DE1580002C - Bremsdruckverteiler, insbesondere für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Bremsdruckverteiler, insbesondere für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bremsdruckvcrteiler insbesondere für Kraftfahrzeuge, welcher zwischen
dem Hauptbremszylinder und den Hinten adbremszylindern
angeordnet ist und zwei Kolben aufweist, die bei einem vorgegebenen Bremsdruck das Bremsmedium
in die Hinterradbremszylinder verdrängen, wobei der erste Kolben direkt vom Hauptbremszylindcrdruck
und der zweite Kolben vom ersten Kolben bcliiligbar ist.
Bei einem bekannten Bremsdruckverteiler die; Bauart (französische Patentschrift 1 247 984) vi
drängt der eine Kolben bei einem vorgegeben Bremsdruck das Bremsmedium zu den Vorderra
bremszylindern sowie zu dem in einer gesondert Kammer gelagerten zweiten Kolben, der seinersei
das Bremsmedium zu den Hinterradbremszylindei
■ verdrängt. Beiden Kolben ist ferner jeweils ein : einer getrennten Kammer angeordcneter weiten
ίο Kolben zugeordnet, wobei diese beiden zusätzliche
Kolben entgegen der Vorspannung von Federn m dem Druck des Hauptbremszylinders beaufschlar
sind. Die Anordnung der vier Kolben ist hierbei dei art getroffen, daß sich der Druck in den Vorderrac
bremszylindern durch eine Addition der auf die de, Vorderradbremszylindern zugeordneten beiden Koi
ben wirkenden Drücke ergibt, während der an da Hinterradbremszylinder abgegebene Druck ein Diffe
renzdruck ist, der sich aus der Differenz der auf du beiden den Vorderradbremszylindern zugeordneter
Kolben wirkende Drücke ergibt. Hierdurch ergib sich die gewünschte Bremskraftverteilung: Die Hin
terradbremszylinder werden mit einem geringerer Druck als die Vorderradbremszylinder beaufschlagt.
Diese Anordnung hat zum einen den Nachteil, daf sie verhältnismäßig aufwendig ist, denn es sind insgesamt
vier Verstellkolben erforderlich, um die gewünschte Wirkungsweise zu erreichen. Ferner folg.
bei diesem bekannten Bremskraftverteiler der Druck in den Hinterradbremszylindern einer linearen Kennlinie,
da er im wesentlichen (abgesehen vom Druck im Hauptbremszylinder) der Vorspannung der auf
die Kolben einwirkenden Federn proportional ist.
Zur Erzielung einer optimalen Bremscharakteristik ist es jedoch erwünscht, eine degressive Kennlinie für
den den Hinterradbremszylindern zugeführten Bremsdruck zu erzielen.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, einen Bremsdruckverteiler der eingangs
angegebenen Art so auszubilden, daß bei einfacher Bauweise eine degressive Kennlinie für den den
Hinterradbremszylindern zugeführten Bremsdruck erreicht wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Bremskraftverteiler der eingangs angegebenen Bauart. erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die beiden Kolben gegeneinander bewegbar sind, daß zwischen den beiden Kolben ein
Lagerkörper mit einer konvex gekrümmten Lagerfläehe vorgesehen ist, daß ferner eine Hebelvorrichtung
vorgesehen ist, die sich mit einem Ende auf dem ersten Kolben und mit dem anderen Ende auf der
Lagerfläche abstützt, und daß der zweite Kolben mit der Hebelvorrichtung kraftschlüssig verbunden ist.
Bei dem erfindungsgemäß ausgebildeten Bremsdruckverteiler sind lediglich zwei Kolben erforderlich,
die gegeneinander beweglich gelagert sind. Zwischen den Kolben ist ein Lagerkörper mit einer konvexen
Lagerfläche und ein Hebel angeordnet. Der Hebel stützt sich einerseits auf der gekrümmten
Lagerfläche und andererseits auf einem der Kolben ab, wobei der Hebel außerdem mit dem anderen Kolben
kraftschlüssig verbunden ist. Da der Lagerkörper eine gekrümmte Oberfläche aufweist, ändert sich der
Auflagepunkt des Hebels auf der Lagerfläche bei einer Bewegung des ersten Kolbens gegenüber dem
zweiten. Damit ändert sich jedoch auch der Hebelarm gegenüber dem zweiten Kolben, so daß der
zweite Kolben je nach Lage des Auflagepunktes des dal 12 betätigt wird, dargestellt. Der Hauptbremszy-Hebels
auf der gekrümmten Lagerfläche bei einer be- linder 10 fördert das Bremsmedium direkt über Leistimmten
Weglänge des ersten Kolbens einen unter- tungen 16 zu den Vorderrad-Bremszylindern 14. An
schiedlichen Weg zurücklegt. Durch die gekrümmte eine dieser Leitungen 16 ist eine Bremsleitung 18 anFläche
des Lagerkörpers wird eine sich kontinuier- 5 geschlossen, die zu der Einlaßöffnung 22 des Gehäulich
ändernde Hebelübersetzung zwischen dem ersten ses 20 führt, von welchem die verschiedenen Teile
und dem zweiten Kolben erzielt, so daß sich der des Bremsdruckverteilers umschlossen sind. Das GeDruck
in den Hinterradbremszylindern nach einer häuse 20 ist außerdem mit einer Auslaßöffnung 24
degressiven Kennlinie ändert. Mit Hilfe einer in ge- versehen, an welche eine zu den Hinterrad-Bremszyeigneter
Weise ausgebildeten Lagerfläche kann er- io lindern 28 führende Leitung 26 angeschlossen ist.
reicht werden, daß die Kennlinie des Druckes in den In dem Gehäuse 20 ist eine Bohrung 30 eingear-Hinterradbremszylindern in Abhängigkeit vom beitet, die an ihrem einen Ende durch eine Stirnwand Hauptzylinder-Bremsdruck den geforderten Betriebs- 32 verschlossen ist und sich an ihrem anderen Ende Verhältnissen bei unterschiedlicher· Beladung eines in eine erweiterte koaxiale Bohrung 34 öffnet. Die Fahrzeuges in idealer Weise angepaßt werden 15 Bohrung 34 ist an ihrem von der Bohrung 30 abgekann. wandten Ende durch ein Glied 36 verschlossen, in
reicht werden, daß die Kennlinie des Druckes in den In dem Gehäuse 20 ist eine Bohrung 30 eingear-Hinterradbremszylindern in Abhängigkeit vom beitet, die an ihrem einen Ende durch eine Stirnwand Hauptzylinder-Bremsdruck den geforderten Betriebs- 32 verschlossen ist und sich an ihrem anderen Ende Verhältnissen bei unterschiedlicher· Beladung eines in eine erweiterte koaxiale Bohrung 34 öffnet. Die Fahrzeuges in idealer Weise angepaßt werden 15 Bohrung 34 ist an ihrem von der Bohrung 30 abgekann. wandten Ende durch ein Glied 36 verschlossen, in
Es ist allerdings bereits ein Bremsdruckverteiler welchem eine mit den Bohrungen 30 und 34 koaxiale
(deutsche Auslegeschrift 1114 102) bekannt, bei Bohrung 38 vorgesehen ist. Das Glied 36 ist mit
dem sich eine degressive Kennlinie des den Hinter- einem radialen Flansch 40 versehen, der eine an der
radbremszylindern zugeführten Druckes erzielen läßt. 20 Wand der Bohrung34 anliegende O-Ringdichtung 44
Dieser Bremsdruckverteiler ist jedoch von grundsätz- trägt. Das Glied 36 wird mit Hilfe eines mit dem Gelich
anderer Bauart als der Bremsdruckverteiler, von häuse 20 verbundenen Halteringes 42 an Ort und
dem die Erfindung ausgeht. Bei diesem Bremsdruck- Stelle gehalten, wobei sein Flansch 40 innerhalb der
verteiler sind zwar ebenfalls zwei Kolben vorgesehen, Bohrung 34 liegt. Das Glied 36 wird lediglich aus
die in der Bremsleitung zwischen dem Hauptbrems-'25 Gründen der einfacheren Herstellung getrennt vom
zylinder und den Hinterradbremszylindern angeord- Gehäuse 20 gefertigt. Für die Arbeitsweise des Bremsnet
sind. Diese beiden Kolben dienen jedoch nicht druckverteilers kann das Glied 36 auch als einstückizum
Verdrängen der Bremsflüssigkeit zu den Hinter- ger Teil des Gehäuses 20 angesehen werden,
radbremszylindern, sondern stellen Betätigungsmittel In der Gehäusebohrung 30 ist ein Kolben 46-verfür ein Ventil dar, das den Druck in einer zu den 30 schiebbar geführt, der an einem Ende eine Lippen-Hinterradbremszylindern führenden Leitung steuert. dichtung 48 trägt, um den Durchtritt von Bremsme-Die Öffnung des Ventils erfolgt in Abhängigkeit von dium aus der Einlaßöffnung 22 zur Auslaßöffnung einem Druck, der in den den beiden Kolben zugeord- 24 zu verhindern. Der Kolben 46 besitzt einen einneten Kammern herrscht, wobei die Kolbenstangen stückigen vergrößerten Flanschteil 50, der innerhalb der Kolben über ein Hebelgestänge miteinander in 35 der Bohrung 34 angeordnet ist und ' gleitend die Eingriff stehen. Ein Kugellager ändert das Hebelver- Wand der Bohrung 34 berührt. Der Flansch 50 ist hältnis der beiden das Hebelgestänge bildenden He- mit einer ringförmigen Schulter 52 versehen, die bei bei und legt somit fest, bei welchem Druck das Ventil Betrachtung der F i g. 1 nach rechts weist, und besitzt geöffnet wird. Mit Hilfe der veränderlichen Hebel- ferner öffnungen 54, um sicherzustellen, daß auf den übersetzung in Abhängigkeit vom Druck des Haupt- 40 gegenüberliegenden Seiten des Flansches 50 gleiche bremszylinder ist es möglich, über das Ventil einen Drücke vorliegen.
radbremszylindern, sondern stellen Betätigungsmittel In der Gehäusebohrung 30 ist ein Kolben 46-verfür ein Ventil dar, das den Druck in einer zu den 30 schiebbar geführt, der an einem Ende eine Lippen-Hinterradbremszylindern führenden Leitung steuert. dichtung 48 trägt, um den Durchtritt von Bremsme-Die Öffnung des Ventils erfolgt in Abhängigkeit von dium aus der Einlaßöffnung 22 zur Auslaßöffnung einem Druck, der in den den beiden Kolben zugeord- 24 zu verhindern. Der Kolben 46 besitzt einen einneten Kammern herrscht, wobei die Kolbenstangen stückigen vergrößerten Flanschteil 50, der innerhalb der Kolben über ein Hebelgestänge miteinander in 35 der Bohrung 34 angeordnet ist und ' gleitend die Eingriff stehen. Ein Kugellager ändert das Hebelver- Wand der Bohrung 34 berührt. Der Flansch 50 ist hältnis der beiden das Hebelgestänge bildenden He- mit einer ringförmigen Schulter 52 versehen, die bei bei und legt somit fest, bei welchem Druck das Ventil Betrachtung der F i g. 1 nach rechts weist, und besitzt geöffnet wird. Mit Hilfe der veränderlichen Hebel- ferner öffnungen 54, um sicherzustellen, daß auf den übersetzung in Abhängigkeit vom Druck des Haupt- 40 gegenüberliegenden Seiten des Flansches 50 gleiche bremszylinder ist es möglich, über das Ventil einen Drücke vorliegen.
gewünschten Verlauf des den Hinterradbremszylin- In der Bohrung 38 ist ein zweiter Kolben 56 ver-
dern zugeführten Druckes zu erzielen. Nachteilig bei schiebbar geführt. Dieser Kolben 56 trägt an seinem
dieser bekannten Anordnung ist die Verwendung im Sinne der Fig. 1 linken Ende eine an der Wand
eines verhältnismäßig komplizierten und aufwendi- 45 der Bohrung 38 anliegende Lippendichtung 58, um
gen Hebelsystems. Dadurch wird der Bremsdruckver- einen Durchgang von Bremsmedium zu verhindern,
teiler störanfällig. Ferner erfordert er einen erhebli- Der Kolben 56 ist an einem Ende einer sich axial
chen Platzbedarf. Die Anordnung gemäß der Erfin- erstreckenden Kolbenstange 60 befestigt, die in die
dung kann hingegen sehr klein und kompakt ausge- Bohrung 34 hinein vorsteht und mit Abstand von
führt werden, da die veränderliche Übersetzung zwi- 50 dem dem Kolben 56 gegenüberliegenden Ende einen
sehen den beiden Kolben lediglich durch einen radialen Bund 62 aufweist. Die Kolbenstange 60 geht
Lagerkörper mit gekrümmter Oberfläche und einen durch einen Lagerblock 64, der an der Innenfläche
Hebel erzielt wird. 65 des Flansches 40 anliegt und das Ende der Boh-
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind rung 38 abdeckt. Es wird jedoch durch Schlitze 66.
in den Unteransprüchen angegeben. 55 die in der Fläche 65 des Flansches 40 in der Nähe
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nach- des Lagerblockes 64 ausgebildet sind, ein Durchtritt
folgend an Hand der Zeichnung näher beschrieben. von Bremsmedium zwischen dem Flansch 40 und
Es zeigt dem Lagcrblock 64 ermöglicht. Der Lagerblock 64
Fig. 1 einen erfindungsgemäß ausgebildeten bildet ein Drehlager für eine Vielzahl von Hebeln 68.
Bremsdruckvcrteiler im Schnitt sowie den Anschluß 60 die aus flachem, segmentförmig zugeschnittenem Ma-
dieses Bremsdruckverteilers an ein schematisch ange- terial bestehen und uni die Kolbenstange 60 herum
deutetes Bremssystem, ■ seitlich aneinanderstoßend angeordnet sind. Die iii-
Fig. 2 den Schnitt des in Fig. 1 dargestellten neren Enden der Hebel 68 liegen an einer ringi'ürmi-
Bremsdruckverteilers nach der Linie 2-2, gen Schulter 70 an, die auf einer Seite des Kolben-
Fig. 3 eine graphische Darstellung verschiedener 65 Stangenbundes 62 ausgebildet ist, während die radia-
Bremsdrücke. . len äußeren Enden der Hebel 68 die ringförmige
In Fig. 1 ist eine Bremsanlage mit einem Haupt- Schulter 52 des Kolbenriansches 50 erfassen. Die He-
bremszylinder 10, der von einem üblichen Bremspe- bei 68 berühren mit ihrer einen Seite die Schulter 52
und 70 und mit ihrer entgegengesetzten Seite eine auf dem Lagerblock 64 ausgebildete konvex gekrümmte
Lagerfläche 72. Von einer leichten Schraubenfeder 74^ die zwischen der Dichtung 58 und dem Lagerblock
64 angeordnet ist, wird normalerweise der Kolben 56 in der in der Zeichnung dargestellten Lage
gehalten. In ähnlicher Weise ist innerhalb einer Ausnehmung 78 des Kolbens 46 eine leichte Rückhol-Schraubenfeder
76 angeordnet. Diese Feder steht zwischen dem Kolbenstangenbund 62 und dem Kolben
46 normalerweise so unter Druckspannung, daß der Kolben 46 in der in der Zeichnung dargestellten
Lage gehalten wird. In dieser Lage berühren auf dem Kolbenflansch 50 mit gegenseitigem Abstand ausgebildete
Vorsprünge 80 eine in dem Gehäuse 20 zwischen den Bohrungen 30 und 34 ausgebildete ringförmige
Schulter 82. Die Dichtung 48 wird durch eine leichte Feder 83 in Berührung mit dem Kolben
46 gehalten. Diese Feder ist jedoch nicht stark genug, um die Kraft der Feder 76 zu überwinden und den
Kolben 46 aus der dargestellten Lage herauszubewegen.
Bei schwachem Bremsen bleibt der bisher beschriebene Teil des Bremsdruckverteilers unwirksam,
und die Teile verbleiben in der in der Zeichnung dargestellten Lage. Die Bewegung der Kolben <ü und 56
wird durch ein Nebenschlußventil beeinflußt, das innerhalb von zwei koaxialen Bohrungen 84 und 86,
die im Gehäuse 20 an einer von den Bohrungen 30, 34 und 38 abgesetzten Stelle ausgebildet sind, angeordnet
ist. Die Bohrung 84 mündet in die Bohrung 86 und hat einen kleineren Durchmesser als diese.
Zwischen diesen beiden Bohrungen 84 und 86 ist ein Ventilsitz 88 ausgebildet. Innerhalb der Bohrung 84
ist ein mit einer Dichtung 92 versehener Kolben 90 verschiebbar geführt; dieser Kolben 90 ist durch eine
Schraubverbindung mit einem Ventilglied 94 verbunden, das eine auf den Ventilsitz 88 passende Dichtung
96 aufweist. Das Ventilglied 94 hat einen kleineren Durchmesser als die Bohrung 84, so daß um
das Ventilglied 94 herum ein Ringraum frei bleibt. Das Ventilglied 94 ist mit einem vergrößerten Ventilkopf
98 versehen, der innerhalb der Bohrung 86 angeordnet ist; an diesem Ventilkopf 98 ist die Dichtung
96 angebracht. Zusätzlich ist der Ventilkopf 98 mit einem Führungsteil 100 versehen, der innerhalb
der Führungsöffnung 102 eines Bohrungs-Verschlußgliedcs 104, durch das das eine Ende der Bohrung 86
verschlossen ist, angeordnet ist. Das zur Bohrung 86 entgegengesetzte Ende der Bohrung 84 ist durch eine
Stirnwand 106 des Gehäuses 20 verschlossen. Zwischen der Stirnwand 106 und dem Kolben 90 ist eine
Feder 108 mit sorgfältig ausgewählter Kennung angeordnet die normalerweise den Ventilsitz 88 offenhält.
Durch einen Durchgang 110, der im Gehäuse 20 ausgebildet ist, wird eine Strömungsmittelverbindung
von der Bohrung 30 zur Bohrung 34 auf der der Feder 108 entgegengesetzten Seite der Dichtung
92 geschaffen. Dadurch kann das als Bremsmedium dienende Strömungsmittel, das durch die Bohrung 30
aus dem Einlaß 22 eintritt, durch den Durchgang 110 zum Ringraum zwischen dem Ventilglied 94 und
der Bohrung 84 strömen. Wenn das Ventilglied 94, offen ist, kann das unter dem vom Hauptbremszylinder
10 entwickelten Druck stehende Druckmittel in die Bohrung 86 einströmen. Aus der Bohrung 86
kann dann das Druckmittel durch einen Gehäuse-Durchgang 112, der von der Bohrung 86 zur Bohrung
34 führt, strömen. Aus der Bohrung 34 kann das Druckmittel durch den Auslaß 24 zu den Hinterrad-Bremszylindern
28 strömen. Unter derartigen Umständen stellt die Vorrichtung ein offenes System
dar, bei dem der aus dem Hauptbremszylinder 10 kommende Druckmittelstrom direkt zu den Hinterrad-Bremszylindern
28 strömt, ohne daß sich irgendeine Veränderung des Bremsdruckes ergibt. Der in den Hinterrad-Bremszylindern 28 wirkende Strömungsmitteldruck
ist in diesem Falle gleich dem in den Vorderrad-Bremszylindern 14 wirkenden Strömungsmitteldruck.
Wenn der innerhalb der Bohrung 84 gegen den Kolben 90 wirkende Strömungsmitteldruck sich bis
zu einem vorbestimmten Wert aufbaut, gibt die Feder 108 nach, und der Kolben 90 zieht die Ventildichtung
96 gegen den Ventilsitz 88 und schließt dadurch die Verbindung zwischen den Durchgängen 110 und
112. Nachdem das Ventil 94 sich geschlossen hat, versuchen weitere Anstiege des Strömungsmitteldrukkes
innerhalb der Bohrung 30, die durch die Wirkung des Hauptbremszylinders 10 hervorgerufen
werden, den Kolben 46 nach rechts zu bewegen. Vor dem Schließen des Ventils 94 waren die Drücke
auf den entgegengesetzten Seiten des Kolbens 46 gleich, und der Kolben blieb in Ruhe. Eine Bewegung des
Kolbens 46 als Ergebnis eines erhöhten Druckes innerhalb des linken Endes der Bohrung 30 bewirkt die
Förderung von Strömungsmittel zum Auslaß 24. Die Bewegung des Kolbens 46 nach rechts erzeugt auch
eine entsprechende Bewegung seines Flansches 50. Demgemäß bewegt die an dem äußeren Ende des
Flansches 50 ausgebildete Schulter 52 die radialen äußeren Enden der Hebel 68 nach rechts. Die Hebel
68 kippen auf der konvexen Lagerfläche 72 des Lagerblockes 64 und stützen sich gegen den Bund 62
der Kolbenstange 60 ab, wodurch die Kolbenstange 60 nach links gezogen wird. Dadurch wird eine Bewegung
des Kolbens 56 nach links erzeugt, so daß dieser Kolben in Gemeinschaft mit dem Kolben 46
bei der Förderung von Strömungsmittel zum Auslaß 24 zusammenwirkt. Somit bewirkt das vom Hauptbremszylinder
10 kommende Druckmittel, das nur gegen den Kolben 46 arbeitet, eine Verdrängungsbewegung
beider Kolben 46 und 56. Die tatsächliche Größe der Bewegung des Kolbens 56 bei einer gegebenen
Bewegung des Kolbens 46 hängt allein von der Stelle auf der konvexen Lagerfläche 72 ab, auf welcher
die Hebel 68 aufliegen. Die Stelle verändert sich stetig, wenn sich der Kolben 46 nach rechts bewegt,
wobei die Lagerstelle sich stetig radial nach außen bewegt. Wenn sich die Lagerstelle radial nach außen
bewegt, ergibt sich bei einer gegebenen Bewegung des Kolbens 46 eine vergrößerte Bewegung des Kolbens
56. Das Ergebnis ist eine verminderte Hebelübersetzung, so daß eine stets größer werdende Kraft an den
äußeren Enden der Hebel 68 erforderlich ist, um eine bestimmte Kraft auf den Kolben 56 zwecks Unterdrucksetzung
des Strömungsmittels in den Bohrungen 34 und 38 auszuüben. Die sich bewegende Lagerstelle
gestattet es dem Kolben 56, ein größeres Druckmittelvolumen zu den Hinterrad-Bremszylindern 28
zu fördern, doch seine Fähigkeit, dieses zu den Hinterrad-Bremszylindern verdrängte Bremsmedium unter
Druck zu setzen, wird herabgesetzt. Die Hebel 68 und der Lagerblock 64 können deshalb als eine veränderliche
mechanische Übersetzung angesehen werden, die bei einer gegebenen Bewegung des Kolbens
46 eine allmählich immer größer werdende Bewegung des Kolbens 56 hervorruft, wenn der Kolben 46
seine Verdrängungsbewegung fortsetzt. Dadurch ergibt sich eine allmähliche Abnahme des Hinterrad-Bremsdruckes
im Verhältnis zum Vorderrad-Bremsdruck; dies ist in der graphischen Darstellung in
F i g. 3 durch die Linie »ß« angedeutet.
In der graphischen Darstellung in F i g. 3 stellt Punkt A denjenigen Zustand dar, bei welchem sich
das Ventilelement 94 schließt. Die Linie B, die vom Punkt A ausgeht, zeigt den Hinterrad-Bremsdruck
an, der sich bei einem gegebenen Hauptbremszylinderdruck als Ergebnis der Tätigkeit der Kolben 46
und 56 ergibt. Die Linie B ist so ausgewählt, daß sie zwischen den Linien C und D liegt; diese Linien stellen
die idealen Hinterrad-Bremsdrücke für ein beladenes bzw. unbeladenes Fahrzeug dar. Die Neigung
der Linie B hängt dabei von der Wahl der Krümmung der Lagerfläche 72 an dem Lagerbock 64 ab
Falls die Hebel 68 und die Kolben 46 und 56 für das betreffende Fahrzeug, in welches der Bremsdruckverteiler
eingebaut wird, nicht richtig bemessen sein sollte, so daß ein unzureichender Druck zu den
Hinterradbremsen übertragen wird, öffnet sich das Ventil 94 und führt den Hinterrad-Bremszylindern
28 zusätzlichen Druck zu, so daß der Bremsdruck niemals niedriger sein kann, als der durch die Linie
E in F i g. 3 dargestellte Bremsdruck. Die Linie E in der F i g. 3 ist derjenige Bremsdruck, der sich allein
auf Grund der Wirkung des Ventilelementes 94 ergibt. Somit erzeugt selbst dann, wenn die Kolben 46
und 56 sich nicht bewegen, das Öffnen und Schließen des Ventils 94 einen Anstieg des Hinterrad-Bremszylinderdruckes,
wenn der Hauptbremszylinderdruck erhöht wird, wenn auch mit einer kleineren Steigerungsrate
als bei richtigem Funktionieren der Kolben 46 und 56. Dies rührt daher, daß der ansteigende
Hauptbremszylinderdruck gegen eine Ringfläche des Ventilkopfes 94 wirkt, die gleich dem Zwischenraum
zwischen dem Durchmesser der Bohrung 84 und dem mittleren Durchmesser des Ventilsitzes 88 ist, gegen
welchen sich die Dichtung 96 anlegt. Die gegen diese Fläche wirkende Kraft addiert sich zu der Kraft der
Feder 108, so daß bei ansteigendem Hauptbremszylinderdruck ein gewisser Druckanstieg innerhalb der
Bohrungen 86 und 34 sichergestellt ist.
Es ist bei dem oben beschriebenen Bremsdruckverteiler somit möglich, die Lagerfläche 72 an den
Lagerblock 64 so zu formen, daß der sich ergebende Hinterradbremsdruck genau auf die Forderungen
eines bestimmten Fahrzeugs zugeschnitten ist und dadurch jede beliebig gewünschte Druckkurve hergestellt
werden kann. Ein Verlust des zu den Hinterradbremsen verdrängten Bremsmediums ergibt sich
dabei nicht.
Der den Hinterradbremsen zugeführte verminderte Bremsdruck spiegelt sich in einer Verminderung
des Volumens an Bremsmedium wider, das aus dem Hauptbremszylinder angeliefert werden muß, um den
as gewünschten Hinterrad-Bremsdruck zu erzeugen.
Demgemäß ist der Pedalweg des Bremspedals 12 auf ein Minimum herabgesetzt.
Die Feder 108 kann so ausgewählt werden, daß sie das Schließen des Ventilgliedes 94 bei jedem beliebigen
gewünschten Hauptbremszylinderdruck hervorruft. Bei dem dargestellten Bremsdruckverteiler beträgt
dieser Druck etwa 21 atü, doch können je nach den Erfordernissen eines bestimmten Fahrzeugs und
dessen Bremsanlage auch andere Drücke gewählt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
209 640/169
Claims (5)
1. Bremsdruckverteiler, insbesondere für Kraftfahrzeuge, welcher zwischen dem Hauptbremszylinder
und den Hinterradbremszylindern angeordnet ist und zwei Kolben aufweist, die bei
einem vorgegebenen Bremsdruck das Bremsmedium in die Hinterradbremszylinder verdrängen,
wobei der erste Kolben direkt vom Hauptbremszylinderdruck und der zweite Kolben vom ersten
Kolben betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kolben (46, 56) gegeneinander
bewegbar sind, daß zwischen den beiden Kolben (50, 56) ein Lagerkörper (Lagerblock
64) mit einer konvex gekrümmten Lagerfläche (72) vorgesehen ist, daß ferner eine Hebelvorrichtung
(Hebel 68) vorgesehen ist, die sich mit einem Ende auf dem ersten Kolben (46) und
mit dem anderen Ende auf der Lagerfläche (72) abstützt, und daß der zweite Kolben (56) mit der
Hebelvorrichtung (Hebel 68) kraftschlüssig verbunden
ist.
' 2. Bremsdruckverteiler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben (46, 56) in
einem abgeschlossenen Gehäuse (20) angeordnet sind und eine gemeinsame Längsachse aufweisen
und daß zwischen ihnen ein Druckraum angeordnet ist, aus dem das Bremsmedium in die Hinterradbremszylinder
(28) verdrängt wird.
3. Bremsdruckverteiler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kolben
(56) eine Kolbenstange (60) aufweist, die gleitend in einer Bohrung des Lagerkörpers
(Lagerblock 64) geführt ist und die am Ende einen Bund (62) aufweist, der die Hebelvorrichtung
(Hebel 68) mit seinem unteren Ende gegen den Lagerkörper (Lagerblock 64) hält, wobei das
obere Ende der Hebelvorrichtung (Hebel 68) gegen den ersten Kolben (46) anliegt.
4. Bremsdruckverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
erste Kolben (46) durch ein vom Hauptbremszylinderdruck betätigbares Nebenschlußventil (90,
92, 94) in der Weise überbrückbar ist, daß das Nebenschlußventil (90, 92, 94) bei kleinerem
Hauptbremszylinderdruck geöffnet und bei höherem Druck geschlossen ist.
5. Bremsdruckverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hebelvorrichtung von einer Anzahl radial verlaufender Hebel (68) gebildet ist, die mit ihrem äußerem
Ende an einer ringförmigen Schulter (52) des ersten Kolben (46) anliegen.
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