DE174256C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
Gelöscht am 27.-8,. 1917
PATENTAMT.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zum Blasen von Glashohlkörpcrn
aus einer mit den Rändern an einem Träger hängenden plastischen Glasmasse, die entweder
eine an den Umfassungsrändern durch einen Rahmen gehaltene Glaslage sein kann, oder ein
in beliebiger Weise, etwa durch Pressen von Glasmasse in einer Preßform, vorgeformter
Glassack, der durch ein Halsstück oder auf
ίο sonstige bekannte Weise gefaßt wird.
Bisher hat man solche Verfahren in der Regel in der Weise ausgeführt, daß die ursprünglich
beim Aufnehmen der plastischen Glaslage durch den Rahmen oder beim Vorformen des Glassackes vorhandene Wärme
nach Möglichkeit benutzt wurde. Man traf seine' Anordnungen von dem Gesichtspunkte
aus, daß sobald als möglich nach Vornahme der erwähnten Handgriffe die Ausbreitung (das
Aufblasen) der Glasmasse begonnen wurde und eine Wiederanwärmung erst stattfand,
wenn die zunehmende Erkaltung es nötig machte.
Hierbei hat sich ein nach allen Richtungen hin in zuverlässiger Weise befriedigendes Arbeiten
nicht ermöglichen lassen. Es wurde beobachtet, daß sehr häufig die Wandstärke des
zu erzielenden Hohlkörpers in seinem oberen Teil viel zu groß blieb, und daß es durch
weiteres Anwärmen nicht gelang, den Fehler wieder zu beseitigen.
Sorgfältige Untersuchungen ergaben nun als den Grund dieses Übelstandes die Tatsache,'
daß im Beginn der Arbeit mit Naturnotwendigkeit eine ungleichmäßige Erwärmung der Glasmasse
eintritt. Die nach dem Umfange des Glassackes oder der Glaslage hin liegenden Teile werden eben erheblich. schneller abgekühlt,
als die mehr inmitten gelegenen, zumal der am Umfang im allgemeinen aus Metall (Eisen) bestehende Träger (Rahmen, Halsteil
usw.) angreift, welcher der Masse eine große Wärmemenge entzieht. Wird nun in diesem Zustande aufgeblasen, so breiten sich
die inmitten weicheren Teile der Glasmasse viel schneller aus, als die schon zäheren äußeren
Schichten folgen können, und es ergibt sich die beobachtete ungünstige Verstärkung der
Wandung des Hohlkörpers nach seinem oberen Ende hin.
Diese Verstärkung des oberen Teiles des Glaskörpers ist aber später nie wieder zu beseitigen,
denn wenn man z. B., · wie bekannt, unmittelbar nach dem Pressen die Glasmasse samt dem sie am Rande haltenden Träger in
eine Wärmetrommel einsenken und gerade an dem dem Tragrahmen unmittelbar benachbarten
Teile weit genug erweichen wollte, so würde sie unvermeidlich in ihren unteren Teilen so weich werden, daß sie einfach davonliefe.
Ein befriedigendes Ergebnis kann daher offenbar nur dann erzielt werden, wenn man
dafür sorgt, daß von vornherein, gleich bei Beginn der Ausweitung, der oberste Teil des
Glaskörpers keine zu große Wandstärke erhält. ■ ·
Gemäß der vorliegenden Erfindung soll das nun dadurch erzielt werden, daß im Gegensatz
zu den bisher üblichen Verfahren bei dem im Beginn des Verfahrens, nach dem Aufnehmen
der Masse durch den Träger, vorhandenen Wärmezustand der Glasmasse noch nicht mit
der Ausbreitung begonnen wird. Im Gegenteil, läßt man die Glasmasse, in ihrem mittleren
Teile durch die zur Vorformung benutzten Formen wohl unterstützt, sich zunächst sehr
stark abkühlen, mindestens so weit, daß sie
ίο nach Entfernung der Unterlage oder Form
auch bezüglich ihrer inneren Teile unter der Wirkung ihres Eigengewichtes sich nicht mehr
erheblich senken kann, wärmt sie dann einschließlich des die Ständer fassenden Rahmens
von neuem an, um die Temperatur der gesamten Masse durchweg gleichmäßig zu machen, und beginnt alsdann erst mit der Aufweitung
durch Sinkenlassen der Glasmasse unter ihrem Eigengewicht bezw. durch Einführung
von Druckluft. Die Anwärmung erfolgt dabei in einer senkrecht unter dem versenkbaren
Träger angeordneten Wärmetrommel, wie sie schon früher von dem Erfinder angegeben war, und zwar ·— und das
ist von der größten Wichtigkeit — in der Weise, daß auch der Tragrahmen mit in die
Trommel eingesenkt und angewärmt wird. Dadurch wird es nämlich ermöglicht, auch die
in unmittelbarer Berührung mit dem Träger befindlichen obersten Teile des Glaskörpers so
weit zu erwärmen, daß beim Sinkenlassen der Glasmasse von vornherein die Bildung einer
zu großen Wandstärke an diesem oberen Teile verhindert wird. Hierdurch unterscheidet sich
das neue Verfahren, wie übrigens bemerkt werden mag, auch von jenem bereits vorgeschlagenen
Prcßblasverfahren, bei welchem das Külbel nach Herausnahme aus der Preßform
zunächst in einer Feuertrommel wieder erwärmt und dann erst aufgeblasen wird. Denn
bei jenem Verfahren handelt es sich lediglich um Entfernung der bei Berührung zwischen
Glasmasse und Preßform entstehenden kalten Glashaut, zur Erzielung einer schönen Oberfläche.
Das Külbel wird also immerhin so schnell als möglich, ohne in seinem Innern erheblich
abgekühlt zu sein, in die Wärmetrommel und dann in die Blasform gebracht, und der Träger wird nicht mit erwärmt, da
die oben dargelegten Gesichtspunkte ·— Bildung einer zu großen Wandstärke im oberen
Teil ·— nicht in Betracht kommen.
Die Abkühlung des Glaskörpers durch vorläufige Bclassung in der Vorform vorzunehmen,1
anstatt in freier Luft, wie es sonst in der Glasbläserei üblich, ist aus dem Grunde
vorteilhaft, weil der Abkühlungsvorgang in voller Ruhe stattfindet vermöge der wärmeentziehenden
Eigenschaft des Stoffes (Eisen), aus welchem die Form besteht, während bei Abkühlung in freier Luft eine fortwährende
schwingende oder drehende Bewegung notwendig ist. Die Vermeidung solcher Bewegungen
ist aber von größerer Bedeutung, sobald es sich um Maschinenbläserei handelt, da
die verwendeten Maschinen natürlich wesentlich einfacher ausfallen, wenn solche Bewegungen
nicht notwendig sind.
Die maschinelle Ausführung des Verfahrens erfolgt durch eine Vorrichtung, welche derart
eingerichtet ist, daß der Träger gehoben und gesenkt werden kann, um die in einer geeigneten
Form herzugebrachte Glasmasse aufzunehmen, sie nach Entfernung der Form vollständig
in die Wärmetrommel zu bringen und nach gleichmäßiger Durchwärmung wieder
emporzuheben. Hierauf geht dann die Ausstreckung in der Weise vor sich, daß man die
Glasmasse, gegebenenfalls unter Einführung von Druckluft, Dampf usw., sich um einen
gewissen Betrag senken läßt, wieder anwärmt, wiederum ausstreckt usw., wobei jedesmal der
sich bildende Hohlkörper in der Weise erwärmt wird, daß. diejenigen Zonen, in denen
bereits die gewünschte Gestalt und Wandstärke vorhanden ist, nicht mehr weich genug werden,
um ihre Form noch zu verändern. Hierbei muß die Wärmetrommel groß genug sein, um
die völlige Einsenkung des Körpers auch dann noch zu gestatten, wenn dieser sich seiner endgültigen
Größe nähert. Eine mit regelbaren Heizquellen in verschiedenen Höhen versehene Wärmetrommel, welche zum Aufnehmen eines
an den Rändern gehaltenen Glaskörpers, einschließlich des Trägers, zwecks Anwärmens an
beliebigen Stellen während der Ausweitung bis zur endgültigen Größe bestimmt und geeignet
ist, ist bekannt. Wie aber schon auseinandergesetzt, ergibt die Verwendung der Wärmetrommel
erst in A^erbindung mit dem anfängliehen
Abkühlen des Glaskörpers die hier beabsichtigten Erfolge.
In den beiliegenden Zeichnungen ist eine Maschine dargestellt, welche zur Ausführung
des Verfahrens in derjenigen Form bestimmt ist, nach welcher die Glasmasse als plastischer
Glaskuchen von einem die Umfassunglinien des herzustellenden Körpers bestimmenden
Rahmen erfaßt und von seiner Unterlage abgehoben wird, worauf dann die Herstellung
beginnt. Die Maschine umfaßt ein geeignetes Gestell, in welchem der Rahmen so aufgehängt
ist, daß er nach Belieben gehoben und gesenkt oder um eine senkrechte Achse gedreht werden
kann. Unter dem Rahmen ist die Wärmetrommel vorgesehen, die nach Belieben abgedeckt
werden kann. In diese Wärmetrommel wird der sich bildende Glaskörper nach Eröffnung
des Deckels der Trommel eingesenkt, um eine entsprechende Anwärmung zu er-'fahren,
worauf man den Rahmen wieder hebt und die Wärmetrommel abdeckt, um in freier
Luft und ohne Wärmeeinwirkung die Ausstreckung des Glases zu bewirken. Die Maschine
muß zweckmäßig außerdem noch mit Vorrichtungen versehen sein, um die untere
Eröffnung des Glashohlkörpers zu bewirken, damit der Hohlkörper in Zylinderform gebracht,
d. h. zur Tafelglaswalze gestaltet werden kann. Insoweit ist die Maschine bekannt
oder jedenfalls nicht Gegenstand der Erfindung. Um aber die den Glaskuchen oder sonstigen Zwischenkörper während der ersten
Abkühlung stützende Unterlage oder Form leicht in Stellung unter den Träger bringen
zu können, ist der Maschine ein Wagen zugeordnet, auf dem eine den plastischen Glaskuchen
enthaltende Unterform unter den Rahmen geführt werden kann, der auf den Glaskuchen herabgesenkt und dann samt dem
Glaskuchen emporgehoben wird, worauf man den Wagen mit der Unterform.wieder zurückzieht.
In den Zeichnungen zeigt- Fig. 1 die Maschine
in Vorderansicht. Der den Glaskuchen erfassende Rahmen nebst der Unterform ist im
Schnitt dargestellt, und zwar so, daß der Rahmen auf die Unterform aufgesetzt erscheint.
Fig. 2 zeigt alsdann die Maschine in Seitenansicht, und zwar mit emporgehobenem
Rahmen, nachdem dieser den Glaskuchen aufgenommen hat, so daß nun der Wagen mit
der Unterform weggezogen werden kann. Die Fig. 3 und 4 stellen verschiedene Formen
des Rahmens dar, während die Fig. 5 bis 7 verschiedene Anordnungen für die untere Eröffnung
des Glaskörpers zeigen. Die Fig. 8 und 9 veranschaulichen ein Verfahren zur Eröffnung
des unteren Glaskörperendes, das in weiterer Ausbildung des geschützten Verfahrens
zugleich eine gleichmäßige Verteilung des Glases ermöglicht.
Der Tragrahmen 1 besteht aus einem Ring, der in beliebiger bekannter Weise gestaltet sein
kann und an einer Welle 2 aufgehängt ist, die in dem Gleitgestell 3 drehbar gelagert ist.
Die Drehung wird durch ein Schneckengetriebe 4 bewirkt, an welches ein Elektromotor 5
angreift. Das Gestell 3 gleitet in Führungen des Maschinenrahmens 6 und ist an einem
Seil 7 aufgehängt, welches über eine Winde 8 läuft und mit Gegengewichten 9 versehen ist.
Die Winde 8 kann durch einen Elektromotor 10 in Umdrehung versetzt werden, und dadurch
wird dann der Gleitrahmen 3 samt dem Träger 1 und dem Motor 5 gehoben oder gesenkt.
Die Unterform 11, in welche das flüssige
'Glas eingegossen wird, ist auf einem Wagen 12 aufgestellt, der auf einem Gleis 13 verschoben
werden kann. Die Glasmasse wird in die Unterform gegossen, alsdann wird sie auf dem
Wagen 12 in das Maschinengestell hineingefahren, so daß sie sich genau in der senkrechten
Achse befindet, in welcher sich der Rahmen 1
beyn Heben und Senken bewegt, und alsdann dieser Rahmen 1, nachdem er zuvor, am einfachsten
durch Einsenken in die Wärmetrommel, entsprechend erhitzt worden, auf die Unterform aufgesetzt (Fig. 1). Hierbei greift
der Rahmen 1 in die flüssige Glasmasse ein, diese haftet, wie bekannt, mit ihrem Rande an
dem Rahmen fest und bleibt an letzterem hängen, wenn man ihn wieder in die Höhe
hebt.
Bei den bisher angegebenen ähnlichen Verfahren erfolgte nun das Wiederemporheben des
Rahmens mit der Glasmasse unmittelbar nach dem Herabsenken, sobald nur die Glasmasse
von dem Rahmen erfaßt war. In diesem Augenblick sind die inneren Teile des Glaskuchens
noch so weich, daß beim Emporheben des Rahmens diese inneren Teile herabsinken und die Glasmasse eine halbkugelähnliche Form
erhält. Es geschah, wie dies bereits erwähnt, in der zunächst ganz richtigen Erwägung, die
einmal aufgewendete Wärme nach Möglichkeit auszunutzen und mit der Ausbreitung der
Glasmasse zu beginnen, solange sie noch plastisch ist.
Nach dem neuen Verfahren wird nun von dieser Übung abgewichen. Der Rahmen 1
' verbleibt einige Zeit hindurch in der in Fig. 1 dargestellten Lage, fest auf die Unterform aufgesetzt,
und zwar mindestens so lange, bis die Glasmasse 14 so weit abgekühlt ist, daß
sie beim Emporheben des Trägers in ihren mittleren Teilen sich nicht mehr erheblich unter
ihrem Eigengewicht senkt, sondern als annähernd ebene Platte im Rahmen hängt, wie
in Fig. 2, 3 und 4 dargestellt ist.
Die Abkühlung der Glasmasse bis zu diesem Zustande der Erstarrung erfolgt von selbst
durch die Wärmeentziehung seitens der zweckmäßig aus Eisen bestehenden Unterform, wobei
das Külbel oder die Glaslage in völlig unveränderter Lage bleibt und nicht ge- i°5
schwenkt oder gedreht zu werden braucht. Die Zeitdauer der Abkühlung kann jedoch dadurch
verkürzt werden, daß man die Unterform mit einem Kühlungskanal 15 versieht,
durch den eine Kühlflüssigkeit oder Kühlluft no geleitet wird. Ebenso kann auch der Rahmen
ι mit einem Kühlkanal 16 (Fig. 4) versehen
werden. Als zweckmäßig hat sich der in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellte Rahmen
in Gestalt eines Ringes erwiesen, in dessen i*5
Unterseite eine Nut 17 eingearbeitet ist. Wenn diese Nut 17 tief genug gemacht wird, so daß
sie beim Aufsetzen des Rahmens auf die Unterform nicht völlig von der Glasmasse erfüllt
wird, so kann auch durch den über der Glasmasse verbleibenden Ringraum der Nut eine
Kühlflüssigkeit geleitet werden.
Nachdem die Abkühlung der Glasmasse also bis zu dem beschriebenen Grade erfolgt ist,
wird der Rahmen ι durch Inbetriebsetzung des Motors ίο angehoben (s Fig. 2) und der
Wagen 12 mit der Unter form 11 weggezogen.
Alsdann wird der Rahmen mit der an ihm hängenden Glasplatte 14 in die Wärmetrommel
18 eingesenkt. Diese befindet sich unter dem Maschinengestell 6, und zwar genau in der
Achse, auf welcher sich der Rahmen auf- und abbewegt. Sie ist durch Deckel 19 abgedeckt,
die sich auf Rollen 20 verschieben lassen und durch ein Hebelsystem 21, 22, 23, 24, 25 nach
beiden Seiten hin von der Öffnung der Trommel 18 weggezogen werden, wenn der an ein
Schneckengetriebe 26 angreifende Elektromotor 27 in Betrieb gesetzt wird.
Das Verfahren wird also, nachdem die Unterform weggefahren worden ist, in der
Wreise zur Ausführung gebracht, daß man durch Einschaltung des Motors 27 die Deckel
19 von der Öffnung der AVärmetrommel entfernt
und den Träger 1 mit dem Glaskuchen 14 in die Trommel einsenkt. Hier wird der
Glaskuchen gleichmäßig durchwärmt, alsdann wird der Träger wieder emporgehoben und
durch entgegengesetzte Einschaltung des Motors 27 die Wärmetrommel geschlossen. Nun
erfolgt unter dem Eigengewicht des Glases die Ausbreitung der Masse zu einem glockenförmigen
Körper, dessen Rand an dem Rahmen hängt. Die Ausbreitung wird gegebenenfalls befördert durch das Einblasen von Druckluft
oder einem anderen elastischen Druckmittel in die Bohrung 28 der Welle 2.
- Infolge der gleichmäßigen Durchwärmung
des gesamten Glaskuchens sowie des Tragrahmens erfolgt hierbei die Ausbreitung in
solcher Weise, daß von vornherein der oberste Rand des Glaskörpers dünn ausfließt und bald
die Form eines Zylinders von dem Durchmesser des Rahmens annimmt. Alsdann wird der
Träger mit der Glasmasse wieder in die Wärmetrommel eingesenkt und von neuem angewärmt,
worauf der Glaskörper wieder emporgehoben und von neuem der Ausbreitung unterworfen wird. Es ist dabei zweckmäßig,
die Wärmetrommel mit Einrichtungen zu versehen, welche eine Regelung der Wärme in
den einzelnen wagerechten Zonen gestattet. ■Das kann, wie es zu ähnlichem Zweck bereits
vorgeschlagen ist, einfach in der Weise geschehen, daß mehrere Einlaßkanäle für das
Heizgas 29, 30, 31, 32 geschaffen werden, welche durch Hähne ο. dgl. einzeln beherrscht
werden können, so daß es möglich ist, die bei 33 zur Esse ziehenden Heizgase vorzugsweise
auf diejenigen Teile des Glaskörpers einwirken zu lassen, welche noch nicht wunschgemäß geformt
sind. Die ausbreitende Wirkung des Gewichtes und der eingeschalteten Druckluft wird daher bei dem nächstfolgenden Emporziehen
des Trägers mehr auf diese Zonen des Blaskörpers wirken als auf die weniger erwärmten.
.. ■ ■ ■
Die Fertigstellung eines so gebildeten Glaskörpers zu einer Tafelglaswalze erfolgt bekanntlich
in der Weise, daß in die untere Kuppe eine Öffnung eingebracht und der Glaskörper
dann in Drehung um seine senkrechte Längsachse gesetzt wird, so daß die noch plastischen Wandungen der unteren Kuppe in
die Zylinderwandung ausgestreckt werden. Zu diesem Zwecke' vorzugsweise ist es erforderlich,
den Rahmen so anzuordnen, daß er um seine Längsachse gedreht werden kann (Elektromotor
5). Wird etwa auf die Ausbreitung der Wandung der unteren Kuppe in der Zylinderwandung
verzichtet, so ist die Drehbarkeit des Trägers um die Längsachse des Glaskörpers
nicht unbedingt erforderlich, so daß die Maschine noch eine weitere Vereinfachung
erfährt.
Die Lochung der unteren Kuppe des Glaskörpers . kann nun zweckmäßig dadurch erfolgen,
daß man an diese Kuppe eine Metallplatte anschmelzen läßt und die Platte alsdann
absprengt. Nach den Fig. 1, 2, 5 und 6 ist zu diesem Zweck an einem der Deckel 19
eine kreisförmige Platte 34, exzentrisch um den Bolzen 35 drehbar, angebracht, doch bildet
diese Anordnung zur unteren Eröffnung der Glaswalze nicht den Gegenstand der Erfindung,
ist vielmehr nur der Vollständigkeit halber mit dargestellt. Es sei zum besseren
Verständnis bemerkt, daß die Platte 34 sich zunächst in derjenigen Lage befindet, welche
in Fig. 5 punktiert dargestellt ist. Damit sie das Zurückziehen des Deckels 19 nicht hindert,
ist die Wandung der Trommel 18 bis 36 ausgearbeitet, und dieser Raum ist, damit nicht
zu viel Wärme entweicht, durch einen Winkel 37 an dem Deckel 19 nach außen hin abgedeckt.
Der Deckel 19 kann also ungehindert mit der Platte 34 verschoben werden, und die *°5
Ausbreitung des Glaskörpers geht wie vorher beschrieben vor sich. Ist der Glaskörper so
weit fertiggestellt, daß die Eröffnung erfolgen soll, so wird mit einem Schlüssel oder auf
andere geeignete Weise die Platte 34 in die in Fig. 5 mit vollen Linien und in Fig. 6 gezeichnete
Lage gebracht. Die Platte ist dabei durch die Wärme der Trommel erhitzt, und wenn man nun den Glaskörper auf die Platte
aufsetzt, so wird ihr unterer Teil an die Platte anschmelzen. Sobald das geschehen ist, kühlt
man die Platte 34 durch Aufspritzen eines Wasserstrahles oder durch einen kalten Luft-'
strom plötzlich ab, oder erschüttert sie durch einen Hammerschlag und sprengt dadurch
die untere abgeplattete Glasschicht ab, so daß der Glaskörper gelocht ist und nun auf
bekannte Weise in die Zylinderform gebracht werden kann.
Die Anordnung kann auch in der Weise geschehen, daß auf Platte 34, und zwar auf einem
Dom 38, eine Platte 39 lose angebracht wird, an welche alsdann die Kuppe der Glaswalze
anschmilzt (Fig. 7), doch bildet auch diese Anordnung nicht den Gegenstand dieser Erfindung,
sei vielmehr nur nebenbei erwähnt.
Das neue Verfahren gestattet nun aber, die untere Eröffnung der Glaswalze noch auf
andere, zweckmäßigere Weise vorzunehmen, als oben erwähnt, und zwar so, daß das Ge-
■ wicht der Platte die Ausbreitung des Glaskörpers
unterstützt. Soll dieser Vorteil wahrgenommen werden, so muß natürlich, was an sich nicht den Gegenstand des Patentes bildet,
die Anschmelzung bei einer früheren Stufe der Bildung des Glaskörpers erfolgen, und
dazu bietet gerade das neue Verfahren die beste Möglichkeit. Es wird nämlich, wie in
Fig. 8 dargestellt, eine Platte von vornherein auf dem Boden der Form angebracht. Die·
Unterförm 11 erhält an ihrem Boden eine Vertiefung, in welche lose die Metallplatte 39 eingelegt
wird. Diese schmilzt von vornherein an den Glaskuchen an und wirkt durch ihr Gewicht ausbreitend und streckend, bis sie nach
Fertigstellung des Glaskörpers in der Weise zum Absprengen des unteren Teiles benutzt
wird, daß gegen sie ein Hammerschlag geführt oder sie plötzlich, durch einen Wasserstrahl
etwa, abgekühlt wird.
In Fig. 9 ist eine Ausführungsform des Verfahrens dargestellt, bei der die Unterform
eine langgestreckte, rechteckige Gestalt hat, ebenso der Rahmen 1 und die in die Form
. eingelegte Platte 39. Durch eine solche Anordnung könnte die Herstellung von Glaskörpern
in Taschenform erleichtert werden.
Bei vorstehenden Ausführungen ist in Aussicht genommen, daß als Ausgang der Herstellung
des Hohlkörpers ein Glaskuchen dient, der in bekannter Weise an einem Rahmen aufgehängt ist. Die Aufgabe der Unterform
ist es dabei, während des Festschmelzens des Glaskuchens an dem Rahmen den mittleren
Teil des Kuchens so lange zu unterstützen, bis genügende Erkaltung eingetreten ist.
Das neue Verfahren ist jedoch, wie bereits eingangs erwähnt, auch für die Ausbreitung
von solchen Glaskörpern verwendbar, die auf irgend eine bekannte Weise, z. B. durch
Pressen von Glasmasse in einer Preßform, vorgeformt sind. In diesem Fall wird dann so'
verfahren, daß anstatt der beschriebenen Unterform die Preßform in das Maschinengestell
eingefahren .wird, der herabgesenkte Träger den Glaskörper durch ein Halsstück
beliebiger Art ergreift, und alsdann die Preßform so lange in ihrer Lage verbleibt und dabei
den mittleren Teil des Glaskörpers unterstützt, daß nach dem darauffolgenden Entfernen
der Preßform die Glasmasse sich nicht mehr unter der Wirkung ihres Eigengewichtes
ausdehnt, sondern zunächst wieder eingewärmt werden muß, und zwar einschließlich des Tragrahmens
oder Halsstückes. Oder der Glaskörper wird nach dem Herausnehmen aus der Form, sobald er genügend darin abgekühlt ist,
in jedem Falle aber vor der durch Einführung in die Trommel erfolgenden Wiederanwärmung,
an den Träger angehängt, um alsdann nebst dem Tragrahmen in die Trommel eingesenkt
zu werden.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Glashohlkörpern aus einem gegossenen oder gepreßten,
schichtförmigen oder ein Külbel bildenden Zwischenkörper durch Erfassen
desselben an seinen Rändern mittels eines Tragrahmens und Ausdehnen unter Αη-wärmung
nach Bedarf in einer unter dem Träger befindlichen Anwärmetrommel, dadurch
gekennzeichnet, daß der Glaskörper zunächst so lange der kühlenden Einwirkung der Oberfläche der zu seiner Vorformung
benutzten Unterlage oder Form ausgesetzt wird, bis er in seiner ganzen Masse stark abgekühlt ist, und daß er alsdann
nebst dem seine Ränder haltenden Rahmen in die Wärmtrommel eingesenkt und in seiner ganzen Masse gleichmäßig
durchgewärmt wird, so daß er nach dem Wiederausheben durch bekannte ausdehnende
Kräfte in allen Teilen, auch in den dem Tragrahmen unmittelbar anliegenden,
gleichmäßig ausgedehnt werden kann.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 mit Benutzung einer
Wärmtrommel, in der die Wärme in den verschiedenen Höhenlagen geregelt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß der
Glashohlkörper . nach jedesmaliger Ausweitung bis zu einem bestimmten Grade
wiederum in die Trommel, und zwar vollständig und einschließlich des Tragrahmens
eingesetzt, jedoch nur an den Stellen genügend erweicht wird, die noch weiter ausgedehnt
werden sollen.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 mit
einem durch Maschinenkraft auf- und abbeweglichen Halterahmen für die Glas- Π5
masse und einer darunter befindlichen Anwärmetrommel, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage oder Form zur Unterstützung
der Unterfläche des Glashohlkörpers während des Erkaltens auf einem beweglich gelagerten Gestell angeordnet
ist, welches zunächst in eine Stellung zwi-
sehen Halterahmen und Anwärmegrube gebracht und nach dem Anheben des Glashohlkörpers
durch die Halterahmen zur Freigabe der Wärmetrommel entfernt werden kann.
4. Verfahren zur Herstellung einer unteren Öffnung in dem nach Anspruch i,
2 oder 3 gewonnenen Glashohlkörper durch Anschmelzen eines Metallkörpers an das untere Hohlkörperende und Abtrennen
dieses Endes samt dem Metallkörper zwecks Erzeugung einer Tafelglaswalze.,
dadurch gekennzeichnet, daß der Metallkörper, zweckmäßig eine Platte oder ein
Ring, in die Vorform oder eine passende Vertiefung derselben lose eingelegt .und ■
durch Auf- bezw. Eingießen der Glasmasse an diese während der anfänglichen Abkühlung
angeschmolzen wird, um während der Herstellung des Hohlkörpers die Ausdehnung durch das Gewicht des angeschmolzenen
Körpers zu unterstützen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
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Publications (1)
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE1904174256D Expired - Lifetime DE174256C (de) | 1904-08-16 | 1904-08-16 |
Country Status (1)
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