DE1590309C3 - Verfahren zur Herstellung doppelt isolierter Drähte und Bänder aus Metallen und Metall-Legierungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung doppelt isolierter Drähte und Bänder aus Metallen und Metall-LegierungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte und Bänder aus Metallen und
Metall-Legierungen, bei dem ein metallischer Kern im flüssigen Zustand zugleich mit einer plastischen,
meist mineralischen Hülle auf ein Vielfaches seiner Ausgangslänge frei gestreckt und gegebenenfalls gebreitet
wird.
Es sind eine Reihe von Verfahren bekannt, Drähte, Stäbe oder Rohre mit Glas oder anderen in
der Hitze plastischen Stoffen zum Zwecke der elektrischen Isolierung zu überziehen. Oft sind auch die
Leiter selbst vor dem Aufbringen der Glasschicht bereits mit einer organischen oder anorganischen Isolierhülle
versehen. Die im Schrifttum aufgezeigten Schwierigkeiten sind die kontinuierliche Herstellung
großer Längen, veränderte Gestalt und örtliches Aufoder Anschmelzen des Leiters, mangelnde Biegefähigkeit
der Glasschicht und Absplittern von Teilchen der Umhüllung. Diese sind nach den deutschen Patentschriften
716 719, 719 695, 751676, 859 908, 977 307 auf verschiedenen Wegen überwunden worden,
z. B. durch Aufbringen nur 5 μ starker Glasschichten oder durch Herstellung von hohlen Glasfaden
mit Metallseele durch Ausziehen plastischer mit flüssigem Metall gefüllter Schutzhüllen.
Nach wie vor blieb jedoch die Aufgabe bestehen, metallische Leiter nach einem einfachen und wirtschaftlichen
Verfahren mit einer möglichst gut isolierenden und biegsamen, wenig Volumen einnehmenden
Umhüllungsanordnung zu versehen, insbesondere Leiter mit größeren Querschnitten, wie sie für
Kabel, Spulen und Wicklungen elektrischer Maschinen und Apparate erforderlich sind, außer aus Kupfer
und Aluminium auch z. B. aus Natrium. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß nur mit einer relativ zum Kerndurchmesser dünneren mineralischen Umhüllung hergestellte
Drähte oder Bänder noch während oder unmittelbar nach dem Erkalten der Hülle im kontinuierlichen
Verfahren mit einer weiteren elektrisch isolierenden bei Gebrauchstemperatur plastischen Hülle oder mit
einem Lacküberzug versehen werden. Dabei wird von dem bekannten Verfahren nach deutscher Patentschrift
977 307 ausgegangen, bei dem metallische Stäbe oder Drähte im Zuge des Durchlaufs durch
eine Düse kontinuierlich ummantelt, d. h. mit einer flüssigen, plastischen oder festen Schutzhülle versehen
und hierbei ,oder anschließend hieran über die für den jeweiligen metallischen Werkstoff übliche
Warmverarbeitungstemperatur hinaus erhitzt und frei unter Ausziehen im Querschnitt auf ein Vielfaches
ihrer bisherigen Länge abgestreckt werden.
Derart aufgebaute Kabeldrähte mit Natrium-, Aluminium- oder Kupferkern und doppelter Isolierung,
einer mineralischen und einer elasto-polymeren, zeichnen sich durch eine besondere elektrische
Durchschlagsfestigkeit bei gleichzeitig guter Biegbarkeit aus. Die mineralische Umhüllung ist dabei durch
die höhere Erweichungstemperatur, die bessere Wärmeleitfähigkeit und die höheren Festigkeitseigenschaften
ausgezeichnet, die Außenhülle durch den höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten und die
höhere Dehnung. Diese Eigenschaftskombination ist besonders günstig im Vergleich zu den bekannten
Kabelummantelungen aus mehreren Schichten, z. B. Kombinationen aus Elastomeren, Butylkautschuk
und Polychloropren, und den Thermoplasten Polyvinylchlorid und Polyäthylen.
Bei der praktischen Durchführung dieses Verfahrens hat es sich gezeigt, daß es möglich ist, z. B. bei
der Verwendung von Glas oder Quarz als Hüllenwerkstoff die metallischen Stäbe im flüssigen Zustand
in einem Arbeitsgang auf das 106fache und
noch darüber hinaus ihrer ursprünglichen Länge zu ziehen. Es hat sich weiter ergeben, daß das Verfahren
keineswegs auf einen größten Außendurchmesser des Drahtes oder der Stäbe von 8 mm beschränkt ist,
sondern daß auch stärkere Knüppel, Blöcke oder Preßlinge von z. B. 50 oder auch 200 mm Durchmesser
auf die gleiche Weise verarbeitet werden können, wenn man nur für eine genügend große und schnelle
Wärmezufuhr sorgt, um das metallische Ausgangsmaterial, soweit es sich vor der Düse befindet, bis in
die Nähe seines Schmelzpunktes bzw. vorzugsweise darüber hinaus zu erhitzen.
Ferner wurde festgestellt, daß das Verfahren nicht auf die Herstellung runder Drähte beschränkt ist,
sondern daß auch Profildrähte, Bänder und Rohre
nach den Verfahrensmerkmalen hergestellt werden können, wenn man von entsprechend profilierten
Querschnitten des metallischen Ausgangsmaterials ausgeht. Dabei ist es sowohl möglich, das Hüllenmaterial
im plastischen Zustand aufzubringen als auch den metallischen Werkstoff in beliebiger Form vorab
in den oder die Hohlräume zwischen zwei oder mehreren glatten oder profilierten Glas- oder Quarzglasplatten bzw. -rohren einzubringen; die plastischen
Glas-Metall-Verbundkörper werden dann jeweils durch Ziehen und/oder Warmwalzen in einer oder
mehreren, z. B. in einer Ebene liegenden Verformungsrichtungen gestreckt oder gebreitet.
Man kann auch von Bündeln von Stäben ausgehen, diese mit einer Hüllmasse aus z. B. Glas oder
Kunststoff umgießen, wobei im Hinblick auf das spätere Flüssigziehen des Metalls jeweils nur solche
Kombinationen angewendet werden können, bei denen die Viskosität der Hülle während des späteren
Ziehprozesses größer als die des metallischen Werkstoffs ist, also z. B. Polyäthylen und Natrium, wobei
Temperaturunterschiede zwischen Hüllenwerkstofl und Metall oftmals vorteilhaft angewendet werden,
z.B. beim Flüssigziehen von Platin in Quarzglas. Es ist üblich, die Hüllen bei den nach dem beschriebenen
Verfahren hergestellten Verbunddrähten, -bändern und -rohren gegebenenfalls machanisch oder
auf chemischem Wege zu entfernen; anschließend können spezielle Überzüge anderer Zusammensetzung
aufgebracht werden, z. B. durch Aufdampfen oder auf galvanischem Wege oder auch durch Umpressen
nach den bei der Kabelherstellung üblichen Prozessen.
Natürlich ist es auch möglich, mehradrige Kabel in einem Verfahrensgang mit doppelter Isolierung —
wie beschrieben — herzustellen, wenn man parallel zueinander eine Reihe von glasisolierten Fäden in
einer Vorrichtung zieht, diese zusammenführt und mit der zweiten Isolierung versieht.
Weiterhin ist das Flüssigziehverfahren ebenfalls
ίο vorteilhaft anwendbar, wenn man in einem Arbeitsgang
Kabel mit verschiedenen Leiterwerkstoffen und/oder solche mit einer schlauchförmigen metallischen
Abschirmung herstellen will und dabei eine plastische Ummantelung nachschaltet. In diesem
Falle wird man vorzugsweise die schnelle, gleichzei- ■ tige Erhitzung der verschiedenen Leiterwerkstoffe induktiv
mit verschiedenen auf Material und Querschnitt abgestimmten Frequenzen vornehmen. Es sei
hier vermerkt, daß die Verformbarkeit von Elastomeren wie Butylkautschuk und Polychloropren sowie
von Thermoplasten um Größenordnungen unter der von Gläsern liegt; damit sind aber sämtliche Kabelummantelungsverfahren
mit diesen Stoffen allein, bei denen zugleich eine gewisse Streckung des festen oder flüssigen Metallkerns erfolgen soll, in der Arbeitsgeschwindigkeit
wie in der in einem Arbeitsgang erzielbaren Querschnittsabnahme dem beschriebenen
Verfahren unterlegen, bei dem der hohe mögliche Verformungsgrad der mineralischen Umhüllung für
die Geschwindigkeit des Arbeitsablaufs maßgeblich ist.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung isolierter Drähte und Bänder aus Metallen und Metall-Legierungen,
bei dem ein metallischer Kern im flüssigen Zustand zugleich mit einer plastischen, meist
mineralischen Hülle auf ein Vielfaches seiner Ausgangslänge frei gestreckt und gegebenenfalls
gebreitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die nur mit einer relativ zum Kerndurchmesser
dünneren mineralischen Umhüllung hergestellten Drähte oder Bänder noch während oder unmittelbar nach dem Erkalten der Hülle im
kontinuierlichen Verfahren mit einer weiteren elektrisch isolierenden, bei Gebrauchstemperatur
plastischen Hülle oder mit einem Lacküberzug versehen werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß von metallischen Stäben, Knüppeln, Guß- oder Schmiedeblöcken bzw. Walzprofilen bzw. Preßlingen ausgegangen und
die Streckung des metallischen Querschnitts bis auf das gewünschte Endmaß vorzugsweise in
einem Arbeitsgang bewirkt wird.
3. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von
Kabeln von Metall-Glas- bzw. Quarz-Verbundkörpern ausgegangen wird, bei denen die metallischen
Teile voneinander durch Glas- bzw. Quarzprofilteile, -platten oder -rohre getrennt sind.
4. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß metallische Werkstoffe
verschiedener Zusammensetzung nebeneinander, aber voneinander durch Glas bzw. Quarz isoliert angeordnet und gleichzeitig, gegebenenfalls
induktiv mit verschiedenen Frequenzen über ihre Schmelzpunkte hinaus erhitzt werden.
5. Anwendung des Verfahrens zur Herstellung von Kabeln mit nichtplastischem metallischem
Kern, z. B. von Natriumkabeln.
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