DE1668089C3 - Verfahren zur Herstellung von chlorierten Isocyaniddichloriden und chlorierte Isocyaniddichloride als solche - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von chlorierten Isocyaniddichloriden und chlorierte Isocyaniddichloride als solcheInfo
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Description
Als geeignete olefinische Verbindungen, die an einem C-Atom der Doppelbindung Halogen gebunden haben,
seien beispielsweise genannt: Vinylchlorid, Vinylfluorid, Vinylbromid, 1-Chlorpropen-l,aChlorstyroi, 1-Chlorcyclohexen-1.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird im Temperaturbereich von etwa -30° bis +300C, vorzugsweise
zwischen etwa -10° und etwa +2O0Q ganz besonders
bevorzugt zwischen -5° und + 100Q gegebenenfalls in
Anwesenheit von inerten organischen Lösungsmitteln wie Methylenchlorid, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff und Chlorbenzol durchgeführt
Chlor, olefinische Verbindungen und Chlorcyan werden im allgemeinen in stöchiometrischen Mengen
eingesetzt
Ganz besonders bevorzugt wird Chlorcyan im Überschuß als Lösungsmittel eingesetzt
Als Katalysatoren kommen solche Verbindungen infrage, wie sie in Friedel-Crafts and Related Reactions,
Volume I, 1963, S. 201 beschrieben sind. Beispielhaft seien genannt:
AlQ3, AlBr3, BeCl2, CdCl2, ZnCl2, BF3, BCl3, BBr3,
GaCl3, GaBr3, TiCl4, TiBr4, ZrCl4, SnCl4, SnBr4,
SbCl5, SbCl3, BiCl3, FeCl3, UCl4
vorzugsweise wird AICl3, BF3, FeCl3, ZnCl2 eingesetzt
Im allgemeinen werden die Katalysatoren in 0,05 bis 10
Gewichtsprozent (vorzugsweise 0,1 bis 0,5 Gewichtsprozent) bezogen auf Chlorcyan eingesetzt
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Reaktionsgemisch kann durch fraktionierte Destillation getrennt und so das gewünschte Reaktionsprodukt
isoliert werden.
Die erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen sind neu. Insbesondere seien Verbindungen der
allgemeinen Formel
R3' X'
Cl-C-C-NCCl2
R2' R"
45
in der
X Fluor, Chlor oder Brom und
R1', Rr, R3' Wasserstoff oder einen gegebenenfalls durch
Chlor substituierten Ci bis Ce Alkylrest
bedeuten, genannt
Die Erfindung betrifft daher auch diese letztgenannten neuen Isocyaniddichloride.
Sie stellen wertvolle Zwischenprodukte zur Herstellung von Kunststoffhilfsprodukten dar und können auch
direkt als Pflanzenschutzmittel verwendet werden.
In 300 ml Chlorcyan (= 6 Mol), das 10 g Aluminiumchlorid enthält, werden innerhalb von 4 Stunden
unter Rühren und Kühlen 360 g Chlor (5,2 Mol) und 330 g (5.2 MoI) Vinylchlorid eingeleitet Die Temperatur
wird während der Umsetzung auf -5° bis -»-5°
gehalten. Dann wird überschüssiges Chlorcyan unter Normaldruck abdestilliert Im Wasserstrahlpumpenvakuum werden die Reaktionsprodukte aus dem Reaktionsgefäß abdestilliert und anschließend fraktioniert
Man erhält 540 g (= 55% der Theorie) 1,2-Dichloräthylisocyaniddichlorid vom Kp. 71—72°/13 Torr.
Analyse C3H3Cl4N (19439):
Ben: C 18,5, H 1,6, α 72& N 7,2;
gef.: C 18,7, H 1,4, Cl 73,2, N 7,0.
In 500 ml Chlorcyan werden bei -5° C 20 g wasserfreies Eisen(III)-chlorid gelöst und unter Rühren
und Kühlen bei -5°C bis 00C innerhalb von 5 Stunden 420 g Chlor und 450 g Vinylchlorid eingeleitet Überschüssiges Chlorcyan wird unter Normaldruck, die
Reaktionsprodukte werden bei ca. 15 Torr aus dem Reaktionsgefäß abdestilliert Durch fraktionierte Vakuumdestillation erhält man aus dem destillierten Reaktionsgemisch 748 g (=65% der Theorie) 1,2-Dichloräthylisocyaniddichlorid vom Siedepunkt 70—71°C/13
Torr.
2-Chlor-1 -fluor-äthylisocyaniddichlorid
Man leitet in 1000 g (163 Mol) Chlorcyan bei-5 bis
00C 350 g (5 Mol) Chlor und 275 g (6 Mol) Vinylfluorid
ein. Anschließend wird das überschüssige Chlorcyan bei Raumtemperatur im Vakuum abgezogen. Der Rückstand wird fraktioniert destilliert Ausbeute: 297 g
(33,4% der Theorie). Kp.n 53 bis 56°C.
Isocyanid-dichloride aus eis- und trans-1 -Chlor-propen
Eine Lösung von 0,25 Mol eis- bzw. trans-1-Chlorpropen und 10 mg Eisen(IIl)-chlorid in 1 Mol Chlorcyan
wird bei -5° mit 0,25 Mol Chlor umgesetzt Das Reaktionsgemisch wird destilliert und das Destillat
gaschromatographisch analysiert und in seine Komponenten aufgetrennt Man erhält 3 isomere Isocyaniddichloride (s. Tabelle 1), deren verschiedene NMR-Spektren zwar den Strukturen entsprechen, jedoch
keine Zuordnung zulassen. Das Massenspektrum erlaubt durch Auftreten der Fragmente CHCINCCl2
und CH3CHNCCl2 die Zuordnung der Stellungsisomeren.
Cl CH3
C = C
H H
Cl2CH-CH-CH3
Cl 24,9"
Cl2CH-CH-CH3
N=CCl2 26,2"
Cl Cl-CH-CH-CH3
N = CCl2 22.6 + 26.2r
C = C
CH3
Cl2CH-CH-CH3
Cl 45,9" Ci2CH-CH-CH3
N=CCl2 18,4*
Kp.,2: 84—87° Cl
Cl-CH-CH-CH3
N=CCl2 17,4 + 18,4C
*) Mol-% durch Destillation isoliert
')Mol-% im Reaktionsgemisch, gaschromatographisch bestimmt.
') Mol-% threo- und erythro-Verbindung, gaschromatographiseh bestimmt.
l^-Trichlor^-dichlormethylenimino-propan
Zu 150 ml Chlorcyan werden bei 00C gleichzeitig 72 g
2,3-Dichlorpropen(-l)und 65 g Cl2 gegeben. Es wird 2,5
Stunden bei 00C nachgerührt Der Oberschuß Chlorcyan
wird im Wasserstrahlvakuum abgezogen, der Rückstand im Hochvakuum fraktioniert
Man erhält 73 g (47% der Theorie) Isocyaniddichlorid,
ΚρΛί 54-56°C, sowie 29 g 1,2,3-Trichlorpropen(-1)
und 7 g 1,2,2-Trichlorpropen.
Beispiel 6 1,3,4-Trichlor-2-dichlormethylenimino-buten(-l)
Zu 125 ml Chlorcyan und 2 g Eisen(III)-chlorid gibt man gleichzeitig bei 00C 80 g 2,3,4-Trichlorbuten(-l) und
25 g Chlor. Es wird 1 Stunde bei 0°C nachgerührt, anschließend wird das überschüssige Chlorcyan im
Wasserstrahlvakuum entfernt Den Rückstand destilliert man im Hochvakuum.
Man erhält 49 g 2,3,4-Trichlorbuten zurück, sowie
10 g Isocyaniddichlorid von Siedepunkt K.p.0,1 65—68° C
(20% der Theorie), neben geringen lviengen des entsprechenden Isocyanats.
35 Beispiel 7 2,3,4-Trichlor-2-dichIormethylenimino-butan
In 125 ml Chlorcyan gibt man bei 0°C gleichzeitig 62,5 g 13:Dichlorbuten(-2) und 35 g Chlor.
Der Überschuß Chlorcyan wird nach 1 Stunde Reaktionszeit bei 0°C im Wasserstrahlvakuum entfernt.
Der Rückstand wird im Hochvakuum an einer Brücke destilliert.
Man erhält 26 g (19% der Theorie) des Isocyaniddichlorids vom Siedepunkt Kp^ 85-90° C.
Anwendung der erfindungsgemäßen Isocyaniddichloride als Pflanzenschutzmittel
zur Bekämpfung von Pilzen und Dipteren
Vergleichsversuche
(B e i s ρ i e 1 I) Myzelwachstums-Test
Verwendeter Nährboden:
Gewichtsteile Agar-Agar
Gewichtsteile Kartoffeldekokt Gewichtsteile Malz
Gewichtsteile Dextrose
Gewichtsteile Pepton
_ Gewichtsteile Na2HPO*
0,3 Gewichtsteile Ca(NO3Ja
_ Gewichtsteile Na2HPO*
0,3 Gewichtsteile Ca(NO3Ja
Verhältnis von Lösungsmittelgemisch zum Nährboden:
2 Gewichtsteile Lösungsmittelgemisch 100 Gewichtsteile Agarnährboden
Zusammensetzung Lösungsmittelgemisch:
0,19 Gewichtsteile DMF oder Aceton
0,01 Gewichtsteile Emulgator Alkylarylpolyglykoläther
130 Gewichtsteile Wasser
2 Gewichtsteile Lösungsmittelgemisch
Man vermischt die für die gewünschte Wirkstoffkonzentration im Nährboden nötige Wirkstoffmenge mit
der angegebenen Menge des Lösungsmittelgemisches.
Das Konzentrat wird im genannten Mengenverhältnis mit dem flüssigen, auf 42° C abgekühlten Nährboden
gründlich vermischt und in Petrischalen mit einem
Durchmesser von 9 cm gegossen. Ferner werden Kontrollplatten ohne Präparatbeimischung aufgestellt
Ist der Nährboden erkaltet und fest, werden die Platten mit den in der nachstehenden Tabelle angegebenen
Pilzarten beimpft und bei etwa 21°C inkubiert.
Die Auswertung erfolgt je nach der Wachstumsgeschwindigkeit der Pilze nach 4—10 Tagen. Bei der
Auswertung wird das radiale Myzelwachstum auf den behandelten Nährboden mit dem Wachstum auf dem
Kontrollnährboden verglichen. Die Bonitrierung des Pilzwachstums geschieht mit folgenden Kennzahlen:
1 kein Pilzwachstum
bis 3 sehr starke Hemmung des Wachstums bis 5 mittelstarke Hemmung des Wachstums
bis 7 schwache Hemmung des Wachstums bis 9 Wachstum gleich der unbehandelten Kontrolle
Wirkstoffe, Wirkstoffkonzentrationen und Resultate gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor:
Myzelwachstiiins-Tesl
Wirkstoffe
Wirkstoffe
Pilze
ti S
2 c
ISe
> O O-
> μ α
1.2
ε ο
ii I!
£■■3 u'i
Ji
C ο
•a S
Q. U
Se
j= 3
.1 c
El
u tu
ti 2 δ
H Cl
i i
Cl-C-C-N = CCl2 10
i i
Cl-C-C-N = CCl2 10
H H
gemäß Beispiel 1 der
Anmeldung P 16 68 089.0
Anmeldung P 16 68 089.0
CI Cl
I I
NC-C-C-CCl2 10
Cl Cl
gemäß Beispiel 5
CA-PS 7 41 794
CA-PS 7 41 794
Cl Cl
I I
Cl-C-C-N=CCl2 10
Cl Cl
gemäß Beispiel 3
CA-PS 7 41 794
CA-PS 7 41 794
1 1
1
(Beispiel II) LTioo-Test für Dipteren
Testtiere: Aedes aegypti.
Lösungsmittel: Aceton.
2 Gewich ti.teile Wirkstoff wurden in 1000 Volumenteilen
Lösung! smittel aufgenommen.
2,5 ml dieser 0,2%igen Wirkstofflösung wurden in
eine Petrisciiale pipettiert. Auf dem Boden der
Petrischale bsfand sich ein Filterpapier (Durchmesser
40 Tabelle LTj00-TeSt für Dipteren (Aedes aegypti)
45 Wirkstoffe
CH2CI-CHCI-N=CCl2
von etwa 9,5 cm). Die Petrischale blieb so lange offen
stehen, bis das Lösungsmittel vollständig verdunstet gemäß Beispiel 1
war. Nachdem etwa 25 Testtiere in die Petrischale gegeben wem den waren, wurde die Schale mit einem
Glasdeckel bedeckt
Der Zustand der Testtiere wurde laufend kontrolliert Nach 120 Minuten wurde der Prozentsatz der den
Knock-dowii-Effekt aufweisenden Testtiere bestimmt
Das Ergebnis der Vergleichsversuche ist in der nachstehenden Tabelle zusammengefaßt
der Anmeldung P 1668089.0
CCl3-CCl2-N=Ca2
gemäß Beispiel 3 der CA-PS 741 749
NC-Ca2-CCl2-N=CCl2
gemäß Beispiel 5 der CA-PS 741 794
% der Tiere mit
Knock-dowi Effekt
100
Claims (1)
ι
2
R1, R2, R3' Wasserstoff oder einen gegebenenfalls
durch Chlor substituierten Ci bis C6
π
c
Halogene (vorzugsweise Fluor, Chlor, Brom),
-N = CCI2, Alkoxy (vorzugsweise 1 —4 Kohlenstoffato
me).
Im allgemeinen beträgt sie Summe der Kohlenstoff
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1258267D GB1258267A (de) | 1968-02-02 | 1968-12-31 | |
| CH9169A CH506489A (de) | 1968-02-02 | 1969-01-06 | Verfahren zur Herstellung von chlorierten Isocyaniddichloriden |
| FR6902147A FR2001222A1 (de) | 1968-02-02 | 1969-01-31 | |
| BE727722D BE727722A (de) | 1968-02-02 | 1969-01-31 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF0054720 | 1968-02-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1668089C3 true DE1668089C3 (de) | 1978-02-02 |
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