofort so weit von der Stütze abzuschleudern,
daß sie bei dem unter der Wirkung der Schwerkraft schließlich erfolgenden Einschlagen
der senkrechten Richtung den Bereich der Anziehungswirkung schon verlassen haben.
Die Wirkung des Schutzdaches kann noch dadurch verstärkt werden, daß man, wie von
der Erfinderin früher vorgeschlagen worden ist, den Isolator mit mehreren Mänteln versieht,
von denen einer oder mehrere aus der Randebene des Außenmantels so weit hervortreten,
daß sie an und für sich infolge der
vom Draht oder durch geladene Wassertropfen ihnen erteilten elektrostatischen Ladung auch
ihrerseits abstoßend auf die herabfallenden Wassertropfen wirken.
Es sei hierbei bemerkt, daß die Anbringung von Regenschutzdächern auf Isolatoren an
und für sich nicht neu ist und demgemäß auch nicht Gegenstand der Erfindung sein
soll. .Diese Regenschutzdächer sind jedoch
ίο bisher entweder aus isolierendem Stoff angefertigt
worden, so daß sie die Ladung des Drahtes bei Regen nur unvollkommen an-■
nehmen und daher kein starkes elektrisches Feld erzeugen können, oder aber man. hat
keinen Wert auf das Bestehen einer leitenden Verbindung zwischen Draht und metallischem
Dach gelegt, so daß schon aus diesem Grunde von einer eigentlichen elektrostatischen Wirkung
des Daches nicht die Rede sein kann, oder man hat überhaupt andere Zwecke, wie ά. B. Schutz gegen mechanische Beschädigungen
oder gegen Blitzgefahr durch die benutzte Metallkappe, verfolgt und sie demgemäß gestaltet.
2'5 In den Zeichnungen sind verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung dargestellt, die beliebig ausgewählte Formen von Isolatoren mit einem gemäß der Erfindung ausgeführten
Metalldach zeigen.
Fig. ι stellt einen gewöhnlichen Isolator a
mit drei ungefähr parallel stehenden Mänteln dar, der mit dem flachen Dach b versehen ist.
Das Dach besteht aus Metall, der Leitungsdraht wird in den Rillen c oder d untergebracht
und steht daher mit dem Metalldach in leitender Verbindung (gegebenenfalls schon
durch eine Feuchtigkeitschicht).
In Fig. 2 ist α ein gewöhnlicher Doppelglockenisolator mit dem flachen Metalldach b.
Hier ist jedoch die Rille c, in die der Leitungsdraht zu liegen kommt, unter dem Metalldach
angeordnet. Es muß daher noch eine leitende Verbindung zwischen dem Draht und dem
Schutzdach hergestellt werden.
Fig. 3 bis 6 zeigen die Anordnung eines derartigen Regenschutzdaches bei Isolatoren,
die gemäß dem früher von der Erfinderin gemachten Vorschlag mit einem oder mehreren
Mänteln versehen sind, die sich in den von dem Rand des Metalldaches zur Stütze gehenden
Entladungsweg vorschieben. In Fig. 3 ist ein solcher Mantel 1 vorhanden. Die Fig. 4
zeigt drei Mantel 1, 2 und 3, und die Fig. 5
und 6 deren zwei von verschiedenen Formen. Der Draht liegt bei' den Fig. 3, 5 und 6 über
dem Metalldach, bei Fig. 4 darunter, so daß für eine leitende Verbindung zwischen Draht
und Dach Sorge getragen werden .muß.
Gemäß den Fig. 7 und 8 bestehen die Isolatoren α aus einfachen, außen zur Vergrößerung
des Überleitungswiderstandes mit Rillen versehenen Hülsen, die in Fig. 8 noch einen
nach unten vorspringenden Mantel 1 haben. Bei Fig. 7 würde der Draht unterhalb, bei
Fig. 8 oberhalb des Metalldaches anzuordnen sein. Indessen könnte bei einer Ausführungs- ■
form, ähnlich der nach Fig. 7, der Draht auch oberhalb des Metalldaches geführt und durch
eine beliebige Klemmvorrichtung festgehalten werden.
Die verschiedenen Figuren zeigen, daß die j Verwendung des Metalldaches nicht auf eine
! bestimmte Form des Isolators beschränkt ist, ; daß vielmehr Isolatoren von ganz beliebiger
Form benutzt werden können, die mit Rück- ! sieht auf die sonstigen, an einen Hochspannungsisolator
jeweilig zu stellenden Anforderungen gewählt ist.
Claims (2)
1. Isolator mit Regenschutzdach aus elektrisch leitendem Stoff, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schutzdach mit dem Leitungsdraht in leitender Verbindung steht und möglichst flach (tellerförmig) ausgebildet
ist, zu dem Zwecke, infolge der elektrostatischen Ladung des Daches vom Drahte
aus ein elektrisches Feld zu erzeugen, unter dessen Wirkung die vom Rand abfallenden
Regentropfen in einem sehr flachen Neigungswinkel zur Horizontalen abgestoßen und dadurch schnell außer den Bereich
der von der Stütze ausgehenden Anziehungswirkung gebracht werden.
2. Isolator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einer oder mehrere
der Mäntel des Isolators in an und für sich bekannter Weise so weit aus der Randebene
des Schutzdaches hervorragen, daß sie auch ihrerseits infolge der vom Draht erhaltenen elektrostatischen Ladung eine
abstoßende Wirkung auf die vom Dache abfallenden Tropfen ausüben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT44318D AT44318B (de) | 1906-05-14 | 1907-05-10 | Isolator mit elektrisch leitendem Regenschutzdach. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE206332C true DE206332C (de) |
Family
ID=468506
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1906206332D Expired - Lifetime DE206332C (de) | 1906-05-14 | 1906-05-14 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE206332C (de) |
-
1906
- 1906-05-14 DE DE1906206332D patent/DE206332C/de not_active Expired - Lifetime
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