DE1908612A1 - Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Abwasserschlamm und Anlage zur Durchfuehrung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Abwasserschlamm und Anlage zur Durchfuehrung des VerfahrensInfo
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Description
PATENTANWÄLTE 8H/22 13. Febr. 1969
DR.-ING. WOLFF, H. BARTELS
DR. BRANDES, DR.-ING. HELD
STUHGART-N, LANGE STRASSE 51
DR. BRANDES, DR.-ING. HELD
STUHGART-N, LANGE STRASSE 51
Reg.-Nr. 121 768
Sjrein & Roubaix, Paris 16e (Frankreich)
Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Abwasserschlamm und Anlage zur Durchführung des Verfahrens.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Abwasserschlamm und eine Anlage zur
Durchführung des Verfahrens.
Es ist bekannt, daß der in zu Dohlen führenden Sammelkanälen fließende Abwasserschlamm in ganz erheblichem
Maße Wasser enthält. Gewöhnlich wird der Schlamm in Becken von Klärwerken abgeklärt. Nach dem Dekantieren
wird der Schlamm einer weiteren Behandlung unterzogen, sei es eine einfache Belebung oder sei es eine
Zersetzung des Schlammes. In allen Fällen wird der Schlamm schließlich zentrifugiert oder gefiltert.
Dabei erhält man ein Schlammkonzentrat, das zwischen 75 % und 85 % Wasser enthält. Obwohl das Volumen des
so behandelten AbwasserSchlammes beträchtlich vermindert ist, verglichen mit dem in den Sammelkanälen von
Dohlen fließenden Abwasserschlamm, ergeben sich nichtsdestoweniger
Probleme hinsichtlich der Aufbereitung oder Beseitigung des Schlammes.
Es ist weiterhin bekannt, den Schlamm in Teiche zu füllen, wo die Einwirkung des Windes und der Sonnenstrahlung
zu einer Austrocknung führt, sodaß man nach einer mehr oder weniger langen Zeitspanne einen relativ
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wenig feuchten Schlamm erhält, der transportabel und evtl. als Dung verwendbar ist. Das Einfüllen in Teiche
ist jedoch wegen des erforderlichen Geländes sehr teuer, wobei die Kosten umso höher sind, je näher sich das Gelände
bei einer Stadt befindet. ν
Man sucht auch nach Lösungen, diesen Schlamm vollständig zu beseitigen und dies so durchzuführen, daß die nach der
Verbrennung des getrockneten Schlammes vorhandenen Rückstände so wenig voluminös wie möglich und auf jeden Fall
bakteriologisch neutral sind.
Es ist gewiß möglich, Abwasserschlamm zu trocknen, ohne ihn einzuäschern. Der Rauch indessen, welcher zum Trocknen
gedient hat, verläßt die Trockenanlage im allgemeinen mit einer relativ niedrigen Temperatur und enthält Bestandteile,
die Obelkeit erregen. Außerdem ist das Trocknen teuer, da es im Hinblick auf die große zu verdampfende
Wassermenge einen sehr erheblichen Aufwand an Wärme erfordert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Abwasserschlamm
zu schaffen, das billig durchführbar ist und zu einer Desodorierung der i.n die Luft entlassenen Gase und zu
bakteriologisch neutralen Verbrennungsrückständen führt.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die mit Geruchstoffen beladenen verbrauchten Trocknungsgase mit den heißen Verbrennungsgasen vermischt werden
und das Mischgas nach einer für dessen Desodorierung hinreichenden, von der Mischgastemperatur abhängigen Zeitspanne
zum Teil wieder zum Trocknen verwendet und zum Teil in die Luft entlassen wird. Vorteilhafterweise wird
der getrocknete, pulverisierte Schlamm wenigstens teilweise dem feuchten Schlamm vor dessen Trocknung zugemischt.
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BADORlGfNAL
Der Erfindung liegt auch die Aufgabe zu Grunde, eine Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zu schaffen.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
eine Trockenanlage und ein Zyklonofen zur Verbrennung des getrockneten Schlammes sowie für die verbrauchten
Trocknungsgase eine die Trockenanlage mit dem Gasabzug des Zyklonofens verbindende erste Leitung und für das Mischgas
aus Trocknungs- und Verbrennungsgasen eine den Gasabzug des Zyklonofens mit dem Gaseinlaß der Trockenanlage
verbindende zweite Leitung hinreichender Länge vorgesehen ist und daß eine am Gaseinlaß der Trockenanlage von der
zweiten abzweigende dritte Leitung mit der Atmosphäre in Verbindung steht.
Bei einer bevorzugten, einen hohen kalorischen Wirkungsgrad ergebenden Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Anlage ist in die dritte Leitung ein die in der ersten Leitung strömenden, verbrauchten Trocknungsgase erwärmender
erster Wärmetauscher und ein vorzugsweise stromab hinter diesem angeordneter, die dem Zyklonofen zuzuführende
Verbrennungsluft erwärmender zweiter Wärmetauscher geschaltet. Hierbei wird durch zweimalige Abgabe von Wärme die
Temperatur des in die Luft entlassenen Teiles des Mischgases aus Trocknungs- und Verbrennungsgasen auf den gewünschten
Wert erniedrigt.
Im folgenden ist die Erfindung an Hand eines durch die Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles .der erfindungsgemäßen
Anlage im einzelnen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Ausführungsbeispiels
;
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BAD ORIGINAL
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Fig. 2 einen vereinfachten Längsschnitt: durch
den Zyklonofen des Ausführungsbeispiels, und
Fig. 3 einen vereinfachten Querschnitt durch
den Zyklonofen des Ausführungsbeispiels.
Das Ausführungsbeispiel besteht im wesentlichen aus einer Trockenanlage 1, einem Zyklonofen 2 und einer gewissen
Anzahl von Strömungswegen.
Die Trockenanlage 1 kann in ihrer Ausführung von herkömmlicher
Art sein. Für das Ausführungsbeispiel wird jedoch wegen ihres geringen Selbstkostenpreises eine Trockenanlage
bevorzugt, die eine im wesentlichen horizontale, rotierbare zylindrische Trommel 2' aufweist, die mit Rollwege
bildenden Ringbünden 3 und 4 versehen ist, auf deren Umfang Reibrollen 5 bzw. 6 abrollen, die sowohl zum Tragen als
auch zum Antreiben der Trommel 2' für eine Rotation dienen.
Der rohe feuchte Schlamm wird mittels eines Förderbandes in einen Trichter 7 eingefüllt. Die beispielsweise eine
Temperatur von 7000C bis 8000C aufweisenden heißen Gase
werden an der Stelle 9 zum Trocknen des Schlammes in die Trockenanlage 1 eingeführt.
Das mit Wasserdampf beladene Trocknungsgas wird auf einem ersten Weg 10 abgeführt, während der getrocknete Schlamm
an der Stelle 11 der Trockenanlage 1 entnommen und über eine Leitung 12 dem Zyklonofen 2 zugeführt wird. Der getrocknete
Schlamm wird gleichzeitig mit der in die Leitung 12 einströmten Verbrennungsluft durch einen Ventilator
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zum Zyklonofen 2 befördert, wobei sich der Schlamm in pulverisierter Form befindet.
Der Zyklonofen 2 ist in den Fig. 2 und 3 näher dargestellt. Er weist einen senkrechten zylindrischen Abschnitt
2a auf, der nach unten durch einen kegelstumpfförmigen Abschnitt 2b verlängert ist, welcher seinerseits in eine
Entnahmevorrichtung 2c mündet. Der Hauptteil der Verbrennungswärme des durch eine mit der Leitung 12 verbundenen
Düse 14 dem Zyklonofen 2 zugeführten Schlammes entsteht bei der Verbrennung flüchtiger Materie, sodaß
der Schlamm sich relativ leicht mittels eines mit Gas oder Heizöl betriebenen Startbrenners 15/16 entzünden
läßt.
Wenn im Zyklonofen 2 "eine hohe Temperatur aufrechterhalten
wird, erhält man in dessen kegelstumpfförmigem Abschnitt 2b
Aschen in "flüssiger" Form. Diese Aschen sind bakteriologisch neutral, da sie der sehr hohen Verbrennungstemperatur
ausgesetzt sind. Die Aschen befinden sich in einer "gesinterten" Form mit relativ hoher Dichte, die ihre
Beförderung erleichtert. Über die Vorrichtung 2c können die Aschen dem Zyklonofen 2 entnommen werden.
Die Verbrennungsgase werden in dem oberen kaminartigen
Teil 17 gesammelt und verlassen den Zyklonofen 2 auf einem zweiten Weg 18 mit einer zwischen 14000C und 16000C liegenden
Temperatur. Auf dem ersten Weg 10 werden mit Hilfe eines Ventilators 19 die Trocknungsgase dem Gasaustritt
des Zyklonofens 2 zugeführt und auf einem zweiten Weg 18, vermischt mit den Verbrennungsgasen ,weitergeleitet. Die
Mischung der Trocknungsgase mit den eine Temperatur von
14000C bis 16000C aufweisenden Verbrennungsgasen ergibt
eine Temperatur des Mischgases und damit eine Temperatur der Trocknungsgase zwischen 7000C und 8000C. Auf dem
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zweiten Weg 18 wird das Mischgas an der Stelle 9 der Trockenanlage 1 teilweise zugeführt, wobei die Länge
des zweiten Weges 18 hinreichend groß ist, damit die Übelkeit erregenden Teile des Mischgases während einer
hinreichend langen Zeit einer Temperatur zwischen 7000C
und 8000C ausgesetzt sind.
In den durch die Trockenanlage 1 und die Wege 10 und gebildeten Kreislauf v/erden durch den Zyklonofen 2 Verbrennungsgase
eingeführt. Dementsprechend muß man eine entsprechende Gasmenge dem Kreislauf entnehmen und in
die Atmosphäre entlassen.
Diese Gasmenge wird aus dem Mischgas an der Stelle 9 vor dem Eintritt des Mischgases in die Trockenanlage
auf einem dritten Weg 20 abgezweigt, dem die Aufgabe übertragen
ist, Gase, vom Trocknen stammenden Wasserdampf und eine gewisse Menge auf den bisherigen Wegen eingeführte
Luft abzuleiten. Vorsichtshalber ist auch der dritte Weg 20 solange gestaltet, daß vor dem Ablassen
in die Atmosphäre eine weitestgehende Desodorierung der Gase erfolgt.
Da die auf dem dritten Wege 20 abgezweigten Gase eine Temperatur zwischen 6000C und 7000C haben, ist es zur
Erhöhung des kalorischen Wirkungsgrades zweckmäßig, die Wärme vor dem Entlassendes Gases in die Atmosphäre wiederzugewinnen.
Hierzu ist in den dritten Weg 20 ein erster Wärmetauscher 21 gelegt, der von den auf dem ersten Weg 10 befindlichen
Trockungsgasen durchströmt wird, sodaß die,Temperatur
der in die Atmosphäre zu entlassenden Gase erniedrigt und die Temperatur der Trocknungsgase erhöht wird, bevor diese
am Gasabzug des Zyklonofens 2 mit dessen Verbrennungsgasen zu einem Mischgas vereinigt werden, das eine Temperatur von
7000C bis etwa 8000C hält.
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Außerdem ist in den dritten Weg 20 hinter den ersten Wärmetauscher 21 ein zweiter Wärmetauseher 22 gelegt,
der außerdem in eine Leitung 23 eingeschaltet ist, durch welche die für den Zyklonofen 2 bestimmte Verbrennungsluft
mit Hilfe des Ventilators 13 angesaugt und in die Leitung 12 eingeblasen wird. Derjenige Teil
des Mischgases, der in die Atmosphäre entlassen werden soll, wird dadurch nochmals auf eine Temperatur zwischen
2000C und 25O°C abgekühlt, während die Verbrennungsluft
von Raumtemperatur auf eine Temperatur von etwa 200 C erwärmt und erst dann von dem Ventilator 13 angesaugt
wird.
Schließlich wird der abgekühlte Teil des Mischgases durch einen Ventilator 2M· in eine Entstaubungseinrichtung 25
befördert, bevor er an der Stelle 26 in die Atmosphäre entlassen wird.
Es sind im Rahmen der Erfindung natürlich mannigfaltige
Änderungen möglich. So kann zum Beispiel der Zyklonofen 2 in einer relativ großen Entfernung zur Trockenanlage 1
angeordnet werden, damit die Strecke des zweiten Weges 18 eine hinreichende Länge erhält. Indessen kann der Zyklonofen
2 auch in der Nähe der Trockenanlage 1 installiert werden, wenn man durch eine 'Formgebung in jeder gewünschten Art
dafür Sorge trägt, daß die Strecke des Weges 18 hinreichend lang ist.
Wie in Fdg. 1 angedeutet, kann man auch einen Teil des an der Stelle 11 gewonnenen getrockneten Schlammes wieder
in die Trockenanlage einspeisen. Dies geschieht mit Hilfe einer Förderschnecke 27, welche den wieder einzuspeisenden
Teil des Schlammes von der Stelle 11 vorzugsweise in eine Mischschnecke 2 8 befördert, welche gleichzeitig den rohen
feuchten Schlamm aufnimmt. Eine Konditionierung des mit
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BAD ORIGINAL
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getrocknetem Schlamm vermischten feuchten Schlammes verbessert nämlich den Wirkungsgrad der Trockenanlage.
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Claims (5)
1. !Verfahren zum Trocknen und Verbrennen von Abwasserschlämm,
dadurch gekennzeichnet, daß die mit Geruchsstoffen beladenen verbrauchten Trocknungsgase mit den
heißen Verbrennungsgasen vermischt werden und das Mischgas
nach einer für dessen Desodorierung hinreichenden, von der Mischgastemperatur abhängigen Zeitspanne zum
Teil wieder zum Trocknen verwendet und zum Teil in die Luft entlassen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, .daß der getrocknete, pulverisierte Schlamm wenigstens
teilweise dem feuchten Schlamm vor dessen Trocknung zugemischt wird.
3. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Trockenanlage
(1,2!,3 bis 8) und ein Zyklonofen (2) zur Verbrennung
des getrockneten Schlammes sowie für die verbrauchten Trocknungsgase eine die Trockenanlage
(1,2',3 bis 8) mit dem Gasabzug des Zyklonofens (2)
verbindende erste Leitung (10) und für das Mischgas aus Trocknungs- und Verbrennungsgasen eine den Gasabzug
des Zyklonofens (2) mit dem Gaseinlaß der Trockenanlage (1,2',3 bis 8) verbindende zweite Leitung
(18) hinreichender Länge vorgesehen ist und daß eine am Gaseinlaß der Trockenanlage (1,2',3 bis 8) von
der zweiten (18) abzweigende dritte (20) Leitung mit der Atmosphäre in Verbindung steht.
4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß in die dritte Leitung (20) ein die in der ersten Leitung (10) strömenden, verbrauchten Trocknungsgase
erwärmender erster Wärmetauscher (21) geschaltet ist.
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- ίο -
5. Anlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß in die dritte Leitung, gegebenenfalls vorzugsweise
stromab hinter dem ersten Wärmetauscher (21), ein die dem Zyklonofen (2) zugeführte Verbrennungsluft erwärmender
zweiter Wärmetauscher (22) geschaltet ist.
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