DE203376C - - Google Patents

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DE203376C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B44DECORATIVE ARTS
    • B44FSPECIAL DESIGNS OR PICTURES
    • B44F1/00Designs or pictures characterised by special or unusual light effects
    • B44F1/08Designs or pictures characterised by special or unusual light effects characterised by colour effects

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  • Printing Methods (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■- Ja 203376 KLASSE 75 d. GRUPPE
JULIUS RHEINBERG in LONDON.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 17. Dezember 1907 ab.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Farbenwirkungen, bei welchem die Farbenwirkungen durch eine winklige Einstellung einer mit Linien 5 oder Punkten in Schwarz oder Einzelfarbe versehenen Druckfläche in bezug auf eine mit regelrecht wiederkehrenden Gruppen von Farbenlinien oder -punkten versehene, zu bedruckende Fläche erzeugt werden.
ίο Wenn man Linien oder Punkte auf einer geeigneten Fläche sehr nahe aneinander anordnet, so sind sie, wie bekannt ist, mit dem unbewaffneten Auge in einer gewissen Entfernung nicht voneinander zu unterscheiden.
Wenn zwei oder mehrere voneinander abstechende Farben miteinander verschmelzen, wie eben angedeutet, so sticht die resultierende Mischung oft sehr auffällig von den die Bestandteile der Mischung bildenden Farben selbst ab und ist gewöhnlich von hellerer Färbung.
Ferner, wenn aus einer solchen Farbenmischung ein oder mehrere ihrer Bestandteile entfernt werden, so unterscheidet die resultierende Färbung sich gleichfalls von derjenigen der vollständigen Mischung, und zwar fällt sie gewöhnlich dunkler aus.
Durch die Anwendung dieser Grundsätze können auf Papier oder anderem Material, Linien, Punkte oder Muster verschiedener Gestalt in verschiedenen Farben und in irgendeiner gewünschten Reihenfolge hergestellt werden, welche, wenn aus der richtigen Entfernung gesehen, durch optische Verschmelzung den gewünschten Grundton zeigen.
Dieses so vorbereitete Papier oder anderes Material wird nun mit einer Druckfläche bedruckt, die in ähnlicher Weise wie das Papier oder ein anderes Material mit Linien oder Punkten versehen ist, deren Entfernungen voneinander in den meisten Fällen mit denjenigen der farbigen Liniengruppen oder Punktgruppen der zu bedruckenden Fläche übereinstimmen. Die Druckfläche wird mit einer undurchsichtigen, am besten schwarzen Farbe einge-.färbt. Wo diese gedruckten undurchsichtigen Linien oder Punkte die farbigen Linien oder Punkte auf dem Papier oder anderem Material verdecken, nimmt letztere den von der Mischung der nichtverdeckten Farben resultierenden Farbenton an, welcher, wie oben erklärt, dunkler ausfällt. In den Fällen, wo der Überdruck mit anderen Farben ausgeführt wird, nimmt das Papier denjenigen Farbenton an, der aus der Farbenmischung der deckenden mit den nicht verdeckten Farben resultiert.
Wenn beispielsweise auf einem Papier die Linien in geeignet gewählten roten, grünen und blauen Farbentönen in regelmäßiger Aufeinanderfolge angeordnet werden, so erscheint das Papier grau, und wenn nun auf diese vorbereitete Fläche mittels einer Druckfläche oder eines Druckblocks schwarze Linien aufgetragen -werden, welche z.B. die grünen Linien verdecken und die übrigen freilassen, so erscheint der so bedruckte Teil des Papiers bläulichrot oder purpurn. Werden in ähnlicher Weise die roten Linien verdeckt, so erscheint das Papier in einem blaugrünen Farbenton, und werden die blauen Linien verdeckt, so erscheint das Papier orangerot. Wenn die Anzahl der schwarzen deckenden Linen mit der Anzahl der Farbenliniengruppen nicht übereinstimmt, z. B. wenn
ιοί Decklinien auf ioo Farbenliniengruppen kommen, und verlaufen die Decklinien genau parallel mit den Farbenlinien, so erhält man einen Farbenstreifen, der annähernd die Farbentöne des Sonnenspektrums aufweist, das sich über die ioo Gruppen der auf dem Papier angeordneten Farbenlinien erstreckt. Verlaufen die Decklinien etwas geneigt zu den Farbenlinien, so erhält man Bänder oder Streifen
ίο wechselnder Farben.
Überdies können zwei oder mehr Gruppen deckender Linien auf Farbenlinien unter verschiedenen Winkeln gedruckt werden, um eine doppelte oder dreifache Reihe von Bändern wechselnder Farben herzustellen. Wenn zwei Gruppen deckender Linie'n unter verschiedenen Winkeln zu den Farbenlinien gedruckt werden und sich in ihren Entfernungen von denjenigen der Farbenliniengruppen unterscheiden, so werden rautenförmige Flächen wechselnder Farben erzielt. Finden radiale Linien auf der Druckfläche Verwendung, so werden parabolische Kurven wechselnder Farben erzielt. Es können auch Serien von wellenförmigen oder zickzackförmigen Linien auf der Druckform und gerade Farbenlinien auf der zu bedruckenden Fläche Verwendung finden oder umgekehrt, oder es können die Linien auf beiden Teilen wellenförmig oder zickzackförmig sein.
Die beiliegende Zeichnung zeigt" eine Anwenduhgsweise der Erfindung.
In der Zeichnung sind die Linien und Zwischenräume in vergrößertem Maßstabe dargestellt, und die parallel zueinander angeordneten geraden Farbenlinien, die den Grundton liefern, mit a, b und c, dagegen die parallel zueinander verlaufenden geraden Decklinien mit d bezeichnet. Die Farbenlinien sind in in stetiger Reihenfolge wiederkehrenden Gruppen angeordnet, die sich je aus einer roten, einer grünen und einer bläuen Linie zusammensetzen, und die Decklinien d sind auf der Grundfläche unter einem Winkel zu den Farbenlinien a, b, c angeordnet. Wie aus der Zeichnung ersicht-Hch, ist überall neben der Linie A-A die Farbenlinie α vollständig verdeckt, und der herrschende Farbenton wird deshalb an diesen Stellen der aus der optischen Verschmelzung der Linien b < und c resultierende Farbenton mit einer Beimischung der deckenden Farbe sein. Neben der Linie B-B sind die Farbenlinien b in ähnlicher Weise verdeckt, mit dem Resultat, daß ein entsprechender Wechsel in den dort vorhandenen vorherrschenden Farben stattfindet.
55. Zwischen diesen beiden punktierten Linien A und B entstehen selbstverständlich Zwischenfarben. Da die Zeichnung nur eine Anordnung von schwarzen Linien darstellt, so kann sie . selbstverständlich nicht die Wirkung wiedergeben, die mit Farbenlinien erzielt wird.
Durch die ursprüngliche Herrichtung des Papiers mit Farbenpunkten, -linien oder -mustern verschiedener Gestalt und Bedruckung desselben mit Punkten, Linien oder Mustern verschiedener Form in Schwarz oder einer Einzelfarbe werden Farbenwirkungen, Muster und Entwürfe erzeugt, die ins Unbegrenzte variiert werden können.
Werden die Linien- oder Punktgruppen auf der Deckfläche so angeordnet, daß ihre Umrisse Buchstaben darstellen, so werden Farbenbuchstaben auf dem im'übrigen grauen oder sonstwie abgetönten Grunde erzielt, oder sind die Buchstaben von einer Einfassung oder Begrenzung umgeben, so werden Farbenbuchstäben auf einem schwarzen oder einfarbigen Grunde hergestellt. In ähnlicher Weise können Muster, Entwürfe oder Zeichnungen in irgendeiner Form oder Größe hergestellt werden.
' An Stelle des Papiers* oder einer anderen Druckfläche können auch Gewebestoffe Verwendung finden, wenn sie in geeigneter Weise aus Fäden von verschiedenen Farben hergestellt sind, welche dann in Schwarz oder Einzelfarbenton bedruckt werden, um ähnliche Wirkungen hervorzubringen.
Bei der Ausführung der Erfindung ist die Stellung der Punkte, Linien oder Muster zueinander von dem Zweck abhängig, für welchen das Papier oder andere Materialien bestimmt sind. Wenn letztere aus einer geringen Entfernung von einem Meter oder einem Bruchteil desselben gesehen werden sollen, z. B. wenn dieses Papier für einen Umschlag oder für eine Reklameseite einer Zeitschrift Verwendung finden soll, so kann die Anzahl der Farbenlinien- oder Farbenpunktgruppen etwa 16 bis 80 für den Kubikzentimeter betragen; soll dagegen das Papier für Anschläge benutzt oder aus einer größeren Entfernung gesehen werden, so können schon 1 bis 2 Punkt- oder Liniengruppen genügen.
Die Farbenlinien oder Farbenpunkte können auf dem Papier ohne Zwischenräume nebeneinanderliegen, oder es können Zwischenräume vorhanden sein, oder es können die Linien oder Punkte übereinandergreifen, um ein noch weiteres Feld der Farbenwirkung zu erzielen. . ■ :
Die verschiedenen Farbenlinien können entweder alle dieselbe Breite besitzen oder im-»» gleich breit sein, auch können die Linien auf ihrer ganzen Länge gleichmäßig breit oder in ihrer Breite veränderlich sein, was ebenfalls bei den Decklinien zutrifft.
Es kann auch farbiges Papier oder ein anderes Λ X5 farbiges Material als Unterlage benutzt werden, wodurch die Notwendigkeit, eine der Farben zu drucken, fortfällt, da Zwischenräume frei bleiben können. ..'■■·
Der Grundton braucht notwendigerweise nicht überall derselbe zu sein. " Es kann z. B. durch Änderungen der Linienbreite oder der
Größe der Punkte in einer oder mehreren Farben oder durch Anwendung verschiedener Farben auf verschiedenen Streifen oder Flächen des Papiers der Grundton an verschiedenen Stellen variiert werden.
Aus der vorstehenden Beschreibung erhellt, daß die erzeugten besonderen Farbenwirkungen nicht nur von den den Grundton erzeugenden Farben und von dem numerischen Verhältnis
ίο der Farbenlinien- oder Farbenpunktgruppen zu denen der deckenden Linien oder Punkte, sondern auch von der Breite, Form und Größe der deckenden Linien oder Punkte und von der Stellung abhängen, in welcher dieselben zueinander gedruckt sind.
Da für die Zwecke dieser Erfindung eine beliebige Farbe und nicht eine vorherbestimmte Farbe an irgendeinem gegebenen Punkt verwendbar ist, sind die gewünschten Wirkungen, soweit es die Einstellung der Druckform zu der zu bedruckenden Fläche betrifft, nur von dem Winkel abhängig (welcher von o° bis zu irgendeinem gewünschten Neigungswinkel variieren kann), unter welchem die deckenden Linien in bezug auf die den Grundton bildenden Farbenlinien gedruckt werden; auch sind die gewünschten Wirkungen nicht abhängig von einer wagerechten oder senkrechten Verschiebung der Druckfläche' in bezug auf die zu bedruckende Fläche, so daß keine sorgfältige Registrierung nötig ist, wie beim Druck von farbigen Bildern nach den bisher üblichen Verfahren, bei welchen eine wagerechte oder senkrechte Verschiebung der Druckfläche das gewünschte Resultat sehr beeinflußt. In anderen Worten, seitliche oder senkrechte Verschiebungen können das gewünschte Resultat nicht wesentlich beeinflussen, dagegen eine geneigte Einstellung.
Nach dem vorliegenden Verfahren können die Farbenwirkungen und das Farbenschema leicht im voraus bestimmt werden, aber es wird kein Versuch gemacht, gewisse Farben an bestimmten Stellen des Papiers herzustellen,
z. B. dort, wo Streifen oder Bänder wechselnder Farben erzeugt werden sollen, ist die Lage . irgendeiner besonderen Farbe unbestimmt.
Das Prinzip der Verschmelzung von Linien und Punkten in geeigneten Farben, die so gedrängt aneinander gedruckt oder gezogen sind, daß ein grauer oder weißer Farbenton entsteht, und das nachfolgende Verdecken eines bestimmten Teiles derselben durch Schwärze wurde schon angewendet oder für die Herstellung gedruckter ; Farbenbilder mit Hilfe der Photographie versucht. Diese Anwendung war aber auf die Herstellung vorhandener Bilder in vorherbestimmten Farben beschränkt, wobei es sehr wesentlich war, daß gewisse Farben an bestimmten Stellen erschienen, wozu es nötig wurde, erst durch geeignete Farbenfilter in der Kamera Negative herzustellen und von diesen Druckformen anzufertigen, welche unter haarscharfer Einstellung auf die vorbereitete Fläche aufgedruckt werden mußten.
Da, wie schon in vorstehendem erwähnt, für die Zwecke -dieser Erfindung nur ein allgemeines Farbenschema beansprucht wird, welches unabhängig von dem Einfall irgendeiner gegebenen Farbe oder Farben ist, so ist es möglieh, Farbenwirkungen auf Papier oder anderem Material billig herzustellen, wo es früher unmöglich war, weil das Papier oder anderes Material mit aus Farbenlinien oder -punkten hergestellten Grundton als ein gängbarer Artikel in Quantitäten hergestellt werden kann, so daß zur Herstellung von Farbenmustern auf diesem Papier es nur des gewöhnlichen Druckes in Schwarz oder einer Einzelfarbe bedarf. In dieser Hinsicht eignet sich diese Erfindung für Reklamezwecke in Zeitschriften und Zeitungen, für Buchdeckel, für Schachtelüberzüge und -futter, für Plakate, für Tapeten, für gewebte Materialien und Stoffe und für viele andere Zwecke des Handels und der Kunst.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Farbenmustern mit Hilfe einer mit Linien oder Punkten in Schwarz oder Einzelfarbe versehenen Druckfläche auf einer mit regelrecht wiederkehrenden Gruppen von Farbenlinien oder -punkten versehenen zu be-. druckenden Fläche, dadurch gekennzeichnet, daß man die Farbenwirkung durch den Winkel bestimmt, in den man die Linien- oder Punktreihen der Druckform zu denen der mehrfarbigen Unterlage einstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die übliche Druckfläche aus Papier oder anderem Material durch die farbigen Fäden eines Gewebes ersetzt werden, die in einer regelrecht wiederkehrenden Farbenserie angeordnet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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