DE189109C - - Google Patents
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- DE189109C DE189109C DENDAT189109D DE189109DA DE189109C DE 189109 C DE189109 C DE 189109C DE NDAT189109 D DENDAT189109 D DE NDAT189109D DE 189109D A DE189109D A DE 189109DA DE 189109 C DE189109 C DE 189109C
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
- A61L2/00—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
- A61L2/16—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
- A61L2/20—Gaseous substances, e.g. vapours
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- Health & Medical Sciences (AREA)
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- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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- Veterinary Medicine (AREA)
- Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)
- Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 189109 KLASSE 30/. GRUPPE
AUGUST SCHERL in BERLIN.
Verfahren zum Desinfizieren von Büchern.
Ein Verfahren, das gestattet, Bücher, Schriften u. dgl. ohne Schädigung des Papiers,
Druckes oder Einbandes, und ohne ihnen einen üblen, anhaftenden Geruch zu verleihen, derart
zu desinfizieren, daß die in ihnen enthaltenden Krankheitskeime mit mindestens der
gleichen Sicherheit und in dem gleichen weitgehenden Maße abgetötet werden, wie dies
bei einer Wohnungsdesinfektion mit Formalin
ίο der Fall ist, war bisher noch nicht bekannt
geworden. Zwar haben frühere Versuche ergeben, daß durch das Verweilen von Büchern
in einer Temperatur von etwa 70 ° während ungefähr 24 Stunden eine genügende Desinfektion
erreicht wird, doch schließen die viel zu lange Desinfektionszeit bei so hoher Temperatur und die damit verbundene Schä-■
digung des Papiers eine praktische Verwendbarkeit dieses Verfahrens aus.
Ebenso- scheiden auch die als Desinfektionsmittel hauptsächlich verwendeten Substanzen
wie der sonst sehr wertvolle Formaldehyd, sodann die schweflige Säure, der Schwefelkohlenstoff,
die ätherischen Öle, die Essigsäure, das Wasserstoffsuperoxyd usw. aus, teils wegen ihres mehr oder minder penetranten,
den Büchern anhaftenden Geruches, teils wegen ihrer zerstörenden Einwirkung auf die Bücher
selbst.
Es wurde nun gefunden, daß ein Gemisch von Methyl- oder Äthylalkohol und Wasserdämpfen
bei einer Temperatur von rund 55 bis 65 ° und bei einer Einwirkungsdauer von nur I1Z2 Stunden imstande ist, allen Anforderungen
zu entsprechen, welche sowohl an eine vollständige Desinfektion unter Vermeidung
schädigender Wirkungen und Hinterlassung eines unangenehmen Geruches als auch an eine leichte praktische Durchführbarkeit
bei einem Aufwand von Kosten gestellt werden können, die es ermöglichen, das Verfahren
auch zu einem technischen und rationellen· zu gestalten. Die desinfizierende Kraft
eines Gemisches von Alkohol und Wasserdämpfen an sich ist ja bekannt, wie unter anderem aus den Untersuchungen von Brunn,
Frank und Sei ge hervorgeht, doch war es in Anbetracht der großen Anforderungen,
welche die Desinfektion gerade von Büchern an das Desinfektionsmittel stellt, durchaus
nicht vorauszusehen, daß dieses Gemisch einerseits die genügende Kraft besitzen, andererseits
alle sonstigen erforderlichen Bedingungen erfüllen würde. Ferner erwies es sich außer
einer Temperaturerhöhung auf 55 bis 60 ° als erforderlich, den Desinfektionsraum vor
dem Einbringen des Desinfektionsgemisches sehr stark, d. h. bis auf einen Druck von
etwa 60 mm zu evakuieren, weil .erst durch die Beseitigung der Luft das Eindringen der
sie ersetzenden desinfizierenden Dämpfe in die Bücher ermöglicht und außerdem die
Adhäsion der einzelnen Blätter fast aufgehoben wird.
Ferner zeigte es sich, daß. zu einer vollen desinfektorischen Wirkung ein möglichst
rascher Eintritt großer Mengen des Dampfgemisches erforderlich ist, weshalb die Dämpfe
in einem separaten Gefäß mit Rückflußkühler durch Erhitzen einer Alkoholwassermischung
entwickelt werden, die zweckmäßig auf ungefähr 100 Volumteile 96 prozentigen Alkohol
(2. Auflage, ausgegeben am 20. Uär\ igog.J
8o Volumteile Wasser in einer der Größe des Apparates und der Anzahl der Bücher entsprechenden
Menge enthält.
Nach erfolgter Desinfektion und reichlicher Lüftung empfiehlt es sich, die Bücher
noch kurze Zeit zu pressen.
Die Desinfektion ist, wie eingehende bakteriologische Untersuchungen ergeben haben,
vollkommen. Typhus-, Diphtherie-, Cholera-, ίο Tuberkulose-Bazillen, Eiterkokken u. a. werden
mit Sicherheit abgetötet.
Der Äthylalkohol kann völlig durch Methylalkohol, zum Teil auch durch Thymol oder
Menthol ersetzt werden; auch ist es möglich, den verwendeten Alkohol durch Kondensation
der aus dem Desinfektionsapparat abgesogenen Dämpfe zum Teil wiederzugewinnen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Desinfizieren von Büchern, Schriften und ähnlichen Gegenständen, dadurch gekennzeichnet, daß diese in einem evakuierten, auf ungefähr 50 his 65 ° erwärmten Desinfektionsraum der Einwirkung eines Gemisches von Methyloder Äthylalkohol mit Wasser unter eventuellem Zusatz von Thymol, Menthol oder ähnlichen Substanzen ausgesetzt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE189109C true DE189109C (de) |
Family
ID=452685
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT189109D Active DE189109C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE189109C (de) |
-
0
- DE DENDAT189109D patent/DE189109C/de active Active
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