-
Die Erfindung bezieht sich auf eine photographische Kamera mit einer
Filmtransport- und einer Filmstopeinrichtung zur Verwendung von Filmen, welche pro
Bildschritt ein einziges Perforationsloch aufweisen, wobei sich das Filmmaterial
in Kassetten befindet, welche aus einem Filmvorratsraum, einem Aufnahmeraum für
den belichteten Film und einem beide Kassettenräume fest miteinander verbindenden
Steg bestehen und der Steg einen Ausschnitt aufweist, durch den hindurch die kameraseitige
Filmstopeinrichtung mit der Filmperforation zusammenwirkt.
-
Es ist eine photographische Kamera mit einer Vorrichtung zur Hemmung
des Filmantriebes bekannt (deutsche Patentschrift 1 184 627), bei welcher ein auf
dem Film aufsitzendes Tastglied zwischen zwei Anschlägen die Steuerfunktionen zur
Unterbrechung des Filmantriebes nach jedem Schaltschritt ausführt, wozu das Tastglied
während-des Filmtransports in ein Perforationsloch eines pro Bildschritt ein einziges
Perforationsloch aufweisenden Filmes einfällt.
-
Durch die deutsche Patentschrift 1 196071 ist ein Filmmagazin für
eine photographische Kamera bekannt, das an der dem kameraseitigen Meßglied gegenüberliegenden
Magazinwandung eine Aussparung für das Meßglied aufweist, das mit dem im Magazin
befindlichen Film bzw. mit der Filmperforation zusammenwirkt.
-
Da das Tastglied der Vorrichtung nach der deutschen Patentschrift
1 184627 zwischen zwei Anschlägen begrenzt arbeiten muß und weil die Aussparung
für den Eingriff des Mgliedes in dem Filmmagazin nach der deutschen Patentschrift
1 196071 verhältnismäßig kurz ist, kann esbd beiden Vorrichtungen vorkommen, daß
z. B. bei sehr schnellem Filmtransport das Tast- bzw. Meßglied infolge seiner Trägheit
nicht in eine Filmperforation einfällt oder aus der Filmperforation wieder herausgeschleudert
wird und dabei die Filmperforation beschädigt. Außerdem entsteht dabei ein Leerbild,
da bis zur nächsten Filmperforation weitergeschaltet werden muß, um eine Aufnahme
machen zu können.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine photographische Kamera
mit Kassette zu schaffen, bei der das mit der Filmperforation zusammenwirkende Tastglied
bereits vor Beginn eines Schaltschrittes in die Filmperforation einfallen kann.
-
Bei einer photographischen Kamera mit einer Filmtransport- und einer
Filmstopvorrichtung zur Verwendung von Filmen,-welche pro Bildschritt ein einziges
Perforationsloch aufweisen, wobei sich das Filmmaterial in Kassetten befindet, welche
aus einem Filmvorratsraum, einem Aufnahmeraum für den belichteten Film und einem
beide Kassettenräume fest miteinander verbindenden Steg bestehen und der Steg einen
Ausschnitt aufweist, durch den hindurch die kameraseitige Filmstopvorrichtung mit
der Filmperforation zusammenwirkt, wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß der Kassettenausschnitt im Verbindungssteg einer Kassette so lang ist, daß mindestens
zwei in der Filmtransportrichtung hintereinanderliegende Filmperforationen in dem
Kassetten ausschnitt für kameraseitige Steuerglieder zugänglich sind.
-
An Hand der Zeichnungen werden Ausführungsbeispiele der Erfindung
näher beschrieben. Es zeigt F i g. 1 die Filmstopvorrichtung mit Filmtransportgreifer
und erfindungsgemäßer Kassette,
F i g. 2 die Filmstopvorrichtung mit Ausweichtastglied
und erfindungsgemäßer Kassette.
-
Die Vorrichtung nach Fig. 1 befindet sich in der Ausgangsstellung
»A«, wohin sie durch die Zugfeder 6 bewegt wurde. Der Filmtransportgreifer 8 ist
in eine Filmperforation 2a eingefallen. Der Filmtransportgreifer 8 ist auf dem Schieber
7 am Lagerniet 12 drehbar gelagert und wird durch die an der Abkröpfung 7b und an
dem Lappen 8b angreifende Schenkelfederll gegen den Greiferanschlag7a gedrückt.
Die Federkraft der Schenkelfeder11 ist so bemessen, daß der Filmtransportgreifer
8, ohne die Anlage am Greiferanschlag 7a zu verlassen, den Film transportieren kann.
-
Der Schieber 7 gleitet auf dem Gehäuse 9 und wird an dem Führungsstift
10 und mittels des Lagers 13 an der Filmschalthandhabe 3 geführt, wobei die an der
Abkröpfung 7b des Schiebers 7 eingehängte Zugfeder 6 den Schieber 7 gegen den FührungsstiftlO
zieht. Die Zugfeder 6 ist an ihrem anderen Ende am Gehäuse 9 befestigt. Die Filmschalthandhabe
3 ist mit einem Mitnehmer 5 verbunden, welcher in bekannter Weise mit Vo,rspüngen
an der Aufwickelseite der Kassette 1 zusammenwirkt. An dem Gehäuse 9 ist ein Endanschlag
4 für den Arm 7 c des Schiebers 7 angebracht.
-
Die Kassette 1, welche alis dem Filmvorratsraum 1c und dem Aufnahmeraum
für den belichteten Film ld besteht, weist in dem beide Kassettenräume fest miteinander
verbindenden Steg 1 a einen Kassettenausschnitt lb auf, welcher so ausgebildet ist,
daß zwei in Transportrihffung hintereinanderliegende Filmperforationen 2a des in
der Kassette 1 konfektionierten Filmes in dem Kassettenausschnitt ib für kameraseitige
Steuerglieder zugänglich sind. In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 greift der
Filmtransportgreifer8 in die im Kassettenausschnitt 1 b befindliche Filmperforation
2e des Filmes 2 ein.
-
Die Wirkungsweise der Vorrichtung nach Fig. 1 ist folgende Wird die
Filmschaithandhabe in Richtung »C« beso so erfolgt über den Schieber 7 durch den
Filmtransportgreifer 8 der Filmtransport in Richtung »D«, bis der Filmtransportgreifer
gegen den Anschlag le des Kassettenausschnittes 1 b läuft. An dieser Stelle ist
der Bildschritt zu Ende.
-
Während dieses Filmtransports wird der Film in der Aufwickelseite
der Kassette 1 durch den Mitnehmehr 5 aufgewickelt, ohne jedoch (nicht dargestellt)
den Filmtransport -des FiliutransportgreifeIsw 8 zu überholen.
-
Damit sich nun die Betätigungskraft an der Filmschalthandhabe 3 nicht
auf den Filmtransportgreifer 8 überträgt und dabei die Kassette i verschiebt, verbiegt
oder beschädigt und -damit die Filnlplanlage verändert, ist der Filmtransportgreifer
8 auf dem Schieber 7 federnd gelagert, so daß er dem Anschlag le ausweichen kann,
ohne daß der Bildstand verändert wird. Kurz nachdem der Filmtransportgreifer 8 gegen
den Anschlagle angelaufen ist, erreicht ein Arm 7 c des Schiebers 7 den gehäuseseitigen
Endanschlag 4 (strichpunktiert gezeichnete Stellung »B«), und die Filmschalthandhabe
3 kann nicht mehr weiter in Richtung »C« bewegt werden. Der Endanschlag 4 ist so
angeordnet, daß in jedem Falle zuerst der Bildschritt durch den Filmtransportgreifer
8 am Anschlag 1 e beendet und danach erst die Filmschaltbewegung am Endanschlag
4 unterbrochen wird.
-
Nach erfolgtem Filmtransport-wird die Fillnschalthandhabe 3 losgelassen,
wonach sie unter: Wirkung der Zugfeder 6 über den Schieber 7 in die Ausgangsstellung
zurückgezogen wird. Dabei weicht der durch die Zugfeder 6 gegen -den Film 2 angefederte
Filmtransportgreifer 8 über dessen Schräge 8 a dem Film 2 aus. -Am Ende der Rückbewegung
des Schiebers 7 fällt der Transportgreifer 8 in die nächste im Kassettenausschnittib
befindliche Filmperforation2a ein.
-
Nun kann, die Aufnahme über nicht dargestellte Mittel erfolgen.
-
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 befindet sich der Sperrschieber
18 in der Ausgangsstellung, in welche er durch die am Einhängelappen 22 angebrachte
Rückstellfeder 20 gezogen wurde. Der Sperrschieber 18 wird in seinem.aurchbruch
18a durch den Führungsniet23 verschiebbar geführt und liegt unter dem Einfluß der
Rückstellfeder 20 an dem Führungsbolzen 24 an. Auf dem Sperrschieber 18 ist ein
Tastglied 19 um den Lagerniet 25 drehbar gelagert. Das Tastglied 19 steht unter
dem Einfluß einer Feder 21, welche sich an der Abwinkelung 18c abstützt und über
die Abwinkelungl9a das Tastglied 19 gegen den Anschlagwinkel 18 a drückt. Der Sperrschieber
18 weist einen Sperrzahnl8b auf, und die Filmschalthandhabe 17 ist mit einer Sperrverzahnung
17a und einem Nocken 17b versehen.
-
Die Kassette 1 entspricht der im Ausführungsbeispiel nach F i g.
1 gezeigten Kassette.
-
Die Wirkungsweise des Ausführungsbeispiels nach F i g. 2 ist folgende:
Durch Betätigung der Filmschalthandhabe 17 in Richtung »C« wird der Film 2 über
nicht dargestellte Mittel in Richtung »D« transportiert und nimmt dabei das in der
Ausgangsstellung »E« in die Filmperforation eingefallene Tastglied 19 mit. Die Feder
21 ist so ausgelegt, daß sie bei normalem Filmzug das Tastglied 19 gegen den Anschlagwinkel
18 a drückt und die in Richtung »H« wirkende Kraft der Rückstellfeder 20 überwindet.
-
Nachdem der Film 2 um einen Bildschritt (Maß »X«) transportiert und
entsprechend das Tastglied 10 vom Film mitgenommen wurde, läuft der Schieber 18
mit seinem Sperrzahn 18 b in die Sperrverzahnung 17a (strichpunktiert dargestellte
Stellung »G«), und der Filmtransport wird unterbrochen.
-
Sollte der Filmstop nicht augenblicklich erfolgen, z. B. wenn der
Sperrzahn 18 b statt in eine Zahnlücke auf einen Zahn der Sperrverzahnung 17 a trifft
und/ oder die Filmtransportgeschwindigkeit sehr hoch ist (durch z. B. Durchreißen
der Filmschalthandhabe), dann weicht das Tastglied 19 dank seiner Feder 21 dem Film
2 in Richtung »F« aus und verhindert dadurch ein Einreißen des Filmes.
-
Nach beendetem Filmtransport bewegt sich die Filmschalthandhabe 17
durch nicht dargestellte Mittel entgegen der Richtung »C« in ihre Ausgangslage zurück.
Vor Erreichung der Ausgangslage drückt der Nocken 17 b den Sperrzahn 18 b aus der
Sperrverzahnung 17 a heraus. Dabei wird dem Sperrschieberl8 eine Schwenkbewegung
um den Führungsniet 23 erteilt, wodurch das auf dem Sperrschieber 18 angeordnete
Tastglied 19 aus der Filmperforation 2 a herausgezogen wird, und der Sperrschieber
18 mit dem Tastglied 19 kann von der Rückstellfeder 20 in die Ausgangsstellung »E«
zurückbewegt werden. In der Ausgangsstellung »E« liegt der Durchbruchl8d an dem
Führungsniet 23 an, und die Rückstellfeder 20
zieht den Sperrscieber 18-- gegen den
Führungsbolzen 24. Der Tastschieberi9 ist, von der Rückstellfeder 20 unterstützt,
in die nächste im Kassettenaus schnitt lb befindliche Filmperforation eingefallen.
-
Patentansprüche: 1. Photographische Kamera mit einer Filmtransport-
und einer Filmstopvorrichtung zur Verwendung von Filmen, welche pro Bil,dschritt
ein einziges Perforationsloch aufweisen, wobei sich das Filmmaterial in Kassetten
befindet, welche aus einem Filmvorratsraum, einem Aufnahmeraum für den belichteten
Film und einem beide Kassettenräume fest miteinander verbindenden Steg bestehen
und der Steg einen Ausschnitt aufweist, durch den hindurch die kameraseitige Filmstopvorrichtung
mit der Filmperforation zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, daß der Kassettenausschnitt
im Verbindungssteg einer Kassette so lang ist, daß mindestens zwei in der Filmtransportrichtung
hintereinanderliegende Filmperforationen in dem Kassettenausschnitt für kameraseitige
Steuerglieder zugänglich sind.
-
2. Photographische Kamera und Kassette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Filmtransportgreifer (8) zum Transport des Filmes (2) dient und der Transportweg
des Filmtransportgreifers (8) nach vollzogenem Schaltschritt durch Anlage an der
Kassette (1) begrenzt wird.
-
3. Photographische Kamera und Kassette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Aufnahmeraum für den belichteten Film (led) zugewandte Begrenzung des
Kassettenausschnittes als Anschlag (1 e) für den kameraseitigen Filmtransportgreifer
(8) dient.
-
4. Photographische Kamera und Kassette nach Anspruch 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der auf dem Schieber (7) gelagerte Filmtransportgreifer (8)
federnd gegen den kassettenseitigen Anschlag anläuft.
-
5. Photographische Kamera und Kassette nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Filmschalt- und Verschlußaufzugskraft von einem starren
kameraseitigen Anschlag (4) aufgenommen wird.
-
6. Photographische Kamera und Kassette nach Anspruch 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Filmtransportgreifer (8) über seine Schräge (8 a) bei seiner
Rückbewegung entgegen der Kraft einer Zugfeder (6) dem Film (2) ausweichen kann.
-
7. Photographische Kamera und Kassette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Sperrschieber (18) über ein in eine Filmperforation (2a) eingefallenes Tastglied
(19) von der Filmperforation (2 a) beim Filmtransport bis zur Erreichung der Filmtransport-Sperrstellung
entgegen der Kraft einer Rückstellfeder (20) mitgenommen wird.