DE19601971C2 - Sitzprüfstempel - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Sitzprüfstempel mit einem überpol
sterten Druckstück, das mittelbar in eine Prüfmaschine einsetz
bar ist.
Für Dauererprobungen von Polstern sind Sitzprüfstempel bekannt
(vgl. FR 2 463 924), die von einer Prüfmaschine mit definierter
Kraft oder definiertem Hub periodisch in ein zu überprüfendes
Polster gedrückt werden, um auf diese Weise die Langzeit-Halt
barkeit von Polstern unter starker Beanspruchung ermitteln zu
können.
Bei der Entwicklung von Sitzen, insbesondere von Fahrzeugsitzen
geht es jedoch nicht nur um eine Optimierung der Langlebigkeit
der Polster, sondern bei Fahrzeugsitzen auch um einen hohen
Sitzkomfort, weil gerade auf Fahrzeugsitzen die Insassen und vor
allem der Fahrer u. U. viele Stunden bei geringer Bewegung auf
dem Sitz verharren müssen. Hier spielen unter anderem Fragen ei
ner optimalen Sitzdruckverteilung und eines optimalen Sitzklimas
eine Rolle. Es werden im Laufe einer Sitzentwicklung unter
schiedliche Sitz- und Polsterkonstruktionen als Versuchsmuster
angefertigt und diese müssen untereinander objektiv und repro
duzierbar hinsichtlich verschiedener Prüf- und Bewertungskrite
rien, vor allem hinsichtlich Komfort und Sitzklima, verglichen
werden, um danach das beste Versuchsmuster auswählen zu können.
Es werden nicht nur neue Versuchsmuster einer aktuellen Sitz
entwicklung, sondern auch verschiedene Testsitze anderer Prove
nienz z. B. Sitze früherer Sitzgenerationen, gebrauchte Sitze
oder Sitze aus fremden Entwicklungs- oder Fabrikationsstätten un
tereinander verglichen.
Die EP 646 782 A2 zeigt eine Prüfanordnung für statische Bela
stungstests der Lehne von Fahrzeugsitzen, wobei als Sitzprüf
körper eine vollständige Testpuppe - ein sog. Hybrid III Dummy -
verwendet wird. Dies sind Testpuppen der dritten Generation, die
weitgehend standardisiert in einheitlicher Form in der Automo
bilindustrie des In- und Auslandes für Unfall-Simulationen ver
wendet werden. Bei der Prüfanordnung nach der EP 646 782 A2 wird
die Testpuppe im Bereich der "Wirbelsäule" unterhalb des Torax
bereiches von der "Hand" einer Prüfmaschine ergriffene und mit
definierter Kraft etwa horizontal in ein zu überprüfendes Leh
nenpolster eines ortsfest gehaltenen Fahrzeugsitzes gedrückt, um
auf diese Weise die Deformation des Lehnenunterbaues unter star
ker Beanspruchung ermitteln zu können. Die Stabilität und das
Deformationsverhalten der Lehne ist vor allem im Hinblick auf
einen etwaigen Heckaufprall von Bedeutung. Die Lehne darf bei
extremer Belastung nicht abbrechen oder sich nach hinten abbie
gen, sondern soll den Oberkörper auch dann in auf rechter Lage
unterstützen. Durch die bekannte Prüfeinrichtung kann die Stabi
lität einer Rückenlehne statisch bei unterschiedlichen Sitzposi
tionen der Testpuppe geprüft werden. Für Komfort-Untersuchungen
an Fahrzeugsitzen insbesondere bezüglich des Gesäßpolsters ist
die vorbekannte Sitzprüfeinrichtung nicht nur völlig ungeeignet,
sondern es gehen von diesem Stand der Technik für den Fachmann
auch keinerlei Anregungen in dieser Hinsicht aus. Sowohl der Ge
genstand der Prüfung, als auch ihr Zweck, die Art und Mittel der
Versuchsdurchführung als auch das Ergebnis der Prüfung sind völ
lig anders als bei den hier anstehenden Komfort-Untersuchungen.
Diese Testpuppen der dritten Generation sind beispielsweise in
SAE 1994 Transactions-Journal of Passenger Cars, Section 6,
Volume 103, Seiten 1868-1886 beschrieben. Sie sind bezüglich des
mechanischen Bewegungsverhaltens und der Massenverteilung des
Ganzkörpers antropomorph gestaltet. Bezüglich einzelner Körper
regionen oder Gliedmaßen sind die Dummies hingegen z. T. recht
rudimentär ausgebildet und es kann bezüglich der Details von ei
ner antropomorphen Ausbildung keine Rede sein. Dies gilt insbe
sondere für die hier interessierende Sitzpartie im Beckenbe
reich. Dieser Bereich ist für Voll-Dummies, wie sie für
Unfall-Versuche verwendet werden, völlig unwichtig. Zwar heißt es dort
im Zusammenhang mit dem Becken, daß dieses aus einer
Aluminium-Gußstruktur besteht, deren Form etwa einer menschlichen Becken
knochenstruktur ähnelt. Dieses Becken sei durch ein weiches Gum
mimaterial eingeschlossen, um die Form menschlicher Gesäßbacken
anzunähern, welches auch einen dreiachsigen Beschleunigungsgeber
enthalte. Aus der Erfahrung und Beobachtung dieser allenthalben
in den einschlägigen Entwicklungs- und Prüfstätten - so auch bei
der Anmelderin - in mehreren Exemplaren und in unterschiedlichen
Größen im Einsatz befindlichen Hybrid III Dummies läßt sich er
gänzend sagen, daß die die Hartteile wie z. B. den Beckenkörper
umgebenden Weichteile doppelwandig ausgebildete Hohlkörper aus
einem Weichgummi sind, deren Wandstärke etwa 3 bis 5 mm beträgt.
Der von den Doppelwandungen eingeschlossene Hohlraum ist mit
Weichschaum ausgefüllt. Jedem einzelnen Gliedmaß - Unterschen
kel, Oberschenkel, Becken, Oberkörper, Oberarm, Unterarm Hand -
ist ein solches Weichteil zugeordnet. Die Innenkontur des hohlen
längsgeschlitzen und mit einem Reißverschluß verschließbaren
Weichteiles ist den Harteilen des zu umschließenden Gliedmaß
grob, d. h. mit einem gewissen Spiel angepaßt, wogegen die Außen
kontur etwa der Außenform der entsprechenden Körperpartie ent
spricht. Die Weichteile der einzelnen Puppenglieder schließen
nicht unmittelbar aneinander an; vielmehr ist zwischen benach
barten Weichteilen ein großer Spalt freigelassen, damit sich die
Glieder der Testpuppe behinderungsfrei bewegen können. So klafft
z. B. im Übergangsbereich vom Oberschenkel in die Gesäßpartie ein
Spalt von 3 bis 4 cm. Mit Rücksicht auf die hohen Belastungen
der Testpuppen bei simulierten Unfällen und mit Rücksicht auf
eine wiederholte Verwendbarkeit derselben - sie sind sehr teu
er - müssen die Weichteile zumindest an ihrer Außenseite eine
gewisse Mindest-Stabilität aufweisen und dürfen nicht zu weich
sein, weil sonst diese Weichteile bei Unfall-Simulationen zer
stört werden würden. Die den Beckenbereich umschließenden Weich
teile haben im Gesäßbereich eine Shorehärte von etwa 40 bis 50
Härtgrade, die weitgehend gleichmäßig über die Sitzpartie des
Gesäßes verteilt ist. Die Außenform des Dummy-Gesäßes ist - ab
weichend zum natürlichen Vorbild - relativ flach gestaltet. Des
halb ist festzuhalten, daß im Gesäßbereich nur von einer groben
Annäherung an die menschliche Anatomie die Rede sein kann, was
jedoch für die Zwecke als Testpuppe in Crash-Versuchen selbst in
der dritten Dummy-Generation völlig ausreichend ist. Durch die
nur angenäherte flache Nachbildung dieser Sitzkontur soll das im
Crash-Fall relevante Kipp- und Gleitverhalten der in ein Polster
einsitzenden Testpuppe mit der Einsitzstabilität eines richtigen
Menschens angenähert werden. Dazu genügt aber eine der Gesäßform
angenäherte Oberflächenform und eine oberflächennah annähernd
übereinstimmende Elastizität im Gesäßbereich der Testpuppe. Nach
den mit der Erfindung gewonnenen Erfahrungen können Komfortun
tersuchungen an Sitzpolstern von Fahrzeugsitzen mit einer sol
chen Testpuppe jedenfalls nicht durchgeführt werden.
Bisher konnten aussagekräftige und vergleichbare komfort-rele
vante Überprüfungen von Sitzen nur durch Testpersonen durchge
führt werden. Dies führt selbstverständlich nur zu subjektiven
und von der jeweiligen Tagesform der Testperson abhängigen, d. h.
ungenauen und nicht reproduzierbaren Prüfergebnissen. Im Übrigen
sind derartige Prüfungen zeit- und personalaufwendig, weil die
Überprüfung im Fahrzeug und von mehreren Testpersonen durchge
führt werden müssen, um zu weniger streuenden Aussagen zu gelan
gen. Der Fahrzeugeinbau eines zu überprüfenden Sitzes ist eben
falls zeitraubend, zumal dann, wenn es sich um Vergleichs-Test
objekte fremder Herkunft handelt.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Sitzprüfstempel anzugeben,
der als ein geeignetes Hilfsmittel bei den genannten, nach
strengen Prüfkriterien durchzuführenden Komfort-Vergleichsunter
suchungen von unterschiedlichen Testsitzen verwendbar ist und
mit dem die unterschiedlichen Testsitze realitätsnah, reprodu
zierbar und beliebig oft oder lang belastet werden können. Es
sei in diesem Zusammenhang erwähnt, daß die für die genannten
Vergleichsuntersuchungen erforderliche Sensorik nicht Bestand
teil der vorliegenden Erfindung ist. Vorliegend geht es nur um
eine naturgetreue Belastung der Testpolster. Mit der Sensorik -
soweit sie nicht ohnehin bekannt ist - und mit der Signalaus
wertung befassen sich andere Anmeldungen der Anmelderin.
Ausgehend von dem gewürdigten Stand der Technik wird die genann
te Aufgabe erfindungsgemäß durch die Gesamtheit der Merkmale von
Anspruch 1 gelöst. Danach ist der Sitzprüfstempel hinsichtlich
der Gestaltung der Hart- und Weichteile möglichst naturgetreu
dem menschlichen Gesäß und der Oberschenkelpartie beim Sitzen
nachgebildet.
Durch die Erfindung können folgende Vorteile erreicht werden:
- - die Prüfungen laufen unter exakt definierten Meßbedingungen,
- - man erhält reproduzierbare Meßergebnisse,
- - die Meßergebnisse unterschiedlicher Sitze sind untereinander ohne weiteres vergleichbar,
- - die Messungen bzw. Prüfungen können im Labor bzw. in der Versuchswerkstatt durchgeführt werden, d. h. ein Einbau des Sitzes in den Pkw ist nicht erforderlich,
- - es wird Testpersonal eingespart,
- - die Messung bzw. Prüfung eines Sitzes selber benötigt im Ver gleich zu Prüfungen durch Testpersonen nur etwa in die halbe Zeit,
- - Serienmessungen sind ohne weiteres möglich.
Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung können den Unteran
sprüchen entnommen werden; im übrigen ist die Erfindung an Hand
eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
nachfolgend noch erläutert; dabei zeigen:
Fig. 1 einen Sitzprüfstempel in Seitenansicht,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung des Druckstückes des
Sitzprüfstempels nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Unteransicht des Sitzprüfstempels nach Fig. 1,
Fig. 4 ein Meßaufbau mit einem zu testenden Sitzpolster in einer
Prüfmaschine unter Verwendung eines Sitzprüfstempels nach
Fig. 1 und
Fig. 5 eine Isobarenschar einer Sitzdruckverteilung, die mit
einem Meßaufbau nach Fig. 4 ermittelbar ist.
Das in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiel eines
Sitzprüfstempels 1 weist ein in Prüflage (Fig. 4) nach unten
weisendes, unterseitig mit einer Überpolsterung 4 versehenes
Druckstück 3 auf, welches in einer Prüfmaschine 2 zumindest mit
telbar, d. h. beispielsweise unter Zwischenfügung einer Druck
meßmatte 20 auf ein Sitzpolster 19 eines zu prüfenden Sitzes
aufsetzbar ist. Nach oben schließt sich an das Druckstück ein in
die Prüfmaschine einsetzbares Übergangsstück 5 an.
Der Sitzprüfstempel soll als ein geeignetes Hilfsmittel bei Kom
fort-Vergleichsuntersuchungen von unterschiedlichen Testsitzen,
die wegen der Reproduzierbarkeit nach strengen Kriterien durch
zuführen sind, verwendbar sein, so daß mit ihm unterschiedliche
Testsitze realitätsnah, reproduzierbar und beliebig oft oder
lang belastet werden können. Zu diesem Zweck ist die nachfolgen
de Ausgestaltung des Sitzprüfstempels vorgesehen.
Die Form des Druckstückes 3 des Sitzprüfstempels 1 ist zumindest
in den hier relevanten Bereichen dem Beckenknochen und den Ober
schenkelknochen einschließlich der Oberschenkel-Gelenke eines
menschlichen Skelettes nachgebildet. Das Druckstück 3 besteht
aus einer Becken-Nachbildung 6 und einem Paar von Ober
schenkel-Nachbildungen 7, die über Gelenke 8, die den natürlichen Ober
schenkelgelenken nachgebildet sind, mit der Becken-Nachbildung
verbunden ist. Die festsetzbaren Gelenke 8 sind deshalb vorgese
hen, damit die beim Sitzen üblichen Relativlagen von Oberschenkeln
und Becken, wie sie beim länger andauernden Sitzen eines
Menschen vorkommen, nachgebildet und fixiert werden können.
Die Überpolsterung 4 des Druckstückes ist antropromorph den
Weichteilen im Gesäßbereich, nämlich dem Muskel-, Binde- und
Fettgewebe nach örtlicher Verteilung der Stärke und Weichheit
nachgebildet. Vor allem die beiden Sitzdruckpunkte 13 eines
menschlichen Gesäßes und deren nähere Umgebung sind hinsichtlich
Form, Lage, Härte und örtlicher Härteverteilung möglichst
naturgetreu durch das Druckstück 3 und die Überpolsterung 4
nachgebildet. Die Überpolsterung ist durch mehrere elastische
Weich-Schaumstofflagen 14 gebildet. Im Beispiel sind mehrere
Schaumstofflagen unterschiedlicher Stärke verwendet, wobei die
Druckstück-näheren, flächenmäßig ausgedehnteren Schaumstofflagen
stärker als die weiter außen liegenden flächenmäßig kleineren
Schaumstofflagen ausgebildet sind. Die einzelnen Schaumlagen
weisen unterschiedliches Raumgewicht und - analog dazu - ent
sprechend unterschiedliche Elastizitäten auf. Von den Sitzbein
höckern 13 ausgehend steigt die Elastizität der Schaumlagen 14
von innen nach außen an.
Außenseitig ist die Überpolsterung mit einem Überzug 15 aus
einem Hosenstoff überzogen, der locker über dem Druckstück zu
sammengerafft ist. Bei Sitzprüfstempeln für Sonderuntersuchungen
kann es zweckmäßig sein, daß das Druckstück mit einer hinsicht
lich Flexibilität sich ähnlich wie die menschliche Haut verhal
tenden Weichlederauflage überzogen ist.
Die Gelenke 8 des Druckstückes 3 sind in ihrem Bewegungswider
stand bis zur Unbeweglichkeit unter Prüflast veränderbar, damit
der Prüfstempel als starre Einheit bei der Prüfung eines Sitzes
verwendet werden kann. Zum Verspannen der Gelenke ist ein die
Gelenkkugel 9 und den Schenkelhals 12 übergreifender Klemmring
vorgesehen, über den die Kugel 9 mittels der Klemmschrauben 10
bis zur Unbeweglichkeit in die beckenseitige Kugelpfanne ge
spannt werden kann. Die Überpolsterung kann aufgrund einer Ei
genelastizität und einer nachgiebigen Befestigung an den Ober
schenkeln 7 diesen bei einer Lageveränderung zum Becken 6 in
einem gewissen Umfang zerstörungsfrei folgen.
Das an das Druckstück 3 nach oben anschließende, in die Prüf
maschine 2 einsetzbare Übergangsstück 5 weist ein im wesentli
chen durch einen Schwenkzapfen 16 gebildetes, festklemmbares Ge
lenk auf, welches eine Beweglichkeit in einer parallel zu den
Oberschenkeln liegenden, vertikalen Ebene in einem bestimmten
Winkelraum erlaubt. Dadurch können unterschiedliche Neigungen
des Sitzdruckstempels zur vertikalen Belastungsrichtung einge
stellt werden. In dem oberen, maschinenseitigen Teil des Über
gangsstückes ist ein bogenförmiges, zum Schwenkzapfen 18 konzen
trisches Langloch 17 angebracht, durch das eine Klemmschraube 18
hindurchgreift, mit der das Gelenk festgeklemmt werden kann.
Durch die Winkeleinstellung am Übergangsstück kann die Größe des
Winkels der Krafteinleitung in den Hüftmittelpunkt festgelegt
werden.
Die Gelenke 8 des Druckstückes und das Gelenk 16 des Übergangs
stückes werden so eingerichtet und festgespannt, daß eine
realitätsnahe Aufteilung der Kraft auf das Becken und auf die
Oberschenkel stattfindet.
Durch einen Meßaufbau, wie er in Fig. 4 dargestellt ist, kann
ein Sitzpolster 19 für sich, d. h. außerhalb des Fahrzeuges, un
ter Verwendung des Sitzprüfstempels 1 innerhalb der Prüfmaschi
nen geprüft werden. Dazu wird auf das lagedefiniert gehalterte
Polster eine flexible, dünne Meßmatte, beispielsweise eine
Druckmeßmatte 20 aufgelegt, die eine Vielzahl eng benachbarter,
nach einem orthogonalen oder hexagonalen Raster verteilter
Druckmeßzellen und eine entsprechende Anzahl nach außen füh
render, elektrischer Anschlüsse enthält. Der Sitzprüfstempel
wird im Meßeinsatz durch eine in der Größe exakt steuerbare,
vertikal wirkende Prüfkraft in das Sitzpolster 19 gedrückt, so
daß das zu simulierende Gewicht einer Person genau eingestellt
werden kann. Wichtig ist eine gleichmäßige Belastung der beiden
Sitzbeinhöcker bzw. Sitzhälften. Deshalb muß die Prüfkraft sym
metrisch, d. h. mittig in die Becken-Nachbildung in den Sitzprüf
stempel eingeleitet und der Sitzprüfstempel ebenfalls symme
trisch auf den zu prüfenden Sitz aufgesetzt werden.
Durch richtiges Belasten des Sitzpolsters und der aufgelegten
Druckmeßmatte 20 mittels des Sitzprüfstempels seitens der Prüf
maschine 2 kann über eine geeignete Signalverarbeitung unmittel
bar die Druckverteilung in der belasteten Sitzfläche auf einem
Monitor oder einer sonstigen Ausgabeeinheit ausgegeben oder an
gezeigt werden. Die Anzeige kann z. B. in Form einer Schar von
Isobaren 21 eines Schaubildes gemäß Fig. 5 ausgegeben werden.
Man erkennt in dem Schaubild deutlich die beiden Druckspitzen
13′ im Bereich der Sitzbeinhöcker, die den Hauptdruck aufnehmen.
Um diese Druckspitzen soll bei einem komfortablen Sitzpolster
der Druck abfallen und im Bereich der Oberschenkel flach verlau
fen.
Claims (8)
1. Sitzprüfstempel (1) mit einem in Prüflage nach unten weisen
den, überpolsterten, auf ein Sitzpolster (19) eines zu prüfenden
Sitzes aufsetzbaren Druckstück (3) und mit einem daran in Prüf
lage nach oben anschließenden, in eine Prüfmaschine (2) einsetz
baren Übergangsstück (5), wobei
- - die Form der Hartteile des Druckstückes (3) des Sitzprüfstem pels (1) dem Becken und den Oberschenkeln einschließlich der Oberschenkelgelenke eines menschlichen Skelettes zumindest be züglich der beim Sitzen belasteten Unterseite des Skelettes nachgebildet ist,
- - die den Oberschenkelgelenken nachgebildeten Gelenke (8) des Druckstückes (3) bis zur Unbeweglichkeit unter Prüflast ver spannbar sind,
- - die Überpolsterung (4) des Druckstückes (3) nach Weichheit und örtlicher Verteilung der Stärke den Weichteilen im Gesäßbe reich, nämlich dem Muskel-, Binde- und Fettgewebe, anthropro morph nachgebildet ist,
- - durch das Druckstück (3) und die Überpolsterung (4) vor allem die beiden Sitzdruckpunkte (13) eines menschlichen Gesäßes und deren nähere Umgebung hinsichtlich Form, Lage, Härte und ört licher Härteverteilung den Skelett- und Weichteilen möglichst naturgetreu nachgebildet sind.
2. Sitzprüfstempel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überpolsterung (4) des Druckstückes (3) durch mehrere
elastische Weich-Schaumstofflagen (14) gebildet ist.
3. Sitzprüfstempel nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überpolsterung (4) des Druckstückes (3) durch mehrere
elastische Weich-Schaumstofflagen (14) unterschiedlicher Stärke
gebildet ist, wobei die druckstücknäheren, flächenmäßig ausge
dehnteren Schaumstofflagen stärker als die weiter außen liegen
den, flächenmäßig kleineren Schaumstofflagen ausgebildet sind.
4. Sitzprüfstempel nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überpolsterung (4) des Druckstückes (3) durch mehrere
elastische Weich-Schaumstofflagen (14) unterschiedlichen Raum
gewichtes und Elastizität gebildet ist, wobei die druckstücknä
heren Schaumstofflagen spezifisch leichter und weicher als die
weiter außen liegenden Schaumstofflagen ausgebildet sind.
5. Sitzprüfstempel nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überpolsterung des Druckstückes mit einer hinsichtlich
Flexibilität sich ähnlich wie die menschliche Haut verhaltenden
Weichlederauflage überzogen ist.
6. Sitzprüfstempel nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überpolsterung (4) des Druckstückes (3) mit einem Hosen
stoff überzogen (Überzug 15) ist.
7. Sitzprüfstempel nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Oberschenkelgelenken nachgebildeten Gelenke (8) des
Druckstückes (3) in ihrer Beweglichkeit eine Lageveränderung der
Oberschenkel-Nachbildungen (7) zur Becken-Nachbildung (6) in so
weit erlauben, daß alle solchen Relativlagen von Oberschenkeln
und Becken, wie sie beim länger andauernden Sitzen eines Men
schen vorkommen, nachgebildet und fixiert werden können, wobei
die Überpolsterung (4) aufgrund einer Eigenelastizität und einer
nachgiebigen Befestigung an den Oberschenkel-Nachbildungen (7)
einer Relativlageveränderung der Oberschenkel-Nachbildungen (7)
zur Becken-Nachbildung (6) in dem genannten Umfang zerstörungs
frei zu folgen vermag.
8. Sitzprüfstempel nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das an das Druckstück (3) nach oben anschließende, in eine
Prüfmaschine (2) einsetzbare Übergangsstück (5) ein innerhalb
seiner Beweglichkeit in jeder beliebigen Zwischenposition fest
setzbares Gelenk (Schwenkzapfen 16, Klemmschraube 18) aufweist,
mit dem unterschiedliche Neigungen des Sitzdruckstempels zur
vertikalen Belastungsrichtung einstellbar sind.
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