DE2005393C - Verfahren und Vorrichtung zur Her stellung von Einkristallen aus hitze bestandigen Legierungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Her stellung von Einkristallen aus hitze bestandigen LegierungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Einkristallen gewünschter Orientierung mit
feingefügiger Dendritenstruktur aus hitzebeständigen Legierungen durch Zünden eines Lichtbogens zwischen
einem Einkristallkeim und einer über dem Keim befindlichen, sich verbrauchenden Elektrode aus der
Legierung, wobei der Einkristallkeim zuerst teilweise aufgeschmolzen und die Elektrode an ihrem freien
Ende laufend abgeschmolzen, die Schmelze der Elektrode auf dem Keim abgelagert und laufend zum Erstarren
gebracht werden und wobei das Abschmelzen der Elektrode mit einer von der der Elektrode zugeführten
Energie abhängigen Geschwindigkeit fortgesetzt wird. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung
zur Herstellung von Einkristallen gewünschter Orientiei-ung mit feingefügiger Dendritenstruktur
aus hitzebeständigen Legierungen mit Hilfe des vorgenannten Verfahrens.
Es ist bekannt, Einkristalle mit Hilfe eines Lichtbogens
zwischen zwei Elektroden herzustellen. Die Pluselekirode enthält an einer waagerechten Fläche
einen Kristallkeim, zwischen dem und der Minuselektrode zu Beginn des Verfahrens ein Lichtbogen gezündet
wird. Die Minuselektrode ist eine sich verbrauchende Elektrode aus dem Material des herzustellenden
Einkristalls. Der ständige Lichtbogen unterhalt dauernd eine Zone aus dem flüssigen Material jeweils
oberhalb des bereits wieder erstarrten Materials. Es ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von Einkristallen
bekannt, bei dem das Material flüssig unter Druck in eine Gießform eingebracht wird, in der am
unteren Ende ein Einkristallkeim aus dem gleichen Material angeordnet ist, und bei dem das Material
von dem Kristallkeim ausgehend so gekühlt wird, daß
ίο es als Einkristall erstarrt. Über die Wahl der Form
können Einkristalle beliebiger Gestalt hergestellt werden. Weiterhin ist ein Verfahren zum Schmelzen
schwer schmelzbarer Metalle bekannt, bei dem drei Elektroden übereinander angeordnet sind, von denen
die mittlere Elektrode als am oberen Teil zunehmende und am unteren Teil abnehmende Elektrode für zwei
Schmelzvorgänge verwendet wird. Innerhalb des Behälters wird also ein Schmelzvorgang mit Hilfe einer
abnehmenden Elektrode durchgeführt. Schließlich ist es bekannt, beim Lichtbogenschmelzen eine für das
erstarrende Material dienende gekühlte zylindrische Form zu verwenden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Einkristallen gewünschter
Orientierung mit feingefügiger Dendritenstruktur zu schaffen. Der Erfindung liegt weiterhin die
Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen. Das Problem der
Schaffung von Einkristallen mit feingefügiger Dendri-
tenstruktur ist bei keinem der vorstehend als zum Stand der Technik gehörig bezeichneten Verfahren
und Vorrichtungen behandelt. Es hat sich aber herausgestellt, daß aus hitzebeständigen Legierungen
hergestellte Einkristalle, die eine dichte Dendritenstruktur aufweisen, besonders vorteilhaft in Gasturbinen
verwendet werden können.
Das zur Lösung der Aufgabe verwendete Verfahren ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß
der Einkristallkeim innerhalb eines beim Lichtbogenschmelzen an sich bekannten als Form für den erstarrten
Kristall dienenden gekühlten Zylinders auf einer am Boden der Form vorgesehenen Kühlplatte befestigt
wird und daß die Geschwindigkeit des Schmelzens und Erstarrens der Legierung außer über die der
Elektrode zugeführte Energie über die mittels der Kühlplatte vorgenommenen Kühlung gesteuert wird;
die Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß
oberhalb einer wassergekühlten, den Kristallkeim aufnehmenden Kühlplatte ein wassergekühlter Tiegel
vorgesehen ist, der einen als Form für den erstarrten Kristall dienenden Zylinder aufnimmt und in den hinein
die sich verbrauchende Elektrode bewegbar ist. Bei der Erfindung ermöglicht die Kühlung die
Herstellung von Einkristallen gewünschter Orientierung mit feingefügiger Dendritenstruktur. Die Verwendung
einer Gießform gestattet die Ausbildung des Einkristalls in der gewünschten Form. Die Lichtbo-
genschmelzung ermöglicht eine optimale Energieausnutzung. Die Lichtbogenschmelzung gestattet weiterhin
das direkte Steuern des Schmelzvorgangs; in Verbindung mit der Kühlung gestattet es außerdem auch
eine Steuerung des Erstarrungsvorgangs.
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist
in der "inzigen Figur in einem Längsschnitt dargestellt.
Die Vorrichtung enthält eine Kühlplatte 10, auch als Tiegclboden bezeichnet, in deren Mitte ein
Kristallkeim Il befestigt ist, der die Orientierung des dendritischen Wachstums aufweist, um die ausgewählte
Orientierung in dem gesamten herzustellenden Gußstück oder Block zu gewährleisten. Die Wandung
für die Form, in der der Block hergestellt wird, besteht aus einem keramischen Zylinder 12, dessen unteres
Ende auf der Kühlplatte 10 ruht und der den Kristallkeim 11 umgibt. Der keramische Zylinder 12 ist von
einem Tif.gelmantel 14 umgtben, der an seiner unteren
Stirfifläche mit der Kühlplatte 10 mit Hilfe von
Schraubenbolzen 16 verbunden ist. Der Tiegelmantel 14 ist gekühlt; er kann von einem Kühlmantel umgeben
oder von einem Kühlmittel durchflossen sein. Der Raum zwischen dem Kristallkeim 11 und den Innenwänden
des keramischen Mantels 12 ist von einem isolierenden keramischen Material 17 ausgefüllt, wodurch
verhindert wird, daß die Fläche der Kühlplatte 10 beim Betrieb der Vorrichtung beschädigt wird.
In den keramischen Zylinder 12 ragt eine sich verbrauchende Stange 18 aus der zu gießenden Legierung
hinein. Die Stange 18 wird von einer üblichen Elektroden-Vorschubeinrichtung gehalten, mit deren Hilfe
während des Schmelzens der Stange 18 innerhalb des keramischen Zylinders 12 ein Lichtbogen erzeugt und
aufrechterhalten wird. Die Stange 18 bildet also eine Elektrode. Die Stange 18 ist an einer Zuführzahnstanfs
20 befestigt, die von einem Zahnrad 22 angetrieben wird, um die Elektrodenstange 18 in den keramischen
Zylinder 12 hinein oder aus ihm heraus zu bewegen, und zwar mit der Geschwindigkeit, bei der
der gewünschte Schmelzvorgang für den herzustellenden Block aufrechterhalten bleibt. Die Energie wird
aus einer Energiequelle 24 über Leitungen 26 der Elektrode 18 und dem Tiegelmantel 14 zugeführt.
Eine Regeleinrichtung 28 üblicher Ausführung hält die notwendige Energiezufuhr aufrecht und dient
außerdem dazu, den notwendigen Vorschub für die Elektrode 18 zu regeln.
Der keramische Zylinder 12 wirkt als Hitzeschild, so daß dann, wenn die Elektrode 18 schmilzt und ein
Schmelzbad in dem keramischen Zylinder 12 erzeugt wird, der Hauptwärmeverlust in Axial richtung durch
die Kühlplatte 11 am Boden auftritt. Die Erstarrungsfront schreitet, ausgehend von dem Kristallkeim 11,
nach oben fort, so daß das erstarrende Metall die Ausbildung der kristallinen Struktur des Kristallkeims 11
erhält. Überhitztes geschmolzenes Metall wird kontinuierlich genau oberhalb der Grenzfläche zwischen
flüssigem und festem Metall zugeführt, so daß ein sehr steiler Temperaturgradient in der Erstarrungszone
aufrechterhalten bleibt. Das hat eine sehr große Erstarrungsgeschwindigkeit zur Folge, was wiederum
eine feine dendritische Struktur ergibt.
Wenn der Lichtbogen zum Schmelzen der Elektrode 18 zwischen der Elektrode und dem Kristallkeim
11 erstmals gezündet wird, wird der letztere bis zu einem gewissen Teil viieder geschmolzen, ein wesentlicher
Teil bleibt jedoch fest, da er in direktem Kontakt mit der Kühlplatte 11 steht. Der keramische
Zylinder 12 wirkt als Hitzeschild, und der Wärmefluß vom gegossenen Block in die Kühlplatte 11 wird
durch das Vorheizen des keramischen Zylinders 12 durch den Lichtbogen, während der Schmelzvorgang
fortschreitet, erhöht. Die Schmelzgeschwir.digkeit und somit die Erstarrung des E:nkristalls sind eine Funktion
der Energiezufuhr und der Wirksamkeit der Kühlung.
Um z. B. einen Block mit einem Durchmesser von
38,1 mm zu erzeugen, wurde als Kühlplatte eine Kupferplatte verwendet, die Kühlkanäle enthielt. Als
Kühlflüssigkeit wurde Wasser in einer Menge von 30,3 l/min verwendet. Die elektrische Eingangsleistung
für den Lichtbogen betrug 220 A bei 21 V. Die Zufuhrgeschwindigkeit für die Elektrode betrug im
wesentlichen 12,7 mm/min, wobei die Elektrode einen Querschnitt von 19 mm-' aufwies. Der Kristallkeim
wurde durch ein Vakuum-Induktions-Gießverfahren hergestellt.
Das wie vorstehend hergestellte Gußstück hatte die gewünschte MikroStruktur und eine reduzierte Mikroporosität.
Die große Erstarrungsgeschwindigkeit, die durch das Schmelzen mit sich verbrauchender Elektrode
erzielt wurde, erzeugte eine dichtere dendritische Struktur, eine kleine eutektische Phase und eine
feinere Verteilung kleiner MC-Karbide, was alles zusammen ein besseres Gußstück ergab.
Hierzu i Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Einkristallen gewünschter Orientierung mit feingefügiger Dendritenstruktur
aus hitzebeständigen Legierungen durch Zünden eines Lichtbogens zwischen einem
Einkristallkeim und einer über dem Keim befindlichen, sich verbrauchenden Elektrode aus der Legierung,
wobei der Einkristallkeim zuerst teilweise aufgeschmolzen und die Elektrode an ihrem freien
Ende laufend abgeschmolzcn, die Schmelze der Elektrode auf dem Keim abgelagert und laufend
zum Erstarren gebracht werden und wobei das Abschmelzen der Elektrode mit einer von der der
Elektrode zugeführte^ Energie abhängigen Geschwindigk.:t
fortgeseu: wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Einkristallkeim innerhalb
eines beim Lichtbogenschmelzen an sich bekannten als Form für den erstarrten Kristall dienenden
gekühlten Zylinders auf einer am Boden der Form vorgesehenen Kühlplatte befestigt wird
und daß die Geschwindigkeit des Schmelzens und Erstarrens der Legierung außer über die der Elektrode
zugeführte Energie über die mittels der Kühlplatte vorgenommene Kühlung gesteuert
wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Herstellung "'On Ei kristallen gewünschter
Orientie-ung mit fehgefügiger Dendritenstruktur aus h'izebeständigen Leg: rungen mit einem
Kristallkeim und einer sich verbrauchenden Elektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß oberhalb einer wassergekühlten, den Kristallkeim (H) aufnehmenden Kühlplatte (10) ein wassergekühlter
Tiegel (14) vorgesehen ist, der einen als Form für den erstarrten Kristall dienenden Zylinder
(12) aufnimmt und in den hinein die sich verbrauchende Elektrode (18) bewegbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der auf der Kühlplatte (10) befestigte
Kristallkeim (11) von keramischem Material (17) umgeben ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zylinder (12) als den Tiegel (14) auskleidender Mantel aus keramischem Material
ausgebildet ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US80353969A | 1969-03-03 | 1969-03-03 | |
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Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE2005393A1 DE2005393A1 (de) | 1970-09-24 |
| DE2005393B2 DE2005393B2 (de) | 1972-09-14 |
| DE2005393C true DE2005393C (de) | 1973-04-05 |
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