DE17410C - Verfahren, farbige Gegenstände durch Lichtdruck farbig wiederzugeben - Google Patents
Verfahren, farbige Gegenstände durch Lichtdruck farbig wiederzugebenInfo
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- G—PHYSICS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT,
!Meine Erfindung, farbige Gegenstände, sowohl Bilder, wie' plastische Körper, auf photographischem
,Wege durch Lichtdruck farbig wiederzugeben, und zwar durch vier- bis fünfmaligen
Druck einen .dem wiederzugebenden Original farbig getreuen Druck zu erzielen, besteht in
folgender Methode. '
Es wird von dem wiederzugebenden farbigen Original ein entsprechend grofses Negativ aufgenommen
und mit demselben durch Lichtdruck ' eine kleine Anzahl guter Abdrücke in . grauem
Ton gemacht. Von diesen nehme ich vier oder fünf Abdrücke, je nachdem der zu vervielfältigende
Gegenstand es verlangt, zur Anfertigung der Originale für die einzelnen Farben,
und zwar für die Farben:
i. gelb, 2. roth, 3. blau, 4. einen neutralen
Modulationston und 5. für einen je nach Bedürfnifs nothwendig "werdenden. Localton.
Diese fünf Farben, über einander gedruckt, müssen das originalgetreue farbige Bild wiedergeben.
Ich mache mir nun meine einzelnen Farbenoriginale durch Uebcnnalen der obengenannten
Lichtdrucke mit grau in grauer OcI-fiirbe.
Auf einem ersten Abdruck, welcher als Original für gelb durch Ucbermalen corrigirt werden
soll, male ich die Töne auf demselben, wie die gelbe Farbe in dem farbigen .Original mitwirkt,
so dafs man ein in grauen Tönen hergestelltes Original für die gelbe Farbe im Bilde erhält; in
gleicher Weise .erhalle ich durch entsprechende Uebcrnialung tind Correctur eines zweiten'Abdruckes
ein in grauen Tönen hergestelltes Original für die rothe Farbe; ebenso erhalte ich
das Original für die blaue Farbe. . .·
In gleicher Weise fertige ich durch entsprechende Uebermalung mit · helleren und
dunkleren Tönen, dem Ton der Abdrücke entsprechend, ein Original für die neutrale '(Modu- '
lations-) Farbe. ;:
Schliefsüch fertige ich im vorliegenden Falle '
zur Verstärkung der Fleischfarbe des Kopfes ein Original für den Localfleischton. '
Von diesen fünf grau in grau gemalten Originalen, die sich ganz gut für eine photographische Aufnahme eignen, werden in gleicher Einstellung
fünf gleich grofse Negative angefertigt und mit diesen Lichtdruckplatten hergestellt.
Die Lichtdruckplatte, welche durch das
Negativ von dem grau in grau gemalten Farbenoriginal für gelb gewonnen wurde, wird
mit gelber Farbe gedruckt. Ferner die Lichtdruckplatte, welche durch Negativ- von dem
grau in grau gemalten Farbenoriginal für roth .· gewonnen wurde, wird mit rother Farbe ge- '
druckt und ebenso die blaue Farbe. ;
Die Entwickclung durch die drei 'Farben gelb, roth und blau ist durch den weiteren r
Aufdruck der vierten (der Modulationsplatte) beinahe vollendet. Diese Modulationsplatte wird
durch die Copirung des Negativs von dem grau in grau gemalten Modulationsoriginal gewonnen
und mit neutraler Farbe gedruckt.
Vollendet wird das Bild durch die nun weiter ; folgende Localtonplatte, die im vorliegenden
Falle für den Fleischton nöthig wird. Dieselbe wird in gleicher Weise durch die Copirung mit ,
dem Negativ von dem grau in grau gemalten :; ' Fleisch tonoriginal gewonnen und mit Fleischfarbc
gedruckt. . . , \ '
In manchen Fällen, wo . ζ. B. roth sehr tief und kräftig im Original vorhanden ist, kann
zur· Erreichung dieser Farbe in gleicher Weise noch eine sechste rothe Platte angefertigt werden.
Um nun die Töne eines farbigen Bildes mit Sicherheit in die Procentsätze meiner angenommenen
fünf Grundfarben zerlegen zu können, so dafs die einzelnen grau in grau zu malenden
Farbenoriginale in ihrer Gesammtheit für die gewünschte Farbenwirkung richtige Resultate
erzielen müssen und in den Abstufungen vom schwarzen bis zum lichten Grau beim Malen
sicher bestimmt werden können, ohne dafs man hierzu eine besonders befähigte, langjährig
geübte, künstlerische Kraft nöthig hat, erdachte ich mir ein System, nämlich eine Färbenscala,
welche ein ganz besonders wesentlicher Factor meines farbigen Lichtdruckes ist.
Meine Färbenscala ist in folgender Weise hergestellt: Auf einer glatt gespannten Fläche
Papier oder Malerleinwand werden auf der Langseite 45 und auf der Breitseite 36 gleich
weit entfernte Punkte markirt und Parallelen gezogen, so dafs man 1620 Quadrate auf dieser
Fläche erhält. Diese Quadrate werden mit fünf Tönen grau in grau übermalt, die sich
gleichmäfsig vom tiefsten schwarzen bis zum lichten grauen Ton abstufen. Ich bezeichne hiervon
das tiefste Schwarz mit 5/5 pCt. und abstufend
Y5 pCt, y5 pCt, ,a/5 pCt. und VspCt,
welch letzteres also dem lichten grauen Ton entspricht. Von dieser- Scala in grau gemalten
Tönen wird' ein photographisches Negativ aufgenommen und eine Lichtdruckplatte copirt,
welche mit sechs verschiedenen Farben gedruckt wird, und zwar in gelb als erste Farbe. Nachdem
eine beliebige Anzahl Abdrücke hiervon gemacht sind, wird die Platte mit Terpentin
gereinigt und als -zweite Farbe die Platte mit rother Farbe eingewalzt '-und auf die mit gelb
bedruckten Scala-Abdrücke gedruckt, wobei mit der Auflegevorrichtung die Abdrücke so dem
gelben Druck angepafst werden, dafs dieselben ein Quadratfeld weiter nach vorn zu von der
.Linie. ff zu liegen kommen. Die gleiche Vor-'
wärtsVerschiebung der 'Abdrücke um je ein
.Quadratfeld erfolgt bei jeder weiter zum Druck gelangenden Farbe, so dafs bei dem Druck
von sechs Farben eine Verschiebung von sechs Feldern in der bezeichneten Richtung statt-.
findet.
Als dritte Farbe folgt blau, als vierte Farbe ein neutraler (Modulations-) Ton, als fünfte der
Localfleischtön und schliefslich als sechste Farbe ein zweites roth.
Durch diese sechsmalige Verschiebung von je einem Feld bei jeder Farbe entstehen 1620
farbige Felder, die mit sehr wenigen Ausnahmen alle von einander vcrschieclcn oder verschieden
erzeugt sind, wie dies die sichere und richtige
•Ausrechnung in .Zahlen beweist.
Diese reichhaltige Auswahl von Farben und Tönen, welche nun auf der Färbenscala numerirt
und deren Combinirung aus den einzelnen , Farben in Procentsätzen eingeschrieben ist,
machen es dem Künstler leicht, durch Vergleichung mit dem zu reproducirenden Original
zu finden, mit wie vielen Farbenplatten, ob mit drei, vier, fünf oder sechs, die Farbentöne des ,
Originals erreicht werden können; ferner mit welchen Procentsätzen von jeder Farbe die Töne
des Originals erzielt werden können, wenn nur beim Anfertigen der einzelnen, hierfür bestimm-^
ten Farbenplatten und beim Drucken derselben * die gleiche Reihenfolge eingehalten wird.
Praktisch ist es, sich behufs bequemerer Aufsuchung der farbigen Töne eine Scala mit den
Nummern zu schneiden und nach verwendeten Tönen zu ordnen. (
Habe ich nun irgend einen Gegenstand, z. B. ein Gemälde, zu fertigen, so suche i'ch durch
Vergleichung die Hauptfarben und Töne desselben auf der Scala auf und schreibe (die Nummern
derselben auf einem Originallichtdruck von dem zu vervielfältigenden Bilde! an den
zugehörigen Stellen ein. Ich habe sodann nur auf fünf event, sechs Abdrücken, die zur Anfertigung
der einzelnen Farbenoriginale (a bis c
bezw. /) dienen, an den gleichen Stellen der Abdrücke die Procentsätze der Farben abc
u. s. w., welche auf den numerirten Feldern verzeichnet stehen, einzuschreiben, was die Anfertigung
der Farbenoriginale leicht und sicher macht.
MA α b c d e und / sind die Farben gelb (a),
roth (l>), blau (c), neutrale (Modulations-) Farbe (d),
Fleischtonfarbe (e), ein zweites roth (f) be--~-
zeichnet. ' .'
Mein Verfahren für farbigen Lichtdruck eignet sich auch ganz besonders zur Herstellung buntfarbiger
Bilder auf Porcellan, Email und Glas.
Die Abdrücke werden zu diesem Zweck auf Abziehpapier (Metachromatypiepapier) mit metallischen
Farben gedruckt, auf Porzellan, Email u. s. w. abgezogen und sodann eingebrannt.
Zur richtigen Anweisung der Verwendung metallischer Farben bei Wiedergabe von Gemälden
dient mir hier als bestes HUlfsmittel meine Scala, die für diese Zwecke ebenfalls in
ganz gleicher Weise wie beim farbigen Lichtdruck nur mit metallischen statt mit Firnifsfarben
auf Metachromatypiepapier gedruckt, auf Porcellan, Email u. dergl. abgezogen und sodann
eingebrannt werden.
Man kann dadurch ganz genau die Veränderung der metallischen Farben durch das Brennen
verfolgen, so dafs es leicht ist, diese Veränderungen für die Anwendung der metallischen
Farben in ungebranntem Zustand zu berücksichtigen. ·
Nur durch dieses neue Hülfsmittel meiner Färbenscala ist es möglich, die Berechnungen
für metallische Farben, für das Drucken und . Einschmelzen derselben und ihrer wesentlichen
Veränderungen durch das Brennen in Betracht zu ziehen.
Die Photographic verwandelt die in grauen Tönen hergestellte Oelmalerei in technische
Porcellanmalerei, und die Farbenscala übersetzt und erklärt uns die Veränderungen durch das
Feuer* '■'-·' ' ·■■' : '■■■.:
Claims (1)
- Patent-Ansprüche': ' ).Die Herstellung farbiger Lichtdrucke nach jedwedem farbigen Original ; durch Anwendung von grau in grau gemalten Originalen, welche den einzelnen Farben 'entsprechen, die zur Gesammtwirkung des Originals nöthig sind. ' ■ . ■ ■ '■'■;.'■■■ ■Die Anwendung einer Farbenscala bei Herstellung farbiger Lichtdruckbilder: :', Y ·
Applications Claiming Priority (1)
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