DE19604243C2 - Beschlag zum Verbinden von Bauteilen - Google Patents
Beschlag zum Verbinden von BauteilenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 auf
einen Beschlag zum Verbinden zweier Bauteile, insbesondere Holzbauteile. Der
Beschlag besteht aus zwei Beschlaghälften, die jeweils in einem der zu verbin
denden Bauteile befestigt werden und miteinander in Eingriff bringbare Elemente
aufweisen, die die Verbindung der Bauteile bewirken.
Ein Beschlag der vorgenannten Art ist in der DE 28 16 134 A1 beschrieben. Jede
der Beschlaghälften weist einen kreissegmentförmigen Verankerungsabschnitt
mit einer vorbestimmten Dicke auf, um in einer, in dem Bauteil vorgesehenen
Nut verankert zu werden. Die Verankerung erfolgt mittels sägezahnartiger Rip
pen, die sich in die Wandung der Ausnehmung verkrallen. Die Einbringung des
Verankerungsabschnitts in die Ausnehmung erfolgt durch Einpressen oder Ein
schlagen, wobei die Kanten der Rippen in einem Winkel von 90 Grad zur Ein
bringrichtung stehen. Diese Art der Einbringung hat eine Reihe von Nachteilen,
denn die Rippen treffen beim Einbringen parallel zur Nutoberkante auf, wodurch
das Bauteilmaterial gleichzeitig über die gesamte Rippenlänge verdrängt wird.
Das führt zu einer unerwünschten Materialaufwerfung im Kantenbereich der
Nut. Da der Abstand zwischen der Nutwandung und der Außenfläche des Bau
teils häufig gering ist, kommt es zu einem ebenfalls unerwünschten Auftreiben
der Bauteilwandung in diesem Bereich. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß
die zum Einbringen erforderliche Kraft relativ hoch sein muß, um das Bauteilma
terial gleichzeitig über die gesamte Rippenlänge zu verdrängen. Da das Bau
teilmaterial im Wesentlichen unelastisch ist, wird beim Einbringen die Nut auf
geweitet. Diese Aufweitung ist eine im Wesentlichen plastische Verformung, die
das Haltevermögen des Verankerungsabschnitts stark beeinträchtigt.
Die AT 373 046 zeigt Beschlagteile, deren Verankerungsabschnitt zusätzlich
mittels Schrauben befestigt werden muß, was die Produktivität stark einge
schränkt.
Die DE 37 42 755 A1 zeigt Beschlagteile, wobei an dem Verankerungsabschnitt
waagerechte und parallel verlaufende Rillen vorgesehen sind, die zur Aufnahme
von Klebstoff dienen. Zusätzlich sind im Verankerungsabschnitt Löcher zum An
schrauben bzw. Annageln vorgesehen.
Für den vorstehend genannten Stand der Technik ist typisch, daß die Einbrin
gung des Verankerungsabschnitts in die Ausnehmung durch Einpressen oder
Einschlagen erfolgt, wobei die Kanten der vorgesehenen Rippen in einem Winkel
von 90 Grad zur Einbringrichtung stehen.
Unter Berücksichtigung der vorstehend diskutierten Nachteile des Standes der
Technik ist es die Aufgabe der Erfindung, einen Beschlag zum Verbinden von
Bauteilen zu schaffen, der mit wesentlich geringerem Zeitaufwand in den Bautei
len befestigt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst, vorteil
hafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Erfindungsgemäß wird ein Beschlag zum Verbinden zweier Bauteile geschaffen,
der aus zwei Beschlaghälften besteht, die jeweils in einem der zu verbindenden
Bauteile befestigt werden und miteinander in Eingriff bringbare Elemente aufwei
sen, die die Verbindung der Bauteile bewirken. Jede der Beschlaghälften weist
einen ersten Abschnitt mit einer vorbestimmten Dicke auf, der so ausgebildet
ist, um in einer, in dem Bauteil vorgesehenen Ausnehmung gehalten zu werden,
wobei die Dicke näherungsweise der Breite der Ausnehmung entspricht. Jede
der Beschlaghälften weist einen zweiten Abschnitt auf, der so ausgebildet ist,
damit er mit dem zweiten Abschnitt der jeweils anderen Beschlaghälfte in Ein
griff bringbar ist. Erfindungsgemäß ist an dem ersten Abschnitt mindestens eine,
längs des Abschnittes verlaufende Befestigungsvorrichtung vorgesehen, die in
der Längserstreckung der Befestigungsvorrichtung mindestens eine seitwärts
vorspringende Haltekante aufweist, wobei die über diese Haltekante gemessene
Breite größer ist als die Breite der Ausnehmung, so daß beim Einsetzen der Be
schlaghälfte die Haltekante in die Seitenwand der Ausnehmung gepreßt wird
und mit dieser eine kraft- und formschlüssige Verbindung bildet. Die vorsprin
gende Haltekante kann sowohl nur auf einer Seite der Beschlaghälfte, als auch
auf beiden Seiten vorgesehen sein. Weiterhin können auf jeder Seite mehrere
Haltekanten vorgesehen sein. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung
können die Haltekanten an ihren Anfangs- oder Endabschnitten verjüngt ausge
bildet sein, um ein gutes Führungsverhalten beim Eintreiben zu gewährleisten.
Die Haltekanten können auch zurückgesetzt angeordnet sein, so daß der Be
schlag kraftfrei ein kleines Stück in die Befestigungsnut eingesteckt werden
kann, bevor die Haltekanten in die Seitenwand der Ausnehmung gedrückt wer
den. In einer sehr bevorzugten Ausführungsform weisen die Haltekanten Aus
sparungen auf, in denen sich das beim Eintreiben der Beschlaghälfte von den
Kanten der Aussparungen abgeschälte Material sammelt. Durch die Aussparun
gen wird somit verhindert, daß bei dünnwandigen Bauteilen diese durch das ab
geschälte Materialvolumen aufgetrieben werden.
Der Radius des kreissegmentförmigen Abschnitts, die Dimensionierung der Befe
stigungsvorrichtung, die Form bzw. die Anzahl der Haltekanten und die Anord
nung bzw. die Anzahl der Aussparungen zur Aufnahme der Späne werden we
sentlich von den Eigenschaften des Bauteilmaterials und den gewünschten me
chanischen Eigenschaften der Verbindung bestimmt.
Für den Einsatz in einer automatischen Fertigung ist es vorteilhaft, wenn die Hal
tekanten unsymmetrisch bzw. versetzt zueinander sind, so daß sich die Be
schlagteile leicht und definiert aneinanderfügen lassen, wenn sie in einem Be
schickungsmagazin angeordnet werden sollen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Beschlags
werden die in Eingriff bringbaren Halteelemente federnd ausgeführt. Diese Maß
nahme dient dem Toleranzausgleich und gewährleistet, daß die Beschlaghälften
sicher in Eingriff kommen.
Die Beschlaghälfte des erfindungsgemäßen Beschlags kann von Hand und auto
matisch in das Bauteil eingefügt werden. Dazu wird die Beschlaghälfte in einer
vorbestimmten Position und in einem vorbestimmten Winkel an bzw. in die Aus
sparung des Bauteils gesetzt und mit einem geeigneten Drück- bzw. Schlag
werkzeug in das Bauteil gepreßt oder geschlagen.
Mit dem erfindungsgemäßen Beschlag kann die Produktivität wesentlich gestei
gert werden, da für das Einschlagen oder Eindrücken u. U. nur wenige Zehntel
Sekunden benötigt werden, z. B. bei der Verwendung von Preßluftwerkzeugen.
Durch den Verzicht auf Klebstoff werden auch keine gesundheitsgefährdenden
Stoffe freigesetzt. Die Beschlagverbindung zeichnet sich durch eine hohe Aus
zugskraft aus, da die Haltekanten beim Eindringen in die Nut Material verdrän
gen und z. T. auch verdichten und somit verfestigen. In dem Fall, wo massives
Naturholz verwendet wird, kann auf die Anwendung der Aussparungen bei Be
darf verzichtet werden. Die Holzfasern werden in diesem Fall von den Haltekan
ten nicht durchtrennt oder beschädigt, sondern lediglich seitwärts verschoben.
Da die natürlich gewachsene Struktur des Holzes nicht zerstört wird, erhöht sich
die Auszugskraft erheblich.
Es ist zu erwähnen, daß die Ausnehmung des Bauteils zur Aufnahme der Be
schlaghälfte in ihrer Tiefenerstreckung kreissegmentförmig oder auch gerade
sein kann.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf besonders vorteilhafte
Ausgestaltungen, die in den beigefügten Zeichnungen schematisch dargestellt
sind, näher erläutert:
Die Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer Beschlaghälfte im Funk
tionszustand.
Die Fig. 2 zeigt den Gegenstand von Fig. 1 in der Draufsicht.
Die Fig. 3 zeigt eine Schnittansicht A-A von Fig. 1.
Die Fig. 4 zeigt drei Beschlaghälften, die zu einem Magazinblock zu
sammengelegt sind.
Fig. 5 zeigt das Einbringen einer Beschlaghälfte in ein Bauteil.
Die Fig. 1 und 2 zeigen eine Beschlaghälfte 1a, die in einem der zu
verbindenden Bauteile 2a eingefügt ist, welches als Aufnahmeausnehmung
eine gerade verlaufende Nut aufweist, die z. B. durch einen Sägeschnitt
gefertigt wurde. Die Beschlaghälfte weist ein Element 3 auf, das so aus
gebildet ist, daß es mit einem entsprechenden Gegenstück einer Beschlag
hälfte 1b in Eingriff bringbar ist. Im vorliegenden Fall ist das Element 3 fe
dernd ausgebildet, so daß Fertigungs- und Montagetoleranzen ausgegli
chen werden können. Fig. 5 zeigt, wie die Beschlaghälfte in eine kreisseg
mentförmige Ausnehmung getrieben wird. Mit Bezugszeichen 4 ist der
kreissegmentförmige Abschnitt bezeichnet, an dem die Befestigungsvor
richtung 6 angeordnet ist. Im vorliegenden Fall weist die Befestigungsvor
richtung weiterhin auf jeder Seite eine Schneidkante mit Dreiecks-
Querschnitt auf. Die Schneidkanten sind so versetzt angeordnet, daß die
Beschlaghälften zu einem Magazinblock zusammengelegt werden können,
wie in Fig. 4 gezeigt. Mit Bezugszeichen 7 ist eine Aussparung bezeichnet,
die im vorliegenden Ausführungsbeispiel dreifach vorgesehen ist. Jede die
ser Aussparungen 7 weist eine Räumkante auf, die beim Eindringen der
Beschlaghälfte Material von der Innenseite der Nut abschält. Die Größe
und die Anzahl der Aussparungen 7 werden so gewählt, daß das beim Ein
fügen abgeschälte Material gerade vollständig in den Aussparungen aufge
nommen werden kann. Damit wird ein Auftreiben der Nut bzw. des Bau
teils vermieden. Bei Bedarf können an einem Beschlagteil, in Abhängigkeit
vom Bauteilmaterial, die Form und die Größe der Aussparung auch unter
schiedlich sein. Damit beim Eintreiben der Beschlaghälfte eine gute Füh
rung gewährleistet ist, sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel die Halte
kanten an ihren Endabschnitten keilförmig verjüngt ausgebildet. In Fig. 3
ist gezeigt, wie die Haltekanten in die Wandungen der Nut gedrückt sind.
Weiterhin ist die gegenseitige Versetzung der im Eingriff befindlichen Kan
ten zu erkennen, die ein Zusammenfügen zu einem Magazinblock gemäß
Fig. 4 gewährleisten.
Wie in Fig. 5 dargestellt, wird das Beschlagteil in einem vorbestimm
ten Winkel α in die Ausnehmung eingetrieben. Es ist möglich, dieses Ein
treiben mit einem Hammer vorzunehmen, wobei in einem solchen Anwen
dungsfall eine kreissegmentförmige Ausnehmung die Führung der Be
schlaghälfte unterstützen kann. Es ist weiterhin möglich, den vorbestimm
ten Winkel α mittels einer Einschlag-Vorrichtung zu gewährleisten. Da die
Haltekanten an beiden Endabschnitten keilförmig verjüngt sind, kann die
Beschlaghälfte von beiden Seiten in die Ausnehmung eingefügt werden.
Bei einer hochproduktiven Möbelfertigung werden die Beschlaghälften als
Magazinblock in einer automatischen Bestückungsmaschine angeordnet,
die z. B. mittels preßluftgetriebener Werkzeuge arbeitet. Dieser Anwen
dungsfall gewährleistet eine besonders hohe Steigerung der Produktivität.
Claims (8)
1. Beschlag (1) zum Verbinden zweier Bauteile (2a, 2b), insbesondere
Holzbauteile, bestehend aus zwei Beschlaghälften (1a, 1b), die jeweils in einem
der zu verbindenden Bauteile (2a, 2b) befestigt werden und miteinander in Ein
griff bringbare Elemente (3) aufweisen, die die Verbindung der Bauteile (2a, 2b)
bewirken, wobei
- 1. jede der Beschlaghälften (1a, 1b) einen kreissegmentförmigen Abschnitt (4) mit einer vorbestimmten Dicke aufweist, um in einer, in dem Bauteil vorge sehenen Ausnehmung (5) gehalten zu werden, und
- 2. an dem kreissegmentförmigen Abschnitt (4) mindestens eine Befesti gungsvorrichtung (6) mit vor- und zurückspringende Kanten angeordnet ist, wo bei
- 3. die vorspringenden Kanten der Befestigungsvorrichtung (6) in der Dicken erstreckung der Befestigungsvorrichtung eine Breite aufweisen, die größer ist als die Breite der Ausnehmung (5) und
- 4. im Fügezustand die vorspringenden Kanten eine kraft- und formschlüssi ge Verbindung mit den Seitenwänden der Ausnehmung (5) bilden, dadurch ge kennzeichnet, daß
- 5. die Befestigungsvorrichtung (6) bogenförmig ausgebildet ist und längs der Un terkante des kreissegmentförmigen Abschnittes (4) verläuft, wobei das Eintrei ben des Beschlagteils unter einem vorbestimmten Winkel α (Fig. 5) erfolgt und sich die vorspringenden Kanten dabei in die Seitenwände der Ausnehmung (5) schneiden.
2. Beschlag nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Befestigungsvorrichtung (6) auf beiden Seiten des Abschnitts (4) vor
gesehen ist.
3. Beschlag nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Befestigungsvorrichtung (6) auf nur einer Seite des Abschnitts (4) vor
gesehen ist.
4. Beschlag nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Befestigungsvorrichtung (6) als Haltekante
mit Dreiecksquerschnitt ausgebildet ist.
5. Beschlag nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Befestigungsvorrichtung (6) Aussparungen
(7) aufweist, in welchen sich abgeschältes Material von den Innenwänden
der Ausnehmung (5) ansammeln kann.
6. Beschlag nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Haltekanten der Befestigungsvorrichtung
(6) sich an mindestens einem Ende keilförmig verjüngen, um das Eindrin
gen in die Seitenwand der Nut zu erleichtern.
7. Beschlag nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Haltekanten der Befestigungsvorrichtung
(6) nur in einem mittleren Abschnitt des Beschlagteils ausgebildet sind, so
daß die Beschlaghälfte mit ihren kantenfreien Endabschnitten leicht in die
Ausnehmung (5) einsetzbar ist.
8. Beschlag nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das in Eingriff bringbare Element (3) federnd
ausgebildet ist, um einen Ausgleich der Fertigungstoleranzen zu ermögli
chen.
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| DE1996104243 DE19604243C2 (de) | 1996-02-06 | 1996-02-06 | Beschlag zum Verbinden von Bauteilen |
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Publications (2)
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