DE19803891A1 - Wäßrige Edelmetallkolloide und ihre Verwendung - Google Patents
Wäßrige Edelmetallkolloide und ihre VerwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Edelmetallkolloide, d. h. im Nanometerbereich hochdisperse,
ultrafeine Edelmetallpartikel; sie finden vielfältige Anwendung als Vorläufer von
Trägerkatalysatoren.
In J. Colloid Interface Sci. 131 (1989), 186 und in J. Colloid Interface Sci. 110
(1986), 82 ist die Herstellung von stabilisierten Kolloiden von Edelmetallen, ihre
Aufbringung auf Ionenaustauscherharze und deren Verwendung als Hydrierkatalysa
toren beschrieben. Hierzu werden gelöste Edelmetallsalze mit NaBH4 in Gegenwart
von oberflächenaktiven Detergenzien reduziert und die dabei entstehenden Edel
metallhydrosole auf die Ionenaustauscherharze gebracht. Nach der dort beschriebenen
Methode lassen sich Edelmetallkolloide mit einer Edelmetallkonzentration von
höchstens 0,5 mmol/l herstellen. JP 1/100 545 beschreibt die Herstellung eines
ebenfalls 0,5 mmol/l enthaltenden Palladiumhydrosols durch Reduktion von gelöstem
PdCl2 mit Ascorbinsäure in Gegenwart von Poly-N-vinylpyrrolidon. In JP 2/179 881
wird die Herstellung eines bis zu 10 mmol/l enthaltenden Pd-Hydrosols beschrieben,
wobei PdCl2 durch Reduktion mit NaBH4 in Gegenwart von wasserlöslichen
Polymeren reduziert wird. Allerdings sind nach Angaben dieser JP '881 Hydrosole mit
mehr als 10 mmol/l nicht herstellbar. Weiterhin werden diese Hydrosole in Gegenwart
von Erdalkalichloriden hergestellt. Aus J. Phys. Chem. 99 (1995), 15934 ist die
Herstellung eines ebenfalls 10 mmol/l enthaltenden Pt-Hydrosols durch Reduktion von
H2PtCl6 mit hohen Konzentrationen des brennbaren Methanols in Gegenwart von
Poly-N-vinylpyrrolidon bekannt.
Diese Angaben zeigen, daß es bislang kein Verfahren gibt, um wäßrige Edelmetall
kolloid-Lösungen mit Edelmetallkonzentrationen von über 10 mmol/l herzustellen. Da
man für technische Katalysatoren in der Regel einen Edelmetallgehalt von 0,1 bis
20 Gew.-% anstrebt, ist der Einsatz derartig niedrig konzentrierter Metallkolloid
lösungen ökonomisch ungünstig, da große Volumina dieser Kolloid-Lösungen benutzt
werden müssen und nur eine niedrige Raum-Zeit-Ausbeute erzielt wird. Muß
zusätzlich aus Löslichkeitsgründen der verwendeten Chemikalien auf organische Lö
sungsmittel oder ihre Gemische zurückgegriffen werden, ergeben sich weitere uner
wünschte Notwendigkeiten, da bei der nachfolgenden Aufbringung des Edelmetall
kolloids etwa auf Aktivkohleträger besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden
müssen, um Selbstentzündung und allgemeine Brandgefahren auszuschließen. Die
hierfür benötigten Apparaturen verteuern weiterhin den Herstellungsprozeß solcher
Trägerkatalysatoren.
Es ist weiterhin bekannt (EP 665 265), katalytisch wirkende Zusammensetzungen
herzustellen, die Metallpartikel mit einem mittleren Teilchendurchmesser von weniger
als 100 nm, Polymere und partikelförmiges Trägermaterial enthalten. Zu deren Her
stellung werden Metallsalze in Gegenwart des Frägermaterials zum Metall reduziert,
das sofort auf den Träger aufzieht. Offensichtlich wird befürchtet, daß ein separat
hergestelltes Hydrosol zu instabil ist, um es später erfolgreich auf einen Träger auf
ziehen zu lassen.
Es wurde jetzt gefunden, daß man lange Zeit stabile, auch rein wäßrige Edelmetall
kolloid-Lösungen herstellen kann, die in erwünschter Weise einen Edelmetallgehalt
von mehr als 10 mmol/l enthalten, wenn man wäßrige Lösungen mit entsprechend
hohen Gehalten von Edelmetallsalzen in Gegenwart eines oder mehrerer wasser
löslicher Polymerer mit organischen Reduktionsmitteln behandelt. Die erfindungsge
mäße Aufgabe besteht also in der Herstellung hochkonzentrierter wäßriger Edelme
tallkolloide, die vorteilhaft zur Herstellung von Edelmetall-Trägerkatalysatoren ein
gesetzt werden können und die insbesondere die oben geschilderten Nachteile ver
meiden.
Die Erfindung betrifft wäßrige Edelmetallkolloide in Form eines Sols mit Metallparti
keln einer Größe von 0,5 bis 100 nm, die durch Reduktion von Edelmetallverbin
dungen mit Hilfe von organischen Reduktionsmitteln erhalten werden und die gekenn
zeichnet sind durch
- a) einen Edelmetallgehalt von mehr als 10 mmol/l pro L Sol,
- b) einen Gehalt an wasserlöslichen Polymeren von 0,1 bis 20 Gew.-%,
- c) einen Gehalt an organischem Lösungsmittel von 0 bis 10 Gew.-%, alles bezo gen auf das Gesamtgewicht des Sols, und
- d) den Rest zu 100 Gew.-% an Wasser,
wobei zusätzlich Oxidationsprodukte der verwendeten Reduktionsmittel und gege
benenfalls überschüssige Reduktionsmittel im Sol vorliegen.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von wäßrigen Edelme
tallkolloiden mit Metallpartikeln einer Größe von 0,5 bis 100 nm, das dadurch ge
kennzeichnet ist, daß man zu einer wäßrigen Lösung eines Edelmetallsalzes oder
-komplexes eines oder mehrere wasserlösliche Polymere zugibt und dann das Edelme
tallkation zum metallischen Zustand durch Zugabe eines organischen Reduktions
mittels aus der Gruppe von C1-C4-Alkoholen, C1-C4-Aldehyden, Ameisensäure,
Ascorbinsäure, Citronensäure, Harnstoff oder anderen dem Fachmann bekannten
organischen Reduktionsmitteln oder einem Gemisch mehrerer von ihnen reduziert,
wobei mit einem Metallgehalt von mehr als 10 mmol/l bis 500 mmol/l, gerechnet als
elementares Metall, einer Menge des wasserlöslichen Polymers von 0,1 bis 20
Gew.-%, alles bezogen auf das Gesamtgewicht der wäßrigen Lösung, gearbeitet
wird.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von Edelmetall-Trä
gerkatalysatoren, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man einen Katalysatorträger
mit einem ein Edelmetallkolloid enthaltenden Sol der obigen Art in Kontakt bringt,
das Edelmetall auf dem Träger aufziehen läßt, so daß der fertige Trägerkatalysator 0,1
bis 20 Gew.-% Edelmetall, bezogen auf das Gesamtgewicht des Trägerkatalysators,
enthält, das an Edelmetall verarmte Sol entfernt und den Trägerkatalysator trocknet.
Edelmetalle im Sinne der Erfindung sind die Elemente der sogenannten Platingruppe
und der Gruppe Ib des Periodensystems (Mendelejew). Im einzelnen seien genannt:
Palladium, Rhodium, Ruthenium, Platin, Iridium Osmium, Silber und Gold oder eine
beliebige Mischung der obigen Metalle, bevorzugt Palladium, Rhodium, Platin und
Gold, besonders bevorzugt Palladium und Platin. Die Metallpartikel können auch im
Dispersionszustand mit nicht reduzierbaren Metallkomponenten dotiert werden.
Solche Metalle sind beispielsweise Ti, Zn, Zr, Mo, Hf; Re, Ce, Lu, Ni, Cu. Bevorzugt
sind Ni2+ oder Cu2+. Diese Metalle können als Lösung ihrer Salze eingebracht
werden. Die Menge dieser Dotierungsmetalle beträgt 0 bis 100 Gew.-%, bevorzugt 0
bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Edelmetalls und gerechnet als Metall.
Geeignete wasserlösliche Polymere sind beispielsweise Polymere und Copolymere von
Monomeren mit polaren Gruppen, wie der Hydroxyl-, der Amino-, der Carboxyl- und
der Sulfonsäuregruppe. Sie können mit Monomeren ohne polare Gruppe oder mit
einer weniger stark polaren Gruppe, wie der Estergruppe, in einem solchen Ausmaß
copolymerisiert werden, daß die Wasserlöslichkeit des Copolymer erhalten bleibt.
Solche Monomere sind etwa N-Vinyl-pyrrolidon, Acrylsäure, Methacrylsäure,
Asparaginsäure, Styrolsulfonsäure, (Meth)Acrylsäure-C1-C4-Alkylester mit einer
Hydroxyl-, Amino- oder C1-C4-(Di)Alkylamincgruppe, das fiktive Monomer Vinyl
alkohol, N-Vinyl-caprolactam, Vinylpyridin, Vinylamin, N-Vinyl-imidazol, N-Vinyl
methylimidazol; einsetzbare Comonomere sind beispielsweise (Meth)Acrylsäure-C1-
C4-alkylester und Vinylacetat. Diese (Co)Monomere und die Verfahren zu ihrer
(Co)Polymerisation sind dem Fachmann bekannt. Bevorzugte Polymere sind beispiels
weise Poly-N-vinylpyrrolidon, Polyacrylsäure, Polymethacrylsäure, Polyvinylalkohol,
Polyasparaginsäure, besonders bevorzugt Poly-N-vinylpyrrolidon. Die Polymere
haben Molekulargewichte (Gewichtsmittel) von 15.000 bis 1.500.000, bevorzugt
30.000 bis 1.000.000. Sie können einzeln oder als Gemisch mehrerer von ihnen ein
gesetzt werden.
Organische Lösungsmittel, die in den erfindungsgemäßen Edelmetallkolloid-Lösungen
vorliegen können, sind wasserlöslich und sind beispielsweise Alkohole, Carbonsäuren,
Ketone und Nitrile mit bis zu 4 C-Atomen, die Methanol, Ethanol, Propanol, i-
Propanol, Butanol, Essigsäure, Propionsäure, Aceton, Methyl-ethylketon, Acetonitril.
Solche Lösungsmittel können eingesetzt werden, wenn in Wasser schwerlösliche
Edelmetallkomplexe verwendet werden. Aus arbeitshygienischen, sicherheitstech
nischen und umweltschonenden Gründen wird bevorzugt ohne organische Lösungs
mittel gearbeitet. Der Mengenbereich für die Lösungsmittel hat daher die Null als
Untergrenze und beträgt 0 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Sols.
Einige der in Frage kommenden organischen Lösungsmittel können jedoch als orga
nische Reduktionsmittel dienen.
Die Erfindung ist weiterhin bevorzugt gekennzeichnet durch einen Gehalt an
mehrwertigen Anionen in den wäßrigen Edelmetallkolloiden. Mehrwertige Anionen
dieser Art sind beispielsweise: Citrat, Phosphat, Polyphosphat.
Solche mehrwertigen Anionen liegen in einer Menge von 0,1 bis 10%, bezogen auf
das Gesamtgewicht der wäßrigen Edelmetallkolloide, vor.
Die erfindungsgemäßen Edelmetallkolloid-Lösungen sind solche auf wäßriger Basis.
Somit ist der Rest zu 100 Gew.-% und damit der überwiegende Anteil Wasser.
Organische Reduktionsmittel zur Herstellung erfindungsgemäßer wäßriger Edel
metallkolloide sind dem Fachmann bekannt und sind beispielsweise C1-C4-Alkohole,
besonders Methanol oder Ethanol, C1-C4-Aldehyde, besonders Formaldehyd oder
Acetaldehyd, Ameisensäure, Ascorbinsäure, Citronensäure, Harnstoff oder ein
Gemisch mehrerer von ihnen. Bevorzugt eingesetzt werden: Ascorbinsäure,
Citronensäure, Methanol, Ethanol oder ein Gemisch mehrerer von ihnen. Sie werden
in einer Menge, bezogen auf den stöchiometrischen Bedarf, von 100 bis 5.000%
eingesetzt. Bevorzugt ist eine Menge von 150 bis 2.000%, besonders bevorzugt ist
eine Menge von 200 bis 1.000%. Der stöchiometrische Bedarf ist dem Fachmann
bekannt.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen wäßrigen Edelmetallkolloide legt man bei
spielsweise eine wäßrige Lösung eines Edelmetallsalzes oder eines wasserlöslichen
Edelmetallkomplexes vor, gibt eines oder mehrere wasserlösliche Polymere und eines
oder mehrere Salze mit mehrwertigen Anionen dazu und reduziert mit einem der
genannten Reduktionsmittel. Sofern es die Löslichkeitsverhältnisse erfordern, kann
eines oder mehrere der genannten organischen Lösungsmittel zusätzlich eingesetzt
werden. Die Reihenfolge des Vorliegens und Zugebens kann auch beliebig variiert
werden, wobei jedoch das Reduktionsmittel bevorzugt am Schluß eingesetzt wird.
Das Edelmetall wird in Form der Halogenide (Fluoride, Chloride, Bromide, Iodide),
Nitrate, Sulfate oder in Form von Salzen von Carbonsäuren, die auch durch Amino
oder Halogen substituiert sein können, eingesetzt; weitere Möglichkeiten des Einsat
zes der Edelmetalle bestehen in der Benutzung ihrer Metallalkoholate, Metallpheno
late, Metallacetylacetonate und anderer dem Fachmann geläufiger Edelmetallverbin
dungen. Solche Edelmetallverbindungen können auch in Form ihrer Komplexe einge
setzt werden; Komplexe reichen von einfachen Doppelsalzen, wie Na2PdCl4 oder
H2PtCl6 bis hin zu Komplexverbindungen mit organischen Liganden, wie
Palladiumacetylacetonat.
Carbonsäuren, deren Edelmetallsalze, wie oben genannt, eingesetzt werden können,
haben 1 bis 20 C-Atome, sind linear, verzweigt oder cyclisch, sind weiterhin gesättigt
oder ungesättigt und haben 1 bis 3 Carboxylgruppen. Beispiele für solche Carbonsäu
ren sind: Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure, Oxalsäure, Adipin
säure, Zitronensäure, Milchsäure, Aminosauren, wie Lysin oder Asparaginsäure.
In den erfindungsgemäßen wäßrigen Edelmetallkolloiden liegen die Metallpartikel in
einer Größe von 0,5 bis 100 nm, bevorzugt 1 bis 30 nm, vor. Der Edelmetallgehalt in
den erfindungsgemäßen wäßrigen Edelmetallkolloiden ist stets oberhalb von 10 mg-
Atom/l, bevorzugt oberhalb von 50 mg-Atom/l, und erreicht Werte von bis zu
250 mg-Atom/l, in vielen Fällen von bis zu 500 mg-Atom/l.
Ein solches erfindungsgemäßes wäßriges Edelmetallkolloid kann mit einem Kataly
satorträger, wie einem Ionenaustauscherharz, Aktivkohle, M2O3, SiO2 und anderen
dem Fachmann geläufigen Trägern, in Kontakt gebracht werden. Hierbei zieht das
Edelmetallkolloid spontan auf den Katalysatorträger auf. Die Menge und Konzentra
tion des wäßrigen Edelmetallkolloids im Vergleich zur Menge des angebotenen Trä
gers kann in einfacher und bekannter Weise so berechnet werden, daß der fertige
Trägerkatalysator 0, 1 bis 20 Gew.-% an Edelmetall, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Trägerkatalysators, enthält. Die Kontaktnahme des Trägers mit dem wäßrigen
Edelmetallkolloid kann durch Eintragen des Trägers in dieses wäßrige Edelmetall
kolloid erfolgen, jedoch auch durch andere dem Fachmann bekannte Verfahrens
weisen, wie durch Aufsprühen oder durch Zugabe des wäßrigen Edelmetallkolloids
zum Katalysatorträger, der in einer Pelletiertrommel bewegt wird, bis der Träger,
erkennbar an seinem Feuchtezustand, mit Edelmetallkolloid gesättigt ist. Nach jeder
der beschriebenen Kontaktnahme wird das an Edelmetall verarmte Sol entfernt und
der Trägerkatalysator getrocknet.
- 1. 64 g einer wäßrigen Lösung von Hexachlorplatinsäure (H2PtCl6) von 25 Gew.-% Platingehalt wurden vorgelegt und mit Wasser (450 ml) versetzt. In einem zweiten Gefäß wurde Polyvinylpyrrolidon (Typ K15) (10 g) und Natriumcitrat-Dihydrat (59 g) in Wasser (500 ml) gelöst. Die beiden Lösungen wurden anschließend vermischt und unter Rückfluß bis zum Siedepunkt erhitzt. Man ließ die Lösung eine Stunde sieden, dabei ereignete sich ein Farb umschlag von rot in sehr dunkel-braun. Nachdem die Lösung abgekühlt war, konnte dieses Edelmetallkolloidsol (d. h. diese Pt-Nanopartikeldispersion) für die Herstellung von heterogen geträgerten Katalysatoren verwendet werden.
- 2. 35,5 g einer wäßrigen Lösung von Natriumtetrachlorpalladat (Na2PdCl4) von 15 Gew.-% Palladiumgehalt wurden vorgelegt und mit Wasser (470 ml) vermischt. In einem zweiten Gefäß wurde Polyvinylalkohol (10 g), Natrium citrat-Dihydrat (59 g) und Ascorbinsäure (35 g) in Wasser (500 ml) gelöst. Die beiden Lösungen wurden anschließend vermischt und unter Rückfluß bis zum Siedepunkt erhitzt. Man ließ die Lösung eine Stunde sieden, dabei ereignete sich ein Farbumschlag von rot in sehr dunkel-braun. Nachdem die Lösung abgekühlt war, konnte dieses Edelmetallkolloidsol (d. h. diese Pd- Nanopartikeldispersion) für die Herstellung von heterogen geträgerten Katalysatoren verwendet werden.
- 3. 198 g (Trockenmasse) einer feinpartikulären Aktivkohle wurde in Wasser (800 ml) mit Hilfe eines Ultraschallbads dispergiert. Zu dieser Suspension wurde eine Portion des in Beispiel 1 dargestellten Platinsols (125 ml) zugegeben und die Mischung 5 Minuten verrührt. Die Mischsuspension wurde durch eine Filtermembran (z. B. aus Cellulosenitrat; Porengröße 0,45 µm) filtriert (das Filtrat war vollständig entfärbt, d. h. frei von Metallnanoteilchen).
Der Feststoff wurde ausgiebig auf der Membran gewaschen, von der Membran
getrennt und getrocknet. Dieser etwa 1 gew.-%ige Pt-Katalysator konnte
direkt zur Katalyse, beispielsweise zur selektiven Hydrierung von Nitrobenzol
zu Anilin, eingesetzt werden.
Claims (9)
1. Wäßrige Edelmetallkolloide in Form eines Sols mit Metallpartikeln einer
Größe von 0,5 bis 100 nm, erhalten durch Reduktion von Edelmetallver
bindungen mit Hilfe von organischen Reduktionsmitteln und gekennzeichnet
durch
- a) einen Edelmetallgehalt von mehr als 10 mmol pro L Sol,
- b) einen Gehalt an wasserlöslichen Polymeren von 0,1 bis 20 Gew.-%,
- c) einen Gehalt an organischem Lösungsmittel von 0 bis 10 Gew.-%, alles bezogen auf das Gesamtgewicht des Sols, und
- d) den Rest zu 100 Gew.-% an Wasser,
2. Verfahren zur Herstellung von wäßrigen Edelmetallkolloiden mit Metallparti
keln einer Größe von 0,5 bis 100 nm, dadurch gekennzeichnet, daß man zu
einer wäßrigen Lösung eines Edelmetallsalzes oder -komplexes eines oder
mehrere wasserlösliche Polymere zugibt und dann das Edelmetallkation zum
metallischen Zustand durch Zugabe eines organischen Reduktionsmittels aus
der Gruppe von C1-C4-Alkoholen, C1-C4-Aldehyden, Ameisensäure, Ascor
binsäure, Citronensäure, Harnstoff oder anderen bekannten organischen
Reduktionsmitteln oder einem Gemisch mehrerer von ihnen reduziert, wobei
mit einem Metallgehalt von mehr als 10 mmol/l bis 500 mmol/l, gerechnet als
elementares Metall, und einer Menge des wasserlöslichen Polymers von 0, 1 bis
20 Gew.-%, alles bezogen auf das Gesamtgewicht der wäßrigen Lösung,
gearbeitet wird.
3. Verfahren zur Herstellung von Edelmetall-Trägerkatalysatoren, dadurch
gekennzeichnet, daß man einen Katalysatorträger mit einem Edelmetallkolloid
enthaltenden Sol gemäß Anspruch 1 in Kontakt bringt, das Edelmetall auf den
Träger aufziehen läßt, so daß der fertige Trägerkatalysator 0,1 bis 20 Gew.-%
Edelmetall, bezogen auf das Gesamtgewicht des Trägerkatalysators, enthält,
das an Edelmetall verarmte Sol entfernt und den Trägerkatalysator trocknet.
4. Edelmetallkolloide nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen
Gehalt an mehrwertigen Anionen.
5. Edelmetallkolloide nach Ansprüchen 1 und 4, gekennzeichnet durch einen
Gehalt an wasserlöslichen Polymeren aus der Gruppe von Poly-N-vinyl
pyrrolidon, Polyacrylsäure, Polymethacrylsäure, Polyvinylalkohol, Polyaspara
ginsäure oder einem Gemisch mehrerer von ihnen, bevorzugt Poly-N-vinyl
pyrrolidon, mit Molekülargewichten (Gewichtsmittel) von 15.000 bis
1.500.000, bevorzugt 30.000 bis 1.000.000.
6. Edelmetallkolloide nach Ansprüchen 1, 4 und 5, gekennzeichnet durch einen
Edelmetallgehalt von mehr als 10 mmol/l bis 500 mmol/l, bevorzugt mehr als
10 mmol/l bis 250 mmol/l, besonders bevorzugt mehr als 50 mmol/l bis
250 mmol/l.
7. Edelmetallkolloide nach Ansprüchen 1 und 4 bis 6, gekennzeichnet durch den
Zusatz eines nicht reduzierbaren Dotiermetalles aus der Gruppe von Ti, Zn,
Zr, Mo, Hf, Re, Ce, Lu, Ni, Cu, bevorzugt Ni, Cu, in einer Menge von 0 bis
100 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des
Edelmetalls und gerechnet als Metall.
8. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das organische
Reduktionsmittel in einer Menge von 100 bis 5000%, bevorzugt 150 bis
2000%, besonders bevorzugt 200 bis 1000% des stöchiometrischen Bedarfs
eingesetzt wird.
9. Verfahren nach Ansprüchen 2 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß als or
ganisches Reduktionsmittel Ascorbinsäure, Citronensäure, Methanol, Ethanol
oder ein Gemisch mehrerer von ihnen, eingesetzt wird.
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