DE1932500C3 - Beharrungsgesteuerter Wickelmechanismus für einen Sicherheitsgurt - Google Patents
Beharrungsgesteuerter Wickelmechanismus für einen SicherheitsgurtInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen beharrungsgesteuerten Wickelmechanismus nach dem Gattungsbegriff des
Patentanspruches I.
Bekannt sind beharrungsgesteuerte Wickelmcchanismen (GB-PS 1068344), bei welchen die Klinke
um eine fixierte Welle verdrehbar ist und der die Bewegung
des Pendels auf die Klinke übertragende Druck-Übertragungskörper aus einem Arm besteht,
welcher mit Hilfe einer Schraube in jeder gewünschten Winkelposition an der Welle befestigbar ist. In einer
Weiterbildung dieses Mechanismus gemäß einem älteren Vorschlag (DE-PS 1556807) besteht der
Druck-Übertragungskörper aus einem vertikal hin- und herbewegbaren Plunger bzw. Kolben, welcher in
einem die Drehlagerung für ein Pendel bildenden Sockel geführt ist. Dieser Sockel ist um eine horizontale
Achse verschwenkbar und in gewünschter Positionverriegelbar. Die bei derartigen Wickelmechanismen
vorgesehene Feder, mittels welcher die Klinke in ihre Ausgangslage verspannt wird, muß verhältnismäßig
schwach ausgebildet sein, wenn man nicht in Kauf nehmen will, daß das Pendel zu massiv sein soll.
Die Betätigungseinrichtung für die Sperrklinke des Wickelmechanismus muß demnach verhältnismäßig
stark dimensionieri sein, wenn die Feder stark dimensioniert
ist. Die Feder bzw. jedes andere, durch die Sperrklinke in die Ruhelage verspannende Element
muß in jedem Fall stark genug sein, um zu verhindern, daß sich die Sperrklinke in Folge von Erschütterungen
selbsttätig in die Sperrlage begibt. Wird andererseits das am Plunger bzw. Kolben einwirkende Pendel bei
Anordnungen gemäß älterem Vorschlag zu schwer bzw. zu stark dimensioniert, dann kann das Ansprechvermögen
des beharrungsgesteuerten Wickelmechanismus zu gering sein. Darüber hinaus müssen bei derartigen
Anordnungen die Aufwickelrolle und der Verriegelmechanismus, bestehend aus der Klinkenanordnung,
verhältnismäßig stark und widerstandsfähig ausgebildet sein, da bei einem plötzlichen Anhalten
des den Wickelmechanismus tragenden Fahrzeuges das Gewicht des mit hoher Geschwindigkeit sich
relativ bewegenden Fahrers oder Mitfahrers aufzufangen ist.
Davon ausgehend besteht die Aufgabe der Erfindung darin, einen beharrungs gesteuerte η Wickelmechanismus
der in Rede stehenden Art so auszubilden, daß die Betätigung der zur Sperrung dienenden Klinke
nicht allein durch einen beschleunigungsempfindlichen Betätigungsmechanismus hervorgerufen werden
muß. Es soll also möglich sein, die Klinke mit ausreichender Kraft und unmittelbar in Sperrlage einwirken
zu lassen, selbst wenn der verzögerungs- bzw. beschleunigungsempfindliche Betätigungsmechanismus
vergleichsweise schwach ausgebildet ist.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht aus den Merkmalen des Kennzeichnungsteils des Patentanspruchs
1.
Die Mitnehmerklinke arbeitet - ausgehend aus ihrer Ruhelage - fiei von einer Verspannung durch Federelemente
od. dgl., so daß sie hei Winkelbewegungen des Pendels sehr leicht und schnell ansprechen
kann. Von besonderem Vorteil ist der Umstand, daß die eigentliche Sperrklinke von der Mitnehmerklinkc
nur geringfügig angehoben werden muß, wobei die hierzu erforderliche Kraft durch das Abwickeln des
Gurtes und entsprechende Drehung der Aufspulrolle abgeleitet wird. Diese Kraft reicht natürlich aus, auch
die Vorspannungskraft verhältnismäßig starker, gegen die Sperrklinke wirkender Federn zu überwinden. Auf
diese Weise ist sichergestellt, daß der Wickelniechanismus nicht nur äußerst feinfühlig ist und schnell anspricht,
sondern daß gleichzeitig sichergestellt ist, daß die Kraft der die Sperrklinke verspannenden Feder
ausreicht, um unbeabsichtigtes Einrücken der Sperrklinke zu verhindern.
Der an der Unterseite der Mitnehmerklinke angreifende Kolben kann außer durch Pendelmechanismen
auch durch andere, am Fahrzeug vorgesehene und beschleunigungsempfindliche Vorrichtungen bestätigt
werden, solange diese eine Verschiebung des Kolbens innerhalb seines Gehäuses vermögen.
Vorteilhafte Weiterbildungen und zweckmäßige Ausgestaltungen des Wickelmechanismus sind in weiteren
Patentansprüchen aufgeführt.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung
enäutert.
Fig. 1 ist eine Schnittansicht des Wickelmechanismus
bei ausgerückter Lage der Sperrklinke;
Fig. 2 ist eine der Fig. 1 vergleichbare Ansicht unter Darstellung der in Sperrlage eingerückten Sperrklinke.
Der in Fig. 1 dargestellte Wickelmechanismus für einen Sicherheitsgurt ist in einem Gehäuse 10 angeordnet;
ein Gurt 12 verläuft durch einen Schlitz des Gehäuses 10 und ist auf einer Aufspulrolle 14 aufgewickelt.
Die Aufspulrolle 14 sitzt auf einer Welle 16. Auf der Welle 16 sitzt ferner ein mit der Aufspulrolle
14 verbundenes Klinkenrad 18, welches mit der Aufspulrolle 14 drehbar ist. Auf der Welle sitzt fernerhin
ein Hilfsklinkeorad 20, das einen etwas kleineren Durchmesser als das Klinkenrad 18 besitzt.
Ferner ist in dem Gehäuse 10 eine Welle 22 angeordnet, auf welcher eine Klinke 24 angebracht ist.
Die Klinke 24 wird durch eine Feder 27 in Berührung mit einem Anschlag 26 vorgespannt und ist gegen die
Vorspannkraft der Feder 27 in Eingriff mit derr Klinkenrad
18 bewegbar. Eine Mitnehmerklinke 28 ist ebenfalls auf der Welie 22 angeordnet. Die Mitnehmerklinke
28 weist an ihrem unteren Rand einen waagerecht vorstehenden Ansatz 30 und an ihrer gemäß
Darstellung oberen Ecke einen Klinkenzahn 32 auf. Wenn die Mitnehmerklinke 28 in der Ansicht nach
Fig. 1 im Uhrzeigersinn gedreht wird, greift der Ansatz 30 an der Unterkante der Klinke 24 an, derart,
daß der Klinkenzahn 32 in eine Stellung bewegt wird, in welcher er in das Hilfsklinkenrad 20 eingreifen
kann.
Die Unterkante der Mitnehmerklinke 28 liegt auf einer gewölbten Fläche 34 eines Kolbens 36 auf; der
Kolben 36 ist in einem zylindrischen Gehäuse 38 verschiebbar angeordnet. Die Unterseite des Kolbens 36
ruht auf der ebenen Fläche einer (nicht gezeigten) Halbkugel, die am Schaft 40 eines Pendels 42 befestigt
ist. Die Halbkugel (nicht gezeigt) ist in einer Fassung geführt, die durch einen im Durchmesser verringerten
Teil des Gehäuses 38 gebildet ist, derart, daß bei einem Ausschlag des Pendels der Kolben 36 innerhalb
des Gehäuses 38 angehoben wird.
Wie in Fig. 2 gezeigt ist, schlägt das Pendel 42 bei einer von links nach rechts gericheten Beschleunigung
des Gehäuses 10 in dargestellter Weise aus. Der Ausschlag
des Pendels 42 veranlaßt den Kolben 36, die Mitnehmerklinke 28 anzuheben, bis der an der Mitnehmerklinke
ausgebildete Ansät/ 30 in Berührung mit der Unierkante der Klinke 24 gelangt. Normalerweise
wird durch das Pendel 42 keine ausreichende Kraft erzeugt, um die K'' ..^ _4 gegen die Vorspannkraft
der Feder 27 zu bewegen. Der Klinkenzahn 32 befindet sich in einer Ausgangsstellung, aus welcher
er in das Hilfsklinkenrad 20 eingreifen kann. Wenn auf den Gurt 12 ein Zug ausgeübt wird, ist die Aufspulrolle
14 bestrebt, sich in der durch den Pfeil angc-
deuteten Richtung zu drehen. Wenn der Klinkenzahn 32 infolge Betätigung durch den Kolben 36 in die
Drehbahn des Hilfsklinkenrades 20 bewegt ist, dann gelangt einer der Zähne des Hilfsklinkenrades unmittelbar
in Eingriff mit dem Klinkenzahn 32 der Mitnehmerklinke 28. Das weitere Abwickeln des Gurtes
12 von der Aufspulrolle 14 hat zur Folge, daß der Ansatz 30 der Mitnehmerklinke 28 die Klinke 24 in
Eingriff mit dem Klinkenrad 18 anbebt. Nachfolgend ist eine weitere Drehung der Aufspulrolle 14 verhindert.
Es sei darauf hingewiesen, daß die Länge der Klinke 24 im Verhältnis zum Abstand des Klinkenzahns
32 von der Welle 22 so bemessen ist, daß, wenn sich die Klinke 24 im Eingriff mit dem Klinkenrad
18 befindet, die Klinke 24 den gesamten Schub aufnimmt. Dadurch wird die weitere Drehung der Aufsyulrolle
14 verhindert, und es wird vom Klinkenzahn 32 der Mitnehmerklinke 28 kein Schub aufgenommen.
Wenn die Beschleunigung nachläßt, kehrt das Pendel 42 in seine senkrechte Stellung zurück. Die Form
der Zähne des Klinkenrades 18 ist jedoch so gewählt, daß die Klinke 24 so lange im Eingriff mit dem Klinkenrad
18 gehalten wird, bis der auf den Gurt 12 ausgeübte Zug aufhört.
Das das Pendel 42 tragende Gehäuse 38 ist auf einer drehbaren Welle 44 angebracht; mit der Welle
44 ist ein pinen bogenförmigen Schlitz 48 enthaltender Hebel 46 verbunden. Der Hebel 46 kann mittels einer
Klemmschraube 50 fixiert werden, die sich durch den Schlitz 48 erstreckt, derart, daß die Winkellage des
Gehäuses 38 durch entsprechende Verstellung des Hebels 46 verändert werden kann. Es ist also immer
möglich, das Gehäuse 38 vertikal auszurichten. Ein pfeilförmiger Schlitz in Form eines Winkelanzeigers
52 ist am Ende der Welle 44 ausgebildet und zeigt einerseits die Ausrichtung der Achse des Kolbens 36
an und gestattet ferner die Verwendung eines Schraubenziehers, um die vorgenannte Verstellung vorzunehmen.
Mit der vorstehend beschriebenen Einrichtung ist ein beharrungsgesteuerter Wickelmechanismus geschaffen,
bei welchem die Kraft einer sich drehenden Welle dazu verwendet werden kann, eine Sperrklinke
in Eingriff mit einem Klinkenrad zu bringen, wobei der Mechanismus durch eine erheblich kleinere Kraft
ausgelöst wird, als für das Einrasten der Sperrklinke selbst erforderlich wird. Der beharrungsgesteuerte
Wickelmechanismus ist nicht auf Pendel-Betätigungen begrenzt, d. h. es sind auch andere beharrungsgesteuerte
Einrichtungen verwendbar, welche benutzt werden, um bei Beschleunigungsänderungen die Mitnehmerklinke
zu bewegen.
| 55 | 10 = | Bezugszeichenliste | Gehäuse |
| 12 = | Gurt | ||
| 14 = | Aufspulrolle | ||
| 16 = | Welle | ||
| 60 18 = | Klinkenrad | ||
| 20 = | Hilfsklinkenrad | ||
| 22 = | Welle | ||
| 24 = | Klinke | ||
| 26 = | Anschlag | ||
| in 27 = | Feder | ||
| 2b = | Mitnehmerklinke | ||
| 30 = | Ansatz | ||
| 32 = | Klinkenzahn |
34 36 38 40 42
Fläche
Kolben
Gehäuse
Schaft
Pendel
| 1 | 9 32 500 |
| 44 = | |
| 46 = | |
| 48 = | |
| 50 = | |
| 52 = | |
| Hierzu | = Welle |
| = Hebel | |
| = Schlitz | |
| = Klemmschraube | |
| = Winkelanzeiger | |
| 2 Blatt Zeichnungen |
Claims (5)
1. Beharrungsgesteuerter Wickelmechanismus für einen Sicherheitsgurt, welcher auf einer in einem
Gehäuse drehbar gelagerten Aufspulrolle aufgewickelt ist, unter Verwendung eines Klinkenrades,
welches zur gemeinsamen Drehung mit der Aufspulrolle verbunden ist und mit einer
Klinke so zusammenwirkt, daß das Klinkenrad Ό und somit die Aufspulrolle in der Abwickelrichtung
blockierbar sind, wenn der Aufwickelmechanismus einer einen bestimmten Wert übersteigenden
Beschleunigung ausgesetzt wird und eine beschleunigungsempfindliche Klinken-Betätigungseinrichtung
die Klinke in die Bahn des umlaufenden Klinkenrandes verschiebt, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hilfsklinkenrad (20)
auf der dem Klinkenrad (18) und der Aufspulrolle (14) gemeinsamen Welle, mit dieser drehbar, befestigt
ist, daß auf der Welle (22) der Klinke (24) eine auf der Welle unabhängig von der Klinke
drehbare, dem Hilfsklinkenrad (20) zugeordnete Mitnehmerklinke (28) gelagert ist, an welcher die
Klinken-Betätigungseinrichtung (34, 38, 40, 42) in Richtung des Hilfsklinkenrades angreift, und
daß die Mätnehmerklinke (28) einen nach ihrem Eingriff in das Hilfsklinkenrad die Klinke (24)
mitnehmenden Ansatz (30) aufweist.
2. Wickelmechanismus nach Anspruch 1, ge- ->o
kennzeichnet durch eine die Klinke (24) in Richtung der entriegelten Position verspannende Feder
(27).
3. Wickelmechanismus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klinken-Betätigungseinrichtung
aus einem in einem Gehäuse (38) axial beweglichen, mit einer gewölbten Fläche (34) am Ansatz (30) anliegenden Kolben (36)
besteht, an dessen vom Ansatz (30) abgewandten Ende die flache Seite eiaer schwenkbar gelagerten,
mit einem beschleunigungsempfindlichen Pendel (40, 42) verbundenen Halbkugel angreift.
4. Wickelmechanismus nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das den Kolben axial
verschieblich tragende Gehäuse (38) um eine parallel zur Achse der Wellen (16, 22) sich erstrekkende
Achse drehbar gelagert und in beliebiger Winkellage feststellbar ist.
5. Wickelmechanismus nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen die Winkellage des Gehäuses
(38) anzeigenden Winkelanzeiger (52).
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