DE19534329A1 - Dosenfüllverfahren und Vorrichtung - Google Patents
Dosenfüllverfahren und VorrichtungInfo
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Classifications
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Landscapes
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
In der kosmetischen Industrie besteht insbesondere von der
Marketingseite her der Wunsch, bauchige Dosen mit hinter
schnittener Füllkammer zu verwenden, weil diese interes
sante äußere Dosengestaltungen mit hohem Verkaufsappeal
gestatten. Die Gewinnspannen in dieser Branche sind in der
Regel so groß, daß man bisher im Hinblick auf die Erzielung
hohen Verkaufsappeals bauchiger Dosen Erschwernisse des
Füllvorganges und der Füllmengenkontrolle nicht zur Kennt
nis genommen oder einfach hingenommen hat.
Es wurde nun erkannt, daß ohne Einschränkungen in der
Raumform insbesondere im Hinterschneidungsmaß der Dosen
hinnehmen zu müssen - eine lufteinschlußfreie und exakt
dosierte Füllung ohne Überflutung der Außenoberfläche der
Dosen und damit ohne Verlust von Füllgut im halbautomati
schen oder automatischen Füllbetrieb mit geringer Taktzeit
durch relativ einfache Verfahrens- und Vorrichtungsmaßnah
men ermöglicht werden kann. Demgemäß wird bei einem Ver
fahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 vorgeschlagen,
daß die Dose wenigstens während eines Teils des Füllvor
gangs einem Rotationsprogramm (zeitlicher Verlauf der
Drehzahl pro Zeiteinheit während eines Füllvorgangs) um
eine vertikale Achse unterworfen wird, welches derart auf
die Dosenform, das Füllprogramm (zeitlicher Verlauf der
Füllmenge pro Zeiteinheit während eines Füllvorgangs), das
Fließverhalten des Füllgutes und das Anhaftverhalten des
Füllgutes an der Doseninnenfläche abgestimmt ist, daß
einerseits Lufteinschlüsse im Hinterschneidungsbereich
weitgehend vermieden werden und andererseits ein zentrifu
galkraftbedingter Austritt von Füllgut durch die Füll- und
Entnahmeöffnung vermieden wird, wobei - wenn nötig - das
Rotationsprogramm oder/und das Füllprogramm jeweils bei
Beginn neuer Rahmenbedingungen des Füllvorgangs wie Ver
änderung der Dosenform oder/und Veränderung des Fließver
haltens oder/und des Anhaftverhaltens des Füllgutes experi
mentell ermittelt und für nachfolgende Füllvorgänge festge
legt werden.
Durch einfach durchzuführende Versuchsläufe können das
Rotationsprogramm oder/und das Füllprogramm so eingestellt
werden, daß im jeweils anschließenden Dauerfüllbetrieb die
richtige Menge pro Zeiteinheit entsprechend der Preisdekla
ration auf der Dose trotz der Hinterschneidung im wesentli
chen lufteinschlußfrei eingefüllt werden kann, und daß
entsprechend einer weiteren häufig, aber nicht notwendiger
weise gestellten Forderung, ein im wesentlichen planer
Füllgutspiegel entsteht.
Für den erfahrenen Betreiber des Füllvorgangs kann sich die
experimentelle Ermittlung des jeweiligen Rotationsprogramms
und Füllprogramms erübrigen; dieser Betreiber ist in einem
weiten Spektrum von Rahmenbedingungen aufgrund seiner
Betriebserfahrung in der Lage, das Rotationsprogramm oder/und
das Füllprogramm nach Kenntnisnahme von den Rahmenbe
dingungen mit dem Auge oder dem Füllvermögen eines Fingers
auszuwählen, insbesondere wenn am Füllkopf die Dosierung
eingestellt werden kann. Die experimentelle Ermittlung der
Programme ist deshalb eine mögliche, aber keine notwendige
Maßnahme im Rahmen des Verfahrens.
Für viele Füllmassen häufig wiederkehrender Konsistenz
besteht auch die Möglichkeit, aufgrund der Erfahrung des
Betreibers oder durch experimentelle Ermittlung Programm
abläufe einzustellen, welche mit konstanter Drehzahl pro
Zeiteinheit und konstanter Füllmenge pro Zeiteinheit zu
friedenstellende Ergebnisse liefern, so daß es häufig
ausreicht, Programme mit konstant bleibender Drehzahl pro
Zeiteinheit und konstant bleibender Zuflußmenge pro Zeit
einheit während des jeweiligen Füllvorgangs zu wählen und
unter Umständen auf die Variabilität des Rotationsprogramms
und des Füllprogramms während des Füllvorgangs einer Dose
zu verzichten.
Falls in einem Betrieb über lange Zeiten hinweg mit kon
stanten Rahmenbedingungen oder Rahmenbedingungen in einem
engen Variationsbereich zu rechnen ist, kann das Füllpro
gramm oder/und das Rotationsprogramm auch vom Lieferanten
der entsprechenden Füllanlage unveränderlich festgelegt
werden, so daß auf variationsmaßnahmen im Verfahren und auf
Wahl- und Einstellelemente an der Anlage verzichtet werden
kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere dann an
wendbar, wenn eine Beeinflussung des Fließverhaltens durch
Temperaturveränderung des Füllgutes wegen irreversibler
Veränderung des Füllgutes nicht möglich oder erwünscht ist.
Es soll aber nicht ausgeschlossen werden, daß bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren auch das Fließverhalten bei
spielsweise durch Temperaturveränderung des Füllgutes als
ein variabler Verfahrensparameter benutzt wird.
Wenn hier von einer bauchigen Dose mit hinterschnittener
Füllkammer die Rede ist, so ist technisch gesprochen hier
mit ein Behältnis gemeint, das eine im wesentlichen form
stabile Füllkammer aufweist, wobei sich der horizontale
Querschnittsumriß der Füllkammer zumindest auf einem Teil
der Höhe der Füllkammer und wenigstens auf einem Teil des
Umfangs der Füllkammer über den Innenumfang des Minimal-Öffnungs
querschnitts der Füll- und Entnahmeöffnung nach Art
einer Hinterschneidung hinaus erstreckt.
Das Behältnis kann beispielsweise aus steifem Kunststoff,
aus Blech, aus Glas oder aus Keramik bestehen.
Unter zähfließendem Füllgut im Sinne der Erfindung werden
in Abstimmung zur jeweiligen Dose alle solchen Füllgüter
verstanden, deren horizontale Ausbreitungsgeschwindigkeit
allein unter Schwerkrafteinwirkung nicht ausreicht, inner
halb der in der automatischen oder halbautomatischen Füll
technik verfügbaren Füllzeiten (in der Größenordnung von
sekundenbruchteilen bis wenige Sekunden) einen gleichmäßi
gen Füllgutanstieg über den jeweiligen gesamten Füllraum
querschnitt zu gewährleisten, bei dem Lufteinschlüsse auch
in Hinterschneidungsbereichen des Behältnisses weitgehend
vermieden werden. Solche Füllgüter haben beispielsweise
schamponartige bis cremeartige Konsistenz.
Zähfließende Konsistenz im Sinne der Erfindung läßt sich
umgekehrt auch so ausdrücken, daß das Füllgut bei nach
unten gerichteter Füll- und Entnahmeöffnung nicht aus der
Dose ausfließt (cremeartige Konsistenz), und deshalb durch
Fingereintauchen oder Applikatoreintauchen entnommen werden
muß, oder nur sehr langsam und/oder nicht vollständig aus
der Dose ausfließt (schamponartige Konsistenz).
Es ist insbesondere auch an solche Füllgüter gedacht, die
durch Erwärmung nicht fließfähiger gemacht werden können
oder auch durch geringe Erwärmung irreversibel verändert
werden können.
Durch die Rotation der Dose gemäß dem Rotationsprogramm
wird das in die Dose gelangende Füllgut nach Auftreffen auf
die Doseninnenfläche bzw. auf vorher in die Dose gelangtes
Füllgut von der rotierenden Dose mitgenommen, also eben
falls in Rotation versetzt. Aufgrund der Rotation wirken
auf das Füllgut horizontale Fliehkräfte nach radial außen,
die die Ausbreitung des Füllgutes innerhalb der Dose gegen
über der Ausbreitung allein durch Schwerkrafteinwirkung
verstärken und dafür sorgen, daß das Füllgut auch in Hin
terschneidungsbereiche der Dose eintritt. Das Rotations
programm ist dabei derart auf das Füllprogramm, die Dosen
form und das Verhalten des Füllguts abgestimmt, daß neben
einer weitgehenden Vermeidung von Lufteinschlüssen im
Hinterschneidungsbereich auch ein zentrifugalkraftbedingter
Austritt von Füllgut durch die Füll- und Entnahmeöffnung
vermieden wird. Solange sich die Rahmenbedingungen des
Füllvorganges nicht ändern, können das gleiche Rotations
programm und das gleiche Füllprogramm angewendet werden.
Ändern sich die Rahmenbedingungen des Füllvorganges, so
lassen sich das Rotationsprogramm oder/und das Füllprogramm
leicht an die neuen Rahmenbedingungen des Füllvorganges
durch entsprechende experimentelle Ermittlung anpassen und
stehen dann für nachfolgende Füllvorgänge zur Verfügung.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren können nun also auch
zähfließende Füllgüter im genannten Sinn in bauchige Dosen
mit hinterschnittenen Füllkammern abgefüllt werden, ohne
daß beim Abfüllen wesentliche Lufteinschlüsse im Hinter
schneidungsbereich auftreten. Als Beispiel sei auf Kosme
tikcremes, wie Tagescreme, Nachtcreme, Augencreme, Feuch
tigkeitscreme, Handcreme usw., verwiesen, die sich nun
unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahren in form
schöne und phantasievolle bauchige Dosen abfüllen lassen,
ohne daß wesentliche Lufteinschlüsse im Hinterschneidungs
bereich bzw. eine Erwärmung der Creme zur Erhöhung der
Fließfähigkeit in Kauf genommen werden müssen.
Bei fließfähigeren Füllgütern als Cremes, z. B. Lotions,
Gels, Schampon usw. (um wieder Beispiele aus der Kosmetik
branche zu nennen) können unter Anwendung des erfindungs
gemäßen Verfahrens auch stark ausgebauchte Behältnisse
innerhalb sehr kurzer Füllzeiten gefüllt werden, da durch
die Rotation des Behältnisses gemäß dem Rotationsprogramm
das Abfüllen behindernde Lufteinschlüsse im Hinterschnei
dungsbereich des Behältnisses weitgehend vermieden werden.
Vorzugsweise wird das Rotationsprogramm derart eingestellt,
daß sich nach Beendigung des Füllvorgangs vor einem an
schließenden Verschlußvorgang, jedenfalls aber vor einer
ersten Wiederöffnung zum Gebrauch ein im wesentlichen
planer Füllgutspiegel einstellt. Hierdurch wird vermieden,
daß das Füllgut mit einem Dosendeckel in Berührung kommt,
was aus fülltechnischen Gründen oder/und aus optischen
Gründen (insbesondere bei Kosmetikartikeln) unerwünscht
sein mag.
Das Füllgut kann bei einer Temperatur annähernd entspre
chend der zu erwartenden Gebrauchstemperatur von ca. 17°C
bis ca. 25°C eingefüllt werden. Hierdurch wird gewährlei
stet, daß keine unerwünschten temperaturbedingten Verände
rungen des Füllgutes auftreten.
Die Dose kann in einer längs eines Mehrstationen-Bearbei
tungswegs gelegenen Füllstation von einem Rotationskopf
erfaßt, von einer Tragfläche eines den Transport durch den
Bearbeitungsweg besorgenden Transportträger abgehoben und
danach in Rotation versetzt werden. Eine derartige Ausge
staltung des Verfahrens kann insbesondere in der automati
schen oder halbautomatischen Fülltechnik Anwendung finden,
bei der die Dosen mittels des Transportträgers dem Rota
tionskopf zugeführt werden, wobei nach der erfolgten Befül
lung der jeweiligen Dose die Dose durch den Transportträger
zu weiteren Bearbeitungsstationen wie Verschließungssta
tion, Etikettierungsstation und Abgabestation weitertrans
portiert wird.
Hinsichtlich des Programmablaufs des Rotationsprogramms
bzw. des Füllprogramms sind unterschiedlichste Abläufe
denkbar. Beispielsweise können die Füllmenge pro Zeitein
heit und die Drehzahl pro Zeiteinheit zu Beginn des Füll
vorganges relativ groß sein und dann zum Ende des Füllvor
gangs hin kontinuierlich oder stufenweise abfallen. Sofern
die Eigenschaften des Füllgutes und die Dosenform dies
zulassen, ist es allerdings bevorzugt, daß für die Rota
tionsprogrammdurchführung eine Drehzahl pro Zeiteinheit
ausgewählt wird, welche während des gesamtem Programmab
laufs konstant gehalten werden kann. In gleicher Weise ist
es - sofern dies die Eigenschaften des Füllgutes und die
Dosenform zulassen - bevorzugt, daß für die Füllprogramm
durchführung eine Füllmenge pro Zeiteinheit ausgewählt
wird, welche während des gesamten Programmablaufs konstant
gehalten werden kann.
Die Dose kann während der Rotation auf einem Rotationskopf
festgehalten werden, vorzugsweise durch Unterdruckhalte
mittel. Gegenüber mechanischen Haltemitteln, wie Klemmvor
richtungen oder dergleichen sind Unterdruckhaltemittel
wesentlich unaufwendiger und zuverlässiger und benötigen
wenig Wartung.
Vorzugsweise erfolgt die Rotation um eine Schwerpunktachse,
insbesondere um eine Symmetrieachse der Dose. Hierdurch
wird erreicht, daß sich die an der Dose angreifenden Zen
trifugalkräfte in den radialen Richtungen gegenseitig im
wesentlichen kompensieren, so daß keine großen Kräfte zum
Halten der Dose auf dem Rotationskopf nötig sind.
Das Füllgut kann in einem vertikal abwärts gerichteten
Füllgutstrom in die Dose eingeführt werden. Vorzugsweise
wird das Füllgut von einem Füllgutvorrat oder einer Füll
gutzuleitung an einer Stelle zur Bildung eines freien
Füllgutstroms abgegeben, welche Stelle oberhalb des nach
vollständiger Füllung der Dose zu erwartenden Füllgutspie
gels liegt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch dahingehend abge
wandelt sein, daß das Füllgut bei stillstehendem Behältnis
durch einen rotierenden Füllkopf abgegeben wird, dessen
Ausflußrichtung eine radiale Ausflußrichtungskomponente
aufweist.
Nach einem anderen Aspekt betrifft die Erfindung eine
Einrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 13.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, daß im Auffangbereich
eines mit mindestens einer Ausströmdüse ausgeführten Füll
kopfes ein Rotationskopf als Träger für die Dose (d. h.
technisch gesprochen für ein Behältnis mit im wesentlichen
formstabiler Füllkammer) angeordnet ist und nötigenfalls
daß Einstellmittel für ein Rotationsprogramm (zeitlicher
Verlauf der Drehzahl pro Zeiteinheit während eines Füllvor
gangs) oder/und ein Füllprogramm (zeitlicher Verlauf der
Füllmenge pro Zeiteinheit während eines Füllvorgangs)
vorgesehen sind. Vorzugsweise sind der Füllkopf und der
Rotationskopf in einer Füllstation innerhalb eines Bearbei
tungswegs angeordnet, längs welchen das Behältnis eine
Mehrzahl von Bearbeitungsstationen, wie Positionierungs
station, Füllstation, Verschließungsstation, Etikettie
rungsstation und Abgabestation durchläuft. Der Bearbei
tungsweg kann einen bewegten Träger mit einer Tragfläche
für die jeweilige Dose aufweisen und der Rotationskopf kann
höhenverstellbar sein, um die jeweilige Dose in der Füll
station von der zugehörigen Tragfläche abzuheben. Die
erfindungsgemäße Einrichtung kann zur Durchführung des oben
beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens dienen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand zweier in den
Fig. 1 bis 4 gezeigter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Abfülleinrichtung
gemäß eines ersten Ausführungsbeispiels in einer
seitlichen Ansicht, welche Abfülleinrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Abfüllverfah
rens geeignet ist.
Die Fig. 2-4 zeigen Teile einer erfindungsgemäßen Ab
fülleinrichtung gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels,
welche Abfülleinrichtung zur Durchführung des erfindungs
gemäßen Verfahrens geeignet ist, wobei
Fig. 2 einen bewegbaren Träger in Form eines Transport
rotors, zwei Transportbänder und einen Rota
tionskopfin Draufsicht zeigt,
Fig. 3 einen Schnitt durch eines der Transportbänder
nach Linie III-III in Fig. 2 zeigt, und
Fig. 4 einen Schnitt durch den Transportrotor, eines der
Transportbänder und den Rotationskopf nach Linie
IV-IV in Fig. 2 zeigt, in Fig. 4a mit abgesenk
tem Rotationskopf und in Fig. 4b mit angehobenem
Rotationskopf.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Einrichtung 10 zum
Abfüllen eines zähfließenden Füllguts, beispielsweise einer
kosmetischen Creme oder dergleichen in ein Behältnis mit
einer formstabilen Füllkammer (im folgenden auch kurz Dose
genannt - eine alternative Bezeichnung für ein derartiges
Behältnis wäre Tiegel), beispielsweise eine bauchige Dose
12 mit hinterschnittener Füllkammer. Die Einrichtung umfaßt
einen Füllgutvorratsbehälter 14, der über eine Füllgutzu
leitung 16 mit einer Absperr- und Dosierventileinrichtung
18 in Verbindung steht. Die Absperr- und Dosierventilein
richtung weist einen Füllkopf 20 mit einer Füllgutaus
trittsöffnung auf. Der Füllgutvorratsbehäter 14, die Füll
gutzuleitung 16, die Absperr- und Dosierventileinrichtung
18 und der Füllkopf 20 sind in der genannten Reihenfolge
vertikal übereinander von oben nach unten längs einer
gemeinsamen Vertikalachse V angeordnet.
Die Absperr- und Dosierventileinrichtung 18 weist ein
Absperrventil (An-Aus-Ventil) 22 mit einem zugeordneten,
manuell zu bedienenden Betätigungshebel und ein Dosierven
til mit einem zugeordneten, manuell zu bedienenden Dosier
drehknopf 24 auf. Das Absperrventil läßt sich mittels des
Betätigungshebels 22 wahlweise in eine Öffnungsstellung und
in eine Schließstellung bringen. In der Öffnungsstellung
gibt das Absperrventil eine Durchflußverbindung zwischen
der Füllgutzuleitung 16 und dem Füllkopf 20 innerhalb der
Absperr- und Dosierventileinrichtung 18 frei, so daß Füll
gut von einem Füllgutvorrat innerhalb des Füllgutvorrats
behälters 14 durch die Füllgutzuleitung 16 und die Absperr-
und Dosierventileinrichtung 18 fließen und durch die Füll
gutaustrittsöffnung des Füllkopfes 20 austreten kann. Bei
dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Fließen des
Füllgutes schwerkraftbedingt; es können aber abweichend von
dem gezeigten Ausführungsbeispiel auch Fördermittel wie
eine Füllgutpumpe oder dergleichen vorgesehen sein. Die pro
Zeiteinheit aus der Füllgutaustrittsöffnung austretenden
Füllgutmenge hängt von der Einstellung des Dosierventils ab
und kann mittels des Dosierdrehknopfes 24 eingestellt
werden. In der Schließstellung des Absperrventils versperrt
dieses die Fließverbindung zwischen der Füllgutzuleitung 16
und dem Füllkopf 20, so daß kein Füllgut aus der Füllgut
austrittsöffnung austritt.
Unterhalb des Füllkopfes 20 ist ein Rotationskopf mit einem
Drehteller 30 angeordnet. Der Drehteller 30 ist am oberen
Ende einer zur Vertikalachse V koaxialen, drehbar gelager
ten Drehwelle 30 drehfest angebracht. Die Drehwelle 32 ist
mit einer Längsbohrung 34 ausgeführt, die mit einer Durch
gangsöffnung 36 im Drehteller 30 fluchtet. Das untere Ende
der Drehwelle ist in einer Dichtungseinrichtung 38 drehbar
gelagert, wobei die Längsbohrung 34 über die Dichtungsein
richtung 38 mit einer Absaugleitung 40 in Form eines gegen
inneren Unterdruck formbeständigen Schlauches in Verbindung
steht. Die Absaugleitung 40 führt zu einer nicht gezeigten
Absaugpumpe, mittels der Luft durch die Durchgangsöffnung
36, die Längsbohrung 34 und die Dichtungseinrichtung 38 von
der Oberseite des Drehtellers 30 angesaugt werden kann.
Die in Fig. 1 gezeigte Dose 12 ist um eine zu einer in
einer Horizontalebene liegenden planen Dosenunterseite (die
Außenseite einer Bodenwandung 42 der Dose) orthogonalen
Vertikalachse rotationssymmetrisch ausgeführt und weist
eine sich von der Unterseite nach oben und radial außen
erstreckenden ersten Seitenwandabschnitt auf, der in einen
sich vom oberen Ende des ersten Seitenwandabschnitts nach
radial innen erstreckenden zweiten Seitenwandabschnitt
übergeht. An den zweiten Wandabschnitt schließt sich ein
nach oben erstreckender, eine Füll- und Entnahmeöffnung
begrenzender Vertikalbund 45 an, der mit einem Außengewinde
zum Verschließen der Dose mittels eines Dosendeckels ausge
führt sein kann. Die Dose 12 weist dementsprechend eine
Füllkammer auf, deren horizontaler Querschnittsumriß sich
ausgehend von der Bodenwandung 42 nach oben hin erweitert
und sich auf dem größten Teil der Höhe der Füllkammer und
über den gesamten Umfang der Füllkammer über den Innenum
fang des Öffnungsquerschnitts der Füll- und Entnahmeöffnung
nach Art einer Hinterschneidung hinaus (nach radial außen)
erstreckt.
Die Dose 12 wird von dem Drehteller 30 getragen, der an die
Dosenform derart angepaßt ist, daß sich eine automatische
Zentrierung der Dose auf dem Drehteller 30 ergibt. Aufgrund
der Zentrierung ist die Symmetrieachse der Dose, die
gleichzeitig eine Schwerpunktsachse der Dose darstellt,
koaxial zu der Vertikalachse V der Einrichtung 10. Zur
Zentrierung weist der Drehteller 30 eine plane Auflage
fläche auf, auf der die plane Unterseite der Dose 12 auf
liegt, sowie einen an den ersten Seitenwandabschnitt 43 der
Dose 12 angepaßten Umfangsrandabschnitt, der an einem
unteren Umfangsbereich des ersten Seitenwandabschnitts 43
anliegt.
Wird die Absaugpumpe eingeschaltet, wird unterhalb der Dose
12 ein Unterdruck erzeugt, der die Dose 12 fest auf dem
Drehteller 30 hält. Die Dose 12 kann in Abweichung von der
vorangehenden Beschreibung auch einen in Umfangsrichtung
verlaufenden Auflagebund an der Bodenwandung 42 aufweisen,
so daß ein in Fig. 1 nicht erkennbarer Hohlraum zwischen
der Oberseite des Drehtellers 30 und der Bodenwandung 42
auftritt, der nach Absaugen von Luft mittels der Absaug
pumpe aufgrund einer größeren wirksamen Fläche erhöhte,
unterdruckbedingte Haltekräfte der Dose 12 auf dem Drehtel
ler 30 liefert.
Die Einrichtung 10 weist einen Elektromotor 50 auf, der
über eine horizontale Motorachse und ein Winkelgetriebe 52
an der Drehwelle 32 angreift und diese zusammen mit dem
Drehteller 30 und der von dem Drehteller getragenen Dose 12
in Rotation versetzen kann. Der Elektromotor kann mittels
eines Schalters 54 an- und ausgeschaltet werden. Die Dreh
zahl des Motors 52 pro Zeiteinheit und damit die Drehzahl
der von dem Drehteller 30 getragenen Dose 12 kann mittels
eines Drehknopfes 56 eingestellt werden.
In Abweichung von der vorangehenden Beschreibung kann
anstelle eines Elektromotors beispielsweise auch ein pneu
matischer Motor vorgesehen sein. Auch die Absaugpumpe kann
beispielsweise eine Elektropumpe oder eine pneumatische
Pumpe sein.
Das Abfüllen von Füllgut in Dosen, insbesondere bauchige
Dosen läuft wie folgt ab. Als erstes wird der Füllgutvor
ratsbehälter 14 mit Füllgut gefüllt. Haben sich die Rahmen
bedingungen für das Abfüllen geändert, beispielsweise weil
ein geändertes oder anderes Füllgut oder/und weil Dosen mit
anderer Form verwendet werden (der Drehteller 30 kann zur
Anpassung an andere Dosenformen ausgetauscht werden), so
werden als erstes Versuche durchgeführt, welche Füllmengen
pro Zeiteinheit und welche Drehzahl der Dose pro Zeitein
heit das gewünschte Abfüllergebnis, nämlich eine weitge
hende Vermeidung von Lufteinschlüssen im Hinterschneidungs
bereich der Dose ohne zentrifugalkraftbedingten Austritt
von Füllgut durch die Füll- und Entnahmeöffnung und ge
wünschtenfalls einen im wesentlichen planen Füllgutspiegels
der fertig gefüllten Dose liefern. Vorzugsweise wird hier
bei eine Parameterkombination (Füllmenge pro Zeiteinheit
und Dosendrehzahl pro Zeiteinheit) gewählt, die eine mög
lichst große Füllmenge pro Zeiteinheit und damit kurze
Abfüllzeiten liefert. Sobald eine geeignete Parameterkom
bination gefunden ist, kann diese in Zukunft stets beim
Abfüllen verwendet werden, solange sich die Rahmenbedingun
gen des Füllvorganges nicht ändern.
Das Abfüllen erfolgt dann mit der Einrichtung 10 der Fig.
1 weitgehend manuell. Als erstes wird die jeweilige zu
füllende Dose 12 auf den Drehteller 30 gesetzt. Anschlie
ßend wird die Absaugpumpe eingeschaltet. Nun wird der
Elektromotor 50 eingeschaltet, ggf. nach Einstellen der in
den Experimenten ermittelten Drehzahl pro Zeiteinheit.
Anschließend wird das Absperrventil mittels des Betäti
gungshebels 22 in die Öffnungsstellung gebracht, ggf. nach
Einstellen der in den Experimenten ermittelten Füllmenge
pro Zeiteinheit mittels des Dosierdrehknopfes 24. Das
Füllgut tritt dann aus der Füllgutaustrittsöffnung des
Füllkopfes 20 aus, wobei sich ein vertikal abwärts gerich
teter, freier Füllgutstrom bildet (die Füllgutaustrittsöff
nung ist in vertikalem Abstand über dem Vertikalbund 45 der
Dose 12 angeordnet, also oberhalb des nach vollständiger
Füllung der Dose zu erwartenden Füllgutspiegels). Das
Abfüllen in die Dose wird von einer Bedienperson beobach
tet, die das Absperrventil des Betätigungshebels 22 wieder
in die Schließstellung bringt, sobald die Dose 12 voll
ständig bis zum Soll-Füllgutspiegel gefüllt ist. Nun wird
der Elektromotor 50 ausgeschaltet. Sobald die Rotation der
Dose 12 zum Stillstand gekommen ist, wird dann auch die
Ansaugpumpe ausgeschaltet. Die Dose 12 kann dann von dem
Drehteller 30 genommen werden, manuell oder maschinell mit
einem Deckel verschlossen werden, und es kann die nächste
Dose auf die gleiche Art und Weise gefüllt werden.
Gegenüber der vorangehenden Beschreibung und der Darstel
lung in Fig. 1 sind viele Abwandlungen denkbar. Beispiels
weise kann die Absperr- und Dosierventileinrichtung 18 mit
einem Füllgutmengenregler ausgebildet sein, der eine vor
gegebene Füllgutmenge abgibt, so daß in die jeweilige Dose
stets eine vorgegebene Füllmenge abgefüllt wird, ohne daß
eine Überwachung der Füllmenge und eine manuelle Ventilbe
tätigung nötig ist. Weiterhin sind Programmsteuermittel
denkbar, die während des Abfüllens die Drehzahl der Dose
pro Zeiteinheit und die Abfüllmenge pro Zeiteinheit in
einer vorgegebenen Art und Weise ändern. Beispielsweise
können die Drehzahl der Dose pro Zeiteinheit und die Ab
füllmenge pro Zeiteinheit vom Beginn des Abfüllens bis zum
Ende (für die jeweilige Dose) abnehmen. Die entsprechenden
Programme (Rotationsprogramm, Füllprogramm), die ein opti
males Füllergebnis liefern, lassen sich experimentell
ermitteln.
Die Fig. 2 bis 4 zeigen Teile einer erfindungsgemäßen
Abfülleinrichtung 110, die zum im wesentlichen vollautoma
tischen Abfüllen des Füllgutes in Dosen 112 ausgebildet
ist. Ein Füllgutvorratsbehälter, eine Füllgutzuleitung,
eine Absperr- und Dosierventileinrichtung und ein Füllkopf
mit einer Füllgutaustrittsöffnung sind in den Fig. 2 bis
4 nicht gezeigt; diese Komponenten können aber wie bei dem
Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ausgeführt sein, vorzugs
weise mit einer Abwandlung dahingehen, daß wenigstens das
Absperrventil mittels eines Betätigungsgliedes maschinell
betätigt werden kann. Vorzugsweise ist die Einrichtung 110
mit Mitteln ausgebildet, die eine größere Füllgutrate (aus
der Füllgutaustrittsöffnung austretende Füllmenge pro
Zeiteinheit) und damit eine höhere Abfüllgeschwindigkeit
als bei der schwerkraftbedingten Füllgutzufuhr des Aus
führungsbeispiels der Fig. 1 ermöglichen.
Beispielsweise kann eine Füllgutförderpumpe vorgesehen
sein, die das Füllgut aus dem Füllgutvorratsbehälter an
saugt und zu der Füllgutaustrittsöffnung fördert. Als
weitere Möglichkeit kommt in Betracht, das Füllgut in dem
Füllgutvorratsbehälter durch Zufuhr von Druckgas unter
Druck zu setzen, so daß es bei offenem Absperrventil in
Abhängigkeit von der Stellung des Dosierventils ggf. mit
vergrößerter Füllgutrate aus der Füllgutaustrittsöffnung
austritt.
Zur Zufuhr von leeren Dosen 112 weist die Einrichtung 110
ein Zufuhrförderband 160 auf, das die Dosen 112 nachein
ander einem Transportrotor 162 zuführt. Der Transportrotor
162 ist um eine vertikale Achse drehbar gelagert und weist
über seine Umfangsfläche gleichmäßig verteilt radial aus
wärts offene Dosenaufnahmezellen 164 auf. Von den Dosen
aufnahmezellen 164 abgesehen, ist der Transportrotor 162 im
wesentlichen kreisscheibenförmig ausgebildet. Die Dosen
aufnahmezellen 164 sind von in Draufsicht U-förmigen Aus
nehmungen gebildet, wobei jede Ausnehmung einen unteren, in
Draufsicht U-förmigen Abschnitt und einen oberen, in Drauf
sicht U-förmigen Abschnitt aufweist. Die beiden Abschnitte
weisen entlang ihrer jeweiligen Ausdehnung in vertikaler
Richtung jeweils konstante Tiefe in radialer Richtung und
konstante Breite in Umfangsrichtung auf, wobei der obere
Abschnitt tiefer und breiter als der untere Abschnitt ist.
(Mit Tiefe ist der Abstand in radialer Richtung zwischen
dem radial am weitesten innen liegenden Abschnitt der
Ausnehmung und einem den Rotor umschreibenden Kreis glei
chen Radiusses, wie der Rotor, gemeint). Zwischen dem unte
ren Abschnitt 164a und dem oberen Abschnitt 164b ist eine
Stufe mit einem der U-Form folgenden Anlageflächenstreifen
166 ausgebildet.
In den in Fig. 2 gezeigten Querschnittsumriß des unteren
bzw. oberen Abschnitts der jeweiligen Ausnehmung 164 kann
ein Kreis eingeschrieben werden, dessen Durchmesser mit der
Tiefe des jeweiligen Ausnehmungsabschnitts übereinstimmt.
Die Breite des jeweiligen Ausnehmungsabschnitts in horizon
taler, zu einem Rotorradius orthogonaler Richtung nimmt vom
radial am weitesten innen liegenden Teilabschnitt des
Ausnehmungsabschnitts nach radial außen hin zu, bis eine
der Tiefe des Abschnitts entsprechende Breite erreicht ist.
Radial weiter außen bleibt die Breite des Ausnehmungsab
schnitts dann konstant.
Das Zufuhrförderband 160 und der Rotor 162 werden in einem
vorgegebenen Takt abwechselnd bewegt (Drehrichtung F des
Transportrotors 162), daß das Zufuhrförderband 160 jeweils
eine Dose 112 in eine über dem rotorseitigen Endbereich des
Förderbandes 162 angeordnete leere Dosenaufnahmezelle 164
einführt. Die Dosen 112 sind um eine Vertikalachse rota
tionssymmetrisch ausgeführt und im wesentlichen flaschen
ähnlich. Sie weisen einen unteren, kreiszylindrischen
Dosenabschnitt 112a auf, dessen Durchmesser geringfügig
kleiner als die Tiefe des unteren Ausnehmungsabschnitt 144a
ist. An den unteren Dosenabschnitt 112a schließt sich ein
mittlerer Dosenabschnitt 122b mit zuerst nach oben hin
zunehmenden und dann wieder abnehmenden Querschnittsdurch
messer an. Der maximale Querschnittsdurchmesser des mitt
leren Dosenabschnitts 112b ist geringfügig kleiner als die
Tiefe des oberen Ausnehmungsabschnitts 164b. An den mitt
leren Dosenabschnitt 112b schließt sich ein oberer Dosen
abschnitt 112c an, der bis auf ein Schraubgewinde an der
Außenseite im wesentlichen kreiszylindrisch ist und einen
kleineren Durchmesser als der untere Dosenabschnitt 112a
aufweist. Die Form der Füllkammer der Dose 112 folgt der
Außenform der Dose und ist dementsprechend hinterschnitten.
Der Transportrotor 162 dreht sich schrittweise jeweils um
einen vorgegebenen Drehwinkel in Förderdrehrichtung F,
wobei der Drehwinkel jedes Drehschrittes der gleichmäßigen
Teilung des Rotorumfangs durch die Dosenaufnahmezellen
entspricht. Die überhalb des transportrotorseitigen End
abschnitts des Zufuhrförderbandes in eine jeweilige Dosen
aufnahmezelle 164 eingetretene Dose wird durch das schritt
weise Drehen des Transportrotors 162 nacheinander in der
angegebenen Reihenfolge zu einer Füllstation 170, einer
Verschließungsstation 172, einer Etikettierungsstation 174
und einer Abgabestation 176 transportiert.
Die Füllstation 170 wird im folgenden noch näher erläutert;
die Verschließungsstation 172 und die Etikettierungsstation
174, die hier nicht näher erläutert sind, können auf üb
liche Art und Weise ausgeführt sein. In der Abgabestation
ist die jeweilige Dosenaufnahmezelle 164 über dem rotorsei
tigen Endbereich eines Abtransportförderbandes 178 angeord
net, das die gefüllte, geschlossene und mit einem Etikett
versehene Dose erfaßt und abtransportiert. Beim weiteren
schrittweisen Drehen des Transportrotors 162 in Förder
drehrichtung F erreicht diese Dosenaufnahmezelle dann nach
zwei Drehschritten wieder das Zufuhrförderband und kann
eine neue leere Dose 112 aufnehmen. Die Oberseiten der
Förderbänder sind derart angeordnet, daß die jeweilige Dose
auf dem jeweiligen Förderband etwas höher angeordnet ist
als während des Transportes der Dose vom Förderband 160 zum
Förderband 178. Während dieses Transportes liegt die Dose
mit einem unteren Teilabschnitt des mittleren Dosenab
schnitts 112b auf dem Auflageflächenstreifen 166 auf. Da
die beiden Förderbänder in Querrichtung zum Seitenrand hin
abfallen, wie in Fig. 3 gezeigt, werden die Dosen beim
Verlassen des Förderbandes 160 kontinuierlich abgesenkt und
bei Annäherung an das Förderband 178 wieder kontinuierlich
angehoben und es besteht insbesondere keine Gefahr, daß die
Drehung des Transportrotors 162 durch ein Anschlagen des
unteren Dosenabschnitts 112a am Seitenrand des Förderbandes
178 blockiert wird.
Die Bewegungen der beiden Förderbänder und des Transport
rotors und die Funktionen der Füllstation, der Verschlie
ßungsstation und der Etikettierungsstation sind derart
aufeinander abgestimmt, daß bei stillstehendem Transport
rotor zugleich eine neue leere Dose zugeführt, die in der
Füllstation angeordnete Dose befüllt, die in der Verschlie
ßungsstation angeordnete Dose verschlossen, die in der
Etikettierungsstation angeordnete Dose etikettiert und die
Dose, die die Abgabestation erreicht hat, abtransportiert
wird. Sind alle diese Funktionen ausgeführt, wird bei
stillstehenden Förderbändern der Transportrotor um einen
Schritt in der Förderrichtung F weitergedreht und die
vorstehend angegebenen Funktionen werden erneut ausgeführt.
Hinsichtlich der Zufuhr von leeren Dosen durch das Zufuhr
förderband 160 in eine jeweilige Dosenaufnahmezelle 164 ist
noch zu ergänzen, daß die Dose vor Erreichen der Füllsta
tion in der jeweiligen Dosenaufnahmezelle positioniert
wird. Diese Positionierung wird durch Zellenschließmittel
in Form einer in geringem radialen Abstand von der Umfangs
fläche des Transportrotors 162 angeordneten Bogenschiene
erreicht, die in Förderdrehrichtung F vom Förderband 160
bis zum Förderband 176 reicht. Die Bogenschiene 180 weist
an ihrem dem Förderband 160 nahen Ende einen Positionie
rungsabschnitt 182 mit in Förderdrehrichtung F abnehmendem
Abstand zum Transportrotor 162 auf. Nach Passage des Posi
tionierungsabschnitts 182 haben die Dosen nur geringen
Spielraum in Umfangsrichtung und in radialer Richtung in
ihrer jeweiligen Dosenaufnahmezelle und können ihre jewei
lige Dosenaufnahmezelle erst verlassen, wenn sie die Ab
gabestation 176 erreicht haben.
In der Füllstation 170 ist ein im wesentlichen kreiszylin
drischer Rotationskopf 130 angeordnet, der um seine ver
tikale Längsachse in Rotation versetzbar ist und höhenver
stellbar ist. Der Durchmesser des Rotationskopfes ist
geringer als die Tiefe des unteren Ausnehmungsabschnitts
164a einer jeweils in der Füllstation zum Stehen kommenden
Dosenaufnahmezelle 164. Aufgrund der Positionierung der in
der jeweiligen Dosenaufnahmezelle 164 aufgenommenen Dose
fluchtet die vertikale Dosensymmetrieachse im wesentlichen
mit der vertikalen Längsachse des Rotationskopfes. Der
Rotationskopf weist eine Längsbohrung 134 auf, durch die
Luft von oberhalb der oberen Stirnfläche 131 des Rotations
kopfes 130 angesaugt werden kann (die Stirnfläche 131
entspricht in ihrer Funktion dem Drehteller 30 des ersten
Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 1).
In der Stirnfläche 131 ist eine Ringnut ausgebildet, in
der ein O-Ring 183 aus elastomerem Material aufgenommen
ist.
Der Rotationskopf 130 kann die beiden in den Fig. 4a und
4b gezeigten Stellungen einnehmen. In der in Fig. 4a
gezeigten unteren Stellung ist die Stirnfläche mit Ver
tikalabstand von der Unterseite des Transportrotors 162
angeordnet, wobei der Abstand groß genug ist, daß auch ein
Vertikalabstand zur Bodenwand 142 einer in einer jeweiligen
Dosenaufnahmezelle gehaltenen Dose besteht. Bezogen auf
eine Dose 112 in der Füllstation 170 bei stillstehendem
Transportrotor 162 ist die Längsachse des Rotationskopfes
130 aufgrund der Positionierung der Dose im wesentlichen
koaxial zu der Symmetrieachse der Dose. Zur Befüllung der
Dose wird der Rotationskopf 130 in die in Fig. 4b gezeigte
Stellung zum Anheben der in der Füllstation angeordneten
Dose angehoben; in dieser Stellung erstreckt sich der
Rotationskopf 130 durch den unteren Abschnitt 164a der
jeweiligen Dosenaufnahmezelle des in den oberen Ausneh
mungsabschnitt 164b, so daß der mittlere Dosenabschnitt
112b der jeweiligen Dose 112 oberhalb der Oberseite des
Transportrotors 162 angeordnet ist. Der Rotationskopf 130
kann nun nach Erzeugung eines Unterdrucks unterhalb der
Dose zum Festhalten der Dose in Rotation versetzt werden
zur erfindungsgemäßen Befüllung der Dose, ohne daß Gefahr
besteht, daß der mittlere Dosenabschnitt 112b an der Be
grenzungsfläche des oberen Ausnehmungsabschnitt 164b
schleift.
Sobald die Dose befüllt ist, wird die Rotation des Rota
tionskopfes angehalten und der Rotationskopf nach Belüftung
des Raumes zwischen der Dose und der Stirnfläche 131 wieder
in die in Fig. 4a gezeigte Stellung abgesenkt, woraufhin
der Transportrotor 162 einen Schritt weiter gedreht wird.
Zum Antreiben der Schleuderbänder, des Transportrotors, des
Rotationskopfes hinsichtlich der Rotation und des Anhebens
und Absenkens können übliche Antriebsmittel, beispielsweise
Elektromotoren, pneumatische Motoren und dergleichen vor
gesehen sein, wobei beispielsweise elektronische, mecha
nische oder ggf. pneumatische Synchronisierungsmittel für
eine Synchronisierung der verschiedenen Antriebe sorgen.
Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Verfahren und
eine Vorrichtung zum Abfüllen eines zähfließenden Füllgutes
in eine insbesondere bauchige Dose. Erfindungsgemäß wird
vorgeschlagen, die Dose wenigstens während eines Teils des
Füllvorgangs einem Rotationsprogramin um eine vertikale
Achse zu unterwerfen, das auf die Dosenform, den zeitlichen
Verlauf der Füllmenge pro Zeiteinheit während eines Füll
vorgangs und die Füllguteigenschaften abgestimmt ist, um
Lufteinschlüsse in Hinterschneidungsbereichen der Dose
weitgehend zu vermeiden unter gleichzeitiger Vermeidung
eines zentrifugalkraftbedingten Austritts von Füllgut aus
der Dose.
Claims (15)
1. Verfahren zum Abfüllen eines zähfließenden Füllgu
tes, insbesondere für therapeutische oder kosme
tische Zwecke, in eine bauchige Dose (12; 112) mit
hinterschnittener Füllkammer und einer zumindest in
der Füllstellung an die Füllkammer nach oben an
schließenden Füll- und Entnahmeöffnung, dieses Ver
fahren
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dose (12; 112) wenigstens während eines
Teils des Füllvorgangs einem Rotationsprogramm
(zeitlicher Verlauf der Drehzahl pro Zeiteinheit
während eines Füllvorgangs) um eine vertikale Achse
(V) unterworfen wird, welches derart auf die Dosen
form, das Füllprogramm (zeitlicher Verlauf der Füll
menge pro Zeiteinheit während eines Füllvorgangs),
das Fließverhalten des Füllgutes und das Anhaftver
halten des Füllgutes an der Doseninnenfläche abge
stimmt ist, daß einerseits Lufteinschlüsse im Hin
terschneidungsbereich weitgehend vermieden werden
und andererseits ein zentrifugalkraftbedingter Aus
tritt von Füllgut durch die Füll- und Entnahmeöff
nung vermieden wird, wobei - wenn nötig - das Rota
tionsprogramm oder/und das Füllprogramm jeweils bei
Beginn neuer Rahmenbedingungen des Füllvorgangs wie
Veränderung der Dosenform oder/und Veränderung des
Fließverhaltens oder/und des Anhaftverhaltens des
Füllgutes experimentell ermittelt und für nachfol
gende Füllvorgänge festgelegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rotationsprogramm derart eingestellt wird,
daß sich nach Beendigung des Füllvorgangs vor einem
anschließenden Verschlußvorgang, jedenfalls aber vor
einer ersten Wiederöffnung zum Gebrauch ein im we
sentlichen planer Füllgutspiegel einstellt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Füllgut bei einer Temperatur annä
hernd entsprechend der zu erwartenden Gebrauchstem
peratur von ca. 17°C bis ca. 25°C eingefüllt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dose (112) in einer längs
eines Mehrstationenbearbeitungswegs gelegenen Füll
station von einem Rotationskopf (130) erfaßt, von
einer Tragfläche (166) eines den Transport durch den
Bearbeitungsweg besorgenden Transportträgers (162)
abgehoben und danach in Rotation versetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Rotations-Programmdurch
führung eine Drehzahl pro Zeiteinheit ausgewählt
wird, welche während des gesamten Programmablaufs
konstant gehalten werden kann.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Füllprogrammdurchführung
eine Füllmenge pro Zeiteinheit ausgewählt wird,
welche während des gesamten Programmablaufs konstant
gehalten werden kann.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dose (12; 112) während der
Rotation auf einem Rotationskopf (30; 130) festge
halten wird, vorzugsweise durch Unterdruckhaltemit
tel.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Rotation um eine Schwer
punktachse (V) der Dose (12; 112) erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rotation um eine Symmetrieachse (V) der Dose
(12; 112) erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Füllgut in einem vertikal
abwärts gerichteten Füllgutstrom in die Dose (12;
112) eingeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Füllgut von einem Füllgut
vorrat (14) oder einer Füllgutzuleitung (16) an
einer Stelle zur Bildung eines freien Füllgutstroms
abgegeben wird, die oberhalb des nach vollständiger
Füllung zu erwartenden Füllgutspiegels liegt.
12. Abwandlung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllgut bei
stillstehendem Behältnis durch einen rotierenden
Füllkopf abgegeben wird, dessen Ausflußrichtung eine
radiale Ausflußrichtungskomponente aufweist.
13. Einrichtung (10; 110) zur Abfüllung eines zähflie
ßenden Füllguts, insbesondere für therapeutische
oder kosmetische Zwecke, in eine Dose (12; 112) mit
einer Füllkammer und einer zumindest in der Füll
stellung an die Füllkammer nach oben anschließenden Füll- und
Entnahmeöffnung, insbesondere in eine bauchige
Dose (12; 112) mit einer hinterschnittenen Füllkam
mer,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Auffangbereich eines mit mindestens einer
Ausströmdüse ausgeführten Füllkopfes (20) ein Rota
tionskopf (30; 130) als Träger für die Dose (12;
112) angeordnet ist und daß nötigenfalls Einstell
mittel (54, 56 bzw. 22, 24) für ein Rotationspro
gramm (zeitlicher Verlauf der Drehzahl pro Zeitein
heit während eines Füllvorgangs) oder/und ein Füll
programm (zeitlicher Verlauf der Füllmenge pro Zeit
einheit während eines Füllvorgangs) vorgesehen sind.
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeich
net, daß der Füllkopf und der Rotationskopf in einer
Füllstation (170) innerhalb eines Bearbeitungswegs
angeordnet sind, längs welchen das Behältnis eine
Mehrzahl von Bearbeitungsstationen, wie Positionie
rungsstation (182), Füllstation (170), Verschlie
ßungsstation (172), Etikettierungsstation (174) und
Abgabestation (176) durchläuft.
15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeich
net, daß der Bearbeitungsweg einen bewegten Träger
(162) mit einer Tragfläche (166) für die jeweilige
Dose (112) aufweist und daß der Rotationskopf (130)
höhenverstellbar ist, um die jeweilige Dose (112) in
der Füllstation von der zugehörigen Tragfläche (166)
abzuheben.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995134329 DE19534329A1 (de) | 1995-09-15 | 1995-09-15 | Dosenfüllverfahren und Vorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995134329 DE19534329A1 (de) | 1995-09-15 | 1995-09-15 | Dosenfüllverfahren und Vorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19534329A1 true DE19534329A1 (de) | 1997-03-20 |
Family
ID=7772323
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995134329 Withdrawn DE19534329A1 (de) | 1995-09-15 | 1995-09-15 | Dosenfüllverfahren und Vorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19534329A1 (de) |
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