DE19841103C1 - Hardtop-Fahrzeug - Google Patents
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Abstract
Ein Hardtop-Fahrzeug weist ein Frontdachteil, ein Heckdachteil, das mit einer festen Heckscheibe versehen ist, seitliche Hauptlenker zum Bewegen von Front- und Heckdachteil und seitliche Fahrzeugsäulen, die mit dem Hauptlenker verbunden sind, auf. Die Heckscheibe ist mit einem Rahmen versehen, durch den sie relativ zu den Fahrzeugsäulen verschwenkbar ist. Der Rahmen ist jeweils seitlich in seinem oberen und seinem unteren Bereich mit Arretierungsgliedern versehen. An den Arretierungsgliedern greifen zur Arretierung und für eine Klemmverbindung der Heckscheibe mit den Fahrzeugsäulen Spannglieder an. Die Spannglieder sind an den Fahrzeugsäulen oder an mit den Fahrzeugsäulen verbundenen Teilen angeordnet. Die Spannglieder sind mit den Fahrzeugsäulen oder an mit den Fahrzeugsäulen verbundenen Teilen angeordneten Betätigungseinrichtungen versehen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Hardtop-Fahrzeug
mit einem Frontdachteil, mit einem Heckdachteil, das
mit einer festen Heckscheibe versehen ist, mit seitli
chen Hauptlenkern zum Bewegen von Front- und Heckdach
teil und mit seitlichen Fahrzeugsäulen, die mit den
Hauptlenkern verbunden sind.
Hardtop-Fahrzeuge dieser Art sind z. B. in der DE 44 45 944 C1
und der DE 196 34 511 C1 beschrieben. Hardtop-
Fahrzeuge ähnlicher Art sind auch aus DE 40 10 276 C2
und DE 91 11 802 U1 bekannt.
Die Ablage der Dachkonstruktion bei einem Hardtop-
Fahrzeug der eingangs erwähnten Art erfolgt bisher auf
zwei verschiedene Arten. In einfacher Weise wird eine
Verschwenkung um einen Hauptdrehpunkt derart durchge
führt, daß das Frontdachteil und das Heckdachteil mit
der Heckscheibe gegensinnig gewölbt im Heckbereich des
Fahrzeuges abgelegt werden. Nachteilig bei dieser Ab
legeart ist jedoch, daß damit ein erheblicher Teil des
Kofferraumvolumens verlorengeht.
Bei der zweiten Ablegeart erfolgt die Dachablage in
gleicher Krümmungsrichtung. Zwar wird damit deutlich
weniger Kofferraumvolumen beansprucht, aber nachteilig
dabei ist jedoch, daß die für diese Ablage erforderli
che Kinematik relativ aufwendig ist und teilweise auch
eine Erhöhung des Fahrzeughecks erforderlich macht.
Ein Problem bei Fahrzeugen mit klappbaren Dächern
liegt auch darin, daß durch die Windanströmung so gro
ße Kräfte erzeugt werden, daß die Dachteile an ihrer
Trennlinie angehoben werden, wodurch erhöhte Windge
räusche entstehen.
Soll bei einem Fahrzeug die Heckscheibe von dem Heck
dachteil abgekoppelt und mit einem eigenen Rahmen ver
sehen werden, so kann die Heckscheibe separat von dem
Heckdachteil gedreht und bei der Ablegebewegung der
Dachteile dabei so verschwenkt werden, daß sie gleich
sinnig bzw. in gleicher Krümmungsrichtung zu dem
Frontdachteil abgelegt wird. Auf diese Weise wird im
Vergleich zu einer gegensinnigen Ablage deutlich weni
ger Kofferraumablage beansprucht. Einer derartigen
Dachkonstruktion wirkt jedoch ein weiteres Problem
entgegen, nämlich daß die Steifigkeit der hinteren
Dachhälfte bzw. des Heckdachteiles verlorengeht, da
damit keine feste Verbindung mehr zwischen den seitli
chen Fahrzeugsäulen, z. B. den C-Säulen, und der dazu
gehörigen linken und rechten Kinematik besteht. Dar
über hinaus wäre zur Realisierung des erforderlichen
Dichtungsdruckes die Heckscheibe mit der Kinematik
bzw. den Fahrzeugsäulen an mehreren Punkten fest zu
verbinden.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe
zugrunde, bei einem Hardtop-Fahrzeug eine Dachablage
zu schaffen, die in abgelegtem Zustand möglichst wenig
Volumen benötigt und die in geschlossenem Zustand des
Daches durch eine entsprechende Abdichtung zwischen
den einzelnen Teilen geringe Windgeräusche erzeugt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in An
spruch 1 genannte Merkmalskombination gelöst. Vorteil
hafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfin
dung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Dadurch, daß die Heckscheibe relativ zu den Fahr
zeugsäulen verschwenkbar ist, kann sie in platzsparen
der Weise gleichsinnig bzw. in gleicher Krümmungsrich
tung zu dem Frontdachteil z. B. im Kofferraum abgelegt
werden. Durch die mit den Spanngliedern zusammenarbei
tenden Arretierungsglieder, die z. B. in einfacher Wei
se als Bolzen ausgebildet sein können, wird eine aus
reichende Stabilität erreicht, wobei gleichzeitig
durch die Spannglieder bei geschlossenem Dach eine
gute Abdichtung zwischen den einzelnen zueinander be
wegbaren Dachteilen erreicht wird, so daß keine über
mäßig hohen Windgeräusche entstehen.
Aus der nachfolgend anhand der Zeichnung vorgenommenen
Beschreibung der Erfindung geht ein prinzipmäßig dar
gestelltes Ausführungsbeispiel hervor.
Es zeigt:
Fig. 1 ausschnittsweise die Draufsicht auf den hinte
ren Bereich der Dachkonstruktion eines Hard
top-Fahrzeuges, und
Fig. 2 eine Seitenansicht der Dachkonstruktion nach
der Fig. 1.
Grundsätzlich funktioniert die Dachablegevorrichtung
für ein Hardtop-Fahrzeug in bekannter Weise, weshalb
nachfolgend nur auf die für die Erfindung wesentlichen
Teile näher eingegangen wird. Insbesondere ist aus
Übersichtlichkeitsgründen die Gelenkkinematik für die
Dachablage nicht dargestellt.
Die Dachkonstruktion weist ein Frontdachteil 1 (ge
strichelt in Fig. 1 angedeutet) und ein lösbar damit
verbundenes Heckdachteil 2 auf, das eine Heckscheibe 3
mit einem Rahmen 4 und seitliche Fahrzeugsäulen 5 auf
weist. Zwischen dem Frontdachteil 1 und dem Heckdach
teil 2 befindet sich eine Abdichteinheit 6. Die Heck
scheibe 3 ist über ihren Rahmen 4 in nicht näher dar
gestellter Weise um eine quer zur Fahrzeuglängsrich
tung liegende Achse gegenüber den beiden seitlichen
Fahrzeugsäulen 5 verschwenkbar.
Der Rahmen 4 ist auf jeder Fahrzeugseite in seinem
oberen und in seinem unteren Bereich mit Arretierungs
gliedern in Form von Zapfen oder Bolzen 7 versehen.
Gegebenenfalls ist es alternativ auch möglich, nur
oben oder nur unten Arretierungsglieder vorzusehen.
Mit dem jeweils oberen Bolzen 7 auf jeder Seite arbei
tet als Spannglied ein Doppelschieber 8 zusammen, der
in der Draufsicht eine U-Form aufweist. An den jeweils
unteren Bolzen 7 greift als Spannglied eine Drehfalle
9 an. Die Drehfalle 9 ist mit ihrem Drehzapfen 10 an
der dazugehörigen Fahrzeugsäule 5 drehbar angeordnet.
Ein Hydraulikzylinder 11 mit einem doppelt wirkenden
Kolben 12 ist auf jeder Seite an der Fahrzeugsäule 5
angeordnet. Der doppelt wirkende Kolben 12 ist an sei
nen beiden Kolbenseiten über Schubzugstangen 13 mit
deren freien Enden im unteren Bereich mit der dazuge
hörigen Drehfalle 9 und im oberen Bereich mit dem Dop
pelschieber 8 verbunden.
Der Doppelschieber 8 ist auf der dem Rahmen 4 zuge
wandten Seite mit einer klauenförmigen Aussparung 14,
die sich in dem auf dieser Seite liegenden Schenkel
der U-Form befindet, mit dem Bolzen 7 in Eingriffsver
bindung. Hierzu ist der Bolzen 7 als Exzenterbolzen
ausgebildet, wodurch sich eine entsprechende Arretie
rung bzw. Spannung bei Betätigung des Hydraulikzylin
ders 11 einstellt.
Auf der Außenseite ist der andere Schenkel des U-
förmigen Doppelschiebers 8 ebenfalls mit einer klauen
förmigen Aussparung versehen, die mit einem ebenfalls
exzenterartigen Spannbolzen 15 zusammenarbeitet, der
an einem Hauptlenker 16 angeordnet ist. Über den
Hauptlenker 16 erfolgt in bekannter Weise die Ablage
des Frontdachteiles 1 und des Heckdachteiles 2.
Zur Ablage der beiden Dachteile 1 und 2 wird der Hy
draulikzylinder 11 als Betätigungseinheit durch eine
entsprechende Aktivierung bzw. Druckbeaufschlagung mit
dem Kolben 12 in Pfeilrichtung A verschoben. Diese
Bewegung wird über die Schubzugstangen 13 auf den
Schieber 8 und die Drehfalle 9 übertragen. Auf diese
Weise wird die Arretierung bzw. die Klemmung der Bol
zen 7 gelöst, denn der obere Bolzen 7 gelangt aus der
klauenartigen Aussparung 14, während bei der Drehung
eine Klinke 19 der Drehfalle 9 um den Drehzapfen 10
der jeweils untere Bolzen 7 frei kommt. Damit wird der
Heckrahmen 4 bezüglich seiner vorgespannten Verbindung
mit der Hauptsäule bzw. Fahrzeugsäule 5 gelöst und mit
einer entsprechenden, nicht dargestellten, Kinematik
läßt sich dann die Heckscheibe 3 derart verschwenken,
daß sie gleichsinnig mit dem Frontdachteil 1 abgelegt
wird. Zur Führung des Doppelschiebers 8 besitzt dieser
zwei in Schieberichtung hintereinander angeordnete
Langlöcher 17, in die zur Führung des Doppelschiebers
8 Führungsbolzen 18 ragen.
Nach einer Zurückverschwenkung des Frontdachteils 1
und des Heckdachteils 2 zum erneuten Verschließen des
Daches, wobei gleichzeitig auch die Heckscheibe 3 mit
ihrem Rahmen 4 wieder in die Schließposition ge
schwenkt wird, wird abschließend der Kolben 12 des
Hydraulikzylinders 11 entgegen die Pfeilrichtung A
bewegt, womit die Bolzen 7 und 15 wieder unter Vor
spannung in den klauenartigen Aussparungen 14 des Dop
pelschiebers 8 und in der Klinke 19 der Drehfalle 9
"einrasten".
Statt dem Hydraulikzylinder 11 als Betätigungseinrich
tung sind selbstverständlich auch noch andere Einrich
tungen zur Betätigung des Doppelschiebers 8 und der
Drehfalle 9, wie z. B. ein Elektromotor, möglich. Die
Anordnung der Spannglieder mit den beiden seitlichen
Drehfallen 9 im hinteren bzw. unteren Bereich und den
Drehschiebern 8 im oberen Bereich kann selbstverständ
lich auch umgekehrt gewählt sein.
Bei der Schließbewegung des Hydraulikzylinders 11 er
folgt somit eine Verriegelung der Heckscheibe 3 sowohl
im unteren als auch im oberen Bereich mit der Fahr
zeugsäule 5 ebenso wie dem Hauptlenker 16 mit der
Fahrzeugsäule 5 über den Bolzen 15.
Bei Ausbildung der Betätigungseinrichtung mit einem
Hydraulikzylinder 11 in der angegebenen Weise und mit
dem doppelt wirkenden Kolben 12 ist in vorteilhafter
Weise nur jeweils eine Betätigungseinrichtung auf je
der Seite erforderlich, womit entsprechend Einbauraum
und Bauteile eingespart werden.
In geschlossenem Zustand liegt aufgrund der unter
Spannung liegenden Bolzen 7 in dem Schieber 8 und den
Drehfallen 9 die Abdichteinheit 6 mit einer entspre
chenden Anpresskraft an, so daß Windgeräusche vermie
den werden. Je nach Bauraumverhältnissen und in Abhän
gigkeit von der gewählten Konstruktion könnte auch
gegebenenfalls der jeweils obere Schieber 8 durch ein
Spannglied ersetzt werden, das ebenso wie die unteren
Drehfallen 9 eine Drehbewegung ausführt.
Claims (10)
1. Hardtop-Fahrzeug mit einem Frontdachteil (1), mit
einem Heckdachteil (2), das mit einer festen Heck
scheibe (3) versehen ist, mit seitlichen Hauptlen
kern (16) zum Bewegen von Front- und Heckdachteil
und mit seitlichen Fahrzeugsäulen (5), mit folgen
den Merkmalen:
- 1. 1.1 die Heckscheibe (3) ist mit einem Rahmen (4) versehen, durch den sie relativ zu den Fahr zeugsäulen (5) verschwenkbar ist,
- 2. 1.2 der Rahmen (4) ist jeweils seitlich in sei nem oberen und/oder seinem unteren Bereich mit Arretierungsgliedern (Bolzen 7) verse hen,
- 3. 1.3 an den Arretierungsgliedern greifen zur Ar retierung und für eine Klemmverbindung der Heckscheibe (3) bzw. des Rahmens (4) mit den Fahrzeugsäulen (5) mit diesem verbundene Spannglieder (Schieber 8 und Drehfalle 9) an,
- 4. 1.4 die Spannglieder sind an den Fahrzeugsäulen (5) oder an mit den Fahrzeugsäulen verbunde nen Teilen angeordnet und
- 5. 1.5 die Spannglieder sind mit an den Fahr zeugsäulen (5) oder an mit den Fahrzeugsäu len (5) verbundenen Teilen angeordneten Be tätigungseinrichtungen(Hydraulikzylinder 11) versehen.
2. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die jeweils auf der gleichen Seite angeordneten-
Spannglieder (Schieber 8 und Drehfallen 9) mit
einer gemeinsamen Betätigungseinrichtung (Zylin
der 11) versehen sind.
3. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungseinrichtung (11) einen Hydrau
likzylinder (11) aufweist.
4. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Arretierungsglieder mit Bolzen (7) versehen
sind.
5. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
jeweils auf einer Seite an einem Bolzen (7) eine
Drehfalle (9) und an dem anderen Bolzen (7) ein
Schieber (8) als Spannglieder angreifen.
6. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungseinrichtung (Hydraulikzylinder 11)
zwischen der Drehfalle (9) und dem Schieber (8)
angeordnet und jeweils mit der Drehfalle (9) und
dem Schieber (8) über eine Schubzugstange (13)
verbunden ist.
7. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 3 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungseinrichtung (11) einen doppelt
wirkenden Kolben (12) aufweist, an welchem die
Schubzugstangen (13) angreifen.
8. Hardtop-Fahrzeug nach einem der Ansprüche 5 bis
7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Schieber als Doppelschieber (8) ausgebildet
ist und sowohl an dem Bolzen (7) des Rahmens (4)
der Heckscheibe (3) als auch an einem Spannbolzen
(15) angreift, der am Hauptlenker (16) befestigt
ist.
9. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Doppelschieber (8) eine U-Form aufweist, wo
bei an einem Schenkel der Bolzen (7) des Rahmens
(4) und am anderen Schenkel der Bolzen (15) des
Hauptlenkers (16) angreift und wobei beide Bolzen
(7 und 15) als Exzenterbolzen ausgebildet sind.
10. Hardtop-Fahrzeug nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Doppelschieber (8) in Langlöchern (17) ge
führt ist.
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